[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befüllen eines eine Mehrzahl von Aufnahmefächern
aufweisenden offenen Transportkastens (Trays) mit Einzelportionen von Medikamenten.
Ferner betrifft die Erfindung eine Ausgabe-/Eingabe-Station für ein automatisiertes
Lager für Arzneimittelpackungen zur Verwendung in einem Verfahren zum Befüllen eines
eine Mehrzahl von Aufnahmefächern aufweisenden offenen Transportkastens (Trays) mit
Einzelportionen von Arzneimitteln.
[0002] Flache Transportkästen (auch Trays genannt) mit einer Mehrzahl oben offener Aufnahmefächer,
die vorzugsweise matrixartig in Reihen und Spalten nebeneinander angeordnet sind,
werden beispielsweise verwendet, um gezielt vorgegebene Mengen von Einzelportionen
von Medikamenten, wie beispielsweise einzelne (oder sogar halbierte) Tabletten oder
Kapseln, einem Blisterautomaten zum Herstellen von patientenindividuellen Blisterverpackungen,
d.h. zum automatischen Einfüllen und Verpacken von Medikamentendosierungen in einzelne
kleine Folienbeutel oder -taschen, in geordneter Weise zuzuführen.
[0003] Ein solcher Blisterautomat besitzt üblicherweise eine Vielzahl von Vorratsbehältern
(z.B. 50 oder auch einige Hundert), die jeweils große Mengen von Arzneimittelportionen,
wie Tabletten oder Kapseln, von häufig benötigten Arzneimitteln enthalten. Ein solcher
Blisterautomat ist beispielsweise das "Rowa Dose System" der Anmelderin (siehe http://www.rowa.de/Rowa-Dose.1072.0.html).
Die in den Vorratsbehältern bereitgestellten Arzneimittelportionen werden mit Hilfe
computergesteuerter Dosiervorrichtungen automatisch in vorgegebener Anzahl einzeln
entnommen und über Rutschen und Fallschächte in Sammelbehälter gelenkt, wobei jeder
Sammelbehälter die in einen Beutel oder eine Tasche einzufüllenden Arzneimittelportionen
sammelt. Die Sammelbehälter werden nacheinander zu einer Verpackungsstation geleitet,
an der sie in zunächst noch offene kleine Folienbeutel öder -taschen entleert werden,
woraufhin die Beutel oder Taschen verschlossen, insbesondere deren Folienränder verschweißt
werden. Jeder Beutel enthält dann den im Sammelbehälter gesammelten Inhalt, der beispielsweise
die von einem Patienten zu einem vorgegebenen Zeitpunkt einzunehmenden Arzneimittel
umfasst. Der Einnahmezeitpunkt kann auch auf dem Beutel aufgedruckt werden.
[0004] Um auch weniger häufig zu verabreichende und nicht in den Vorratsbehältern bereitstehende
Arzneimittelportionen oder auch beispielsweise halbe Tabletten in die Sammelbehälter
und somit in die Beutel (Blister) einbringen zu können, weist ein solcher Blisterautomat
eine Vorrichtung auf, bei der solche selteneren Arzneimittel oder auch Teilportionen
(z.B. halbe Tabletten) selektiv vollautomatisch in vorgegebene Sammelbehälter eingebracht
werden können. Dieser Vorrichtung werden die Arzneimittelportionen in den eingangs
genannten offenen Transportkästen (Trays) in geordneter Weise zur Verfügung gestell.
Zur Steuerung dieser Vorrichtung ist es erforderlich, dass dem Steuercomputer genau
bekannt ist, welche Arzneimitteleinzelportionen in welchen Aufnahmefächern des offenen
Transportkastens (Trays) bereitgestellt werden. Dazu ist es wiederum notwendig, dass
das manuelle Befüllen der Trays derart überwacht wird, dass die richtigen Aufnahmefächer
mit den vorgegebenen Arzneimittelportionen gemäß einer Soll-Befüllung befüllt werden.
Fehler beim manuellen Befüllen können insbesondere dann auftreten, wenn an dem Arbeitsplatz
des befüllenden Bedieners mehrere Arzneimittel-Vorratspackungen gleichzeitig bereitgestellt
werden, aus denen dann der Bediener nacheinander die jeweils geforderte Anzahl von
Einzelportionen entnimmt und in vorgegebene Aufnahmefächer des Trays legt. Hier kann
beispielsweise der Fall eintreten, dass der Bediener versehentlich in die falsche
Arzneimittel-Vorratspackung greift.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Befüllen der Trays zu schaffen,
das die Sicherheit des korrekten Befüllens erhöht, bzw. eine Vorrichtung zur Verfügung
zu stellen, die ein solches sicheres Einfüllen unterstützt. Außerdem soll das manuelle
Befüllen erleichtert und unterstützt werden.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Befüllen eines eine Mehrzahl
von Aufnahmefächern aufweisenden offenen Transportkastens (Trays) mit Einzelportionen
von Medikamenten mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. durch eine Ausgabe-/Eingabe-Station
für ein automatisiertes Lager für Arzneimittelpackungen zur Verwendung in einem Verfahren
zum Befüllen eines eine Mehrzahl von Aufnahmefächern aufweisenden offenen Transportkastens
(Trays) mit Einzelportionen von Arzneimitteln mit den Merkmalen des Anspruchs 8 gelöst.
[0007] Bei dem Verfahren zum Befüllen eines eine Mehrzahl von (vorzugsweise oben offenen)
Aufnahmefächern aufweisenden offenen Transportkastens (auch Tray genannt) mit Einzelportionen
von Medikamenten (beispielsweise Tabletten und Kapseln), bei dem die Einzelportionen
aus Arzneimittelpackungen (beispielsweise handelsübliche Blister-Schachteln oder Flaschen)
entnommen werden, die von einem automatisierten Lager (z.B. einem Kommissionierautomaten)
unter Verwendung einer Ausgabe-/EingabeStation bereitgestellt werden, wird zunächst
(a) einer Steuereinrichtung (beispielsweise einem Steuer-Computer oder einem Computernetzwerk)
eine Soll-Befüllung der Aufnahmefächer des Transportkastens zur Verfügung gestellt,
aus der die auszulagernden Arzneimittelpackungen und eine Reihenfolge ihrer Auslagerung
bestimmt werden (Dies kann vorab ausgeführt werden oder auch laufend in Abhängigkeit
von der Verfügbarkeit der Packungen und von parallel stattfindenden weiteren Auslagerungsoperationen
stattfinden). Die Soll-Befüllung umfasst Informationen darüber, welche Arzneimittelportionen
in den einzelnen Aufnahmefächern eingelegt werden sollen. Dann wird (b) eine Arzneimittelpackung,
die wenigstens eine Einzelportion eines vorgegebenen Arzneimittels enthält (also eine
noch vollständige oder eine nur noch teilweise gefüllte Arzneimittelpackung), aus
dem automatisierten Lager ausgelagert, indem die Arzneimittelpackung von einem Bediengerät
(beispielsweise einem computergesteuerten Greifroboter) des automatisierten Lagers
auf einem ersten Übernahmeplatz der Ausgabe-/Eingabe-Station abgelegt und von einer
ersten Transportvorrichtung der Ausgabe-/Eingabe-Station zu einem Ausgabeplatz transportiert
wird, sobald der Ausgabeplatz frei ist. Dann wird (c) die Arzneimittelpackung von
dem Ausgabeplatz der Ausgabe-/Eingabe-Station (vorzugsweise von einem Bediener) entnommen
und werden (d) aus der entnommenen Arzneimittelpackung (vorzugsweise von dem Bediener)
eine oder mehrere Einzelportionen entnommen und jeweils in ein oder mehrere vorgegebene
Aufnahmefächer des Transportkastens eingebracht (wobei in jedes Aufnahmefach eine
oder mehrere Arzneimittelportionen eingelegt werden können). Dabei wird mittels einer
von der Steuereinrichtung gesteuerten Anzeigeeinrichtung dem Bediener das jeweils
zu befüllende Aufnahmefach angezeigt (beispielsweise durch optische und/oder akustische
Ausgabe der Koordinaten oder Positionsbezeichnung des Aufnahmefaches mittels einer
Ausgabeeinrichtung eines Computers oder durch Aktivieren einer unmittelbar neben dem
Fach angeordneten Anzeige oder durch Richten eines Leuchtflecks auf das jeweilige
Fach, etc.). Außerdem wird das korrekte Einfüllen der Einzelportionen von der Steuereinrichtung
überwacht (beispielsweise durch an jedem Fach angeordnete Näherungssensoren oder durch
computergestützte Analyse eines vom Tray aufgenommenen elektronischen Abbilds). Danach
wird (e) die Arzneimittelpackung, sofern sie teilweise entleert ist (also beispielsweise
noch mindestens eine Einzelportion enthalten ist; wobei auch höhere Mindestanzahlen
vorgegeben werden könnten), auf einem in räumlicher Nähe des Ausgabeplatzes (d.h.
vorzugsweise im Zugriffsbereich desselben Bedieners) angeordneten Wiedereinlagerungsplatz
der Ausgabe-/EingabeStation abgelegt und von dort mittels einer zweiten Transportvorrichtung
zu einem zweiten Übernahmeplatz transportiert, auf den das Bediengerät (z.B. Greifroboter)
des automatisierten Lagers zugreift, um die ("angebrochene") Arzneimittelpackung wieder
in das automatisierte Lager einzulagern (wobei die Steuereinrichtung des Lagers Informationen
über die Teilentleerung der Arzneimittelpackung speichert). Schließlich werden (f)
die Schritte (b) bis (e) für jeweils eine nachfolgende Arzneimittelpackung wiederholt,
bis alle Einzelportionen entsprechend der Soll-Belegung eingefüllt worden sind.
[0008] Diese Vorgehensweise der automatisierten sequentiellen Aus- und Wiedereinlagerung
stets nur einer Arzneimittel-Vorratspackung in Kombination mit dem überwachten Entnehmen
und Einlegen in die Tray-Fächer hat den Vorteil, dass Fehlentnahmen aus falschen Arzneimittel-Vorratspackungen
und Fehlbestückungen der Fächer vermieden werden.
[0009] Eine bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens ist
dadurch gekennzeichnet, dass eine an der Arzneimittelpackung angebrachte Identifikation, beispielsweise ein Barcode
oder ein RFID, im Schritt (b) gelesen wird, um die Korrektheit der entnommenen Arzneimittelpackung
zu prüfen. Dies schafft eine zusätzliche Sicherheit.
[0010] Vorzugsweise wird zusätzlich eine an der Arzneimittelpackung angebrachte Identifikation,
beispielsweise ein Barcode oder ein RFID, im Schritt (d) vor dem oder beim Ablegen
gelesen, um die Korrektheit der wiedereinzulagernden Arzneimittelpackung zu prüfen.
Auch dies schafft eine zusätzliche Sicherheit, weil die Korrektheit der wieder einzulagernden
Packung und somit der Bedienerhandlungen geprüft werden kann.
[0011] Eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
dadurch gekennzeichnet, dass entweder beim Entnehmen einer Arzneimittelpackung vom Ausgabeplatz oder nach dem
Befüllen eines Aufnahmefachs mit der letzten aus einer Arzneimittelpackung entnommenen
Einzelportion oder nach dem Auflegen der teilweise entleerten Arzneimittelpackung
auf den Wiedereinlagerungsplatz der Ausgabe/Eingabe-Station ein den Transport der
nachfolgenden Arzneimittelpackung zu dem Ausgabeplatz bewirkendes Signal erzeugt wird.
Beispielsweise wird das den Transport der nachfolgenden Arzneimittelpackung zu dem
Ausgabeplatz bewirkende Signal durch Betätigen einer Bedienereingabevorrichtung erzeugt.
Bei einer alternativen Ausführungsform wird das den Transport der nachfolgenden Arzneimittelpackung
zu dem Ausgabeplatz bewirkende Signal durch Auslösen eines Sensors, beispielsweise
einer Lichtschranke, erzeugt.
[0012] Eine andere Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
dadurch gekennzeichnet, dass das Auflegen einer Arzneimittelpackung auf den Wiedereinlagerungsplatz durch Auslösen
eines weiteren Sensors, beispielsweise einer Lichtschranke, erfasst wird. Dies gestattet
ein automatisches Auslösen des Weitertransports der wieder einzulagernden Packung
durch die zweite Transportvorrichtung und ein frühzeitiges Freiräumen des Wiedereinlagerungsplatzes
für eine nachfolgende Wiedereinlagerung.
[0013] Die erfindungsgemäße Ausgabe-/Eingabe-Station für ein automatisiertes Lager für Arzneimittelpackungen
zur Verwendung in einem Verfahren zum sicheren Befüllen eines eine Mehrzahl von Aufnahmefächern
aufweisenden offenen Transportkastens (Trays) mit Einzelportionen von Arzneimitteln
weist eine erste Transportvorrichtung, eine zweite Transportvorrichtung und eine Steuereinrichtung
auf. Die erste Transportvorrichtung kann eine Arzneimittelpackung von einem Bediengerät
des automatisierten Regallagers an einem ersten Übernahmeplatz aufnehmen und zu einem
Ausgabeplatz transportieren, an dem die Arzneimittelpackung für einen Zugriff durch
einen Bediener zur Verfügung steht. Dabei treiben Antriebs- oder Stellvorrichtungen
(beispielsweise Motoren oder Stellantriebe) der ersten Transportvorrichtung Mittel
zum Transportieren der Arzneimittelpackung (beispielsweise Transportbänder) und/oder
zur Freigabe eines solchen Transports (zum Beispiel Sperren am oberen Ende eines Fallschachts
oder einer Rutsche) und/oder zur Freigabe eines Zugriffs auf den Ausgabeplatz (zum
Beispiel Türen) an. Die zweite Transportvorrichtung kann eine Arzneimittelpackung
an einem für einen Bediener zugänglichen Wiedereinlagerungsplatz aufnehmen und zu
einem zweiten Übernahmeplatz in den Zugriffsbereich des Bediengeräts transportieren,
wobei Antriebs- oder Stellvorrichtungen der zweiten Transportvorrichtung Mittel zum
Transportieren der Arzneimittelpackung und/oder zur Freigabe eines solchen Transports
antreiben. Der Wiedereinlagerungsplatz ist in räumlicher Nähe zum Ausgabeplatz angeordnet.
Die Steuereinrichtung (beispielsweise ein Steuercomputer) ist mit den Antriebs- oder
Stellvorrichtungen der beiden Transportvorrichtungen gekoppelt und mit einer Erfassungseinrichtung
zum Erfassen einer Entnahme einer Arzneimittelpackung von dem Ausgabeplatz verbunden,
wobei die Steuereinrichtung nach Erfassen der Entnahme einer Arzneimittelpackung von
dem Ausgabeplatz veranlasst, dass eine nächste Arzneimittelpackung zum Ausgabeplatz
transportiert wird, sofern sich die Arzneimittelpackung bereits in der ersten Transportvorrichtung
befindet, anderenfalls vorab das Bediengerät veranlasst, die Arzneimittelpackung zu
dem ersten Übernahmeplatz auszulagern.
[0014] Die erfindungsgemäße Ausgabe-/Eingabe-Station ermöglicht eine automatisierte sequentielle
Aus- und Wiedereinlagerung stets nur einer Arzneimittel-Vorratspackung mit dem Vorteil,
dass Fehlentnahmen aus falschen Arzneimittel-Vorratspackungen vermieden werden.
[0015] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Ausgabe-/EingabeStation treiben die Antriebs-
oder Stellvorrichtungen der ersten Transportvorrichtung Mittel zur Freigabe eines
Transports an und die Mittel zur Freigabe umfassen eine zwischen dem ersten Übernahmeplatz
und dem Ausgabeplatz angeordnete Zugriffssperre, die einen Weitertransport einer Arzneimittelpackung
zu dem Ausgabeplatz solange verhindert, bis die Steuereinrichtung diesen Transport
freigibt. Dies erhöht die Sicherheit der sequentiellen Ausgabe der Arzneimittelpackungen.
Bei dieser Ausführungsform ist vorzugsweise vorgesehen, dass die Zugriffssperre eine
Schleuse mit einer einlaufseitigen Schleusentür und einer ausgabeseitigen Schleusentür
ist. Dadurch ist es möglich, die Ausgabe-/Eingabe-Station so zu betreiben, dass der
den Ausgabeplatz enthaltende Raum stets von dem den Übernahmeplatz enthaltenden Raum
getrennt ist. Vorzugsweise ist die erste Transportvorrichtung der Ausgabe-/Eingabe-Station
in einem Tunnel angeordnet ist, der eine Wandung zwischen dem automatisierten Lager
für Arzneimittelpackungen und einem Reinraum durchstößt, und die Schleuse den Tunnel
sowohl mit der einlaufseitigen Schleusentür als auch mit der ausgabeseitigen Schleusentür
verschließt. Dies gestattet eine staubdichte Trennung eines Reinraums, der den Ausgabeplatz
enthält, von dem Raum des automatisierten Regallagers, in dem sich das Bediengerät
bewegt.
[0016] Bei einer Ausführungsform ist am Ausgabeplatz und/oder am Wiedereinlagerungsplatz
eine Identifizierungsvorrichtung vorgesehen ist, die ein Lesen einer an der Arzneimittelpackung
angebrachten Identifikation ermöglicht. Dies schafft eine zusätzliche Sicherheit durch
Überprüfung der Korrektheit der Art der am Ausgabeplatz bzw. am Wiedereinlagerungsplatz
befindlichen Arzneimittelpackung.
[0017] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Ausgabe-/EingabeStation ist die erste Transportvorrichtung
ein erster Bandförderer mit einem ersten Förderband und einem Antrieb und sind der
erste Übernahmeplatz und der Ausgabeplatz Plätze auf dem ersten Förderband. Dies vereinfacht
die konstruktive Gestaltung, da das Transportmittel selbst die Ablageflächen für den
Übernahmeplatz und den Ausgabeplatz zur Verfügung stellt. Vorzugsweise ist auch die
zweite Transportvorrichtung ein zweiter Bandförderer mit einem zweiten Förderband
und einem Antrieb und sind der Wiedereinlagerungsplatz und der zweite Übernahmeplatz
Plätze auf dem zweiten Förderband. Bei dieser Ausführungsform sind vorzugsweise das
erste und das zweite Förderband parallel nebeneinander angeordnet und von etwa gleicher
Länge. Die parallele Anordnung gegenläufig betriebener ebener Förderbänder vereinfacht
die konstruktive Gestaltung und gestattet eine kompakte Ausführung. Der erste Übernahmeplatz
und der zweite Übernahmeplatz liegen dann in einer Ebene und unmittelbar nebeneinander,
was die Steuerung und Gestaltung des darauf zugreifenden Bediengeräts vereinfacht.
[0018] Bei einer bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Ausgabe-/Eingabe-Station
sind das erste und das zweite Förderband in jeweils einem Tunnel angeordnet, der eine
Wandung zwischen dem automatisierten Lager für Arzneimittelpackungen und einem Reinraum
durchstößt, wobei jeweils eine Schleuse den Tunnel sowohl mit einer einlaufseitigen
Schleusentür als auch mit einer ausgabeseitigen Schleusentür verschließt. Diese Ausführungsform
vereinigt die genannten Vorteile der parallelen Bandanordnung mit denen der Schleusengestaltung.
[0019] Vorteilhafte und/oder bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Unteransprüchen
gekennzeichnet.
[0020] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in den Zeichnungen dargestellten bevorzugten
Ausführungsbeispiels näher beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:
Figur 1 eine schematische Frontansicht eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Ausgabe-/EingabeStation mit nebeneinander angeordnetem Ausgabeplatz und Wiedereinlagerungsplatz;
Figur 2 eine schematische Draufansicht des in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Ausgabe-/Eingabe-Station;
Figur 3 eine schematische Schnittansicht der in Figur 1 gezeigten Ausgabe-/Eingabe-Station
entlang der Linie A-A; und
Figur 4 eine schematische Darstellung des Verfahrensablaufs einer Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0021] Die Figuren 1 bis 3 zeigen schematische Ansichten eines Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemäßen Ausgabe-/EingabeStation 1 eines automatisierten Lagers für Arzneimittelpackungen.
Die Ausgabe-/Eingabe-Station 1 weist Transportvorrichtungen zum Ausgeben von aus dem
Lager ausgelagerten Arzneimittelpackungen und zum Wiedereinlagern von Arzneimittelpackungen
in das Lager auf, wobei die Transportvorrichtungen durch eine Wandung 3 eines Gehäuses
oder eine Verkleidung des automatisierten Lagers (Kommissionierautomaten) sowie durch
eine Wand 2 zu einem Reinraum hindurchgeführt sind. Die ausgelagerten Arzneimittelpackungen
werden als Vorratsbehälter für Arzneimittelportionen in dem Reinraum einer Bedienperson
zur Verfügung gestellt, die aus diesen Arzneimittelpackungen sukzessive einzelne Tabletten
oder Kapseln (Arzneimittelportionen) entnimmt und beispielsweise entblistert manuell
in Aufnahmefächer eines eine Mehrzahl solcher Aufnahmefächer aufweisenden offenen
Transportkastens (Trays) einlegt. Dieses Befüllen der Trays findet in einem Reinraum
statt, damit möglichst wenig Schmutzpartikel in die Aufnahmefächer des Trays gelangen.
[0022] Figur 1 zeigt eine schematische Draufsicht auf die reinraumseitige Frontseite der
Ausgabe-/Eingabe-Station 1. Die Ausgabe-/Eingabe-Station 1 umfasst einen die Transportvorrichtungen
aufnehmenden Kanal, der in einem Durchbruch der Wand 2 und einer Öffnung der Außenwand
3 des Kommissionierautomaten angeordnet ist. In Figur 1 erkennt man den rechteckigen
Kanal, der zwei nebeneinander angeordnete Förderbänder 4 und 5 (man sieht in der Figur
die Frontseiten der Förderbänder auf den Umlenkrollen) enthält.
[0023] Figur 2 zeigt eine schematische Draufsicht auf die Ausgabe-/Eingabe-Station 1. Die
Wand 2 trennt den in Figur 2 unterhalb der Wand 2 dargestellten Reinraum von dem in
Figur 2 oberhalb der Wand 2 dargestellten Raum, der den Kommissionierautomaten aufnimmt.
Auf der Reinraumseite erkennt man die Förderbänder 4 und 5, wobei das Förderband 4
aufliegende Arzneimittelpackungen von einem ersten Übernahmeplatz 8 innerhalb des
Gehäuses des Kommissionierautomaten zu einem Ausgabeplatz 6 auf der Reinraumseite
transportiert, während das Förderband 5 Arzneimittelpackungen, die auf einem Wiedereinlagerungsplatz
7 auf der Reinraumseite aufgelegt worden sind, zu einem zweiten Übernahmeplatz 9 innerhalb
des Gehäuses des Kommissionierautomaten transportiert. Ein (nicht dargestelltes) Bediengerät
des Kommissionierautomaten, insbesondere ein Greifroboter, kann einerseits einzelne
Arzneimittelpackungen auf dem ersten Übernahmeplatz 8 auf dem ersten Förderband 4
ablegen und andererseits Arzneimittelpackungen von dem zweiten Übernahmeplatz 9 auf
dem zweiten Förderband 5 aufnehmen. Die beiden Förderbänder 4 und 5 sind parallel
in gleicher Höhe nebeneinander angeordnet und können unabhängig voneinander gegenläufig
bewegt werden. Auf der Seite des Innenraums des Kommissionierautomaten sind die Förderbänder
4 und 5 von einem Gehäuse abgedeckt, dass dicht an der Aussparung in der Wand 2 anliegt.
Außerdem ist der Kanal der Ausgabe-/Eingabe-Station 1, in dem die Förderbänder 4 und
5 angeordnet sind, mit einer Schleuse versehen, so dass der Reinraum vom dem Raum
des Kommissionierroboters getrennt werden kann. Für jedes der beiden Förderbänder
4 und 5 gibt es ein Schleusentor auf der Seite des Kommissionierroboters und ein dem
Reinraum zugewandtes Schleusentor. Zwischen den Förderbändern 4 und 5 befindet sich
ferner eine Trennwand, die den Kanal unterteilt. In Figur 2 ist mit der Bezugsziffer
10 ein frontseitig im Inneren des Kommissionierroboters angeordnetes Schleusentor
bezeichnet.
[0024] Figur 3 zeigt eine schematische Schnittansicht durch die Ausgabe-/Eingabe-Station
1 entlang der Linie A-A gemäß Figur 1. Man erkennt hier, dass die Ausgabe-/Eingabe-Station
1 eine im Inneren des Gehäuses 3 des Kommmissionierautomaten angeordnete Steuereinrichtung
und darunter einen die Förderbänder (gezeigt ist das Förderband 4) aufnehmenden Transportkanal
umfasst, wobei der Transportkanal zunächst eine Öffnung in der Wandung 3 des Kommissionierautomaten
und dann eine Aussparung in der Wand 2 zum Reinraum durchstößt. Das Förderband 4 wird
von einem Antriebsmotor 12 angetrieben. Man erkennt an den Enden des Förderbands die
Umlenkrollen. Auf der Oberseite des Förderbands 4 befindet sich auf der Reinraumseite
der Abgabeplatz 6 und - innerhalb eines Schleusenraums - auf der Seite des Kommissionierautomaten
der erste Übernahmeplatz 8. Zwei Schleusentore 10 und 11 verschließen den Kanal oberhalb
des Förderbands 4. Ein erstes Schleusentor 10 verschließt den Schleusenraum auf der
Seite des Kommissionierautomaten und ein zweites Schleusentor 11 verschließt den Schleusenraum
auf der Ausgabeseite zum Reinraum. In dem oberhalb des Transportkanals angeordneten
Bauraum zur Aufnahme von Steuervorrichtungen der Ausgabe-/Eingabe-Station 1 sind unter
anderem die Antriebe 13 für die Schleusentore 10 und 11 angeordnet.
[0025] Der in den Figuren nicht dargestellte Arbeitsplatz zum Befüllen der Trays ist unmittelbar
benachbart zu dem Ausgegabeplatz 6 und dem Wiedereinlagerungsplatz 7 angeordnet, so
dass der die Arzneimittelportionen in die Aufnahmefächer der Trays einlegende Bediener
auf den Ausgabeplatz 6 bzw. den Wiedereinlagerungsplatz 7 zugreifen kann. Außerdem
befinden sich sowohl am Ausgabeplatz 6 als auch am Wiedereinlagerungsplatz 7 Lesevorrichtungen
(beispielsweise Scanner), mit denen auf den Arzneimittelpackungen aufgebrachte Identifikationsmittel
(beispielsweise Barcodes) gelesen werden können. Damit kann der Benutzer bei Entnahme
einer Arzneimittelpackung vom Ausgabeplatz 6 deren Identität prüfen, beispielsweise
einen Barcode scannen. Ebenso kann der Bediener beim Zurücklegen einer Arzneimittelpackung
auf den Wiedereinlagerungsplatz 7 erneut deren Identifizierer (beispielsweise Barcode)
lesen lassen, damit die Steuervorrichtung die Richtigkeit der wiedereinzulagernden
Packung prüfen kann. Damit kann die Steuereinrichtung prüfen, ob der Bediener tatsächlich
die zuvor vom Ausgabeplatz 6 entnommene Arzneimittelpackung nach der Entnahme der
in die Aufnahmefächer des Trays einzulegenden Arzneimittelportionen wieder auf den
Wiedereinlagerungsplatz 7 zurückgelegt hat. Sofern dies nicht der Fall ist, erzeugt
die Steuereinrichtung ein Warnsignal und fordert zur Korrektur auf, bevor die Ausgabe
nachfolgender Arzneimittelpackungen veranlasst wird.
[0026] Nachfolgend soll anhand von Figur 4 eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens zum Befüllen eines eine Mehrzahl von Aufnahmefächern aufweisenden offenen
Transportkastens (Trays) mit Einzelportionen von Medikamenten beschrieben werden.
[0027] In einem ersten Schritt 20 werden Daten, die einen Soll-Befüllung eines Trays mit
Einzelportionen von Medikamenten beschreiben, an den Steuer-Computer des Kommissionierautomaten
gesendet. Diese Daten zeigen beispielsweise an, in welchen Aufnahmefächern welche
Art von Tabletten oder Kapseln eingefüllt werden sollen. Vorzugsweise sind die Aufnahmefächer
des Trays in einer Matrix von Reihen und Spalten angeordnet und vorzugsweise umfassen
die die Soll-Befüllung kennzeichnenden Daten die Koordinaten dieser Aufnahmefächer.
[0028] Anschließend ermittelt der Steuer-Computer im Schritt 21 anhand der Soll-Befüllung
eine zuerst auszulagernde Packung. Die Auswahl der ersten Arzneimittelpackung kann
vom Transportweg und Einlagerungsort der Packung oder auch davon abhängen, welche
Arzneimittelart in einem ersten Fach der Matrix von Aufnahmefächern des Trays eingelagert
werden soll. Der Steuer-Computer kann auch anhand der Soll-Befüllung die vollständige
Sequenz der auzulagernden Arzneimittelpackungen vorab bestimmen und dann durch Ablegen
entsprechender Informationen in dafür vorgesehenen Speichern des Steuer-Computers
dafür sorgen, dass die so reservierten Arzneimittelpackungen nicht für andere Zwecke
aus dem Lager ausgelagert werden können.
[0029] Anschließend wird im Schritt 22 eine erste Packung durch das Bediengerät ausgelagert
und auf dem ersten Übernahmeplatz 8 abgelegt. Dazu wird gegebenenfalls zuvor das Schleusentor
10 auf der Seite des Innenraums des Kommissionierautomaten geöffnet und nach Ablage
der ersten Packung wieder geschlossen. Im Schritt 23 wird geprüft, ob der Ablageplatz
6 frei ist. Beim Ausgeben der ersten Packung wird diese Frage selbstverständlich bejaht.
Bei nachfolgenden Auslagerungen weiterer Packungen sorgt diese Abfrage dafür, dass
ein Aktivieren des Förderbands 4 erst dann stattfindet, wenn zuvor die vorhergehende
Arzneimittelpackung vom Abgabeplatz 6 entnommen worden ist. In einer nachfolgenden
Abfrage 24 wird geprüft, ob noch eine vom Bediener vom Abgabeplatz 6 entnommene Arzneimittelpackung,
aus der er Arzneimittelportionen entnehmen soll, zur Wiedereinlagerung, das heißt
zur Ablage auf dem Wiedereinlagerungsplatz 7, ansteht, das heißt ob, eine solche Packung
noch nicht wieder auf dem Wiedereinlagerungsplatz 7 abgelegt worden ist. Sofern diese
Frage bejaht wird, das heißt sofern noch eine zuvor ausgelagerte Arzneimittelpackung
nicht auf den Wiedereinlagerungsplatz gelegt worden ist, wartet der Steuer-Computer,
so dass kein Weitertransport der auf dem ersten Übernahmeplatz 8 abgelegten nachfolgenden
Arzneimittelpackung stattfindet.
[0030] Wenn jedoch die Frage im Schritt 24 verneint wird, also die vorhergehende Arzneimittelpackung
bereits auf dem Wiedereinlagerungsplatz abgelegt worden ist, fährt das Verfahren mit
dem Schritt 25 fort, in dem die Arzneimittelpackung vom ersten Übernahmeplatz 8 zum
Abgabeplatz 6 transportiert wird. Dort steht sie dann zur Entnahme durch den Bediener
bereit.
[0031] Ohne die Entnahme durch den Bediener abzuwarten, fährt das Verfahren mit dem Abfrageschritt
26 fort, in dem geprüft wird, ob es sich bei der soeben zum Abgabeplatz transportierten
Packung um die letzte Packung, die für die Soll-Befüllung benötigt wird, handelt.
Sofern dies bejaht wird, endet die Auslagerung und Ausgabe auf dem Abgabeplatz. Sofern
dies jedoch verneint wird, kehrt das Verfahren zum Schritt 21 zurück, in dem die nachfolgende
auszulagernde Packung ermittelt wird. Sofern bereits die Sequenz der auszulagernden
Packungen zuvor bestimmt worden ist, wird hier einfach die nächste Packung der Sequenz
zur Auslagerung vorgesehen. Dann fährt das Verfahren wiederum mit Schritt 22 fort,
in dem die nachfolgende Packung durch das Bediengerät aus dem automatisierten Lager
ausgelagert und auf dem ersten Übernahmeplatz 8 abgelegt wird. Nachfolgend wird im
Schritt 23 wiederum gefragt, ob der Abgabeplatz frei ist. Dies wird beispielsweise
dann verneint, wenn der Bediener noch nicht die zuvor im Schritt 25 zum Abgabeplatz
6 transportierte Packung entnommen hat.
[0032] Die Schleife in der oberen Hälfte der Darstellung der Figur sorgt dafür, dass bereits
für den Herantransport einer nachfolgenden auszulagernden Packung gesorgt wird, während
sich die zuvor ausgelagerte Packung noch auf dem Abgabeplatz 6 befindet. Allerdings
wird das Förderband 4 nur dann erneut betätigt, wenn der Abgabeplatz zuvor durch Entnahme
der Packung geleert worden ist.
[0033] In der unteren Hälfte der Figur 4 ist der Ablauf dargestellt, der mit der Entnahme
einer Packung vom Abgabeplatz 6 durch den Bediener beginnt. Diese Entnahme im Schritt
28 ist zeitlich entkoppelt von dem Transportschritt 25, was durch einen gestrichelten
Pfeil 36 angezeigt wird. Die Entnahme der Packung im Schritt 28 findet selbstverständlich
nach dem Transport der Packung zum Abgabeplatz 6 statt; es kann jedoch eine unbestimmte
Zeit zwischen dem Transport der Packung zum Abgabeplatz 6 und der Entnahme der Packung
vergehen.
[0034] In Schritt 29 entnimmt der Bediener eine Arzneimittelportion, beispielsweise eine
Tablette oder Kapsel, aus der vom Abgabeplatz 6 entnommenen Arzneimittelpackung. Zugleich
zeigt ihm der Steuer-Computer dasjenige Aufnahmefach des bereitstehenden Trays an,
in das diese Arzneimittelportion eingelegt werden soll. Da der Steuer-Computer sowohl
den Herantransport als auch die Entnahme der bestimmten Arzneimittelpackung überwacht
und da er zudem das Einfüllen von Portionen in die Aufnahmefächer mit Hilfe von Sensoren
überwacht, weiß der Steuer-Computer auch zu jedem Zeitpunkt, in welches Aufnahmefach
des Trays die nächste Arzneimittelportion einzulegen ist. Wie bereits oben ausgeführt,
kann das Anzeigen des jeweiligen Aufnahmefachs des Trays im einfachsten Fall durch
eine visuelle oder akustische Ausgabe auf einem Bildschirm oder mittels eines Lautsprechers
erfolgen. Vorzugsweise wird jedoch das gewählte Aufnahmefach direkt gekennzeichnet,
indem zum Beispiel benachbart oder unter dem Aufnahmefach eine für den Bediener sichtbare
optische Anzeige aktiviert wird. Sofern sich der Tray in vorgegebener Orientierung
auf einem vorgegebenen Platz befindet, kann das Anzeigen auch durch Richten eines
Lichtsflecks auf das gewählte Aufnahmefach erfolgen. Der Bediener legt dann die Arzneimittelportion
in das angezeigte Aufnahmefach des Trays ein, was wiederum mittels geeigneter Sensorik
durch den Steuer-Computer erfasst wird.
[0035] Im Schritt 30 wird gefragt, ob eine weitere Arzneimittelportion aus dieser ausgelagerten
Arzneimittelpackung in dasselbe oder ein anderes Aufnahmefach des Trays eingelegt
werden soll. Sofern dies der Fall ist, wird der Schritt 29 erneut ausgeführt.
[0036] Wenn sämtliche aus der ausgelagerten Arzneimittelpackung in den zu bestückenden Tray
einzulegende Arzneimittelportionen eingefüllt worden sind, also keine weitere Tablette
aus dieser Packung entnommen werden soll, fährt das Verfahren mit Abfrage 31 fort.
Hier wird gefragt, ob die Packung leer ist. Der Steuer-Computer erkennt dies automatisch,
weil er den jeweiligen Füllstand der Packung verfolgt. Zur Erhöhung der Sicherheit
kann darüber hinaus vorgesehen sein, dass der Bediener eine Eingabe vornimmt, sobald
er feststellt, dass die Arzneimittelpackung leer ist. Wird hierbei ein Widerspruch
zwischen dieser Eingabe des Bedieners und dem vom Steuer-Computer verfolgten Füllstand
der Arzneimittelpackung festgestellt, so kann ein entsprechendes Fehlersignal ausgegeben
werden. Der Benutzer kann dann aufgefordert werden, den Sachverhalt näher zu überprüfen.
[0037] Wenn im Schritt 31 festgestellt wird, dass die Packung leer ist (Pfeil 35), so wird
das Verfahren im Schritt 34 mit der Abfrage fortgesetzt, ob es sich bei der zuletzt
ausgelagerten Packung um die letzte für die Soll-Befüllung erforderliche Packung handelt.
Sofern dies der Fall ist, endet das Verfahren. Sofern dies nicht der Fall ist, kann
davon ausgegangen werden, dass der in der oberen Hälfte der Figur 4 dargestellte Verfahrensablauf
bereits dafür gesorgt hat, dass die nachfolgende Arzneimittelpackung zum Abgabeplatz
6 transportiert worden ist. Dann wird der Verfahrensablauf in der unteren Hälfte der
Figur 4 mit dem Schritt 28 fortgesetzt, nämlich dem Entnehmen der Packung durch den
Bediener.
[0038] Wenn im Schritt 31 festgestellt wird, dass die Packung nicht leer ist, so fährt das
Verfahren mit Schritt 32 fort, nämlich mit dem Zurücklegen der Packung auf dem Wiedereinlagerungsplatz
7. Hier sind ebenfalls mehrere Varianten denkbar. Beispielsweise kann der Benutzer
aufgrund der Verfolgung des Füllstands durch den Steuer-Computer aufgefordert werden,
die Packung auf den Wiedereinlagerungsplatz zurückzulegen und gegebenenfalls dabei
den Barcode scannen zu lassen. Andererseits kann der Benutzer stets von sich aus die
Packung auf den Wiedereinlagerungsplatz zurücklegen, wobei mit Hilfe geeigneter Sensoren
dieser Vorgang vom Steuer-Computer erfasst wird. Daraufhin prüft der Steuer-Computer,
ob es sich bei der auf den Wiedereinlagerungsplatz 7 aufgelegten Packung um die richtige
Packung handelt.
[0039] Das Verfahren fährt dann mit Schritt 33 fort, in dem die auf dem Wiedereinlagerungsplatz
7 aufgelegte Packung von dem Förderband 5 zu dem zweiten Übernahmeplatz 9 transportiert
wird. Dabei werden wiederum die Schleusentore in entsprechender Weise betätigt. Vom
zweiten Übernahmeplatz 9 entnimmt das Bediengerät des automatisierten Lagers die Packung
(welche teilweise entleert ist) und lagert diese an einem geeigneten Platz ein. Selbstverständlich
speichert der Steuer-Computer in Zuordnung zu dem Lagerplatz dieser Packung auch den
Füllstand der teilweise entleerten Packung.
[0040] Nach dem Schritt 33 wird das Verfahren wiederum mit der oben beschriebenen Abfrage
34 fortgesetzt. Bei alternativen Ausführungsformen können der Schritt 34 und die nachfolgenden
Schritte auch bereits ausgeführt werden, nachdem ein Zurücklegen der Packung auf den
Wiedereinlagerungsplatz 7 im Schritt 32 festgestellt worden ist. Bereits während des
Rücktransports zum zweiten Übernahmeplatz und der Wiedereinlagerung durch das Bediengerät
im Schritt 33 können auf diese Weise der Schritt 28 und gegebenenfalls die nachfolgenden
Schritte 29 und 30 ausgeführt werden, was den Gesamtablauf verkürzt. In diesem Fall
ist wiederum eine Abfrage vorzusehen, die vermeidet, dass eine weitere Arzneimittelpackung
auf den Wiedereinlagerungsplatz 7 zurückgelegt wird, bevor die zuvor dort aufgelegte
Packung am zweiten Übernahmeplatz 9 von dem Bediengerät entnommen worden ist.
[0041] Im Rahmen des Erfindungsgedankens sind zahlreiche alternative Ausführungsformen denkbar.
Anstelle des Anordnens der Schleusentore auf der Seite des Kommissionierautomaten
können diese auch auf der Seite des Reinraums angeordnet sein. Beispielsweise können
sowohl der Ausgabeplatz 6 als auch der Wiedereinlagerungsplatz 7 vollständig von Wandungen
umschlossen sein und nur nach Öffnen frontseitig vorgesehener Türen für den Bediener
zugreifbar sein. Anstelle der Förderbänder können beispielsweise auch Rutschen als
Transportvorrichtung verwendet werden, wobei entlang der Rutschen Sperren vorgesehen
sein können, die ein Weiterrutschen der Arzneimittelpackungen verhindern bzw. freigeben
können. Wesentlich ist allerdings, dass sich Ausgabeplatz 6 und Wiedereinlagerungsplatz
7 in räumlicher Nähe zueinander befinden, das heißt von dem Bediener, der das Befüllen
der Trays vornimmt, gleichzeitig zugreifbar sind.
1. Ein Verfahren zum Befüllen eines eine Mehrzahl von Aufnahmefächern aufweisenden offenen
Transportkastens (Trays) mit Einzelportionen von Medikamenten,
wobei die Einzelportionen aus Arzneimittelpackungen entnommen werden, die von einem
automatisierten Lager unter Verwendung einer Ausgabe-/Eingabe-Station (1) bereitgestellt
werden, wobei:
a) einer Steuereinrichtung eine Soll-Befüllung der Aufnahmefächer des Transportkastens
zur Verfügung gestellt wird (20), aus der die auszulagernden Arzneimittelpackungen
und eine Reihenfolge ihrer Auslagerung bestimmt werden (21),
b) eine Arzneimittelpackung, die wenigstens eine Einzelportion eines vorgegebenen
Arzneimittels enthält, aus dem automatisierten Lager ausgelagert wird, indem die Arzneimittelpackung
von einem Bediengerät des automatisierten Lagers auf einem ersten Übernahmeplatz (8)
der Ausgabe-/EingabeStation (1) abgelegt (22) und von einer ersten Transportvorrichtung
(4) der Ausgabe-/Eingabe-Station (1) zu einem Ausgabeplatz (6) transportiert wird
(25), sobald der Ausgabeplatz (6) frei ist (23),
c) die Arzneimittelpackung von dem Ausgabeplatz (6) der Ausgabe-/Eingabe-Station (1)
entnommen wird (28),
d) aus der entnommenen Arzneimittelpackung von einem Bediener eine oder mehrere Einzelportionen
entnommen und jeweils in ein oder mehrere vorgegebene Aufnahmefächer des Transportkastens
eingebracht werden (29, 30),
wobei mittels einer von der Steuereinrichtung gesteuerten Anzeigeeinrichtung dem Bediener
das jeweils zu befüllende Aufnahmefach angezeigt wird, und
wobei das korrekte Einfüllen der Einzelportionen von der Steuereinrichtung überwacht
wird,
e) die Arzneimittelpackung, sofern sie teilweise entleert ist, auf einem in räumlicher
Nähe des Ausgabeplatzes (6) angeordneten Wiedereinlagerungsplatz (7) der Ausgabe-/EingabeStation
(1) abgelegt (32) und von dort mittels einer zweiten Transportvorrichtung (5) zu einem
zweiten Übernahmeplatz (9) transportiert wird, auf den das Bediengerät des automatisierten
Lagers zugreift, um die Arzneimittelpackung wieder in das automatisierte Lager einzulagern
(33), und
f) die Schritte b) bis e) für jeweils eine nachfolgende Arzneimittelpackung wiederholt
werden, bis alle Einzelportionen entsprechend der Soll-Belegung eingefüllt worden
sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine an der Arzneimittelpackung angebrachte Identifikation, beispielsweise ein Barcode
oder ein RFID, im Schritt b) gelesen wird, um die Korrektheit der entnommenen Arzneimittelpackung
zu prüfen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine an der Arzneimittelpackung angebrachte Identifikation, beispielsweise ein Barcode
oder ein RFID, im Schritt d) vor dem oder beim Ablegen gelesen wird, um die Korrektheit
der wiedereinzulagernden Arzneimittelpackung zu prüfen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
- entweder beim Entnehmen einer Arzneimittelpackung vom Ausgabeplatz (6)
- oder nach dem Befüllen eines Aufnahmefachs mit der letzten aus einer Arzneimittelpackung
entnommenen Einzelportion
- oder nach dem Auflegen der teilweise entleerten Arzneimittelpackung auf den Wiedereinlagerungsplatz
(7) der Ausgabe/Eingabe-Station (1)
ein den Transport der nachfolgenden Arzneimittelpackung zu dem Ausgabeplatz (6) bewirkendes
Signal erzeugt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das den Transport der nachfolgenden Arzneimittelpackung zu dem Ausgabeplatz (6) bewirkende
Signal durch Betätigen einer Bedienereingabevorrichtung erzeugt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das den Transport der nachfolgenden Arzneimittelpackung zu dem Ausgabeplatz (6) bewirkende
Signal durch Auslösen eines Sensors, beispielsweise einer Lichtschranke, erzeugt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Auflegen einer Arzneimittelpackung auf den Wiedereinlagerungsplatz (7) durch
Auslösen eines weiteren Sensors, beispielsweise einer Lichtschranke, erfasst wird.
8. Ausgabe-/Eingabe-Station (1) für ein automatisiertes Lager für Arzneimittelpackungen
zur Verwendung in einem Verfahren zum Befüllen eines eine Mehrzahl von Aufnahmefächern
aufweisenden offenen Transportkastens (Trays) mit Einzelportionen von Arzneimitteln,
mit:
a) einer ersten Transportvorrichtung (4), die eine Arzneimittelpackung von einem Bediengerät
des automatisierten Regallagers an einem ersten Übernahmeplatz (8) aufnehmen und zu
einem Ausgabeplatz (6) transportieren kann, an dem die Arzneimittelpackung für einen
Zugriff durch einen Bediener zur Verfügung steht,
wobei Antriebs- oder Stellvorrichtungen (12, 13) der ersten Transportvorrichtung (4)
Mittel zum Transportieren der Arzneimittelpackung und/oder zur Freigabe eines solchen
Transports und/oder zur Freigabe eines Zugriffs auf den Ausgabeplatz antreiben,
b) einer zweiten Transportvorrichtung (5), die eine Arzneimittelpackung an einem für
einen Bediener zugänglichen Wiedereinlagerungsplatz (7) aufnehmen und zu einem zweiten
Übernahmeplatz (9) in den Zugriffsbereich des Bediengeräts transportieren kann,
wobei Antriebs- oder Stellvorrichtungen der zweiten Transportvorrichtung Mittel zum
Transportieren der Arzneimittelpackung und/oder zur Freigabe eines solchen Transports
antreiben,
wobei der Wiedereinlagerungsplatz (7) in räumlicher Nähe zum Ausgabeplatz (6) angeordnet
ist, und
c) einer mit den Antriebs- oder Stellvorrichtungen der beiden Transportvorrichtungen
(4, 5) gekoppelten Steuereinrichtung, die mit einer Erfassungseinrichtung zum Erfassen
einer Entnahme einer Arzneimittelpackung von dem Ausgabeplatz verbunden ist, wobei
die Steuereinrichtung nach Erfassen der Entnahme einer Arzneimittelpackung von dem
Ausgabeplatz (6) veranlasst, dass eine nächste Arzneimittelpackung zum Ausgabeplatz
(6) transportiert wird, sofern sich die Arzneimittelpackung bereits in der ersten
Transportvorrichtung (4) befindet, anderenfalls vorab das Bediengerät veranlasst,
die Arzneimittelpackung zu dem ersten Übernahmeplatz (8) auszulagern.
9. Ausgabe-/Eingabe-Station nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebs- oder Stellvorrichtungen (12, 13) der ersten Transportvorrichtung (4)
Mittel zur Freigabe eines Transports antreiben und die Mittel zur Freigabe eine zwischen
dem ersten Übernahmeplatz (8) und dem Ausgabeplatz (6) angeordnete Zugriffssperre
(11) umfassen, die einen Weitertransport einer Arzneimittelpackung zu dem Ausgabeplatz
(6) solange verhindert, bis die Steuereinrichtung diesen Transport freigibt.
10. Ausgabe-/Eingabe-Station nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugriffssperre eine Schleuse mit einer einlaufseitigen Schleusentür (10) und
einer ausgabeseitigen Schleusentür (11) ist.
11. Ausgabe-/Eingabe-Station nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Transportvorrichtung (4) der Ausgabe-/Eingabe-Station in einem Tunnel angeordnet
ist, der eine Wandung (3, 2) zwischen dem automatisierten Lager für Arzneimittelpackungen
und einem Reinraum durchstößt, und die Schleuse den Tunnel sowohl mit der einlaufseitigen
Schleusentür (10) als auch mit der ausgabeseitigen Schleusentür (11) verschließt.
12. Ausgabe-/Eingabe-Station nach einem der Ansprüche 8 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass am Ausgabeplatz (6) und/oder am Wiedereinlagerungsplatz (7) eine Identifizierungsvorrichtung
vorgesehen ist, die ein Lesen einer an der Arzneimittelpackung angebrachten Identifikation
ermöglicht.
13. Ausgabe-/Eingabe-Station nach einem der Ansprüche 8 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Transportvorrichtung ein erster Bandförderer mit einem ersten Förderband
(4) und einem Antrieb (12) ist und der erste Übernahmeplatz (8) und der Ausgabeplatz
(6) Plätze auf dem ersten Förderband (4) sind.
14. Ausgabe-/Eingabe-Station nach einem der Ansprüche 8 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transportvorrichtung ein zweiter Bandförderer mit einem zweiten Förderband
(5) und einem Antrieb ist und der Wiedereinlagerungsplatz (7) und der zweite Übernahmeplatz
(9) Plätze auf dem zweiten Förderband (5) sind.
15. Ausgabe-/Eingabe-Station nach einem der Ansprüche 13 - 14, dadurch gekennzeichnet, dass das erste (4) und das zweite (5) Förderband parallel nebeneinander angeordnet und
von etwa gleicher Länge sind.
16. Ausgabe-/Eingabe-Station nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Förderband (4, 5) in jeweils einem Tunnel angeordnet sind,
der eine Wandung (2, 3) zwischen dem automatisierten Lager für Arzneimittelpackungen
und einem Reinraum durchstößt, wobei jeweils eine Schleuse den Tunnel sowohl mit einer
einlaufseitigen Schleusentür als auch mit einer ausgabeseitigen Schleusentür verschließt.