TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Das Gebiet der Erfindung umfasst eine Schutznetzbahn für Witterungsschutzvorrichtungen
zur Überdachung von Pflanzenkulturen, insbesondere für Obstbäume und Beeren, zum Schutz
gegen Witterungseinflüsse wie Hagel, Sonneneinstrahlung und/oder zum Schutz gegen
Insekten.
[0002] Im Weiteren Betrifft die Erfindung eine Witterungsschutzvorrichtung mit Schutznetz,
welches aus Netzbahnen zusammengesetzt ist. Die Erfindung betrifft zudem ein neues
Montageverfahren für Schutznetze. Zudem stellt die Erfindung ein Verfahren zur Entleerung
von Schutznetzen von Witterungsschutzvorrichtungen bereit.
HINTERGRUND DER EREINDUNG
[0003] Witterungsschutznetze dienen vor allem dem Schutz vor Hagelschlag. Dafür werden die
Netze in langen Bahnen mittels Stützen und Seilverspannungen von Witterungsschutzanlagen
über Kulturpflanzungen aufgespannt. Übliche Schutzbahnen werden Entlang von Pflanzungsreihen
über die Pfeiler und Längsverspannung je einer Pflanzungsreihe gelegt und links und
rechts der Pflanzungsreihe mit der Schutznetzbahn der benachbarten Pflanzungsreihe
verbunden. Verbindungen sind üblicherweise punktuell an einer Vielzahl voneinander
regelmässig beabstandeten Stellen, mittig der Pflanzungsreihen über die gesamte Länge
der Pflanzungsreihe angebracht, d.h. ungefähr mittig zum Korridor zwischen den Pflanzungsreihen.
Dadurch hängen die miteinander verbundenen Bahnränder ungefähr in der Mitte zweier
Pflanzungsreihen und zwar tiefer als der Netzbereich zwischen den beiden Längsseitigen
Rändern der Schutznetzbahn. Hagel der vom Netz aufgefangen wird, sammelt sich an der
Verbindungslinie benachbarter Bahnen und fällt zwischen jeweils zwei punktuellen Verbindungen
durch auf den Boden. Die Pflanzen der Pflanzungsreihe sind somit vom Hagel geschützt;
gleichzeitig können die Hagelkörner abrutschen bzw. entleeren.
[0004] Probleme treten oft beim Entleeren des Netzes bei Hagelschlag auf. Aufgespannte Schutznetze
fallen für gewöhnlich von der Pfeilerreihe zur Mitte der Fahrgasse zwischen zwei Pfeilerreihen
ab. Für gewöhnlich geschieht dadurch die Entleerung über den Netzrand in die Gassenmitte.
Nachteiligerweise können sich zum Beispiel Sackvertiefungen im Netz bilden, in welchen
sich Hagelkörner sammeln. Aufgrund des zusätzlichen Gewichts, welches auf dem Netz
liegt, kann eine Ansammlung von Hagelkörnern zu Schäden im Netz führen. Gleichzeitig
wird bei Durchbruch der Hagelkörner an ungünstiger Stelle durch das Netz die Bepflanzung
geschädigt. Zudem, insbesondere bei Hagelschutznetzen, welche eine relativ starke
Neigung aufweisen, kann es beim Entleeren zu Streuschäden kommen, indem die abfallenden
Hagelkörner, je nach Abrutschgeschwindigkeit von der Korridormitte her kommend aufgrund
eines horizontalen Rutschgeschwindigkeitsanteils schräg abfallen, dadurch seitlich
in die Pflanzung schiessen und dabei Schäden in der Pflanzung verursachen.
[0005] Nachteilig ist im Weiteren die aufwendige Montage der Netzbahnen. Die Netze müssen
gleichmässig über die Längsverspannungen gelegt und gezogen werden, möglichst ohne
dieses an den Pfeilerspitzen zu verletzen. Das Verbinden der Netzbahnränder gestaltet
sich aufwendig, da erst beide Ränder gefasst werden müssen, um diese dann miteinander
zu verbinden. Hierfür werden üblicherweise vierteilige Klammern verwendet, wobei jeweils
ein zweiteiliger Teil der Klammer an zwei zu verbindende Randstellen zweier benachbarter
Bahnen fixiert wird und danach die beiden zweiteiligen Klammerteile miteinander verklemmt
werden, um ein Netzdach zu bilden.
[0006] Die Offenlegungsschrift
DE 10 2009 047 383 zeigt Wetterschutzüberdachungsnetze, welche in dachförmiger Anordnung über den First
gelegt werden und an ihren einander paarweise benachbarten Längsrändern über Verbindungsmittel
zwischen den Pflanzenreihen miteinander verbunden werden, wobei eine Dachtraufe entsteht,
die in ihren verbindungsfreien Zwischenbereichen für die Ableitung von Hagelkörnern
offen ist. Diese Art von Wetterschutzvorrichtung kann nur unter hohem Arbeitsaufwand
geöffnet und zur Seite gerollt werden.
[0007] Offenbarung
DE 103 49 243 zeigt eine Profilschiene mit Kedersystem zur Verwendung als Firstelement für eine
Wetterschutzvorrichtung mit zwischen benachbarten Pfostenreihen frei hängenden Wetterschutz-Flächenelementen.
Hagel wird über dafür bestimmte Passagen abgeleitet. Diese Art von Wetterschutzvorrichtung
ist ungünstig bei Hanglagen und bei hügeligem Gelände.
[0008] Die Offenbarung
FR 2087620 zeigt ein engmaschiges, imprägniertes Schutznetz, dessen Imprägnierung Pflanzenschutzwirkstoffe
enthält und wasserlöslich ist. Vom Netz abtropfendes Wasser transportiert die Wirksubstanzen
auf die Pflanze. Hagel wird über dafür bestimmte Passagen abgeleitet.
[0009] Im Weiteren wird in der Patentschrift
US 2,844,915 eine einfache Frostschutzfolienabdeckung mit Feuchtigkeitsauslasspassagen für Reihenbepflanzungen
wie z.B. Erdbeeren vorgestellt. In der Offenlegungsschrift
WO 03/067964 A1 wird weiter ein Folienabdecksystem für Weinbepflanzungen zum Ableiten von Regenwasser
gezeigt. In der Offenlegungsschrift
WO 2012/008859 A2 wird der Abfluss von Regenwasser über ein Gewebefolie auf das Pflanzenzentrum reguliert.
Folienabdecksysteme und folienartige Abdecksysteme haben insgesamt eine andere Schutzfunktion
als Netzabdeckungen.
AUFGABE
[0010] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung die vorgenannten Nachteile des Stands der
Technik zu beheben oder zumindest zu verringern. Weiter ist es Aufgabe die Entleerung
eines Witterungsschutznetzes bei Hagel zu verbessern, insbesondere Sackbildung und
Streuschäden beim Entleeren zu vermeiden. Zudem soll eine Entleerung auch bei flach,
d.h. waagrecht, gelagerten Hagelschutznetzen (d.h. welche nur wenig durchhängen) effektiv
erfolgen können. Im Weiteren ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine einfachere
und weniger zeitaufwendige Montageweise für Netzbahnen zu finden. Insbesondere wird
eine neue Netzbahn bereitgestellt, welche sich einfach und schnell montieren lässt.
Insbesondere soll ein Netz für eine Witterungsvorrichtung zur Verfügung gestellt werden,
welches eine einfache und schnelle Montage erlaubt und gleichzeitig keine Nachteile
bei der Entleerung von Hagelkörnern aufweist, sondern vielmehr Verbesserungen gegenüber
üblicher Schutznetzbahnen zeigt.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0011] Erfindungsgemäss wird die Aufgabe durch eine Schutznetzbahn für Witterungsschutzanlagen
mit einer ersten Längsseite und einer zweiten Längsseite gelöst, wobei zwischen der
ersten und der zweiten Längsseite eine Vielzahl von voneinander in Längsrichtung beabstandeten
Entleerungsöffnungen angelegt ist. Zweckmässigerweise sind die Längsseiten im Wesentlichen
einander gegenüberliegend angeordnet bzw. verlaufen im Wesentlichen parallel zueinander.
Durch die Entleerungsöffnungen, welche insbesondere als Schlitze angelegt sind, können
Hagelkörner vom Netz abrutschen, wodurch sich das Netz entleert. Die Anlage der Entleerungsöffnungen
ist insbesondere vorteilhaft, weil dadurch eine Schutznetzbahn an den Pfeilern bzw.
an deren Längsverspannung paralleler (vorzugsweise benachbarter) Pflanzungsreihen
befestigt werden kann, sodass der Pflanzungsreihenzwischenraum durch die eine Schutznetzbahn
von einer Pflanzungsreihe zu einer parallelen (vorzugsweise einer der benachbarten)
Pflanzungsreihen überspannt wird. Es ist somit nicht nötig nachträglich Schutznetzbahnen
pflanzungsreihenmittig zu verklemmen oder zu vernähen; d.h. es ist kein umständliches
Fixieren zweier loser Netzbahnlängsseiten inmitten zweier benachbarter Pflanzungsreihen
mehr nötig.
[0012] Die erfindungsgemässen Entleerungsöffnungen ermöglichen insbesondere eine permanenten
und örtlich definierte Entleerung von Hagelkörnern. Vorzugsweise sind die Netzbahnen
derart ausgestaltet, dass die Entleerungsöffnungen nach Montage möglichst in der Mitte
der Fahrgasse, parallel und entlang der die Gasse flankierenden bzw. definierenden
Pflanzungspfeilerreihen positioniert sind. Aufgrund der Möglichkeit, die Entleerungsöffnungen
der erfindungsgemässen Schutznetzbahn genau zu positionieren, können z.B. die Positionen
von Netz und gegebenenfalls darunter aufgespannter Regenschutzfolie besser aufeinander
abgestimmt werden, was dazu führt, dass sichergestellt werden kann, dass keine Entleerung
auf die eventuell unter dem Schutznetz aufgespannte Regenschutzfolie erfolgt. Dies
hat zur Folge, dass die bei kombinierter Verwendung von Regenschutzfolie und Hagelschutznetz
verstärkt auftretenden Streuschäden unterbunden werden können.
[0013] Es ist von Vorteil, dass zwischen der ersten und der zweiten Längsseite in Längsrichtung
der Schutznetzbahn eine längsgerichtete, erste Verstärkung verläuft und innerhalb
der längsgerichteten, ersten Verstärkung die Vielzahl von voneinander beabstandeten
Entleerungsöffnungen (z.B. Schlitze) angelegt ist. Die Verstärkung stabilisiert zum
einen die Entleerungsöffnungen. Zum anderen gibt die Verstärkung dem Netz genügend
Festigkeit, sodass sich das Netz insbesondere für die schwimmend Verlegung über Längs-
und Querverspannung eignet. Insbesondere wird durch die Verstärkung eine Faltenbildung
in Längsrichtung verhindert bzw. reduziert. Eine lokale und vielfache Sackbildung
bei Hagel in den Quadranten zwischen Längs- und Querverspannung (insbesondere an Stellen
ohne Entleerungsöffnung) kann dadurch verhindert werden.
[0014] Die Verstärkung kann in Längsrichtung durchgehend oder intermittierend verlaufen.
Bei durchgehendem Verlauf über die Länge der Netzbahn ist die Netzstruktur insbesondere
bei Gewichtsüberlastung stabiler, da netzmittig potentiell weniger Schwachstellen
vorhanden sind.
[0015] Zweckmässigerweise ist die Verstärkung im Zentralbereich parallel zu den Längsseiten
ausgebildet.
[0016] Vorteilhafterweise sind Verstärkungen bzw. weitere Verstärkungen (z.B. eine zweite
und eine dritte Verstärkung) in den längsseitigen Randbereichen (hierin auch Randverstärkungen
genannt) der Schutznetzbahn, insbesondere bis zum Rand der jeweiligen längsgerichteten
Seite, ausgebildet. Die Randverstärkungen sind vorzugsweise als längsgerichtete Verstärkungen
ausgebildet, welche den längsseitigen Rändern der Schutznetzbahn entlang verlaufen.
Derartige Verstärkungen schützen die längsgerichteten Ränder der Schutznetzbahn vor
dem Ausfransen. Klammern können gut am verdichteten Netzrand angebracht werden und/oder
Verbindungen durch Vernähen sind dauerhafter, wenn sie an maschendichteren Stellen
erfolgen.
[0017] Zweckmässigerweise sind die Verstärkungen im Randbereich parallel zu den Längsseiten
ausgebildet.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform beinhaltet die Erfindung somit eine Schutznetzbahn
für Witterungsschutzanlagen mit je einem Randbereich an den zwei gegenüberliegenden
Längsseiten, bei welcher im Zentralbereich der Schutznetzbahn in Längsrichtung der
Schutznetzbahn eine längsgerichtete, erste Verstärkung verläuft und innerhalb dieser
Verstärkung (des Zentralbereichs) eine Vielzahl von voneinander beabstandeten Entleerungsöffnungen
(z.B. als Schlitzöffnungen ausgelegt) angelegt ist. Optional können weitere Verstärkungen
in den Randbereichen vorgesehen sein.
[0019] Die erste Verstärkung verläuft insbesondere im Zentralbereich der Schutznetzbahn
zwischen den längsseitigen Randbereichen. Der Zentralbereich entspricht einem Bereich
zwischen den Randbereichen, der sich vorzugsweise ungefähr mittig zwischen den Randbereichen
entlang der Schutznetzbahnlängserstreckung erstreckt und der derart ausgelegt ist,
dass er nach Montage ungefähr mittig einer Gasse zwischen zwei Pflanzungsreihen angelegt
ist. Der Zentralbereich ist vorzugsweise (insbesondere durch Zwischenbereiche der
Schutznetzbahn) von den Randbereichen beabstandet, sodass die Verstärkung im Zentralbereich
vom Randbereich und gegebenenfalls von den weiteren Verstärkungen im Randbereich beabstandet
ist.
[0020] Dadurch dass die Verstärkungen lokal, d.h. lediglich dort wo sie benötigt werden,
vorliegen, an anderen Bereiche des Netzes jedoch nicht, kann das Gewicht der Schutznetzbahn
gering gehalten werden und es können Material und Kosten gespart werden.
[0021] Es ist vorteilhaft, dass die Schutznetzbahn quer- und längs ausgerichtete Fäden beinhaltet,
wobei vorzugsweise die Querfäden gleich stark wie oder stärker als die Längsfäden
ausgeführt sind. Beispielsweise haben die Querfäden einen Durchmesser im Bereich von
0.30 mm bis 0.5 mm, insbesondere z.B. einen Durchmesser von 0.32 mm, 0.36 mm oder
0.40 mm; während die Längsfäden einen Durchmesser im Bereich von 0.30 mm bis 0.35
mm aufweisen, insbesondere z.B. einen Durchmesser von 0.32 mm. Dadurch können die
Kräfte, welche auf die Schutznetzbahn wirken, möglichst direkt und in Querrichtung
über die Randbereiche der Netzbahn auf das Stützgerüst der Witterungsschutzanlage
übertragen werden. Zu beachten ist, dass bei durchmessergrösseren Fäden der Lichtverlust
höher ist als bei durchmesserkleineren Fäden, was sich auf das Wachstum der Pflanzenkultur
auswirkt.
[0022] Die Netzfäden sind bevorzugt aus Kunststoff, insbesondere Polyethylen hergestellt.
Vorzugsweise sind die Fäden Monofil, d.h. bestehen aus einem einzelnen, Kunststofffaden,
insbesondere einem einzelnen Polyethylenfaden.
[0023] Vorteilhafterweise zeichnet sich die erfindungsgemässe Schutznetzbahn dadurch aus,
dass die jeweilige Verstärkung, insbesondere die Verstärkung im Zentralbereich der
Schutznetzbahn, gegebenenfalls auch die Verstärkung im Randbereich der Schutznetzbahn,
sich gegenüber nicht verstärkten Netzbahnbereichen durch eine höhere Maschendichte
(d.h. kleinere Maschen, insbesondere durch eine höhere Dichte der Längsfäden, d.h.
eine höhere Dichte der Fäden in Querrichtung) und/oder stärkere Netzfäden (insbesondere
stärkere Längsfäden) auszeichnet.
[0024] Die Verstärkung zeichnet sich vorteilhafterweise dadurch aus, dass eine höhere Maschendichte
aufgrund zusätzlicher Längsfäden entsteht (d.h. die Maschenweite sich in Querrichtung
verringert, während diese in der Längsrichtung unverändert bleibt). Optional könnte
generell oder punktuell zur weiteren Verstärkung gegebenenfalls auch in Querrichtung
eine höhere Maschendichte vorliegen (z.B. durch Einweben zusätzlicher Querfäden auf
zumindest der Breite der Verstärkung, welche durch erhöhte Längsfadenzahl gebildet
wird).
[0025] Die Entleerungsöffnungen sind zweckmässigerweise als Schlitze ausgebildet. Dadurch
können möglichst viele Hagelkörner vom Netz abgeführt werden.
[0026] Vorzugsweise sind die Schlitze um ein Vielfaches länger als die Maschen in Längsrichtung
der Netzbahn (insbesondere sind die Schlitze 50 bis 150 Maschen lang). Die Breite
der Schlitze (in nicht gespanntem Zustand) kann in einer vorteilhaften Ausführung
z.B. so schmal sein wie eine Masche Breit ist. Eine derartig schmale, schlitzartige
Entleerungsöffnung kann z.B. durch Durchtrennen von Querfäden zwischen in Längsrichtung
aneinander gereihten Maschen erzeugt werden. Vorzugsweise wird an den Enden der schlitzartigen
Entleerungsöffnungen in Richtung der Längsausrichtung der Schutznetzbahn ein Reissstopp
(z.B. vernähte Verstärkung) zur Sicherung der Entleerungsöffnung angebracht. Der Reissstopp
ist z.B. als Abnaht oder Quernaht konzipiert.
[0027] Vorzugsweise ist das Netz gewoben. Bei dieser Herstellungsart können die Entleerungsöffnungen
im gleichen Arbeitsgang eingebracht werden (ohne Schnitt). Hierzu wird vorzugsweise
der Querfaden ausgesetzt und verwirkt. Die Ränder der Entleerungsöffnungen ähneln
einem Knopfloch, indem die Ränder der Entleerungsöffnung (ähnlich einem Knopfloch)
wirkverstärkt sind.
[0028] Die Entleerungsöffnungen können alternativ durch Heissschneiden erzeugt werden. Bei
diesem Verfahren werden die Quer- und Längsfäden (insbesondere einer Webware) an den
Rändern der sich beim Heissschneiden bildenden Entleerungsöffnung zur Stabilisierung
vorzugsweise zusätzlich verschweisst oder verwirkt.
[0029] Zwecks Stabilisierung der Entleerungsöffnungen können gegebenenfalls einige der Querfäden
quer zur Längsausrichtung der Schutznetzbahn über die Entleerungsöffnungen verlaufen
(die Mehrheit der Querfäden wird jedoch an der Entleerungsöffnung unterbrochen), wobei
vorzugsweise der Abstand in Längsrichtung zwischen zwei Querfäden einem Vielfachen
der Maschenweite angrenzender Maschen der Schutznetzbahn in Längsrichtung entspricht.
[0030] Gegebenenfalls, kann die jeweilige Verstärkung gestuft verstärkt sein, insbesondere
verschiedene Verstärkungsstufen aufweisen. Das heisst, dass in Querrichtung die Verstärkung
im Zentralbereich der Netzbahn zu den Entleerungsöffnungen hin (d.h. ungefähr mittig
zwischen zwei benachbarten Pflanzungsreihen, und somit ungefähr mittig zur Netzbahnmitte)
dichter wird und gegebenenfalls dass in Querrichtung die Verstärkung im Randbereich
zum Seitenrand hin dichter wird. Dichter bedeutet in diesem Zusammenhang z.B. dass
mehr Längsfäden eingezogen sind als an anderer Stelle.
[0031] In Weiteren wird die Aufgabe erfindungsgemäss gelöst durch eine Witterungsschutzvorrichtung
mit Schutznetz beinhaltend Reihen (insbesondere parallele Reihen) regelmässig beabstandeter
Pfeiler, wobei die Pfeiler einer Reihe über eine Längsverspannung miteinander verbunden
sind und die Pfeiler angrenzender Reihen mit dem jeweils nächsten Pfeiler der angrenzenden
Reihe über eine Querverspannung verbunden sind, welche Witterungsschutzvorrichtung
sich dadurch auszeichnet, dass (a) Schutznetzbahnen entlang der Reihen die Reihenzwischenräume
überbrückend aufgespannt werden können bzw. aufgespannt sind und dabei die längsgerichteten
Seiten einer Schutznetzbahnen an den Pfeilern und/oder den Längsverspannungen zweier
benachbarter Reihen befestigt sind, (b) eine Schutznetzbahn (insb. im zentralen Bahnbereich)
eine Vielzahl von voneinander beabstandeten, in Längsrichtung der Schutznetzbahn aufgereihte
Entleerungsöffnungen (Löcher) aufweist, und (c) im montierten Zustand die Vielzahl
von voneinander beabstandeten Entleerungsöffnungen (Löcher) einer Schutznetzbahn zentral
(d.h. ungefähr mittig) zwischen zwei Pfeilerreihen der Witterungsschutzvorrichtung
in Längsrichtung der Schutznetzbahn angeordnet werden kann bzw. angeordnet ist.
[0032] Zweckmässigerweise ist die Schutznetzbahn mit zumindest einer Verstärkung ausgestattet,
welche in Längsrichtung der Schutznetzbahn verläuft, und innerhalb dieser Verstärkung
die Vielzahl von voneinander beabstandeten Entleerungsöffnungen (Löcher, Schlitze)
angelegt ist. Insbesondere verläuft die Schutznetzbahn, im Bereich zwischen den Randbereichen,
d.h. in einem Zentralbereich der Schutznetzbahn.
[0033] Erfindungsgemäss sind die Schutznetzbahnen und/oder die Entleerungsöffnungen sind
derart angelegt, dass sich die Entleerungsöffnungen zur selbsttätigen Entleerung des
Schutznetzes eignen.
[0034] Ein erfindungsgemässes Verfahren zur Montage eines Schutznetzes (welches aus einer
Vielzahl der erfindungsgemässen Schutznetzbahnen aufgebaut ist) auf einer Witterungsschutzvorrichtung
beinhaltend die Schritte
- Aufstellen von parallelen, beabstandeten Pfeilerreihen, wobei die Abstände der Pfeilerreihen
Pfeilerreihenzwischenräume definieren,
- Anbringen von Spannseilen für eine Längsverspannung, um die Pfeiler einer Pflanzungsreihe
mittels längsgerichteter Spannseile in einer ersten Richtung zu verbinden,
- optional Anbringen von Spannseilen für eine Querverspannung, um diese quer zur ersten
Richtung mittels quergerichteter Spannseile zu verbinden,
- gegebenenfalls Verspannen und Fixieren der Spannseile in Längsrichtung (und falls
Querverspannungen vorhanden sind in Querrichtung) mittels geeigneter Klemmelemente,
- Anbringen der erfindungsgemässen Schutznetzbahnen,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die erste Längsseite einer Schutznetzbahn an Pfeilern und/oder an der Längsverspannung
einer Pfeilerreihe befestigt wird,
- die zweite Längsseite der Schutznetzbahn an Pfeilern und/oder an der Längsverspannung
einer parallelen, bevorzugt einer benachbarten, Pfeilerreihe befestigt wird, sodass
die Schutznetzbahn zumindest den Pfeilerreihenzwischenraum über-spannt.
[0035] Bevorzugt ist, dass ein längsseitiger Randbereich (bzw. ein Teilbereich davon) der
ersten und/oder der zweiten Längsseite der Schutznetzbahn die entsprechende Pfeilerreihe,
an welcher die Schutznetzbahn befestigt ist, derart überragt bzw. durchbricht, sodass
der längsseitige Randbereich der Schutznetzbahn den längsseitigen Randbereich einer
benachbarten Schutznetzbahn zumindest teilweise überdacht (d.h. dass in vertikaler
Richtung gesehen eine Schutznetzbahn die nächste Schutznetzbahn längsseitig überlappt).
Hierdurch wird gewährt, dass insbesondere über der Pflanzungsreihe am Anschluss der
beiden parallelen Schutznetzbahnen keine Lücke entsteht, d.h. die Netzbahnen dichtend
geschlossen sind.
[0036] Zusätzliche Vorteile und Ziele der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0037] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Figuren in schematischer
Darstellung näher beschrieben. Weitere bevorzugte Ausführungen der Erfindung ergeben
sich aus der nun folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Figuren.
Genannte bevorzugte Merkmale können in beliebiger Kombination verwirklicht werden
- soweit sie sich nicht gegenseitig ausschliessen. Es zeigen schematisch, in nicht
massstabsgetreuer Darstellung:
- Fig.1
- Netzbahnabschnitt mit längsgerichteten Schlitzöffnungen und Zentralbereichsverstärkung
um die Schlitzöffnungen in Längsrichtung vorzugsweise durchgehend und Randbereichsverstärkungen;
- Fig. 2
- Netzbahnausschnitt (aus A der Fig. 1) mit längsgerichteten Schlitz-öffnungen für die
Netzentleerung bei Hagelschlag;
- Fig. 3
- Netzbahnausschnitt (aus B der Fig. 1) mit Randbereichsverstärkung zur Befestigung
von Plaketten und/oder Klammern;
DETAILIERTE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0038] Im Folgenden stehen gleiche Bezugsziffern für gleiche Elemente in unterschiedlichen
Figuren.
[0039] Fig. 1 zeigt einen Abschnitt einer erfindungsgemässe Schutznetzbahn 11, wobei der
Abschnitt von der einen Längsseite 13 zur anderen Längsseite 15 die gesamte Quererstreckung
einer Schutznetzbahn zeigt. In Längsrichtung ist lediglich ein kurzer Abschnitt der
Längserstreckung gezeigt. In der Anwendung ist das Schutznetz zweckmässigerweise um
ein vielfaches Länger als breit. Tatsächlich kann die Längserstreckung z.B. bis 500
Meter betragen, während die Quererstreckung üblicherweise lediglich ungefähr 2 bis
6, vorzugsweise 3 bis 5 Meter bemisst, da diese ungefähr dem Abstand benachbarter,
paralleler Pflanzungsreihen entspricht bzw. gegebenenfalls etwas breiter als der Abstand
der Pflanzungsreihen ist.
[0040] Im Zentralbereich 19 der Schutznetzbahn (welcher ungefähr mittig zwischen den Längsseiten
13 und 15 liegt) befindet sich eine Netzverstärkung 21, welche sich parallel zu den
Längsseiten 13 und 15 erstreckt. Diese zentrale Netzverstärkung 21 ist vorzugsweise
als Band ausgeführt, welches sich über die Länge (bzw. über die im Wesentlichen gesamte
Länge) der Schutznetzbahn erstreckt. Innerhalb der Netzverstärkung 21, vorzugsweise
mittig der Netzverstärkung 21, sind schlitzartige Entleerungsöffnungen 23, welche
sich in Längsrichtung der Schutznetzbahn 11 erstrecken und gegeneinander beabstandet
aneinander gereiht sind. Die Netzverstärkung 21 kann in Querrichtung ein oder mehrstufig
ausgeführt sein. Die hier gezeigte Netzverstärkung 21 weist in Querrichtung drei Verstärkungsstufen
auf; eine mittige Verstärkungsstufe 25 die Schlitzöffnungen 23 einschliessend und
zwei äussere Verstärkungsstufen 27 und 29 entlang der mittigen Verstärkungsstufe 25
und an diese angrenzend. In Längsrichtung ist im Wesentlichen keine Stufung der Verstärkung
nötig bzw. gezeigt.
[0041] In Quererstreckung weist die erfindungsgemässe Schutznetzbahn einen ersten längsseitigen
Rand 31 auf. Eine erste Randverstärkung 33 erstreckt sich im Randbereich 35 entlang
der ersten Längsseite 13. Vorzugsweise ist die Randverstärkung 33 als Band ausgeführt,
welches sich bevorzugt über die Länge (bzw. über die im Wesentlichen gesamte Länge)
der Schutznetzbahn erstreckt. Die Randverstärkung 33 kann in Querrichtung ein oder
mehrstufig ausgeführt sein. Die hier gezeigte erste Randverstärkung 33 weist in Querrichtung
zwei unterschiedliche Verstärkungsstufen auf; eine äussere Verstärkungsstufe 37 und
eine innere Verstärkungsstufe 39. In Längsrichtung ist die Verstärkung vorzugsweise
im Wesentlichen gleichmässig, d.h. es ist keine Stufung der Verstärkung nötig bzw.
gezeigt.
[0042] Im Weiteren weist die erfindungsgemässe Schutznetzbahn einen zweiten längsseitigen
Rand 41 auf. Eine zweite Randverstärkung 43 erstreckt sich im zweiten Randbereich
45 entlang der zweiten Längsseite 15. Diese zweite Randverstärkung 43 ist vorzugsweise
ebenfalls als Band ausgeführt, welches sich weiter bevorzugt über die Länge (insb.
über die im Wesentlichen gesamte Länge) der Schutznetzbahn erstreckt. Die Randverstärkung
43 kann auch hier in Querrichtung ein oder mehrstufig ausgeführt sein. Die hier gezeigte
zweite Randverstärkung 43 weist in Querrichtung zwei unterschiedliche Verstärkungsstufen
auf; eine äussere Verstärkungsstufe 47 und eine innere Verstärkungsstufe 49. In Längsrichtung
ist die Verstärkung vorzugsweise im Wesentlichen gleichmässig, d.h. es ist keine Stufung
der Verstärkung nötig bzw. gezeigt.
[0043] Die Bereiche der Schutznetzbahn zwischen dem ersten Randbereich 35 und dem Zentralbereich
19 sowie zwischen dem zweiten Randbereich 45 und dem Zentralbereich 19, im Weiteren
erster Zwischenbereich 51 und zweiter Zwischenbereich 53 genannt, sind wie hier dargestellt
flächenmässig vorzugsweise grösser als die Verstärkungsbereiche zusammen genommen.
[0044] Fig. 2 zeigt einen Netzbahnausschnitt (zum Beispiel aus dem entsprechend umkreisten
Gebiet in Fig. 1; Zentralbereich 19) mit einer längsgerichteten Schlitzöffnung 23
für die Netzentleerung bei Hagelschlag. Die Netzbahn besteht aus einem Netz mit Längsfäden
61 und Querfäden 63, welche bevorzugt rechtwinklig zueinander angeordnet sind. Die
Längsfäden 61 verlaufen in Längsrichtung der Schutznetzbahn während die Querfäden
63 in Querrichtung der Schutznetzbahn verlaufen. Die Netzverstärkung 21 zeichnet sich
in Querrichtung durch eine engere Maschenweite der Netzbahn aus als in den Zwischenbereichen
51 und 53. Die zentrale Netzverstärkung 21 ist zweckmässigerweise unterteilt in die
innere Verstärkungsstufe 25 und die anschliessenden äusseren Netzverstärkungsstufen
27 und 29 rechts und links der inneren Verstärkungsstufe 25. Die Maschenweite der
inneren Verstärkungsstufe 25 in Querrichtung der Netzbahn ist typischerweise kleiner
als jene der äusseren Verstärkungsstufen 27 und 29. Zum Beispiel entspricht die Länge
einer Maschenweite in Querrichtung im Zwischenbereich 51, 53 ungefähr der Länge von
zwei oder mehr, vorzugsweise von drei oder mehr, Maschenweiten im verstärkten Zentralbereich
19. Die Maschenweite in Querrichtung der Netzbahn der inneren Verstärkungsstufe 25
ist zweckmässigerweise enger als jene der äusseren Verstärkungsstufen 27, 29. Dies
gilt insbesondere in Querrichtung der Netzbahn.
[0045] Während die innere Verstärkungsstufe 25 vorwiegend die Schlitze 23 stabilisiert,
tragen die äusseren Verstärkungsstufen 27 und 29 insbesondere dazu bei, das Netz,
d.h. den Zentralbereich 19 der Schutznetzbahn 11 bei übermässigem Hagelschlag vor
Schäden durch Gewichtsüberlastung zu schützen.
[0046] Die längsgerichtete Schlitzöffnung gestaltet sich z.B. derart, dass mehrere in Längsrichtung
aufeinander folgende Maschen (z.B. 15-30 Maschen) durch Trennung ihrer Querfäden zur
Schlitzöffnung vereint sind. Eine Schlitzöffnung ist vorzugsweise 200 mm bis 1000
mm, vorzugsweise 300 bis 700 mm, insbesondere ungefähr 400 mm, lang. Die Schlitzöffnung
befindet sich innerhalb, vorzugsweise mittig, der zentralen Verstärkung 21, gegebenenfalls
innerhalb, vorzugsweise mittig, der inneren Verstärkungsstufe 25.
[0047] Figur 3 zeigt einen Netzbahnausschnitt (zum Beispiel aus dem entsprechend umkreisten
Gebiet in Fig. 1, Randbereich 35) mit Randverstärkung 33. Ähnlich der Verstärkung
im Zentralbereich 19 geht die relative weite Masche des Zwischenbereichs 51 in eine
engere Masche im verstärkten Randbereich 35 über. Dabei wird die Maschenweite in Querrichtung
der Netzbahn zum Rand 31 hin (gegebenenfalls stufenweise) geringer.
[0048] Die Netzrandverstärkung 33 ist zweckmässigerweise unterteilt in die innere Verstärkungsstufe
39 und die anschliessende äusseren Verstärkungsstufe 37. Die Maschenweite der inneren
Verstärkungsstufe 39 in Querrichtung der Netzbahn ist typischerweise grösser als jene
der äusseren Verstärkungsstufe 37. Zum Beispiel entspricht die Länge einer Maschenweite
in Querrichtung im Zwischenbereich 51 ungefähr der Länge von zwei oder mehr, vorzugsweise
von drei oder mehr, Maschenweiten im verstärkten Randbereich 35. Die Maschenweite
in Querrichtung der Netzbahn der äusseren Verstärkungsstufe 37 ist zweckmässigerweise
enger als jene der inneren Verstärkungsstufe 39. Dies gilt insbesondere in Querrichtung
der Netzbahn.
[0049] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Beispielen zur Montage erläutert.
BEISPIELE:
[0050] Im Folgenden wird eine Montage eines Witterungsschutznetzes zwecks Hagelschutzes
(d.h. einer Netzanlage) demonstriert. Die Montage von Stützgerüst und Netz kann vorzugsweise
in zwei Schritten erfolgen, d.h. die Montage des Stützgerüstes kann unabhängig von
der Montage des Netzes ablaufen und abgeschlossen werden bevor das Netz angebracht
wird.
[0051] Die Netzmontage (Vorzugsweise anschliessend an den Aufbau eines Stützgerüstes mit
zumindest Längsverspannung der Pfeiler über den Pflanzungsreihen):
Das Schutznetz wird von einer Seite einer Pflanzungsreihe her an einer seiner Längsseiten
an den Anlagepfeilern einer Pflanzungsreihe befestigt, und zwar vorzugsweise derart,
dass das Netz um einige Zentimeter (z.B. um mindestens 20 cm) auf die andere Seite
der Pflanzungsreihe ragt. Das Netz wird vorzugsweise zur Sicherung zusätzlich mit
Montageclips zwischen den aufeinander folgenden Pfeilern an deren Längsverspannung
(z.B. in Abständen von zwei Metern) befestigt.
[0052] Die zweite Längsseite wird vorzugsweise an der Längsverspannung der benachbarten
Pflanzungsreihe oder einem dazu parallelen Zusatzdraht der benachbarten Pflanzungsreihe
eingehängt.
[0053] Dadurch überspannt die Schutznetzbahn den Zwischenraum zwischen zwei benachbarten
Pflanzungsreihen von Pflanzungsreihe zu Pflanzungsreihe und benötigt kein Vernähen
zentral, d.h. ungefähr mittig, zwischen zwei Pflanzungsreihen.
[0054] Durch das Überlappen einer Netzbahn über die Längsverspannung genügt es die nächste
benachbarte Netzbahn lediglich unter dem Überlapp anzuhängen. Die Netzbahn kann, muss
aber nicht, mit der Nachbarbahn vernäht werden.
[0055] Die erfindungsgemässe Schutznetzbahn eignet sich insbesondere für schwimmend verlegte
Netze, welche vorzugsweise über der Längsverspannung sowie über der Querverspannung
liegen, wobei die Netzausbreitung typischerweise flach ist (d.h. dass das Netz zwischen
den Verspannungen im Wesentlichen kaum durchhängt und somit die Neigung zum Entleerungsschlitz
hin relativ gering ist).
[0056] Vorteile des neuen, erfindungsgemässen Netzes und der neuen, erfindungsgemässen Montagetechnik
zur Netzbefestigung sind eine einfache Montage und ein schneller Austausch bei Reparaturen
und Netzerneuerung und nicht zuletzt ein einfaches und schnelles Abdecken und Wiederbedecken
der Bepflanzung während das Netz auf der Witterungsschutzanlage bleibt.
[0057] Die erfindungsgemässe Schutznetzbahn eignet sich insbesondere für den Schutz von
Kern- und Steinobst, d.h. z.B. Äpfel, Birnen, Pfirsiche und Kirschen.
BEZUGSZEICHENLISTE:
[0058]
- 11
- Schutznetz
- 13
- erste Längsseite (auch längsgerichtete Seite) des Schutznetzes
- 15
- zweite Längsseite (auch längsgerichtete Seite) des Schutznetzes
- 19
- Zentralbereich
- 21
- Verstärkung, insb. zentrale oder erste (Netz-)Verstärkung
- 23
- Entleerungsöffnung, insbesondere als Schlitzöffnung ausgeführt
- 25
- innere Verstärkungsstufe des Zentralbereichs
- 27
- erste äussere Verstärkungsstufe des Zentralbereichs
- 29
- zweite äussere Verstärkungsstufe des Zentralbereichs
- 31
- erster längsseitiger Rand
- 33
- Verstärkung, insb. erste (Netz-)Randverstärkung
- 35
- erster Randbereich
- 37
- äussere Verstärkungsstufe der ersten (Netz-)Randverstärkung
- 39
- innere Verstärkungsstufe der ersten (Netz-)Randverstärkung
- 41
- zweiter längsseitiger Rand
- 43
- Verstärkung, insb. zweite (Netz-)Randverstärkung
- 45
- zweiter Randbereich
- 47
- äussere Verstärkungsstufe der zweiten (Netz-)Randverstärkung
- 49
- innere Verstärkungsstufe der zweiten (Netz-)Randverstärkung
- 51
- erster Zwischenbereich
- 53
- zweiter Zwischenbereich
- 61
- Längsfaden (z.B. Warp Monofilament 0.32)
- 63
- Querfaden (z.B. Weave Monofilament 0.36 oder 0.40)
1. Schutznetzbahn für Witterungsschutzanlagen mit einer ersten Längsseite (13) und einer
zweiten Längsseite (15),
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der ersten und der zweiten Längsseite (13, 15) in Längsrichtung der Schutznetzbahn
eine längsgerichtete Verstärkung (21) verläuft und innerhalb der längsgerichteten
Verstärkung eine Vielzahl von voneinander in Längsrichtung beabstandeten Entleerungsöffnungen
(23) angelegt ist.
2. Schutznetzbahn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Verstärkungen bzw. weitere Verstärkungen (33,43) in längsseitigen Randbereichen,
insbesondere bis zum Rand der jeweiligen längsgerichteten Seite, ausgebildet sind.
3. Schutznetzbahn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutznetzbahn quer- und längs ausgerichtete Fäden (63, 61) beinhaltet, wobei
die Querfäden vorzugsweise gleich stark wie oder stärker als die Längsfäden ausgeführt
sind.
4. Schutznetzbahn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Verstärkung (21,33,43) insbesondere die Verstärkung (21) im Zentralbereich,
gegebenenfalls auch die Verstärkung (33, 43) im Randbereich sich durch eine höhere
Maschendichte, insbesondere in Querrichtung der Netzbahn, und/oder stärkere Netzfäden,
insbesondere stärkere Längsfäden, auszeichnet.
5. Schutznetzbahn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Entleerungsöffnungen (23) als Schlitze ausgebildet sind.
6. Schutznetzbahn nach dem vorangehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitze um ein Vielfaches länger sind als die Maschen in deren Längsrichtung.
7. Schutznetzbahn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Entleerungsöffnungen an den beiden Enden in Richtung der Längsausrichtung der
Schutznetzbahn mit einem Reissstopp gesichert sind, wobei der Reissstopp, z.B. als
Abnaht oder Quernaht konzipiert ist
8. Schutznetzbahn nach einem der vorangehenden Ansprüche 3-7, dadurch gekennzeichnet, dass einige der Querfäden quer zur Längsausrichtung der Schutznetzbahn über die Entleerungsöffnungen
verlaufen, wobei vorzugsweise der Abstand in Längsrichtung zwischen zwei Querfäden
einem Vielfachen der Maschenweite angrenzender Maschen der Schutznetzbahn in Längsrichtung
entspricht.
9. Schutznetzbahn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Verstärkung (21, 33, 43) gestuft verstärkt ist, insbesondere verschiedene
Verstärkungsstufen (25, 27, 29, 37, 39, 47, 49) aufweist.
10. Witterungsschutzvorrichtung mit Schutznetz beinhaltend Reihen regelmässig beabstandeter
Pfeiler, wobei die Pfeiler einer Reihe über eine Längsverspannung miteinander verbunden
sind und die Pfeiler angrenzender Reihen mit dem jeweils nächsten Pfeiler der angrenzenden
Reihe über eine Querverspannung verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
- Schutznetzbahnen entlang der Reihen die Reihenzwischenräume überbrückend aufgespannt
werden können bzw. aufgespannt sind und dabei die längsgerichteten Seiten einer Schutznetzbahnen
an den Pfeilern und/oder den Längsverspannungen zweier benachbarter Reihen befestigt
sind,
- eine Schutznetzbahn mit längsgerichteter Verstärkung (21) innerhalb der längsgerichteten
Verstärkung eine Vielzahl von voneinander beabstandeten, in Längsrichtung der Schutznetzbahn
aufgereihte Entleerungsöffnungen aufweist, und
- im montierten Zustand die Vielzahl von voneinander beabstandeten Entleerungsöffnungen
(23) einer Schutznetzbahn zentral zwischen zwei Pfeilerreihen der Witterungsschutzvorrichtung
in Längsrichtung der Schutznetzbahn angeordnet werden kann bzw. angeordnet ist.
11. Witterungsschutzvorrichtung nach dem vorangehenden Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutznetzbahnen und/oder die Entleerungsöffnungen derart angelegt sind, dass
sich die Entleerungsöffnungen (23) zur selbsttätigen Entleerung des Schutznetzes eignen.
12. Verfahren zur Montage eines Schutznetzes auf einer Witterungsschutzvorrichtung beinhaltend
die Schritte:
- Aufstellen von parallelen Pfeilerreihen, wobei die in Abstände der Pfeilerreihen
Pfeilerreihenzwischenräume definieren,
- Anbringen von Spannseilen für eine Längsverspannung, um die Pfeiler einer Pflanzungsreihe
mittels längsgerichteter Spannseile in einer ersten Richtung zu verbinden,
- Aufziehen von Schutznetzbahnen nach einem der Ansprüche 1-9,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die erste Längsseite einer Schutznetzbahn an Pfeilern und/oder an der Längsverspannung
einer Pfeilerreihe befestigt wird,
- die zweite Längsseite der Schutznetzbahn an Pfeilern und/ oder an der Längsverspannung
einer parallelen, bevorzugt einer benachbarten, Pfeilerreihe befestigt wird, sodass
die Schutznetzbahn den Pfeilerreihenzwischenraum überspannt.
13. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein längsseitiger Randbereich (35,45) der ersten und/oder der zweiten Längsseite
(13,15) der Schutznetzbahn die entsprechende Pfeilerreihe derart überragt oder durchbricht,
sodass der längsseitige Randbereich (35, 45) der Schutznetzbahn den längsseitigen
Randbereich einer benachbarten Schutznetzbahn überdacht.