[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Biotechnologie, insbesondere der mikrobiellen
Proteinsynthese. Die Erfindung betrifft insbesondere ein Verfahren zur Herstellung
von Proteinen durch genetisch modifizierte Mikroorganismen und schlägt ferner Mikroorganismen
vor, die in derartigen Verfahren Verwendung finden. Die Erfindung betrifft ferner
Verwendungen derartiger Mikroorganismen zur Proteinherstellung.
[0002] Für die Herstellung von Wertstoffen können Mikroorganismen eingesetzt werden. Wertstoffe
sind beispielsweise niedermolekulare Verbindungen, etwa Nahrungsmittelergänzungsstoffe
oder pharmazeutisch wirksame Verbindungen, oder Proteine, für welche aufgrund ihrer
Diversität wiederum ein großes technisches Einsatzgebiet besteht. Im ersten Fall werden
die Stoffwechseleigenschaften der betreffenden Mikroorganismen zur Herstellung der
Wertstoffe ausgenutzt und/oder verändert; im zweiten Fall werden vorzugsweise Mikroorganismen
eingesetzt, die die Gene der interessierenden Proteine exprimieren.
[0003] Für die großtechnische, biotechnologische Produktion werden die betreffenden Mikroorganismen
in Fermentern kultiviert, die den Stoffwechseleigenschaften der Mikroorganismen entsprechend
ausgestaltet sind. Während der Kultivierung verstoffwechseln die Mikroorganismen das
angebotene Substrat und bilden das gewünschte Produkt, das nach Beendigung der Fermentation
üblicherweise von den Produktionsorganismen abgetrennt wird und aus dem Fermenterbrei
und/oder dem Fermentationsmedium aufgereinigt und/oder aufkonzentriert wird. Bei der
fermentativen Produktion von Proteinen werden typischerweise komplexe proteinreiche
Rohstoffe als Substrat neben einer Kohlenstoffquelle (typischerweise Glukose) eingesetzt.
Die Proteinproduktion entspricht damit einer Biotransformation von Substratprotein
zum Zielprotein. Dies erfordert die vollständige Hydrolyse des Substratproteins in
die einzelnen Aminosäuren, die dann zur Biosynthese des Zielproteins zur Verfügung
stehen.
[0004] Zur Fermentation von Mikroorganismen besteht folglich ein reichhaltiger Stand der
Technik, der von der Optimierung der betreffenden Stämme, beispielsweise hinsichtlich
der Bildungsrate und der Nährstoffausnutzung, über die technische Gestaltung der Fermenter
bis hin zur Gewinnung der Wertstoffe aus den betreffenden Mikroorganismen und/oder
dem Fermentationsmedium reicht.
[0005] Der Einsatz von Bakterien in mikrobiellen Fermentationen ist grundsätzlich wünschenswert.
Bakterien zeichnen sich durch kurze Generationszeiten und geringe Ansprüche an die
Kultivierungsbedingungen aus. Dadurch können kostengünstige Kultivierungsverfahren
bzw. Herstellungsverfahren etabliert werden. Zudem verfügt der Fachmann bei Bakterien
in der Fermentationstechnik über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz. Vorzugsweise
werden grampositive Bakterien eingesetzt, da sie das herzustellende Protein (Zielprotein)
in das sie umgebende Medium sezernieren.
[0006] Üblicherweise sind möglichst hohe Produktausbeuten bei der mikrobiellen Fermentation
wünschenswert. Beispielsweise offenbart die internationale Patentanmeldung
WO 91/02792 die verbesserte fermentative Produktion einer alkalischen Protease aus
Bacillus lentus in einem optimierten
Bacillus licheniformis-Stamm unter der Kontrolle genregulatorischer Sequenzen aus
Bacillus licheniformis, insbesondere des
Bacillus licheniformis-Promotors.
[0008] Zu
Bacillus licheniformis alternative Produktionsorganismen, mit denen sich vergleichbar hohe oder sogar verbesserte
Produktausbeuten erzielen lassen, sind im Stand der Technik nicht in zufrieden stellender
Weise verfügbar. Es besteht weiterhin ein hoher Bedarf an mikrobiellen Fermentationsverfahren,
die eine hohe Produktausbeute ermöglichen.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine hohe Produktausbeute,
insbesondere eines Proteins, in einer mikrobiellen Fermentation zu erzielen.
[0010] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Proteins durch einen
Mikroorganismus umfassend die Verfahrensschritte
- (a) Einbringen eines Expressionskonstruktes in einen Mikroorganismus, welches einen
Promotor und eine für das Protein codierende Nukleinsäure umfasst;
- (b) Exprimieren des Proteins in dem Mikroorganismus,
wobei der Mikroorganismus zugehörig ist zur Art Bacillus pumilus und
wobei der Mikroorganismus sporulationsgehemmt ist, vorzugsweise durch eine Veränderung
des Gens spoVI (yqfD), insbesondere durch eine Deletion des Gens spolV (yqfD) oder
Teilen davon.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren umfasst optional ferner den weiteren Verfahrensschritt
- (c) Kultivieren des Mikroorganismus.
[0011] In bevorzugten erfindungsgemäßen Ausgestaltungen handelt es sich bei einem erfindungsgemäßen
Verfahren folglich um ein Fermentationsverfahren.
[0012] Überraschenderweise wurde festgestellt, dass der Einsatz eines Bakteriums der Art
Bacillus pumilus in einem derartigen Verfahren eine hohe Produktausbeute ermöglicht und daher vorteilhaft
ist. Durch die Verwendung von
Bacillus pumilus als Produktionsorganismus kann eine vorteilhafte, insbesondere gesteigerte Produktausbeute
erreicht werden. Als Referenz dient diesbezüglich
Bacillus licheniformis, ein im Stand der Technik etablierter Produktionsorganismus, der in einer Vielzahl
mikrobieller Fermentationen industriell genutzt wird.
[0013] In einer bevorzugten Ausgestaltung handelt es sich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
folglich um ein Verfahren zur Steigerung der Expression eines Proteins in einem Mikroorganismus.
Eine gesteigerte Expression des Proteins liegt vor, wenn durch ein erfindungsgemäßes
Verfahren eine größere Menge an Protein erhalten wird im Vergleich mit einem gleichartigen
Verfahren, das sich von einem erfindungsgemäßen Verfahren lediglich dadurch unterscheidet,
dass Bakterien der Art
Bacillus licheniformis, vorzugsweise des Wildtyps, verwendet werden. Beide zu vergleichenden Verfahren werden
diesbezüglich unter gleichen, möglichst optimalen Bedingungen für die Mikroorganismen
und für die gleiche Dauer durchgeführt.
[0014] Ein Expressionskonstrukt ist eine Nukleinsäuresequenz, die bewirkt, dass das Protein
in dem Mikroorganismus exprimiert werden kann. Es umfasst die genetische Information,
also diejenige Nukleinsäuresequenz (Gen), die für das Protein codiert. Die Expression
einer Nukleinsäuresequenz ist dessen Übersetzung in das bzw. die von dieser Sequenz
codierte(n) Genprodukt(e), also in ein Polypeptid (Protein) bzw. in mehrere Polypeptide
(Proteine). Die Begriffe Polypeptid und Protein werden in der vorliegenden Anmeldung
synonym verwendet. Im Sinne der vorliegenden Erfindung bezeichnet Expression folglich
die Biosynthese von Ribonukleinsäure (RNA) und Proteinen aus den genetischen Informationen.
In der Regel umfasst die Expression die Transkription, also die Synthese einer Boten
("messenger")-Ribonukleinsäure (mRNA) anhand der DNA (Desoxyribonukleinsäure)-Sequenz
des Gens und deren Translation in die entsprechende Polypeptidkette, die gegebenenfalls
noch post-translational modifiziert werden kann. Das Exprimieren eines Proteins beschreibt
folglich die Biosynthese desselben aus den genetischen Informationen, die erfindungsgemäß
in dem Mikroorganismus vorliegen.
[0015] Ein Expressionskonstrukt umfasst ferner mindestens eine Nukleinsäuresequenz, vorzugsweise
DNA, mit einer Steuerungsfunktion für die Expression der für das Protein bzw. die
Hilfsprotease codierenden Nukleinsäuresequenz (sog. genregulatorische Sequenz). Eine
genregulatorische Sequenz ist hierbei jede Nukleinsäuresequenz, deren Anwesenheit
in dem Mikroorganismus die Transkriptionshäufigkeit derjenigen Nukleinsäuresequenz
beeinflusst, vorzugsweise erhöht, die für das Protein codiert. Vorzugsweise handelt
es sich um eine Promotor-Sequenz, da eine derartige Sequenz für die Expression einer
Nukleinsäuresequenz wesentlich ist. Ein erfindungsgemäßes Expressionskonstrukt kann
aber auch noch weitere genregulatorische Sequenzen umfassen, beispielsweise eine oder
mehrere Enhancer-Sequenzen. Ein Expressionskonstrukt im Rahmen der Erfindung umfasst
folglich mindestens eine funktionelle Einheit aus Gen und Promotor. Sie kann, muss
jedoch nicht notwendigerweise, als physische Einheit vorliegen.
[0016] Das Vorhandensein von mindestens einem Promotor ist für ein erfindungsgemäßes Expressionskonstrukt
wesentlich. Unter einem Promotor wird demnach eine DNA-Sequenz verstanden, die die
regulierte Expression eines Gens ermöglicht. Natürlicherweise ist eine Promotorsequenz
ein Bestandteil eines Gens und liegt oftmals an dessen 5'-Ende und somit vor dem RNA-kodierenden
Bereich. Vorzugsweise liegt die Promotorsequenz in einem erfindungsgemäßen Expressionskonstrukt
5'-wärts von der für das Protein codierenden Nukleinsäuresequenz. Die wichtigste Eigenschaft
eines Promotors ist die spezifische Wechselwirkung mit mindestens einem DNA-bindenden
Protein bzw. Polypeptid, welches den Start der Transkription des Gens durch eine RNA-Polymerase
vermittelt und als Transkriptionsfaktor bezeichnet wird. Häufig sind mehrere Transkriptionsfaktoren
und/oder weitere Proteine am Start der Transkription durch eine RNA-Polymerase beteiligt.
Ein Promotor ist demnach vorzugsweise eine DNA-Sequenz mit Promotoraktivität, d.h.
eine DNA-Sequenz, an die mindestens ein Transkriptionsfaktor zur Initiation der Transkription
eines Gens zumindest transient bindet. Die Stärke eines Promotors ist messbar über
die Transkriptionshäufigkeit des exprimierten Gens, also über die Anzahl der pro Zeiteinheit
erzeugten RNA-Moleküle, insbesondere mRNA-Moleküle. Ein Promotor eines erfindungsgemäßen
Expressionskonstruktes kann ein eigener Promotor des Mikroorganismus sein. Eine derartige
Promotorsequenz ist folglich natürlicherweise in dem Mikroorganismus vorhanden. Alternativ
kann ein Promotor eines erfindungsgemäßen Expressionskonstruktes auch rekombinant
in den Mikroorganismus eingebracht worden sein. Entsprechendes gilt auch für alle
weiteren genregulatorischen Sequenzen, die ein erfindungsgemäßes Expressionskonstrukt
aufweisen kann. Der Promotor in einem Expressionskonstrukt, wie es in einem erfindungsgemäßen
Verfahren Verwendung findet, bewirkt die Expression der für das Protein (Zielprotein)
codierenden Nukleinsäuresequenz in dem Expressionskonstrukt.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Verfahren dadurch
gekennzeichnet, dass der Promotor eine Nukleinsäuresequenz umfasst, die ausgewählt
ist aus
- (a) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 1 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81%, 82%, 83%, 84%, 85%, 86%,
87%, 88%, 89%, 90%, 91%, 92%, 93%, 94%, 95%, 96%, 97%, 98%, 99%, 99,2%, 99,3%, 99,4%,
99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100% identisch ist;
- (b) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 2 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81%, 82%, 83%, 84%, 85%, 86%,
87%, 88%, 89%, 90%, 91%, 92%, 93%, 94%, 95%, 96%, 97%, 98%, 99%, 99,2%, 99,3%, 99,4%,
99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100% identisch ist;
- (c) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 3 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81%, 82%, 83%, 84%, 85%, 86%,
87%, 88%, 89%, 90%, 91%, 92%, 93%, 94%, 95%, 96%, 97%, 98%, 99%, 99,2%, 99,3%, 99,4%,
99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100% identisch ist;
- (d) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 4 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81%, 82%, 83%, 84%, 85%, 86%,
87%, 88%, 89%, 90%, 91%, 92%, 93%, 94%, 95%, 96%, 97%, 98%, 99%, 99,2%, 99,3%, 99,4%,
99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100% identisch ist.
[0018] In einer alternativen Ausgestaltung weist der Promotor eine Nukleinsäuresequenz auf,
wie sie vorstehend beschrieben ist.
[0019] Es hat sich gezeigt, dass mit derartigen Promotorsequenzen besonders hohe Produktausbeuten
an Protein in einem erfindungsgemäßen Verfahren erzielt werden können.
[0020] Vorzugsweise ist der Promotor dadurch gekennzeichnet, dass er eine Nukleinsäuresequenz,
die zu der in SEQ ID NO: 1 angegebenen Nukleinsäuresequenz zu mindestens 80% und zunehmend
bevorzugt zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%, 85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%,
90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%, 97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%,
99,4%, 99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100% identisch ist, umfasst, und der
Promotor eine Transkriptionshäufigkeit des durch ihn exprimierten Gens bewirkt, die
mindestens derjenigen eines Promotors gemäß SEQ ID NO: 1 entspricht. Alternativ ist
der Promotor dadurch gekennzeichnet, dass er eine Nukleinsäuresequenz, die zu der
in SEQ ID NO: 2 angegebenen Nukleinsäuresequenz zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt
zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%, 85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%,
91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%, 97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%,
99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100% identisch ist, umfasst, und der Promotor
eine Transkriptionshäufigkeit des durch ihn exprimierten Gens bewirkt, die mindestens
derjenigen eines Promotors gemäß SEQ ID NO: 2 entspricht.
[0021] Gemäß einer weiteren alternativen Ausführungsform ist der Promotor dadurch gekennzeichnet,
dass er eine Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 3 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%,
85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%,
97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100%
identisch ist, umfasst, und der Promotor eine Transkriptionshäufigkeit des durch ihn
exprimierten Gens bewirkt, die mindestens derjenigen eines Promotors gemäß SEQ ID
NO: 3 entspricht. Gemäß einer anderen alternativen Ausführungsform ist der Promotor
dadurch gekennzeichnet, dass er eine Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO:
4 angegebenen Nukleinsäuresequenz zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens
81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%, 85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%,
93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%, 97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz
besonders bevorzugt zu 100% identisch ist, umfasst, und der Promotor eine Transkriptionshäufigkeit
des durch ihn exprimierten Gens bewirkt, die mindestens derjenigen eines Promotors
gemäß SEQ ID NO: 4 entspricht.
[0022] In einer weiteren alternativen Ausgestaltung weist der Promotor eine Nukleinsäuresequenz
auf, wie sie vorstehend beschrieben ist.
[0023] Die Bestimmung der Identität von Nukleinsäure- oder Aminosäuresequenzen erfolgt durch
einen Sequenzvergleich. Solch ein Vergleich erfolgt dadurch, dass ähnliche Abfolgen
in den Nukleotidsequenzen oder Aminosäuresequenzen einander zugeordnet werden. Dieser
Sequenzvergleich erfolgt vorzugsweise basierend auf dem im Stand der Technik etablierten
und üblicherweise genutzten BLAST-Algorithmus (vgl. beispielsweise
Altschul, S.F., Gish, W., Miller, W., Myers, E.W. & Lipman, D.J. (1990) "Basic local
alignment search tool." J. Mol. Biol. 215:403-410, und
Altschul, Stephan F.,Thomas L. Madden, Alejandro A. Schaffer, Jinghui Zhang, Hheng
Zhang, Webb Miller, and David J. Lipman (1997): "Gapped BLAST and PSI-BLAST: a new
generation of protein database search programs"; Nucleic Acids Res., 25, S.3389-3402) und geschieht prinzipiell dadurch, dass ähnliche Abfolgen von Nukleotiden oder Aminosäuren
in den Nukleinsäure- bzw. Aminosäuresequenzen einander zugeordnet werden. Eine tabellarische
Zuordnung der betreffenden Positionen wird als Alignment bezeichnet. Ein weiterer
im Stand der Technik verfügbarer Algorithmus ist der FASTA-Algorithmus. Sequenzvergleiche
(Alignments), insbesondere multiple Sequenzvergleiche, werden üblicherweise mit Computerprogrammen
erstellt. Häufig genutzt werden beispielsweise die Clustal-Serie (vgl. beispielsweise
Chenna et al. (2003): Multiple sequence alignment with the Clustal series of programs.
Nucleic Acid Research 31, 3497-3500), T-Coffee (vgl. beispielsweise
Notredame et al. (2000): T-Coffee: A novel method for multiple sequence alignments.
J. Mol. Biol. 302, 205-217) oder Programme, die auf diesen Programmen bzw. Algorithmen basieren. Im Rahmen der
vorliegenden Erfindung werden Sequenzvergleiche und Alignments bevorzugt mit dem Computer-Programm
Vector NTI® Suite 10.3 (Invitrogen Corporation, 1600 Faraday Avenue, Carlsbad, Kalifornien,
USA) mit den vorgegebenen Standard (Default)-Parametern erstellt.
[0024] Solch ein Vergleich erlaubt eine Aussage über die Ähnlichkeit der verglichenen Sequenzen
zueinander. Sie wird üblicherweise in Prozent Identität, das heißt dem Anteil der
identischen Nukleotide oder Aminosäurereste an denselben bzw. in einem Alignment einander
entsprechenden Positionen, angegeben. Der weiter gefasste Begriff der Homologie bezieht
bei Aminosäuresequenzen konservierte Aminosäure-Austausche in die Betrachtung mit
ein, also Aminosäuren mit ähnlichen Eigenschaften, da diese innerhalb des Proteins
meist ähnliche Aktivitäten bzw. Funktionen ausüben. Daher kann die Ähnlichkeit der
verglichenen Sequenzen auch Prozent Homologie oder Prozent Ähnlichkeit angegeben sein.
Identitäts- und/oder Homologieangaben können über ganze Polypeptide oder Gene oder
nur über einzelne Bereiche getroffen werden. Homologe bzw. identische Bereiche von
verschiedenen Nukleinsäure- oder Aminosäuresequenzen sind daher durch Übereinstimmungen
in den Sequenzen definiert. Sie weisen oftmals gleiche oder ähnliche Funktionen auf.
Sie können klein sein und nur wenige Nukleotide bzw. Aminosäuren umfassen. Oftmals
üben solche kleinen Bereiche für die Gesamtaktivität des Proteins essentielle Funktionen
aus. Es kann daher sinnvoll sein, Sequenzübereinstimmungen nur auf einzelne, gegebenenfalls
kleine Bereiche zu beziehen. Soweit nicht anders angegeben beziehen sich Identitäts-
bzw. Homologieangaben in der vorliegenden Anmeldung aber auf die Gesamtlänge der jeweils
angegebenen Nukleinsäure- oder Aminosäuresäuresequenz. Bei Proteinen, insbesondere
bei Enzymen und hierunter besonders bei Proteasen, beziehen sich die Angaben ferner
auf das jeweils reife (mature) Protein, soweit nicht anders angegeben. Ohne anderslautende
Angaben ist eine Sequenzbetrachtung für ein Protein folglich immer auf das reife,
fertig prozessierte Protein gerichtet, selbst wenn von dem zugehörigen Gen eine immature
Form codiert wird, die nach der Translation noch zur reifen Form prozessiert wird.
[0025] Das in einem erfindungsgemäßen Verfahren in den Mikroorganismus einzubringende Expressionskonstrukt
codiert ferner für ein Protein. Es umfasst folglich eine Nukleinsäuresequenz, die
für dieses Protein codiert. Hierfür ist grundsätzlich eine beliebige Nukleinsäuresequenz
verwendbar, die in ein Protein translatiert werden kann. Hierbei handelt es sich um
dasjenige Protein, das mit Hilfe eines erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellt werden
soll (Zielprotein). Vorzugsweise handelt es sich um ein Enzym, weiter bevorzugt um
ein Enzym wie nachstehend beschrieben.
[0026] Erfindungsgemäße Nukleinsäuren und Expressionskonstrukte können über an sich bekannte
Verfahren zur Veränderung von Nukleinsäuren erzeugt werden. Solche sind beispielsweise
in einschlägigen Handbüchern wie dem von
Fritsch, Sambrook und Maniatis, "Molecular cloning: a laboratory manual", Cold Spring
Harbour Laboratory Press, New York, 1989, dargestellt und dem Fachmann auf dem Gebiet der Biotechnologie geläufig. Beispiele
für solche Verfahren sind die chemische Synthese oder die Polymerase-Kettenreaktion
(PCR), optional in Verbindung mit weiteren molekularbiologischen und/oder chemischen
bzw. biochemischen Standardmethoden.
[0027] Die vorliegende Erfindung eignet sich insbesondere für die rekombinante Herstellung
von Proteinen, insbesondere Enzymen. Hierfür wird das Expressionskonstrukt in den
Mikroorganismus eingebracht, vorzugsweise durch Transformation. Diesbezüglich erfolgt
die Einschleusung des jeweiligen Expressionskonstruktes oder Teilen hiervon vorzugsweise
über Vektoren, insbesondere Expressionsvektoren. Es ist aber auch möglich, dass das
nur Teile des Expressionskonstruktes, vorzugsweise zumindest die Nukleinsäure, die
für das Protein codiert, in den Mikroorganismus derart eingebracht werden, dass das
fertige Expressionskonstrukt erst in dem Mikroorganimus entsteht. Dies kann beispielsweise
durch einen Vektor erfolgen, der bewirkt, dass das Gen für das Protein in der Wirtszelle
in ein bereits vorhandenes genetisches Element wie das Chromosom, die chromosomale
DNA oder andere Vektoren eingefügt werden kann, so dass beispielsweise ein endogener
Promotor für die Expression des Gens für das Protein genutzt wird. Der Begriff des
Einbringens umfasst folglich die Möglichkeit, dass ein Expressionskonstrukt vollständig
in den Mikroorganismus eingebracht, vorzugsweise transformiert, wird, aber auch die
Möglichkeit, dass nur ein Teil des Expressionskonstruktes, besonders bevorzugt die
Nukleinsäure, die für das Protein codiert, in den Mikroorganismus eingebracht, vorzugsweise
transformiert, wird und das vollständige Expressionskonstrukt erst in dem Mikroorganismus
entsteht. Zumindest ein Teil des Expressionskonstruktes wird im Rahmen der Erfindung
aber immer in den Mikroorganismus eingebracht.
[0028] Vektoren sind dem Fachmann auf dem Gebiet der Biotechnologie bekannt. Sie sind insbesondere
bei der Verwendung in Bakterien spezielle Plasmide, also zirkulare genetische Elemente.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist das Expressionskonstrukt vorzugsweise in
einen Vektor kloniert. Zu den Vektoren können beispielsweise solche gehören, die sich
von bakteriellen Plasmiden, von Viren oder von Bacteriophagen ableiten, oder überwiegend
synthetische Vektoren oder Plasmide mit Elementen verschiedenster Herkunft. Mit den
weiteren jeweils vorhandenen genetischen Elementen vermögen Vektoren sich in den Mikroorganismen
über mehrere Generationen hinweg als stabile Einheiten zu etablieren. Es ist dabei
im Sinne der Erfindung unerheblich, ob sie sich extrachomosomal als eigene Einheiten
etablieren oder in die chromosomale DNA integrieren. Welches der zahlreichen Systeme
gewählt wird, hängt vom Einzelfall ab. Ausschlaggebend können beispielsweise die erreichbare
Kopienzahl, die zur Verfügung stehenden Selektionssysteme, darunter vor allem Antibiotikaresistenzen,
oder die Kultivierbarkeit der zur Aufnahme der Vektoren befähigten Mikroorganismen
sein.
[0029] Expressionsvektoren können ferner durch Änderungen der Kulturbedingungen wie beispielsweise
die Zelldichte oder die Zugabe von bestimmten Verbindungen regulierbar sein. Ein Beispiel
für eine solche Verbindung ist das Galactose-Derivat Isopropyl-ß-D-thiogalactopyranosid
(IPTG), welches als Aktivator des bakteriellen Lactose-Operons (lac-Operons) verwendet
wird.
[0030] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist ein erfindungsgemäßes Verfahren
dadurch gekennzeichnet, dass das Protein nicht natürlicherweise in dem Mikroorganismus
vorhanden ist.
[0031] Nicht natürlicherweise vorhanden bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Protein
kein eigenes Protein bzw. Enzym des Mikroorganismus ist. Das Protein kann folglich
in dem Mikroorganismus nicht von einer Nukleinsäuresequenz exprimiert werden, die
Teil der chromosomalen DNA des Mikroorganismus in seiner Wildtyp-Form ist. Das Protein
und/oder die hierfür jeweils codierende Nukleinsäuresequenz ist folglich in der Wildtyp-Form
des Mikroorganismus nicht vorhanden und/oder kann aus der Wildtyp-Form des Mikroorganismus
nicht aus diesem isoliert werden. Vorzugsweise ist ein nicht natürlicherweise in dem
Mikroorganismus vorhandenes Protein bzw. die hierfür codierende Nukleinsäuresequenz
mit Hilfe gentechnischer Verfahren in den Mikroorganismus gezielt eingebracht worden,
so dass der Mikroorganismus um das Protein bzw. die hierfür codierende Nukleinsäuresequenz
bereichert worden ist. Jedoch kann ein Protein durchaus natürlicherweise in einem
anderen Mikroorganismus vorhanden sein - relevant für die Betrachtung ist ausschließlich
der in dem Verfahren eingesetzte Mikroorganismus.
[0032] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass das Protein ein Enzym ist, insbesondere eine saure Cellulase, Alpha-Amylase,
Alpha-Acetodecarboxylase, Aminopetidase, Amylase, Arabanase, Beta-Glucanase, Beta-Glucosidase,
Beta-Mannosidase, Carageenase, Carbohydrase, Catalase, Cellobiose-Oxidase, Cellulase,
Chymosin, Endo-1,3-Beta-Glucanase, Endo-1,3(4)-Beta-Glucanase, Endo-1,4-Beta-Xylanase,
Endopeptidase, Esterase, Exopeptidase, G4-Amylase, Glucoamylase, Glucoseoxidase, Glucosidase,
Glycolipase, Hemicellulase, Laccase, Lipase, Lyspohospholipase, maltogene Amylase,
Mannanase, neutrale Protease, Nuklease, Oxidase, Oxidoreduktase, Pectatlyase, Pectinase,
Pectinesterase, Pentosanase, Perhydrolase, Phospholipase, Phytase, Polygalacturonase,
Protease, Proteinase, Pullulanase, Rennet-Enzym, Rhamnogalacturonase, Subtilisin,
Tannase, Transferase, Transglutaminase, Xanthanase, Xylanase, Xyloglucanase oder Mischungen
hieraus. Ganz besonders bevorzugt handelt es sich bei dem Protein um eine Protease.
In besonders vorteilhaften Ausgestaltungen eines erfindungsgemäßen Verfahrens ist
die zu produzierende Protease (= Zielprotease) gleichzeitig auch an der Hydrolyse
des Protein-Substrats für den Mikroorganimus beteiligt und kann vorteilhafterweise
einen nochmals verbesserten Aufschluss von Substratprotein bewirken. Folglich stehen
dem Mikroorganismus dann verbesserte Nährbedingungen zur Verfügung.
[0033] Beispielsweise können mit einem erfindungsgemäßen Verfahren die nachstehend genannten
Enzyme vorteilhaft hergestellt werden.
[0034] Unter den Proteasen sind Subtilisine bevorzugt. Beispiele hierfür sind die Subtilisine
BPN' und Carlsberg, die Protease PB92, die Subtilisine 147 und 309, die Alkalische
Protease aus Bacillus lentus, Subtilisin DY und die den Subtilasen, nicht mehr jedoch
den Subtilisinen im engeren Sinne zuzuordnenden Enzyme Thermitase, Proteinase K und
die Proteasen TW3 und TW7. Subtilisin Carlsberg ist in weiterentwickelter Form unter
dem Handelsnamen Alcalase® von der Firma Novozymes A/S, Bagsvaerd, Dänemark, erhältlich.
Die Subtilisine 147 und 309 werden unter den Handelsnamen Esperase®, beziehungsweise
Savinase® von der Firma Novozymes vertrieben. Von der Protease aus
Bacillus lentus DSM 5483 leiten sich die unter der Bezeichnung BLAP® geführten Protease-Varianten
ab. Weitere bevorzugte Proteasen sind ferner beispielsweise die unter der Bezeichnung
PUR geführten Enzyme. Weitere Proteasen sind ferner die unter den Handelsnamen Durazym®,
Relase®, Everlase®, Nafizym®, Natalase®, Kannase® und Ovozyme® von der Firma Novozymes,
die unter den Handelsnamen, Purafect®, Purafect® OxP, Purafect® Prime, Excellase®
und Properase® von der Firma Genencor/Danisco, das unter dem Handelsnamen Protosol®
von der Firma Advanced Biochemicals Ltd., Thane, Indien, das unter dem Handelsnamen
Wuxi® von der Firma Wuxi Snyder Bioproducts Ltd., China, die unter den Handelsnamen
Proleather® und Protease P® von der Firma Amano Pharmaceuticals Ltd., Nagoya, Japan,
und das unter der Bezeichnung Proteinase K-16 von der Firma Kao Corp., Tokyo, Japan,
erhältlichen Enzyme. Bevorzugt sind ferner auch die Proteasen aus
Bacillus gibsonii und
Bacillus pumilus, die offenbart sind in den internationalen Patentanmeldungen
WO2008/086916 und
WO2007/131656.
[0035] Beispiele für Amylasen sind die α-Amylasen aus Bacillus licheniformis, aus Bacillus
amyloliquefaciens oder aus Bacillus stearothermophilus sowie insbesondere auch deren
für den Einsatz in Wasch- oder Reinigungsmitteln verbesserte Weiterentwicklungen.
Das Enzym aus Bacillus licheniformis ist von dem Unternehmen Novozymes unter dem Namen
Termamyl® und von dem Unternehmen Danisco/Genencor unter dem Namen Purastar®ST erhältlich.
Weiterentwicklungsprodukte dieser α-Amylase sind von dem Unternehmen Novozymes unter
den Handelsnamen Duramyl® und Termamyt®ultra, von dem Unternehmen Danisco/Genencor
unter dem Namen Purastar®OxAm und von dem Unternehmen Daiwa Seiko Inc., Tokyo, Japan,
als Keistase® erhältlich. Die α-Amylase von Bacillus amyloliquefaciens wird von dem
Unternehmen Novozymes unter dem Namen BAN® vertrieben, und abgeleitete Varianten von
der α-Amylase aus Bacillus stearothermophilus unter den Namen BSG® und Novamyl®, ebenfalls
von dem Unternehmen Novozymes. Des Weiteren sind die α-Amylase aus
Bacillus sp. A 7-7 (DSM 12368) und die Cyclodextrin-Glucanotransferase (CGTase) aus Bacillus agaradherens
(DSM 9948) zu nennen. Ebenso sind Fusionsprodukte aller genannten Moleküle einsetzbar.
Darüber hinaus sind die unter den Handelsnamen Fungamyl® von dem Unternehmen Novozymes
erhältlichen Weiterentwicklungen der α-Amylase aus
Aspergillus niger und
A. oryzae geeignet. Weitere vorteilhafte Handelsprodukte sind beispielsweise die Amylase Powerase®
von dem Unternehmen Danisco/Genencor und die Amylasen Amylase-LT®, Stainzyme® und
Stainzyme plus®, letztere von dem Unternehmen Novozymes. Auch durch Punktmutationen
erhältliche Varianten dieser Enzyme können erfindungsgemäß hergestellt werden. Weitere
bevorzugte Amylasen sind offenbart in den internationalen Offenlegungsschriften
WO 00/60060,
WO 03/002711,
WO 03/054177 und
WO07/079938, auf deren Offenbarung daher ausdrücklich verwiesen wird. Erfindungsgemäß herzustellende
Amylasen sind ferner vorzugsweise α-Amylasen.
[0036] Beispiele für Lipasen oder Cutinasen sind die ursprünglich aus Humicola lanuginosa
(Thermomyces lanuginosus) erhältlichen, beziehungsweise weiterentwickelten Lipasen,
insbesondere solche mit dem Aminosäureaustausch D96L. Sie werden beispielsweise von
der Firma Novozymes unter den Handelsnamen Lipolase®, Lipolase®Ultra, LipoPrime®,
Lipozyme® und Lipex® vertrieben. Des Weiteren sind beispielsweise die Cutinasen herstellbar,
die ursprünglich aus
Fusarium solani pisi und
Humicola insolens isoliert worden sind. Von der Firma Danisco/Genencor sind beispielsweise die Lipasen
beziehungsweise Cutinasen herstellbar, deren Ausgangsenzyme ursprünglich aus
Pseudomonas mendocina und
Fusarium solanii isoliert worden sind. Als weitere wichtige Handelsprodukte sind die ursprünglich
von der Firma Gist-Brocades (inzwischen Danisco/Genencor) vertriebenen Präparationen
M1 Lipase® und Lipomax® und die von der Firma Meito Sangyo KK, Japan, unter den Namen
Lipase MY-30®, Lipase OF® und Lipase PL® vertriebenen Enzyme zu erwähnen, ferner das
Produkt Lumafast® von der Firma Danisco/Genencor.
[0037] Beispiele für Cellulasen (Endoglucanasen, EG) umfassen Sequenzen der pilzlichen,
Endoglucanase(EG)-reichen Cellulase-Präparation beziehungsweise deren Weiterentwicklungen,
die von dem Unternehmen Novozymes unter dem Handelsnamen Celluzyme® angeboten wird.
Die ebenfalls von dem Unternehmen Novozymes erhältlichen Produkte Endolase® und Carezyme®
basieren auf der 50 kD-EG, beziehungsweise der 43 kD-EG aus Humicola insolens DSM
1800. Weitere herstellbare Handelsprodukte dieses Unternehmens sind Cellusoft®, Renozyme®
und Celluclean®. Weiterhin herstellbar sind beispielsweise Cellulasen, die von dem
Unternehmen AB Enzymes, Finnland, unter den Handelsnamen Ecostone® und Biotouch® erhältlich
sind, und die zumindest zum Teil auf der 20 kD-EG aus Melanocarpus basieren. Weitere
Cellulasen von dem Unternehmen AB Enzymes sind Econase® und Ecopulp®. Weitere geeignete
Cellulasen sind aus
Bacillus sp. CBS 670.93 und CBS 669.93, wobei die aus
Bacillus sp. CBS 670.93 von dem Unternehmen Danisco/Genencor unter dem Handelsnamen Puradax® erhältlich
ist. Weitere herstellbare Handelsprodukte des Unternehmens Danisco/Genencor sind "Genencor
detergent cellulase L" und lndiAge®Neutra.
[0038] Auch durch Punktmutationen erhältliche Varianten dieser Enzyme können erfindungsgemäß
hergestellt werden. Besonders bevorzugte Cellulasen sind
Thielavia terrestris Cellulasevarianten, die in der internationalen Offenlegungsschrift
WO 98/12307 offenbart sind, Cellulasen aus
Melanocarpus, insbesondere
Melanocarpus albomyces, die in der internationalen Offenlegungsschrift
WO 97/14804 offenbart sind, Cellulasen vom EGIII-Typ aus
Trichoderma reesei, die in der europäischen Patentanmeldung
EP 1305432 offenbart sind bzw. hieraus erhältliche Varianten, insbesondere diejenigen, die offenbart
sind in den europäischen Patentanmeldungen
EP 1240525 und
EP 1305432, sowie Cellulasen, die offenbart sind in den internationalen Offenlegungsschriften
WO 1992006165,
WO 96/29397 und
WO 02/099091. Auf deren jeweilige Offenbarung wird daher ausdrücklich verwiesen.
[0039] Ferner können weitere Enzyme hergestellt werden, die unter dem Begriff Hemicellulasen
zusammengefasst werden. Hierzu gehören beispielsweise Mannanasen, Xanthanlyasen, Xanthanasen,
Pektinlyasen (=Pektinasen), Pektinesterasen, Pektatlyasen, Xyloglucanasen, Xylanasen,
Pullulanasen und ß-Glucanasen. Diesbezüglich geeignete Enzyme sind beispielsweise
unter den Namen Gamanase®, Pektinex AR® und Pectaway® von der Firma Novozymes, unter
dem Namen Rohapec® B1L von der Firma AB Enzymes und unter dem Namen Pyrolase® von
der Firma Diversa Corp., San Diego, CA, USA erhältlich. Die aus Bacillus subtilis
gewonnene ß-Glucanase ist unter dem Namen Cereflo® von der Firma Novozymes erhältlich.
Erfindungsgemäß besonders bevorzugte Hemicellulasen sind Mannanasen, welche beispielsweise
unter den Handelsnamen Mannaway® von dem Unternehmen Novozymes oder Purabrite® von
dem Unternehmen Genencor vertrieben werden.
[0040] Ferner können auch Oxidoreduktasen, beispielsweise Oxidasen, Oxygenasen, Katalasen,
Peroxidasen, wie Halo-, Chloro-, Bromo-, Lignin-, Glucose- oder Manganperoxidasen,
Dioxygenasen oder Laccasen (Phenoloxidasen, Polyphenoloxidasen) hergestellt werden.
Als geeignete Handelsprodukte sind Denilite® 1 und 2 der Firma Novozymes zu nennen.
Weitere Enzyme sind in den internationalen Patentanmeldungen
WO 98/45398,
WO 2005/056782,
WO 2004/058961 sowie
WO 2005/124012 offenbart.
[0041] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei dem Mikroorganismus um
Bacillus pumilus DSM 14395 handelt. Dieser Stamm wurde am 01.03.2001 bei der DSMZ (DSMZ - Deutsche
Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, Inhoffenstraße 7 B, 38124 Braunschweig,
Deutschland) hinterlegt und ist von der DSMZ als ein
Bacillus pumilus Stamm identifiziert (DSM ID 01-197). Wie die Beispiele in der vorliegenden Patentanmeldung
belegen, werden mit diesem Stamm sehr gute Produktausbeuten in mikrobiellen Fermentationen
erzielt.
[0042] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der in einem erfindungsgemäßen
Verfahren einzusetzende Stamm genetisch modifiziert. Durch die genetische Modifikation
wird die Produktausbeute vorteilhafterweise weiter gesteigert oder eine Eigenschaft
des Produktes vorteilhaft geändert. Als Produkt ist hierbei das exprimierte Protein
zu verstehen, welches im Fermentationsmedium vorliegt. Beispielsweise wird dessen
Geruch vermindert, dessen Farbe abgeschwächt und/oder das Produkt aufgeklärt (d.h.
weniger trüb) oder dessen Dichte reduziert. Mit der genetischen Modifikation ist diesbezüglich
nicht das Einbringen des Expressionskonstruktes gemäß Verfahrensschritt (a) gemeint.
Vielmehr ist der in dem erfindungsgemäßen Verfahren einzusetzende Mikroorganismus
der Art
Bacillus pumilus bereits genetisch modifiziert, und zwar bevor das Expressionskonstrukt gemäß Verfahrensschritt
(a) in den Mikroorganismus eingebracht wird. Vorzugsweise wird das Vorliegen der genetischen
Modifikation im Vergleich mit dem
Bacillus pumilus Wildtyp, insbesondere
Bacillus pumilus DSM 14395, ermittelt. Als genetische Modifikation kommen diesbezüglich Substitutionen,
Insertionen und/oder Deletionen in Frage. Vorteilhafterweise bewirkt die genetische
Modifikation die funktionelle Änderung, beispielsweise die funktionelle Inaktivierung,
eines Gens in dem Mikroorganismus. Die funktionelle Änderung, beispielsweise die funktionelle
Inaktivierung, des Gens bedingt dann wiederum ein gesteigerte und/oder verbesserte
Herstellung des Proteins und damit eine verbesserte Produktausbeute und/oder den Erhalt
eines Produktes mit einer oder mehreren verbesserten Eigenschaften. Unter funktioneller
Inaktivierung ist zu verstehen, dass das/die von diesem Gen codierte(n) Genprodukt(e)
nicht mehr gebildet oder in biologisch inaktiver Form gebildet wird/werden, so dass
es/sie seine Funktion(en) in dem Mikroorganismus nicht mehr ausüben kann/können. Diesbezüglich
kann eine funktionelle Inaktivierung eines Gens insbesondere auch dadurch erfolgen,
dass es durch ein alternatives Gen vollständig oder teilweise ersetzt wird. Dieses
alternative Gen kann dann anstelle des ursprünglich vorhandenen Gens exprimiert werden.
Folglich wurde das ursprünglich vorhandene Gen funktionell inaktiviert, stattdessen
wird das alternative Gen exprimiert und hierdurch die funktionelle Änderung bewirkt.
Das alternative Gen kann ein zum ursprünglichen Gen verwandtes Gen sein (mehr als
50% Identität zu dem ursprünglichen Gen) oder ein zum ursprünglichen Gen nicht verwandtes
Gen sein (50% oder weniger Identität zu dem ursprünglichen Gen). Beispielsweise kann
das alternative Gen durch Insertion in die codierende Sequenz des ursprünglichen Gens
eingefügt werden. Hierdurch wird das ursprüngliche Gen funktionell inaktiviert und
stattdessen das alternative Gen exprimiert. Die genetische Modifikation kann sowohl
in der für das Genprodukt codierenden Sequenz als auch in einer zu dem Gen gehörenden
genregulatorischen Sequenz vorliegen.
[0043] Erfindungsgemäß einzusetzende Mikroorganismen können beispielsweise hinsichtlich
ihrer Anforderungen an die Kulturbedingungen verändert sein, hinsichtlich ihres Bewegungsverhaltens
verändert sein, hinsichtlich ihrer Sporulationsfähigkeit verändert sein, hinsichtlich
eines bestimmten Stoffwechselweges verändert sein - beispielsweise um die Bildung
von Schlechtgerüchen während der Fermentation zu unterbinden -, oder auch andere oder
zusätzliche Selektionsmarker aufweisen.
[0044] Diesbezüglich genetisch modifizierbar sind alle Gene in dem in einem erfindungsgemäßen
Verfahren einzusetzenden
Bacillus pumilus Stamm, zu denen eine Entsprechung in dem
Bacillus pumilus Genom existiert, das in der Veröffentlichung von
Gioia et al., PLoS ONE, 9: e928 (2007) offenbart ist. Diese Veröffentlichung beschreibt das erste vollständig sequenzierte
Bacillus pumilus Genom. Auf diese Referenz wird ausdrücklich verwiesen.
[0045] Ferner sind alle Gene in dem in einem erfindungsgemäßen Verfahren einzusetzenden
Bacillus pumilus Stamm genetisch modifizierbar, zu denen eine Entsprechung in einem oder mehreren
der Genome der nachfolgend angegebenen Mikroorganismen existiert:
Agrobacterium radiobacter K84,
Agrobacterium tumefaciens str. C58,
Agrobacterium vitis S4,
Arcobacter butzleri ED-1,
Arcobacter nitrofigilis DSM 7299,
Arcobacter sp. L,
Aromatoleum aromaticum EbN1,
Arthrobacter aurescens TC1,
Arthrobacter chlorophenolicus A6,
Arthrobacter phenanthrenivorans Sphe3,
Arthrobacter sp. FB24,
Bacillus amyloliquefaciens DSM 7,
Bacillus amyloliquefaciens FZB42,
Bacillus anthracis str. Ames,
Bacillus atrophaeus 1942,
Bacillus cellulosilyticus DSM 2522,
Bacillus cereus ATCC 10987,
Bacillus cereus ATCC 14579,
Bacillus cereus B4264,
Bacillus clausii KSM-K16,
Bacillus coagulans 36D1,
Bacillus cytotoxicus NVH 391-98,
Bacillus halodurans C-125,
Bacillus licheniformis ATCC 14580,
Bacillus megaterium DSM 319,
Bacillus pseudofirmus OF4,
Bacillus pseudomycoides DSM 12442 (305 parts in a CON entry),
Bacillus pumilus SAFR-032,
Bacillus selenitireducens MLS10,
Bacillus subtilis BSn5,
Bacillus subtilis subsp. spizizenii str. W23,
Bacillus subtilis subsp. spizizenii TU-B-10),
Bacillus subtilis subsp. subtilis RO-NN-1,
Bacillus subtilis subsp. subtilis str. 168,
Bacillus thuringiensis BMB1713,
Bacillus thuringiensis serovar konkukian str. 97-27T,
Bacillus thuringiensis serovar thuringiensis str. T01001,
Bacillus tusciae DSM 2912,
Bacillus weihenstephanensis KBAB4,
Bifidobacterium adolescentis ATCC 15703,
Bifidobacterium animalis subsp. lactis V9,
Bifidobacterium bifidum PRL2010,
Bifidobacterium breve UCC2003,
Bifidobacterium dentium Bd1,
Bifidobacterium longum DJO10A,
Bifidobacterium longum NCC27051,
Bifidobacterium longum subsp. infantis ATCC 15697,
Bradyrhizobium sp. ORS 278,
Brevibacillus brevis NBRC 100599,
Corynebacterium aurimucosum ATCC 700975,
Corynebacterium diphtheriae NCTC 13129,
Corynebacterium efficiens YS-314,
Corynebacterium glutamicum ATCC 13032,
Corynebacterium glutamicum R,
Corynebacterium jeikeium K411,
Corynebacterium kroppenstedtii DSM 44385,
Corynebacterium pseudotuberculosis FRC41,
Corynebacterium resistens DSM 45100,
Corynebacterium ulcerans BR-AD22,
Corynebacterium urealyticum DSM 7109,
Corynebacterium variabile DSM 44702,
Desulfovibrio aespoeensis Aspo-2,
Desulfovibrio alaskensis G20,
Desulfovibrio desulfuricans subsp. desulfuricans str. ATCC 27774,
Desulfovibrio magneticus RS-1,
Desulfovibrio salexigens DSM 2638,
Desulfovibrio vulgaris RCH1,
Desulfovibrio vulgaris str. Miyazaki F,
Desulfurobacterium thermolithotrophum DSM 11699,
Enterobacter aerogenes KCTC 2190,
Enterobacter asburiae LF7a,
Enterobacter cloacae subsp. cloacae ATCC 13047
Enterobacter sp. 638,
Escherichia coli 536,
Escherichia coli APEC O1,
Escherichia coli CFT073,
Escherichia coli O103:H2 str. 12009,
Escherichia coli SE11,
Escherichia coli SE15-,
Escherichia fergusonii ATCC 35469T chromosome,
Ethanoligenens harbinense YUAN-3,
Eubacterium cylindroides T2-87 draft,
Eubacterium eligens ATCC 27750,
Eubacterium limosum KIST612,
Eubacterium rectale M104/1 draft,
Eubacterium siraeum 70/3 draft,
Exiguobacterium sibiricum 255-15,
Exiguobacterium sp. AT1b,
Flavobacteriaceae bacterium 3519-10,
Flavobacterium branchiophilum FL-15,
Flavobacterium johnsoniae UW101,
Flavobacterium psychrophilum JIP02/86,
Geobacillus kaustophilus HTA426,
Geobacillus sp. C56-T3,
Geobacillus sp. WCH70,
Geobacillus sp. Y4.1MC1,
Geobacillus sp. Y412MC52,
Geobacillus sp. Y412MC61, plasmid pGYMC6101,
Geobacillus thermodenitrificans NG80-2,
Geobacillus thermoglucosidasius C56-YS93,
Geobacter bemidjiensis Bem Geobacter lovleyi SZ,
Geobacter metallireducens GS-15,
Geobacter sp. FRC-32,
Geobacter sp. M18,
Geobacter sp. M21,
Geobacter sulfurreducens PCA,
Geobacter uraniireducens Rf4,
Gloeobacter violaceus PCC 74212,
Gluconacetobacter diazotrophicus PAI 5 ATCC 49037,
Gluconacetobacter xylinus NBRC 3288,
Gluconobacter oxydans 621H,
Hydrogenobaculum sp. Y04AAS1,
Lactobacillus acidophilus 30SC,
Lactobacillus amylovorus GRL 1112,
Lactobacillus brevis ATCC 367,
Lactobacillus buchneri NRRL B-30929,
Lactobacillus casei ATCC 334,
Lactobacillus casei BD-II,
Lactobacillus casei BL23,
Lactobacillus casei LC2W,
Lactobacillus crispatus ST10,
Lactobacillus delbrueckii subsp. bulgaricus ND02,
Lactobacillus fermentum CECT 5716,
Lactobacillus gasseri ATCC 33323,
Lactobacillus helveticus H10,
Lactobacillus johnsonii NCC 533,
Lactobacillus kefiranofaciens ZW3,
Lactobacillus plantarum WCFS1,
Lactobacillus reuteri SD2112,
Lactobacillus rhamnosus GG,
Lactobacillus rhamnosus GG ATCC 53103,
Lactobacillus ruminis ATCC 27782,
Lactobacillus sakei subsp. sakei 23K,
Lactobacillus salivarius CECT 5713),
Lactobacillus sanfranciscensis TMW 1.1304,
Mannheimia succiniciproducens MBEL55E,
Mycobacterium abscessus chromosome,
Mycobacterium africanum GM041182,
Mycobacterium avium 104,
Mycobacterium bovis BCG str. Tokyo 172,
Mycobacterium canettii CIPT 140010059, Mycobacterium gilvum PYR-GCK,
Mycobacterium marinum M,
Mycobacterium smegmatis str. MC2 155,
Mycobacterium sp. JDM601,
Mycobacterium sp. JLS,
Mycobacterium sp. KMS,
Mycobacterium sp. MCS,
Mycobacterium sp. Spyr1,
Mycobacterium vanbaalenii PYR-1,
Pseudomonas aeruginosa NCGM2.S17,
Pseudomonas brassicacearum subsp. brassicacearum NFM421,
Pseudomonas entomophila L48 chromosome,
Pseudomonas fluorescens Pf-5,
Pseudomonas fulva 12-X,
Pseudomonas mendocina NK-01,
Pseudomonas putida KT2440+,
Pseudomonas syringae pv. phaseolicola 1448A,
Pseudomonas stutzeri DSM 4166,
Pseudomonas syringae pv. syringae B728a+,
Pseudomonas syringae pv. tomato str. DC3000/,
Stenotrophomonas maltophilia K279a strain K279a,
Streptobacillus moniliformis DSM 12112,
Streptomyces avermitilis MA-4680,
Streptomyces bingchenggensis BCW-1,
Streptomyces cattleya NRRL 8057 main chromosome,
Streptomyces clavuligerus ATCC 27064,
Streptomyces coelicolor, Streptomyces flavogriseus ATCC 33331,
Streptomyces griseus subsp. griseus NBRC 13350,
Streptomyces scabiei 87.22,
Streptomyces sp. SirexAA-E,
Streptomyces venezuelae ATCC 10712,
Streptomyces violaceusniger Tu 4113,
Sulfobacillus acidophilus TPY,
Thermobifida fusca YX,
Thermotoga lettingae TMO,
Thermotoga maritima MSB8,
Thermotoga naphthophila RKU-10,
Thermotoga neapolitana DSM 4359,
Thermotoga petrophila RKU-1,
Thermotoga sp. RQ2,
Thermovibrio ammonificans HB-1,
Thermus thermophilus HB27,
Xanthomonas albilineans, Xanthomonas axonopodis pv. citrumelo F1,
Xanthomonas axonopodis pv. citri str. 306/,
Xanthomonas campestris pv. campestris str. 8004,
Xanthomonas euvesicatoria, Xanthomonas oryzae pv. oryzae
[0046] Neben der genannten Veröffentlichung sind die modifizierbaren Gene, insbesondere
die Sequenzen derselben, auch in öffentlich zugänglichen Datenbanken verfügbar, beispielsweise
in der KEGG (Kyoto Encyclopedia of Genes and Genomes)-Datenbank unter http://www.genome.jp/kegg
oder in den Datenbanken des NCBI (National Center for Biotechnology Information, U.S.
National Library of Medicine, 8600 Rockville Pike, Bethesda, MD 20894, USA) unter
http://www.ncbi.nlm.nih.gov. Die KEGG-Datenbank wurde seit 1995 von den Laboratorien
um Kanehisa et al. des "Kyoto University Bioinformatics Center" und des "Human Genome
Center of the University of Tokyo" entwickelt. Neben einzelnen Genen enthalten diese
Datenbanken auch Informationen und Sequenzen ganzer Genome oder große Teile des Genoms
unterschiedlicher Mikroorganismen.
[0047] Eine genetische Entsprechung im Sinne der vorliegenden Patentanmeldung zeichnet sich
zum einen durch eine möglichst hohe Sequenzhomologie zwischen dem Gen des erfindungsgemäß
einzusetzenden
Bacillus pumilus-Stammes und dem Gen des von Gioia et al. veröffentlichten
Bacillus pumilus-Stammes und/oder dem Gen des vorstehend angegebenen Mikroorganismus aus. Zum anderen zeichnet
sich eine genetische Entsprechung durch eine gleichartige Funktion aus, d.h. die einander
entsprechenden Gene des erfindungsgemäß einzusetzenden
Bacillus pumilus-Stammes und des von Gioia et al. veröffentlichten
Bacillus pumilus-Stammes und/oder des vorstehend angegebenen Mikroorganismus besitzen eine gleichartige Funktion
in dem jeweiligen Mikroorganismus.
[0048] Mit diesen Gen- und/oder Genominformationen ist es möglich, das jeweilige Gen in
dem in einem erfindungsgemäßen Verfahren einzusetzenden
Bacillus pumilus Stamm anhand von Sequenzvergleichen zu identifizieren. Basierend auf der genetischen
Information, insbesondere der Sequenzinformation, aus dem von Gioia et al. veröffentlichten
Genom des
Bacillus pumilus-Stammes und/oder aus dem Genom eines vorstehend angegebenen Mikroorganismus kann der
Fachmann durch Sequenzvergleich und/oder molekularbiologische Standardmethodik die
Nukleinsäuresequenz mit der höchsten Sequenzübereinstimmung in dem Genom des
Bacillus pumilus-Stammes ermitteln, der genetisch modifiziert und dann in dem erfindungsgemäßen Verfahren
eingesetzt werden soll. Die Bestätigung einer gleichartigen Funktion, d.h. einer funktionellen
Entsprechung, können Vergleichsversuche mit den jeweiligen Mikroorganismen liefern,
in denen jeweils das auf der Basis des Sequenzvergleichs verglichene Gen auf die gleiche
Weise verändert (vorzugsweise funktionell inaktiviert) wird und beobachtet wird, ob
bei beiden Mikroorganismen gleichartige Veränderungen, insbesondere phänotypische
Veränderungen, auftreten. Geht beispielsweise die Veränderung, insbesondere die funktionelle
Inaktivierung, des fraglichen Gens in dem von Gioia et al. veröffentlichten
Bacillus pumilus-Stamm und/oder in dem vorstehend angegebenen Mikroorganismus mit einer Veränderung der
Stoffwechselaktivität, der Bewegung oder des Sporulationsverhaltens einher und wird
eine entsprechende Veränderung in dem erfindungsgemäß zu modifizierenden und einzusetzenden
Bacillus pumilus-Stamm beobachtet, so ist hierin eine Bestätigung der korrekten Zuordnung zu sehen. Entsprechende
Methoden sind Standard auf dem Gebiet der Genetik, insbesondere der Genetik von Mikroorganismen,
und dem Fachmann auf diesem Gebiet umfassend bekannt.
[0049] Der erfindungsgemäße Mikroorganismus ist sporulationsgehemmt. Dies wird vorzugsweise
dadurch erreicht, dass dessen Gen spolV (yqfD) bzw. dessen genetische Entsprechung
funktionell inaktiviert wird, insbesondere durch eine Deletion des Gens spolV (yqfD)
bzw. dessen genetischer Entsprechung oder Teilen davon. Es wurde festgestellt, dass
mit einem derart sporulationsgehemmten
Bacillus pumilus-Stamm eine besonders hohe Produktausbeute in einem erfindungsgemäßen Verfahren erreicht
wird.
[0050] Die in erfindungsgemäßen Verfahren zum Einsatz kommenden Mikroorganismen können in
üblicher Weise kultiviert und fermentiert werden, beispielsweise in diskontinuierlichen
oder kontinuierlichen Systemen. Im ersten Fall wird ein geeignetes Nährmedium mit
den Mikroorganismen beimpft und das Protein nach einem experimentell zu ermittelnden
Zeitraum aus dem Medium geerntet. Kontinuierliche Fermentationen zeichnen sich durch
Erreichen eines Fließgleichgewichts aus, in dem über einen vergleichsweise langen
Zeitraum Zellen teilweise absterben aber auch nachwachsen und gleichzeitig aus dem
Medium das gebildete Protein entnommen werden kann.
[0051] Erfindungsgemäße Verfahren sind vorzugsweise Fermentationsverfahren. Fermentationsverfahren
sind an sich aus dem Stand der Technik bekannt und stellen den eigentlichen großtechnischen
Produktionsschritt dar, in der Regel gefolgt von einer geeigneten Aufreinigungsmethode
des hergestellten Proteins. Alle Fermentationsverfahren, die auf einem erfindungsgemäßen
Verfahren zur Herstellung eines Proteins beruhen, stellen Ausgestaltungen eines erfindungsgemäßen
Verfahrens dar.
[0052] Fermentationsverfahren, die dadurch gekennzeichnet sind, dass die Fermentation über
eine Zulaufstrategie durchgeführt wird, kommen insbesondere in Betracht. Hierbei werden
die Medienbestandteile, die durch die fortlaufende Kultivierung verbraucht werden,
zugefüttert. Hierdurch können beträchtliche Steigerungen sowohl in der Zelldichte
als auch in der Zellmasse bzw. Trockenmasse erreicht werden. Ferner kann die Fermentation
auch so gestaltet werden, dass unerwünschte Stoffwechselprodukte herausgefiltert oder
durch Zugabe von Puffer oder jeweils passende Gegenionen neutralisiert werden.
[0053] Das hergestellte Protein kann aus dem Fermentationsmedium geerntet werden. Ein solches
Fermentationsverfahren ist gegenüber einer Isolation des Proteins aus dem Mikroorganismus,
d.h. einer Produktaufbereitung aus der Zellmasse (Trockenmasse) bevorzugt. Dies kann
beispielsweise erreicht werden durch die Zurverfügungstellung von geeigneten Sekretionsmarkern
bzw. -mechanismen und/oder Transportsystemen, damit die Mikroorganismen das Protein
in das Fermentationsmedium sezernieren. Ohne Sekretion kann alternativ die Isolation
des Proteins aus der Wirtszelle, d.h. eine Aufreinigung desselben aus der Zellmasse,
erfolgen, beispielsweise durch Fällung mit Ammoniumsulfat oder Ethanol, oder durch
chromatographische Reinigung.
[0054] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Mikroorganismus, der durch ein Verfahren
erhältlich ist, welches die folgenden Verfahrensschritte umfasst:
- (a) Einbringen eines Expressionskonstruktes in einen Mikroorganismus, welches einen
Promotor und eine für das Protein codierende Nukleinsäure umfasst;
- (b) Exprimieren des Proteins in dem Mikroorganismus,
wobei der Mikroorganismus zugehörig ist zur Art
Bacillus pumilus.
[0055] Hierbei handelt es sich demnach um alle Mikroorganismen, die Gegenstand eines erfindungsgemäßen
Verfahrens sein können. Alle Sachverhalte, Gegenstände und Ausführungsformen, die
für erfindungsgemäße Verfahren beschrieben sind, sind auch auf diesen Erfindungsgegenstand
anwendbar. Daher wird an dieser Stelle ausdrücklich auf die Offenbarung an entsprechender
Stelle verwiesen mit dem Hinweis, dass diese Offenbarung auch für die erfindungsgemäßen
Mikroorganismen gilt.
[0056] Besonders bevorzugte Ausführungsformen erfindungsgemäßer Mikroorganismen sind dadurch
gekennzeichnet, dass
- (a) der Promotor eine Nukleinsäuresequenz umfasst, die ausgewählt ist aus
- (i) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 1 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%,
85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%,
97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100%
identisch ist;
- (ii) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 2 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%,
85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%,
97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100%
identisch ist,
- (iii) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 3 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%,
85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%,
97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100%
identisch ist;
- (iv) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 4 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%,
85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%,
97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100%
identisch ist,
und/oder
- (b) das Protein nicht natürlicherweise in dem Mikroorganismus vorhanden ist, und/oder
- (c) das Protein ein Enzym ist, insbesondere eine saure Cellulase, Alpha-Amylase, Alpha-Acetodecarboxylase,
Aminopetidase, Amylase, Arabanase, Beta-Glucanase, Beta-Glucosidase, Beta-Mannosidase,
Carageenase, Carbohydrase, Catalase, Cellobiose-Oxidase, Cellulase, Chymosin, Endo-1,3-Beta-Glucanase,
Endo-1,3(4)-Beta-Glucanase, Endo-1,4-Beta-Xylanase, Endopeptidase, Esterase, Exopeptidase,
G4-Amylase, Glucoamylase, Glucoseoxidase, Glucosidase, Glycolipase, Hemicellulase,
Laccase, Lipase, Lyspohospholipase, maltogene Amylase, Mannanase, neutrale Protease,
Nuklease, Oxidase, Oxidoreduktase, Pectatlyase, Pectinase, Pectinesterase, Pentosanase,
Perhydrolase, Phospholipase, Phytase, Polygalacturonase, Protease, Proteinase, Pullulanase,
Rennet-Enzym, Rhamnogalacturonase, Subtilisin, Tannase, Transferase, Transglutaminase,
Xanthanase, Xylanase, Xyloglucanase, bevorzugt Protease oder Alpha-Amylase, oder Mischungen
hieraus, und/oder
- (d) es sich bei dem Mikroorganismus um Bacillus pumilus DSM 14395 handelt, und/oder
- (e) der Mikroorganismus sporulationsgehemmt ist, vorzugsweise durch eine Veränderung
des Gens spolV (yqfD), insbesondere durch eine Deletion des Gens spolV (yqfD) oder
Teilen davon, und/oder
- (f) der Mikroorganismus genetisch modifiziert ist.
[0057] Eine ganz besonders bevorzugte Ausführungsformen erfindungsgemäßer Mikroorganismen
sind dadurch gekennzeichnet, dass
- (a) der Promotor eine Nukleinsäuresequenz umfasst, die ausgewählt ist aus
- (i) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 1 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%,
85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%,
97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100%
identisch ist;
- (ii) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 2 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%,
85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%,
97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100%
identisch ist,
und/oder
- (b) das Protein nicht natürlicherweise in dem Mikroorganismus vorhanden ist, und/oder
- (c) das Protein eine Protease, bevorzugt ein Subtilisin, oder eine Alpha-Amylase ist
und/oder
- (d) es sich bei dem Mikroorganismus um Bacillus pumilus DSM 14395 handelt, und/oder
- (e) der Mikroorganismus sporulationsgehemmt ist, vorzugsweise durch eine Veränderung
des Gens spolV (yqfD), insbesondere durch eine Deletion des Gens spolV (yqfD) oder
Teilen davon, und/oder
- (f) der Mikroorganismus genetisch modifiziert ist.
[0058] Eine weitere ganz besonders bevorzugte Ausführungsformen erfindungsgemäßer Mikroorganismen
sind dadurch gekennzeichnet, dass
- (a) der Promotor eine Nukleinsäuresequenz umfasst, die ausgewählt ist aus
- (i) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 1 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%,
85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%,
97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100%
identisch ist;
- (ii) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 2 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%,
85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%,
97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100%
identisch ist,
- (iii) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 3 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%,
85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%,
97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100%
identisch ist;
- (iv) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO: 4 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%, 82,0%, 83,0%, 84,0%,
85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%, 94,0%, 95,0%, 96,0%,
97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders bevorzugt zu 100%
identisch ist,
und/oder
- (b) das Protein nicht natürlicherweise in dem Mikroorganismus vorhanden ist, und/oder
- (c) das Protein eine Alpha-Amylase ist
und/oder
- (d) es sich bei dem Mikroorganismus um Bacillus pumilus DSM 14395 handelt, und/oder
- (e) der Mikroorganismus sporulationsgehemmt ist, vorzugsweise durch eine Veränderung
des Gens spolV (yqfD), insbesondere durch eine Deletion des Gens spolV (yqfD) oder
Teilen davon, und/oder
- (f) der Mikroorganismus genetisch modifiziert ist.
[0059] Eine in höchstem Maße besonders bevorzugte Ausführungsformen erfindungsgemäßer Mikroorganismen
sind dadurch gekennzeichnet, dass
- (a) der Promotor eine Nukleinsäuresequenz umfasst, die zu der in SEQ ID NO: 3 angegebenen
Nukleinsäuresequenz zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%,
82,0%, 83,0%, 84,0%, 85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%,
94,0%, 95,0%, 96,0%, 97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders
bevorzugt zu 100% identisch ist;
und/oder
- (b) das Protein nicht natürlicherweise in dem Mikroorganismus vorhanden ist, und/oder
- (c) das Protein eine Alpha-Amylase ist
und/oder
- (d) es sich bei dem Mikroorganismus um Bacillus pumilus DSM 14395 handelt, und/oder
- (e) der Mikroorganismus sporulationsgehemmt ist, vorzugsweise durch eine Veränderung
des Gens spolV (yqfD), insbesondere durch eine Deletion des Gens spolV (yqfD) oder
Teilen davon, und/oder
- (f) der Mikroorganismus genetisch modifiziert ist.
[0060] Eine weitere in höchstem Maße besonders bevorzugte Ausführungsformen erfindungsgemäßer
Mikroorganismen sind dadurch gekennzeichnet, dass
- (a) der Promotor eine Nukleinsäuresequenz umfasst, die zu der in SEQ ID NO: 1 angegebenen
Nukleinsäuresequenz zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%,
82,0%, 83,0%, 84,0%, 85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%,
94,0%, 95,0%, 96,0%, 97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders
bevorzugt zu 100% identisch ist;
und/oder
- (b) das Protein nicht natürlicherweise in dem Mikroorganismus vorhanden ist, und/oder
- (c) das Protein eine Alpha-Amylase ist
und/oder
- (d) es sich bei dem Mikroorganismus um Bacillus pumilus DSM 14395 handelt, und/oder
- (e) der Mikroorganismus sporulationsgehemmt ist, vorzugsweise durch eine Veränderung
des Gens spolV (yqfD), insbesondere durch eine Deletion des Gens spolV (yqfD) oder
Teilen davon, und/oder
- (f) der Mikroorganismus genetisch modifiziert ist.
[0061] Eine in höchstem Maße besonders bevorzugte Ausführungsformen erfindungsgemäßer Mikroorganismen
sind dadurch gekennzeichnet, dass
- (a) der Promotor eine Nukleinsäuresequenz umfasst, die zu der in SEQ ID NO: 2 angegebenen
Nukleinsäuresequenz zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81,0%,
82,0%, 83,0%, 84,0%, 85,0%, 86,0%, 87,0%, 88,0%, 89,0%, 90,0%, 91,0%, 92,0%, 93,0%,
94,0%, 95,0%, 96,0%, 97,0%, 98,0%, 99,0%, 99,2%, 99,3%, 99,4%, 99,5% und ganz besonders
bevorzugt zu 100% identisch ist;
und/oder
- (b) das Protein nicht natürlicherweise in dem Mikroorganismus vorhanden ist, und/oder
- (c) das Protein eine Alpha-Amylase ist
und/oder
- (d) es sich bei dem Mikroorganismus um Bacillus pumilus DSM 14395 handelt, und/oder
- (e) der Mikroorganismus sporulationsgehemmt ist, vorzugsweise durch eine Veränderung
des Gens spolV (yqfD), insbesondere durch eine Deletion des Gens spolV (yqfD) oder
Teilen davon, und/oder
- (f) der Mikroorganismus genetisch modifiziert ist.
[0062] Erfindungsgemäße Mikroorganismen werden vorteilhaft in erfindungsgemäßen Verfahren
verwendet, um ein Protein herzustellen. Konsequenterweise ist demnach ein weiterer
Gegenstand der Erfindung die Verwendung eines erfindungsgemäßen Mikroorganismus zur
Herstellung eines Proteins, insbesondere eines Enzyms.
[0063] Alle Sachverhalte, Gegenstände und Ausführungsformen, die für erfindungsgemäße Verfahren
bzw. Mikroorganismen beschrieben sind, sind auch auf diesen Erfindungsgegenstand anwendbar.
Daher wird an dieser Stelle ausdrücklich auf die Offenbarung an entsprechender Stelle
verwiesen mit dem Hinweis, dass diese Offenbarung auch für die erfindungsgemäßen Verwendungen
gilt.
Beispiele
Beispiel 1:
[0065] Vergleich der fermentativen Produktion einer Protease (Zielprotein) mit
Bacillus pumilus und
Bacillus licheniformis
[0066] Drei unterschiedliche Expressionsplasmide wie nachstehend angegeben, die jeweils
ein Gen codierend für eine Protease (Zielprotein) sowie einen funktionellen Promotor
umfassen, wurden sowohl in einen
Bacillus licheniformis- als auch in einen
Bacillus pumilus-Stamm transformiert. Die transformierten Stämme wurden für die fermentative Proteaseproduktion
verwendet. Der verwendete
Bacillus licheniformis-Stamm ist offenbart in der internationalen Patentanmeldung
WO 91/02792. Als
Bacillus pumilus-Stamm wurde
Bacillus pumilus DSM 14395 verwendet, in dem das Gen spolV (yqfD) durch eine Deletion funktionell
inaktiviert wurde. Als Promotoren dienten Nukleinsäuresequenzen gemäß SEQ ID NO: 1
und SEQ ID NO: 2. Der Promotor ist in den jeweiligen Expressionsplasmiden jeweils
5'-wärts der Nukleinsäuresequenz angeordnet, die für die Protease codiert. Folgende
Plasmide wurden verwendet (Tabelle 1):
Tabelle 1:
| Plasmid Nr. |
Promotor |
Protease-Gen |
| 1 |
SEQ ID NO: 1 |
codierend für die Variante F49 gemäß WO 95/23221 |
| 2 |
SEQ ID NO: 1 |
codierend für die Variante F49 gemäß WO 95/23221 |
| 3 |
SEQ ID NO: 2 |
codierend für die Variante F49 gemäß WO 95/23221 |
[0067] Nach der Transformation der Expressionsplasmide in die jeweiligen Mikroorganismen
wurden die resultierenden Produktionsstämme in einem Standardfermentationsverfahren
in einem 2 Liter-Laborfermenter (48h Dauer der Kultur) eingesetzt und die erhaltenen
Proteaseaktivitäten bestimmt über die Freisetzung des Chromophors para-Nitroanilin
(pNA) aus dem Substrat suc-L-Ala-L-Ala-L-Pro-L-Phe-p-Nitroanilid (AAPF). Die Protease
spaltet das Substrat und setzt pNA frei. Die Freisetzung des pNA verursacht eine Zunahme
der Extinktion bei 410 nm, deren zeitlicher Verlauf ein Maß für die enzymatische Aktivität
ist (vgl. Del Mar et al., 1979). Die Messung erfolgt bei einer Temperatur von 25°C,
bei pH 8,6, und einer Wellenlänge von 410 nm. Die Messzeit beträgt 5 min und das Messintervall
20s bis 60s.
[0068] Verglichen mit
Bacillus licheniformis stieg die Ausbeute mit
Bacillus pumilus als Produktionsorganismus deutlich an (vgl. Tabelle 2). Angegeben sind die relativen
gemessenen Proteaseaktivitäten für
Bacillus pumilus, die auf die jeweils erhaltene Proteaseaktivität für
Bacillus licheniformis, die als 100% definiert wurde, bezogen sind.
Tabelle 2:
| Plasmid Nr. |
relative Proteaseaktivität (%) |
| 1 |
114 |
| 2 |
134 |
| 3 |
150 |
Beispiel 2:
[0069] In diesem Beispiel wurde die fermentative Produktion einer Protease (Zielprotein)
in
Bacillus pumilus mit Expressionskonstrukten, die unterschiedliche Promotoren umfassten, untersucht.
Verwendet wurden die Expressionsplasmide 1 und 3 mit Promotoren gemäß SEQ ID NO. 1
und SEQ ID NO. 2 wie in Beispiel 1 beschrieben. Als weiteres Expressionsplasmid (Kontrolle)
wurde ein Expressionsplasmid verwendet, das sich von den Plasmiden 1 und 3 dadurch
unterscheidet, dass anstelle eines Promotors aus
Bacillus pumilus ein
Bacillus licheniformis Promotor verwendet wurde, der in der internationalen Patentanmeldung
WO 91/02792 offenbart ist ("promotor of the ATCC 53926 alkaline protease gene"; vgl. Beispiele
5, 6 und Figur 27
WO 91/02792). Als
Bacillus pumilus-Stamm wurde wie in Beispiel 1
Bacillus pumilus DSM 14395 verwendet, in dem das Gen spolV (yqfD) durch eine Deletion funktionell
inaktiviert wurde.
[0070] Dieser Stamm wurde mit den genannten Expressionsplasmiden transformiert. Die resultierenden
Produktionsstämme wurden in einem Standardfermentationsverfahren in einem 2 Liter-Laborfermenter
eingesetzt und die erhaltenen Proteaseaktivitäten bestimmt über die Freisetzung des
Chromophors para-Nitroanilin (pNA) aus dem Substrat suc-L-Ala-L-Ala-L-Pro-L-Phe-p-Nitroanilid
(AAPF) wie in Beispiel 1 beschrieben. Verglichen mit dem Kontrollstamm stieg die Ausbeute
mit den Plasmiden 1 und 3 deutlich an (vgl. Tabelle 3). Angegeben sind die relativen
gemessenen Proteaseaktivitäten für die Stämme enthaltend die Plasmide 1 und 3, die
auf die Proteaseaktivität für den Kontrollstamm, die als 100% definiert wurde, bezogen
sind.
Tabelle 3:
| Plasmid Nr. |
relative Proteaseaktivität (%) |
| Kontrolle |
100 |
| 1 |
133 |
| 3 |
131 |
Beispiel 3:
[0071] Zwei unterschiedliche Expressionsplasmide, wie nachstehend angegeben, die jeweils
ein Gen codierend für eine Amylase (Zielprotein) sowie einen funktionellen Promotor
umfassen, wurden sowohl in einen
Bacillus licheniformis- als auch in einen
Bacillus pumilus-Stamm transformiert. Die transformierten Stämme wurden für die fermentative Amylaseproduktion
verwendet. Der verwendete
Bacillus licheniformis-Stamm ist offenbart in der internationalen Patentanmeldung
WO 91/02792. Als
Bacillus pumilus-Stamm wurde
Bacillus pumilus DSM 14395 verwendet, in dem das Gen spolV (yqfD) durch eine Deletion funktionell
inaktiviert wurde. Als Promotoren dienten Nukleinsäuresequenzen gemäß SEQ ID NO: 3
und SEQ ID NO: 4 (Amylase Promotor aus Bacillus amyloliquefaciens, wie in
Palva,l., Pettersson,R.F., Kalkkinen,N., Lehtovaara,P., Sarvas,M., Soderlund,H.,
Takkinen,K. and Kaariainen,L. "Nucleotide sequence of the promoter and NH2-terminal
signal peptide region of the alpha-amylase gene from Bacillus amyloliquefaciens";
Gene 15 (1), 43-51 (1981) offenbart). Der Promotor ist in den jeweiligen Expressionsplasmiden jeweils 5'-wärts
der Nukleinsäuresequenz angeordnet, die für die Amylase codiert. Folgende Plasmide
wurden verwendet (Tabelle 4):
Tabelle 4:
| Plasmid Nr. |
Promotor |
Amylase-Gen |
| 4 |
SEQ ID NO. 3 |
Codierend für das Protein nach Seq ID No: 2 aus EP1307547 A2 |
| 5 |
SEQ ID NO. 4 |
Codierend für das Protein nach Seq ID No: 2 aus EP1307547 A2 |
| 6 |
SEQ ID NO. 1 |
Codierend für das Protein nach Seq ID No: 2 aus EP1307547 A2 |
| 7 |
SEQ ID NO. 2 |
Codierend für das Protein nach Seq ID No: 2 aus EP1307547 A2 |
[0072] Nach der Transformation der Expressionsplasmide in die jeweiligen Mikroorganismen
wurden die resultierenden Produktionsstämme in einem Standardfermentationsverfahren
in einem 2 Liter-Laborfermenter (48h Dauer der Kultur) eingesetzt und die erhaltenen
Amylaseaktivitäten bestimmt Zur Bestimmung der amylolytischen Aktivität in TAU wird
ein modifiziertes p-Nitrophenylmaltoheptaosid verwendet, dessen endständige Glucoseeinheit
durch eine Benzylidengruppe blockiert ist; dieses wird durch Amylase zu freiem p-Nitrophenyl-Oligosaccharid
gespalten, welches seinerseits mittels der Hilfesenzyme Glucoamylase und alpha-Glucosidase
zu Glucose und p-Nitrophenol umgesetzt wird. Damit ist die Menge an freigesetztem
p-Nitrophenol der Amylase-Aktivität proportional. Die Messung erfolgt beispielsweise
mit dem Quick-Start®-Testkit der Fa. Abbott, Abott Park, Illinois, USA. Die Absorptionszunahme
(405 nm) im Testansatz wird bei 37°C über 3 min gegen einen Blank-Wert mittels Photometer
detektiert. Die Kalibrierung erfolgt über einen Enzymstandard von bekannter Aktivität
(zum Beispiel Maxamyl®/Purastar® 2900 der Firma Genencor mit 2900 TAU/g). Die Auswertung
erfolgt mittels Auftragung der Absorptionsdifferenz dE (405 nm) pro min gegen die
Enzymkonzentration des Standards.
[0073] In Tabelle 5 sind die die relativen gemessenen Amylaseaktivitäten für
Bacillus pumilus angegeben, die auf die mit Plasmid 4 (Promotor nach SEQ ID NO: 3) erhaltene Amylaseaktivität
für
Bacillus licheniformis, die als 100% definiert wurde, bezogen sind.
Tabelle 5:
| Plasmid Nr. |
relative Amylaseaktivität (%) in B. licheniformis |
relative Amylaseaktivität (%) in B. pumilus |
| 4 |
100 % |
376 % |
| 5 |
Nicht bestimmt |
212 % |
[0074] Überraschenderweise wurde gefunden, dass der Promotor nach SEQ ID NO: 3 in
B. pumilus (der natürlicherweise keine eigene Amylase produziert) besonders geeignet ist, eine
sehr hohe Ausbeute an heterolog exprimierter Amylase zu erzielen.
Beispiel 4:
[0075] In diesem Beispiel wurde die fermentative Produktion einer Amylase (Zielprotein)
in
Bacillus pumilus mit Expressionskonstrukten, die unterschiedliche Promotoren umfassten, untersucht.
Verwendet wurden die Expressionsplasmide 4, 6 und 7 mit Promotoren gemäß SEQ ID NO.
3, 1 und SEQ ID NO: 2 wie in Beispiel 3 beschrieben. Als
Bacillus pumilus-Stamm wurde wie in Beispiel 1
Bacillus pumilus DSM 14395 verwendet, in dem das Gen spolV (yqfD) durch eine Deletion funktionell
inaktiviert wurde. Dieser Stamm wurde mit den genannten Expressionsplasmiden transformiert.
Die resultierenden Produktionsstämme wurden in einem Standardfermentationsverfahren
in einem 2 Liter-Laborfermenter eingesetzt und die erhaltenen Amylaseaktivitäten,
wie in Beispiel 3 beschrieben, bestimmt.
[0076] In Tabelle 6 sind die relativen gemessenen Amylaseaktivitäten angegeben für die o.g.
B. pumilus Stämme, enthaltend die Plasmide 4, 6 und 7, die auf die Amylaseaktivität für den
B. pumilus Stamm, enthaltend Plasmid 4, die als 100% definiert wurde, bezogen sind.
[0077] Verglichen mit dem bereits für die heterologe Amylaseexpression in
B. pumilus besonders geeigneten Plasmid 4 (vgl. Tabelle 5) konnte mit dem Plasmid 7 eine ähnlich
hohe Ausbeute und mit dem Plasmid 6 sogar noch eine deutlich verbesserte Amylaseausbeute
erzielt werden (vgl. Tabelle 6).
Tabelle 6:
| Plasmid Nr. |
relative Amylaseaktivität (%) |
| 4 |
100 |
| 6 |
112 |
| 7 |
101 |
SEQUENCE LISTING
[0078]
<110> Henkel AG & Co. KGaA
<120> Expressionsverfahren
<130> PT031193 PCT
<150> DE 102012201297.4
<151> 2012-01-31
<160> 4
<170> PatentIn version 3.5
<210> 1
<211> 555
<212> DNA
<213> Bacillus pumilus
<400> 1

<210> 2
<211> 197
<212> DNA
<213> Bacillus pumilus
<400> 2

<210> 3
<211> 225
<212> DNA
<213> Bacillus lichenformis
<400> 3


<210> 4
<211> 217
<212> DNA
<213> Bacillus amyloliquefaciens
<400> 4

1. Verfahren zur Herstellung eines Proteins durch einen Mikroorganismus umfassend dieVerfahrensschritte
(a) Einbringen eines Expressionskonstruktes in einen Mikroorganismus, welches einen
Promotor und eine für das Protein codierende Nukleinsäure umfasst;
(b) Exprimieren des Proteins in dem Mikroorganismus,
wobei der Mikroorganismus zugehörig ist zur Art
Bacillus pumilus und wobei der Mikroorganismus sporulationsgehemmt ist, vorzugsweise durch eine Veränderung
des Gens spolV (yqfD), insbesondere durch eine Deletion des Gens spolV (yqfD) oder
Teilen davon.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Protein sezerniert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Promotor eine Nukleinsäuresequenz umfasst, die ausgewählt ist aus
(a) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO. 1 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% identisch ist;
(b) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO. 2 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% identisch ist;
(c) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO. 3 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% identisch ist;
(d) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO. 4 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% identisch ist.
4. Verfahren nach einem der Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Protein nicht natürlicherweise in dem Mikroorganismus vorhanden ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Protein ein Enzym ist, insbesondere eine saure Cellulase, Alpha-Amylase, Alpha-Acetodecarboxylase,
Aminopetidase, Amylase, Arabanase, Beta- Glucanase, Beta-Glucosidase, Beta-Mannosidase,
Carrageenase, Carbohydrase, Catalase, Cellobiose-Oxidase, Cellulase, Chymosin, Endo-1,3-Beta-Glucanase,
Endo-1,3(4)-Beta-Glucanase, Endo-1,4-Beta-Xylanase, Endopeptidase, Esterase, Exopeptidase,
G4-Amylase, Glucoamylase, Glucoseoxidase, Glucosidase, Glycolipase, Hemicellulase,
Laccase, Lipase, Lyspohospholipase, maltogene Amylase, Mannanase, neutrale Protease,
Nuklease, Oxidase, Oxidoreduktase, Pectatlyase, Pectinase, Pectinesterase, Pentosanase,
Perhydrolase, Phospholipase, Phytase, Polygalacturonase, Protease, Proteinase, Pullulanase,
Rennet-Enzym, Rhamnogalacturonase, Subtilisin, Tannase, Transferase, Transglutaminase,
Xanthanase, Xylanase, Xyloglucanase oder Mischungen hieraus, besonders bevorzugt Alpha-Amylase
und/oder Protease.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Mikroorganismus um Bacillus pumilus DSM 14395 handelt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Mikroorganismus genetisch modifiziert ist.
8. Mikroorganismus enthaltend ein Expressionskonstrukt, welches einen Promotor und eine
für das Protein codierende Nukleinsäure umfasst;
wobei der Mikroorganismus zugehörig ist zur Art Bacillus pumilus und
wobei der Mikroorganismus sporulationsgehemmt ist, vorzugsweise durch eine Veränderung
des Gens spolV (yqfD), insbesondere durch eine Deletion des Gens spolV (yqfD) oder
Teilen davon und
wobei der Mikroorganismus das Protein exprimiert.
9. Mikroorganismus nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Protein sezerniert wird.
10. Mikroorganismus nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
(a) der Promotor eine Nukleinsäuresequenz umfasst, die ausgewählt ist aus
(i) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO. 1 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% identisch ist;
(ii) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO. 2 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% identisch ist,
(iii) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO. 3 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% identisch ist;
(iv) Nukleinsäuresequenz, die zu der in SEQ ID NO. 4 angegebenen Nukleinsäuresequenz
zu mindestens 80% identisch ist;
und/oder
(b) das Protein nicht natürlicherweise in dem Mikroorganismus vorhanden ist, und/oder
(c) das Protein ein Enzym ist, insbesondere eine saure Cellulase, Alpha-Amylase, Alpha-Acetodecarboxylase,
Aminopetidase, Amylase, Arabanase, Beta-Glucanase, Beta-Glucosidase, Beta-Mannosidase,
Carrageenase, Carbohydrase, Catalase, Cellobiose-Oxidase, Cellulase, Chymosin, Endo-1,3-Beta-Glucanase,
Endo-1,3(4)-Beta-Glucanase, Endo-1,4-Beta-Xylanase, Endopeptidase, Esterase, Exopeptidase,.G4-Amylase,
Glucoamylase, Glucoseoxidase, Glucosidase, Glycolipase, Hemicellulase, Laccase, Lipase,
Lyspohospholipase, maltogene Amylase, Mannanase, neutrale Protease, Nuklease, Oxidase,
Oxidoreduktase, Pectatlyase, Pectinase, Pectinesterase, Pentosanase, Perhydrolase,
Phospholipase, Phytase, Polygalacturonase, Protease, Proteinase, Pullulanase, Rennet-Enzym,
Rhamnogalacturonase, Subtilisin, Tannase, Transferase, Transglutaminase, Xanthanase,
Xylanase, Xyloglucanase, insebesondere Protease oder Alpha-Amylase, oder Mischungen
hieraus
und/oder
(d) es sich bei dem Mikroorganismus um Bacillus pumilus DSM 14395 handelt, und/oder
(e) der Mikroorganismus genetisch modifiziert ist.
11. Verwendung eines Mikroorganismus nach einem der Ansprüche 8 bis 10 zur Herstellung
eines Proteins, insbesondere eines Enzyms.
1. A method for producing a protein by means of a microorganism, comprising the method
steps of
(a) introducing an expression construct into a microorganism, which expression construct
comprises a promoter and a nucleic acid coding for the protein;
(b) expressing the protein in the microorganism,
the microorganism belonging to the species
Bacillus pumilus and
the microorganism being sporulation-inhibited, preferably by means of a modification
of the gene spoIV (yqfD), more particularly by means of a deletion of the gene spoIV
(yqfD) or parts thereof.
2. The method according to claim 1, wherein the protein is secreted.
3. The method according to claim 1 or 2, wherein the promoter comprises a nucleic acid
sequence selected from
(a) nucleic acid sequence which is at least 80% identical to the nucleic acid sequence
specified in SEQ ID NO. 1;
(b) nucleic acid sequence which is at least 80% identical to the nucleic acid sequence
specified in SEQ ID NO. 2;
(c) nucleic acid sequence which is at least 80% identical to the nucleic acid sequence
specified in SEQ ID NO. 3;
(d) nucleic acid sequence which is at least 80% identical to the nucleic acid sequence
specified in SEQ ID NO. 4.
4. The method according to any of claims 1 to 3, wherein the protein is not naturally
present in the microorganism.
5. The method according to any of claims 1 to 4, wherein the protein is an enzyme, more
particularly an acidic cellulase, alpha-amylase, alpha-acetodecarboxylase, aminopeptidase,
amylase, arabanase, beta-glucanase, beta-glucosidase, beta-mannosidase, carrageenase,
carbohydrase, catalase, cellobiose oxidase, cellulase, chymosin, endo-1,3-beta-glucanase,
endo-1,3(4)-beta-glucanase, endo-1,4-beta-xylanase, endopeptidase, esterase, exopeptidase,
G4-amylase, glucoamylase, glucose oxidase, glucosidase, glycolipase, hemicellulase,
laccase, lipase, lysophospholipase, maltogenic amylase, mannanase, neutral protease,
nuclease, oxidase, oxidoreductase, pectate lyase, pectinase, pectin esterase, pentosanase,
perhydrolase, phospholipase, phytase, polygalacturonase, protease, proteinase, pullulanase,
rennet enzyme, rhamnogalacturonase, subtilisin, tannase, transferase, transglutaminase,
xanthanase, xylanase, xyloglucanase or mixtures thereof, particularly preferably alpha-amylase
and/or protease.
6. The method according to any of claims 1 to 5, wherein the microorganism is Bacillus pumilus DSM 14395.
7. The method according to any of claims 1 to 6, wherein the microorganism has been genetically
modified.
8. A microorganism comprising an expression construct which comprises a promoter and
a nucleic acid coding for the protein;
the microorganism belonging to the species Bacillus pumilus and
the microorganism being sporulation-inhibited, preferably by means of a modification
of the gene spoIV (yqfD), more particularly by means of a deletion of the gene spoIV
(yqfD) or parts thereof and
the microorganism expressing the protein.
9. The microorganism according to claim 8, wherein the protein is secreted.
10. The microorganism according to claim 8 or 9, wherein
(a) the promoter comprises a nucleic acid sequence selected from
(i) nucleic acid sequence which is at least 80% identical to the nucleic acid sequence
specified in SEQ ID NO. 1;
(ii) nucleic acid sequence which is at least 80% identical to the nucleic acid sequence
specified in SEQ ID NO. 2;
(iii) nucleic acid sequence which is at least 80% identical to the nucleic acid sequence
specified in SEQ ID NO. 3;
(iv) nucleic acid sequence which is at least 80% identical to the nucleic acid sequence
specified in SEQ ID NO. 4;
and/or
(b) the protein is not naturally present in the microorganism,
and/or
(c) the protein is an enzyme, more particularly an acidic cellulase, alpha-amylase,
alpha-acetodecarboxylase, aminopeptidase, amylase, arabanase, beta-glucanase, beta-glucosidase,
beta-mannosidase, carrageenase, carbohydrase, catalase, cellobiose oxidase, cellulase,
chymosin, endo-1,3-beta-glucanase, endo-1,3(4)-beta-glucanase, endo-1,4-beta-xylanase,
endopeptidase, esterase, exopeptidase, G4-amylase, glucoamylase, glucose oxidase,
glucosidase, glycolipase, hemicellulase, laccase, lipase, lysophospholipase, maltogenic
amylase, mannanase, neutral protease, nuclease, oxidase, oxidoreductase, pectate lyase,
pectinase, pectin esterase, pentosanase, perhydrolase, phospholipase, phytase, polygalacturonase,
protease, proteinase, pullulanase, rennet enzyme, rhamnogalacturonase, subtilisin,
tannase, transferase, transglutaminase, xanthanase, xylanase, xyloglucanase, more
particularly protease or alpha-amylase, or mixtures thereof
and/or
(d) the microorganism is Bacillus pumilus DSM 14395,
and/or
(e) the microorganism has been genetically modified.
11. The use of a microorganism according to any of claims 8 to 10 for producing a protein,
more particularly an enzyme.
1. Procédé de fabrication d'une protéine par un microorganisme, comprenant les étapes
de procédé suivantes :
(a) l'introduction d'une construction d'expression dans un microorganisme, qui comprend
un promoteur et un acide nucléique codant pour la protéine ;
(b) l'expression de la protéine dans le microorganisme,
le microorganisme appartenant à l'espèce
Bacillus pumilus et
la sporulation du microorganisme étant inhibée, de préférence par une modification
du gène spo IV (yqfD), notamment par une suppression du gène spo IV (yqfD) ou de parties
de celui-ci.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la protéine est sécrétée.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que le promoteur comprend une séquence d'acides nucléiques qui est choisie parmi :
(a) une séquence d'acides nucléiques qui est au moins 80 % identique à la séquence
d'acides nucléiques indiquée dans SEQ ID NO. 1 ;
(b) une séquence d'acides nucléiques qui est au moins 80 % identique à la séquence
d'acides nucléiques indiquée dans SEQ ID NO. 2 ;
(c) une séquence d'acides nucléiques qui est au moins 80 % identique à la séquence
d'acides nucléiques indiquée dans SEQ ID NO. 3 ;
(d) une séquence d'acides nucléiques qui est au moins 80 % identique à la séquence
d'acides nucléiques indiquée dans SEQ ID NO. 4.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la protéine n'est pas présente naturellement dans le microorganisme.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la protéine est une enzyme, notamment une cellulase acide, une alpha-amylase, une
alpha-acétodécarboxylase, une aminopeptidase, une amylase, une arabanase, une bêta-glucanase,
une bêta-glucosidase, une bêta-mannosidase, une carraghénase, une carbohydrase, une
catalase, une cellobiose-oxydase, une cellulase, une chymosine, une endo-1,3-bêta-glucanase,
une endo-1,3(4)-bêta-glucanase, une endo-1,4-bêta-xylanase, une endopeptidase, une
estérase, une exopeptidase, une G4-amylase, une glucoamylase, une glucose-oxydase,
une glucosidase, une glycolipase, une hémicellulase, une laccase, une lipase, une
lyspohospholipase, une amylase maltogène, une mannanase, une protéase neutre, une
nucléase, une oxydase, une oxydoréductase, une pectate-lyase, une pectinase, une pectinestérase,
une pentosanase, une perhydrolase, une phospholipase, une phytase, une polygalacturonase,
une protéase, une protéinase, une pullulanase, une enzyme de présure, une rhamnogalacturonase,
une subtilisine, une tannase, une transférase, une transglutaminase, une xanthanase,
une xylanase, une xyloglucanase ou leurs mélanges, de manière particulièrement préférée
une alpha-amylase et/ou une protéase.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le microorganisme consiste en Bacillus pumilus DSM 14395.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le microorganisme est modifié génétiquement.
8. Microorganisme contenant une construction d'expression, qui comprend un promoteur
et un acide nucléique codant pour la protéine ;
le microorganisme appartenant à l'espèce Bacillus pumilus et
la sporulation du microorganisme étant inhibée, de préférence par une modification
du gène spo IV (yqfD), notamment par une suppression du gène spo IV (yqfD) ou de parties
de celui-ci, et
le microorganisme exprimant la protéine.
9. Microorganisme selon la revendication 8, caractérisé en ce que la protéine est sécrétée.
10. Microorganisme selon la revendication 8 ou 9,
caractérisé en ce que
(a) le promoteur comprend une séquence d'acides nucléiques qui est choisie parmi :
(i) une séquence d'acides nucléiques qui est au moins 80 % identique à la séquence
d'acides nucléiques indiquée dans SEQ ID NO. 1 ;
(ii) une séquence d'acides nucléiques qui est au moins 80 % identique à la séquence
d'acides nucléiques indiquée dans SEQ ID NO. 2 ;
(iii) une séquence d'acides nucléiques qui est au moins 80 % identique à la séquence
d'acides nucléiques indiquée dans SEQ ID NO. 3 ;
(iv) une séquence d'acides nucléiques qui est au moins 80 % identique à la séquence
d'acides nucléiques indiquée dans SEQ ID NO. 4 ;
et/ou
(b) la protéine n'est pas présente naturellement dans le microorganisme,
et/ou
(c) la protéine est une enzyme, notamment une cellulase acide, une alpha-amylase,
une alpha-acétodécarboxylase, une aminopeptidase, une amylase, une arabanase, une
bêta-glucanase, une bêta-glucosidase, une bêta-mannosidase, une carraghénase, une
carbohydrase, une catalase, une cellobiose-oxydase, une cellulase, une chymosine,
une endo-1,3-bêta-glucanase, une endo-1,3(4)-bêta-glucanase, une endo-1,4-bêta-xylanase,
une endopeptidase, une estérase, une exopeptidase, une G4-amylase, une glucoamylase,
une glucose-oxydase, une glucosidase, une glycolipase, une hemicellulase, une laccase,
une lipase, une lyspohospholipase, une amylase maltogène, une mannanase, une protéase
neutre, une nucléase, une oxydase, une oxydoréductase, une pectate-lyase, une pectinase,
une pectinestérase, une pentosanase, une perhydrolase, une phospholipase, une phytase,
une polygalacturonase, une protéase, une protéinase, une pullulanase, une enzyme de
présure, une rhamnogalacturonase, une subtilisine, une tannase, une transférase, une
transglutaminase, une xanthanase, une xylanase, une xyloglucanase, notamment une protéase
ou une alpha-amylase, ou leurs mélanges,
et/ou
(d) le microorganisme consiste en Bacillus pumilus DSM 14395,
et/ou
(e) le microorganisme est modifié génétiquement.
11. Utilisation d'un microorganisme selon l'une quelconque des revendications 8 à 10 pour
la fabrication d'une protéine, notamment d'une enzyme.