[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Kathodenblocks
als Mehrfachschichtblock für eine Aluminium-Elektrolysezelle.
[0002] Ein bekanntes Verfahren zur Herstellung von metallischem Aluminium ist der Hall-Heroult-Prozess.
Bei diesem elektrolytischen Verfahren wird typischerweise der Boden einer Elektroysezelle
von einer Kathodenfläche gebildet, die aus einzelnen Kathodenblöcken besteht. Von
unten werden die Kathoden über Stahlbarren kontaktiert, die in entsprechenden länglichen
Ausnehmungen in der Unterseite der Kathodenblöcke eingebracht sind.
[0003] Die Herstellung von Kathodenblöcken erfolgt herkömmlich durch Mischen von Koks, mit
kohlenstoffhaltigen Partikeln, wie Anthrazit, Kohlenstoff oder Graphit, Verdichten
und Carbonisieren. Gegebenenfalls schließt sich ein Graphitierschritt bei höheren
Temperaturen an, bei denen sich die kohlenstoffhaltigen Partikel und der Koks zumindest
teilweise in Graphit umwandeln. Es wird eine Kohlenstoffkathode erhalten, die zumindest
teilweise aus Graphit besteht.
[0004] Die Lebensdauer der Kathodenblöcke ist durch eine Reihe von Einflüssen begrenzt.
Insbesondere Korrosion und Erosion durch flüssiges Aluminium und Elektrolyt, insbesondere
Kryolith, zerstören im Laufe der Zeit die Kathodenblöcke von der Oberseite her.
[0005] Um die Verschleißbeständigkeit der Kathodenblöcke zu erhöhen, wurden in der Vergangenheit
verschiedene Maßnahmen ergriffen. Beispielsweise wurde versucht, die Rohdichte der
Kathodenblöcke zu erhöhen, was deren Festigkeit und somit die Verschleißbeständigkeit
erhöhen soll. Dabei konnten jedoch lediglich Rohdichten von bis zu 1,68 g/cm
3 bei vollgraphitierten, nicht imprägnierten Kathodenblöcken erzielt werden, wodurch
die Verschleißbeständigkeit immer noch unter einem Optimum bleibt. Andererseits wurden
Kohlenstoffkathoden mit Titandiborid (TiB
2) beschichtet (beschrieben in der
CN 1062008) oder mit einer TiB
2-Kohlenstoff-Mischung beschichtet, wie beispielsweise in der
DE 112006004078 beschrieben. TiB
2 kann offensichtlich das Benetzungsverhalten von Aluminium auf der Kathode verbessern
und trägt zusätzlich zu einer höheren Härte und Verschleißbeständigkeit bei. Dennoch
ist die Verschleißbeständigkeit einer TiB
2-Schicht auf einer Kohlenstoffkathode und einer Kompositschicht aus Kohlenstoff und
TiB
2 immer noch zu gering, und somit ist auch die Verschleißbeständigkeit von mit entsprechenden
Schichten versehenen Kathodenblöcken zu gering.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher, ein verbessertes Verfahren zur Herstellung
eines Kathodenblocks als Mehrfachschichtblock anzugeben, wobei dieses Verfahren die
Produktionszeiten und Ausschussraten der Kathodenblöcke verringert und wobei die hergestellten
Kathodenblöcke eine verbesserte Verschleißbeständigkeit und eine höhere Lebensdauer
aufweisen.
[0007] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst.
[0008] Der carbonisierte Grünkörper wird zur Herstellung eines Kathodenblocks vor der Graphitierung
nicht imprägniert, insbesondere nicht mit Pech, Teer oder Kunstharzen imprägniert.
Beim Graphitierschritt wird zumindest ein Anteil von Kohlenstoff im Kathodenblock
in Graphit umgewandelt.
[0009] Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass die Lebensdauer der mit einem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellten Kathodenblöcke deutlich höher ist als bei den mit herkömmlichen
Verfahren hergestellten Kathodenblöcken. Dies ist umso überraschender, als im Gegensatz
zu herkömmlichen Verfahren zur Herstellung eines Kathodenblocks der carbonisierte
Grünkörper vor der Graphitierung nicht imprägniert wird. In der
US 4,308,115 beispielsweise wird zur Herstellung einer Kathode eine Grünmischung aus Koks und
Pech hergestellt, die nachfolgend einem Formgebungsschritt zur Herstellung eines Grünkörpers
unterzogen wird. Nachfolgend wird der Grünkörper verdichtet, indem dieser wiederholt
mit Pech imprägniert und anschließend gebrannt wird. Imprägnierte Kathoden, wie diese
aus der
US 4,308,115 bekannt sind, sind durch die vielen wiederkehrenden Imprägnierungs- und Brennschritte
teuer in der Herstellung. Die Imprägnierung wird hierbei vorgenommen, um den Kathodengrünkörper
zu verdichten, wodurch ein Eindringen von schmelzflüssigem Aluminium in Poren der
Kathode reduziert werden kann und somit die Lebensdauer solcher Kathoden erhöht wird.
[0010] Trotz des erfindungsgemäßen Fehlens dieses Imprägnierungsschritts wird vermutlich
wegen des erfindungsgemäßen Einsatzes zweier Kokssorten, die während des Carbonisierens
und/oder Graphitierens und/oder Abkühlens ein unterschiedliches Volumenänderungsverhalten
besitzen, ein Eindringen von schmelzflüssigem Aluminium in Poren der Kathode offensichtlich
reduziert und somit die Lebensdauer der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Kathoden erhöht.
[0011] Es kann vorteilhaft sein, den graphitierten Körper zum Erhalt des Kathodenblocks
mechanisch zu bearbeiten.
[0012] Vermutlich trägt eine höhere Rohdichte vorteilhaft zu einer längeren Lebensdauer
bei. Dies kann zum einen darin begründet liegen, dass pro Volumeneinheit eines Kathodenblocks
mehr Masse vorhanden ist, was bei einem gegebenen Masseabtrag pro Zeiteinheit zu einer
höheren Restmasse nach einer gegebenen Abtragsdauer führt. Zum anderen lässt sich
vermuten, dass eine höhere Rohdichte mit einer entsprechenden korrespondierenden niedrigeren
Porosität eine Infiltration von Elektrolyt, das als korrosives Medium wirkt, behindert.
[0013] Vorteilhaft umfassen die zwei Kokssorten eine erste Kokssorte und eine zweite Kokssorte,
wobei die erste Kokssorte während des Carbonisierens und/oder Graphitierens und/oder
Abkühlens eine stärkere Schwindung oder Ausdehnung aufweist als die zweite Kokssorte.
Hierbei ist die stärkere Schwindung und/oder Ausdehnung eine vorteilhafte Ausbildung
eines unterschiedlichen Volumenänderungsverhaltens, die vermutlich besonders gut geeignet
ist, zu einer stärkeren Verdichtung zu führen, als wenn Kokssorten gemischt werden,
die eine gleiche Schwindung und/oder Ausdehnung besitzen. Dabei bezieht sich die stärkere
Schwindung und/ oder Ausdehnung auf einen beliebigen Temperaturbereich. Somit kann
beispielsweise lediglich eine stärkere Schwindung des ersten Koks beim Carbonisieren
vorliegen. Andererseits kann beispielsweise zusätzlich oder stattdessen eine stärkere
Ausdehnung in einem Übergangsbereich zwischen Carbonisieren und Graphitieren vorliegen.
Stattdessen oder zusätzlich kann sich beim Abkühlen ein unterschiedliches Volumenänderungsverhalten
vorliegen.
[0014] Bevorzugt ist die Schwindung und/oder Ausdehnung der ersten Kokssorte während des
Carbonisierens und/oder Graphitierens und/oder Abkühlens bezogen auf das Volumen zumindest
10 % höher als die der zweiten Kokssorte, insbesondere zumindest 25 % höher, insbesondere
zumindest 50 % höher. Somit ist beispielsweise im Fall einer 10 % höheren Schwindung
der ersten Kokssorte die Schwindung von Raumtemperatur bis 2000 °C bei der zweiten
Kokssorte 1,0 Vol.-%, bei der ersten Kokssorte hingegen 1,1 Vol.-%.
[0015] Vorteilhafterweise ist die Schwindung und/oder Ausdehnung der ersten Kokssorte während
des Carbonisierens und/oder Graphitierens und/oder Abkühlens bezogen auf das Volumen
zumindest 100 % höher als die der zweiten Kokssorte, insbesondere zumindest 200 %
höher, insbesondere zumindest 300 % höher. Somit ist beispielsweise im Fall einer
300 % höheren Ausdehnung der ersten Kokssorte die Ausdehnung von Raumtemperatur bis
1000 °C bei der zweiten Kokssorte 1,0 Vol.-%, bei der ersten Kokssorte hingegen 4,0
Vol-%.
[0016] Auch der Fall, dass die erste Kokssorte eine Schwindung erfährt, die zweite Kokssorte
hingegen im gleichen Temperaturintervall eine Ausdehnung, wird durch das erfindungsgemäße
Verfahren umfasst Eine um 300 % höhere Schwindung und/oder Ausdehnung umfasst somit
beispielsweise auch den Fall, dass die zweite Kokssorte um 1,0 Vol.-% schwindet, die
erste Kokssorte sich dagegen um 2,0 Vol.-% ausdehnt.
[0017] Alternativ kann in zumindest einem beliebigen Temperaturintervall des erfindungsgemäßen
Verfahrens statt der ersten Kokssorte die zweite Kokssorte eine stärkere Schwindung
und/oder Ausdehnung aufweisen, wie oben für die erste Kokssorte beschrieben.
[0018] Bevorzugt ist zumindest eine der beiden Kokssorten ein Petrol- oder Steinkohlenteerpechkoks.
[0019] Bevorzugt beträgt der Mengenanteil in Gewichtsprozent der zweiten Kokssorte an der
Gesamtmenge an Koks zwischen 50 % und 90 %, insbesondere zwischen 50 und 80 %. In
diesen Mengenbereichen wirkt sich das unterschiedliche Volumenänderungsverhalten der
ersten und zweiten Kokssorte vermutlich besonders gut auf eine Verdichtung während
des Carbonisierens und/oder Graphitierens und/oder Abkühlens aus. Denkbare Mengenbereiche
der zweiten Kokssorte können 50 bis 60 % sein, aber auch 60 bis 80 %, sowie 80 bis
90 %.
[0020] Vorteilhaft werden dem Koks zumindest ein weiteres kohlenstoffhaltiges Material und/oder
Additive und/oder pulverförmiges Hartmaterial zugegeben. Dies kann sowohl hinsichtlich
der Verarbeitbarkeit des Koks als auch der späteren Eigenschaften des hergestellten
Kathodenblocks vorteilhaft sein.
[0021] Bevorzugt enthält das weitere kohlenstoffhaltige Material graphithaltiges Material;
insbesondere besteht das weitere kohlenstoffhaltige Material aus graphithaltigem Material,
wie etwa Graphit. Der Graphit kann synthetischer und/oder natürlicher Graphit sein.
Durch derartiges weiteres kohlenstoffhaltiges Material wird erreicht, dass die notwendige
Schwindung der Kathodenmasse, die durch den Koks dominiert wird, verringert wird.
[0022] Vorteilhaft liegt das weitere kohlenstoffhaltige Material bezogen auf die Gesamtmenge
aus Koks und weiterem kohlenstoffhaltigem Material zu 1 bis 40 Gew-.%, insbesondere
zu 5 bis 30 Gew.-% vor.
[0023] Bevorzugt kann Pech in Mengen von 5 bis 40 Gew.-%, insbesondere 15 bis 30 Gew.-%
(bezogen auf das Gewicht der gesamten Grünmischung) zugegeben werden. Pech wirkt als
Bindemittel und dient dazu, während des Carbonisierens einen formstabilen Körper zu
erzeugen.
[0024] Vorteilhafte Additive können Öl, wie Presshilfsöl, oder Stearinsäure sein. Diese
erleichtern ein Mischen des Kokses und gegebenenfalls der weiteren Komponenten.
[0025] Als pulverförmiges Hartmaterial wird ins besonders TiB
2-Pulver verwendet. Durch die Verwendung eines solchen Hartmaterials wird die Benetzbarkeit
der Kathode gegenüber der Aluminiumschmelze erhöht. Der Anteil dieses Hartmaterials
an der Mischung an Ausgangsmaterialien liegt zwischen 15 gew.-% und 60 Gew.-%, insbesondere
zwischen 20 Gew.-% und 50 Gew.-%.
[0026] Der Kathodenblock wird erfindungsgemäß als Mehrfachschichtblock hergestellt, wobei
eine erste Schicht als Ausgangsmaterialien Koks und gegebenenfalls ein weiteres kohlenstoffhaltiges
Material enthält und eine zweite Schicht als Ausgangsmaterialien Koks und ein feuerfestes
Hartmaterial, insbesondere TiB
2, sowie gegebenenfalls eine weiteres kohlenstoffhaltiges Material enthält. Hartmaterial
wird auch als RHM (refractory hard material) bezeichnet. Das weitere kohlenstoffhaltige
Material kann wie oben für einen monolithischen Kathodenblock beschrieben vorliegen.
Mit dieser Variante eines Mehrfachschichtblocks werden die Vorteile eines Mehrfachschichtblocks,
bei dem die der Aluminiumschmelze zugewandte Schicht ein Hartmaterial enthält, mit
der Verwendung zweier Kokssorten mit unterschiedlichem Volumenänderungsverhalten kombiniert.
Da die zweite Schicht wegen des Zusatzes an hochtemperaturbeständigem Hartmaterial
nach einem Graphitieren immer eine hohe Rohdichte von über 1,82 g/cm
3 aufweist, ist es vorteilhaft, wenn die erste Schicht nach einem Graphitieren ebenfalls
eine hohe Rohdichte von über 1,68 g/cm
3 aufweist. Die geringen Unterschiede im thermischen Ausdehnungsverhalten und Rohdichten
während der Wärmebehandlungsschritte verringern Produktionszeiten und Ausschussraten
der Kathodenblöcke, da starke Unterschiede in den Schichten während einer Temperaturbehandlung
zu thermischen Spannungen führen können. Des Weiteren ist daher vorteilhafterweise
die Beständigkeit gegenüber thermischen Spannungen und daraus resultierenden Schädigungen
in der Anwendung ebenfalls erhöht.
[0027] Gegebenenfalls kann es vorteilhaft sein, dass der Mehrfachschichtblock mehr als zwei
Schichten aufweist. In diesem Fall kann von den mehr als zwei Schichten eine beliebige
Anzahl der Schichten erfindungsgemäß jeweils mit zwei Kokssorten unterschiedlichen
Volumenänderungsverhaltens hergestellt werden.
[0028] Vorteilhaft kann die zweite Schicht eine Höhe besitzen, die 10 bis 50 %, insbesondere
15 bis 45 %, der Gesamthöhe des Kathodenblocks beträgt. Eine geringe Höhe der zweiten
Schicht, wie etwa 20 %, kann vorteilhaft sein, da eine geringe Menge an kostenintensiverem
hartkeramischen Material nötig ist. Alternativ kann eine große Höhe der zweiten Schicht,
wie etwa 40 %, vorteilhaft sein, da eine Schicht, die hartkeramisches Material besitzt,
eine hohe Verschleißbeständigkeit besitzt. Je größer die Höhe dieses hoch verschleißfesten
Materials in Bezug auf die Gesamthöhe des Kathodenblocks, desto höher die Verschleißfestigkeit
des gesamten Kathodenblocks.
[0029] Das Hartmaterial liegt in einer monomodalen Partikelgrößenverteilung vor, wobei die
mittlere Partikelgröße der Verteilung dso zwischen 10 und 20 µm liegt, bevorzugt zwischen
12 und 18 µm, bevorzugter zwischen 14 und 16 µm.
[0030] Der d
50-Wert gibt die mittlere Partikelgröße an, wobei hier 50 % der Partikel kleiner sind
als der angegebene Wert. Dementsprechend gibt der d
10 bzw. d
90 Wert die mittlere Partikelgröße an, wobei 10 bzw. 90 % der Partikel kleiner als der
angegebene Wert sind.
[0031] Überraschenderweise hat sich im Rahmen der Erfindung herausgestellt, dass bei einem
derartigen dso das Hartmaterialpulver zwar einerseits eine große aktive Oberfläche
besitzt, die eine sehr gute Benetzbarkeit des Kathodenblocks nach der Graphitierung
bewirkt, aber andererseits nicht die Nachteile besitzt, die eine Verarbeitung des
Hartmaterialpulvers als Kompositkomponente in einem Graphit-Hartmaterial-Komposit
negativ beeinflussen. Diese möglichen Nachteile, die das erfindungsgemäß eingesetzte
Hartmaterialpulver nicht aufweist, sind:
- Staubneigung, beispielsweise beim Einfüllen in einen Mischbehälter oder beim Transport
des Pulvers,
- Agglomeratbildung, insbesondere beim Mischen, wie etwa Nassmischen mit Koks (Nassmischen
bedeutet in diesem Zusammenhang insbesondere Mischen mit Pech als flüssiger Phase),
- Entmischung aufgrund unterschiedlicher Materialdichten von Hartmaterial und Koks.
[0032] Außer dem Wegfall dieser Nachteile besitzt das erfindungsgemäß eingesetzte Hartmaterialpulver
eine besonders gute Fließfähigkeit bzw. Rieselfähigkeit. Dies macht das Hartmaterialpulver
besonders gut mit herkömmlichen Fördervorrichtungen beispielsweise zu einer Mischapparatur
förderbar.
[0033] Durch die gute Verarbeitbarkeit des Hartmaterialpulvers mit dem d
50 zwischen 10 und 20 µm und einer monomodalen Partikelgrößen-Verteilung wird die Herstellung
von Hartmaterialpulverkompositen für Kathodenblöcke stark vereinfacht. Die erhaltenen
Kathodenblöcke weisen eine sehr gute Homogenität in Bezug auf die Verteilung des Hartmaterialpulvers
im Koks im Grünkörper und im Graphit im graphitierten Kathodenkörper auf.
[0034] Bevorzugt liegt der d
90 des feuerfesten Hartmaterials zwischen 20 und 40 µm, insbesondere zwischen 25 und
30 µm. Dies hat vorteilhaft zur Folge, dass Benetzungs- und Verarbeitungseigenschaften
des Hartmaterialpulvers noch besser sind.
[0035] Vorteilhafterweise liegt der d
10 des feuerfesten Hartmaterials zwischen 2 und 7 µm, insbesondere zwischen 3 und 5
µm. Dies hat vorteilhaft zur Folge, dass Benetzungs- und Verarbeitungseigenschaften
des Hartmaterialpulvers noch besser sind.
[0036] Des Weiteren lässt sich zur Charakterisierung der monomodalen Partikelgrößenverteilung
deren Verteilungsbreite durch den sogenannten Span-Wert beschreiben, der sich wie
folgt berechnet:

[0037] Span des feuerfesten Hartmaterialpulvers liegt vorteilhaft zwischen 0,65 und 3,80,
insbesondere zwischen 1,00 und 2,25. Dies hat vorteilhaft zur Folge, dass Benetzungs-
und Verarbeitungseigenschaften des Hartmaterialpulvers noch besser sind.
[0038] Vorteilhaft wird der Schritt des Graphitierens bei Temperaturen zwischen 2550 und
3000 °C, insbesondere zwischen 2600 und 2900 °C durchgeführt.
[0039] Temperaturen unter 2900 °C haben sich als besonders vorteilhaft erwiesen, da herkömmliches
TiB
2 unter 2900 °C nicht aufschmilzt. Ein Aufschmelzen hat zwar vermutlich keine chemische
Veränderung des TiB
2 zur Folge, denn auch nach einem Aufschmelzen und einem anschließenden Abkühlen wird
röntgendiffraktometrisch TiB
2 in einem Kathodenblock nachgewiesen. Durch ein Aufschmelzen können jedoch fein verteilte
TiB
2-Partikel zu größeren Partikeln agglomerieren. Auch besteht eine gewisse Gefahr, dass
sich flüssiges TiB
2 unkontrolliert durch offene Porosität bewegt.
[0040] Im erfindungsgemäßen Temperaturbereich ist der Graphitierungsprozess so weit fortgeschritten,
dass eine hohe thermische und elektrische Leitfähigkeit des kohlenstoffhaltigen Materials
gegeben ist.
[0041] Vorzugsweise wird der Graphitierungsschritt mit einer durchschnittlichen Aufheizrate
zwischen 90 K/h und 200 K/h durchgeführt. Alternativ oder zusätzlich wird die Graphitierungstemperatur
für eine Dauer zwischen 0 und 1 h gehalten. Bei diesen Aufheizraten bzw. dieser Haltedauer
werden hinsichtlich Graphitierung und Erhaltung des Hartmaterials besonders gute Ergebnisse
erzielt.
[0042] Vorteilhaft kann eine Dauer der Temperaturbehandlung bis zu dem Zeitpunkt eines Beginns
der Abkühlung 10 bis 28 Stunden betragen.
[0043] Weitere vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen der Erfindung werden im Folgenden anhand
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und der Figuren erläutert.
[0044] Dabei zeigt:
- Fig. 1:
- eine Dilatometer-Messkurve als Funktion der Temperatur einer ersten und einer zweiten
Kokssorte für das erfindungsgemäße Verfahren,
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung der Formgebung eines erfindungsgemäßen Kathodenblocks
als Mehrfachschichtblock.
[0045] Zur Herstellung eines bekannten Kathodenblocks werden ein erster und ein zweiter
Koks getrennt voneinander gemahlen, in Korngrößenfraktionen getrennt und miteinander
mit Pech vermischt. Der Gewichtsanteil des ersten Kokses an der Gesamtmenge Koks kann
beispielsweise 10 bis 20 Gew.-% oder 40 bis 45 Gew.-% betragen. Ein Kathodenblock
kann aus der Grünmischung durch Extrudieren hergestellt werden. Alternativ kann die
Mischung beispielsweise in eine Form, die weitgehend der späteren Form der Kathodenblöcke
entspricht, eingefüllt und vibrationsverdichtet oder blockgepresst werden. Der entstehende
Grünkörper wird bis auf eine Endtemperatur in einem Bereich von 2550 bis 3000 °C aufgeheizt,
wobei ein Carbonisierschritt und anschließend ein Graphitierschritt erfolgen, ohne
dass dazwischen eine Imprägnierung, beispielsweise mit Pech, Teer oder Kunstharz,
erfolgt, und anschließend abgekühlt. Der entstehende Kathodenblock besitzt eine Rohdichte
von 1,71 g/cm
3 und eine sehr hohe Verschleißbeständigkeit gegenüber flüssigem Aluminium und Kryolith.
[0046] Fig. 1 zeigt eine Dilatometer-Messkurve der ersten Kokssorte (mit gestrichelt dargestellter
Linie) während des Graphitierungsvorgangs. Fig. 1 zeigt des Weiteren eine entsprechende
Messkurve (mit durchgezogen dargestellter Linie) für die zweite Kokssorte. Es ist
zu sehen, dass beide Kokssorten unterschiedliche Volumenänderungsverhalten besitzen.
[0047] Der erste Koks aus Fig. 1 zeigt ausgehend von einer Nulllinie zu Beginn des Temperaturprogramms
bis zu einer Temperatur von 2800 °C zunächst eine Ausdehnung, wobei bis ca. 1200 °C
ein Volumenanstieg zu beobachten ist und nach ca. 1400 °C eine vorübergehende Verringerung
des Volumens auftritt. Bis ca. 2100 °C ist anschließend gegenüber dem Ausgangsvolumen
eine maximale Volumenzunahme zu sehen.
[0048] Bei der Dilatometermessung des zweiten Kokses ist ein prinzipiell ähnlicher Kurvenverlauf
wie beim ersten Koks zu beobachten, wobei die gesamte Kurve insgesamt stärker ansteigt.
Entsprechend ist bei ca. 2100 °C bei dem zweiten Koks ebenfalls eine maximale Volumenzunahme
zu erkennen, die jedoch deutlich niedriger ist als beim ersten Koks.
[0049] Erst beim anschließenden Abkühlen tritt bei beiden Kokssorten eine Schwindung auf,
die bei der zweiten Kokssorte stärker ausfällt als bei der ersten.
[0050] Alternativ werden zwei Kokssorten eingesetzt, von denen die erste bereits während
der Aufheizphase im Carbonisier- und/oder Graphitierschritt eine Schwindung besitzen.
Die zweite der beiden Kokssorten besitzt eine deutlich stärkere Schwindung (bezogen
auf die Schwindung nach Carbonisieren, Graphitieren und Abkühlen gegenüber dem Ausgangsvolumen)
als die andere Kokssorte.
[0051] In einer weiteren Variante des Ausführungsbeispiels wird der Koksmischung Graphitpulver
oder Kohlenstoffpartikel zugegeben.
[0052] In einem erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel wird eine Form 1 zunächst teilweise
mit einer Mischung 2 aus den zwei Kokssorten, Graphit und TiB
2 gefüllt und vibrationsverdichtet, wie in Fig. 2a) angedeutet. Anschließend wird auf
die sich ergebende Ausgangsschicht 4, die bei der späteren Kathode die obere Schicht
darstellt, die den Anoden zugewandt ist und somit direkten Kontakt mit der Aluminiumschmelze
haben wird, eine Mischung 5 aus den zwei Kokssorten und Graphit gefüllt und wiederum
verdichtet (siehe Fig. 2b). Die sich ergebende obere Ausgangsschicht 6 stellt bei
der späteren Kathode die untere Schicht dar, die von der Anode abgewandt ist. Dieser
Zweischichtenblock wird wie beim ersten Ausführungsbeispiel carbonisiert und graphitiert.
[0053] Alle in der Beschreibung, den Beispielen und Ansprüchen genannten Merkmale können
in beliebiger Kombination zu der Erfindung beitragen. Die Erfindung beschränkt sich
nicht auf die angegebenen Beispiele, sondern kann auch in Abwandlungen ausgeführt
werden, die hier nicht konkret beschrieben sind. Insbesondere werden mit unterschiedlichen
Volumenänderungsverhalten auch andere Arten von Verhalten als Schwindungsverhalten
umfasst. Beispielsweise kann zumindest in Abschnitten des Aufheiz- und Abkühlzyklus
eine Volumenzunahme vorteilhaft für ein Verdichten der Kathoden sein. So können zwei
Kokssorten unter die Erfindung fallen, die nach Carbonisieren, Graphitieren und Abkühlen
letztendlich die gleiche Schwindung aufweisen, aber bei einer Zwischentemperatur unterschiedliche
Schwindung oder Volumenzunahme aufweisen.
[0054] Unter unterschiedlichen Kokssorten können außer Kokssorten unterschiedlicher Hersteller
auch Kokse gleicher Hersteller, aber unterschiedlicher Vorbehandlung fallen, wie etwa
unterschiedlich kalzinierte Kokse.
1. Verfahren zur Herstellung eines Kathodenblocks als Mehrfachschichtblock aufweisend
die Schritte
a) Bereitstellen einer Mischung von Ausgangsmaterialien, umfassend Koks und Pech,
wobei der Koks zwei Kokssorten umfasst, die während des Carbonisierens und/oder Graphitierens
und/oder Abkühlens ein unterschiedliches Volumenänderungsverhalten besitzen, wobei
eine erste Schicht als Ausgangsmaterial gegebenenfalls ein weiteres kohlenstoffhaltiges
Material enthält und eine zweite Schicht als weiteres Ausgangsmaterial ein feuerfestes
Hartmaterial, insbesondere TiB2, und gegebenenfalls ein weiteres kohlenstoffhaltiges
Material enthält,
b) Formen der Schichten zu einem Grünkörper und
c) Carbonisieren des Grünkörpers und Graphitieren des carbonisierten Grünkörpers,
ohne diesen vorher zu imprägnieren, zum Erhalt eines graphitierten Körpers, sowie
Abkühlen nach dem Graphitieren,
wobei das Hartmaterial in Schritt a) in einer monomodalen Partikelgrößenverteilung
vorliegt, aufweisend einen d
50 zwischen 10 und 20 µm, und wobei in Schritt c) nach einem Graphitieren die erste
Schicht eine Rohdichte eines Kohlenstoffanteils von über 1,68 g/cm
3 und die zweite Schicht eine Rohdichte von über 1,82 g/cm
3 aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Schicht eine Höhe besitzt, die 10 bis 50 %, insbesondere 15 bis 45 %,
der Gesamthöhe des Kathodenblocks beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der d50 des Hartmaterials zwischen 12 und 18 µm, insbesondere zwischen 14 und 16 µm, aufweist.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der d90 des feuerfesten Hartmaterials zwischen 20 und 40 µm liegt, insbesondere zwischen
25 und 30 µm.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der d10 des feuerfesten Hartmaterials zwischen 2 und 7 µm liegt, insbesondere zwischen 3
und 5 µm.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Kokssorten eine erste Kokssorte und eine zweite Kokssorte umfassen, wobei
die erste Kokssorte während des Carbonisierens und/oder Graphitierens und/oder Abkühlens
eine stärkere Schwindung oder Ausdehnung aufweist als die zweite Kokssorte.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Mengenanteil in Gewichtsprozent der zweiten Kokssorte an der Gesamtmenge an Koks
zwischen 50 % und 90 % beträgt.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Hartmaterial, wie insbesondere TiB2, in der Mischung der Ausgangsmaterialien
mit einem Anteil zwischen 15 Gew.-% und 60 Gew.-%, insbesondere zwischen 20 Gew.-%
und 50 Gew.-%, vorliegt.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt des Graphitierens bei Temperaturen zwischen 2550 °C und 3000 °C, insbesondere
zwischen 2600 und 2900 °C, durchgeführt wird.
1. Method for producing a cathode block as a multi-layer block, comprising the steps
of
a) providing a mixture of starting materials, comprising coke and pitch, wherein the
coke comprises two types of coke which have different volume-change properties during
carbonisation and/or graphitisation and/or cooling, wherein a first layer optionally
contains a further carbonaceous material as the starting material and a second layer
contains a fire-resistant hard material, in particular TiB2 as a further starting
material, and optionally another carbonaceous material,
b) shaping the layers to form a green body and
c) carbonising the green body and graphitising the carbonised green body, without
it being impregnated beforehand, to obtain a graphitised body, and cooling after graphitisation,
wherein the hard material in step a) is present in a monomodal particle size distribution,
having a d50 between 10 and 20 µm, and wherein in step c), after graphitisation, the first layer
has a bulk density of a carbon portion of more than 1.68 g/cm3 and the second layer has a bulk density of more than 1.82 g/cm3.
2. Method according to claim 1, characterised in that the second layer has a height which is 10 to 50%, in particular 15 to 45%, of the
total height of the cathode block.
3. Method according to either claim 1 or claim 2, characterised in that the d50 of the hard material is between 12 and 18 µm, in particular between 14 and 16 µm.
4. Method according to one or more of claims 1 to 3, characterised in that the d90 of the fire-resistant hard material is between 20 and 40 µm, in particular between
25 and 30 µm.
5. Method according to one or more of claims 1 to 4, characterised in that the d10 of the fire-resistant hard material is between 2 and 7 µm, in particular between
3 and 5 µm.
6. Method according to one or more of claims 1 to 5, characterised in that the two coke types comprise a first coke type and a second coke type, the first coke
type exhibiting greater contraction or expansion than the second coke type during
carbonisation and/or graphitisation and/or cooling.
7. Method according to one or more of claims 1 to 6, characterised in that the proportion of the second coke type in the total amount of coke in percent by
weight is between 50% and 90%.
8. Method according to one or more of claims 1 to 7, characterised in that the hard material, in particular TiB2, is present in the mixture of the starting materials in a proportion of between 15
wt.% and 60 wt.%, in particular between 20 wt.% and 50 wt.%.
9. Method according to one or more of claims 1 to 8, characterised in that the graphitisation step is carried out at temperatures of between 2550 and 3000°C,
in particular between 2600 and 2900°C.
1. Procédé de fabrication d'un bloc cathodique sous la forme d'un bloc multicouche, comportant
les étapes de
a) fourniture d'un mélange de matières de départ, comprenant du coke et du brai, le
coke comprenant deux types de coke qui possèdent un comportement de changement de
volume différent pendant la carbonisation et/ou la graphitisation et/ou le refroidissement,
une première couche contenant éventuellement une autre matière carbonée comme matière
de départ et une seconde couche contenant une matière dure réfractaire, en particulier
le TiB2, comme matière de départ, et éventuellement une autre matière carbonée,
b) formage des couches en un corps vert et
c) carbonisation du corps vert et graphitation du corps vert carbonisé sans l'imprégner
au préalable afin d'obtenir un corps graphité, ainsi que refroidissement après graphitisation,
la matière dure de l'étape a) étant présente dans une distribution granulométrique
monomodale, comportant un d50 compris entre 10 et 20 µm, et la première couche comportant, à l'étape c) après graphitisation,
une densité brute d'une proportion de carbone supérieure à 1,68 g/cm3 et la seconde couche comportant une densité brute supérieure à 1,82 g/cm3.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la seconde couche présente une hauteur qui représente 10 à 50 %, en particulier 15
à 45 %, de la hauteur totale du bloc cathodique.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le d50 de la matière dure est compris entre 12 et 18 µm, en particulier entre 14 et 16 µm.
4. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le d90 de la matière dure réfractaire est compris entre 20 et 40 µm, en particulier entre
25 et 30 µm.
5. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le d10 de la matière dure réfractaire est compris entre 2 et 7 µm, en particulier entre
3 et 5 µm.
6. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les deux types de coke comprennent un premier type de coke et un second type de coke,
le premier type de coke présentant une contraction ou une expansion plus importante
pendant la carbonisation et/ou la graphitisation et/ou le refroidissement que le second
type de coke.
7. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la proportion de quantité en pourcentage poids du second type de coke dans la quantité
totale de coke est comprise entre 50 % et 90 %.
8. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que la matière dure, comme en particulier le TiB2, est présente dans le mélange des matières de départ dans une proportion comprise
entre 15 % et 60 % en poids, en particulier entre 20 % et 50 % en poids.
9. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que l'étape de graphitisation est réalisée à des températures comprises entre 2 550 °C
et 3 000 °C, en particulier entre 2 600 et 2 900 °C.