| (19) |
 |
|
(11) |
EP 2 809 465 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
19.08.2015 Patentblatt 2015/34 |
| (22) |
Anmeldetag: 31.01.2013 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/EP2013/051934 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2013/113832 (08.08.2013 Gazette 2013/32) |
|
| (54) |
VERFAHREN ZUM STRANGGIEßEN EINES METALLISCHEN STRANGES IN EINER STRANGGIEßANLAGE UND
STRANGGIEßANLAGE
METHOD FOR THE CONTINUOUS CASTING OF A METAL STRAND IN A CONTINUOUS CASTING INSTALLATION
AND A CONTINUOUS CASTING INSTALLATION
PROCÉDÉ DE COULÉE CONTINUE D'UNE BARRE COULÉE MÉTALLIQUE DANS UNE INSTALLATION DE
COULÉE CONTINUE ET INSTALLATION DE COULÉE CONTINUE
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
01.02.2012 DE 102012201395
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
10.12.2014 Patentblatt 2014/50 |
| (73) |
Patentinhaber: SMS group GmbH |
|
40237 Düsseldorf (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- SEIDEL, Jürgen
57223 Kreuztal (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Klüppel, Walter |
|
Hemmerich & Kollegen
Patentanwälte
Hammerstraße 2 57072 Siegen 57072 Siegen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 0 287 021 WO-A1-2007/137759 DE-U1- 7 613 430
|
WO-A1-2007/073841 DE-A1-102010 022 003 GB-A- 1 603 428
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Stranggießen eines metallischen Stranges
in einer Stranggießanlage, bei dem in einer Gießmaschine das zur Bramme geformte Metall
mit noch schmelzflüssigem Kern aus einer Kokille vertikal ausgebracht wird, wobei
die Bramme in Förderrichtung hinter der Kokille durch eine Anzahl Segmente geführt
wird, wobei jedes Segment eine Anzahl Segmentrollen aufweist, die zur Kontaktnahme
mit der Brammenoberfläche ausgebildet sind, wobei im Bereich vor dem Gießmaschinenende
eine Anzahl von Segmentrollen von der Brammenoberfläche abgehoben werden oder in vorgesehenen
Aufnahmen nicht installiert werden, so dass der Kontakt zwischen Bramme und Segmentrolle
unterbrochen bzw. nicht gegeben ist. Des weiteren betrifft die Erfindung eine Stranggießanlage.
[0002] Die gattungsgemäße Herstellung eines Stranges ist im Stand der Technik hinlänglich
bekannt. Der gegossene Gießstrang, das heißt die Bramme, verlässt die Kokille und
ist hier im Inneren noch schmelzflüssig. Entlang des Gießbogens wird die Bramme von
der Vertikalen in die Horizontale umgebogen, wofür eine Anzahl Gießbogensegmente zum
Einsatz kommen. Jedes Gießbogensegment hat eine Anzahl Segmentrollen, die paarweise
die Bramme an gegenüber liegenden Seiten kontaktieren.
[0003] Zum Stand der Technik wird auf die Figuren 1 bis 3 hingewiesen. Fig. 1 zeigt eine
Gießmaschine als Bestandteil einer Stranggießanlage in der Seitenansicht. In Fig.
2 ist der Verlauf der Temperatur von der Kokille bis zu einem Ofen, der der Gießmaschine
nachgeschaltet ist, dargestellt.
[0004] In Fig. 1 ist zu sehen, dass die Stranggießanlage 1 die Gießmaschine 2 umfasst, die
eine Anzahl - vorliegend acht dargestellte - Gießbogensegmente 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10
und 11 hat, die einen Gießbogen 3 bilden. Die Kokille und die ersten drei Gießbogensegmente
sind nicht dargestellt. Entlang des Gießbogens 3 wird die gegossene Bramme bis zum
Gießmaschinenende 14 in Förderrichtung F gefördert und dabei von der Vertikalen in
die Horizontale umgelenkt.
[0005] In jedem Gießbogensegment 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11 sind eine Anzahl Paare an Segmentrollen
12 und 13 gelagert, zwischen denen die Bramme hindurch gefördert wird.
[0006] Die Gießmaschinenlänge (von der Kokille bis zum Gießmaschinenende 14) wird in der
Regel so festgelegt, dass bei maximalem Massenfluss (entsprechend Dicke bzw. Querschnitt
der Bramme mal Gießgeschwindigkeit) die Erstarrung des gegossenen Strangs noch innerhalb
des letzten Gießbogensegments (also vorliegend im Gießbogensegment 11) stattfindet.
Der sich hieraus ergebende Temperaturverlauf ist in Fig. 2 dargestellt, hier am Beispiel
einer 16,4 m langen Bogengießanlage. Dargestellt sind die Kerntemperatur T
K, die Oberflächentemperatur T
O (auf der Unterseite der Bramme) und der Mittelwert der Temperatur T
M über der Brammendicke beim Durchlaufen durch die Gießmaschine bis zum Eintritt in
den dahinter angeordneten Rollenherdofen. Angegeben ist das Gießmaschinenende 14 und
der Ofenanfang 19.
[0007] Die mittlere Austrittstemperatur der Dünnbramme aus der Gießmaschine ist hier höher
als 1.200 °C. Auch beim weiteren Transport zum Ofen verliert die Bramme an die freie
Umgebung und Rollen etc. noch ca. 70 °C an Temperatur. Infolge des hohen Massenflusses
ist jedoch das Temperaturniveau beim Einlauf in den Ofen ausreichend hoch (hier: 1.166
°C).
[0008] Zu erwähnen ist, dass die Durcherstarrung der Bramme kurz vor dem Gießmaschinenende
14 stattfindet; die Position ist mit 23 bezeichnet.
[0009] Die Stranggießanlage wird jedoch nicht immer mit den optimalen Bedingungen bzw. mit
maximalen Gießgeschwindigkeiten betrieben. Gießtechnologische Gründe (z. B. Oberflächenqualität,
Rissvermeidung, Gießstabilität) erfordern auch abhängig vom zu gießenden Produkt niedrigere
Gießgeschwindigkeiten. Eine Gießmaschine kann und muss flexibel die Gießgeschwindigkeiten
einstellen können. Auch aus gießtechnologischen Gründen kann die Strangkühlung nicht
beliebig an den niedrigeren Massenfluss angepasst werden. Bei niedrigerem Massenfluss
erstarrt der Gießstrang deshalb weit innerhalb der Stranggießanlage, was sich aus
Fig. 3 ergibt. Hier ist wiederum der Verlauf der Temperatur von der Kokille bis zum
Ofen dargestellt, jetzt allerdings bei - im Verhältnis zu Fig. 2 - niedrigerer Gießgeschwindigkeit.
Der Durcherstarrungsort der Bramme ist wiederum mit 23 angegeben und liegt weit vor
dem Gießmaschinenende 14. Nach der Durcherstarrung verliert der Strang bei seinem
weiteren Verlauf durch die Stranggießanlage im Beispielsfall zusätzlich noch ca. 150
°C (s. ΔT
1) bis zum Gießmaschinenende 14. Infolge des geringen Massenflusses ist auch der Temperaturverlust
zwischen dem Ende der Stranggießmaschine 14 und dem Ofenanfang 19 relativ hoch (s.
ΔT
2: im Beispielsfall ca. 100 °C), so dass im vorliegenden Falle die mittlere Einlauftemperatur
in den Ofen nur ca. 987 °C beträgt.
[0010] Mithin ergeben sich große Energieverluste in der Bramme bei früher Erstarrung innerhalb
der Stranggießanlage sowie beim Transport zum Ofen bei niedrigem Massenfluss.
[0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verfahrensweise und eine Stranggießanlage
vorzuschlagen, mit der es möglich wird, die besagten Energieverluste in einfacher
und effizienter Weise zu vermindern, so dass auch bei sich verändernder Gießgeschwindigkeit
stets optimale Prozessbedingungen aufrecht erhalten werden können. Es soll also eine
energetisch optimierte Betriebsweise möglich sein, die sich bei einer vorgegebenen
Gießgeschwindigkeit einstellen lässt.
[0013] Die Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist verfahrensgemäß dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen die Brammenoberfläche und der mindestens einen von der Bramme abgehobenen
oder nicht installierten Segmentrolle ein thermisches Dämmelement eingebracht wird.
Bevorzugt ist dabei vorgesehen, dass die Bramme in Förderrichtung hinter der Kokille
entlang eines Gießbogens durch eine Anzahl Gießbogensegmente geführt und in die Horizontale
umgelenkt wird, wobei jedes Gießbogensegment eine Anzahl Segmentrollen aufweist, die
zur Kontaktnahme mit der Brammenoberfläche ausgebildet sind, wobei entlang des Gießbogens
im Bereich vor dem Gießmaschinenende eine Anzahl von Segmentrollen von der Brammenoberfläche
abgehoben werden oder in vorgesehenen Aufnahmen nicht installiert werden.
[0014] Dieses Einbringen des Dämmelements kann durch horizontales Einschieben von der Seite
der Bramme aus erfolgen.
[0015] Die thermischen Dämmelemente können dabei zwischen beabstandeten Stützrollen oder
Treiberrollen fest installiert werden, insbesondere vor einer oder vor beiden Brammenseiten
bzw. Brammenkanten.
[0016] Bevorzugt wird mittels eines Rechenmodells eine Simulationsrechnung durchgeführt,
wobei zumindest aufgrund der Gießgeschwindigkeit und der Brammengeometrie aber auch
ggf. aufgrund weiterer Parameter die Lage der Sumpfspitze ermittelt wird, wobei das
Abheben von Segmentrollen aufgrund der Simulationsrechnung so erfolgt, dass das Abheben
für einen definierten Abschnitt des Gießbogens erfolgt. Konkret kann vorgesehen sein,
dass die Gießbogensegmente, die in Förderrichtung hinter der berechneten Sumpfspitze
liegen, aufgefahren und ggf. mit einem thermischen Dämmelement versehen werden.
[0017] Die Gießbogensegmente sind zumeist mit Kühlmitteln zum Kühlen der Bramme versehen,
wobei in diesem Falle zumindest an einer Anzahl Gießbogensegmente die Kühlleistung
herabgesetzt oder ganz auf Null gebracht werden kann.
[0018] Die Bramme kann zumindest im Bereich der Gießbogensegmente mit abgehobenen Segmentrollen
durch vorzugsweise angetriebene Stützrollen unterstützt werden, so dass trotz der
außer Kontakt gebrachten Stützrollen eine hinreichende Führung und ein funktionsfähiger
Transport der Bramme gegeben ist. Alternativ können in bestimmten Abständen Treibrollenpaare
bzw. Klemmrollen installiert werden.
[0019] Die abgehobenen Segmentrollen und/oder die der Strahlungswärme der Bramme ausgesetzten
Stützrollen werden vorzugsweise drehangetrieben.
[0020] Der vorgeschlagene Dämmeffekt in der Stranggießanlage wird bevorzugt kombiniert bzw.
ergänzt mit Dämmmaßnahmen, die hinter der Stranggießanlage durchgeführt werden.
[0021] Hinter der Gießmaschine ist zumeist - neben anderen Einrichtungen - ein Ofen angeordnet,
wobei im Bereich zwischen Gießmaschinenende und Ofenanfang mindestens ein thermisches
Dämmelement zur Wärmedämmung der Bramme angeordnet werden kann. In diesem Falle kann
vorgesehen sein, dass das mindestens eine thermische Dämmelement nur zeitweise in
den Bereich der Bramme zu deren thermischen Isolation eingefahren wird.
[0022] Bevorzugt ist weiter vorgesehen, dass das mindestens eine thermische Dämmelement
in den Bereich einer Schere und/oder in den Bereich eines Inline-Gerüsts und/oder
in den Bereich einer Kaltstrangentfernung eingefahren wird.
[0023] Damit kann eine Verbesserung der Materialeigenschaften - auch an der Oberfläche und
den Kanten der Bramme - durch eine Erhöhung der Minimaltemperatur vor der Wiedererwärmung
im Ofen (bzw. in der Induktionsheizung) mit Hilfe von Dämmelementen in der Stranggießanlage
und/oder hinter der Stranggießanlage erreicht werden.
[0024] Die vorgeschlagene Stranggießanlage zum Stranggießen eines metallischen Stranges,
die eine Gießmaschine aufweist, in der das zur Bramme geformte Metall mit noch schmelzflüssigem
Kern aus einer Kokille vertikal ausgebracht werden kann, wobei in Förderrichtung hinter
der Kokille ein Gießbogen mit einer Anzahl Gießbogensegmente angeordnet ist, mit dem
die Bramme in die Horizontale umgelenkt werden kann, wobei jedes Gießbogensegment
eine Anzahl Segmentrollen aufweist, die zur Kontaktnahme mit der Brammenoberfläche
ausgebildet sind, ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass entlang des Gießbogens
im Bereich vor dem Gießmaschinenende eine Anzahl von Segmentrollen mit Verstellmitteln
versehen sind, um die Segmentrolle von der Brammenoberfläche abheben zu können, wobei
mindestens ein bewegliches thermisches Dämmelement vorhanden ist, das in einer Passivstellung
außerhalb des Gießbogensegments und in einer Aktivstellung innerhalb des Gießbogensegments
und zwischen der abgehobenen Segmentrolle und der Bramme platziert werden kann.
[0025] Das mindestens eine bewegliche thermische Dämmelement kann dabei durch die Verstellmittel
horizontal und quer zur Förderrichtung der Bramme verschieblich angeordnet sein.
[0027] Mit der vorgeschlagenen Vorgehensweise wird eine Erhöhung der Temperatur der Bramme
hinter der Gießmaschine sowie eine höhere Ofeneintrittstemperatur erreicht, ohne hierfür
einen energetischen Mehraufwand treiben zu müssen.
[0028] Um also den Aufwand bei der Wiedererwärmung der Bramme im Ofen zu reduzieren und
somit Energiekosten einzusparen, werden folgende Maßnahmen im Bereich der Stranggießanlage
(einschließlich des Weitertransports zum Ofen) vorgeschlagen:
Die Segmentrollen sollen bei Bedarf, das heißt wenn die (Aus-)Kühlung der durcherstarrten
Bramme vermindert werden soll, vom Strang abheben, das heißt in den Rollensegmenten,
in denen der Strang bereits durcherstarrt ist. Hierdurch wird der den Strang kühlende
Kontakt der Rollen vermieden. Zweckmäßiger Weise sind dabei die Rollen angetrieben,
um eine einseitige Erwärmung und Deformation der Rollen zu vermeiden. Dies gilt insbesondere,
wenn die Rollen ungeschützt, das heißt ohne Dämmung, längere Zeit der Brammenstrahlung
ausgesetzt sind.
[0029] Bei einem erweiterten Abheben der Segmentrollen vom Strang wird es möglich, eine
Dämmhaube (thermisches Dämmelement) zwischen den Strang und die Segmentrollen einzuschieben.
Die Dämmhaube erwärmt sich im Dauerbetrieb auf ca. Strangoberflächentemperatur und
reduziert so wesentlich den Temperaturverlust.
[0030] Der Strang wird in diesem Falle nur von einzelnen vorzugsweise angetriebenen Strangrollen
(Stützrollen) unterstützt.
[0031] In der Stranggießanlage erfolgt eine Minimierung der Segmentkühlung im Bereich von
der Kokille bis zur Durcherstarrung des Strangs im Rahmen der technologisch zulässigen
Grenzen. Hier bietet sich eine Zwei-Stoff-Kühlung an, die einen größeren Einstellbereich
der Kühlwirkung hat; es ist aber auch zumindest teilweise ein trockenes Gießen möglich.
[0032] Eine weitere Maßnahme ist die Deaktivierung der Segmentkühlung im durcherstarrten
Bereich bis zum Gießmaschinenende.
[0033] Zur Steuerung des Verfahrens wird bevorzugt ein Rechenmodell verwendet. Dieses Rechenmodell
beschreibt die Abkühlung des Strangs innerhalb der Stranggießanlage und das Segment,
in dem der Strang sicher durcherstarrt. Das Rechenmodell berücksichtigt dabei unter
anderem folgende Parameter:
Gießgeschwindigkeit, Brammendicke bzw. Brammengeometrie, Materialkonstanten, Einstellungen
bei der Kokillenkühlung, die Kühlwirkung der Segmentkühlung, die Kühlwirkung an den
Segmentrollen und an der sonstigen Umgebung.
[0034] Die Berechnung kann als Setup vor dem Gießbeginn oder dynamisch während des Gießprozesses
stattfinden. Abhängig vom Ergebnis der Simulation wird festgelegt, welche Segmente
aufgefahren werden. Ändert sich der Massenfluss während des Gießens, können einzelne
Segmente aufgefahren oder auch wieder geschlossen werden, so dass sich eine flexible
Veränderung der Stranglänge ergibt.
[0035] Dabei kann vorgesehen werden, dass komplette Segmente wie beschrieben verstellt werden;
möglich ist alternativ aber auch, dass Segmentgruppen oder auch separat einzelne Segmentrollen
oder Segmentrollenpaare verstellt werden.
[0036] Zwischen der Gießmaschine und dem nachfolgenden Ofen können folgende Maßnahmen eine
vorteilhafte Wirkung im Sinne der erfindungsgemäßen Aufgabenstellung haben und den
gewünschten Effekt ergänzen:
Jeder freie Bereich kann mit ortsfesten oder beweglichen Dämmhauben (thermischen Dämmelementen)
versehen werden.
[0037] Dies kann zunächst im Bereich der Kaltstrangentsorgung erfolgen. Hierzu wird nach
der Beseitigung des Kaltstrangs der "Galgen" hoch geschwenkt und in den Freiraum eine
Dämmhaube eingefahren.
[0038] Eine entsprechende thermische Dämmung ist auch zwischen den Rollgangsrollen möglich.
[0039] Gleichermaßen kann eine thermische Dämmung im Bereich des Scherenrahmens und der
Scherenmesser erfolgen. Zum Schneiden können die Wärmedämmhauben aus dem Schnittbereich
heraus geschwenkt und danach wieder zurück geschwenkt werden. Demgemäß kann hierdurch
am Brammenkopf und am Brammenende dieser Bereich nicht gedämmt werden. Diese Temperaturverluste
bzw. Temperaturunterschiede können jedoch im Ofen durch gezielte Brennerfahrweise
oder effizienter durch eine kleine induktive Heizung, die an diesen kälteren Bereichen
wirkt, kompensiert werden. Die Temperaturunterschiede am Brammenende werden durch
schnelles Hineintransportieren in den Ofen weitgehend kompensiert.
[0040] Auch im Bereich der Brammenreinigung ist eine Wärmedämmung möglich. Dieser Bereich
kann genutzt werden, wenn die Brammenreinigung nicht benutzt wird und hochgeschwenkt
ist.
[0041] Vorteilhaft ist auch eine Minimierung der Strecke zwischen Gießmaschinenende und
Ofenanfang.
[0042] Die vorgeschlagenen Maßnahmen kommen bevorzugt an einer Dünnbrammen-Bogengießanlage
zum Einsatz. Natürlich eignen sie sich aber auch für andere Stranggießanlagen, insbesondere
für vertikale Gießanlagen oder für konventionelle Dickbrammen-Gießanlagen.
[0043] Bei einer vertikalen Stranggießanlage sind bevorzugt entsprechende Dämmmaßnahmen
bereits im Senkrecht- und Bogenteil hinter der Stranggießanlage durchzuführen.
[0044] Statt einer Schere und einem Ofen hinter der Gießmaschine kann auch ein Inline-Walzgerüst
mit dahinter angeordneter Schere und im weiteren Verlauf ein Ofen (oder eine induktive
Heizung) hinter der Gießmaschine installiert sein. Für den Bereich des Inline-Walzgerüsts
gelten die gleichen zuvor beschriebenen Dämmmaßnahmen.
[0045] Mit der vorgeschlagenen Verfahrensweise und apparativen Ausgestaltung wird es möglich,
folgende energetische Vorteile zu erzielen:
Es erfolgt ein nur minimaler Temperaturverlust im Bereich der Gießmaschine und auf
der Transportstrecke dahinter. Es kommt zu einer Verminderung von Heizenergie im nachfolgenden
Ofen (zumeist: herkömmlicher Rollenherdofen).
[0046] Werden auf diese Weise 100 °C Brammentemperaturerhöhung am Eintritt der Bramme in
den Ofen erzielt, ergibt sich eine Ersparnis von ca. 36 kWh/t Gasenergie im Ofen,
das heißt ca. 1,10 €/t bei einem Gaspreis von 0,03 €/kWh.
[0047] Es ergibt sich in vorteilhafter Weise eine höhere Ofeneinlauftemperatur als energetischer
Mittelwert aber auch an der Oberfläche und besonders an den Brammenkanten.
[0048] Möglich wird eine Verbesserung und Sicherstellung der Materialeigenschaften, insbesondere
bei höherwertigen Materialien auch bei niedrigem Massenfluss, der technologisch erforderlich
sein kann.
[0049] Der Segmentrollenverschleiß wird sich durch die vorgeschlagenen Maßnahmen ebenfalls
vermindern, insbesondere im hinteren Teil der Gießmaschine.
[0050] In der Konsequenz einer höheren mittleren Einlauftemperatur in den Ofen wird es weiter
möglich, die Ofenlänge etwas zu verkürzen.
[0051] Schließlich sinkt auch die Scherenbelastung bzw. die Schere kann kleiner ausgelegt
werden.
[0052] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- in der Seitenansicht eine Gießmaschine als Bestandteil einer Stranggießanlage gemäß
dem Stand der Technik,
- Fig. 2
- nach dem Stand der Technik den Verlauf der Temperatur von der Kokille bis zu einem
Ofen, der der Gießmaschine nachgeschaltet ist, wobei eine erste, hohe Gießgeschwindigkeit
gegeben ist,
- Fig. 3
- nach dem Stand der Technik den Verlauf der Temperatur von der Kokille bis zum nachgeschalteten
Ofen, wobei eine zweite, verminderte Gießgeschwindigkeit gegeben ist,
- Fig. 4
- in der Seitenansicht die Gießmaschine, die nunmehr erfindungsgemäß ausgestattet ist
und erfindungsgemäß betrieben wird,
- Fig. 5
- den Bereich der Stranggießanlage zwischen Gießmaschinenende und Ofen, der erfindungsgemäß
ausgestattet ist und erfindungsgemäß betrieben wird, und
- Fig. 6
- den Verlauf der Temperatur von der Kokille bis zum nachgeschalteten Ofen, wobei die
zweite, verminderte Gießgeschwindigkeit gegeben ist, wobei das erfindungsgemäße Verfahren
eingesetzt wird.
[0053] In Fig. 4 ist eine Stranggießanlage 1 angedeutet, wobei hier die Gießmaschine 2 derselben
dargestellt ist. Zum Aufbau und zur Wirkungsweise wird auf die obigen Ausführung zu
Fig. 1 Bezug genommen, die hier analog gelten. Neu ist hier, dass mit einer Gießgeschwindigkeit
gearbeitet wird, die soweit reduziert ist, dass ohne weitere Maßnahmen die Sumpfspitze
nicht mehr im Bereich des Gießmaschinenendes 14 liegt, sondern - wie in Fig. 3 dargestellt
- im mittleren Bereich der Gießmaschine. Dies hätte die negativen Konsequenzen, wie
sie im Zusammenhang mit Fig. 3 oben ausgeführt wurden.
[0054] Um dies zu verhindern, ist jetzt erfindungsgemäß vorgesehen, dass entlang des Gießbogens
3 im Bereich vor dem Gießmaschinenende 14 eine Anzahl von Segmentrollen 12 und 13
von der Brammenoberfläche abgehoben werden. Der Kontakt zwischen Segmentrolle und
Brammen ist somit unterbrochen. Dies hat zunächst einmal per se zur Folge, dass die
Kühlwirkung, die durch den Oberflächenkontakt zwischen Segmentrolle und Bramme hergestellt
wird, ausbleibt und die Bramme folglich weniger stark entlang ihres Verlauf zum Gießmaschinenende
14 abkühlt.
[0055] Des weiteren sind die Segmentrollen in Richtung normal auf die Brammenoberfläche
so weit angehoben bzw. abgesenkt, dass zwischen die Brammenoberfläche und den von
der Bramme abgehobenen Segmentrollen 12, 13 ein thermisches Dämmelement 15 bzw. 16
eingebracht werden kann. Besagte Dämmelemente 15, 16 sind dabei seitlich horizontal
in den geschaffenen Zwischenraum zwischen Bramme und Segmentrolle 12, 13 eingeschoben
worden.
[0056] Dies hat zur Folge, dass die Bramme jetzt weitaus weniger auskühlen kann, als es
ohne die genannte Maßnahme der Fall wäre.
[0057] Um der Bramme trotz abgehobener bzw. abgesenkter Segmentrolle 12, 13 dennoch eine
hinreichende Führung zu geben, sind in den Gießbogensegmenten vorzugsweise angetriebene
Stützrollen 17 angeordnet. Demgemäß wird der Strang nur von einigen Stützrollen 17
unterstützt. Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 sind die letzten drei bzw. vier
Gießbogensegmente 8, 9, 10, 11 entsprechend eingestellt worden.
[0058] Vorliegend ist, wie es später noch in Fig. 6 zu sehen sein wird, der Gießstrang bereits
etwa im Bereich des Gießbogensegments 7 durcherstarrt. Demgemäß sind die folgenden
Gießbogensegmente 8, 9, 10 und 11 aufgefahren und mit Dämmelementen 15, 16 versehen
worden. Diese Maßnahme kann oberhalb und unterhalb der Bramme erfolgen, gegebenenfalls
aber auch nur einseitig.
[0059] Auch eine seitliche Dämmung in Richtung der Brammenkanten ist vorgesehen. Diese kann
an den Dämmelementen 15, 16 befestigt sein oder separate Verstellmechanismen besitzen.
Die seitliche Dämmung ist in Fig. 4 jedoch nicht dargestellt.
[0060] Das erweiterte Abheben oder Absenken der Segmentrollen erfolgt beispielsweise mittels
eines Langhub-Hydraulikzylinders 27, der sich im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4
an dem Rahmen 28 abstützt. Als Verstellorgan kann auch eine mechanische Anstellung
oder ein Pneumatikzylinder verwendet werden.
[0061] Wenn sich für einen längeren Zeitraum die Gießbedingungen so gestalten, dass ein
oder mehrere Gießsegmente oder Segmentbereiche nicht benutzt werden, können besagte
Gießsegmente optional vorteilhafterweise so präpariert werden, dass die Dämmungen
fest installiert sind. Auch hier wird, wie in Fig. 4 dargestellt, der Gießstrang durch
beabstandete Stützrollen oder Treibrollen unterstützt und in dazwischen liegende Bereiche
oben und/oder unten und gegebenenfalls auch seitlich eine feststehende Dämmung eingebaut.
Demgemäß einfällt ein seitliches Hinein- und Ausfahren der Dämmung in diesem Falle.
Auch eine erweiterte Anstellung von Segmentrollen in Richtung auf die Bramme zu bzw.
weg von dieser erfolgt hier nicht bzw. die Segmentrollen sind im Bereich der Dämmung
von Anfang an nicht vorhanden.
[0062] In Fig. 5 ist zu sehen, dass auch Wärmedämm-Maßnahmen im Bereich zwischen dem Gießmaschinenende
14 und dem Ofenanfang 19 des nachfolgenden Ofens 18 getroffen sind, um die Bramme
am Ofeneinlauf warm zu halten. Thermische Dämmelemente 20, 21 und 22 sind vorgesehen,
die analog zu den Dämmelementen 15 und 16 die Abgabe von Wärme von der Bramme an die
Umgebung behindern und so sicherstellen, dass die Bramme warm bleibt.
[0063] Im Bereich der Brammenreinigung 24 ist eine einschwenkbare Dämmhaube 20 vorgesehen.
Das Einschwenken kann erfolgen, wenn der Spritzbalken der Brammenreinigung 24 nicht
aktiv und hochgeschwenkt ist.
[0064] Thermische Dämmelemente 21 sind auch im Bereich der Schere 25 vorhanden. Die Schwenkpfeile
an den Dämmelementen 21 geben die Bewegungsrichtung an, in die die Dämmelemente 21
geschwenkt werden, um entweder in ihre Aktivposition (zum Wärmedämmen) zu gelangen
oder in ihre Passivposition (zum Schneiden der Bramme).
[0065] Auch im Bereich der Kaltstrangentsorgung unmittelbar vor dem Ofen 18 ist ein thermisches
Dämmelement 22 vorhanden. Der Galgen 26 zur Entsorgung des Kaltstrangs ist angedeutet.
Nach dem Beseitigen des Kaltstrangs kann das obere Dämmelement 22 in die dargestellte
Position eingeschwenkt werden. Die unteren thermischen Dämmelemente sind vorliegend
als feststehende Dämmungen ausgebildet.
[0066] Diese Maßnahmen ergänzen die Dämmwirkung in der Stranggießanlage. Ohne Dämmelemente
hinter der Stranggießanlage würde ein Teil des Temperatureffekts, den die Stranggießanlage
erzeugt hat, wieder verloren gehen. In Fig. 6 ist zu sehen, wie sich der Temperaturverlauf
bei erfindungsgemäßer Ausgestaltung und Verfahrensweise ergibt:
Die sich ergebenden Temperaturverläufe für die Kerntemperatur TK, den Mittelwert der Temperatur der Bramme TM und der Oberflächentemperatur TO auf der Brammenunterseite sind wiederum angegeben, wobei allerdings ergänzend und
zu Zwecken des Vergleichs der Mittelwert der Temperatur TM* als gepunktete Kurve eingetragen ist, die den Verlauf angibt, wie er sich ohne die
erfindungsgemäßen Maßnahmen ergeben würde. Dass sich die temperaturmäßig höher liegende
Kurve TM ergibt, und nicht die Kurve TM*, ist also das Resultat des Umstands, dass im eingetragenen Bereich D die beschriebenen
Wärmedämm-Maßnahmen durchgeführt wurden.
[0067] Demgemäß liegt ohne zusätzlichen Energieaufwand eine höhere Einlauftemperatur der
Bramme beim Eintritt in den Ofen 18 vor.
[0068] Bei der vorgeschlagenen Stranggießanlage und bei dem erweiterten Abheben der Segmentrollen
vergrößern sich die Stützlängen (Rahmen) sowie der Hub der Verstellorgane etc. Um
die Einstellgenauigkeit der Segmentrollen zu optimieren, wird ein Rechenmodell und/oder
Regelalgorithmus eingesetzt, der die Steifigkeit des Segments, des Segmentrahmens
und den Einfluss der Verstellorgane (z. B. Ölsäule) in Abhängigkeit des Anpressdrucks
sowie die thermische Veränderung der mechanischen Bauteile (Rollen, Rahmen) beschreibt.
Alternativ oder ergänzend können auch Kraft- und Weg-Mess-Sensoren eingesetzt werden.
[0069] Weiterhin gibt es bei der erfindungsgemäßen Stranggießanlage für einige Segmente
keine Fest- und Losseite, sondern es werden beide Seiten verstellt. Beim Öffnen und
Schließen der Segmente werden diese mittels Weggebern positioniert oder optional mit
den Verstellorgangen gegen Anschläge (Wegbegrenzung, quasi Festseite) gefahren und
somit die Position definiert eingestellt.
[0070] Die geänderte Bauform der Segmente kann auch Einfluss auf die Wechselpraxis der Segmente
haben. Beim Wechseln der Segmente können entweder die Segmente samt Rahmen 28 und
Verstellorganen 27 gewechselt werden, oder der Rahmen 28 steht alternativ fest und
nach Entfernung von Quertraversen werden die Segmentrollen zum Wechseln entfernt.
[0071] Die Segmente oder Segmentteile können zum Wechseln quer zur Brammentransportrichtung
zur Seite durch den Rahmen entfernt oder senkrecht zur Brammentransportrichtung abgehoben
werden.
Bezugszeichenliste:
[0072]
- 1
- Stranggießanlage
- 2
- Gießmaschine
- 3
- Gießbogen
- 4
- Segment / Gießbogensegment
- 5
- Segment / Gießbogensegment
- 6
- Segment / Gießbogensegment
- 7
- Segment / Gießbogensegment
- 8
- Segment / Gießbogensegment
- 9
- Segment / Gießbogensegment
- 10
- Segment / Gießbogensegment
- 11
- Segment / Gießbogensegment
- 12
- Segmentrolle
- 13
- Segmentrolle
- 14
- Gießmaschinenende
- 15
- thermisches Dämmelement
- 16
- thermisches Dämmelement
- 17
- Stützrolle
- 18
- Ofen
- 19
- Ofenanfang
- 20
- thermisches Dämmelement
- 21
- thermisches Dämmelement
- 22
- thermisches Dämmelement
- 23
- Ort der Durcherstarrung
- 24
- Brammenreinigung
- 25
- Schere
- 26
- Galgen zur Entsorgung des Kaltstrangs
- 27
- Verstellorgan (Hydraulikzylinder)
- 28
- Rahmen
- V
- Vertikale
- H
- Horizontale
- F
- Förderrichtung
- TK
- Kerntemperatur
- TO
- Oberflächentemperatur (Brammenunterseite)
- TM
- Mittelwert der Temperatur
- TM*
- Mittelwert der Temperatur ohne Wärmedämm-Maßnahmen
- D
- Bereich der Wärmedämm-Maßnahmen
1. Verfahren zum Stranggießen eines metallischen Stranges in einer Stranggießanlage (1),
bei dem in einer Gießmaschine (2) das zur Bramme geformte Metall mit noch schmelzflüssigem
Kern aus einer Kokille vertikal (V) ausgebracht wird, wobei die Bramme in Förderrichtung
(F) hinter der Kokille durch eine Anzahl Segmente (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) geführt
wird, wobei jedes Segment (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) eine Anzahl Segmentrollen (12,
13) aufweist, die zur Kontaktnahme mit der Brammenoberfläche ausgebildet sind, wobei
im Bereich vor dem Gießmaschinenende (14) eine Anzahl von Segmentrollen (12, 13) von
der Brammenoberfläche abgehoben werden oder in vorgesehenen Aufnahmen nicht installiert
werden, so dass der Kontakt zwischen Bramme und Segmentrolle (12, 13) unterbrochen
bzw. nicht gegeben ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen die Brammenoberfläche und der mindestens einen von der Bramme abgehobenen
oder nicht installierten Segmentrolle (12, 13) ein thermisches Dämmelement (15, 16)
eingebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bramme in Förderrichtung (F) hinter der Kokille entlang eines Gießbogens (3)
durch eine Anzahl Gießbogensegmente (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) geführt und in die
Horizontale (H) umgelenkt wird, wobei jedes Gießbogensegment (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10,
11) eine Anzahl Segmentrollen (12, 13) aufweist, die zur Kontaktnahme mit der Brammenoberfläche
ausgebildet sind, wobei entlang des Gießbogens (3) im Bereich vor dem Gießmaschinenende
(14) eine Anzahl von Segmentrollen (12, 13) von der Brammenoberfläche abgehoben werden
oder in vorgesehenen Aufnahmen nicht installiert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Einbringen des Dämmelements (15, 16) durch horizontales Einschieben von der Seite
der Bramme erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die thermischen Dämmelemente (15, 16) zwischen beabstandeten Stützrollen oder Treiberrollen
fest installiert werden, insbesondere vor einer oder vor beiden Brammenseiten bzw.
Brammenkanten.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mittels eines Rechenmodells eine Simulationsrechnung durchgeführt wird, wobei zumindest
aufgrund der Gießgeschwindigkeit und der Brammengeometrie die Lage der Sumpfspitze
ermittelt wird, wobei das Abheben von Segmentrollen (12, 13) aufgrund der Simulationsrechnung
so erfolgt, dass das Abheben für einen definierten Abschnitt entlang der Segmente
(4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11), insbesondere entlang des Gießbogens (3), erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) mit Kühlmitteln zum Kühlen der Bramme versehen
sind, wobei zumindest an einer Anzahl Segmente (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) die Kühlleistung
herabgesetzt oder ganz auf Null gebracht ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bramme zumindest im Bereich der Segmente (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) mit abgehobenen
Segmentrollen (12, 13) durch Stützrollen (17) unterstützt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die abgehobenen Segmentrollen (12, 13) und/oder die der Strahlungswärme der Bramme
ausgesetzten Stützrollen (17) drehangetrieben werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass hinter der Gießmaschine (1) ein Ofen (18) angeordnet ist, wobei im Bereich zwischen
Gießmaschinenende (14) und Ofenanfang (19) mindestens ein thermisches Dämmelement
(20, 21, 22) zur Wärmedämmung der Bramme angeordnet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine thermische Dämmelement (20, 21, 22) nur zeitweise in den Bereich
der Bramme zu deren thermischen Isolation eingefahren wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine thermische Dämmelement (20, 21, 22) in den Bereich einer Schere
und/oder in den Bereich eines Inline-Gerüsts und/oder in den Bereich einer Kaltstrangentfernung
eingefahren wird.
12. Stranggießanlage (1) zum Stranggießen eines metallischen Stranges, die eine Gießmaschine
(2) aufweist, in der das zur Bramme geformte Metall mit noch schmelzflüssigem Kern
aus einer Kokille vertikal (V) ausgebracht werden kann, wobei in Förderrichtung (F)
hinter der Kokille eine Anzahl Segmente (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) angeordnet ist,
wobei jedes Segment (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) eine Anzahl Segmentrollen (12, 13)
aufweist, die zur Kontaktnahme mit der Brammenoberfläche ausgebildet sind, insbesondere
zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Bereich vor dem Gießmaschinenende (14) eine Anzahl von Segmentrollen (12, 13) mit
Verstellmitteln versehen sind, um die Segmentrolle (12, 13) von der Brammenoberfläche
abheben zu können, wobei mindestens ein bewegliches thermisches Dämmelement (15, 16)
vorhanden ist, das in einer Passivstellung außerhalb des Segments (4, 5, 6, 7, 8,
9, 10, 11) und in einer Aktivstellung innerhalb des Segments (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10,
11) und zwischen der abgehobenen Segmentrolle (12, 13) und der Bramme platziert werden
kann.
13. Stranggießanlage (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass in Förderrichtung (F) hinter der Kokille ein Gießbogen (3) mit einer Anzahl Gießbogensegmente
(4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) angeordnet ist, mit dem die Bramme in die Horizontale (H)
umgelenkt werden kann, wobei entlang des Gießbogens (3) im Bereich vor dem Gießmaschinenende
(14) eine Anzahl von Segmentrollen (12, 13) mit Verstellmitteln versehen sind, um
die Segmentrolle (12, 13) von der Brammenoberfläche abheben zu können.
14. Stranggießanlage nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine bewegliche thermische Dämmelement (15, 16) durch die Verstellmittel
horizontal und quer zur Förderrichtung (F) der Bramme verschieblich angeordnet ist.
1. Method for continuous casting of a metallic strip in a continuous casting plant (1),
in which the metal formed into a slab and with still molten core is discharged in
a casting machine (2) vertically (V) from a mould, wherein the slab is guided behind
the mould in conveying direction (F) by a number of segments (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10,
11) wherein each segment (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) comprises a number of segment
rollers (12, 13) constructed for contacting the slab surface, and wherein in the region
ahead of the casting machine end (14) a number of segment rollers (12, 13) is lifted
off the slab surface or not installed in provided mounts so that contact between slab
and segment roller (12, 13) is interrupted or not provided,
characterised in that
a thermal insulating element (15, 16) is mounted between the slab surface and the
at least one segment roller (12, 13) lifted off the slab or not installed.
2. Method according to claim 1, characterised in that the slab in conveying direction (F) behind the mould is guided along a casting curve
(3) by a number of casting curve segments (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) and deflected
into the horizontal (H), wherein each casting curve segment (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10,
11) comprises a plurality of segment rollers (12, 13) constructed for contact with
the slab surface and wherein along the casting curve (3) in the region ahead of the
casting machine end (14) a number of segment rollers (12, 13) is lifted off the slab
surface or not installed in provided mounts.
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that mounting of the insulating element (15, 16) is carried out by horizontal pushing-in
from the side of the slab.
4. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the thermal insulating elements (15, 16) are fixedly installed between spaced backing
rollers or drive rollers, particularly in front of one or in front of both of the
slab sides or slab edges.
5. Method according to any one of claims 1 to 4, characterised in that a simulation calculation is performed by means of a computation model, wherein the
position of the end of the liquid phase is determined at least on the basis of the
casting speed and the slab geometry and wherein the lifting-off of segment rollers
(12, 13) is so carried out on the basis of the simulation calculation that lifting-off
is carried out for a defined section along the segments (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11),
in particular along the casting curve (3).
6. Method according to any one of claims 1 to 5, characterised in that the segments (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) are provided with cooling means for cooling
the slab, wherein the cooling output is reduced or brought entirely to zero at least
at a number of segments (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11).
7. Method according to any one of claims 1 to 6, characterised in that the slab is supported by backing rollers (17) at least in the region of the segments
(4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) with lifted-up segment rollers (12, 13).
8. Method according to any one of claims 1 to 7, characterised in that the lifted-up segment rollers (12, 13) and/or the backing rollers (17) exposed to
the radiant heat of the slab are rotationally driven.
9. Method according to any one of claims 1 to 8, characterised in that a furnace (18) is arranged behind the casting machine (1), wherein at least one thermal
insulating element (20, 21, 22) for thermal insulation of the slab is arranged in
the region between the casting machine end (14) and furnace start (19).
10. Method according to claim 9, characterised in that the at least one thermal insulating element (20, 21, 22) is moved only from time
to time into the region of the slab for the thermal insulation thereof.
11. Method according to claim 10, characterised in that the at least one thermal insulating element (20, 21, 22) is moved into the region
of a cutter and/or into the region of an in-line stand and/or into the region of a
cold-strip removal.
12. Continuous casting plant (1) for continuous casting of a metallic strip, which plant
comprises a casting machine (2), in which the metal formed into a slab and with still
molten core can be discharged vertically (V) from a mould, wherein a number of segments
(4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) is arranged in conveying direction (F) behind the mould,
and wherein each segment (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) comprises a number of segment
rollers (12, 13) constructed for contact with the slab surface, particularly for carrying
out the method according to any one of claims 1 to 11,
characterised in that
a number of segment rollers (12, 13) with adjusting means is provided in the region
ahead of the casting machine end (14) in order to be able to lift the segment rollers
(12, 13) off the slab surface, and wherein at least one movable thermal insulating
element (15, 16) is present, which in a passive setting can be placed outside the
segment (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) and in an active setting can be placed within the
segment (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) and between the lifted-off segment roller (12,
13) and the slab.
13. Continuous casting plant (1) according to claim 12, characterised in that a casting curve (3), by which the slab can be deflected into the horizontal (H),
with a number of casting curve segments (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) is arranged behind
the mould in conveying direction (F), wherein a number of segment rollers (12, 13)
with adjusting means is provided along the casting curve (3) in the region ahead of
the casting machine end (14) in order to be able to lift the segment roller (12, 13)
off the slab surface.
14. Continuous casting plant according to claim 12 or 13, characterised in that the at least one movable thermal insulating element (15, 16) is arranged to be displaceable
by the adjusting means horizontally and transversely to the conveying direction (F)
of the slab.
1. Procédé pour la coulée continue d'une barre métallique dans une installation de coulée
continue (1) dans lequel, dans une machine de coulée (2), on retire d'un moule en
direction verticale (V) le métal transformé en brame comprenant un noyau encore à
l'état de masse fondue, la brame étant guidée dans la direction de transport (F) derrière
le moule à travers un certain nombre de segments (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11), chaque
segment (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) présentant un certain nombre de rouleaux de segments
(12, 13) qui sont conçus pour entrer en contact avec la surface de la brame, dans
lequel, dans la zone qui précède l'extrémité (14) de la machine de coulée, on soulève
un certain nombre de rouleaux de segments (12, 13) par rapport à la surface de la
brame ou bien on ne les installe pas dans des évidements prévus à cet effet, si bien
que le contact est interrompu respectivement est inexistant entre la brame et les
rouleaux de segments (12, 13), caractérisé en ce qu'on introduit, entre la surface de la brame et ledit au moins un rouleau de segment
(12, 13) soulevé par rapport à la brame ou non installé, un élément d'isolation thermique
(15, 16).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on guide la brame dans la direction de transport (F) derrière le moule le long d'une
lingotière (3) à travers un certain nombre de segments de lingotière (4, 5, 6, 7,
8, 9, 10, 11) et on la soumet à une déviation pour l'amener à l'horizontale (H), chaque
segment de lingotière (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) présentant un certain nombre de rouleaux
de segments (12, 13) qui sont conçus pour entrer en contact avec la surface de la
brame, dans lequel, le long de la lingotière (3), dans la zone qui précède l'extrémité
(14) de la machine de coulée, on soulève un certain nombre de rouleaux de segments
(12, 13) par rapport à la surface de la brame ou bien on ne les installe pas dans
des évidements prévus à cet effet.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'introduction de l'élément d'isolation (15, 16) a lieu par insertion horizontale
à partir du côté de la brame.
4. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les éléments d'isolation thermique (15, 16) sont montés à demeure entre des rouleaux
de support ou des rouleaux d'entraînement espacés les uns des autres, en particulier
devant un des deux côtés respectivement une des deux arêtes de brame ou devant les
deux.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'on procède à un calcul de simulation au moyen d'un modèle de calcul, dans lequel on
détermine, au moins sur base de la vitesse de coulée et de la géométrie des brames,
la position de la pointe du cône liquide, le soulèvement des rouleaux de segments
(12, 13) ayant lieu sur base du calcul de simulation de manière telle que le soulèvement
a lieu sur un tronçon défini le long des segments (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11), en particulier
le long de la lingotière (3).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les segments (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) sont munis de moyens de refroidissement pour
le refroidissement de la brame, dans lequel, sur au moins un certain nombre des segments
(4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11), on diminue la puissance de refroidissement ou on l'annule
complètement.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la brame est supportée, au moins dans la zone des segments (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10,
11) dont les rouleaux de segments (12, 13) ont été soulevés, par des rouleaux de support
(17).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que les rouleaux de segments soulevés (12, 13) et/ou les rouleaux de support (17) exposés
à la chaleur de rayonnement de la brame sont entraînés en rotation.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce qu'un four (18) est disposé derrière la machine de coulée (1), au moins un élément d'isolation
thermique (20, 21, 22) pour l'isolation thermique de la brame étant disposé dans la
zone située entre l'extrémité (14) de la machine de coulée et le début du four (19).
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que ledit au moins un élément d'isolation thermique (20, 21, 22) n'est introduit que
de manière intermittente dans la zone de la brame pour l'isolation thermique de celle-ci.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que ledit au moins un élément d'isolation thermique (20, 21, 22) est introduit dans la
zone d'une machine à cisailler et/ou dans la zone d'une cage en ligne et/ou dans la
zone d'un retrait de fausse barre.
12. Installation de coulée continue (1) pour la coulée continue d'une barre métallique,
qui présente une machine de coulée (2), dans laquelle on peut retirer d'un moule en
direction verticale (V) le métal transformé en brame comprenant un noyau encore à
l'état de masse fondue, un certain nombre de segments (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) étant
disposés, dans la direction de transport (F), derrière le moule, chaque segment (4,
5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) présentant un certain nombre de rouleaux de segments (12, 13)
qui sont conçus pour entrer en contact avec la surface de la brame, en particulier
pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 11,
caractérisée en ce que, dans la zone qui précède l'extrémité (14) de la machine de coulée, un certain nombre
de rouleaux de segments (12, 13) sont munis de moyens de déplacement pour pouvoir
soulever les rouleaux de segments (12, 13) par rapport à la surface de la brame, au
moins un élément d'isolation thermique mobile (15, 16) étant présent, qui peut venir
se placer, dans une position passive à l'extérieur du segment (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10,
11) et dans une position active à l'intérieur du segment (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11)
et entre les rouleaux de segments soulevés (12, 13) et la brame.
13. Installation de coulée continue (1) selon la revendication 12, caractérisée en ce que, dans la direction de transport (F), derrière le moule, on dispose une lingotière
(3) comprenant un certain nombre de segments de lingotière (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10,
11), avec laquelle on peut soumettre la brame à une déviation pour l'amener à l'horizontale
(H), un certain nombre de rouleaux de segments (12, 13) étant munis de moyens de déplacement
le long de la lingotière (3) dans la zone qui précède l'extrémité (14) de la machine
de coulée pour pouvoir soulever les rouleaux de segments (12, 13) par rapport à la
surface de la brame.
14. Installation de coulée continue selon la revendication 12 ou 13, caractérisée en ce que ledit au moins un élément d'isolation thermique mobile (15, 16) est disposé pour
pouvoir se déplacer, via les moyens de déplacement, à l'horizontale et transversalement
par rapport à la direction de transport (F) de la brame.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente