[0001] Die Erfindung betrifft ein elektrisch leitfähiges Flächengebilde nach dem Oberbegriff
vom Anspruch 1. Insbesondere als beheizbare Oberflächen wie Sitzheizungen gehören
elektrisch leitfähige Flächengebilde heutzutage bei vielen Kraftfahrzeugen zur serienmäßigen
Ausstattung.
[0002] Dabei werden neben elektrischen Heizsystemen, die sich nicht in einem festen Verbund
mit dem darüberliegenden Dekor- und Sitzfläche aus z. B. textilem Material, Leder
oder Kunstleder befinden, auch direkt beheizbare Dekormaterialen eingesetzt, die eine
integrierte elektrische Heizfunktion besitzen.
[0003] Neben der Anwendung als Heizung können solche Elemente natürlich auch als Sensoren,
Schalter, Antennen etc. eingesetzt werden.
[0004] In allen Fällen ist es aber notwendig, eine elektrische Kontaktierung zu einer Spannungsquelle
herzustellen. Insbesondere wenn hohe Ströme wie im Falle einer Heizfunktion transportiert
werden müssen, kommt der Fehlerfreiheit der Kontaktierung zwischen Zuleitungselektroden
und dem elektrisch heizbaren Flächenmaterial eine entscheidende Bedeutung zu, und
zwar über die gesamte Nutzungsdauer der Heizung.
[0005] Zur Realisierung der Kontaktierung von Heizelementen sind eine Vielzahl von Möglichkeiten
vorgeschlagen und realisiert worden.
[0006] Bekannt sind zum Beispiel Kontaktierungen, die ein Annähen der Kontaktelektroden
an die Heizelemente beinhalten. Dies wird z.B. in
WO 02/052899 A1 beschrieben. Hier wir eine Flächenheizung mit einer Heizschicht aus einem flexiblen,
leitfähigen Kunststoff offenbart, die auf einen ebenfalls flexiblen Träger aus z.B.
Gewebe, Vlies oder Faservlies aufgebracht ist. Dabei sind die Kontaktenden von Stromzuleitungsdrähten
mit der Heizschicht vernäht oder verklebt, können aus Silber oder Kupferdrähten bestehen
und vollständig mit dem elektrisch leitfähigen Kunststoff umgeben sein.
[0007] Vorgeschlagen wird hier auch, die elektrischen Anschlusselektroden schon in die textile
Trägerfläche für die Heizschicht einzubringen. Dies hat den Nachteil, dass die Position
der Kontaktelektroden nicht mehr variiert werden kann. Auch haben alle Kontaktierungsmethoden,
die ein Vernähen der Anschlusselektroden beinhalten, den Nachteil, dass sie für Dekormaterialien,
wie sie im Kfz-Innenraum oder andere Sitzmöbel Verwendung finden, nur dann geeignet
sind, wenn die auf der Oberfläche sichtbare Naht als gewolltes Dekor- oder Designelement
verwendet werden kann. Dieses ist jedoch nur in den seltensten Fällen erwünscht.
[0008] Diese Art der Kontaktierung hat auch den Nachteil, dass die Innigkeit des Kontaktes
den Übergangswiderstand bestimmt. Wird die Naht nicht fest genug ausgeführt oder lösen
sich die Nähte infolge von Beschädigungen oder Fadenermüdung, ist eine ausreichende
Leitfähigkeit im Kontaktbereich nicht mehr gegeben und die Heizwirkung des Flächengebildes
wird geschwächt oder geht verloren.
[0009] Insbesondere unter dynamischen und klimatischen Belastungen über eine längere Zeit,
wie es beispielweise im Sitzbereich eines Automobils der Fall ist, kann die Dauerfunktionsfähigkeit
einer Sitzheizung nicht gewährleistet werden.
[0010] Das Aufnähen hat zudem den Nachteil, dass lokal unter der Naht ein hoher Druck mit
einem niedrigen Übergangswiderstand entsteht, wohingegen zwischen den Nähten bzw.
Nahtstellen ein niedrigerer Druck mit einem deutlich höheren Übergangswiderstand besteht,
da hier die Elektrode weniger stark gegen die leitfähige Beschichtung gepresst wird.
Dadurch entsteht entlang der Elektrode eine Ungleichmäßigkeit der elektrischen Übergangswiderstände,
so dass dieses auch Auswirkungen auf die Homogenität der Heizleistung des textilen
Flächengebildes hat.
[0011] In der
DE 10 2007 042 644 A1 wird die Kontaktierung von flächig als Band ausgeführten Elektroden an ein elektrisch
leitfähiges, flexibles Flächengebilde mittels einer oder mehrerer Nähte beschrieben.
Auch hier treten die oben genannten Nachteile auf.
[0012] Die
GB 1,069,592 offenbart ein elektrisches Heizelement, wobei ein mit einem elektrisch leitenden
Material beschichtetes flexibles textiles Material beschrieben wird. Das elektrisch
leitende Beschichtungsmaterial kann ein Polymermaterial mit Rußpartikeln sein. Die
Elektroden werden so angenäht, dass ein sicherer Kontakt mit der leitfähigen Beschichtung
besteht. Hier ist aber ebenso mit den oben beschriebenen Nachteilen zu rechnen.
[0013] Ebenfalls bekannt ist das Verkleben von Kontaktelektroden. Das Verkleben von Kontaktelektroden
mit leitfähigen Kunststoffen ermöglicht zwar eine beliebige Positionierung der Kontaktelektroden,
jedoch sind die in der Anmeldung vorgeschlagenen Kleber beispielsweise mit einem hohen
Anteil an Graphit wenig flexibel und kaum dynamisch belastbar. Auch andere handelsübliche
elektrische Kontaktkleber sind in der Regel auf Basis von hochvernetzenden Polymeren
wie beispielsweise Epoxidharzen aufgebaut, die zwar eine innige elektrische Verbindung
erlauben, aber wegen der chemischen Vernetzung keinen dynamischen Belastungen widerstehen.
[0014] Weiterhin lässt sich eine elektrische Kontaktierung auch durch Crimpen, Nieten oder
Klemmen (wie z.B. in der
PCT/EP/2010/058213 beschrieben) realisieren. Bei diesen Methoden ist die Kontaktierungsstelle beispielsweise
bei Kunstledern jedoch auf der gegenüberliegenden Dekorfläche sichtbar.
[0015] Die
DE 4233118 schlägt zur Vermeidung hoher Übergangswiderstände zwischen einem elektrisch leitfähigen
Gewebe und den Kontaktdrähten eine innige Verbindung zu den Kontaktdrähten durch Einweben
in das Gewebe vor, so dass eine Vielzahl einzelner Kontaktstellen resultiert. Der
Übergang des über die eingewebten Kontaktdrähte eingespeisten Stromes in die elektrisch
leitfähige Fläche ist durch die Vielzahl an Kontaktstellen jedoch nicht homogen. Zudem
ist durch das Einweben der Kontaktdrähte die Position der Anschlusselektroden festgelegt.
[0016] Prinzipiell auf der Oberfläche nicht sichtbar sind auch Kontaktierungen die ein Anlöten
der Anschlusselektroden auf dem elektrisch leitfähigen Flächengebilde beinhalten.
So schlägt die
DE 202005010011 U1 vor, elektrisch leitfähige, beschichtete Flächengebilde im Anschlussbereich gezielt
durch eine metallische Schicht zu verstärken, um dort eine stabile Lötverbindung herstellen
zu können.
[0017] Solche Lötverbindungen haben, wie auch das Verkleben der Anschlusselektroden mit
einem handelsüblichen Kontaktierungskleber, der in der Regel durch Vernetzung ausgehärtet
wird, den Nachteil, dass die entstandene Verbindung bei guter Ausführung der Kontaktierung
zwar innig ist, aber wegen der Starrheit kaum dauerhaft flexiblen Belastungen widerstehen
kann.
[0018] Die zuvor beschriebenen leitfähigen Kontaktierungskleber enthalten in der Regel als
elektrisch leitfähigen Füllstoff Metallpartikel z. B. auf Basis von Silber, Kupfer
oder Nickel wie beispielsweise Master Bond EP76M, Delo-Dualbond IC 343 von Delo Industrie
Klebstoffe, Loctite 3880 von Henkel. Solche Kleber werden in der Regel durch Vernetzung
ausgehärtet.
[0019] Auch verklebte bandförmige Elektroden sind bekannt, die aber per se nicht das Problem
einer dauerhaft flexiblen Kontakterung lösen, da die bekannten Kleber, mit denen die
Bandelektroden auf der leitfähigen Fläche fixiert werden, wie oben beschrieben nicht
dauerhaft flexibel sind.
[0020] Solche Bandelektroden werden beispielsweise in der
EP 0 057 284 A2 offenbart. Beschrieben werden elektrische Leitkontakte aus metallisierten textilen
Flächengebilden in Bandform, die mit Flächenheizungen durch Anheften, Ankleben oder
Annähen verbunden werden können.
[0021] US 2008/0010815 A1 offenbart ein elektrisch leitfähiges Flächengebilde laut dem Oberbegriff des Hauptanspruch
1.
[0022] EP 2 457 944 A1 offenbart eine Polymermischung, die dreidimensional verzweigte,leitfähige, dendritisch
ausgebildet Partikel aufweist.
[0023] Für die Erfindung bestand daher die Aufgabe, ein flexibles und dehnfähiges elektrisch
leitfähiges flexibles Flächengebilde, welches als Oberflächen- bzw. Dekorflächenmaterial
eingesetzt wird, mit elektrischen Zuleitungen ohne hohe Übergangswiderstände zu kontaktieren
und ohne dass die sichtbare Oberfläche des Flächengebildes durch die Kontaktierung
visuell beeinträchtigt wird. Zudem bestand die Aufgabe, die Kontaktierung gegenüber
Belastungen, wie sie im Automobilinnenraum auftreten können, unempfindlich zu gestalten,
also zum Beispiel unempfindlich gegenüber Hydrolyse-Anfälligkeit, unempfindlich gegen
Wärmebelastungen bis 120°C, und unempfindlich gegen dynamische Belastungen wie sie
beispielsweise auf einer Sitzfläche auftreten. Weiterhin bestand die Aufgabe, eine
Kontaktierung bereitzustellen, bei der auch bei hohen Strömen und über einen längeren
Zeitraum keine Ungleichmäßigkeiten im Übergangswiderstand zur elektrisch leitfähigen
Fläche auftreten, insbesondere auch nicht nach längerer Wärme- und/oder Feuchtigkeitseinwirkung
oder längeren dynamischen Belastungen. Solche Ungleichmäßigkeiten äußern sich insbesondere
beim Fließen hoher Ströme durch lokale Erhitzungen ("hot spots"), die zum Durchbrennen
oder Unterbrechung der elektrischen Leitung führen können.
[0024] Zudem soll bei der Kontaktierung die Verwendung von Lösungsmitteln und die Applikation
hoher Temperaturen, die das Trägersubstrat der elektrisch leitfähigen Beschichtung
schädigen könnte, vermieden werden.
[0025] Weiterhin bestand die Aufgabe darin, eine Kontaktierungsmethode umzusetzen, die eine
beliebige Positionierung der Kontaktelektroden auf der elektrisch leitfähigen Fläche
zulässt.
[0026] Gelöst wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Hauptanspruchs. Weitere vorteilhafte
Ausbildungen sind in den Unteransprüchen offenbart.
[0027] Dabei erfolgt die leitfähige Verbindung zwischen der Elektrode und der Schicht aus
leitfähigen Kunststoffmaterial durch eine elektrisch leitfähige, aushärtbare polymere
Paste, welche dreidimensional verzweigte leitfähige Partikel aufweist, vorzugsweise
dendritisch ausgebildet Partikel, wobei die Elektrode leitfähige Filamente, also vorzugsweise
Drähte, Fasern, Adern oder Litzen aufweist, wobei die Filamente relativ zueinander
so angeordnet und beabstandet sind und die Viskosität der Paste so ausgebildet ist,
dass die Paste unter Einbettung und/oder Einschluss der Filamente die Elektrode umgibt
oder durchdringt und mit der Schicht aus leitfähigem Kunststoffmaterial aushärtend
verbindet oder verklebt.
[0028] Dendritisch bedeutet hier "in Form von Dendriten vorliegend", wobei der Begriff "Dendrit"
wiederum abgeleitet ist vom griechischen Wort "dendron" für Baum. Dendriten sind daher
bäumchenförmige bis moosförmige Gebilde (siehe hierzu auch Römpp-ChemieLexikon Online,
Version 3.9, 201 0).
[0029] Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass der Einsatz dieser an sich bekannten elektrisch
leitfähigen, aushärtbare polymeren Paste als eine die Elektrode durchdringendes und
letztere in Form einer Polymermatrix in die Gesamtstruktur einbindendes Medium eine
gleichmäßige, hoch belastbare, auch für Sitzheizungen anwendbare dauerhaft flexible
und widerstandsfähige Kontaktierung mit einer entsprechenden Schicht aus elektrisch
leitfähigen Kunststoffmaterial ermöglicht, wie sie bisher im Stand der Technik nicht
bekannt war.
[0030] Eine vorteilhafte Weiterbildung besteht darin, dass die Schicht aus elektrisch leitfähigem
Kunststoffmaterial leitfähige Filamente ausweist, vorzugsweise leitfähige Textilien
mit Metallfäden oder mit Metall beschichtete Fäden oder Carbonfasern.
[0031] Eine erfindungsgemässe Ausbildung besteht darin, dass die Schicht aus elektrisch
leitfähigem Kunststoffmaterial Halbleiter- oder Metallpartikel oder mit Halbleitern
oder Metall belegte Füllstoffe aufweist, wie etwa wie Mikroglaskugeln, Mikrohohlglaskugeln,
Glasfasern, Kupferpulver, Kupferdendrite, Kupferplättchen etc. oder Gemische daraus.
Diese Zusätze steigern die Leitfähigkeit, ohne bei der Applikation die erforderlich
Eindringfähigkeit in die Elektrode und Durchdringung der Elektrode zu behindern.
[0032] Eine weitere vorteilhafte Ausbildung besteht darin, dass die elektrisch leitfähige
Paste nicht vernetzt oder nur in einem geringen Anteil von weniger als Gew. 2% mit
einem Vernetzer versetzt ist. Damit erleichtert sich das Aufbringen auf oder Imprägnieren
der Elektrode vor der Aushärtung und die Elektrodenkonstruktion oder -struktur wird
vollständig in die entstehende Matrix eingebunden.
[0033] Eine weitere vorteilhafte Ausbildung besteht darin, dass die flächige Elektrode mit
einem wärmereaktivierbaren thermoplastischen Polymerklebstoff versehen ist. Damit
erreicht man den Vorteil, dass die flächige Elektrode auf der elektrisch leitfähigen
Unterlage vorfixiert und damit die leitfähige Paste sicherer aufgetragen werden kann.
[0034] Die flexible und dehnfähige elektrisch leitfähige Schicht auf der Folie, dem Textil
oder dem Kunstleder, an welches die Elektroden mit der erfindungsgemäßen Verbindung
angeschlossen werden, beinhaltet dabei beispielsweise leitfähige Textilien mit Metallfäden
oder Drähten, mit Metall beschichtete Fäden, mit Metallfäden ummantelte Fäden, Metallfilamente,
Carbonfasern, Carbonfilamente oder auch partiell oder vollflächig bedruckte, beschichtete
Textilien oder Folien. Solche Folien sind in der Regel beschichtet mit leitfähigen
Polymeren, die entweder intrinsich leitfähig sind wie PEDOT-PSS oder die elektrisch
leitfähige Partikel wie Ruß, CNTs, Graphen, Kohlefasern, Halbleiter- oder Metallpartikel.
Solche Folien können auch mit Halbleitern oder Metall versetzten Füllstoffe aufweisen,
wie Mikroglaskugeln, Mikrohohlglaskugeln, Glasfasern, Kupferpulver, Kupferdendrite,
Kupferplättchen etc. oder mit Gemische daraus belegt sein. Auch können solche Folien
als metallische, metallisierte oder mit Metallfolie oder anderem leitfähigen Material
laminierte Folien ausgebildet sein.
[0035] Durch die Verwendung von bandförmigen Anschlusselektroden, wobei die in den Elektroden
enthaltenden leitfähigen Litzen, Drähte oder Fasern in Anzahl und Leitungsquerschnitt
entsprechend der DIN VDE 0100, Teil 520 so ausgelegt sind, dass die in der späteren
Anwendung fließenden Ströme problemlos ohne Aufheizen aufgenommen werden können, lässt
sich eine sichere Stromzufuhr erreichen.
[0036] Durch die Art der Erfindung können die Anschlusselektroden beinahe beliebig auf der
elektrisch leitfähigen Fläche positioniert werden. Bevorzugt aber nicht unbedingt
notwendig ist dabei eine parallele Anordnung der Elektroden. Die innige Verbindung
der bandförmigen bevorzugt dehnbaren Elektrode mit der elektrisch leitfähigen Fläche
geschieht erst durch Imprägnierung der textilen Elektrode mit einer elektrisch leitfähigen
polymeren Paste und dem anschließenden Trocknen.
[0037] Es kann, wie gesagt, vorteilhaft sein, dass die Anschlusselektroden einen wärmeaktivierbaren
thermoplastischen Polymerklebstoff enthalten, so dass diese auf der elektrisch leitfähigen
Unterlage vorfixiert werden können.
[0038] All diese Vorteile lassen sich verstärken, wenn eine elektrisch leitfähige, aushärtbare
polymeren Paste zur Imprägnierung einer Elektrode und zu deren Verbindung mit einem
elektrisch leitfähigen Kunststoffmaterial verwendet wird, welche wie folgt hergestellt
ist:
- 345 g einer wässrigen aliphatischen Polyester-Polyurethandispersion mit 50 % Festkörpergehalt
werden unter Rühren mit einem Dissolver bei 800 Umdrehungen/Minute homogen gemischt
mit
- i. 6 g eines assoziativ wirksamen Verdickers,
- ii. 258,75 g von feinteiligen Füllstoffpartikel mit dendritischer Form auf Basis von
oberflächlich mit Silber beschichtetem Kupfer, und
- iii. 86,25 g von feinteiligen Partikeln mit sphärischer oder länglicher Gestalt
- iv. 5 g eines Isocyanatvernetzers auf Basis von trimeren Hexamethylendiisocyanat mit
21,8 % Gehalt an freien Isocyanatgruppen Optional zur Einstellung der Viskosität werden
im genannten Beispiel 215 g destilliertes Wasser zusätzlich zugegeben,
- wobei folgende Rohstoffe verwendet werden:
- i. als dendritische Leitfahigkeitspartikel: silberbeschichtete Kupferpartikel mit
dendritischer Gestalt mit einem durchschnittlichen Partikeldurchmesser von 35 um und
einem Silbergehalt von 18 %,
als feinteilige sphärische Partikel: silberbeschichtete Glashohlkugeln mit einem durchschnittlichen
Partikeldurchmesser von 44 µm und einem , Silbergehalt von 33 %.
Referenzrezeptur 1:
[0039] 1000 g Impranil DLU (Bayer Material Science, 60 % Festkörpergehalt) werden mit Leitfähigkeitsruß
150 g Ensaco 250 G (Timcal) mit einem Flügelrührer zu einer homogenen Paste verarbeitet
Referenzrezeptur 2:
[0040] Delo-Dualbond IC 343 von Delo Industrie Klebstoffe (silbergefüllter wärmehärtender
Klebstoff)
Referenzrezeptur 3:
[0041] Loctite 3880 von Henkel (silbergefüllter wärmehärtender Epoxy-Klebstoff)
Polymerpaste Beispielrezeptur 1:
[0042] Die Herstellung der Beschichtungsmasse kann wie folgt beschrieben werden:
345 g einer wässrigen aliphatischen Polyester-Polyurethandispersion (mit 50 % Festkörpergehalt)
werden mit 6 g eines assoziativ wirksamen Verdickers, 258,75 g von feinteiligen Füllstoffpartikel
mit dendritischer Form auf Basis von oberflächlich mit Silber beschichtetem Kupfer
und 86,25 g von feinteiligen Partikeln mit sphärischer oder länglicher Gestalt und
5 g eines Isocyanatvernetzers auf Basis von trimeren Hexamethylendiisocyanat mit 21,8
% Gehalt an freien Isocyanatgruppen werden unter Rühren mit einem Dissolver bei 800
Umdrehungen/Minute homogen vermischt. Optional zur Einstellung der Viskosität werden
im genannten Beispiel 215 g destilliertes Wasser zusätzlich zugegeben.
[0043] Dabei werden folgende Rohstoffe verwendet:
- Dendritische Leitfahigkeitspartikel: silberbeschichtete Kupferpartikel mit dendritischer
Gestalt (durchschnittlicher Partikeldurchmesser = 35 um, Silbergehalt 18 %) = Conduct-O-Fil,
SC500P18, Fa. Potters Industries Inc.
- silberbeschichtete Glashohlkugeln (durchschnittlicher Partikeldurchmesser = 44 um,
Silbergehalt 33 %) = Conduct-O-Fil, SH230S33, Fa. Potters Industries Inc.
[0044] Die folgende Tabelle 1 zeigt die Vorteile der Polymerpaste anhand des Vergleichs
der bekannten Referenzrezepturen 1 bis 3 zur elektrischen Kontaktierung im Vergleich
zu einer Beispielrezeptur. Zur Kontaktierung wurde in allen Fällen das Kontaktband
Art. 3750 der Fa. A.Mohr verwendet.
[0045] Dazu wurde ein Kunstleder auf Polyurethanbasis mit einem Polyester-Gewebeträger verwendet,
welches auf der Textilseite partiell in einer gitterförmigen Anordnung mit einer elektrisch
leitfähigen Beschichtung versehen ist, die bei Anlegen einer elektrischen Spannung
als Widerstandsheizung verwendet werden kann. Verwendet wurden DIN A 5-Muster dieses
Materials, welche jeweils an beiden Längsseiten mit den Kontaktbändern versehen sind.
[0046] Dazu wurden die Kontaktbänder, die mit einem Schmelzkleber versehen sind, mit einem
Bügeleisen vorfixiert und nachfolgend mit den Leitfähigkeitspasten über die ganze
Elektrodenlänge mittels einer Pipette imprägniert, so dass idealerweise eine innige
elektrisch leitfähige Verbindung zwischen Elektrodenbändern und der Widerstandsheizung
entsteht.
[0047] Die Leitfähigkeitspaste (Klebstoff) wurde danach thermisch in einem Ofen bei 80 °C
ausgehärtet.
[0048] Zur Prüfung der Muster unter Strombelastung wurde eine Gleichspannung von 6 Volt
angelegt.
Tabelle 1: Anwendungseigenschaften von leitfähigen Klebstoffen
| |
|
ungelagert |
Nach Hydrolyselagerung (7 Tage bei 70°C und 95-100 % Luftfeuchte) |
Nach 200 h Wärmelagerung (bei 120°) |
| |
Viskosität [mPas] |
Klebstoffaushärtetemperatur [°C] |
Aufheizen der Kontaktbänder bei 6 V |
Temperatur der Widerstandsheizung nach 10 min 6 Volt |
Aufheizen der Kontaktbänder bei 6 V |
Aufheizen der der Kontaktbänder bei 6 V |
| Referenzrezeptur 1 |
> 200000 |
80 (4 min) |
deutliche Erwärmung |
46°C |
deutliche Erwärmung |
deutliche Erwärmung und Hotspots |
| Referenzrezeptur 2 |
30000 |
80 (30 min) |
keine Erwärmung |
46°C |
keine Erwärmung |
keine Erwärmung |
| 100 (10 min) |
| Referenzrezeptur 3 |
50000-150000 |
125 (10 min) |
keine Erwärmung |
47°C |
keine Erwärmung |
keine Erwärmung |
| 175 (3 min) |
| Beispielrezeptur |
1000 - 10000 |
80 (4 min) |
keine Erwärmung |
48°C |
keine Erwärmung |
keine Erwärmung |
[0049] Dargestellt sind hier ausschließlich lösungsmittelfreie elektrisch leitfähige Klebstoffsysteme,
da die Verwendung von Lösungsmitteln bei solchen Anwendungen unter toxikologischen
und arbeitshygienischen Aspekten unerwünscht ist.
[0050] Die relativ hohen Verarbeitungsviskositäten der Referenz-Klebstoffsysteme von 30000
- > 200000 mPAs führen dazu, dass eine Imprägnierung der leitfähigen Textilbänder
nicht in idealer Weise möglich ist, da der Klebstoff nur schwer in die textile Struktur
eindringen kann und die leitfähigen Litzen oder Kabel nicht vollständig ummantelt
werden. Zudem wird beim Trocknungsprozess Luft eingeschlossen, was zu nicht leitfähigen
Bereichen im Kontaktbereich führt und die Gefahr von Hotspots erhöht, da die Stromübertragung
vom Kontaktband auf die elektrisch leitfähige Heizfläche nicht mehr in einer homogenen
Weise erfolgt.
[0051] Weiterhin ist erkennbar, dass eine Kombination von niedriger Klebstoffaushärtetemperatur
und kurzer Aushärtezeit des Klebstoffes nur durch die Referenzrezeptur 1 und die Beispielrezeptur
gewährleistet ist. So eine Kombination ist notwendig, um das Heizsubstrat, welches
insbesondere ein Kunstleder sein kann, zu schonen und gleichzeitig einen ökonomischen
Kontaktierungsprozess darzustellen.
[0052] Zur Vermeidung von Hotspots und zur Gewährleistung eines Stromtransports von den
Kontaktbändern auf die elektrisch leitfähige Fläche mit einem niedrigen Übergangswiderstands
muss die Imprägnierung sehr homogen und beständig gegen langdauernde Wärmebelastung
(hier Lagerung der Probe über 200 h bei 120°C) oder langdauernde Einwirkung von feuchter
Hitze (hier Lagerung der Probe bei 70°C und 95-100 % Luftfeuchte über 7 Tage) sein.
Dieses ist zwar im Falle der Referenzrezepturen 2 und 3 und bei der Beispielrezeptur
gewährleistet jedoch nicht im Falle der hochviskosen Referenzrezeptur 1.
[0053] Die Kombination von Lösungsmittelfreiheit, niedriger Viskosität, kurzer Aushärtungszeit
bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen, homogener und alterungsbeständiger Kontaktierung
kann nur durch die Verwendung der Beispielrezeptur dargestellt werden.
[0054] Die Tabelle 2 demonstriert einen weiteren Vorteil der Polymerpaste. Dazu wurde unter
Verwendung der 3 Referenz- und der Beispielrezeptur ein Leitfähigkeitsband (Kontaktband
Art. 3750 der Fa. A.Mohr) mittig in Längsrichtig auf die elektrisch leitfähige Fläche
eines Prüfkörper (50 x 100 mm) geklebt. Die Kontaktierung erfolgt wie in der zuvor
beschriebenen Weise. Danach wurden die Prüfkörper in einem De Mattia-Prüfgerät (DIN
53522) getestet und nach 10000 Flexen beurteilt.
Tabelle 2: Kontakt zwischen Elektrodenband und elektrisch leitfähiger Fläche (visuelle
Beurteilung) nach De Mattia-Prüfung (DIN 53522) 10000 Zyklen
| |
Elektrodenzustand an der Einspannung |
Elektrodenzustand an der Knickstelle |
| Referenzrezeptur 1 |
Bruch aller Litzen |
Litzen teilweise gebrochen |
| Referenzrezeptur 2 |
Bruch aller Litzen |
Litzen teilweise gebrochen |
| Referenzrezeptur 3 |
Bruch aller Litzen |
Litzen teilweise gebrochen |
| Erfindungsgemäße Beispielrezeptur |
Litzen unbeschädigt |
Litzen unbeschädigt |
[0055] Auffällig ist, dass nach der Prüfung insbesondere an den scharfen Knickstellen der
Probeneinspannung bei Proben mit den Referenzrezepturen alle leitfähigen Litzen komplett
gebrochen sind, wohingegen die Litzen an der Probe mit der Beispielrezeptur nach der
Prüfung unbeschädigt sind. Auch bei den weniger scharfen Knicken in der Probenmitte
ist dieser Unterschied sichtbar, wenn auch nicht in so einer ausgeprägten Weise.
[0056] Hierdurch wird insbesondere das vorteilhafte Verhalten unter dynamischen Belastungen
bei Anwendung auf flexiblen Untergründen wie einem Kunstleder demonstriert.
- Vorteilhafterweise wird ein Basispolymer auf wässriger Basis (Polyurethan- oder Acrylat-Dispersion)
oder eine lösungsmittelfreie Polyurethan High-Solid-Rezeptur eingesetzt. Es können
aber auch andere flüssige oder pastöse Systeme wie PVC-Plastisole oder in Lösungsmittel
gelöste Polymere eingesetzt werden. Auch der Einsatz von Thermoplasten im geschmolzenen
Zustand ist möglich.
- Vorteilhafterweise sind die leitfähigen dreidimensional verzweigten dendritischen
Leitfähigkeitspartikel mit Edelmetall (Silber) beschichtete Kupferdendrite. Verwendet
werden können auch mit Nickel beschichtete Kupferdendrite.
- Vorteilhafterweise werden als elektrische Anschlusselektroden dehnfähige textile Bandelektroden
mit integrierten metallischen Litzen (wie von der Fa. A.Mohr) verwendet. Es können
aber auch Anschlusseelektroden auf Basis von Kohlefasern, auf Basis von Kohlefasern
in Verbindung mit anderen metallischen Kabel und Litzen, auf Basis von metallischen
Litzen, Kabeln oder Bändern oder auf Basis anderer textiler Leiterbahnen, Gewebe,
Kordeln etc., die elektrisch leitfähige Fadenmaterialien, Kabel oder Litzen enthalten,
verwendet werden.
- Vorteilhafterweise wird die Viskosität der elektrisch leitfähigen Kontaktierungspaste
in einem Viskositätsbereich von 500 - 20000 mPas eingestellt, um insbesondere bei
textilen Leitfähigkeitsbändern eine optimale Imprägnierung und Ummantelung der leitfähigen
Adern zu erreichen. Insbesondere dann, wenn die Elektroden auf der leitfähigen Kontaktpaste
nur aufliegen und/oder nur teilweise einsinken sollen, können auch höhere Viskositäten
vorteilhaft sein.
[0057] Vorteile der Erfindung ergeben sich also noch einmal zusammengefasst insbesondere
in folgender Art und Weise:
- Durch die Verwendung der flexiblen leitfähigen Elektrodenbändern zusammen mit der
beschriebenen Leitfähigkeitspaste können flexible und auch dehnfähige elektrisch leitfähige
Flächengebilde elektrisch kontaktiert werden, ohne dass auch bei hohen Strömen, wie
sie beispielsweise bei Sitzheizungsanwendungen fließen, hohe Übergangswiderstände
zwischen Elektroden und elektrisch leitfähiger Fläche auftreten.
- Auf der der elektrisch leitfähigen Fläche gegenüberliegenden Seite der Folie/des Flächengebildes
sind die Positionen der Elektroden nicht sichtbar. So ist diese Methode insbesondere
auch für elektrisch leitfähige Flächengebilde geeignet, die eine sichtbare (Dekor-)Oberfläche
enthalten, deren Eindruck nicht durch die Sichtbarkeit der Elektrodenanschlüsse gestört
werden soll.
- Die beschriebene Art der Kontaktierung ist widerstandsfähig gegen dynamische Belastungen
und gegen Alterungs- und Klimaeinflüsse (Hydrolyseunempfindlichkeit)
- Der Übergangswiderstand zwischen den Anschlusselektroden und der elektrisch leitfähigen
Fläche bleibt auch beim Fließen hoher Ströme über lange Zeit insbesondere auch nach
Wärmebelastung und nach Hydrolyselagerung so niedrig, dass keine lokalen Erwärmungen
("hot spots") auftreten.
- Es können nicht nur die vorteilhaften textilen Elektrodenbänder zur Kontaktierung
verwendet werden, sondern auch alle anderen denkbaren elektrisch leitfähigen Kontaktelektroden
wie Kabel und Litzen auf Basis von Metallen (beispielsweise Kupfer, Silber, Edelstahl,
verzinntes, versilbertes oder vergoldetes Kupfer), auf Basis von elektrisch leitfähigen
Fäden (beispielsweise galvanisierte oder mit Metallfäden umgebene textile Fasern oder
Kohlefasern), auf Basis von Metallbändern oder metallisierten bandförmigen Folien
oder auf Basis von Elektroden, die elektrisch leitfähige Polymere enthalten.
- Die Kontaktierung kann bei Temperaturen < 100°C durchgeführt werden, ohne dass die
beschriebene Kleberzusammensetzung wie bei anderen Klebersystemen üblich bei deutlich
höheren Temperaturen ausgehärtet werden muss. Die Methode ist somit besonders schonend
für das zu kontaktierende Substrat und die Anschlusselektroden.
- Gesundheitsschädliche und umweltgefährdende Lösungsmittel können bei der Kontaktierung
vermieden werden, indem insbesondere als Basis für die leitfähige Paste eine wässrige
(Polyurethan)-Dispersion oder eine Polyurethan High-Solid-Rezeptur verwendet wird.
- Die Anschlusselektroden können gemäß der beschriebenen Methode beliebig auf der elektrisch
leitfähigen Fläche positioniert werden. Eine vorherige Festlegung beispielsweise durch
aufgedruckte Positionen mit leitfähigem Lack oder ein flächig mit leitfähigem Material
abgedeckter Untergrund auf der leitfähigen Fläche sind somit nicht notwendig.
- Bei Verwendung von wässrigen Dispersionen kann die Viskosität der elektrisch leitfähigen
Paste durch Zugabe von Wasser und/oder Verdickern in einem sehr großen Rahmen je nach
gewünschter Applikation variiert werden.
- Die Lösung kann sowohl für Anwendungen mit hohen Strömen wie Sitzheizungen als auch
mit niedrigen Strömen wie Sensoranwendungen verwendet werden.
- Die Lösung ist insbesondere auch für elektrisch leitfähige Flächengebilde geeignet,
die nicht vollständig flächig leitend sind, wie beispielsweise Flächengebilde, die
mit einem elektrisch leitfähigen Druck versehen sind, der die nicht leitende Fläche
nur partiell abdeckt oder für nichtleitende textile Flächengebilde, die elektrisch
leitfähige Gebilde enthalten.
[0058] Die beschriebene Lösung lässt sich im Übrigen zur Kontaktierung auf flexiblen sowie
auch auf starren elektrisch leitfähigen Untergründen anwenden.
[0059] So sind weitere folgende Anwendungen denkbar:
- Verwendung zur Kontaktierung bzw. Verklebung von elektronischen Bauteilen wie LEDs,
Transistoren, RFID-Chips, Kondensatoren, ICs, Mikroprozessoren etc.
- Verwendung zur Kontaktierung in Photovoltaikanwendungen
- Verwendung zur Kontaktierung für flexible und starre Displays und touch screens
- Verwendung zur Kontaktierung in starren oder flexiblen OLED-Anwendungen
- Verwendung zur Kontaktierung von Sensoren, Diagnosegeräten oder Messfühlern auf flexiblen
oder starren Untergründen
- Verwendung zur Kontaktierung jeglicher Art von Heiz- und Kühlanwendungen auf elektrischer
Basis wie elektrische Widerstandsheizungen oder Kühlelemente mit Peltierelementen
(im Bau-, Wohn- und Industriebereich, In Bekleidungsanwendungen, in Sitz- und Liegemöbeln,
in Sportgeräten etc.)
- Verwendung für Kontaktierungsanwendungen in starren und flexiblen Batterien
- Verwendung zur Kontaktierung in elektromagnetischen Anwendungen
- Verwendung zur flexiblen Kontaktierung von beweglichen elektrisch leitfähigen oder
elektronischen Komponenten.
[0060] Anhand eines Ausführungsbeispieles soll die Erfindung näher erläutert werden. Es
zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Verbindung schematisch
- Fig. 2
- einen Querschnitt des Aufbaus der in Fig. 1 gezeigten erfindungsgemäßen Verbindung
- Fig. 3
- einen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Verbindung mit einem textilen Elektrodenband
- Fig. 4
- einen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Verbindung mit einer bandförmigen flachen
Elektrode
[0061] Die Fig. 1 zeigt schematisch ein elektrisch leitfähiges Flächengebildes 1 in Form
einer Folie bzw. eines flexiblen Kunstleders, die/das erfindungsgemäß mit mehradrigen
Elektrodenbändern verbunden ist. Das flexible Kunstleder bzw. die Folie ist rückseitig
bedruckt mit einem elektrisch leitfähigen Muster 2 in Rautenstruktur, d.h. mit einer
gitterförmigen Anordnung von leitfähigen Bahnen oder Streifen. Das elektrisch leitfähige
Flächengebildes 1 bzw. die Folie ist mit zwei parallelen textilbasierten Elektroden
3 mit jeweils mehreren leitfähigen Adern versehen, wobei die Adern der Elektroden
mit der elektrisch leitfähigen Paste imprägniert und mit der Gitterstruktur verbunden
sind, so dass die elektrisch leitfähigen Adern vollständig von der elektrisch leitfähigen
Paste ummantelt sind.
[0062] Fig, 2 zeigt schematisch einen Querschnitt des Aufbaus der in Fig. 1 gezeigten erfindungsgemäßen
Verbindung zwischen elektrisch leitfähigem Flächengebildes 1 bzw. Folie und Elektroden
3. Es ist hier gut zu erkennen, dass das hier gezeigte elektrisch leitfähige Flächengebildes
1 bzw. Folie aus einer mit einer Narbung strukturierten, von außen sichtbarer Dekorschicht
4, einer Zwischenschicht 5 und und einer textilen Schicht / Trägerschicht 6 besteht.
[0063] Die textile Schicht 6, ist auf der Rückseite mit einem elektrisch leitfähigen Druck
versehen, nämlich dem in Fig. 1 dargestellten elektrisch leitfähigen Muster 2 in Rautenstruktur,
d.h. mit einer gitterförmigen Anordnung von leitfähigen Bahnen, wodurch die textile
Schicht 6 nur partiell bedeckt ist.
[0064] Ein textiles Kontaktband mit elektrisch leitfähigen Adern, hier ausgebildet als Metallfilamente
7, ist so mit einer elektrisch leitfähigen Paste 8 imprägniert, dass die Metallfilamente
7 vollständig von der Paste 8 ummantelt und über die Paste 8 mit dem auf der Rückseite
der textile Schicht 6 und damit auf der Rückseite des elektrisch leitfähigem Flächengebildes
1 aufgedruckten Leiterbahnen des Musters 2 leitfähig verbunden sind.
[0065] Hierbei enthält die leitfähige Paste die erfindungsgemäßen dendritischen Leitfähigkeitspartikel,
wodurch die spätere Flexibilität der Elektrodenanschlüsse zu gewährleistet ist.
[0066] Weitere mögliche Ausführungen der erfindungsgemäßen Lösung werden durch die Zeichnungen
3 und 4 verdeutlicht.
[0067] Insbesondere dann, wenn die leitfähige Paste überwiegend zur elektrischen Kontaktierung
der Elektrodenbänder durch Verkleben benutzt werden soll, kann es vorteilhaft sein,
die Viskosität der Paste höher einzustellen, so dass das die leitfähigen Adern eines
textilen Elektrodenbandes 9 oder einer bandförmigen flachen Elektrode 10 nur teilweise
in die leitfähige Paste einsinken. Auch andere Kabel, Litzen oder elektrisch leitfähige
Fäden oder Fasern können so verklebt werden. Durch Einstellung der Viskosität der
elektrisch leitfähigen Paste lässt sich der Grad des Einsinkens der Anschlusselektroden
vom Aufliegen bis zum vollständigen Einsinken in die Paste steuern.
[0068] Die Elektrodenbänder der Fig. 3 sind mit der erfindungsgemäßen elektrisch leitfähigen
Paste nur so verklebt, dass sie nur teilweise von dieser umschlossen sind und ansonsten
nur auf der leitfähigen Paste aufliegen.
[0069] Die Elektrodenbänder in der Fig. 4 sind mit der erfindungsgemäßen elektrisch leitfähigen
Paste nur so verklebt, dass sie nur auf der leitfähigen Paste aufliegen und nur teilweise
in dieser eingesunken sind, wodurch sie von der Paste mindestens teilweise umgeben
sind.
Bezugszeichenliste
(Teil der Beschreibung)
[0070]
- 1) elektrisch leitfähiges Flächengebildes
- 2) leitfähiges Kunststoffmaterial als gedrucktes elektrisch leitfähiges Muster
- 3) Elektrode
- 4) Dekorschicht
- 5) Zwischenschicht
- 6) Textile Schicht / Trägerschicht
- 7) Metallfilament
- 8) Elektrisch leitfähige, aushärtbare polymere Paste
- 9) Textiles Elektrodenband
- 10) Bandförmige flache Elektrode