Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Sitzmöbel, insbesondere einen Stuhl, mit einer Stuhlmechanik,
welche eine Veränderung des Winkels zwischen Sitzfläche und Rückenlehne ermöglicht
und dabei eine der Winkelveränderung entgegenwirkende Rückstellkraft zumindest in
eine Bewegungsrichtung erzeugt.
Stand der Technik
[0002] Sitzmöbel, insbesondere Bürostühle und Wohnzimmersessel, sind oftmals verstellbar,
um dem Nutzer eine Veränderung seiner Sitzposition zu erlauben. Meist umfasst die
Verstellbarkeit eine Veränderung des Winkels zwischen Sitzfläche und Rückenlehne,
wobei die Winkelveränderung durch ein Zurückschwenken, d.h. ein nach hinten Schwenken,
der Rückenlehne bewerkstelligt wird. Während das Zurückschwenken bequem dadurch zu
erreichen ist, dass sich der Nutzer zurücklehnt und dabei gegen die Rückenlehne drückt,
wird für das Rückstellen der Lehne zweckmässigerweise ein Mechanismus eingesetzt,
der die Lehne in Richtung ihrer Ausgangsposition (vor dem Zurückschwenken) drückt.
Die dafür notwendige Kraft (Rückstellkraft) kann beispielsweise durch Kolben, Schraubenfedern
oder Biegefedern zur Verfügung gestellt werden. Diese dienen dazu, die das Zurückschwenken
der Rückenlehne bewirkende Kraft ganz oder teilweise zu speichern, um sie später in
Form einer dieser entgegengesetzten Kraft (Rückstellkraft) wieder abzugeben und dadurch
das Rückstellen der Rückenlehne zu bewirken. Von besonderem Interesse im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung sind solche Sitzmöbel, die zum genannten Zweck eine
Biegefeder aufweisen.
[0003] Ein Sitzmöbel dieser Art ist beispielsweise aus der
EP 1989 963 B1 bekannt. Der darin beschriebene Bürostuhl weist eine Sitzplatte und eine Rückenlehne
auf. Die Rückenlehne ist an einem etwa L-förmigen Trägerarm befestigt, welcher sich
bis unter die Sitzplatte erstreckt und dort in eine Biegefeder ausläuft, wobei er
am Übergang zur Biegefeder drehbar mit der Stuhlbasis verbunden ist. Das freie Ende
der Biegefeder stützt sich auf die Unterseite der Sitzplatte.
Eine aufwendigere Lösung ist in der
EP 1 449 462 A1 beschrieben. Die Biegefeder ist dort nicht als Teil des Trägerarms ausgebildet, sondern
zwischen drei Stützelementen gehalten. Zwei der Stützelemente sind auf einer Seite
der Biegefeder jeweils an den Enden derselben angeordnet, während das dritte auf der
gegenüberliegenden Seite der Biegefeder und zwischen den beiden anderen Stützelementen
positioniert ist. Der etwa L-förmige Trägerarm besitzt einen Fortsatz der eines der
endständigen Stützelemente bildet, welches beim Zurückschwenken der Lehne von oben
auf die Biegefeder drückt. Die Federhärte kann über das mittlere Stützelement eingestellt
werden, das über einen Spannbolzen mit der Stuhlbasis verbunden ist.
Aus der
WO2008/000295A1 ist ein Sitzmöbel mit einem gebogenen Federelement bekannt, dessen eines Ende fest
mit der Basis des Sitzmöbels und dessen anderes Ende fest mit einem relativ dazu beweglichen
Sitzträger verbunden ist. Bei Vergrösserung des Winkels zwischen einem ebenfalls vorhandenen
Rückenlehnenträger und dem Sitz träger wird letzterer vom Rückenlehnenträger nach
hinten gezogen und zieht das mit dem Sitzträger verbundene Ende des Federelements
mit, wodurch sich dessen Krümmung verstärkt und eine Rückstellkraft erzeugt wird.
Die
EP2050360A1 lehrt ein Sitzmöbel mit einem kompliziert geformten Federelement, welches mehrere
Federarme aufweist, wobei das Federelement an mehreren Stellen fest mit der Stuhlmechanik
verbunden ist. Eine beim Zurücklehnen über die Mechanik auf die freien Enden des Federelements
oder auf Ausstülpungen desselben aufgebrachte Biegebelastung erzeugt eine Rückstellwirkung
auf die Rückenlehne.
Aufgabe der Erfindung
[0004] Durch die vorliegende Erfindung werden eine alternative Stuhlmechanik und ein Sitzmöbel
mit einer solchen Mechanik bereitgestellt. Die Mechanik soll einfach und dadurch kostengünstig
in der Herstellung sein. Weitere Vorteile und Ziele der vorliegenden Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung.
Darstellung der Erfindung
[0005] Die oben genannte Aufgabe wird erfindungsgemäss gelöst durch ein Sitzmöbel nach Anspruch
1.
Offenbart sei unter anderem ein Sitzmöbel umfassend
[0006]
- eine Basis,
- eine Sitzfläche, welche über einen Sitzträger mit der Basis verbunden ist,
- eine im Winkel zur Sitzfläche angeordnete Rückenlehne, welche über einen vorzugsweise
mit der Rückenlehne bewegbaren Rückenlehnenträger mit der Basis verbunden ist, sowie
- eine Mechanik zur Veränderung des Winkels zwischen Sitzfläche und Rückenlehne, welche
dazu ausgebildet ist, bei Vergrösserung des Winkels mittels einer Biegefeder eine
der Vergrösserung entgegengesetzte, auf die Rückenlehne und/oder den Rückenlehnenträger
wirkende Rückstellkraft zu erzeugen,
wobei
- die Mechanik sich mit mehreren Stützelementen (vorzugsweise mindestens einem ersten,
einem zweiten und einem dritten Stützelement) auf die Biegefeder abstützt und dazu
ausgebildet ist, bei Vergrösserung des Winkels durch die Stützelemente eine Biegebelastung
und/oder eine Biegung der Biegefeder bewirkende Kräfte auf die Biegefeder aufzubringen,
- eines der Stützelemente ("bewegliches Stützelement", bevorzugt das zweite Stützelement)
zu diesem Zweck vorzugsweise relativ zu einem, zwei oder mehr anderen Stützelementen
(bevorzugt relativ zum ersten und/ oder zum dritten Stützelement) beweglich ausgebildet
ist, und
- die Bewegung des beweglichen Stützelements an die Bewegung des Rückenlehnenträgers
gekoppelt ist und/oder mit einer solchen einhergeht und/ oder von einer solchen bewirkt
wird, wobei
- eines der Stützelemente ("verschiebbares Stützelement") vorzugsweise im unbewegten
Zustand des Rückenlehnenträgers und/ oder bei gleichbleibendem Winkel zwischen Sitzfläche
und Rückenlehne entlang der Biegefeder (vorzugsweise von Hand) bewegbar, insbesondere
verschiebbar, ausgebildet ist. Beim verschiebbaren Stützelement kann es sich mit Vorteil
um das erste, das dritte oder ein viertes Stützelement handeln.
[0007] Nachfolgend werden weitere Ausgestaltungsformen beschrieben, wobei die in diesem
Zusammenhang erwähnten Merkmale (individuell) als bevorzugte Merkmale zu betrachten
sind, auch wenn sie nicht als solche bezeichnet werden, und separat (als Teil eine
beliebigen Sitzmöbels) oder - soweit sie sich nicht ausschliessen - in beliebiger
Kombination verwirklicht (oder auch nicht verwirklicht) sein können.
[0008] Die Sitzfläche des Sitzmöbels dient einer Person, um darauf zu sitzen. Der Begriff
"Sitzfläche" ist hierbei allgemein als ein Teil des Sitzmöbels zu verstehen, der dazu
ausgebildet ist, dem genannten Zweck zu dienen. Weiter kann vorgesehen sein, dass
die Sitzfläche oder die Oberschenkel einer darauf sitzenden Person im Wesentlichen
horizontal ausgerichtet sind. Je nach Anwendung ist auch eine Abweichung von der Horizontalen
von bis zu 30, 20 oder 10 Grad denkbar. Die Sitzfläche ist über einen Sitzträger mit
einer Basis verbunden, wobei die Sitzfläche und/oder der Sitzträger entweder unbeweglich
oder beweglich relativ zur Basis ausgebildet sind. Insbesondere kann die Sitzfläche
und/oder der Sitzträger relativ zur Basis verschiebbar und/ oder drehbar ausgebildet
sein. Bevorzugt ist in diesem Fall eine Verschiebung von vorne nach hinten und umgekehrt
respektive eine Drehung um eine von links nach rechts verlaufende, insbesondere im
Wesentlichen horizontale, Drehachse.
[0009] Angaben wie "hinten/rückseitig", "vorne" "oben", "unten", "links" und "rechts", beziehen
sich, soweit nichts anderes angegeben ist oder sich aus dem Kontext ergibt, vorzugsweise
auf die Sitzfläche als Bezugspunkt und/oder die Perspektive einer auf dem Stuhl sitzenden
Person, wobei "hinten" die Seite bezeichnet, auf der die Rückenlehne angeordnet ist.
Offenbart sei dann jeweils eine Positionierung in diesem Bereich.
[0010] Die Rückenlehne des Sitzmöbels dient einer auf der Sitzfläche sitzenden Person zum
Anlehnen. Wobei der Begriff "Rückenlehne" allgemein als ein Teil des Sitzmöbels zu
verstehen ist, das dazu ausgebildet ist, dem genannten Zweck zu dienen. Weiter kann
vorgesehen sein, dass in der aufrechtesten Position der Rückenlehne die Rückenlehne
im Wesentlichen aufrecht oder vertikal ausgerichtet und/ oder der Rücken einer sich
anlehnenden Person im Wesentlichen vertikal oder aufrecht ausgerichtet ist. Je nach
Anwendung ist auch eine Abweichung von der Vertikalen von bis zu 40, 30 oder 20 Grad
denkbar. Die Rückenlehne ist über einen Rückenlehnenträger mit der Basis verbunden.
Die Rückenlehne und/oder der Rückenlehnenträger sind vorzugsweise relativ zur Basis
und/oder zur Sitzfläche und/oder zum Sitzträger bewegbar, insbesondere drehbar oder
verschwenkbar, um die Veränderung des Winkels zwischen Rückenlehne und Sitzfläche
zu erreichen. Zweckmässigerweise sind sie von der Sitzfläche und/oder vom Sitzträger
und/oder von der Basis weg drehbar (oder schwenkbar) ausgebildet. Es ist von Vorteil,
wenn die Rückenlehne zusammen mit dem Rückenlehnenträger bewegbar ist.
[0011] Gemäss einer Ausgestaltung ist der Rückenlehnenträger im Wesentlichen L-förmig ausgebildet
und/oder er weist einen im Wesentlichen entlang der Rückenlehne verlaufenden Schenkel
und quer dazu einen mit der Basis verbundenen Schenkel auf, der sich mit Vorteil bis
unter die Sitzfläche und/oder den Sitzträger erstreckt. Alternativ oder zusätzlich
dazu kann der Rückenlehnenträger auf einer linken und einer rechten Seite mit dem
Sitzträger verbunden sein und die Biegefeder kann sich dann bis zwischen diese Verbindungsstellen
erstrecken.
[0012] Sitzfläche und/ oder Rückenlehne können aus Gründen der Bequemlichkeit nachgiebig
oder weich (z.B. gepolstert oder elastisch), insbesondere nachgiebiger oder weicher
als die Körperoberfläche des Nutzers sein, damit sie sich beim Sitzen der Form des
Körpers anpassen.
[0013] Die Rückenlehne ist im Winkel zur Sitzfläche angeordnet. In der Position der Rückenlehne,
in der der Winkel zwischen Rückenlehne und Sitzfläche minimal ist (Ausgangsposition
der Rückenlehne und/oder des Rückenlehnenträgers) beträgt der Winkel vorzugsweise
mehr als 80 oder 90 Grad und/oder weniger als 120 oder 110 Grad. In der Position der
Rückenlehne, in der der Winkel maximal ist (Endposition oder Position maximaler Auslenkung
der Rückenlehne und/oder des Rückenlehnenträgers) beträgt der Winkel vorzugsweise
mehr als 100 oder 110 oder 120 Grad und/oder weniger als 150,140 oder 130 Grad.
[0014] Das Sitzmöbel weist eine Mechanik zur Veränderung des genannten Winkels zwischen
Sitzfläche und Rückenlehne auf, welche dazu ausgebildet ist, bei Vergrösserung des
Winkels eine der Vergrösserung entgegengesetzte und/oder entgegen wirkende Rückstellkraft
zu erzeugen. Die Rückstellkraft wirkt vorzugsweise auf den Rückenlehnenträger. Sie
führt zu einer Bewegung desselben in Richtung zurück in seine Ausgangsposition.
[0015] Vorzugsweise wird die Rückstellkraft mittels einer Biegefeder erzeugt, wobei es sich
dabei mit Vorteil um eine Blattfeder handelt. Sie kann zu diesem Zweck dazu ausgebildet
sein, bei Veränderung des Winkels zwischen Sitzfläche und Rückenlehne eine Formänderung,
insbesondere eine Änderung ihrer Biegung, zu erfahren. Beispielsweise könnte die Biegefeder
vor der Formänderung, d.h. in ihrer Ausgangsform, im Wesentlichen gerade sein und
nach der Formänderung eine Krümmung oder eine stärkere Krümmung (als vor der Formänderung)
aufweisen. Die durch die Formänderung in der Biegefeder gespeicherte Energie kann
sie anschliessend in die Rückstellkraft umsetzen, wobei die Biegefeder in ihre Ausgangsform
zurückkehrt. Die Biegefeder kann eine Dicke aufweisen, die höchstens 30, 20 oder 10
Prozent ihrer Länge und/oder Breite beträgt und/oder im Wesentlichen plattenförmig
oder stabförmig sein. Die Dicke kann z.B. im Durchschnitt oder an der dicksten Stelle
mindestens 1, 2 oder 3 Millimeter und/ oder höchstens 10, 7 oder 5 Millimeter betragen.
Zweckmässigerweise ist die Biegefeder aus Metall, insbesondere Stahl, gefertigt. Es
ist jedoch auch denkbar, sie aus Kunststoff oder Holz zu fertigen, wobei diese dann
optional auch dicker sein kann. Weiterhin kann vorgesehen sein, eine Mehrzahl solcher
Biegefedern übereinander oder nebeneinander anzuordnen, vorzugsweise in Form eines
Stapels. Das in diesem Dokument in Bezug auf die Biegefeder Gesagte, kann in diesem
Fall wahlweise auf eine der Biegefedern oder auf die Mehrzahl von Biegefedern (in
Summe bzw. als Einheit betrachtet) zutreffen. Es ist auch denkbar, dass die Biegefeder
als Teil des Sitzmöbels in unbelastetem bzw. am wenigsten belasteten Zustand und/oder
im Ausgangsposition des Rückenlehnenträgers gerade oder gekrümmt ist, wobei sie vorzugsweise
im Wesentlichen gerade ist. Es kann auch bevorzugt sein, wenn die Biegefeder zwei
Enden aufweist, wobei die zwei Enden im Wesentlichen in entgegengesetzte Richtungen
und/oder voneinander weg weisen. Nach einer Ausgestaltungsvariante kann die Biegefeder
zwei Enden (ein erstes und ein zweites Ende) aufweisen, wobei das erste und/ oder
das zweite Ende beweglich (insbesondere verschiebbar) oder nicht verschiebbar (insbesondere
fest oder unbeweglich) mit dem Sitzmöbel und/oder mit dem Sitzträger und/ oder mit
der Basis verbunden sein kann. Besonders bevorzugt ist mindestens eines der Enden
auf die beschriebene Weise beweglich verbunden. Dadurch kann es optional ermöglicht
sein, dass derart beweglich verbundene Enden bei der Formänderung der Biegefeder über
ein Stützelement (insbesondere das erste und/oder dritte Stützelement) gleiten.
[0016] Die Mechanik kann sich mit mehreren Stützelementen auf die Biegefeder abstützen und
dazu ausgebildet sein, bei Vergrösserung des Winkels zwischen Sitzfläche und Rückenlehne
durch die Stützelemente eine Biegebelastung und/ oder eine Formänderung oder Biegung
bewirkende Kräfte auf die Biegefeder aufzubringen. Eines der Stützelemente ("bewegliches
Stützelement", vorzugsweise das zweite Stützelement) kann zu diesem Zweck relativ
zu mindestens einem oder zwei anderen Stützelementen (vorzugsweise relativ zum ersten
und/ oder dritten Stützelement) und/ oder relativ zur Biegefeder und/ oder relativ
zum Sitzträger und/ oder relativ zur Basis beweglich ausgebildet sein. Vorzugsweise
ist es quer, insbesondere im Wesentlichen rechtwinklig, zu einer Verbindungsstrecke
zwischen zwei anderen Stützelementen (insbesondere zwischen dem ersten und dritten
Stützelement) bewegbar, wobei es die Verbindungsstrecke zwischen den zwei anderen
Stützelementen vorzugsweise kreuzt. Zweckmässigerweise ist die Bewegung des beweglichen
Stützelements dabei an die Bewegung des Rückenlehnenträgers gekoppelt und/oder geht
mit einer solchen einher. Um dies zu erreichen, kann das bewegliche Stützelement beispielsweise
Teil des Rückenlehnenträgers oder in fixem Abstand dazu angeordnet sein.
[0017] Die Mechanik kann sich z.B. mittels Stützelementen an einem ersten, einem zweiten
und einem dritten Punkt auf die Biegefeder abstützen, wobei der erste Punkt mit Vorteil
im Bereich eines Endes und der zweite Punkt im Bereich des gegenüberliegenden Endes
der Biegefeder und der dritte Punkt dazwischen angeordnet sind. Bei Vergrösserung
des Winkels zwischen Rückenlehne und Sitzfläche wird dann durch die Mechanik am Ort
des ersten und zweiten Punkts eine Kraft quer zur Erstreckung (insbesondere Längserstreckung)
der Biegefeder und am Ort des dritten Punkts eine dazu im Wesentlichen entgegengesetzte
Kraft auf die Biegefeder aufgebracht, was eine Veränderung, insbesondere Vergrösserung,
der Biegung (und/oder die weiter oben beschriebene Formänderung) der Biegefeder bewirkt.
Die Mechanik stützt sich vorteilhaft mittels des ersten Stützelements am ersten Punkt,
mittels des zweiten Stützelements am zweiten Punkt und mittels des dritten Stützelements
am dritten Punkt auf die Biegefeder ab.
[0018] Das Sitzmöbel kann sich dadurch auszeichnen, dass ein erstes, ein zweites und ein
drittes Stützelement (vorzugsweise wie oben beschrieben) vorgesehen sind. Das erste,
zweite und dritte Stützelement sind dann mit Vorteil im Abstand voneinander entlang
der Biegefeder verteilt angeordnet. Nach einer bevorzugten Ausgestaltung ist das zweite
Stützelement am Rückenlehnenträger und/oder zwischen dem ersten und dem dritten Stützelement
angeordnet. Vorzugsweise ist das zweite Stützelement das weiter oben beschriebene
bewegliche Stützelement. Zweckmässigerweise ist dieses bei der Veränderung des Winkels
zwischen Sitzfläche und Rückenlehne mit dem Rückenlehnenträger relativ zur Basis und/oder
relativ zu mindestens einem oder zwei anderen Stützelementen (insbesondere relativ
zum ersten und/oder dritten Stützelement) bewegbar.
[0019] Wie beschrieben, ist eines der Stützelemente (insbesondere in unbewegtem Zustand
des Rückenlehnenträgers) relativ zur Biegefeder, insbesondere entlang oder im Wesentlichen
parallel zur Biegefeder, bewegbar, insbesondere verschiebbar, ausgebildet. Bevorzugt
ist es über mindestens 10, 20 oder 30 und/oder höchstens 90, 80 oder 70 Prozent der
Länge der Biegefeder und/oder des maximalen Abstands zwischen den beiden am weitesten
voneinander entfernten Stützelementen (insbesondere das erste und das dritte) bewegbar.
Dieses Stützelement wird (zur Unterscheidung vom "beweglichen Stützelement") als "verschiebbares
Stützelement" bezeichnet, wobei diese Bezeichnung allgemein ein wie oben beschriebenes
(bewegbares, insbesondere verschiebbares) Stützelement offenbart. Nach einer bevorzugten
Ausgestaltungsvariante ist das erste Stützelement oder ein zusätzliches viertes Stützelement
das verschiebbare Stützelement.
[0020] Wenn von einer Erstreckung der Biegefeder die Rede ist, so bezieht sich dies, soweit
nichts anderes angegeben ist oder sich aus dem Kontext ergibt, vorzugsweise auf deren
Längserstreckung und/oder Längsachse und/oder auf die Richtung ihrer grössten Ausdehnung.
Gleiches gilt für Angaben wie "Länge", "entlang" oder "parallel", wenn sich diese
auf die Biegefeder beziehen.
[0021] Weiterhin ist bevorzugt, dass zwei Stützelemente (insbesondere das erste und/oder
vierte sowie das dritte) sich auf einer Seite, vorzugsweise der Oberseite, der Biegefeder
abstützen. Ein Stützelement (insbesondere das zweite) stützt sich mit Vorteil auf
der gegenüberliegenden Seite, vorzugsweise der Unterseite, der Biegefeder ab. Es kann
auch vorgesehen sein, dass letzteres quer zu einer Verbindungsstrecke zwischen den
anderen Stützelementen (insbesondere dem ersten und/oder vierten sowie dem dritten)
bewegbar ausgebildet ist, wobei es vorzugsweise die genannte Verbindungsstrecke bei
der Bewegung kreuzt. Die Stützelemente können dazu ausgebildet sein, in der beschriebenen
Weise an den genannten Stellen der Biegefeder Kräfte auf die Biegefeder aufzubringen,
um eine Formänderung derselben, insbesondere eine Biegung zu bewirken.
[0022] Zwei der Stützelemente (insbesondere das erste und/oder vierte sowie das dritte)
sind mit Vorteil an und/oder unter der Sitzfläche und/oder dem Sitzträger angeordnet.
Die Biegefeder kann sich dann vom einen zum anderen der beiden Stützelemente erstrecken.
[0023] Vorteilhafterweise erstreckt sich die Biegefeder entlang der Unterseite der Sitzfläche
und/oder des Sitzträgers, insbesondere von vorne nach hinten. Eines der Stützelemente
(insbesondere das erste und/ oder vierte) ist dann vorzugsweise im Bereich der Vorderseite
der Sitzfläche und/oder des Sitzträgers und/oder im Bereich des einen Endes der Biegefeder
und ein anderes der Stützelemente (insbesondere das dritte) ist vorzugsweise im Bereich
der Rückseite der Sitzfläche und/ oder des Sitzträgers und/ oder im Bereich des gegenüberliegenden
Endes der Biegefeder angeordnet. Ein weiteres Stützelement (insbesondere das zweite)
ist dann zweckmässigerweise zwischen den beiden anderen Stützelementen vorgesehen.
[0024] Es ist vorteilhaft, wenn die Rückenlehne und/ oder der Rückenlehnenträger beweglich,
insbesondere drehbar mit der Basis verbunden ist. Wenn der Rückenlehnenträger über
eine Drehachse drehbar mit der Basis verbunden ist, so ist es von Vorteil, wenn sich
das weiter oben beschriebene bewegliche Stützelement vor der Drehachse befindet. Zweckmässigerweise
ist die Drehachse zwischen dem beweglichen Stützelement und dem Rückenlehnenträger
(oder zumindest dem die Rückenlehne tragenden Schenkel desselben) angeordnet. Es ist
wünschenswert, dass bei dieser Konstruktion eine Vergrösserung des Winkels zwischen
Rückenlehne und Sitzfläche, also ein Zurückschwenken des Rückenlehnenträgers mit einer
Bewegung des beweglichen Stützelements nach oben einhergeht. Unabhängig davon kann
das bewegliche Stützelement zur Kopplung der Bewegung des beweglichen Stützelements
an die Bewegung des Rückenlehnenträgers am Rückenlehnenträger und/ oder in einem fixen
Abstand und/ oder in einer fixen Position relativ dazu angeordnet sein. Das bewegliche
Stützelement kann zu diesem Zweck als Teil des Rückenlehnenträgers ausgebildet sein.
[0025] Nach einer weiteren Ausgestaltung ist es von Vorteil, wenn die Rückenlehne und/ oder
der Rückenlehnenträger beweglich, insbesondere drehbar mit der Sitzfläche und/ oder
dem Sitzträger verbunden ist. Dies ermöglicht es, dass die Bewegung der Rückenlehne
und/ oder des Rückenlehnenträgers an die Bewegung der Sitzfläche und/ oder des Sitzträgers
gekoppelt ist bzw. eine solche bewirkt. Nach einer alternativen preiswerteren Ausgestaltung
können sie jedoch auch nicht oder nicht direkt mit der Sitzfläche und/oder dem Sitzträger
verbunden sein, so dass die Bewegung der Rückenlehne und/oder des Rückenlehnenträgers
nicht an die Bewegung der Sitzfläche und/oder des Sitzträgers gekoppelt ist bzw. keine
solche bewirkt.
[0026] Die Sitzfläche und/oder der Sitzträger sind gemäss einer bevorzugten Variante beweglich,
insbesondere drehbar und/oder verschiebbar mit der Basis verbunden. Nach einer alternativen
preiswerteren Ausgestaltung können sie jedoch auch unbeweglich bzw. fix mit der Basis
verbunden sein.
[0027] Gemäss einer besonders bevorzugten Ausgestaltungsvariante zeichnet sich das Sitzmöbel
dadurch aus, dass die Sitzfläche und/oder der Sitzträger relativ zur Basis bewegbar,
insbesondere verschiebbar ausgebildet ist, wobei die Bewegung der Sitzfläche bzw.
des Sitzträgers an die Bewegung des Rückenlehnenträgers gekoppelt und/oder durch diese
bewirkt bzw. bewirkbar ist. Der Sitzträger kann zu diesem Zweck, insbesondere vorne,
z.B. über ein Langloch und einen im Langloch beweglich, insbesondere verschiebbar
angeordneten Gleiter mit der Basis verbunden sein.
[0028] Ausserdem sind vorteilhafte Ausführungsvarianten denkbar, bei denen die Rückenlehne
relativ zum Rückenlehnenträger beweglich, insbesondere verschiebbar, ausgestaltet
ist. Die Rückenlehne kann sich beispielsweise von oben nach unten und/oder entlang
des Rückenlehnenträgers bewegen.
[0029] Als Ausgangsposition der Rückenlehne und/oder des Rückenlehnenträgers ist mit Vorteil
deren aufrechteste Position und/ oder deren Position bei minimalem Winkel zwischen
Sitzfläche und Rückenlehne gemeint. Man könnte auch sagen, es handelt sich um die
Position bei minimaler Spannung der Biegefeder (als Teil des Sitzmöbels).
[0030] Begriffe in diesem Dokument sollen bevorzugt so verstanden werden, wie sie ein Fachmann
auf dem Gebiet verstehen würde. Insbesondere für den Fall, dass Unklarheiten bestehen
sollten, können die in diesem Dokument aufgeführten
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0031] Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines (unvollständigen) Stuhls im Schnitt;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des Stuhls aus Fig.1 mit zurückgeschwenktem Rückenlehnenträger
und gespannter Biegefeder; und
- Fig. 3
- eine Seitenanasicht des Stuhls aus Fig.1 mit verschobenem vierten Stützelement.
Ausführung der Erfindung
[0032] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen beispielhaft erläutert.
[0033] Die Fig. 1 bis 3 zeigen dieselben Teile eines Stuhls 11, wobei dessen Funktionsweise
durch in den Zeichnungen dargestellte unterschiedliche Einstellungen illustriert ist.
Der (unvollständige) Stuhl 11 weist eine Basis 13 auf, welche an einem Stuhlfuss (z.B.
in Form einer Säule mit Standkreuz und optionalen Rollen), einem Fahrzeug oder einem
anderen Objekt befestigt werden und zu diesem Zweck Befestigungsmittel aufweisen kann.
Der Stuhl 11 besitzt einen Rückenlehnenträger 55, der dazu ausgebildet ist, eine Rückenlehne
(nicht dargestellt) zu tragen, und einen Sitzträger 35, der dazu ausgebildet ist,
eine Sitzfläche (nicht dargestellt) zu tragen. Der Rückenlehnenträger 55 ist schwenkbar,
insbesondere drehbar, mit der Basis 13 verbunden, wodurch eine Winkelvergrösserung
zwischen Sitzfläche und Rückenlehne und damit ein weiteres Zurücklehnen ermöglicht
ist. Die Drehung des Rückenlehenträgers 55 erfolgt um eine im Wesentlichen horizontale
Drehachse 95, welche hinter und/oder unterhalb der Sitzfläche vorgesehen ist. Vorzugsweise
ist auch der Sitzträger 35 und damit die Sitzfläche, wie in den Zeichnungen dargestellt,
relativ zur Basis 13 beweglich ausgebildet. Die Bewegung des Sitzträgers 35 ist dabei
mit Vorteil an die Bewegung des Rückenlehnenträgers 55 gekoppelt. Es gibt verschiedene
Möglichkeiten, dies zu erreichen. Bei der Variante aus Fig.1 bis 3 ist der Rückenlehnenträger
55 zum genannten Zweck um eine im Wesentlichen horizontale Drehachse 97 drehbar mit
dem Sitzträger 35 verbunden. Die Drehachse 97 ist in fixem Abstand zur Drehachse 95
angeordnet und selbst um die Drehachse 95 drehbar. Weiterhin ist die Drehachse 97
oberhalb der Drehachse 95 positioniert. Unabhängig von der spezifischen Ausgestaltung
ist es von Vorteil, wenn die Verbindung zwischen Rückenlehnenträger 55 und Sitzträger
35 (bzw. hier die Drehachse 97) weiter hinten positioniert ist, als die Verbindung
zwischen Rückenlehnenträger 55 und Basis13 (bzw. hier die Drehachse 95). Da sich der
Rückenlehnenträger 55 beim Zurückschwenken, das im vorliegenden Beispiel eine Drehung
darstellt, zweckmässigerweise leicht nach unten bewegt, wird die Sitzfläche, wenn
deren Verbindung zum Rückenlehnenträger 55 weiter hinten als die Drehachse 95 liegt,
mit nach unten gezogen. Ganz allgemein ist es von Vorteil - und dies wird bei der
beschriebenen Variante auch erreicht -, dass der Sitz träger 35 relativ zur Basis
13 in Richtung des Rückenlehnenträgers 55 - also nach hinten - beweglich ausgebildet
ist. Die Verbindung zwischen Sitzträger 35 und Basis 13 lässt die beschriebene Bewegung
des Sitzträgers 35 zu. Im vorliegenden Beispiel ist sie durch ein Langloch 91 und
einen darin verschiebbar gelagerten Gleiter 93 gebildet. Es sind aber auch andere
Umsetzungen denkbar. Der Gleiter 93 übernimmt zudem die Funktion eines Anschlags bzw.
ist die Strecke, um welche der Rückenlehnenträger 55 nach hinten geschwenkt werden
kann, durch die Länge des Langlochs 91 begrenzt. Ein diese Bewegung des Rückenlehnenträgers
55 begrenzender Anschlag kann jedoch auch an anderer Stelle des Stuhls 11 angebracht
sein. Ausserdem stellt die Beweglichkeit des Sitzträgers 35 lediglich ein bevorzugtes
Merkmal dar. Durch sie und deren bevorzugte Koppelung an die Bewegung des Rückenlehnenträgers
55 vergrössert sich der Abstand zwischen Sitzträger 35 und Rückenlehnenträger 55 beim
Zurückschwenken des letzteren weniger als dies bei einem relativ zur Basis 13 unbeweglichen
Sitzträger 35 der Fall wäre. Durch die Verbindung zwischen Rückenlehenträger 55 und
Sitzträger 35 wird der Sitzträger 35 beim Zurückschwenken des Rückenlehnenträgers
55 nämlich mit nach hinten und je nach Ausgestaltung der Verbindung auch nach unten
gezogen. Dies verhindert beim Zurücklehnen ein Herausziehen des Hemdes aus der Hose.
Der Sitzträger 35 könnte aber auch relativ zur Basis 13 unbeweglich ausgebildet und/oder
fest mit dieser verbunden sein. Beispielsweise bestünde die Möglichkeit, dass sich
der Sitzträger 35 (insbesondere im Bereich seiner dem Rückenlehnenträger 55 zugewandten,
d.h. hinteren Seite) auf die Basis 13 abgestützt und/oder nur über die Basis 13 (also
nicht direkt) mit dem Rückenlehnenträger 55 verbunden ist. Die in den Zeichnungen
dargestellte Variante ist jedoch aus den beschriebenen Gründen bevorzugt. Sie weist
zusätzlich eine Mechanik auf, die eine selbsttätige Bewegung des Rückenlehnenträgers
55 in seine Ausgangsposition (also vor dem Zurückschwenken) bewirkt, sobald die auf
dem Stuhl sitzende Person nicht länger Druck auf die Rückenlehne ausübt, also sich
z.B. nach vorne beugt, oder eine optionale Arretierung des Rückenlehnenträgers 55,
die dessen Bewegung in die Ausgangsposition verhindert, gelöst wird. Wie beschrieben,
weist die Mechanik eine Biegefeder 73 auf. Diese steht oder tritt an drei im Abstand
voneinander entlang der Biegefeder 73 verteilten Punkten mit der Mechanik in Kontakt.
Dort wird, gekoppelt an die Bewegung des Rückenlehnenträgers 55, eine Biegebelastung
auf die Biegefeder 73 aufgebracht. Die in der Biegefeder 73 durch die Biegung gespeicherte
Energie erzeugt eine der Bewegung des Rückenlehnenträgers 55 nach hinten (Zurückschwenken)
entgegengesetzte Rückstellkraft auf den Rückenlehnenträger 55. Im vorliegenden Beispiel
steht oder tritt die Mechanik mit einem ersten Stützelement 83, einem zweiten Stützelement
85 und einem dritten Stützelement 89 an den oben beschriebenen Punkten in Kontakt
mit der Biegefeder 73 und bringt dort Kräfte auf die Biegefeder 73 auf, die die Biegung
der Biegefeder 73 bewirken. Eines der Stützelemente 85 ist am Rückenlehnenträger 55
angeordnet bzw. fest mit diesem verbunden und dessen Bewegung ist somit an die Bewegung
des Rückenlehenträgers 55 gekoppelt. Vorliegend ist das Stützelement 85 an einem Fortsatz
57 des Rückenlehnenträgers 55 angeordnet, der sich relativ zur Drehachse 95 nach oben
erstreckt. Da das Stützelement 85 sich im Abstand von der Drehachse 95 befindet, führt
eine Drehung des Rückenlehenträgers 55 zu einer Drehung des Stützelements 85 und (in
Abhängigkeit zur Bewegung des Rückenlehnenträgers 55) zu einer Bewegung auf die Biegefeder
73 zu und von dieser weg. Unabhängig von der spezifischen Ausgestaltung ist es von
Vorteil, wenn eines der Stützelemente 85 beweglich ausgebildet ist, wobei dessen Bewegung
an die Bewegung des Rückenlehnenträgers 55 gekoppelt ist und der Bewegungspfad den
Ort an dem sich die Biegefeder 73 in der Ausgangsposition des Rückenlehnenträgers
55 befindet und/oder den Raum, den sie einnimmt, kreuzt. Dieser liegt bei der gezeigten
Variante im Bereich zwischen den beiden anderen Stützelementen 83, 87. Jeweils eines
dieser beiden Stützelemente 83,87 ist dort im Bereich der Vorderseite und der Rückseite
der Sitzfläche angeordnet. Zusätzlich besitzt die dargestellte Ausführungsform ein
entlang der Biegefeder 73 verschiebbares viertes Stützelement 89. Dieses kann z.B.
an einem Fortsatz 88 angeordnet sein, der in einer am Sitzträger 35 angebrachten,
längsseits der Biegefeder 73 verlaufenden Führungsschiene 90 verschiebbar gelagert
ist. Der Fortsatz 88 kann, wie dargestellt, optional eine Öffnung aufweisen, in die
oder durch die sich die Biegefeder 73 erstreckt und die mit Vorteil auch das vierte
Stützelement 89 bildet. Durch eine Veränderung der Position dieses vierten Stützelements
89 und damit einer Veränderung dessen Abstands von den anderen Stützelementen 85,87
lässt sich die Federhärte der Biegefeder 73 einstellen. Das erste 83 und/oder zweite
85 und/oder dritte 87 Stützelement kann fest mit der Biegefeder 73 verbunden sein
oder diese nur berühren. Zweckmässigerweise berühren eines oder zwei der Stützelemente
die Biegefeder 73 lediglich, damit die Biegefeder 73 beim Durchbiegen über diese Stützelemente
gleiten kann. Die Biegefeder 73 im gezeigten Beispiel ist plattenförmig und (in der
Ausgangsposition des Rückenlehnenträgers) im Wesentlichen gerade ausgebildet. Sie
erstreckt sich von der Vorderseite der Sitzfläche zu deren Rückseite. Das am Rückenlehnenträger
55 angeordnete Stützelement 85 ist quer zur Biegefeder 73 bewegbar, wobei die Drehachse
95 hinter dem Stützelement 85 liegt, damit das Zurückschwenken des Rückenlehnenträgers
55 zu einer Aufwärtsbewegung des Stützelements 85 führt. Dabei nähert es sich von
unten der Biegefeder 73 und tritt mit dieser in Kontakt. Oberhalb der Biegefeder 73,
im Bereich zwischen den Stützelementen 83 und 87 bzw. 89 und 87, auf welche sich die
Biegefeder 73 mit ihrer Oberseite abstützt, ist eine Aussparung vorgesehen, in die
sich das Stützelement 85 und die Biegefeder 73 bewegen können, damit ein Durchbiegen
der Biegefeder 73 ermöglicht ist. Es sei erwähnt, dass - obwohl die dargestellte Ausführung
bevorzugt ist- es von untergeordneter Bedeutung ist, wo die genannten beiden Stützelemente
83, 87 angeordnet sind. Sie können, wie in den Zeichnungen dargestellt, im Bereich
der Vorderseite und/oder der Rückseite des Sitzträgers 35 angeordnet sein. Es ist
jedoch auch denkbar, diese stattdessen im Bereich links und/oder rechts des Sitzträgers
35 anzuordnen; dann verläuft die Biegefeder 73 statt von vorne nach hinten, von links
nach rechts. Sie könnte aber auch von oben nach unten oder in eine andere Richtung
verlaufen. Die zwei Stützelemente 83,87 sind mit Vorteil im Bereich zweier sich gegenüberliegenden
Enden 75,77 der Biegefeder 73 und/oder im Bereich zweier sich gegenüberliegenden Seiten
des Sitzträgers 35 oder der Sitzfläche (insbesondere der vorderen und hinteren) positioniert.
Sie können dabei, wie gezeigt, in einem im Wesentlichen konstanten Abstand vom Sitzträger
35 und/oder von der Sitzfläche und/oder von der Basis 13 angeordnet sein.
Bezugszeichenliste:
[0034]
- 11
- Stuhl
- 13
- Basis
- 35
- Sitzträger
- 55
- Rückenlehnenträger
- 57
- Fortsatz
- 71
- Mechanik
- 73
- Biegefeder
- 75
- vorderes Ende der Biegefeder
- 77
- hinteres Ende der Biegefeder
- 79
- Oberseite der Biegefeder
- 81
- Unterseite der Biegefeder
- 83
- erstes Stützelement
- 85
- zweites Stützelement
- 87
- drittes Stützelement
- 88
- Fortsatz
- 89
- viertes Stützelement
- 90
- Führungsschiene
- 91
- Langloch
- 93
- Gleiter
- 95
- Drehachse
- 97
- Drehachse
- 99
- Drehachse
1. Sitzmöbel (11) umfassend
- eine Basis (13),
- eine Sitzfläche, welche über einen Sitzträger (35) mit der Basis (13) verbunden
ist,
- eine im Winkel zur Sitzfläche angeordnete Rückenlehne, welche über einen Rückenlehnenträger
(55) mit der Basis (13) verbunden ist, sowie
- eine Mechanik zur Veränderung des Winkels zwischen Sitzfläche und Rückenlehne, welche
dazu ausgebildet ist, bei Vergrösserung des Winkels mittels einer im Wesentlichen
platten- oder stabförmigen Biegefeder (73) eine der Vergrösserung entgegen wirkende
Rückstellkraft zu erzeugen, wobei
- die Mechanik sich mit mehreren Stützelementen (83,85,87,89) auf die Biegefeder (73)
abstützt und dazu ausgebildet ist, bei Vergrösserung des Winkels durch die Stützelemente
(83,85,87,89) eine Biegebelastung auf die Biegefeder (73) aufzubringen,
- eines der Stützelemente (85) zu diesem Zweck relativ zu einem oder mehreren der
anderen Stützelemente (83,87,89) beweglich ausgebildet ist,
- das bewegliche Stützelement (85) zwischen zwei der anderen Stützelemente (83,87)
angeordnet ist, und
- die Bewegung des beweglichen Stützelements (85) an die Bewegung des Rückenlehnenträgers
(55) gekoppelt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
eines der Stützelemente (89) in unbewegtem Zustand des Rückenlehnenträgers (55) entlang
der Biegefeder (73) verschiebbar ausgebildet ist.
2. Sitzmöbel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein erstes, ein zweites und ein drittes Stützelement (83,85,87) vorgesehen sind,
- das erste, zweite und dritte Stützelement (81,83,85) im Abstand voneinander entlang
der Biegefeder (73) verteilt angeordnet sind,
- das zweite Stützelement (85) zwischen dem ersten und dem dritten Stützelement (83,87)
angeordnet ist, und
- das zweite Stützelement (85) am Rückenlehnenträger (55) angeordnet und mit diesem
bewegbar ist.
3. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Stützelemente (83,87) sich auf einer Seite, vorzugsweise der Oberseite, der
Biegefeder (73) abstützen, und ein Stützelement (85) sich auf der gegenüberliegenden
Seite, vorzugsweise der Unterseite, der Biegefeder (73) abstützt und quer zu einer
Verbindungsstrecke zwischen den beiden anderen Stützelementen (83,87) bewegbar ausgebildet
ist.
4. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwei der Stützelemente (83,87) am Sitzträger (35) angeordnet sind und sich die Biegefeder
(73) vom einen zum anderen der beiden Stützelemente (83,87) erstreckt, wobei eines
der beiden Stützelemente (83,87) vorzugsweise im Bereich der Vorderseite des Sitzträgers
(35) und das andere der beiden Stützelemente (35) vorzugsweise im Bereich der Rückseite
des Sitzträgers (35) angeordnet ist.
5. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegefeder entlang der Unterseite der Sitzfläche von der Vorderseite des Sitzträgers
(35) zur Rückseite des Sitzträgers (35) verläuft.
6. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Sitzträger (35) beweglich mit der Basis (13) verbunden ist, der Rückenlehnenträger
(55) drehbar mit der Basis (13) verbunden ist und der Rückenlehnenträger (55) drehbar
mit dem Sitzträger (35) verbunden ist.
7. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das bewegliche Stützelement (85) am Rückenlehnenträger (55) angeordnet und der Rückenlehnenträger
(55) über eine Drehachse (95) drehbar mit der Basis (13) verbunden ist, wobei die
Drehachse (95) zwischen dem beweglichen Stützelement (85) und dem Rückenlehnenträger
(55) angeordnet ist.
8. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Sitzträger (35) relativ zur Basis (13) verschiebbar ausgebildet ist, wobei die
Verschiebung des Sitzträgers (35) an die Bewegung des Rückenlehnenträgers (55) gekoppelt
ist, wobei der Sitzträger (35) zu diesem Zweck vorzugsweise über ein Langloch (91)
und einen im Langloch (91) beweglich angeordneten Gleiter (93) mit der Basis (13)
verbunden ist.
9. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Rückenlehnenträger (55) im Bereich der linken und rechten Seite des Sitzträgers
(35) jeweils über ein Verbindungsmittel, insbesondere eine Achsaufnahme, mit dem Sitzträger
(35) beweglich, insbesondere drehbar, verbunden ist, wobei die Biegefeder (13) sich
bis in den Bereich zwischen den Verbindungsmitteln und vorzugsweise durch diesen Bereich
in Richtung des Rückenlehnenträgers (35) erstreckt, wobei sich vorzugsweise eine Achse
vom einen zum anderen Verbindungsmittel erstreckt, die eines der Stützelemente (85)
bildet.
10. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Rückenlehnenträger (55) sich bis unter die Sitzfläche und/oder den Sitz träger
(35) erstreckt und dort mit der Basis (13) verbunden ist, wobei der Rückenlehnenträger
(55) vorzugsweise im Wesentlichen L-förmig ausgebildet ist.