[0001] Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zum Bearbeiten von Materialien. Insbesondere
betrifft die Erfindung ein Werkzeug zum Bearbeiten von Materialien, vorzugsweise eine
Schleifscheibe, mit einem Trägerkörper mit Durchführungen, wobei das Werkzeug eine
Nabe zur Aufnahme einer Antriebswelle aufweist, und Mittel zur Abdeckung der Durchführungen.
[0002] Werkzeuge zum Bearbeiten von Materialien mit einem Trägerkörper mit Durchführungen
sind im Stand der Technik bekannt. Die
US 4,004,378 zeigt eine Schleifscheibe, deren rotationssymmetrischer Trägerkörper an seiner Umfangsfläche
mit einem Schleifbelag versehen ist. Der Trägerkörper weist zudem Durchführungen zur
Erzielung eines im wesentlichen parallel zur Rotationsachse des Trägerkörpers verlaufenden
Luftstroms auf.
[0003] Darüber offenbart die
EP 2 641696 ein Werkzeug zum Bearbeiten von Oberflächen offenbart, welches aufgrund der konkreten
Ausgestaltung des Trägerkörpers, und insbesondere der hierin angeordneten Durch-führungen,
besonders vorteilhaft hinsichtlich seiner Schleifeigenschaften ist. Einerseits zeichnen
sich die dort offenbarten Vorrichtungen durch ein besonders geringes Gewicht aus,
was sich vorteilhaft auf die Entwicklung von Vibrationen auswirkt sowie die Handlichkeit
beim Umgang mit diesen Schleifwerkzeugen, andererseits führt die erfindungsgemäße
Ausgestaltung der Durchführungen des Trägerkörpers zu einer vorgegebenen radialelastizität
des Schleifwerkzeugs, was zu einer weiteren Dämpfung von Vibrationen im Schleifbetrieb
führt und damit zu besonders guten Bearbeitungsergebnissen.
[0004] Es hat sich nun gezeigt, dass im Schleifbetrieb dieses Schleifwerkzeugs unter bestimmten
Produktionsbedingungen, bei denen ein besonders hoher Kühlmittelbedarf besteht, also
beispielsweise bei hohen Rotations- und/oder Vorschubgeschwindigkeiten, eine unerwünschte
Geräuschentwicklung stattfindet. Zwar wird hierdurch das Schleifergebnis nicht beeinträchtigt,
jedoch stellt der erhöhte Geräuschpegel eine Belastung für das Bedienpersonal an der
Bearbeitungsmaschine dar, die es im Interesse der Arbeitssicherheit und zur Vorbeugung
von Krankheiten zu vermeiden gilt.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeug zum Bearbeiten
von Materialien der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, welches die Nachteile
des Standes der Technik überwindet und das insbesondere ohne Einbußen des Bearbeitungsergebnisses
zu einer verringerten Geräuschentwicklung im Schleifbetrieb führt.
[0006] Erfindungsgemäß wird die voranstehende Aufgabe durch ein Werkzeug zum Bearbeiten
von Materialicn mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen
sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Danach weist das Werkzeug zum Bearbeiten von Materialien, insbesondere eine Schleifscheibe,
eine bezüglich einer Rotationsachse im wesentlichen zylindersymmetrische Außengeometrie
auf, mit einer innenliegenden Nabe oder Achsaufnahme durch deren Zentrum sich die
Rotationsachse zentrisch erstreckt, einem hierzu konzentrischen, außenliegenden Mantelkörper,
dessen Umfangsfläche mit einem Schleifbelag versehen ist, und einem zwischen der Nabe
und dem Mantelkörper angeordneten Trägerkörper, welcher bevorzugt einstückig mit der
Nabe und/oder dem Mantelkörper ist. Der Trägerkörper ist mit wenigstens zwei Durchführungen
ausgestaltet, welche sich bevorzugt vom Innenbereich des Trägerkörpers, also von dem
bei der Nabe liegenden Randbereich des Trägerkörpers, in Richtung der Außenkante des
Trägerkörpers erstrecken, also hin zum Mantelkörper, wobei, vorzugsweise in jeder
Schnittebene des Trägerkörpers, das Verhältnis A
D/A
T aus der Summe der die Durchführungen bildenden Flächen A
D und der das Trägerkörpermaterial bildenden Fläche A
T größer als 1 ist, bevorzugt größer als 2, bevorzugt größer als 3 und bevorzugt größer
als 4. Die die Durchführungen bildenden Flächen A
D sind also in ihrer Summe größer als die das Material des Trägerkörpers bildende Fläche
A
T ist, und bevorzugt deutlich größer.
[0008] Erfindungsgemäß sind zumindest einige der Durchführungen und vorzugsweise sämtliche
Durchführungen auf wenigstens einer Seite des Werkzeugs also an zumindest einer der
beiden Zylinderdeckflächen mit wenigstens einem Abdeckelement im Wesentlichen vollständig
überdeckt. Das Abdeckelement ist hierbei zumindest im Innen bereich des Trägerkörpers
mit diesem form-, kraft- und/oder stoffschlüssig verbunden und konzentrisch so auf
der Zylinder-deckfläche des Werkzeugs angeordnet, dass ein Freiraum für eine Streckung
oder Dehnung des Abdeckelements in radialer Richtung vorgesehen ist und gleichermaßen
eine Stauchung des Trägerkörpers des Werkzeugs aufgrund dessen radialer Elastizität
nicht zu einem Auflaufen des Abdeckelements an den Mantelkörper und/oder den Schleifbelag
führt.
[0009] Um eine Streckung bzw. Dehnung des Abdeckelements bei hohen Rotationsgeschwindigkeiten
zu gewährleisten oder sogar zu fördern ist es möglich, das Abdeckelement lediglich
im Innenbereich des Trägerkörpers an diesen zu fixieren so dass das Abdeckelement
in weiter außen liegenden Bereichen des Trägerkörpers, also im Verlauf der Richtung
hin zur Außenkante des Trägerkörpers mit diesem nicht mehr verbunden ist sondern im
wesentlichen nur noch auf diesem aufliegt und hierauf gleiten kann.
[0010] Durch den Verschluss der Durchführungen der erfindungsgemäßen Werkzeuge kann auch
bei hohen Drehzahlen und Vorschubgeschwindigkeiten, und insbesondere auch bei damit
zumeist verbundenem hohem Kühlmittelbedarf eine deutliche Reduzierung der Geräuschentwicklung
während der Bearbeitung mittels des erfindungsgemäßen Werkzeugs erzielt werden.
[0011] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist das wenigsten eine Abdeckelement in der
Art einer Scheibe aus einem Material gefertigt, welches insbesondere in radialer Richtung
eine ausreichend hohe Bruchfestigkeit aufweist, dass auch bei hohen Drehzahlen des
Werkzeugs zwar eine Dehnung des Materials erfolgen kann, es jedoch nicht zum Materialbruch
kommt. Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang auch die Verwendung von Leichtmaterialien
um die Materialbelastung durch die Fliehkräfte im Schleifbetrieb gering zu halten.
[0012] Bevorzugt ist das Material aus dem das Abdeckelement gefertigt ist aus einer Gruppe
ausgewählt, die Kunststoffe, Leichtmetalle, Glasfaser- oder Kohlenstofffaserverbundmaterialien,
Gewebe und insbesondere beschichtete Gewebe, Folien, gewebearmierte Verbundwerkstoffe,
Kombinationen der vorstehenden Werkstoffe und dergleichen ähnliche Werkstoffe enthält.
[0013] In Fällen, in denen das Abdeckelement aus einem harten, sclbstragenden Werkstoff
gefertigt ist, kann eine form-, kraft- und/oder stoffschlüssig Verbindung des Abdeckelements
im Innenbereich des Trägerkörpers oder auch im Bereich der Nabe, beispielsweise durch
ein Verspannen des Abdeckelements gegen den Trägerkörper und/oder die Nabe mittels
einer Spannvorrichtung und/oder Befestigungselementen wie z.B. Schrauben, Hintergriffen,
Klemm- oder Clipseinrichtungen, ausreichend sein wenngleich anwendungsspezifisch,
alternativ oder zusätzlich hierzu, auch eine im wesentlichen vollflächige, stoffschlüssige
Verbindung des Abdeckelements mit dem Trägerkörper von Vorteil sein kann.
[0014] Bei der Verwendung von nicht selbsttragenden Materialien für das Abdeckelement kann
es darüber hinaus von Vorteil sein, das Abdeckelement im wesentlichen über die gesamte
Fläche des Trägerkörpers und optional auch des Füllmaterials stoffschlüssig mit diesem
zu verbinden um so auch im Bereich über den, gegebenenfalls mit dem Füllmaterial befüllten,
Durchführungen des Trägerkörpers trotz der Verwendung solcher Leichtmaterialien eine
ausreichend tragfähige Abdeckung der Durchführungen bzw. des Füllmaterials zu schaffen.
[0015] Bevorzugt kommt bei der stoffschlüssigen Verbindung des Abdeckelements mit dem Trägerkörper
ein dauerelastisches Verbindungsmaterial mit einem verhältnismäßig hohen Elastizitätsmodul
zum Einsatz, wie beispielsweise Klebstoffe auf Harz-, Kunststoff- oder Silikonbasis.
[0016] Durch die vorstehenden Maßnahmen kann erreicht werden, dass auch bei hohen Drehzahlen
kein Eintritt von Kühlmittel oder Luft in die Durchführungen erfolgt wodurch die Geräuschentwicklung
im Betrieb deutlich reduziert wird. Durch die erfindungsgemäße Lösung ist dennoch
sicher gestellt, dass das Werkzeug seine radialelastizität nicht einbüßt, da die Abdeckung
eine radialverformung des Werkzeugs nicht behindert oder zumindest vorhersehbar beeinflusst
und damit durch die konkrete Geometrie der Durchführungen bzw. des verbleibenden Speichenmaterials
des Trägerkörpers kompensierbar ist, so dass die mit den gattungsgemäßen Werkzeugen
erzielten vorteilhaften Schleifeigenschaften erhalten bleiben.
[0017] Der Trägerkörper kann aus einer Vielzahl von Materialien hergestellt werden, beispielsweise
Stahl, Aluminium, Kupfer, Bronze oder ähnliches, da die Schwingungsfähigkeit nicht
durch das Materialeigenschaften selbst, sondern durch die geometrische Ausgestaltung
der Durchführungen des Trägerkörpers erfolgt. Somit kann sowohl eine deutliche Gewichtsreduktion
auch als eine gezielte Schwingungsdämpfung insbesondere bei metallischen Trägerkörpern
erzielt werden, die nahezu keine radiale Elastizität bei Trägerkörpern aus Vollmaterial
bzw. Trägerkörpern mit Durchführungen kleiner geometrischer Abmessungen besitzen.
[0018] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Dicke des Trägerkörpers
(in Richtung der Rotationsachse) kleiner als die des Mantelkörpers und/oder der Nabe,
so dass der Trägerkörper in Bezug auf den Mantelkörper bzw. die durch diesen definierten
Zylinderdeckflächen rückspringend verläuft und in diesem Rücksprung das Abdeckelement
aufgenommen ist.
[0019] Bei einer Ausführungsform des Trägerkörpers sind die Durchführungen in ihrer Grundfläche
in der Art von Vierecken ausgeführt wobei die langen Seiten bevorzugt radial verlaufend
mit den kurzen Seiten verbunden sind und wobei die kurzen Seiten am Innen- bzw. Außenbereich
des Trägerkörpers angeordnet sind. Ein geradliniger Verlauf der langen Seiten der
Durchführungen ist dabei zwar bevorzugt jedoch nicht erforderlich. Ebenso ist eine
gerundete Ausführung der Innenecken der Vierecke bevorzugt, so dass scharfkantigen
Innenecken an den Durchführungen vorliegen.
[0020] Bei einer Weiterbildung kann zumindest einer der kurzen Seiten in der Draufsicht,
also bei Sicht auf eine zur Rotationsachse normal angeordneten Schnittebene durch
den Trägerkörper, zumindest teilweise kreissegmentförmig sein, beispielsweise konzentrisch
zum Außenumfang der Mantelfläche. Bevorzugt sind die beiden langen Seiten der jeweiligen
Durchführung dabei gleich lang ausgeführt, so dass die Durchführungen des Trägerkörpers
bei dieser Ausführungsform im wesentlichen ringsegmentförmig erscheinen.
[0021] Zur weiteren Verbesserung der Schwingungsdämpfungseigenschaften des Werkzeugs sind
bei einer bevorzugten Ausführungsform des Trägerkörpers die viereckartigen Durchführungen
um einen außerhalb der jeweiligen Durchführung liegenden Punkt verzerrt oder verbogen,
so dass die langen Seiten der Durchführungen in der Draufsicht im wesentlichen bogenförmig
oder bevorzugt kreissegmentförmig sind. Die aus dem zwischen benachbarten Durchführungen
verbleibenden Material dieser Ausführungsform entstehenden Speichen sind somit bogenförmig
gekrümmt und bevorzugt kreisförmig gekrümmt und erstrecken sich im Innenbereich des
Trägerkörpers, also weitgehend von der Nabe bzw. Achsaufnahme aus zunächst im wesentlichen
radial nach außen, um dann, durch deren Krümmung, eine Art asymptotische Annäherung
in Richtung des Umfangs des Werkzeugs hin zu erfahren. Der Grad bzw. das Ausmaß der
Annäherung der Speichen an den Umfang des Werkzeug ist dabei unterschiedlich wählbar
und gleichsam ein wesentlicher Parameter für die Radialelastizität des Werkzeugs.
[0022] Bevorzugt verlaufen die langen Seiten benachbart liegender Durchführungen im wesentlichen
parallel, wobei dies gleichermaßen für im wesentlichen radial verlaufende lange Seiten
der Durchführungen gilt wie auch für gekrümmt oder sogar kreissegmentförmig verlaufende
gilt. Dennoch sind beispielsweise auch solche Ausführungen im Rahmen der Erfindung
bevorzugt, bei denen durch einen nicht parallelen Verlauf der langen Seiten benachbart
liegender Durchführungen eine Verjüngung der Speichen hin zum äußeren Bereich des
Trägerkörpers erfolgt, wodurch eine weitere Beeinflussung der Radialelastizität und
des Gewichts der erfindungsgemäßen Werkzeuge dieser Ausführungsform erzielt werden
kann.
[0023] Bei einer weiteren Ausführungsform des Trägerkörpers sind zur Erzielung einer besonders
guten Schwingungsdämpfung die Durchführungen des Trägerkörpers von dessen gegenüber
liegenden Zylinderdeckflächen her im wesentlichen bis zu dessen Mitte in das Material
des Trägerkörpers hinein eingearbeitet, beispielsweise durch Fräsen. Besonders vorteilhaft
ist dabei, die Durchführungen, die von der zweiten Seite, also beispielsweise der
oberen Zylinderdeckfläche des Trägerkörpers her kommend eingearbeitet werden um einen
vorgegebenen Rotationswinkel α um die Rotationsachse rotiert bezüglich denen, die
von der ersten Seite des Trägerkörpers, also beispielsweise der unteren Zylinderdeckfläche
her kommend eingearbeitet werden zu rotieren. Im Ergebnis sind somit die Speichen
zwischen benachbarten Durchführungen einer Seite des Trägerkörpers im wesentlichen
nicht deckungsgleich mit den Speichen zwischen benachbarten Durchführungen der anderen
Seite des Trägerkörpers.
[0024] Bevorzugte Rotationswinkel α liegen dabei zwischen 0° und 90°, jeweils einschließlich,
vorzugsweise zwischen 30° und 60°, bevorzugt bei 45°, und besonders bevorzugt bei
die Hälfte der Winkelteilung der Durchführungen, also bei einem Winkel α = 360°/(2n),
wobei n die Zahl der Durchführungen in einer bezüglich der Rotationsachse normalen
Schnittebene ist.
[0025] Bevorzugt ist zur Verminderung und bestenfalls zur Verhinderung von Unwuchten des
erfindungsgemäßen Werkzeugs in dessen Einsatz könnten im Träger- und/oder Mantelkörper
wenigstens eine, je nach Bedarf auch mehrere Wuchtbohrungen vorgesehen.
[0026] Bevorzugt ist der Schleifbelag durch Kleben oder Sintern oder ähnliche bekannte Verfahren
auf der Außenumfangsfläche des Mantelkörpers aufgebracht und vorzugsweise aus einer
Gruppe ausgewählt, die Diamantnadeln wie zum Beispiel PKD-, MKD-, CVD-, CBN-Nadeln,
metall-, kunststoff- oder keramikgebundene Diamanten, metall- oder kunststoffgebundenes
Bornitrid, insbesondere kubisches Bornitrid umfasst.
[0027] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung sind zumindest einige der Durchführungen
mit: einem geschäumten Füllmaterial ausgefüllt. Bevorzugte Füllmaterialien sind je
nach Anwendungsfall ausgewählt aus einer Gruppe, die geschäumte Kunststoffe und Metalle
enthält, insbesondere Polyurethanschäume, PVC-Schäume oder Polystyrolschäume, geschäumtes
Aluminium und dergleichen ähnliche Werkstoffe.
[0028] Weitere Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von bevorzugten Ausführungsbeispielen des erfindungsgemäßen Werkzeugs in Verbindung
mit der Zeichnung. Es zeigt:
- Fig. 1
- gattungsgemäßes Werkzeug gemäß dem Stand der Technik;
- Fig. 2
- in einer Schnittansicht, eine schematische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Werkzeugs gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung;
- Fig. 3
- in einer Schnittansicht, eine schematische Ansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Werkzeugs;
- Fig. 4
- in einer Schnittansicht, eine schematische Ansicht eines Ausführungsbeispiels eines
Werkzeugs, welches nicht Bestandfeil der vorliegenden Erfindung ist;
- Fig. 5
- in einer Schnittansicht, eine schematische Ansicht eines dritten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Werkzeugs.
[0029] Die Fig. 1 zeigt ein gattungsgemäßes Werkzeug mit einem Trägerkörper 1, einem Mantelkörper
4 mit einem Schleifbelag B und einer Nabe bzw. Aufnahme 5. Der Trägerkörper weist
mehrere Durchführungen 2 auf und zwischen den Durchführungen 2 liegende Speichen 3,
welche sich vorliegend kreissegmentförmig vom Innenbereich des Trägerkörpers bis in
dessen Außenbereich erstrecken und sich in deren Erstreckungsrichtung an den Verlauf
des Mantelkörpers annähern.
[0030] Die Fig. 2 bis 5 zeigen schematische Schnittansichten von Schleifscheiben gemäß der
vorliegenden Erfindung, wobei zur vereinfachten Erläuterung die erfindungsgemäßen
Werkzeuge entlang einer Schnittlinie die der Schnittlinie X-X der Fig. 1 entspricht,
geschnitten sind. In allen Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen entsprechende
Elemente oder Elemente mit korrespondierenden Funktionen.
[0031] Das in Fig. 2 gezeigte erste Ausführungsbeispiel gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung
leitet sich von dem gattungsgemäßen Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ab, wobei hier
die Durchführungen 2 des Trägerkörpers an den beiden Zylinderdeckflächen der Schleifscheibe
mit jeweils einem kreisringförmigen Abdeckelemente 10 im Wesentlichen vollständig
überdeckt sind. Die Abdeckelemente 10 befindet sich beiderseits in einem durch den
Trägerkörper gebildeten Rücksprung und verlaufen radial bezüglich der Rotationsachse
des Werkzeugs. Die Abdeckelemente sind vorliegend beispielsweise aus Leichtmetall
oder Karbonfaserverstärkten Kunststoffen oder Keramiken gefertigt.
[0032] Im Innenbereich des Trägerkörpers sind die Abdeckelemente 10 durch eine stoffschlüssige
Verbindung 11 mit diesem verbunden wohingegen im weiter außen liegenden Bereich des
Trägerkörpers kein Stoffschluss mehr zwischen dem Material des Trägerkörpers und den
Abdeckelementen 10 besteht. Die Abdeckelemente 10 liegen auf dem Trägerkörper in dessen
Außenbereich im Wesentlichen nur auf und es besteht zwischen dem Außenumfang der Abdeckelemente
10 und dem Mantelkörper 4 beidseitig ein radialer Freiraum 12 so dass die Abdeckelemente
10 selbst bei einer durch hohe Drehzahlen des Werkzeugs verursachten Streckung oder
Dehnung des Materials nicht am Mantelkörper 4 zur Anlage kommen.
[0033] Hierdurch ist gewährleistet, dass die Radialelastizität des Werkzeugs durch die Abdeckelemente
10 nicht gestört wird und insbesondere die Abdeckelemente auch bei hohen Drehzahlen
und gleichermaßen hoher Stauchung des Werkzeugs aufgrund dessen hoher radialelastizität
nicht auf den Mantelkörper und/oder den Schleifbelag auflaufen und gegebenenfalls
den Schleifvorgang stören.
[0034] Bei der Ausführungsform der vorliegenden Erfindung gemäß Fig. 3, welche der Fig.
2 zumindest teilweise strukturell entspricht und insoweit auf eine nähere Beschreibung
zur Vermeidung von Wiederholungen verzichtet wird, ist keine stoffschlüssige Verbindung
zwischen dem Trägerkörper und den Abdeckelementen 10 vorgesehen sondern vielmehr eine
kraftschlüssige Verbindung im Bereich der Nabe durch eine Spannvorrichtung A.
[0035] Hierdurch kann, wie in Fig. 3 gezeigt ist, eine geringfügig von einer exakt radialen
Erstreckung der Abdeckelemente 10 abweichende Anordnung resultieren, da im Bereich
der Spannvorrichtung A eine Stauchung des Materials der Abdeckelemente 10 in Dickenrichtung
erfolgen kann.
[0036] In ähnlicher Weise wie bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 ist auch bevorzugt, die
Abdeckelemente beiderseits der Nabe oder des Trägerkörpers durch Verschraubungen von
der Außenseite parallel zur Richtung der Rotationsachse mit dem Trägerkörper oder
der Nabe zu verschrauben bzw. zu verspannen.
[0037] Sowohl im Falle der Ausführungsformen der Fig. 2 als auch der der Fig. 3 wäre eine
flächige stoffschlüssige Verbindung der Abdeckelemente 10 mit dem Trägerkörper bzw.
dessen Speichen 3 ebenfalls denkbar und anwendungsspezirisch gegebenenfalls gewünscht.
[0038] Fig. 4 zeigt eine Ausführungsform, bei der die Durchführungen 2 mit einem Füllmaterial
20, bevorzugt einem geschäumten Kunststoff wie beispielsweise Pulyurethan- oder PVC-Schaum,
befüllt sind. Das Füllmaterial schließt dabei bevorzugt bündig mit den Zylinderdeckflächen
des Trägerkörpers ab, so dass diese im Wesentlichen eben sind.
[0039] Eine dritte Ausführungsform der Erfindung ist in Fig. 5 gezeigt. Demnach sind die
Zylinderdeckflächen des Trägerkörpers wiederum mit Abdeckelementen 10 versehen, wobei
diese im Wesentlichen flächig mit dem Trägerkörper und insbesondere dessen Speichen
3 und optional auch den Oberflächen des Füllmaterials 20 stoffschlüssig verbunden
sind.
[0040] Bei der gezeigten Ausführungsform sind die Abdeckelemente 10 aus einem dünnen aber
reißfesten Gewebe gefertigt, so dass durch die vollflächige stoffschlüssige Verbindung
des Gewebes mit der Oberfläche des Trägerkörpers und optional auch des Füllmaterials
eine strapazierfähige aber dennoch sehr leichte Oberfläche durch die Abdeckelemente
10 gebildet wird. Insbesondere ist dies der Fall, wenn das Gewebe durch das für die
stoffschlüssige Verbindung verwendete Material durchtränkt wird.
[0041] Hinsichtlich weiterer Details wird zur Vermeidung von Wiederholung auf die allgemeine
Beschreibung verwiesen. Schließlich sei darauf hingewiesen, dass die in den voran
stehenden Ausführungsbeispielen der Erfindung und in der allgemeinen Beschreibung
beschriebenen Merkmale in kombiniert werden können. Ferner sind Merkmale, die im Singular
und im Plural beschrieben sind, in ihren Kombinationen mit anderen Merkmalen jeweils
als in Einzahl und Mehrzahl beschrieben anzusehen.
1. Werkzeug zum Bearbeiten von Materialien, insbesondere eine Schleifscheibe mit einer
bezüglich einer Rotationsachse im wesentlichen zylindersymmetrischen Außengeometrie,
einer innenliegenden Nabe (5) durch deren Zentrum sich die Rotationsachse zentrisch
erstreckt, einem hierzu konzentrischen, außenliegenden Mantelkörper (4), und wenigstens
einem zwischen der Nabe und dem Mantelkörper angeordneten Trägerkörper (1), welcher
bevorzugt einstückig mit der Nabe (A) und/oder dem Mantelkörper ist, wobei der Trägerkörper
(1) mit wenigstens zwei Durchführungen (2) ausgestaltet ist, welche sich vom Innenbereich
des Trägerkörpers hin zum Mantelkörper (4) erstrecken,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest einige der Durchführungen (2) an zumindest einer der beiden Zylinderdeckflächen
des Trägerkörpers (1) mit wenigstens einem Abdeckelement (10) im Wesentlichen vollständig
überdeckt sind, wobei das Abdeckelement (10) zumindest im Innenbereich des Trägerkörpers
und/oder im Bereich der Nabe mit diesen form-, kraft- und/oder stoffschlüssig verbunden
ist.
2. Werkzeug gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (10) aus einem Material gefertigt ist, das aus einer Gruppe ausgewählt
ist, die Kunststoffe, Leichtmetalle, Glasfaser- oder Kohlenstofffaserverbundmaterialien,
Gewebe und beschichtete Gewebe, Folien, gewebearmierte Verbundwerkstoffe, Kombinationen
der vorstehenden Werkstoffe und dergleichen ähnliche Werkstoffe enthält.
3. Werkzeug gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (10) konzentrisch auf der Zylinderdeckfläche des Werkzeugs angeordnet
ist und der Außenradius des Abdeckelements (10) kleiner ist als der Radius des Mantelkörpers
(4), so dass zwischen Abdeckelement (10) und Mantelkörper (4) ein sich in radialer
Richtung erstreckender Freiraum (12) definiert wird.
4. Werkzeug gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis AD/AT aus der die Durchführungen (2) bildenden Fläche AD und der das Trägerkörpermaterial bildenden Fläche AT ≥ 1 ist, bevorzugt ≥ 2, bevorzugt ≥ 3 und bevorzugt ≥ 4 ist.
5. Werkzeug gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sämtliche Durchführungen (2) des Trägerkörpers vollständig durch das Abdeckelement
(10) überdeckt sind.
6. Werkzeug gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung des Abdeckelements (10) mit dem Trägerkörper (1) und/oder der Nabe
(5) durch ein Verspannen desAbdeckelements (10) gegen den Trägerkörper (1) und/oder
die Nabe (5) erfolgt und/oder durch Befestigungselemente.
7. Werkzeug gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (10) im Wesentlichen vollflächig mit dem Trägerkörper (1) verbunden
ist.
8. Werkzeug gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Material zur Herstellung der stoffschlüssigen Verbindung ein Klebstoff ist, vorzugsweise
ein dauerelastischer Klebstoff und insbesondere ein Klebstoff auf Harz-, Kunststoff-
oder Silikonbasis.
9. Werkzeug gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einige der Durchführungen (2) mit einem Füllmaterial (20) ausgefüllt sind.
10. Werkzeug gemäß Anspruch 9, wobei das Füllmaterial (20) aus einer Gruppe ausgewählt
ist, die geschäumte Kunststoffe und Metalle enthält, insbesondere Polyurethanschäume,
PVC-Schäume oder Polystyrolschäume, geschäumtes Aluminium und dergleichen ähnliche
Werkstoffe.
1. A tool for processing materials, in particular an abrasive wheel, having an outer
geometry which is substantially cylindrically symmetrical relative to a rotational
axis, an internal hub (5) through the center of which the rotational axis extends
centrically, an external shell body (4) concentric therewith, and at least one carrier
body (1) arranged between the hub and the shell body, which carrier body preferably
is integral with the hub (A) and/or the shell body, the carrier body (1) being configured
with at least two apertures (2) which extend from the inner portion of the carrier
body towards the shell body (4),
characterized in that
at least some of the apertures (2) are covered substantially completely, at least
at one of the two cylinder cover surfaces of the carrier body (1), by at least one
covering element (10), the covering element (10) being, at least in the inner region
of the carrier body and/or in the region of the hub, connected thereto by positive
engagement, frictional engagement and/or adhesive force.
2. The tool of claim 1, characterized in that the covering element (10) is made of a material selected from a group comprising
plastics, light metals, glass-fiber composite materials or carbon-fiber composite
materials, fabrics and coated fabrics, films, fabric-reinforced composite materials,
combinations of the aforementioned materials, and similar such materials.
3. The tool of any of the preceding claims, characterized in that the covering element (10) is arranged concentrically on the cylinder cover surface
of the tool and the outer radius of the covering element (10) is smaller than the
radius of the shell body (4), so that a gap (12) extending in a radial direction is
defined between the covering element (10) and the shell body (4).
4. The tool of any of the preceding claims, characterized in that the ratio AD/Aγ of the surface AD forming the apertures (2) and the surface Aγ forming the material of the carrier body is ≥ 1, preferably ≥ 2, preferably ≥ 3,
and preferably ≥ 4.
5. The tool of any of the preceding claims, characterized in that all of the apertures (2) of the carrier body are covered completely by the covering
element (10).
6. The tool of any of the preceding claims, characterized in that the covering element (10) is connected to the carrier body (1) and/or the hub (5)
by tensioning the covering element (10) against the carrier body (1) and/or the hub
(5) and/or by fasteners.
7. The tool of any of the preceding claims, characterized in that the covering element (10) is connected to the carrier body (1) in a substantially
full-surface manner.
8. The tool of any of the preceding claims, characterized in that the material for providing the connection by adhesive force is an adhesive, preferably
a permanently elastic adhesive, and in particular a resin-based, plastic-based or
silicone-based adhesive.
9. The tool of any of the preceding claims, characterized in that at least some of the apertures (2) are filled with a filler material (20).
10. The tool of claim 9, wherein the filler material (20) is selected from a group comprising
foamed plastics and metals, particularly polyurethane foams, PVC foams or polystyrene
foams, foamed aluminum, and similar such materials.
1. Outil en vue de l'usinage de matériaux, notamment une meule avec une géométrie extérieure
cylindrosymétrique pour l'essentiel par rapport à rapport à un axe de rotation, un
moyeu situé à l'intérieur (5), à travers le centre duquel l'axe de rotation s'étend
centriquement, un corps de chemise situé à l'extérieur, concentriquement à celui-ci
(4), et au moins un corps de support (1) disposé entre le moyeu et le corps de chemise,
qui est de préférence en une pièce avec le moyeu (A) et/ou le corps de chemise, le
corps de support (1) étant aménagé avec au moins deux passages (2), qui s'étendent
de la zone intérieure du corps de support vers le corps de chemise (4),
caractérisé en ce
qu'au moins quelques-uns des passages (2) sont recouverts complètement pour l'essentiel
sur au moins une des deux surfaces de recouvrement cylindrique du corps de support
(1) par au moins un élément de recouvrement (10), l'élément de recouvrement (10) étant
relié à ceux-ci au moins dans la zone intérieure du corps de support et/ou dans la
zone du moyeu mécaniquement, par adhérence et/ou par adhésion par matière.
2. Outil selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'élément de recouvrement (10) est fabriqué en un matériau, qui est sélectionné à
partir d'un groupe, qui contient des plastiques, des métaux légers, des matériaux
composites en fibre de verre ou en fibre de carbone, du tissu et du tissu enduit,
des films, des matériaux composites armés de tissu, des combinaisons des matériaux
précédents et d'autres matériaux similaires.
3. Outil selon une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de recouvrement (10) est disposé de manière concentrique sur la surface
de recouvrement cylindrique de l'outil et en ce que le rayon extérieur de l'élément de recouvrement (10) est inférieur au rayon du corps
de chemise (4), de sorte qu'entre l'élément de recouvrement (10) et le corps de chemise
(4), est défini un espace libre (12) s'étendant dans une direction radiale.
4. Outil selon une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le rapport AD/AT de la surface AD constituant les passages (2) et de la surface AT constituant le matériau du corps de support est ≥ 1, de préférence ≥ 2, de préférence
≥ 3 et de préférence ≥ 4.
5. Outil selon une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la totalité des passages (2) du corps de support est recouverte entièrement par l'élément
de recouvrement (10).
6. Outil selon une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la liaison de l'élément de recouvrement (10) avec le corps de support (1) et/ou le
moyeu (5) est réalisée par un serrage de l'élément de recouvrement (10) contre le
corps de support (1) et/ou le moyeu (5) et/ou par des éléments de fixation.
7. Outil selon une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de recouvrement (10) est relié pour l'essentiel sur la surface complète
avec le corps de support (1).
8. Outil selon une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau en vue de l'établissement d'une liaison par combinaison de matière est
une colle, de préférence une colle à élasticité permanente et notamment une colle
à base de résine, de plastique ou de silicone.
9. Outil selon une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins quelques-uns des passages (2) sont remplis de matière de charge (20).
10. Outil selon la revendication 9, la matière de charge (20) étant sélectionnée à partir
d'un groupe, qui contient des plastiques et des métaux expansés, notamment des mousses
de polyuréthane, des mousses de PVC ou des mousses de polystyrène, de l'aluminium
expansé et d'autres matériaux similaires.