[0001] Die Erfindung betrifft eine Kolbeneinheit eines Plungerzylinders mit einer Kolbenstange
und einem Führungskolben
[0002] Plungerzylinder, auch Tauchkolbenzylinder genannt, mit entsprechenden Kolbeneinheiten
sind generell aus dem Stand der Technik bekannt. Die Kolbeneinheiten weisen in der
Regel eine Kolbenstange und einen Kolben auf, wobei die Kolbenstange dabei als Tauchkolben
fungiert und der Kolben der axialen Führung dient und daher auch als Führungskolben
bezeichnet wird.
[0003] Beide Komponenten liegen vorzugsweise als zwei voneinander getrennte Bauteile vor.
Um die notwendige Verbindung zwischen dem Führungskolben und der Kolbenstange bereitzustellen,
wird nach dem Stand der Technik der Führungskolben beispielsweise auf die Kolbenstange
aufgepresst und/oder mit der Kolbenstange verschweißt.
Die Nachteile einer solchen Verbindung zwischen Führungskolben und Kolbenstange liegen
insbesondere in dem erforderlichen zusätzlichen Arbeitsaufwand zur Bereitstellung
der Verbindung und in deren Nichtlösbarkeit. Somit ist es bei einer Beschädigung des
Führungskolbens oder der Kolbenstange oder bei einem Erreichen einer Verschleißgrenze
des Führungskolbens in der Regel notwendig, die gesamte Kolbeneinheit zu erneuern,
was wiederum zu erhöhten Instandsetzungs- und Instandhaltungskosten führt.
[0004] Zur Vermeidung dieser Nachteile sind aus dem Stand der Technik ebenfalls Lösungen
bekannt, bei welchen der Führungskolben einer Kolbeneinheit durch zwei getrennte Halbschalen
gebildet wird, welche vor dem Einsetzen der Kolbeneinheit in den Plungerzylinder an
der gewünschten Position der Kolbenstange angeordnet werden.
[0005] Eine solche Lösung ist beispielsweise aus Druckschrift
DE 94 15 543 U1 bekannt.
Hierbei werden an der Kolbenstange zwei halbschalenförmige Stützsegmente angeordnet,
welche die Führung der Kolbenstange in dem beschriebenen Hydraulikzylinder gewährleisten
sollen und welche den Arbeitskolbenbereich bilden. Durch die Verwendung der Halbschalen
soll eine besonders einfache und schnelle Montage und Demontage des Arbeitskolbenbereichs
bereitgestellt werden. Die hier offenbarte Lösung sieht vor, dass die Halbschalen
bis zum Einsetzen der Kolbenstange mit dem Arbeitskolbenbereich in das Zylinderrohr
des Hydraulikzylinders in deren Position fixiert und so gegen ein unerwünschtes Lösen
von der Kolbenstange gesichert werden müssen.
Dies schließt ein, dass entsprechende Vorrichtungen oder Personal zum Sichern der
Halbschalen bis zum Einsetzen der Kolbenstange in das Zylinderrohr vorgesehen werden
müssen, wodurch sich wiederum die Bereitstellungskosten für einen derartigen Hydraulikzylinder
erhöhen.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bildet es, unter Vermeidung der Nachteile
des Standes der Technik eine Kolbeneinheit eines Plungerzylinders bereitzustellen,
welche besonders einfach und kostengünstig hergestellt werden kann und welche eine
kostengünstige Instandhaltung ermöglicht.
Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, einen Plungerzylinder mit einer solchen Kolbeneinheit
bereitzustellen.
[0007] Die Aufgabe wird in Bezug auf die Kolbeneinheit durch die im Patentanspruch 1 aufgeführten
Merkmale und in Bezug auf den Plungerzylinder durch die im Patentanspruch 4 aufgeführten
Merkmale gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen.
[0008] Eine erfindungsgemäße Kolbeneinheit eines Plungerzylinders weist eine Kolbenstange
mit einem zylinderbodenseitigen Endabschnitt und einem führungsseitigen Endabschnitt
auf.
[0009] Die Begriffe zylinderbodenseitig und führungsseitig stellen in diesem Zusammenhang
Positionsangaben dar und dienen der Beschreibung von Lagebeziehungen von Bauteilen
der Kolbeneinheit. Sie beziehen sich auf Zylinderboden und Führung, welche Bestandteile
des Plungerzylinders darstellen und welche mit einem Zylinderrohr des Plungerzylinders
verbunden sind. Der zylinderbodenseitige Endabschnitt der Kolbenstange ist bei zutreffender
Einbaulage dem Zylinderboden zugewandt, während der führungsseitige Endabschnitt der
Kolbenstange gegenüberliegend in Richtung der Führung angeordnet ist.
Die Führung bildet in diesem Zusammenhang das Element, welches die Kolbenstange innerhalb
des Plungerzylinders führt.
[0010] Erfindungsgemäß zeichnet sich die Kolbeneinheit dadurch aus, dass die Kolbenstange
im Bereich des zylinderbodenseitigen Endabschnitts eine umlaufende, konkav ausgebildete
Aufnahmekontur aufweist.
Die Aufnahmekontur selbst weist wiederum zylinderbodenseitig eine Außenwandung auf,
welche mit der Längsachse der Kolbenstange einen spitzen Winkel einschließt.
Die Aufnahmekontur kann in einfacher Weise beispielsweise durch spanendes Bearbeiten
der Kolbenstange, insbesondere durch Drehen, bereitgestellt werden.
[0011] Die Aufnahmekontur weist vorzugsweise auch führungsseitig eine Außenwandung auf,
welche mit der Längsachse der Kolbenstange einen spitzen Winkel einschließt, sodass
beide Außenwandungen gemeinsam eine Spitzkehle bilden.
[0012] Für die nachfolgend beschriebene Ausbildung des Führungskolbens und dessen Zusammenwirken
mit der Kolbenstange ist die zylinderbodenseitige Außenwandung der Aufnahmekontur
relevant.
[0013] Die erfindungsgemäße Kolbeneinheit weist einen Führungskolben auf, durch welchen
die Kolbeneinheit, bei deren Verwendung in einem Plungerzylinder, in dem Zylinderrohr
geführt wird. Der Führungskolben wird erfindungsgemäß durch eine erste und eine zweite
Halbschale gebildet, wobei die Halbschalen derart auf der Kolbenstange angeordnet
sind, dass die Halbschalen die Kolbenstange jeweils teilweise umgreifen.
Die Kolbeneinheit zeichnet sich dadurch aus, dass die Halbschalen des Führungskolbens
mit ihren Innenmantelflächen auf der Außenmantelfläche der Kolbenstange aufliegen
und somit eine formschlüssige Verbindung zwischen den Halbschalen und der Kolbenstange
bereitgestellt wird, durch welche die Position der Halbschalen gegenüber der Kolbenstange
in radialer Richtung festgelegt ist.
[0014] Die Halbschalen weisen als besonderen Vorteil miteinander korrespondierende Endbereiche
auf.
Miteinander korrespondierend bedeutet, dass in Endlage die Endbereiche der ersten
Halbschale im Wesentlichen an die Endbereiche der zweiten Halbschale anschließen,
wodurch ein Überströmkanal zwischen dem Kolbenraum und dem Kolbenstangenraum gegeben
ist. Die korrespondierenden Endbereiche können vorzugsweise als Schrägschnitte ausgebildet
sein. Der Begriff Endlage bezeichnet die Anordnung in montiertem Zustand.
[0015] Je nach Form der Endbereiche kann es dabei als besonderer Vorteil bewirkt werden,
dass die Halbschalen identisch ausgebildet werden können und so keine Halbschalen
mit unterschiedlichen Endbereichen vorgesehen werden müssen. Die Bereitstellungskosten
für die Halbschalen und somit für die gesamte Kolbeneinheit können somit niedrig gehalten
werden.
[0016] Die Endbereiche der Halbschalen sind ferner so ausgebildet, dass die Endbereiche
der ersten Halbschale einen Umgreifungsversatz zu den jeweils gegenüberliegenden Endbereichen
der zweiten Halbschale aufweisen. Dies bedeutet, dass die jeweils aneinander anschließenden
Endbereiche der Halbschalen sich abschnittsweise überkragen.
[0017] Zudem weisen die Halbschalen erfindungsgemäß jeweils einen umlaufenden Eingriffsabschnitt
mit einer innenseitigen Eingriffskontur auf, wobei der jeweilige Eingriffsabschnitt
die führungsseitige Begrenzung der zugehörigen Halbschale bildet und wobei der Eingriffsabschnitt
bis in den jeweiligen Endbereich der zugehörigen Halbschale geführt ist.
Die Eingriffskontur ist gegenüber der Innenmantelfläche der jeweils zugehörigen Halbschale
eingezogen, was bedeutet, dass der durch die Eingriffskontur beschriebene Radius kleiner
ist als der durch die Innenmantelfläche der zugehörigen Halbschale beschriebene Radius.
Anders formuliert stellt der Eingriffsabschnitt vorzugsweise einen nach innen abgewinkelten
Bereich der Halbschale dar.
[0018] Die Eingriffskontur der jeweiligen Halbschale ist erfindungsgemäß so ausgebildet,
dass diese eine Innenwandung aufweist und dass diese, insbesondere in einer Endlage
der jeweiligen Halbschale auf der Kolbenstange, in die Aufnahmekontur der Kolbenstange
eingreift.
Während des Eingriffs der Eingriffskontur in die Aufnahmekontur korrespondiert die
Innenwandung der Eingriffskontur mit der Außenwandung der Aufnahmekontur, sodass in
der Endlage der Halbschalen auf der Kolbenstange ein formschlüssiges Anliegen der
Eingriffskontur an der Aufnahmekontur bereitstellbar ist.
Das formschlüssige Anliegen der Eingriffskontur an der Außenkontur bewirkt als besonderen
technologischen Vorteil, insbesondere bei einer Belastung der Kolbeneinheit durch
ein druckbeaufschlagtes Hydraulikmedium, eine zuverlässige axiale Lagefestlegung der
Halbschalen auf der Kolbenstange und eine besonders gleichmäßige und optimierte Kraftübertragung
von der jeweiligen Halbschale in die Kolbenstange. Dies ist besonders dann relevant,
wenn die Kolbeneinheit vollständig ausgefahren ist und die axiale Schubkraft von der
Führung aufgenommen werden muss.
[0019] Des Weiteren zeichnet sich die erfindungsgemäße Kolbeneinheit dadurch aus, dass jede
Halbschale, mittels deren Eingriffskontur in einem ersten Endbereich und deren, der
Eingriffskontur diagonal gegenüberliegenden, Abschnitt eines zweiten Endbereichs,
einen Winkel größer 180° einschließt und damit die Kolbenstange umgreift.
[0020] Ein weiteres Merkmal der technischen Lösung besteht darin, dass die Umgreifung der
Kolbenstange durch die Halbschalen durch deren Schwenken um jeweils eine, sich zwischen
den jeweiligen Endbereichen der zugehörigen Halbschale ausbildende, Achse bereitstellbar
ist.
[0021] Der besondere Vorteil, dass die Umgreifung der Kolbenstange durch die Halbschalen
mittels Schwenken der Halbschalen um jeweils eine, sich zwischen den Endbereichen
der jeweiligen Halbschale ausbildende, Achse bereitstellbar ist, wird durch die beschriebenen
besonderen Geometrien von Aufnahmekontur und Eingriffsabschnitt ermöglicht. Erfindungsgemäß
ist es vorgesehen, dass die Achse, um welche das Schwenken der Halbschalen erfolgt,
während des Schwenkvorgangs in ihrer Position verschieblich ist.
[0022] Vereinfacht ausgedrückt können die Halbschalen also mittels Aufnahmekontur und Eingriffsabschnitt
zunächst an die Kolbenstange seitlich angesetzt und so in einfacher Weise vorpositioniert
werden; sie lassen sich dann von dem zylinderbodenseitigen Endabschnitt der Kolbenstange
her bis zum Erreichen der Endlage aufschwenken.
[0023] Um das vorteilhafte Schwenken der Halbschalen während deren Montage an der Kolbenstange
zu ermöglichen, sind die jeweiligen Endbereiche und Eingriffsabschnitte erfindungsgemäß
so ausgebildet, dass die Halbschalen vor dem Schwenken derart an der Kolbenstange
positioniert werden können, dass sich jeweils nur ein Auflagepunkt zwischen der Eingriffskontur
und der Aufnahmekontur sowie zwischen dem jeweiligen, der Eingriffskontur axial gegenüberliegenden,
Abschnitt des zugehörigen Endbereichs und der Außenmantelfläche der Kolbenstange einstellt.
[0024] Nach der korrekten Positionierung der Halbschalen an der Kolbenstange, sind diese
um die jeweilige, sich zwischen der entsprechenden Eingriffskontur und dem dieser
diagonal gegenüberliegenden Abschnitt des zweiten Endabschnitts ausbildende, Achse
derart schwenkbar, dass die Eingriffskontur der jeweiligen Halbschale vollständig
in die Aufnahmekontur der Kolbenstange gleitet. Gleichzeitig legen sich die Innenmantelflächen
der Halbschalen an die Außenmantelfläche der Kolbenstange an, sodass sich zwischen
den Halbschalen, sowohl im Bereich der Eingriffskonturen als auch im Bereich der Innenmantelflächen,
und der Kolbenstange ein Formschluss ausbildet.
[0025] Die besonderen technologischen Vorteile des durch die erfindungsgemäße Ausbildung
der Halbschalen sowie der Aufnahmekontur ermöglichten Montageablaufs liegen insbesondere
darin, dass zum einen die Halbschalen mit überraschend geringem Kraftaufwand und somit
ohne Hinzuziehen eines Kraft aufbringenden Montagewerkzeugs, auf die Kolbenstange
montiert werden können und dass zum anderen während des Schwenkens der Halbschalen
lediglich minimale elastische Verformungen der Halbschalen auftreten. Die erforderlichen
elastischen Verformungen der Halbschalen sind wesentlich geringer als bei einer Montagebewegung,
wie sie ohne das Zusammenwirken von erfindungsgemäßer Aufnahme- und Eingriffskontur
durchzuführen wäre.
[0026] Speziell aufgrund der geringen elastischen Verformungen wird es somit besonders vorteilhaft
ermöglicht, auch vergleichsweise unelastische Werkstoffe, beispielsweise aus der Pulvermetallurgie
für die Halbschalen zu verwenden oder eine Beschädigung der Oberflächen von Halbschalen
und Kolbenstange während der Montage zu vermeiden.
[0027] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Aufnahmekontur
der Kolbenstange auch führungsseitig eine Außenwandung auf, welche mit der Längsachse
der Kolbenstange einen spitzen Winkel einschließt. Durch die führungsseitige Außenwandung
wird als weiterer Vorteil das Schwenken der Halbschalen auf die Kolbenstange insbesondere
dadurch optimiert, dass zwischen Eingriffsabschnitt und der führungsseitigen Außenwandung
der Aufnahmekontur ein ausreichender Freiraum gewährleistet ist, der eine verschwenkte
Stellung der Halbschalen zu Beginn und während des Montageablaufs nicht behindert.
Diese gewährleistet, dass die Halbschalen zumindest abschnittsweise im Bereich der
Eingriffskonturen in der Aufnahmekontur in ihre jeweilige Endposition führbar sind.
Zudem kann einem unerwünschten Verkanten der Halbschalen während deren Montage auf
der Kolbenstange wirkungsvoll vorgebeugt werden. Zudem kann auf eine nach dem Stand
der Technik erforderliche aufwändige Führung der Halbschalen während der Montage weitestgehend
verzichtet werden.
[0028] In einer bevorzugten Weiterbildung der Kolbeneinheit sind die Endbereiche der Halbschalen
als Schrägschnitte ausgeführt.
Auf diese Weise können mit geringstmöglichem Bearbeitungsaufwand die, für das erfindungsgemäße
Umgreifen der Kolbenstange notwendigen, Ausbildungen der Endbereiche und der Eingriffsabschnitte,
welche jeweils nur einem Auflagepunkt des Endbereichs, beziehungsweise der Eingriffskontur
auf der Kolbenstange vorsehen, bereitgestellt werden.
[0029] Darüber hinaus zeichnet sich eine vorteilhafte Variante der Kolbeneinheit dadurch
aus, dass die Endabschnitte der ersten Halbschale beabstandet zu den jeweils gegenüberliegenden
Endabschnitten der zweiten Halbschale auf der Kolbenstange angeordnet sind, wobei
durch die Beabstandung ein Überströmkanal zwischen den Halbschalen bereitstellbar
ist.
[0030] Insbesondere bei der vorliegenden Ausbildung der Kolbeneinheit mit einem Führungskolben,
welcher an der Innenwandung des Zylinderrohres des Plungerzylinders anliegt, ist ein
solcher Überströmkanal notwendig, um das Hydraulikfluid zwischen Kolbenraum und Kolbenstangenraum
überströmen zu lassen.
[0031] Durch die Bereitstellung des Überströmkanals durch die Beabstandung der Halbschalen
voneinander kann somit auf einen zusätzlichen Überströmkanal und die damit verbundenen
Aufwendungen verzichtet werden.
Zudem kann bei einer Ausbildung der Endbereiche der Halbschalen als Schrägschnitte
nach Anspruch 2 der Überströmkanal mit der gewünschten Breite bereits mittels der
Schnittbreite der Schrägschnitte ohne zusätzliche Maßnahmen bereitgestellt werden.
[0032] Ein erfindungsgemäßer Plungerzylinder weist ein Zylinderrohr, einen Zylinderboden
und eine Führung auf und zeichnet sich dadurch aus, dass dieser eine Kolbeneinheit
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3 aufweist.
[0033] Die Kolbeneinheit wird bei einer Verwendung des Plungerzylinders in der Führung und
zusätzlich mittels des Führungskolbens in dem Zylinderrohr geführt. Gleichzeitig stellen
die Führung und der Zylinderboden die jeweiligen Verschlussteile des Plungerzylinders
dar, durch welche ein Austritt eines Hydraulikmediums aus dem Zylinderrohr verhindert
wird.
[0034] Die besonderen Vorteile eines erfindungsgemäßen Plungerzylinders liegen insbesondere
in der bereits oben genannten, einfachen und kostengünstigen Bereitstellung der Kolbeneinheit
mit dem Führungskolben und, bei der Verwendung des Plungerzylinders, in der optimierten
Kraftübertragung zwischen dem Führungskolben und der Kolbenstange aufgrund des Eingreifens
und Anliegen der Halbschalen in beziehungsweise an der Aufnahmekontur der Kolbenstange.
Ferner wird ohne zusätzliche Mittel ein Überströmkanal zwischen Kolbenraum und Kolbenstangenraum
durch die Anordnung der Halbschalen bereitgestellt.
[0035] Eine bevorzugte Weiterbildung des Plungerzylinders sieht vor, dass die Führung auf
ihrer, dem Führungskolben der Kolbeneinheit zugewandten, Seite einen konischen Sitz
aufweist.
Der konische Sitz ist erfindungsgemäß so ausgebildet, dass dieser mit einer Außenwandung
des Eingriffsabschnitts korrespondiert und somit einen optimalen Endanschlag für den
Führungskolben und somit für die Kolbeneinheit bildet. Die korrespondierende Ausbildung
ermöglicht hierbei die Vermeidung etwaiger, ungleichmäßiger Krafteinleitungen und
lokaler Kraftspitzen in den Führungskolben bei Erreichen des Endanschlags, wodurch
insbesondere Beschädigungen des Führungskolbens vorgebeugt werden kann.
[0036] Die Erfindung wird als Ausführungsbeispiel anhand von
- Fig. 1
- Kolbeneinheit
- Fig. 2
- Detailansicht Kolbeneinheit mit erster Halbschale
- Fig. 3
- Detailansicht Kolbeneinheit mit erster Halbschale und aufgesetzter zweiter Halbschale
- Fig. 4
- Detailansicht Kolbeneinheit mit erster Halbschale und eingeschwenkter zweiter Halbschale
- Fig. 5a
- Seitenansicht zweite Halbschale
- Fig. 5b
- perspektivische Ansicht Halbschalen
- Fig. 6
- Plungerzylinder
näher erläutert.
[0037] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Kolbeneinheit 1 eines Plungerzylinders in einer
Gesamtdarstellung.
[0038] Die Kolbeneinheit weist eine Kolbenstange 3 und einen Führungskolben 4 auf, wobei
der Führungskolben 4 an einem zylinderbodenseitigen Endabschnitt der Kolbenstange
angeordnet ist. Der Begriff zylinderbodenseitig leitet sich in diesem Zusammenhang
von dem, in Fig. 6 dargestellten Zylinderboden 19 des Plungerzylinders 2 ab und stellt
vorliegend lediglich eine Richtungs- beziehungsweise Positionsangabe dar.
[0039] Der Führungskolben wird, wie in Fig. 1 dargestellt, durch eine erste Halbschale 5
und eine zweite Halbschale 6 gebildet, welche auf der Kolbenstange 3 angeordnet werden
und welche dabei abschnittsweise in eine umlaufende, konkav ausgebildete Aufnahmekontur
7 der Kolbenstange 3 eingreifen.
[0040] Fig. 2 zeigt eine Detailansicht der erfindungsgemäßen Kolbeneinheit 1, wobei vorliegend
nur die erste Halbschale 5 in ihrer Endposition auf der Kolbenstange 3 dargestellt
ist.
Der Fig. 2 ist ferner zu entnehmen, dass die Aufnahmekontur 7 der Kolbenstange 3 zylinderbodenseitig
eine Außenwandung 8 aufweist, welche mit der Längsachse der Kolbenstange 3 einen spitzen
Winkel α (alpha) einschließt.
Die Aufnahmekontur 7 wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel mittels Fräsung erzeugt,
wobei zur Vereinfachung des Fräsprozesses die Aufnahmekontur 7 in vertikaler Richtung
symmetrisch ausgebildet ist.
[0041] Des Weiteren weist die erste Halbschale einen ersten Endbereich 9 und einen zweiten
Endbereich 10 auf, wobei die Endbereiche 9 und 10 vorliegend jeweils durch einen Schrägschnitt
bereitgestellt werden und wobei, aufgrund der gewählten Darstellung in Fig. 2, lediglich
der vordere Endbereich 9 sichtbar ist.
[0042] Fig. 3 zeigt ebenfalls eine Detailansicht der erfindungsgemäßen Kolbeneinheit 1,
wobei vorliegend zusätzlich die zweite Halbschale 6 in einer Montagelage vor Erreichen
ihrer Endposition auf der Kolbenstange 3 dargestellt ist.
Die zweite Halbschale 6 weist ebenfalls zwei Endbereiche 11 und 12 auf, wobei auch
in diesem Fall, aufgrund der gewählten Darstellung, nur der vordere, erste Endbereich
11 sichtbar ist.
Zudem weisen beide Halbschalen 5 und 6 einen Eingriffsabschnitt mit jeweils einer
Eingriffskontur 13, beziehungsweise 14 auf.
[0043] Als besonderer technologischer Vorteil der Erfindung sind die Halbschalen 5 und 6
derart ausgebildet, dass jede Halbschale 5, 6, mittels der ihr zugeordneten Eingriffskontur
13, 14, in deren ersten Endbereich 9, 11 und einem, der jeweiligen Eingriffskontur
13, 14 axial gegenüberliegenden, Abschnitt in deren zweiten Endbereich 10, 12 (nicht
dargestellt), einen Winkel größer 180° einschließt. Hierdurch wird eine Umgreifung
der Kolbenstange 3 durch die Halbschalen 5 und 6 bereitgestellt, durch welche auf
besonders vorteilhafte Art und Weise, während der Montage der erfindungsgemäßen Kolbeneinheit,
ein ungewolltes Lösen der Halbschalen 5 und 6 von der Kolbenstange 3 verhindert wird.
[0044] Es hat sich gezeigt, dass aufgrund der erfindungsgemäßen Ausbildung der Halbschalen
5 und 6 und deren Zusammenspiel mit der Aufnahmekontur 7, als weiterer technologischer
Vorteil der Kolbeneinheit 1 eine sehr einfache Montage der Halbschalen 5 und 6 auf
der Kolbenstange 3 ermöglicht wird, welche darüber hinaus mit einem geringen Kraftaufwand
und mit vergleichsweise sehr geringen, elastischen Verformungen der Halbschalen 5
und 6 erfolgen kann.
[0045] Die Montage der Halbschalen 5 und 6 erfolgt vorliegend per Hand auf folgende Art
und Weise (stellvertretend veranschaulicht durch die Montage der zweiten Halbschale
6 in Fig. 3 und 4):
Zuerst wird die zweite Halbschale 6 schräg auf der Kolbenstange 3 positioniert, sodass
der zylinderbodenseitige Eckpunkt des ersten Endabschnitts 11 auf der Außenmantelfläche
der Kolbenstange anliegt. Gleichzeitig liegt der führungsseitige Eckpunkt des zweiten
Endbereichs 12 (nicht dargestellt) im Bereich der Aufnahmekontur 7 an der Kolbenstange
3 an.
Nach dem Positionieren der zweiten Halbschale 6 auf der Kolbenstange 3, wird die zweite
Halbschale 6 um eine, sich zwischen dem zylinderbodenseitigen Eckpunkt des ersten
Endbereichs 11 und dem führungsseitigen Eckpunkt des zweiten Endbereichs 12 (nicht
dargestellt) ausbildende, Achse (nicht dargestellt) geschwenkt. Die Schwenkbewegung
wird vorliegend in Fig. 3 durch den gekrümmten Pfeil veranschaulicht.
Während des Schwenkens gleitet insbesondere der Eingriffsabschnitt der zweiten Halbschale
6 mit der Eingriffskontur 14 in die Aufnahmekontur 7, was in Fig. 3 durch den horizontalen
Pfeil veranschaulicht ist.
[0046] Fig. 4 zeigt die Endposition der zweiten Halbschale 6 auf der Kolbenstange 3. In
der Endposition stellt sich erfindungsgemäß ein Formschluss zwischen den Halbschalen
5 und 6 und der Außenmantelfläche der Kolbenstange 3 ein, wobei die formschlüssige
Verbindung stellvertretend anhand der zweiten Halbschale 6 veranschaulicht wird.
Die formschlüssige Verbindung ist insbesondere dadurch charakterisiert, dass die Innenwandung
16 der Eingriffskontur 14 der zweiten Halbschale 6 an der Außenwandung 8 der Aufnahmekontur
7 anliegt. Zusätzlich liegt die Innenmantelfläche der zweiten Halbschale 6 außerhalb
der Aufnahmekontur 7 an der Außenmantelfläche der Kolbenstange 3 an.
[0047] Durch die erfindungsgemäß bereitstellbare, formschlüssige Verbindung der Halbschalen
5 und 6 mit der Kolbenstange 3 wird es als zusätzlicher Vorteil ermöglicht, dass die
Halbschalen 5 und 6, bei einer Verwendung der Kolbeneinheit in einem Plungerzylinder,
in ihrer Position sowohl gegen eine radiale als auch gegen eine axiale Lageänderung
gegenüber der Kolbenstange 3 gesichert sind. Zudem wird durch die Eingriffsabschnitte
13, 14 der Halbschalen 5 und 6 eine gleichmäßige und optimale Übertragung auftretender
Kräfte von den Halbschalen 5 und 6 in die Kolbenstange 3 gewährleistet.
[0048] Wie der Fig. 4 ebenfalls zu entnehmen ist, sind die Halbschalen 5 und 6 in ihrer
Endposition auf der Kolbenstange 3 so beabstandet voneinander angeordnet, dass sich
zwischen den, sich gegenüberliegenden Endbereichen 9 und 11, beziehungsweise 10 und
12 (nicht dargestellt) der Halbschalen 5 und 6 jeweils ein Überströmkanal 17 ausbildet.
Über den Überströmkanal 17 kann während der Verwendung der erfindungsgemäßen Kolbeneinheit
in einem Plungerzylinder ein Druckmedium (nicht dargestellt) von einem Arbeitsraum
in einen weiteren Arbeitsraum überströmen.
[0049] Eine erfindungsgemäße zweite Halbschale 6 ist in Fig. 5a in einer Seitenansicht dargestellt.
Hierbei zeigt Fig. 5a insbesondere den ersten Endbereich 11 sowie den zweiten Endbereich
12 der zweiten Halbschale 6, wobei an dem zylinderbodenseitigen Ende des ersten Endbereichs
11 ein Ausbruch dargestellt ist.
[0050] Darüber hinaus zeigt Fig. 5b eine Ansicht der zueinander positionierten ersten und
zweiten Halbschale 5 und 6 aus einer seitlich-führungsseitigen Perspektive.
Fig. 6 zeigt einen erfindungsgemäßen Plungerzylinder 2 mit einem Zylinderrohr 18,
einem Zylinderboden 19 und einer Führung 20.
Zudem weist der Plungerzylinder 2 einen Druckmittelanschluss 23 auf, über welchen
ein hydraulisches Druckmedium in das Zylinderrohr 18 einleitbar, beziehungsweise aus
dem Zylinderrohr 18 abführbar ist.
[0051] Der Plungerzylinder 2 weist erfindungsgemäß eine Kolbeneinheit 1 nach einem der Ansprüche
1 bis 3 auf, wobei die Kolbeneinheit 1 im Bereich der Kolbenstange 3 in der Führung
20 und im Bereich des Führungskolbens 4 durch die Innenmantelfläche des Zylinderrohres
18 geführt wird.
[0052] Ein besonderer technologischer Vorteil des Plungerzylinders 2 besteht vorliegend
im Zusammenhang mit dessen Herstellung und insbesondere im Zusammenhang mit der Vormontierbarkeit
der Kolbeneinheit 1. Aufgrund der Bereitstellung der Umgreifung der Kolbenstange 3
durch die Halbschalen 5 und 6 des Führungskolbens 4, wird ein unbeabsichtigtes Lösen
des Führungskolbens 4 von der Kolbenstange 3, vor dem Einführen der Kolbeneinheit
1 in das Zylinderrohr 18 des Plungerzylinders 2, wirkungsvoll verhindert.
[0053] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Führung 20 des Plungerzylinders 2,
auf der dem Führungskolben 4 der Kolbeneinheit 1 zugewandten Seite, einen konischen
Sitz 21 auf, welcher mit den, in den Fig. 2 bis 4 dargestellten, Eingriffsabschnitten
der Halbschalen 5 und 6 korrespondiert.
Die Führung 20 mit dem konischen Sitz 21 dient vorliegend als Endanschlag für die
Kolbeneinheit 1, durch welchen der maximale Ausfahrweg der Kolbeneinheit 1 in dem
Zylinderrohr 18 begrenzt wird.
Durch den konischen Sitz 21 wird ein optimales Anliegen des Führungskolbens 4 an der
Führung 20 sichergestellt, wodurch auftretende axiale Kräfte durch die Führung 20,
die mit dem Zylinderrohr 18 verbunden ist, aufgenommen werden.
Verwendete Bezugszeichen
[0054]
- 1
- Kolbeneinheit
- 2
- Plungerzylinder
- 3
- Kolbenstange
- 4
- Führungskolben
- 5
- erste Halbschale
- 6
- zweite Halbschale
- 7
- Aufnahmekontur
- 8
- Außenwandung der Aufnahmekontur
- 9
- erster Endbereich der ersten Halbschale
- 10
- zweiter Endbereich der ersten Halbschale
- 11
- erster Endbereich der zweiten Halbschale
- 12
- zweiter Endbereich der zweiten Halbschale
- 13
- Eingriffskontur der ersten Halbschale
- 14
- Eingriffskontur der zweiten Halbschale
- 15
- Innenwandung der Eingriffskontur der ersten Halbschale
- 16
- Innenwandung der Eingriffskontur der zweiten Halbschale
- 17
- Überströmkanal
- 18
- Zylinderrohr
- 19
- Zylinderboden
- 20
- Führung
- 21
- konischer Sitz
- 22
- Dichtelement
- 23
- Druckmittelanschluss
1. Kolbeneinheit (1) eines Plungerzylinders (2), aufweisend eine Kolbenstange (3) mit
einem zylinderbodenseitigen Endabschnitt und mit einem führungsseitigen Endabschnitt,
und aufweisend einen Führungskolben (4), welcher durch eine erste Halbschale (5) und
durch eine zweite Halbschale (6) gebildet wird, wobei die Halbschalen (5, 6) die Kolbenstange
(3) zumindest abschnittsweise umgreifen,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kolbenstange (3) im Bereich des zylinderbodenseitigen Endabschnitts eine umlaufende,
konkave Aufnahmekontur (7) aufweist, wobei die Aufnahmekontur (7) eine zylinderbodenseitige
Außenwandung (8) aufweist und wobei die Außenwandung (8) mit der Längsachse der Kolbenstange
(3) einen spitzen Winkel α (alpha) einschließt, und dass jede Halbschale (5, 6) mit
ihrer jeweiligen Innenmantelfläche auf einer Außenmantelfläche der Kolbenstange (3)
aufliegt, und dass die Halbschalen (5, 6) zueinander korrespondierende Endbereiche
(9, 10 und 11, 12) aufweist, wobei die Endbereiche (9, 10) der ersten Halbschale (5)
einen Umgreifungsversatz zu den jeweils gegenüberliegenden Endbereichen (11, 12) der
zweiten Halbschale (6) aufweisen, und dass jede Halbschale (5, 6) einen Eingriffsabschnitt
mit jeweils einer innenseitigen Eingriffskontur (13, 14) aufweist, wobei der jeweilige
Eingriffsabschnitt die führungsseitige Begrenzung der zugeordneten Halbschale (5,
6) bildet und wobei die jeweilige Eingriffskontur (13, 14) gegenüber der Innenmantelfläche
der zugeordneten Halbschale (5, 6) eingezogen ist und wobei die jeweilige Eingriffskontur
(13, 14) der zugehörigen Halbschale (5, 6) in die Aufnahmekontur (7) der Kolbenstange
(3) eingreift und wobei jede Eingriffskontur (13, 14) jeweils eine Innenwandung (15,
16) aufweist, wobei die jeweilige Innenwandung (15, 16) mit der zylinderbodenseitigen
Außenwandung (8) der Aufnahmekontur (7) korrespondiert, und dass jede Halbschale (5,
6), mittels der ihr zugeordneten Eingriffskontur (13, 14), in deren ersten Endbereich
(9, 11) und einem, der jeweiligen Eingriffskontur (13, 14) axial gegenüberliegenden,
Abschnitt in deren zweiten Endbereich (10, 12), einen Winkel größer 180° einschließt.
2. Kolbeneinheit nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Endbereiche (9, 10, 11, 12) der jeweiligen Halbschale (5, 6) als Schrägschnitte
ausgebildet sind.
3. Kolbeneinheit nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Endabschnitte (9, 10) der ersten Halbschale (5) beabstandet zu den jeweils gegenüberliegenden
Endabschnitten (11, 12) der zweiten Halbschale (6) auf der Kolbenstange (3) angeordnet
sind, wobei durch die Beabstandung ein Überströmkanal (17) zwischen den Halbschalen
(5, 6) bereitstellbar ist.
4. Plungerzylinder (2) mit einem Zylinderrohr (18), einem Zylinderboden (19) und einer
Führung (20),
dadurch gekennzeichnet,
dass dieser eine Kolbeneinheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3 aufweist, wobei die
Kolbeneinheit (1) in dem Zylinderrohr (18) aufgenommen und in der Führung (20) sowie,
mittels des Führungskolbens 4), an der Innenwandung des Zylinderrohres (18) geführt
wird.
5. Plungerzylinder nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Führung auf der, dem Führungskolben (4) zugewandten Seite, einen konischen Sitz
(21) aufweist, welcher mit einer Außenwandung (22, 23) des jeweiligen Eingriffsabschnitts
der Halbschalen (5, 6) korrespondiert und durch welchen ein Endanschlag der Kolbeneinheit
(1) in dem Zylinderrohr (18) bereitstellbar ist.