[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Aufzugsanlage mit einer Überwachungsvorrichtung
für ein Tragmittel, sowie ein Verfahren zur Überwachung zumindest eines Tragmittels
in einer Aufzugsanlage.
[0002] Bei Aufzugsanlagen wurden zum Tragen und / oder Antreiben einer Aufzugskabine herkömmlicherweise
Stahlseile als Tragmittel eingesetzt. Gemäss einer Weiterentwicklung solcher Stahlseile
werden auch riemenartige Tragmittel, welche Zugträger und eine um die Zugträger angeordnete
Ummantelung aufweisen, eingesetzt. Solche riemenartigen Tragmittel lassen sich jedoch
nicht auf herkömmliche Art überwachen, weil die Zugträger, welche eine Bruchlast des
Tragmittels bestimmen, nicht sichtbar sind durch die Ummantelung.
[0003] Zur Überwachung solcher Zugträger in riemenartigen Tragmitteln kann ein Prüfstrom
an die Zugträger angelegt werden. In dem so gebildeten Stromkreis oder in mehreren
so gebildeten Stromkreisen wird ein Stromfluss bzw. eine Stromstärke, eine Spannung,
ein elektrischer Widerstand oder eine elektrische Leitfähigkeit gemessen. Anhand einer
derart gemessenen Grösse kann auf eine Intaktheit bzw. einen Abnützungsgrad des Tragmittels
zurückgeschlossen werden. Verringert sich nämlich der Durchmesser eines Zugträgers
durch Brüche einzelner Drähte oder durch metallischen Abrieb, wächst der elektrische
Widerstand dieses Zugträgers an.
[0004] Das Patent
US7123030B2 offenbart ein solches Verfahren zur Bestimmung eines Abnützungsgrades eines riemenartigen
Tragmittels. Anhand eines bestimmten elektrischen Widerstandes von elektrisch leitenden
Zugträgern wird auf eine Bruchkraft des Tragmittels geschlossen.
[0005] Bei einer solchen im Stand der Technik beschriebenen Überwachungsmethode kann allerdings
nur eine generelle Aussage über den Zustand eines Tragmittels gemacht werden. Es ist
daher wünschenswert, eine detailliertere Überwachung von ummantelten Zugträgern in
Tragmitteln zu Verfügung zu haben, um eine situationsgerechte Reaktion auslösen zu
können.
[0006] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Überwachung
eines Tragmittels in einer Aufzugsanlage zur Verfügung zu stellen, welches eine präzise
Aussage über den Zustand des Tragmittels zulässt. Zudem soll das Verfahren mit kostengünstigen
Mitteln durchführbar sein. Es ist zudem eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Aufzugsanlage mit einem Tragmittel zur Verfügung zu stellen, wobei in der Aufzugsanlage
ein solches Verfahren durchführbar ist.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe wird zunächst ein Verfahren zur Überwachung zumindest eines
Tragmittels in einer Aufzugsanlage vorgeschlagen. Das Tragmittel umfasst elektrisch
leitende Zugträger, welche von einem elektrisch isolierenden Mantel umgeben sind.
Das Verfahren umfasst folgende Schritte:
Überwachen eines elektrischen Widerstandes der Zugträger, wobei durch eine Überwachungsvorrichtung
zumindest zwei der Zustände: unterbrochener Zugträger,
geerdeter Zugträger, und beschädigter Zugträger feststellbar sind;
Auswerten der festgestellten Zustände der Zugträger, wobei die Zustände einem Wamzustand
zugeordnet werden; und
Weiterbetreiben oder Weiterbetreiben unter Absetzung einer Vorwarnung oder Ausserbetriebnehmen
der Aufzugsanlage unter Berücksichtigung des Wamzustandes.
[0008] Ein solches Verfahren hat den Vorteil, dass eine situationsgerechte Reaktion auf
die unterschiedlichen Zustände des Tragmittels ermöglicht wird. Durch das Aufteilen
in drei verschiedene geschädigte Zustände der Zugträger anhand einer Veränderung der
elektrischen Charakteristika der Zugträger ist es möglich, durch entsprechende Gewichtung
dieser Zustände einem Tragmittel bzw. allen Tragmitteln einer Aufzugsanlage einen
Wamzustand zuzuordnen. Ein solcher Warnzustand kann wiederum auf einfache Art und
Weise dazu benützt werden, eine entsprechende Reaktion situationsgerecht auszulösen.
Somit erlaubt es dieses Verfahren, den Zustand eines Tragmittels genauer einzuschätzen
und somit unnötige Ausserbetriebnahmen der Aufzugsanlage zu vermeiden bzw. gefährliches
Weiterbetreiben der Aufzugsanlage zu verhindern.
[0009] In einer vorteilhaften Weiterbildung sind beim Überwachen drei Zustände durch die
Überwachungsvorrichtung feststellbar. Dies hat den Vorteil, dass ein Zustand des Tragmittels
noch genauer eingeschätzt werden kann, als das dies möglich ist mit lediglich zwei
verschiedenen defekten Zuständen der Zugträger.
[0010] In diesem Zusammenhang bedeutet der Begriff "unterbrochener Zugträger" eine Situation,
in welcher ein Zugträger an einer Stelle im Wesentlichen so unterbrochen ist, dass
im Wesentlichen kein elektrischer Strom über diese Stelle fliessen kann. Der Begriff
"geerdeter Zugträger" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ein Zugträger derart Kontakt
mit einem geerdeten Element hat, dass elektrischer Strom, welcher an dem Zugträger
angelegt wird, im Wesentlichen über dieses geerdete Element abfliesst. Der Begriff
"beschädigter Zugträger" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Zugträger an zumindest
einer Stelle eine Beschädigung, beispielsweise in Form einzelner Drahtbrüche oder
in Form angerosteter Drähte, aufweist, sodass sich ein elektrischer Widerstand dieses
Zugträgers aufgrund dieser beschädigten Stellen verändert. Solche Beschädigungen der
Zugträger haben in der Regel den Effekt, dass sich ein elektrischer Widerstand eines
betroffenen Zugträgers vergrössert. Ein "beschädigter Zugträger" kann auch dann vorliegen,
wenn Aufgrund einer Beschädigung zwei benachbarte Zugträger elektrisch miteinander
in Kontakt stehen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn das Mantelmaterial
zwischen zwei Zugträgern beschädigt ist oder wenn ein gebrochener Draht eines Zugträgers
einen benachbarten Zugträger berührt. Solche Querschlüsse zwischen Zugträgern haben
in der Regel den Effekt, dass sich ein elektrischer Widerstand eines betroffenen Zugträgers
verringert.
[0011] Diese drei unterschiedenen defekten Zustände eines Zugträgers sind auf einfache Art
und Weise durch eine Bestimmung eines elektrischen Widerstandes des Zugträgers feststellbar.
Strebt der elektrische Widerstand eines Zugträgers gegen unendlich, liegt ein unterbrochener
Zugträger vor. Strebt der elektrische Widerstand des Zugträgers gegen Null, so liegt
hingegen ein geerdeter Zugträger vor. Ändert sich der elektrische Widerstand eines
Zugträgers, so liegt ein beschädigter Zugträger mit zumindest einer beschädigten Stelle
vor.
[0012] In einer beispielhaften Ausführungsform werden beim Auswerten sowohl jedem einzelnen
Tragmittel mit allen dazugehörigen Zugträgern als auch einer Summe aller Tragmittel
in der Aufzugsanlage mit allen dazugehörigen Zugträgern je einen Wamzustand zugeordnet.
Ein solches Verfahren hat den Vorteil, dass sowohl gefährliche Situationen aufgrund
einzelner defekter Tragmittel erkannt werden, wie auch gefährliche Situationen aufgrund
einer Summe von Defekten in verschiedenen Tragmitteln einer Aufzugsanlage. So können
beispielsweise kleine Defekte in je einem von drei Tragmitteln einer Aufzugsanlage
einen gefährlichen Zustand darstellen, obwohl das einzelne Tragmittel für sich alleine
betrachtet noch nicht einem gefährlichen Zustand zugeordnet werden müsste. Andererseits
kann durch ein solches Verfahren eine gefährliche Situation erkannt werden, in welcher
nur eines von mehreren Tragmitteln einer Aufzugsanlage Defekte aufweist, dafür aber
so gravierende Defekte, dass eine gefährliche Situation für die gesamte Aufzugsanlage
vorliegt. Würde man in einer solchen Situation nur die Gesamtheit der Defekte aller
Tragmittel betrachten, würde diese Situation nicht richtig eingeschätzt werden können.
[0013] In einer beispielhaften Ausführungsform ist für das Weiterbetreiben bzw. Ausserbetriebnehmen
der Aufzugsanlage ein schwerwiegendster Wamzustand, ausgewählt aus dem schwerwiegendsten
Wamzustand jedes einzelnen Tragmittels und dem Wamzustand der Summe aller Tragmittel,
massgebend. Dadurch wird sichergestellt, dass jede Art von gefährlichen Situationen
erkannt werden kann.
[0014] In einer beispielhaften Ausführungsform können den Zugträgern zumindest die Warnzustände
- kein Fehler
- Fehler 1. Grades
- Fehler 2. Grades
zugeordnet werden. Durch eine derartige Aufteilung bei der Auswertung anhand der festgestellten
Zustände der Zugträger ist es möglich, situationsgerechte Massnahmen einzuleiten.
[0015] In einer beispielhaften Ausführungsform führt beim Weiterbetreiben oder Weiterbetreiben
unter Absetzung einer Vorwarnung oder Ausserbetriebnehmen der Aufzugsanlage der Wamzustand
kein Fehler zum Weiterbetreiben der Aufzugsanlage, der Wamzustand Fehler 1. Grades
zum Weiterbetreiben unter Absetzung einer Vorwarnung, und der Wamzustand Fehler 2.
Grades zur Ausserbetriebnahme des Aufzuges.
[0016] In einer beispielhaften Ausführungsform führt beim Auswerten ein unterbrochener Zugträger
oder ein geerdeter Zugträger zu einem schwerwiegenderen Wamzustand als ein beschädigter
Zugträger. Der Vorteil einer derartigen beispielhaften Gewichtung der verschiedenen
Defekte der Zugträger liegt darin, dass je nach Beschaffenheit des
[0017] Tragmittels situationsgerecht auf Defekte der Zugträger reagiert werden kann.
[0018] In einer beispielhaften Ausführungsform wird einem Tragmittel mit einem unterbrochenen
Zugträger oder einem geerdeten Zugträger in jedem Fall ein Fehler 2. Grades zugeordnet.
[0019] In einer beispielhaften Ausführungsform führt ein Tragmittel mit zumindest einem
beschädigten Zugträger dann zu einem Fehler 1. Grades, wenn höchstens ein Zugträger
pro Tragmittel einen beschädigten Zugträger aufweist und wenn die Anzahl beschädigter
Zugträger kleiner ist als die Anzahl Tragmittel. Zudem führt ein Tragmittel mit zumindest
einem beschädigten Zugträger dann zu einem Fehler 2. Grades, wenn mehr als ein Zugträger
pro Tragmittel beschädigt ist oder wenn die Anzahl beschädigter Zugträger gleich gross
oder grösser ist als die Anzahl Tragmittel. Eine solche beispielhafte Gewichtung der
verschiedenen defekten Zustände der Zugträger hat den Vorteil, dass eine Aufzugsanlage
bei ungefährlichen Defekten unter Absetzung einer Vorwarnung Weiterbetrieben werden
kann, und jedoch bei gefährlichen Defekten der Zugträger auf sichere Art und Weise
ausser Betrieb genommen werden kann.
[0020] In einer beispielhaften Ausführungsform wird beim Ausserbetriebnehmen der Aufzugsanlage
eine vordefinierte Position einer Aufzugskabine angefahren, bevor die Aufzugsanlage
für weitere Fahrten ausser Betrieb gesetzt wird. Eine solche vordefinierte Position
der Aufzugskabine kann beispielsweise der nächste öffentliche Halt ausgehend von einer
aktuellen Position der Aufzugskabine sein. Dies hat den Vorteil, dass Passagiere,
welche sich zum Zeitpunkt der Feststellung eines schwerwiegenderen Defektes der Tragmittel
in der Aufzugskabine befinden, möglichst rasch die Aufzugsanlage verlassen können.
[0021] In einer beispielhaften Ausführungsform wird beim Weiterbetreiben unter Absetzung
einer Vorwarnung eine für die Aufzugsanlage zuständige Unterhaltsstelle über den festgestellten
Zustand der Zugträger oder über den dazu zugeordneten Wamzustand informiert. Dies
hat den Vorteil, dass die für die Aufzugsanlage zuständige Unterhaltsstelle einen
Service bzw. einen Unterhalt der Aufzugsanlage gemäss dieser Information planen kann.
[0022] In einer beispielhaften Ausführungsform umfasst das Verfahren weiter den Schritt:
- Anzeigen eines festgestellten Zustandes der Zugträger oder eines den Tragmitteln zugeordneten
Wamzustandes an einer in der Aufzugsanlage angeordneten Anzeigeeinrichtung. Ein solches
Verfahren hat den Vorteil, dass ein Aufzugstechniker vor Ort unmittelbar den Zustand
der Zugträger bzw. der Tragmittel ablesen kann.
[0023] Die eingangs gestellte Aufgabe wird zudem gelöst durch eine Aufzugsanlage mit zumindest
einem Tragmittel, wobei das Tragmittel elektrisch leitende Zugträger umfasst, welche
von einem elektrisch isolierenden Mantel umgeben sind. Die Aufzugsanlage umfasst weiterhin
eine dem Tragmittel zugeordnete Überwachungsvorrichtung, wobei in der Aufzugsanlage
ein Verfahren, wie es oben beschrieben ist, durchführbar ist.
[0024] Das hier offenbarte Verfahren zur Überwachung eines Tragmittels in einer Aufzugsanlage
kann in unterschiedlichen Arten von Aufzugsanlagen eingesetzt werden. So können beispielsweise
Aufzugsanlagen mit oder ohne Schacht, mit oder ohne Gegengewicht, oder Aufzugsanlagen
mit unterschiedlichen Übersetzungsverhältnissen eingesetzt werden. Somit kann jedes
Tragmittel, welches elektrisch leitende Zugträger umfasst, welche von einem elektrisch
isolierenden Mantel umgeben sind, in einer Aufzugsanlage, mit der hier offenbarten
Methode bzw. Vorrichtung überwacht werden.
[0025] Anhand von Figuren wird die Erfindung symbolisch und beispielhaft näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine beispielhafte Ausführungsform einer Aufzugsanlage;
- Figur 2
- eine beispielhafte Ausführungsform eines Tragmittels; und
- Figur 3
- beispielhafte Auswertungstabellen zum Auswerten festgestellter Zustände von Zugträger.
[0026] Die in Figur 1 schematisch und beispielhaft dargestellte Aufzugsanlage 40 beinhaltet
eine Aufzugskabine 41, ein Gegengewicht 42 und ein Tragmittel 1 sowie eine Treibscheibe
43 mit zugeordnetem Antriebsmotor 44. Die Treibscheibe 43 treibt das Tragmittel 1
an und bewegt damit die Aufzugskabine 41 und das Gegengewicht 42 gegengleich. Der
Antriebsmotor 44 ist von einer Aufzugssteuerung 45 gesteuert. Die Kabine 41 ist gestaltet,
um Personen oder Güter aufzunehmen und zwischen Etagen eines Gebäudes zu transportieren.
Kabine 41 und Gegengewicht 42 sind entlang von Führungen (nicht dargestellt) geführt.
Im Beispiel sind die Kabine 41 und das Gegengewicht 42 jeweils an Tragrollen 46 aufgehängt.
Das Tragmittel 1 ist dabei an einer ersten Tragmittelbefestigungsvorrichtung 47 festgemacht,
und dann zunächst um die Tragrolle 46 des Gegengewichts 42 geführt. Sodann ist das
Tragmittel 1 über die Treibscheibe 43 gelegt, um die Tragrolle 46 der Kabine 41 geführt,
und schliesslich durch eine zweite Tragmittelbefestigungsvorrichtung 47 mit einem
Fixpunkt verbunden. Dies bedeutet, dass das Tragmittel 1 mit einer entsprechend einem
Umhängefaktor höheren Geschwindigkeit über den Antrieb 43, 44 läuft, als sich Kabine
41 bzw. Gegengewicht 42 bewegen. Im Beispiel beträgt der Umhängefaktor 2:1.
[0027] Ein loses Ende 1.1 des Tragmittels 1 ist mit einer Kontaktierungsvorrichtung 2 zur
temporären oder permanenten elektrischen Kontaktierung der Zugträger und somit zur
Überwachung des Tragmittels 1 versehen. Im dargestellten Beispiel ist an beiden Enden
1.1 des Tragmittels 1 eine derartige Kontaktierungsvorrichtung 2 angeordnet. In einer
alternativen nicht dargestellten Ausführungsform ist nur eine Kontaktierungsvorrichtung
2 an einem der Tragmittelenden 1.1 angeordnet, und die Zugträger am anderen Tragmittelende
1.1 sind elektrisch miteinander verbunden. Die Tragmittelenden 1.1 sind von der Zugkraft
im Tragmittel 1 nicht mehr belastet, da diese Zugkraft bereits vorgängig über die
Tragmittelbefestigungsvorrichtungen 47 in das Gebäude geleitet ist. Die Kontaktierungsvorrichtungen
2 sind also in einem nicht überrollten Bereich des Tragmittels 1 und ausserhalb des
belasteten Bereichs des Tragmittels 1 angeordnet.
[0028] Im Beispiel ist die Kontaktierungsvorrichtung 2 an einem Ende des Tragmittels 1.1
mit einer Überwachungsvorrichtung 3 verbunden. Die Überwachungsvorrichtung 3 verschaltet
dabei die Zugträger des Tragmittels 1 als elektrische Widerstände in einer elektrischen
Verschaltung zur Bestimmung von elektrischen Widerständen. Die Überwachungsvorrichtung
3 ist zudem mit der Aufzugssteuerung 45 verbunden. Diese Verbindung kann beispielsweise
als paralleles Relais oder als BUS-System ausgebildet sein. Dadurch kann ein Signal
oder ein Messwert von der Überwachungsvorrichtung 3 an die Aufzugssteuerung 45 übermittelt
werden, um den Zustand des Tragmittels 1, wie ermittelt von der Überwachungsvorrichtung
3, in einer Steuerung des Aufzuges 40 zu berücksichtigen.
[0029] Die gezeigte Aufzugsanlage 40 in Figur 1 ist beispielhaft. Andere Umhängefaktoren
und Anordnungen, wie beispielsweise Aufzugsanlagen ohne Gegengewicht, sind möglich.
Die Kontaktierungsvorrichtung 2 zur Kontaktierung des Tragmittels 1 wird dann entsprechend
der Platzierung der Tragmittelbefestigungsvorrichtungen 47 angeordnet.
[0030] In Figur 2 ist ein Abschnitt einer beispielhaften Ausführungsform eines Tragmittels
1 dargestellt. Das Tragmittel 1 umfasst mehrere parallel zueinander angeordnete elektrisch
leitende Zugträger 5, welche von einem Mantel 6 umhüllt sind. Zur elektrischen Kontaktierung
der Zugträger 5 kann der Mantel 6 beispielsweise durchstochen oder entfernt werden,
oder die Zugträger 5 können auch stirnseitig von einer Kontaktierungsvorrichtung 2
elektrisch kontaktiert werden.
[0031] In diesem Beispiel ist das Tragmittel mit Längsrippen auf einer Traktionsseite ausgestattet.
Solche Längsrippen verbessern ein Traktionsverhalten des Tragmittels 1 auf der Treibscheibe
43 und erleichtern zudem eine seitliche Führung des Tragmittels 1 auf der Treibscheibe
43. Das Tragmittel 1 kann jedoch auch anders ausgestaltet werden, beispielsweise ohne
Längsrippen, oder mit einer anderen Anzahl oder anderen Anordnung der Zugträger 5.
Wesentlich für die Erfindung ist es, dass die Zugträger 5 elektrisch leitend ausgestaltet
sind.
[0032] In Figur 3 sind beispielhafte Auswertungstabellen für das Auswerten der festgestellten
Zustände der Zugträger dargestellt. Durch solche Auswertungstabellen können die festgestellten
Zustände der Zugträger einem Warnzustand zugeordnet werden. Dabei ist jeweils der
Wamzustand in der Spalte ganz links abgebildet. Die festgestellten Zustände der Zugträger
sind in den übrigen Spalten dargestellt.
[0033] Die oberste Tabelle in Figur 3, welche eine beispielhafte Auswertungstabelle für
ein individuelles Tragmittel darstellt, lässt sich folgendermassen interpretieren:
Liegen Null unterbrochene Zugträger, null geerdete Zugträger und null beschädigte
Zugträger vor, so wird dem Tragmittel der Warnzustand "kein Fehler" zugeordnet. Liegt
nur ein beschädigter Zugträger vor, so wird der Warnzustand "Fehler 1. Grades" dem
Tragmittel zugeordnet. Liegen jedoch zumindest ein unterbrochener Zugträger oder zumindest
ein geerdeter Zugträger oder zumindest zwei beschädigte Zugträger vor, so wird dem
Tragmittel der Wamzustand "Fehler 2. Grades" zugeordnet. Aufgrund des zugeordneten
Wamzustandes wird die Anlage weiterbetrieben oder weiterbetrieben unter Absetzung
einer Vorwarnung oder ausser Betrieb genommen.
[0034] Die zweite, dritte und vierte Auswertungstabelle in Figur 3 ist jeweils ein Ausführungsbeispiel
für Aufzugsanlagen mit zwei, drei oder vier Tragmitteln. Dabei werden wie oben zur
ersten Tabelle in Figur 3 ausgeführt, verschiedene Wamzustände für verschiedene Defekte
der Zugträger zugeordnet. In diesem Beispiel führen beschädigte Zugträger erst dann
zu einem Fehler 2. Grades, wenn die Anzahl beschädigter Zugträger gleich gross oder
grösser ist als die Anzahl der Tragmittel in der Aufzugsanlage. Ein unterbrochener
oder ein geerdeter Zugträger führt jedoch in jedem Fall zu einem Fehler 2. Grades.
[0035] In der Auswertungstabelle für ein individuelles Tragmittel wurden die Wamzustände
mit dem Zusatz "a" bezeichnet, und in den Auswertungstabellen für Aufzugsanlagen mit
mehreren Tragmitteln wurden die Wamzustände mit dem Zusatz "b" ergänzt. In einer beispielhaften
Ausführungsform wird in einer Aufzugsanlage mit mehreren Tragmitteln sowohl ein Wamzustand
für jedes einzelne Tragmittel ermittelt wie auch ein Wamzustand für die gesamte Aufzugsanlage.
Dabei hat der Wamzustand für jedes einzelne Tragmittel den Zusatz "a" und der Wamzustand
für die Aufzugsanlage insgesamt hat den Zusatz "b". Massgebend für das Weiterbetreiben
bzw. ausser Betrieb nehmen der Aufzugsanlage ist nun der schwerwiegendste Wamzustand.
Dies kann sowohl ein Wamzustand eines individuellen Tragmittels sein, als auch ein
Wamzustand für die gesamte Aufzugsanlage.
[0036] Beispielsweise führen zwei beschädigte Zugträger in der Auswertungstabelle für eine
Aufzugsanlage mit drei Tragmitteln zu einem Fehler 1. Grades. Falls diese zwei beschädigten
Zugträger in demselben Tragmittel vorkommen, führt dies in der Betrachtung für dieses
individuelle Tragmittel zu einem Fehler 2. Grades (siehe Auswertungstabelle für ein
individuelles Tragmittel). Demzufolge kann durch dieses beispielhafte Verfahren unterschieden
werden, ob defekte Zugträger gehäuft in einem Tragmittel vorkommen oder nicht. Ein
gehäuftes Auftreten von Defekten in einem einzigen Tragmittel ist tendenziell gefährlicher
für den Gesamtzustand der Aufzugsanlage und wird daher in diesem Ausführungsbeispiel
schwerwiegender gewichtet als ein verteiltes Auftreten von Defekten in Zugträgem,
verteilt auf verschiedene Tragmittel.
[0037] Es versteht sich von selbst, dass im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Vielzahl
weiterer Auswertungstabellen realisierbar sind. Die in Figur 3 dargestellten Auswertungstabellen
dienen daher lediglich der Illustration des allgemeinen Prinzips.
1. Verfahren zur Überwachung zumindest eines Tragmittels (1) in einer Aufzugsanlage (40),
wobei das Tragmittel (1) elektrisch leitende Zugträger (5) umfasst, welche von einem
elektrisch isolierenden Mantel (6) umgeben sind, das Verfahren umfassend:
- Überwachen eines elektrischen Widerstandes der Zugträger (5), wobei durch eine Überwachungsvorrichtung
(3) zumindest zwei der Zustände:
- unterbrochener Zugträger
- geerdeter Zugträger
- beschädigter Zugträger
feststellbar sind;
- Auswerten der festgestellten Zustände der Zugträger (5), wobei die Zustände einem
Wamzustand zugeordnet werden; und
- Weiterbetreiben oder Weiterbetreiben unter Absetzung einer Vorwarnung oder Ausserbetriebnehmen
der Aufzugsanlage (40) unter Berücksichtigung des Wamzustandes.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei beim Überwachen drei Zustände durch die Überwachungsvorrichtung
(3) feststellbar sind.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei beim Auswerten sowohl jedem
einzelnen Tragmittel (1) mit allen dazugehörigen Zugträgern (5) als auch einer Summe
aller Tragmittel (1) in der Aufzugsanlage (40) mit allen dazugehörigen Zugträgern
(5) je einen Warnzustand zugeordnet werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei für das Weiterbetreiben bzw. Ausserbetriebnehmen
der Aufzugsanlage (40) ein schwerwiegendster Wamzustand, ausgewählt aus dem schwerwiegendsten
Wamzustand jedes einzelnen Tragmittels (1) und dem Wamzustand der Summe aller Tragmittel
(1), massgebend ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei den Zugträgern (5) zumindest
die Wamzustände
- kein Fehler
- Fehler 1. Grades
- Fehler 2. Grades
zugeordnet werden können.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei beim Weiterbetreiben oder Weiterbetreiben unter Absetzung
einer Vorwarnung oder Ausserbetriebnehmen der Aufzugsanlage (40)
- der Wamzustand kein Fehler zum Weiterbetreiben führt
- der Wamzustand Fehler 1. Grades zum Weiterbetreiben unter Absetzung einer Vorwarnung
führt
- der Wamzustand Fehler 2. Grades zur Ausserbetriebnahme der Aufzugsanlage (40) führt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 oder 6, wobei beim Auswerten ein unterbrochener
Zugträger (5) oder ein geerdeter Zugträger (5) zu einem schwerwiegenderen Warnzustand
führt als ein beschädigter Zugträger (5).
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei einem Tragmittel (1) mit einem unterbrochenen
Zugträger (5) oder einem geerdeten Zugträger (5) in jedem Fall ein Fehler 2. Grades
zugeordnet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei ein Tragmittel (1) mit zumindest
einem beschädigten Zugträger (5)
- zu einem Fehler 1. Grades führt, wenn höchstens ein Zugträger (5) pro Tragmittel
(1) einen beschädigten Zugträger (5) aufweist und wenn die Anzahl beschädigter Zugträger
(5) kleiner ist als die Anzahl Tragmittel (1)
- zu einem Fehler 2. Grades führt, wenn mehr als ein Zugträger (5) pro Tragmittel
(1) beschädigt ist oder wenn die Anzahl beschädigter Zugträger (5) gleich gross oder
grösser ist als die Anzahl Tragmittel (1).
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei beim Ausserbetriebnehmen
der Aufzugsanlage (40) eine vordefinierte Position einer Aufzugskabine (41) angefahren
wird, bevor die Aufzugsanlage (40) für weitere Fahrten ausser Betrieb gesetzt wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei beim Weiterbetreiben unter
Absetzung einer Vorwarnung eine für die Aufzugsanlage (40) zuständige Unterhaltsstelle
über den festgestellten Zustand der Zugträger (5) oder über den dazu zugeordneten
Wamzustand informiert wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei beim Auswerten
- ein unterbrochener Zugträger (5) durch einen gegen unendlich strebenden elektrischen
Widerstand feststellbar ist,
- ein geerdeter Zugträger (5) durch einen gegen Null strebenden elektrischen Widerstand
feststellbar ist, und
- ein beschädigter Zugträger (5) durch einen erhöhten oder durch einen erniedrigten
elektrischen Widerstand feststellbar ist.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verfahren weiter den
Schritt umfasst:
- Anzeigen eines festgestellten Zustandes der Zugträger (5) oder eines den Tragmitteln
(1) zugeordneten Warnzustandes an einer in der Aufzugsanlage (40) angeordneten Anzeigeeinrichtung.
14. Aufzugsanlage (40) mit zumindest einem Tragmittel (1), wobei das Tragmittel (1) elektrisch
leitende Zugträger (5) umfasst, welche von einem elektrisch isolierenden Mantel (6)
umgeben sind, und einer dem Tragmittel (1) zugeordneten Überwachungsvorrichtung (3),
wobei in der Aufzugsanlage (40) das Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 13
durchführbar ist.