[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen einer Antikorrosionsbeschichtung
auf Bauteile, wobei die Antikorrosionsbeschichtung zumindest zum Teil als eine Aluminium-Zink-Beschichtung
ausgebildet ist; eine Verwendung eines ein reduzierendes Gas enthaltenden Gasgemischs
zum Aufbringen einer Antikorrosionsbeschichtung auf Bauteile, sowie eine Verwendung
einer Aluminium-Zink-Beschichtung als Bestandteil einer Antikorrosionsbeschichtung
für Bauteile.
Stand der Technik
[0002] Bei einem Verfahren des thermischen Spritzens werden Spritzpartikel mit Hilfe eines
Trägergases auf ein Werkstück gelenkt. Auf dem Werkstück bilden die Spritzpartikel
eine Beschichtung aus. Die Spritzpartikel haften auf der Werkstückoberfläche und aneinander
aufgrund der kinetischen Energie und der Wärme, die sie beim Auftreffen auf das Werkstück
aufweisen. Aktiver Korrosionsschutz mittels Antikorrosionsbeschichtung aus Aluminium
und/oder Zink ist der größte. Anwendungsbereich des thermischen Spritzens. Von diesen
Werkstoffen werden, mit steigender Tendenz, jährlich ca. 20.000 Tonnen Draht verarbeitet.
Beispielsweise ist im kommerziellen Offshore-Bereich die Spritzapplikation beider
Werkstoffe, auch in Kombination, teilweise Standard. Im Bereich von Offshore-Windenergieanlagen
besteht die besondere Forderung, Wartungsintervalle möglichst lang zu halten, was
u.a. durch den Einsatz langlebiger Oberflächenbeschichtungen realisiert werden kann.
Bisher kommen Spritzmetallisierungen an Offshore-Windenergieanlagen im Wesentlichen
an mechanisch stark beanspruchten Bauteilen, wie Flansche, Zargen, Nietbohrungen,
Bolzenlöcher und Aufsatzflächen etc., zum Einsatz.
[0003] Aus der
EP 1 674 590 A1 ist die Verwendung einer Gasmischung für ein thermisches Spritzen bekannt. Spritzmaterial
wird dabei im Zuge eines Lichtbogenspritzens in einem Lichtbogen aufgeschmolzen und
in einem Trägergas zu Spritzpartikeln zerstäubt. Dabei wird eine Gasmischung als Trägergas
verwendet, die Wasserstoff enthält. Beispielsweise enthält die Gasmischung dabei 1
bis 30 Vol.-% Wasserstoff. Für diese Erfindung wird Wasserstoff als reines Trägergas
eingesetzt, um Luftsauerstoff zu binden.
[0004] Die
EP 2 186 593 A1 offenbart ein Gasgemisch, umfassend ein Gemisch von Argon, Helium, Stickstoff, Kohlendioxid
oder Wasserstoff oder deren Mischungen mit einem unter Normalbedingungen gasförmigen
Kohlenwasserstoff. Das Gasgemisch wird dabei unter anderem für thermisches Spritzen
und/oder Oberflächenbehandlung mittels Lichtbogen verwendet. Bei dieser Erfindung
werden die Mischungen jeweils als reines Trägergas eingesetzt.
[0005] Ein Problem des thermischen Spritzens ist jedoch der Einfluss des Sauerstoffs auf
das Spritzmaterial. Aufgrund hoher Temperaturen wird das Spritzmaterial in Anwesenheit
von Sauerstoff zu einem hohen Grad oxidiert. Sauerstoff kann an das Spritzmaterial
entweder durch das Trägergas, für welches oftmals Druckluft verwendet wird, oder durch
die mit dem Trägergas verwirbelnde Umgebungsluft gelangen. Je nach vorhandener Energie
verbrennen die abgeschmolzenen und zerstäubten Spritzpartikel dabei vollständig oder
die Metallteilchen oxidieren zu Metalloxiden auf. Die vollständig verbrannten Spritzpartikel
stehen für die Beschichtung nicht mehr zur Verfügung, man spricht vom Abbrand. Der
Abbrand verringert folglich den Wirkungsgrad für die Aufbringung des Spritzmaterials
auf das Werkstück. Der Wirkungsgrad ist definiert als das Verhältnis zwischen dem
die Beschichtung ausbildenden Spritzmaterial zu dem insgesamt abgeschmolzenen Spritzmaterial.
Die Metalloxide hingegen gelangen zusammen mit den metallischen Spritzpartikeln zum
Werkstück und werden dort Bestandteil der Beschichtung.
[0006] Bei Antikorrosionsbeschichtungen führen diese Metalloxide jedoch zu einer Verschlechterung
der Beständigkeit der Beschichtung in Anwesenheit von korrosiven Umgebungsbedingungen.
Um diese Beeinträchtigung der Qualität der Antikorrosionsbeschichtung zu vermeiden,
kann Stickstoff als Trägergas verwendet werden. Stickstoff vermindert die Oxidation
der Spritzpartikel. Jedoch wird die Oxidation durch die Verwendung von Stickstoff
nur unzureichend unterdrückt, und die Beschichtungen erfüllen dann oft dennoch nicht
die bezüglich der Qualität gestellten Anforderungen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Antikorrosionsbeschichtung auf Werkstücke
bzw. Bauteile aufzubringen, wobei ein möglichst hoher Wirkungsgrad für das Aufbringen
der Antikorrosionsbeschichtung ermöglicht werden soll und eine Oxidation der Antikorrosionsbeschichtung
durch den Prozess des Aufbringens der Antikorrosionsbeschichtung verhindert werden
soll.
Offenbarung der Erfindung
[0008] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Aufbringen einer Antikorrosionsbeschichtung
auf Bauteile, eine Verwendung eines ein reduzierendes Gas enthaltenden Gasgemischs
zum Aufbringen einer Antikorrosionsbeschichtung auf Bauteile, sowie eine Verwendung
einer Aluminium-Zink-Beschichtung als Bestandteil einer Antikorrosionsbeschichtung
für Bauteile gemäß den unabhängigen Patentansprüchen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.
[0009] Für ein erfindungsgemäßes Verfahren wird eine Aluminium-Zink-Beschichtung zumindest
als Bestandteil einer Antikorrosionsbeschichtung verwendet. Dieser Bestandteil der
Antikorrosionsbeschichtung wird durch thermisches Spritzen auf die Bauteile aufgebracht,
wobei zum thermischen Spritzen ein inertes Trägergas mit einer reduzierenden Gaskomponente
verwendet wird. Diese Beschichtung wird im Folgenden auch als "spritzmetallisierte
Beschichtung" bezeichnet.
[0010] Mit dem Begriff "Bauteile" sind dabei sowohl einzelne Bauteile als Bestandteile von
größeren Anlagen oder Maschinen zu verstehen, als auch Werkstücke, die (noch) nicht
in Anlagen oder Maschinen verbaut sind und im Zuge ihres Fertigungsprozesses erfindungsgemäß
beschichtet werden.
Vorteile der Erfindung
[0011] Im Rahmen der Erfindung wurde die Korrosionsschutzwirkung verschiedener Antikorrosionsbeschichtungen,
die mit unterschiedlichen Methoden auf Bauteile aufgebracht wurden, untersucht. Dabei
wurden mit unterschiedlichen Methoden jeweils Aluminium-Zink-Beschichtungen und Aluminium-Beschichtungen
in unterschiedlichen Schichtdicken und Ausprägungen auf Bauteile aufgebracht und fallweise
versiegelt sowie mit einem mehrschichtigen organischen Beschichtungssystem versehen.
Hauptziel war es, eine oxidfreiere Antikorrosionsbeschichtung herzustellen, die in
ihrer Wirkung den durch den Prozess oxidierten Schichten überlegen ist.
[0012] Im Zuge der Erfindung wurden dabei erhebliche Vorteile einer Aluminium-Zink-Beschichtung
als Bestandteil einer Antikorrosionsbeschichtung entdeckt, welche durch thermisches
Spritzen aufgebracht wird, wobei zum thermischen Spritzen ein inertes Trägergas mit
einer reduzierenden Gaskomponente verwendet wird.
[0013] Bei einem korrosiven Angriff geht die Aluminium-Zink-Beschichtung in Lösung und schützt
so das darunterliegende Material des Bauteils, beispielsweise Eisen. Das elektrochemische
Potential einer mit der reduzierenden Gaskomponente thermisch gespritzten Aluminium-Zink-Beschichtung
ist höher als das einer Aluminium-Zink-Beschichtung, die ohne reduzierende Gaskomponente
thermisch gespritzt wurde, beispielsweise unter herkömmlicher Luft. Die Korrosionsschutzwirkung
der mit der reduzierenden Gaskomponente thermisch gespritzten Aluminium-Zink-Beschichtung
basiert auf einer Kombination aus dem kathodischen Schutz der aluminiumreichen Phasen,
einer selektiven Korrosion des Zinks verbunden mit der Bildung von voluminösen Korrosionsprodukten
(Aluminiumhydroxide und Zinkhydroxide). Diese lagern sich in den Poren ab, was die
Dichtigkeit des Überzuges heraufsetzt. Bei einem korrosiven Angriff werden die in
der äußersten Moleküllage befindlichen Aluminiumatome aufgrund ihrer gegenüber Zink
doppelten Affinität zu Sauerstoff zuerst oxidiert. Eine Zinkoxidbildung setzt zu diesem
Zeitpunkt noch nicht ein. Es bilden sich Aluminiumoxide, die von Zinkatomen umgeben
sind. Ist dies mit allen in der ersten Moleküllage befindlichen Aluminium-Atomen geschehen,
bildet sich auch Zinkoxid, welches leicht löslich ist und aus der Oberfläche "ausgespült"
wird. Zurück bleibt eine festhaftende, dichte und sehr stabile Aluminiumoxidschicht,
die die darunterliegende Aluminium-Zink-Beschichtung schützt. Darüber hinaus kann
eine kathodische Fernwirkung über Lücken in der verletzten Aluminium-Zink-Beschichtung
hinweg realisiert werden.
[0014] Grundvoraussetzung für das Eintreten dieser für die Antikorrosionwirkung entscheidenden
Eigenschaften ist dabei, dass die aufgebrachte Aluminium-Zink-Beschichtung nicht bereits
durch den Prozess des Aufbringens durchoxidiert und dass sich das Oxid an der Oberfläche
bilden kann, um seine volle Wirkung zu erzielen. Bei Methoden des Aufbringens der
Aluminium-Zink-Beschichtung ohne reduzierende Gaskomponente, beispielsweise mit Luft,
ist jeder Partikel bereits vor dem Auftreffen auf das Bauteil oxidiert. Mit der reduzierenden
Gaskomponente thermisch gespritzte Aluminium-Zink-Beschichtungen bilden sehr reine
Aluminium-Zink-Beschichtungen mit geringem Oxidgehalt.
[0015] Parameter des thermischen Spritzens bestimmen in übergeordnetem Maß die Eigenschaften
der Aluminium-Zink-Beschichtung. Die Wahl des Düsensystems, sowie Parameter wie beispielsweise
Spannung, Strom oder die Art des Trägergases beeinflussen die Spritzpartikel bei der
Ablösung an Elektroden sowie in ihrer Flugphase und dadurch die daraus gebildete Aluminium-Zink-Beschichtung.
Fein zerstäubte Schmelztröpfchen bedeuten zugleich eine große spezifische Oberfläche
und damit die Förderung des Oxidgehaltes in der Aluminium-Zink-Beschichtung. Diese
Oxidation kann durch den Einsatz inerter Trägergase mit einer reduzierenden Gaskomponenten
erheblich verringert werden.
[0016] Vorteilhafterweise wird über die Aluminium-Zink-Beschichtung eine zweite Beschichtung,
insbesondere eine oder mehrere Farbschichten, aufgebracht. Somit wird ein Korrosionsschutzsystem
aus mindestens zwei Schichten erzeugt. Die erfindungsgemäße Aluminium-Zink-Beschichtung
bildet dabei die erste Schicht, einen sogenannten Primer. Die zweite Beschichtung
bildet die zweite Schicht. Die Widerstandsfähigkeit des Korrosionsschutzes kann durch
das Zusammenwirken der ersten Antikorrosionsbeschichtung und der zweiten Beschichtung
nochmals erhöht werden. Die Haftfestigkeit der zweiten Beschichtung wird durch das
Vorhandensein der erfindungsgemäßen Antikorrosionsbeschichtung erheblich verbessert,
zum Einen im Vergleich zu einer "zweiten" Beschichtung ohne eine darunterliegende
Antikorrosionsbeschichtung und zum Anderen im Vergleich zu einer Antikorrosionsbeschichtung,
die nicht mit der reduzierenden Gaskomponente thermisch gespritzt wurde.
[0017] Die erste Schicht "heilt" dabei durch Fließen Beschädigungen, beispielsweise Risse.
Die zweite Schicht begrenzt dieses Fließen der ersten Schicht, damit diese "Heilung"
stattfinden kann und der Verlust an Material aus der ersten Schicht durch das Fließen
begrenzt wird.
[0018] Bei der vorliegenden Erfindung wird also eine Antikorrosionsbeschichtung, die eine
spritzmetallisierte Schicht enthält, auf Werkstücke bzw. Bauteile aufgebracht, die
insbesondere derart (prozess-)technisch ausgeführt wird, dass auf diese spritzmetallisierte
Antikorrosionsbeschichtung weitere (Farb-)schichten in nach- oder vorgelagerten Prozessschritten
aufgebracht werden/wurden, so dass sich aus dem Zusammenwirken von spritzmetallisierter
Schicht und den weiteren (Farb-)schichten ein qualitativ so hochwertiger Korrosionsschutz
für die derartig beschichteten Werkstücke bzw. Bauteile ergibt, der auch den herausfordernsten
korrosiven Medien und Umgebungsbedingungen standhält. Für das Aufbringen der spritzmetallisierten
Schicht wird ein möglichst hoher Wirkungsgrad für das Aufbringen durch die Erfindung
ermöglicht und eine Oxidation der Antikorrosionsbeschichtung durch den Prozess des
Aufbringens der Antikorrosionsbeschichtung wird erfindungsgemäß verhindert.
[0019] Vorzugsweise wird als reduzierende Gaskomponente Wasserstoff verwendet. Weiterhin
vorteilhaft wird als Trägergas Stickstoff verwendet. Besonders bevorzugt wird ein
Wasserstoff-Stickstoff-Gemisch verwendet. Der Anteil der reduzierenden Gaskomponente
an dem Gasgemisch beträgt dabei vorzugsweise zwischen 0, 1 % und 10%, insbesondere
zwischen 2% und 4%.
[0020] Auch eine Verwendung des in der
EP 1 674 590 A1 von derselben Anmelderin offenbarten Gasgemischs, welches Wasserstoff enthält, ist
denkbar. Insoweit sei bezüglich der entsprechenden Offenbarung ausdrücklich auf diese
Schrift verwiesen. Insbesondere ein derartiges Gasgemisch, das 3 bis 7 Vol.% Wasserstoff
enthält, bietet sich für ein erfindungsgemäßes Verfahren an. Jedoch wurde bei dieser
Erfindung Wasserstoff lediglich als Trägergas verwendet, um Luftsauerstoff (z.B. aus
der Umgebungsluft) zu binden.
[0021] Auch ein Gasgemisch gemäß der
EP 2 186 593 A1, ebenfalls von derselben Anmelderin, ist denkbar. Insoweit sei bezüglich der entsprechenden
Offenbarung ausdrücklich auf diese Schrift verwiesen. Ein derartiges Gasgemisch umfasst
ein Gemisch von Argon, Helium, Stickstoff, Kohlendioxid oder Wasserstoff oder deren
Mischungen mit einem unter Normalbedingungen gasförmigen Kohlenwasserstoff. Insbesondere
enthält dieses Gasgemisch Dotiermengen von NO und/oder NO
2. Bei dieser Erfindung werden die Mischungen jeweils als reines Trägergas eingesetzt.
Bevorzugt wird zum thermischen Spritzen ein Lichtbogenspritzen eingesetzt. Beim Lichtbogenspritzen
werden zwei Drähte in einem Lichtbogen aufgeschmolzen und mit Hilfe eines Trägergases
zu Spritzpartikel zerstäubt und anschließend zu dem Bauteil befördert. Der elektrische
Lichtbogen brennt dabei zwischen den beiden Drähten, die als Anode und Kathode ausgebildet
sind. Als Drähte kommen deshalb nur elektrisch leitende Materialien in Frage. Die
beiden Drähte können dabei aus dem gleichen oder aus verschiedenen Materialien sein.
Anstelle von Drähten können auch zwei metallische Röhrchen verwendet werden. Der Lichtbogen
wird normalerweise zwischen den beiden Drahtenden, die in der Spritzpistole aufeinander
zugeführt werden, durch das Anlegen einer Spannung mit einer Kontaktzündung erzeugt.
Auch Fülldrähte können verarbeitet werden, wodurch es möglich ist, zusätzlich hartstoffhaltige
Schichten für den Verschleißschutz aufzubringen, welche beispielsweise Oxide, Nitride,
Karbide oder Boride, enthalten. Für eine Aluminium-Zink-Beschichtung können dabei
beispielsweise bis zu 20kg pro Stunde verarbeitet werden. Lichtbogenspritzen besitzt
für das Aufbringen von metallischer Antikorrosionsbeschichtung ideale Voraussetzungen.
Einfaches Handling, Einsatz günstiger Werkstoffe (durch die Verwendung von Draht),
große Auftragsrate bei hohem Wirkungsgrad, sowie Erfassen großer Flächen in kurzer
Zeit.
[0022] Bevorzugt beträgt eine Dicke der spritzmetallisierten Beschichtung zwischen 50µm
und 150µm, insbesondere zwischen 75µm und 120µm, weiter insbesondere 100µm.
[0023] Vorzugsweise beträgt die Haftfestigkeit der spritzmetallisierten Aluminium-Zink-Beschichtung
im Mittel zwischen 7,0 und 8,0 MPa und die Haftfestigkeit der weiteren (Farb-)schichten
auf der spritzmetallisierten Schicht selbst oder der Antikorrosionsbeschichtung auf
dem beschichteten Material ebenfalls im Mittel zwischen 7,0 und 8,0 MPa.
[0024] Vorzugsweise wird die Antikorrosionsbeschichtung auf Bauteile aufgebracht wird, die
einer Seewasseratmosphäre (C5-M) oder einer maritimen Atmosphäre (Im2) ausgesetzt
sind, z.B. auf Bohrinseln oder auf Küstenanlagen, und/oder auf Bauteile, die anderen
korrosiven chemischen Atmosphären (C5-I) ausgesetzt sind, z.B. in chemische Anlagen.
Die Antikorrosionsbeschichtung ist auch für Bauteile geeignet, die extremem Klima,
insbesondere tropischem Klima, ausgesetzt sind, z.B. Metallisierungen von Propanflaschen
für tropisches Klima.
[0025] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Antikorrosionsbeschichtung
auf Bauteile einer Windenergieanlage, insbesondere einer Offshore-Windenergieanlage,
aufgebracht. Die Antikorrosionsbeschichtung bietet sich besonders an, um auf Windtürme
von Windenergieanlagen bzw. Offshore-Windenergieanlagen aufgebracht zu werden. Die
Antikorrosionsbeschichtung kann besonders einfach an mechanisch stark beanspruchten
Bauteilen, wie Flansche, Zargen und Aufsatzflächen, erfindungsgemäß aufgebracht werden.
Durch die Haftfestigkeit und die Langlebigkeit der erfindungsgemäß aufgebrachten Antikorrosionsbeschichtung
können Wartungsintervalle möglichst lang gehalten werden.
[0026] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Verwendung eines eine reduzierende Gaskomponente
enthaltenden Gasgemischs zum Aufbringen einer Antikorrosionsbeschichtung auf Bauteile,
sowie eine Verwendung einer Aluminium-Zink-Beschichtung als eine Antikorrosionsbeschichtung
für Bauteile. Ausgestaltungen dieser erfindungsgemäßen Verwendungen ergeben sich aus
der obigen Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens in analoger Art und Weise.
[0027] Die Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnung weiter erläutert. In dieser
zeigen
- Figur 1
- ein Bauteil ohne Antikorrosionsbeschichtung,
- Figur 2
- ein Bauteil mit einer Aluminium-Zink-Beschichtung, die mit Luft als Trägergas aufgebracht
wurde,
- Figur 3
- ein Bauteil mit einer mittels einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens
aufgebrachten Aluminium-Zink-Beschichtung mit einem eine Aktivgaskomponente enthaltenden
Gasgemisch als Trägergas und
- Figur 4
- einen vergrößerten Ausschnitt des Bauteils aus Figur 3, zur Verdeutlichung der Wirkung
der mittels einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens aufgebrachten
Aluminium-Zink-Beschichtung.
[0028] Die Figuren 1 bis 4 zeigen die Ergebnisse der Laborprüfungen und Testreihen, welcher
der Erfindung zu Grunde liegen.
[0029] Im Rahmen von Laborprüfungen wurde die Korrosionsschutzwirkung verschiedener, für
die Anwendung an Offshore-Windenergieanlagen geeigneter Duplexsysteme untersucht.
Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Gestaltung der Metallisierungen.
[0030] Ein Sealer dient bei den porenreicheren lichtbogengespritzten Antikorrosionsbeschichtungen
dazu, die Antikorrosionsbeschichtung abzudichten, um das Eindringen von Feuchtigkeit
zu verhindern.
[0031] Die unterschiedlichen Antikorrosionsbeschichtungen wurden für die Laborprüfungen
nach ISO 20340 mit einer künstlichen Verletzung (Ritz) mit einer Ausdehnung von 30mm
Länge und 2mm Breite (waagerecht) präpariert, um eine Schädigung am Korrosionsschutzsystem
zu simulieren und einer 25-wöchigen zyklischen Alterungsprüfung unterzogen. Beurteilungskriterien
für die Qualität der unterschiedlichen Antikorrosionsbeschichtungen waren der Grad
der Korrosion vom Ritz, sowie Blasengrad, Rostgrad, Rissgrad, Abblätterungsgrad und
Grad der Unterwanderung vom Ritz.
[0032] Im Vergleich zu Antikorrosionsbeschichtungen, die nicht durch thermisches Spritzen,
insbesondere mit einer reduzierenden Gaskomponente, aufgetragen wurden, kann ein wesentlich
besseres Antikorrosionsverhalten aufgezeigt werden. Hinsichtlich Korrosion und Einfluss
auf die Verbindung mit einer Farbschicht konnten des Weiteren erhebliche Unterschiede
der unterschiedlichen Antikorrosionsbeschichtungen festgestellt werden.
[0033] Die lichtbogengespritzte Aluminium-Zink-Beschichtung mit einer Schichtdicke von 75µm
zeigte bei den Tests die besten Resultate. Rotrost bildete sich hier lediglich nahe
an dem Ritz. Eine lichtbogengespritzte Aluminium-Zink-Beschichtung mit einer Schichtdicke
von 50µm hingegen beginnt nach ca. 16 Wochen mit der Ausbildung von Rotrost.
[0034] In Figur 1 ist ein Bauteil ohne Antikorrosionsbeschichtung dargestellt, welches den
oben beschriebenen Laborprüfungen ebenfalls unterzogen wurde. Wie in Figur 1 zu erkennen
ist, ist das Bauteil ohne Antikorrosionsbeschichtung nach 25 Wochen mit starkem und
tief in den Grundwerkstoff eindringendem, vom Ritz ausgehenden Rotrost befallen.
[0035] In Figur 2 ist eine 75µm dicke Aluminium-Zink-Beschichtung dargestellt, die mit Luft
als Trägergas durch Lichtbogenspritzen aufgetragen wurde und ebenfalls den oben beschriebenen
Laborprüfungen unterzogen wurde. Die schützende Aluminium-Zink-Beschichtung zeigt
(ebenfalls nach 25 Wochen) eine Verbesserung gegenüber dem Bauteil ohne Antikorrosionsbeschichtung
aus Figur 1. Die Aluminium-Zink-Beschichtung schützt zwar die flächigen Bereiche des
Bauteils, vom Ritz ausgehend ist aber dennoch starke Rotrostbildung zu erkennen, die
sich in die Fläche fortsetzt.
[0036] Figur 3 zeigt die unter Verwendung eines Wasserstoff-Stickstoff-Gasgemischs lichtbogengespritzte
Aluminium-Zink-Beschichtung mit 75µm Schichtdicke im Sinne der Erfindung, die den
oben beschriebenen Laborprüfungen unterzogen wurde. Dabei ist deutlich zu erkennen,
dass der Ritz nach 25 Wochen komplett geschützt ist und nur leichte Oxidbildung an
einigen Stellen vorhanden ist. In Figur 4 ist ein Schliff durch den Ritz aus Figur
3 gezeigt. Die fast weiße Oxidschicht an der Oberfläche wäscht sich in die Fehlstelle
und schützt diese dadurch. Ebenfalls zu erkennen ist die Aluminiumoxidschicht, die
die darunterliegende Aluminium-Zink-Beschichtung schützt.
[0037] Nach der 25-wöchigen Alterungsprüfung wurden die unterschiedlichen Antikorrosionsbeschichtungen
Abreißversuchen zur Beurteilung der Haftfestigkeit unterzogen. Ohne Antikorrosionsbeschichtungen
liegt die Haftfestigkeit bei Werten von im Mittel 3,4MPa. Die durch Luft als Trägergas
aufgebrachte Aluminium-Zink-Beschichtung weist eine Haftfestigkeit von 4,8MPa auf.
Die besten Werte erreicht die mittels des Wasserstoff-Stickstoff-Gasgemisches aufgebrachte
Aluminium-Zink-Beschichtung. Die Haftfestigkeit besagter Aluminium-Zink-Beschichtung
liegt im Mittel bei 7,6MPa. Die Ursache dieser höheren Werte liegt in der besseren
Verankerung der organischen Beschichtung.
1. Verfahren zum Aufbringen einer Antikorrosionsbeschichtung auf Bauteile, wobei eine
Aluminium-Zink-Beschichtung zumindest als Bestandteil einer Antikorrosionsbeschichtung
verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminium-Zink-Beschichtung durch thermisches Spritzen aufgebracht wird, wobei
zum thermischen Spritzen ein inertes Trägergas mit einer reduzierenden Gaskomponente
verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei auf oder unter der Aluminium-Zink-Schicht eine weitere
Beschichtung, insbesondere eine oder mehrere Farbschichten, aufgebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei als reduzierende Gaskomponente Wasserstoff
verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei als Trägergas Stickstoff verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei ein Wasserstoff-Stickstoff-Gemisch
als Spritzgasgemisch verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei zum thermischen Spritzen ein
Lichtbogenspritzen eingesetzt wird.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die spritzmetallisierte Schicht
alleine oder als Bestandteil einer Antikorrosionsbeschichtung auf mechanisch besonders
beanspruchte Stellen zur Verminderung des Verschleißes und der Korrosion aufgebracht
wird.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei ein Anteil der reduzierenden
Gaskomponente an dem Gasgemisch zwischen 0,1% und 10%, insbesondere zwischen 2% und
4% beträgt.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei eine Dicke der spritzmetallisierten
Beschichtung zwischen 50µm und 150µm, insbesondere zwischen 75µm und 120µm, weiter
insbesondere 100µm beträgt.
10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Haftfestigkeit der spritzmetallisierten
Aluminium-Zink-Schicht im Mittel zwischen 7,0 und 8,0MPa beträgt und, soweit auf Anspruch
2 zurückbezogen, die Haftfestigkeit der weiteren Schichten auf der spritzmetallisierten
Schicht selbst oder der Antikorrosionsbeschichtung auf dem beschichteten Material
im Mittel zwischen 7,0 und 8,0MPa beträgt.
11. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Antikorrosionsbeschichtung
auf Bauteile aufgebracht wird, die einer korrosiven Atmosphäre, insbesondere eine
Seewasseratmosphäre oder einer maritimen oder chemischen Atmosphäre, ausgesetzt sind.
12. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Antikorrosionsbeschichtung
auf Bauteile einer Windenergieanlage, insbesondere eine Offshore-Windenergieanlage,
aufgebracht wird.
13. Verwendung eines eine reduzierende Gaskomponente enthaltenden Gasgemischs zum Aufbringen
einer Antikorrosionsbeschichtung auf Bauteile, wobei die Antikorrosionsbeschichtung
als eine Aluminium-Zink-Beschichtung ausgebildet ist, und die Antikorrosionsbeschichtung
durch thermisches Spritzen mit Hilfe eines die reduzierende Gaskomponente enthaltenden
inerten Trägergases aufgebracht wird.
14. Verwendung einer Aluminium-Zink-Beschichtung als eine Antikorrosionsbeschichtung für
Bauteile, dadurch gekennzeichnet, dass die Antikorrosionsbeschichtung durch thermisches Spritzen aufgebracht wird, wobei
zum thermischen Spritzen ein inertes Trägergas mit einer reduzierenden Gaskomponente
verwendet wird.