[0001] Die Erfindung betrifft ein Gießventil zur Zuführung von Schmelzen einer Gießvorrichtung
mit einem Ventilgehäuse, das einen Schmelzekanalanschluss als Zulauf und einen Ventilauslass
als Auslauf aufweist, mit einer Ventilzelle zur Aufnahme der Schmelze und mit einem
Schließmittel zur Veränderung der Ventilauslassquerschnittsfläche. Die Erfindung betrifft
weiterhin eine Gießvorrichtung mit einem derartigen Gießventil und ein Gießverfahren
zur Herstellung von Gussteilen mit dieser Gießvorrichtung.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind zahlreiche Maßnahmen bekannt, um den Formfüllvorgang
von Gussteilkavitäten zu beeinflussen. Für jeden Schmelzetyp sind bestimmte Anschnittgeschwindigkeiten
und Angusssysteme geeignet. Da eine maximale Anschnittgeschwindigkeit nicht überschritten
werden darf, ist es erforderlich, den Querschnitt der Anschnittfläche und damit den
Teil des Angusssystems, der nach dem Gießvorgang die Abtrennung des Angussteils von
der Druckgussform ermöglicht, hinreichend groß zu dimensionieren. Diese Anforderung
führt bei flächigen und dünnwandigen Gussteilen zu einem hohen Anteil an Umlaufmaterial,
dessen Masse in der Größenordnung der Gussteilmasse selbst liegen kann. Das Umlaufmaterial
wird anschließend wieder geschmolzen, was eine erhebliche externe Energiezufuhr erfordert.
[0003] Um die Menge des Umlaufmaterials zu reduzieren, lehrt die
DE 10 2011 050 149 A1, ein Gießventil in Form einer Druckgussdüse unmittelbar am Angussbereich der Druckgussform
anzuordnen. Durch eine Widerstandsheizung wird das Gießventil zunächst offen gehalten.
Ein Ausschalten der Heizung führt zur Pfropfenbildung und damit zum Schließen des
Gießventils. Ein kontrolliertes oder ein temperaturunabhängiges Schließen des Ventils
ist nicht möglich. Zum Öffnen muss der Pfropfen zuverlässig wieder aufgeschmolzen
werden, was die Prozessdauer verlängert und aufgrund der Temperaturschwankungen insgesamt
eine höhere Energiezufuhr pro Gussteil erfordert.
[0004] Ein anderes, steuerbares Gießventil für metallische Schmelzen ist in
DE 34 27 940 A1 offenbart. Induktiv wird durch das Gießventil die Schmelzemenge dosiert zugeführt,
und in Verbindung mit Raumbegrenzungselementen erfolgt eine Absperrung.
[0005] DE 10 2007 047 545 A1 offenbart ein Gießventil, das mittels eines Kolbens verschließbar ist. Der Kolben
ist axial in einem Ventilgehäuse bewegbar. Damit Spaltmaßgenauigkeiten aufgrund von
Rundlauffehlern des Kolbens nicht zu inhomogenen Masseströmen führen und ein zuverlässiges
Verschließen des Gießventils gewährleistet wird, weist die Kolbenmantelfläche einen
größeren Winkel zur Ventilhauptachse auf als das Ventilgehäuse im Auslaufbereich.
Im verschlossenen Zustand bildet der Kolben somit eine kreisringförmige Auflagefläche
mit der Gehäusewand.
[0006] Beide letztgenannten Gießventile können zur zuverlässigen Befüllung einer Gussteilkavität
mit einer vorbestimmten Schmelzemenge verwendet werden. Um den Materialschwund beim
Erstarren des Gussteils auszugleichen, muss jedoch weiterhin Schmelze zugeführt werden.
Entweder können die vorgenannten Gießventile erst schließen, wenn der Schrumpfungsprozess
abgeschlossen ist, was ein Beheizen zumindest bis zum Schließen erfordert und eine
exakte Dosierung erschwert. Oder es ist ein zweiter Mechanismus erforderlich, der
das aufgrund des Schrumpfungsprozesses entstehende Hohlvolumen durch eine Schmelzenachspeisung
füllt und nachverdichtet. Das Gießventil und der Nachverdichtungsmechanismus müssen
aufeinander abgestimmt werden, was aufwändig ist, die Gießvorrichtung ausladend bauen
lässt und damit die zum Beheizen erforderliche Energie erhöht.
[0007] Eine Druckgießmaschine gemäß
DE 195 08 867 A1 weist wenigstens einen beweglichen und einen stationären Formteil auf, die entlang
einer Trennebene geteilt sind, und einem von diesen Formteilen umschlossenen Formhohlraum.
In diesen Formhohlraum wird ein zu vergießendes Metall über einen Angußkanal der Form
mit Hilfe eines Gießkolbens eingeschossen. Der Gießkolben ist in einer Gießkammer,
in die das Metall einführbar ist, mit Hilfe eines Antriebes entlang der Längsachse
der Gießkammer verschiebbar. Ferner ist mindestens ein auf das eingeschossene Metall
einwirkender Nachverdichterkolben vorgesehen, der aus einem ihn aufnehmenden Hohlraum
heraus auf das Metall zu bewegbar ist. Wenigstens ein Nachverdichterkolben ist in
einer zur Längsachse der Gießkammer versetzten Lage in den Angußkanal hineinbewegbar.
[0008] Nach der
DE 195 33 447 C1 wird zum Befüllen eines Gießwerkzeugs mit einer Metallschmelze, die Metallschmelze
dem Formhohlraum des Gießwerkzeugs über eine Ringkammer zugeführt, die über ihren
gesamten Umfang im Außenbereich des Formhohlraumes in diesen einmündet. Die Zuführung
der Metallschmelze in die Ringkammer wird durch einen in der Ringkammer verschiebbar
gelagerten Kolben unterbrochen. Die Metallschmelze kann über einen großen Zuführquerschnitt
zugeführt werden, wodurch sich bei geringer Zuflußgeschwindigkeit eine kurze Füllzeit
ergibt.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung es, den Stand der Technik zu verbessern und insbesondere
ein Gießventil für eine Gießvorrichtung bereitzustellen, welche die vorstehend genannten
Nachteile vermeidet. Weiterhin ist es insbesondere Aufgabe der Erfindung, ein Druckgussverfahren
für metallische Schmelzen bereitzustellen, welches ein schnelles Gießen bei gleichzeitig
minimierter Wärmezufuhr ermöglicht.
[0010] Die Aufgabe wird durch ein Gießventil zur Zuführung von Schmelzen einer Gießvorrichtung
gelöst, wobei das Gießventil ein Ventilgehäuse, das einen Schmelzekanalanschluss als
Zulauf und einen Ventilauslass als Auslauf aufweist, eine Ventilzelle zur Aufnahme
der Schmelze und ein Schließmittel zur Veränderung der Ventilauslassquerschnittsfläche
umfasst und wobei die Ventilzelle über einen Schmelzekanalanschluss mit einem mittels
Gießdruck vorspannbaren Schmelzekanal verbindbar ist und das Gießventil einen Nachverdichtungskolben
zur Nachverdichtung der Schmelze nach Formfüllende aufweist.
[0011] Durch die Integration des Nachverdichtungskolbens als Squeeze-Pin in das Gießventil
ist eine bauraumsparende Anordnung geschaffen, die aufgrund ihrer Kompaktheit verhältnismäßig
wenig Wärme abstrahlt. Dadurch dass die Schmelze für das Befüllen der Gussteilkavität
und die Schmelze zur Nachverdichtung aus der gleichen Ventilzelle oder entsprechend
dem der Ventilzelle nachgeschalteten Ventilauslass stammen, kann zudem die Anzahl
der erforderlichen Heizmittel und Rohrleitungen gering gehalten werden.
[0012] Die Ventilzelle des Gießventils ist über den Schmelzekanalanschluss mit einem Schmelzereservoir
oder einer Gießkammer verbindbar. Sofern das Gießventil Teil einer Druckgießvorrichtung
ist, sind der Schmelzekanalanschluss, die Ventilzelle und der Ventilauslass druckfest
ausgebildet. Die Ventilzelle kann auch mehrere Schmelzekanalanschlüsse aufweisen,
über die die Schmelze einströmen kann.
[0013] Weist die Ventilzelle mehrere Schmelzekanalanschlüsse auf, kann vorgesehen sein,
dass die Schmelze beim Gießen über mindestens einen Kanal wieder ausströmt. Die Ventilzelle
bildet damit nicht das Ende des Schmelzekanals, sondern wird während des Gießvorgangs
auch von Schmelze durchströmt, die das Gießventil nicht über den Ventilauslass verlässt.
Dadurch ist ein kontinuierlicher Wärmeeintrag während des Gießens sichergestellt,
und das Heizmittel, das im oder am Gießventil angeordnet ist, kann kleiner dimensioniert
werden oder ggf. gänzlich entfallen.
[0014] In einer Ausgestaltung kann das Gießventil so in den Druckgusskanal integriert sein,
dass die Ventilzelle durch einen Teil des mittels Gießdruck vorspannbaren Schmelzekanals
gebildet ist. Die Ventilzelle kann ein Vorratsvolumen aufweisen, das vorteilhafterweise
vom Ventilgehäuse vollständig eingefasst ist, so dass es sich als im Gießventil befindliche
heiße Zelle beheizen lassen kann. Ein unerwünschtes Erstarren kann dadurch leichter
vermieden werden.
[0015] Es ist nicht erforderlich, dass die Ventilzelle ein bestimmtes Volumen einnimmt;
besonders gut lässt sich das Gießventil in einen Schmelzekanal integrieren, wenn die
Querschnittsfläche der Ventilzelle der Summe der Querschnittsflächen der zuführenden
Schmelzekanalanschlüsse entspricht. In diesem Fall ist sie in ihrem Durchmesser im
Vergleich zum Schmelzekanal nicht vergrößert und stellt somit kein zusätzliches Volumen
bereit
[0016] Das Gießventil weist als Schließmittel vorzugsweise einen Ventilkolben auf, der axial
in Richtung des Ventilauslasses beweglich ist und diesen verschließen kann. Das Ventilgehäuse
und der Ventilkolben sind vorzugsweise so ausgebildet, dass beim Vorfahren des Ventilkolbens
der Durchmesser der effektiven Ventilauslassquerschnittsfläche stetig vermindert wird.
Die effektive Ventilauslassquerschnittsfläche ist dabei die Fläche, die während des
Gießens senkrecht von der Schmelze durchströmte wird. Beim Schließen des Gießventils
wird zumindest nach einer Anfangsphase die Ventilauslassquerschnittsfläche verringert,
so dass sich aufgrund des gleichbleibenden Drucks ebenfalls die strömende Schmelzemenge
verringert. Schließlich wird der Durchlass so verengt, dass der Schmelzestrom abreißt
oder sich so verringert, dass die Schmelze erkaltet und ein weiterer Durchfluss ohne
externe Temperaturzufuhr verhindert ist.
[0017] Der Ventilkolben und der den Ventilkolben einfassende Gehäuseabschnitt bilden vorzugsweise
einen konischen Ventilsitz. Zumindest einer der beiden Bauteile Ventilkolben oder
Gehäusewand weist folglich eine Fase oder eine Abschrägung derart auf, dass sich die
Ventilauslassquerschnittsfläche in Richtung des Ventilauslasses verjüngt. Dadurch
kann bei Annäherung des Ventilkolbens an den Gehäuseboden der Schmelzefluss durch
eine ringförmige Öffnung erfolgen, die einen relativ wirbelfreien Schmelzestrom zulässt.
Der Effekt wird noch verstärkt, wenn beide Bauteile, die Ventilkolbenmantelfläche
und der Gehäuseboden in der Schnittdarstellung gesehen mit Abschrägungen versehen
sind.
[0018] Die Abschrägungen müssen nicht notwendigerweise kegelförmig verlaufen. So können
die Gehäuseinnenwand oder die Kolbenmantelfläche abschnittsweise konisch ausgebildet
sein oder in Axialrichtung gekrümmt verlaufen. Sind die Kolbenmantelfläche oder der
Ventilsitz ballig ausgeführt, lassen sich Rundlauffehler des Ventilkolbens besonders
gut kompensieren, so dass trotz möglicher Spaltmaße der Massenstrom im geschlossenen
Zustand minimiert ist. In vorteilhafter Weise bewirkt die Balligkeit auch, dass sich
beim Schließen zwischen diesen Bauteilen ein Linienkontakt ausbildet. Ein Verklemmen
des Ventilkolbens kann durch die somit fehlende Flächenkontaktierung und dem ggf.
zwischen den Flächen verbleibendem erstarrenden Schmelzematerial zuverlässig vermieden
werden, was Beschädigungen am Ventilkolben und am Ventilgehäuse vorbeugt. In den Ventilspalt
eventuell eingedrungenes Schmelzematerial kann aufgrund des Temperaturgradienten zur
Umgebung erkalten und bei Ventilöffnung für den nächsten Gießvorgang wieder aufgeschmolzen
werden.
[0019] Der Ventilkolben und die Gehäusewand können in axialer Richtung gussteilspezifisch
so ausgebildet sein, dass die durch die beiden Bauteile gebildete, sich verjüngende
Ventilauslassquerschnittsfläche so ausgebildet ist, dass mit dem Bewegen des Ventilkolbens
Einfluss auf die gewünschte Formfüllgeschwindigkeit genommen werden kann. So kann
zu Gießbeginn eine großer Durchflussquerschnitt vorgesehen sein, der für die schnelle
Füllung der Gussteilkavität und zur Vermeidung von Lufteinschlüssen erforderlich ist,
der mit zunehmendem Füllungsgrad entsprechend der Form der Gussteilkavität verringert
wird. Weist der Ventilkolben auf seiner axialen Länge einen veränderlichen Durchmesser
auf, kann bei entsprechend geformtem Ventilgehäuse auch ein lediglich zeitweises Verringern
des Durchflussquerschnitts erfolgen, der vor dem endgültigen Schließen des Gießventils
noch einmal geweitet wird.
[0020] Der Ventilkolben und der Ventilauslass sind vorzugsweise mittig im Ventilgehäuse
angeordnet. Dadurch baut das Gießventil kompakt. Axial an den Ventilkolben kann sich
an der dem Ventilauslass abgewandten Seite der Ventilkolbenantrieb anschließen und
in das Gehäuse des Gießventils integriert sein. Ist der Nachverdichtungskolben über
einen separaten Antrieb bewegbar, kann dieser ebenfalls in das Ventilgehäuse integriert
sein.
[0021] Um eine Temperaturabsenkung der Schmelze und damit unerwünschte Kristallisationsprozesse
zu verhindern, können der Schmelzekanalanschluss, der Ventilauslass oder andere schmelzekontaktierende
Bereiche im Gießventil beheizbar ausgeführt sein. Jeder Schmelzeabschnitt ist vorzugsweise
separat beheizt. Eine elektrisch betriebene Heizung weist ein geringes Trägheitsverhalten
auf und ermöglicht eine gute Steuerung oder Regelung der Heizleistung. Beispielsweise
können die Kanalwände selbst beheizt oder von Spulen umfasst sein. Auch die Ventilzelle
kann beheizt sein.
[0022] In einer Ausgestaltung der Erfindung übernimmt der Ventilkolben ebenso die Funktion
des Nachverdichtens. Das gleiche Bauteil bildet dann sowohl den Schließkolben als
auch den Nachverdichtungskolben. Dazu ist der Ventilkolben beispielsweise als ein
Kreiszylinder ausgebildet, der mit einer Ventilgehäusewand einen Ventilsitz bildet.
Die Ventilgehäusewand kann zunächst konisch verlaufen und anschließend rohrförmig
ausgebildet sein, so dass der Ventilkolben beim Verfahren in den rohrförmigen Abschnitt
zunächst den Schmelzezufluss sukzessive drosselt, beim Erreichen des rohrförmigen
Abschnitts das Ventil verschließt und anschließend beim Verfahren innerhalb des rohrförmigen
Abschnitts eine Nachverdichtung erfolgt.
[0023] In einer anderen Ausgestaltung weist das Gießventil zwei Kolben auf, die zumindest
zeitweise zueinander beweglich sind. Der erste Kolben wird durch den Ventilkolben
gebildet, mit dem das Gießventil verschließbar ist, und der zweite Kolben ist als
Nachverdichtungskolben separat zum Ventilkolben ausgebildet. Vorzugsweise sind die
beiden Kolben zueinander koaxial angeordnet, wobei der Nachverdichtungskolben innenliegend
ist. Die Gehäusewand ist dabei so ausgebildet, dass der Ventilkolben in dieser Anordnung
auf die Ventilwand fahren kann, an einer Weiterbewegung gehindert ist und aufgrund
des geringeren Durchmessers des Nachverdichtungskolbens dessen weitere Bewegung dennoch
möglich.
[0024] Der Nachverdichtungskolben kann für die Relativbewegung zum Ventilkolben einen eigenen
Kolbenantrieb aufweisen. Dadurch ist er separat vom Ventilkolben ansteuerbar, und
er kann in seiner Leistung auf das Nachverdichten abgestimmt werden. Als Kolbenantriebe
für den Nachverdichtungskolben und den Ventilkolben kommen beispielsweise hydraulische
Antriebe oder elektrische Spindeln in Frage. Die beiden Kolbenantriebe können auch
durch unterschiedliche Antriebsarten gebildet sein.
[0025] Ein besonders kompaktes Gießventil lässt sich erreichen, wenn beide Kolben durch
den gleichen Antrieb bewegbar sind. Über Antriebsventile oder andere Steuerungsmechanismen
kann vorgesehen sein, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt nur einer der Kolben oder
beide Kolben gleichzeitig verschoben werden. Ist eine Relativverschiebung zumindest
phasenweise unerwünscht wie beim Schließen des Gießventils, lassen sich auch beide
Kolben miteinander durch geeignete Koppelmittel verbinden, so dass sie nur gemeinsam
bewegt werden können.
[0026] In einer anderen Variante sind die beiden Kolben aneinander gekoppelt und können
nur durch erhöhten Kraftaufwand zueinander verschoben werden. Solange der Ventilkolben
noch nicht auf Block gefahren ist und damit am Ventilsitz das Ventil verschließt,
verschieben sich dann beide Kolben gemeinsam. Durch die dann sprunghaft ansteigende
Kraft löst sich der Nachverdichtungskolben vom Ventilkolben und kann dann allein weiter
bewegt werden. Ein Kolbenantrieb ist für diese Variante ausreichend. Eine aufwendige
Steuerungs- oder Regeleinheit ist in dieser Ausführungsform nicht erforderlich.
[0027] Der Kolbenantrieb erfolgt vorzugsweise hydraulisch und ist aus thermischen Gründen
auf der dem Ventilauslass gegenüberliegenden Seite angeordnet. Um die Antriebseinheit
nicht den hohen Temperaturen der heißen Schmelze auszusetzen, kann das Gießventil
die Druckkraft übertragende Entkopplungsmittel aufweisen. Die Entkopplungsmittel sind
zwischen den Kolbenköpfen und den Kolbenantrieben angeordnet und können durch keramische
Schichten oder andere hinreichend feste thermische Isolatoren gebildet werden.
[0028] Zusätzlich oder stattdessen kann die Wärmeübertragung durch einen geeigneten mechanischen
Aufbau vermindert werden. Im Vergleich zum Kolbendurchmesser dünnwandige Zwischenbolzen,
die den Kolbenkopf mit dem Kolbenantrieb verbinden, übertragen insgesamt weniger Wärme
und ermöglichen in den so entstehenden Zwischenräumen die Anordnung von Kühlmitteln.
[0029] Das erfindungsgemäße Gießventil wird bevorzugt in einer Druckgießvorrichtung für
metallische Schmelzen verbaut, ist aber auch in anderen Gießverfahren wie beim Stranggießen
oder Gießen nicht-metallischer Schmelzen einsetzbar.
[0030] Bei einer Gießvorrichtung mit einem erfindungsgemäßen Gießventil wird die Menge des
Umlaufmaterials dadurch verringert, dass das Befüllen und die Nachverdichtung über
dasselbe Gießventil erfolgen. Eine Gießvorrichtung weist das erfindungsgemäße Gießventil
vorzugsweise unmittelbar am Anschnittbereich des Gussteils oder am Gussteil selbst
auf. Durch die räumlich sehr nahe Anordnung am Gussteil können dann der Anteil des
Angussmaterials und die Menge des Umlaufmaterials weiter reduziert werden. Insbesondere
bei flächigen Strukturteilen sind dadurch Angussmassen von weniger als 20% der Gussteilmasse
erreichbar. Gleichzeitig kann das Angusssystem kompakt ausfallen. Das Angussmaterial
kann als Umlaufmaterial wiederverwendet werden. Dadurch dass weniger Angussmaterial
aufgeschmolzen werden muss und die heiße Schmelze in der Ringleitung stets formkavitätsnah
zur Verfügung steht, wird auch weniger Zeit für den Gießzyklus benötigt, so dass die
Taktung verbessert wird.
[0031] Die Erfindung betrifft ebenfalls ein Verfahren zum Druckgießen mit einer Druckgießvorrichtung
und einem einen Ventilkolben aufweisenden Gießventil, das folgende Schritte vorsieht:
Bereitstellen einer gereinigten und für einen Formfüllvorgang vorbereiteten Gussteilkavität
bei geschlossenem Gießventil, Öffnen des Gießventils zum Gießen, Schließen des Gießventils
nach Formfüllende, Entnehmen des Gussteils und Nachverdichten während des Abkühlvorgangs
und vor der Entnahme des Gussteils mittels eines in das Gießventil integrierten Kolbens.
[0032] Das vorgeschlagene Verfahren ermöglicht die Befüllung und die Nachverdichtung über
dieselbe Angussöffnung, so dass die Anzahl der Anschnittbereiche gegenüber separat
zum Gießventil angeordneten Squeeze-Pins reduziert ist. Die erforderliche Nachbearbeitung
des Gussteils verringert sich somit. Dadurch dass der Nachverdichtungskolben und der
Ventilkolben raumnah zueinander angeordnet sind, sind die auftretenden Wärmeverluste
minimiert und die Abstimmung zwischen den Phasen, in denen die beiden Kolben betätigt
werden, erleichtert.
[0033] Nachfolgend werden das Gießventil und das Arbeitsverfahren zum Betreiben des Gießventils
in einer Gießvorrichtung anhand von Zeichnungen näher beschrieben. Die einzelnen Figuren
zeigen:
- Figur 1
- einen Teil einer erfindungsgemäßen Gießvorrichtung mit einer Gießkammer und einem
Gießventil im Längsschnitt in schematischer Darstellung,
- Figur 2
- einen Längsschnitt eines erfindungsgemäßen Gießventils mit zwei konzentrischen Kolben
sowie
- Figur 3a
- das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben des Gießventils durch eine schematischen
Darstellung der Stellung des Ventilkolbens zum Zeitpunkt der Reinigung der Gussteilformkavität,
- Figur 3b
- eine schematische Darstellung der Stellung des Ventilkolbens vor dem Gießvorgang,
- Figur 3c
- eine schematische Darstellung der Stellung des Ventilkolbens während des Gießens,
- Figur 3d
- eine schematische Darstellung der Stellung des Ventilkolbens nach Formfüllende,
- Figur 3e
- eine schematische Darstellung der Stellung des Ventilkolbens während des Abkühlens
und
- Figur 3f
- eine schematische Darstellung der Stellung des Ventilkolbens unmittelbar vor der Gussteilentnahme.
[0034] Figur 1 zeigt schematisch einen Teil einer Gießvorrichtung 1 zum Druckgießen von
metallischen Schmelzen 2 wie Magnesium- oder Aluminiumschmelzen. Die Gießvorrichtung
1 weist eine Gießkammer 4 auf, die aus einem nicht dargestellten Schmelzereservoir
über ein Schmelzeventil 19 befüllbar ist. Die Schmelze 2 wird aus der horizontal orientierten
Gießkammer 4 durch einen hydraulisch bewegten, in der Waagerechte vorfahrenden Gießkolben
6 in einen Schmelzekanal 11 befördert und mit Druck beaufschlagt.
[0035] Der Schmelzekanal 11 ist mit Heizmitteln 5 in Form von Spulen umgeben, die ein Auskühlen
der Schmelze 2 verhindern. Vom beheizten Schmelzekanal 11 gelangt die Schmelze 2 über
einen Schmelzekanalanschluss 12 in die Ventilzelle 8 (Figur 2) des Gießventils 7 und
von dort über den Ventilauslass 10 in die Gussteilkavität 3. Die Gussteilkavität 3
selbst wird durch zwei Gussformhalbschalen 15, 16 gebildet und ist in bekannter Weise
durch das um das Schwindmaß vergrößerte Negativform des herzustellenden Gussteils
gebildet. Die Gussformhalbschalen 15, 16 sind an einer Trennfläche 9 voneinander trennbar,
so dass das fertige Gussteil entnommen werden kann.
[0036] Figur 2 zeigt ein Gießventil 7 mit einem Ventilgehäuse 13, das eine über den Schmelzekanalanschluss
12 befüllbare Ventilzelle 8 aufweist, die Teil des Schmelzekanals 11 selbst ist und
im Vergleich zu diesem und zum Schmelzekanalanschluss 12 keinen vergrößerten Querschnitt
aufweist. Zentrisch im Ventilgehäuse 13 ist der Ventilkolben 14 angeordnet, über den
der Ventilauslass 10 verschließbar ist. An der Stirnseite 17 des Ventilkolbens 14
schließt sich eine ballige Mantelfläche 18 des Ventilhauptkegels an, der axial in
einen anschließenden Zylinderabschnitt 20 übergeht. Die Innenwand 21 des Ventilgehäuses
13, die an den Ventilauslass 10 anschließt weist eine Neigung gegenüber der Ventilhauptachse
22 auf, die größer ist als die der Mantelfläche 18. Beim Schließen des Gießventils
7 bilden der Ventilkolben 7 und Innenwand 21 des Ventilgehäuses 13 daher einen Ringspalt
und im verschlossenen Zustand aufgrund der Balligkeit einen kreisförmigen Linienkontakt
als Ventilsitz.
[0037] Angetrieben wird der Ventilkolben 14 durch einen ersten Kolbenantrieb 24, der hydraulisch
arbeitet und axial versetzt zum Ventilkolben 14 angeordnet ist. Da der Ventilkolben
14 mit der heißen Schmelze 2 in Kontakt steht, sind Entkopplungsmittel 26 in Form
von Zwischenbolzen als Abstandshalter vorgesehen, die den Kolbenantrieb 24 mit der
Kolbenplatte 28 vom Kolbenkopf 29 des Ventilkolbens 14 mechanisch und damit auch thermisch
entkoppeln, die Druckkraft aber auf den Kolbenkopf 29 dennoch übertragen.
[0038] Der Ventilkolben 14 ist als Hohlzylinder ausgebildet und weist koaxial zur Verschieberichtung
einen Nachverdichtungskolben 23 auf. In gleicher Weise wie der Ventilkolben 14 weist
der Nachverdichtungskolben 23 einen zweiten Kolbenantrieb 25 auf, der unabhängig vom
ersten Kolbenantrieb 24 betreibbar ist. Dessen Hydraulikkammern 30 schließen sich
axial an die des ersten Kolbenantriebs 24 an.
[0039] Der Betrieb des in den Figuren 1 und 2 dargestellten Gießventils 1 gliedert sich
in sechs verschiedene Phasen. In der in Figur 3a dargestellten, ersten Phase, der
Ausgangsstellung, die nach der Entnahme des Gussstücks des vorausgegangenen Gießzyklus'
erreicht ist, sind der Ventilkolben 14 und der Nachverdichtungskolben 23 geschlossen
und so weit wie möglich in Richtung des Ventilauslasses 10 gefahren. Der Schmelzekanal
11 ist daher von der Gussteilkavität 3 getrennt, die daher gereinigt werden und durch
einen Sprühvorgang für das nächste Gießen vorbereitet werden kann.
[0040] Vor dem nächsten Gießvorgang wird die Gussteilkavität 3 so fest verschlossen, dass
sie dem Schmelzedruck des anschließenden Druckgießprozesses standhält. Der innere
Nachverdichtungskolben 23 fährt in dieser zweiten Phase in seine Ausgangsstellung
zurück, die gegenüber dem den Ventilauslass 10 verschließenden Ventilkolben 14 so
weit zurückgesetzt ist, dass zwischen den Innenwänden des Ventilkolbens 14 ein Sackloch
27 entsteht. Die Sacklochtiefe entspricht in etwa dem Hub des Ventilkolbens 14.
[0041] Durch Zurückziehen des Ventilkolbens 14 wird der eigentliche Gießprozess als dritte
Phase eingeleitet. Der Ventilkolben 14 löst sich von seinem ringlinienförmigen Ventilsitz,
und durch die nun einströmende, heiße Schmelze 2 wird eventuell an dieser Stelle erkaltetes
Material aufgeschmolzen. Aufgrund des Ringlinienkontakts und einer eventuell am Gießventil
7 befindlichen Heizung ist die erstarrte Schmelzemenge so gering, dass sie vollständig
aufgeschmolzen wird und ein Öffnen des Ventilkolbens 14 nicht oder nur unwesentlich
erschwert. Der Ventilauslass 10 wird maximal geöffnet, und die Schmelze 2 kann ringförmig
zwischen den Kolben 14, 23 und der Innenwand 21 des Ventilgehäuses 13 in die Gussteilkavität
3 strömen. Die zum Befüllen vorgesehene Schmelzemenge wird durch den vorfahrenden
Gießkolben 6 über den Schmelzekanal 11 nachgeschoben.
[0042] Nach Abschluss des Formfüllvorgangs werden die Gießventile 7, von denen in Figur
1 nur eines dargestellt ist, durch Vorfahren des Ventilkolbens 14 geschlossen (vierte
Phase, Figur 4). Durch die Relativbewegung des Ventilkolbens 14 und des nicht-mitbewegten
Nachverdichtungskolbens 23 bildet sich wieder das stirnseitige Sackloch 27 aus, und
das Gussstück kann erkalten. Da aufgrund des geschlossenen Ventilkolbens 14 der Schmelzedruck
nicht mehr durch den Gießkolben 6 der Gießkammer 4 aufgebracht werden kann, wird der
erforderliche Gießdruck nunmehr von dem Nachverdichtungskolben 23 erzeugt.
[0043] In der fünften Abkühlungsphase erstarrt das Gussstück, und die Gießkammer 4 wird
für einen neuen Formfüllvorgang vorbereitet. Während des Erkaltens wird die dadurch
bedingte Materialschrumpfung ausgeglichen, indem der Nachverdichtungskolben 23 die
sich in dem Sackloch 27 und dem daran unmittelbar anschließenden Bereich befindliche
Schmelze 2 in die Gussteilkavität presst. Wenn die Menge der für die Nachverdichtung
benötigten Schmelze 2 dem Sacklochvolumen entspricht, kann der an den Ventilauslass
10 anschließende Angusskanal besonders kurz ausfallen oder gegebenenfalls sogar entfallen.
Wie in Figur 3e dargestellt, fährt in dieser Ausführungsform der Nachverdichtungskolben
23 über die Stirnseite 17 des Ventilkolbens 14 hinaus in die Gussteilkavität 3 hinein.
Der Erstarrungsprozess kann durch Zuführung von Kühlleistung über Kühlkanäle beschleunigt
werden.
[0044] Vor der Öffnung der Gussteilkavität 3 und der Entnahme des Gussteils erfolgt in der
letzten Phase (Figur 3f) ein Rückzug des Nachverdichtungskolbens 23; der Ventilkolben
14 bleibt weiterhin geschlossen.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1
- Gießvorrichtung
- 2
- Schmelze
- 3
- Gussteilkavität
- 4
- Gießkammer
- 5
- Heizmittel
- 6
- Gießkolben
- 7
- Gießventil
- 8
- Ventilzelle
- 9
- Trennfläche
- 10
- Ventilauslass
- 11
- Schmelzekanal
- 12
- Schmelzekanalanschluss
- 13
- Ventilgehäuse
- 14
- Ventilkolben
- 15
- Gussformhalbschale
- 16
- Gussformhalbschale
- 17
- Stirnseite
- 18
- Mantelfläche
- 19
- Schmelzeventil
- 20
- Zylinderabschnitt
- 21
- Innenwand
- 22
- Ventilhauptachse
- 23
- Nachverdichtungskolben
- 24
- erster Kolbenantrieb
- 25
- zweiter Kolbenantrieb
- 26
- Entkopplungsmittel
- 27
- Sackloch
- 28
- Kolbenplatte
- 29
- Kolbenkopf
- 30
- Hydraulikkammer
1. Gießventil (7) zur Zuführung von Schmelzen (2) einer Gießvorrichtung (1), aufweisend
- ein Ventilgehäuse (13), das einen Schmelzekanalanschluss (12) als Zulauf und einen
Ventilauslass (10) als Auslauf aufweist,
- eine Ventilzelle (8) zur Aufnahme der Schmelze (2),
- ein Schließmittel zur Veränderung der Ventilauslassquerschnittsfläche, wobei
- die Ventilzelle (8) über einen Schmelzekanalanschluss (12) mit einem mittels Gießdruck
vorspannbaren Schmelzekanal (11) verbindbar ist und
- das Gießventil (7) einen Nachverdichtungskolben (23) zur Nachverdichtung der Schmelze
(2) nach Formfüllende aufweist.
2. Gießventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließmittel als ein Ventilkolben (14) ausgebildet ist und mit einem Teil der
Innenwand (21) des Ventilgehäuses (13) einen konischen Ventilsitz bildet.
3. Gießventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der konische Teil der Innenwand (21) kegelförmig ausgebildet ist und der Ventilkolben
(14) eine ballige Kolbenmantelfläche (18) aufweist, die beim Verschließen einen Linienkontakt
mit der Innenwand (21) bildet.
4. Gießventil nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gießventil (7) einen Nachverdichtungskolben (23) aufweist, der koaxial zum Ventilkolben
(17) angeordnet und relativ zu diesem bewegbar ist.
5. Gießventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gießventil (7) separate Kolbenantriebe (24, 25) für die Kolben (17, 23) aufweist.
6. Gießventil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass einer der Kolbenantriebe (24, 25) als hydraulischer Antrieb ausgebildet ist.
7. Gießventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gießventil (7) ein Heizmittel (5) zum Beheizen der Ventilzelle (8) aufweist.
8. Gießventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gießventil (7) ein Entkopplungsmittel (26) zur thermischen Entkopplung des Ventilkolbens
(17) vom Kolbenantrieb (24) aufweist.
9. Gießvorrichtung (1) zum Druckgießen mit einer Gussteilkavität (3) und einem Gießventil
(7) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gießventil (7) unmittelbar an dem Anschnittbereich oder unmittelbar an der Gussteilkavität
(3) angeordnet ist.
10. Verfahren zum Druckgießen mit einer Gießvorrichtung (1) und einem einen Ventilkolben
(14) aufweisenden Gießventil (7), das folgende Schritte vorsieht:
- Bereitstellen einer gereinigten und für einen Formfüllvorgang vorbereiteten Gussteilkavität
(3) bei geschlossenem Gießventil (7),
- Öffnen des Gießventils (7)zum Gießen,
- Schließen des Gießventils (7) nach Formfüllende,
- Entnehmen des Gussteils, dadurch gekennzeichnet, dass
- während des Abkühlvorgangs und vor der Entnahme des Gussteils ein Nachverdichten
mittels eines in das Gießventil (7) integrierten Nachverdichtungskolbens (23) erfolgt.
1. A casting valve (7) for supplying melts (2) to a casting device (1), comprising:
- a valve housing (13) comprising a melt channel connection (12) as an inlet and a
valve outlet (10) as a run-out,
- a valve compartment (8) for receiving the melt (2) ;
- a closing means for modifying a cross-sectional surface of the valve outlet, wherein
- the valve compartment (8) is connectable via the melt channel connection (12) with
a melt channel (11) that is pressurizable by means of a casting pressure; and
- the casting valve (7) comprises a post-compression piston (23) configured to post-compress
the melt (2) after completion of a mold filling.
2. The casting valve according to claim 1, characterized in that the closing means is designed as a valve piston (14) and forms a cone-shaped valve
seat together with a part of the inner wall (21) of the valve housing (13).
3. The casting valve according to claim 2, characterized in that the cone-shaped part of the inner wall (21) is conical and the valve piston (14)
has a crowned piston lateral surface (18), which forms a linear contact with the inner
wall (21) during closing.
4. The casting valve according to claim 2 or 3, characterized in that the casting valve (7) has a post-compression piston (23), which is disposed coaxially
with the valve piston (17) and is movable relative to it.
5. The casting valve according to claim 4, characterized in that the casting valve (7) has separate piston drives (24, 25) for the pistons (17, 23).
6. The casting valve according to claim 5, characterized in that one of the piston drives (24, 25) is designed as a hydraulic drive.
7. The casting valve according to claim 1, characterized in that the casting valve (7) has a heating means (5) for heating the valve compartment (8).
8. The casting valve according to claim 1, characterized in that the casting valve (7) has insulation means (26) for thermal insulation of the valve
piston (17) from the piston drive (24).
9. A casting device (1) for die casting with a mold cavity (3) and a casting valve (7)
according to one of the afore-mentioned claims, characterized in that the casting valve (7) is disposed directly on the gate area or directly on the cast
part cavity (3).
10. A method for die casting with a casting device (1) and a casting valve (7) having
a valve piston (14), which comprises the following steps:
- providing a mold cavity (3), which is cleaned and prepared for a mold filling process,
with the casting valve (7) in a closed position;
- opening the casting valve (7) for casting;
- closing the casting valve (7) after filling the mold;
- removing the cast part, characterized in that
- a post-compression is carried out by means of a post-compression piston (23) integrated
in the casting valve (7) during the cooling process and before removing the cast part.
1. Soupape de coulée (7) pour l'amenée de masse en fusion (2) d'un dispositif de coulée
(1), comportant :
- un boîtier de soupape (13) qui comporte un raccord de canal de masse en fusion (12)
en tant qu'admission et une sortie de soupape (10) en tant qu'écoulement,
- un compartiment de soupape (8) pour recevoir la masse en fusion (2),
- un moyen de fermeture pour modifier la surface de section transversale de la sortie
de la soupape, où
- le compartiment de soupape (8) est apte à être connecté via un raccord de canal
de masse en fusion (12) avec un canal de masse en fusion (11) apte à être pressurisé
au moyen d'une pression de coulée et
- la soupape de coulée (7) comporte un piston de post-compression (23) pour la post-compression
de la masse en fusion (2) après la fin du remplissage du moule.
2. Soupape de coulée selon la revendication 1, caractérisée en ce que le moyen de fermeture est conçu comme un piston de soupape (14) et forme un siège
de soupape conique avec une partie de la paroi intérieure (21) du boîtier de soupape
(13).
3. Soupape de coulée selon la revendication 2, caractérisée en ce que la partie conique de la paroi intérieure (21) est tronconique et que le piston de
soupape (14) comporte une surface d'enveloppe de piston (18) sphérique qui forme un
contact linéaire avec la paroi intérieure (21) lors de la fermeture.
4. Soupape de coulée selon la revendication 2 ou 3, caractérisée en ce que la soupape de coulée (7) comporte un piston de post-compression (23) qui est disposé
de manière coaxiale avec le piston de soupape (7) et est déplaçable par rapport à
ce dernier.
5. Soupape de coulée selon la revendication 4, caractérisée en ce que la soupape de coulée (7) comporte des entraînements de piston (24, 25) séparés pour
les pistons (17,23).
6. Soupape de coulée selon la revendication 5, caractérisée en ce que l'un des entraînements de piston (24, 25) est conçu comme un entraînement hydraulique.
7. Soupape de coulée selon la revendication 1, caractérisée en ce que la soupape de coulée (7) comporte un moyen de chauffage (5) pour chauffer le compartiment
de soupape (8).
8. Soupape de coulée selon la revendication 1, caractérisée en ce que la soupape de coulée (7) comporte un moyen de découplage thermique (26) pour découpler
thermiquement le piston de soupape (17) de l'entraînement de piston (24).
9. Dispositif de coulée (1) pour un moulage sous pression avec une cavité de pièce moulée
(3) et une soupape de coulée (7) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la soupape de coulée (7) est disposée directement au niveau de la région d'attaque
ou directement au niveau de la cavité de pièce moulée (3).
10. Procédé de moulage sous pression avec un dispositif de coulée (1) et une soupape de
coulée (7) comportant un piston de soupape (14), comportant les étapes suivantes :
- mise à disposition d'une cavité de pièce moulée (3) nettoyée et préparée pour un
processus de remplissage du moule, la soupape de coulée (7) étant fermée,
- ouverture de la soupape de coulée (7) pour le coulage,
- fermeture de la soupape de coulée (7) après la fin du remplissage du moule,
- prélèvement de la pièce moulée, caractérisé en ce que
- une post-compression est réalisée au moyen d'un piston de post-compression (23)
intégré dans la soupape de coulée (7) pendant le processus de refroidissement et avant
le prélèvement de la pièce moulée.