[0001] Die Erfindung betrifft ein System und ein Verfahren zum Reinigen eines rotierbaren
Elements eines Etikettieraggregats.
[0002] In einem Etikettieraggregat werden im Etikettierbetrieb rotierbare Elemente eingesetzt,
um Etiketten oder Etikettenbänder weiterzugeben, zu transportieren, zu halten, zu
vereinzeln oder auf Gefäße aufzubringen. Solche rotierbaren Element können zum Beispiel
Leimwalzen, Palettenkarusselle oder Greiferzylinder sein. Die Etiketten(bänder) können
vorbeleimt sein oder im Etikettieraggregat beleimt werden. Typischerweise verbleiben
Klebstoff-, Leim- und Etikettenreste im Etikettieraggregat, besonders auf den rotierbaren
Elementen, die meist in direkten Kontakt mit den Etiketten und dem Klebstoff bzw.
Leim kommen. Eine Reinigung der rotierbaren Elemente ist daher regelmäßig erforderlich.
Bei der Reinigung der rotierbaren Elemente des Etikettieraggregats muss sorgfältig
darauf geachtet werden, dass nur ausgewählte Elemente mit Reinigungsflüssigkeit und
gelöstem Schmutz in Kontakt kommen, da andere Elemente, vor Allem Antriebe, durch
einen solchen Kontakt beschädigt oder in ihrer Funktion beeinträchtigt werden könnten.
[0003] Eine Möglichkeit besteht darin, die ausgewählten Elemente aus dem Etikettieraggregat
auszubauen und zu reinigen. Ein Umbau ist jedoch zeitaufwändig. Stattdessen wäre ein
CIP (cleaning in place) Prozess wünschenswert.
[0004] Die
DE 29 04 126 zeigt ein System, bei dem eine Leimwalze in einem Leimwerk gereinigt werden kann
ohne dazu aus dem Etikettieraggregat zu dem das Leimwerk gehört ausgebaut werden zu
müssen. Dabei ist die Leimwalze in einem Gehäuse mit einer Betriebsöffnung, durch
die im Etikettierbetrieb Leimübertragung erfolgt, untergebracht und beim Reinigungszyklus
ist diese Betriebsöffnung üblicherweise geschlossen. Im Reinigungszyklus geben Waschdüsen
Reinigungsmittel auf die Leimwalze ab.
[0005] Bei einem solchen Reinigungssystem wird nur die Leimwalze gereinigt, jedoch keines
der anderen rotierbaren Elemente. Der Nachteil des bekannten Stands der Technik ist
also, dass keine Reinigung der anderen rotierbaren Elemente, die ebenfalls verschmutzt
werden, erfolgt. Daher ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein System und ein Verfahren
zum Reinigen von rotierbaren Elementen eines Etikettieraggregats bereit zu stellen,
das ermöglicht, dass verschiedene, insbesondere mehrere rotierbare Elemente des Etikettieraggregats
gründlich gereinigt werden können. Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der Patentansprüche
1 und 12 gelöst.
[0006] Das erfindungsgemäße System zum Reinigen eines rotierbaren Elements eines Etikettieraggregats
umfasst ein Etikettieraggregat. Das Etikettieraggregat umfasst ein rotierbares Element
zum Halten und/oder Transportieren und/oder Beleimen von Etiketten im Etikettierbetrieb,
einen Antrieb zum Antreiben des rotierbaren Elements mit einer Rotationsgeschwindigkeit,
ein Reinigungselement und ein Flüssigkeitsabgabeelement zum Abgeben von Reinigungsflüssigkeit
auf eine zu reinigende Oberfläche des rotierbaren Elements und/oder auf das Reinigungselement.
Das rotierbare Element und das Reinigungselement sind derart ausgebildet und/oder
angeordnet, dass zum Reinigen ein mechanischer Kontakt zwischen der zu reinigenden
Oberfläche des rotierbaren Elements und einer Oberfläche des Reinigungselements herstellbar
ist.
[0007] Mechanischer Kontakt wird im Folgenden auch einfach als Kontakt bezeichnet. Die zu
reinigende Oberfläche eines rotierbaren Elements wird im Folgenden der Einfachheit
halber nur noch als Oberfläche des rotierbaren Elements bezeichnet und die Oberfläche
eines Reinigungselements als Oberfläche des Reinigungselements. Rotierbare Elemente
zum Halten und/oder Transportieren und/oder Beleimen von Etiketten im Etikettierbetrieb
werden im Folgenden der Einfachheit halber nur als rotierbare Elemente bezeichnet.
[0008] Im Folgenden werden Eigenschaften des Flüssigkeitsabgabeelements, des rotierbaren
Elements und des Reinigungselements beschrieben. Das System kann mehrere Flüssigkeitsabgabeelemente
und/oder mehrere rotierbare Elemente und/oder mehrere Reinigungselemente umfassen.
Dann können jeweils das bzw. eines der oder mehrere, insbesondere jedes Flüssigkeitsabgabeelement
bzw. rotierbare Element bzw. Reinigungselement die jeweilige Eigenschaft haben.
[0009] Insbesondere können das erste rotierbare Element und/oder das Reinigungselement derart
ausgebildet und/oder angeordnet sein, dass maschinell Kontakt zwischen der Oberfläche
des rotierbaren Elements und der Oberfläche des Reinigungselements herstellbar ist.
[0010] Das rotierbare Element kann derart ausgebildet sein, dass es genau eine Drehachse
umfasst, um die es sowohl im Etikettierbetrieb als auch im Reinigungsprozess rotierbar
ist. Insbesondere kann das rotierbare Element eine Zylindergeometrie aufweisen und
die Zylinderachse kann der Drehachse entsprechen. Insbesondere kann die Drehachse
horizontal oder vertikal angeordnet sein. Rotierbare Elemente mit einer solchen Drehachse
werden im Folgenden als horizontal bzw. vertikal angeordnete rotierbare Elemente bezeichnet.
Die Drehachse kann ortsfest oder nicht ortsfest angeordnet sein. Insbesondere kann
die Drehachse verschiebbar oder drehbar angeordnet sein. Dies ermöglicht eine optimale
Anordnung des rotierbaren Elements sowohl im Etikettierbetrieb als auch im Reinigungsprozess.
[0011] Die Begriffe "horizontal" und "vertikal" beziehen sich auf die Lotrichtung. Die Drehachsen
können jeweils von einer horizontalen bzw. vertikalen Ausrichtung weniger als 20°,
insbesondere weniger als 10°, insbesondere weniger als 5° abweichen.
[0012] Das rotierbares Element kann eine Zylindergeometrie aufweisen und die Mantelfläche
des Zylinders kann die Oberfläche umfassen. Die Oberfläche kann glatt oder rau sein.
Die Oberfläche kann perforiert sein. Die Oberfläche kann relativ zur Drehachse positionsfest
oder bewegbar sein. Die Oberfläche kann um eine weitere Drehachse drehbar gelagert
oder radial oder entlang des Umfangs des rotierbaren Elements verschiebbar angeordnet
sein. Die Oberfläche kann eben oder gewölbt, insbesondere konvex oder konkav im Bezug
auf die Drehachse, ausgebildet sein. Das rotierbare Element kann eine perforierte
Oberfläche aufweisen und mit Unterdruck beaufschlagbar sein.
[0013] Das Reinigungselement kann in Form eines Zylinders ausgebildet sein. Das rotierbare
Element kann in Form eines Zylinders, insbesondere in Form eines Karussells oder in
Form einer Walze, ausgebildet sein, insbesondere in Form eines Greiferzylinders, eines
Palettenkarussells oder einer Leimwalze zum Beleimen von Etiketten. Derart ausgebildete
rotierbare Elemente sind häufig Bestandteile von Etikettieraggregaten und werden im
Etikettierbetrieb besonders starker Verschmutzung, beispielsweise durch Leim, Klebstoff,
Etiketten oder Etikettenreste, ausgesetzt.
[0014] Ein in Form eines Zylinders ausgebildetes rotierbares Element bzw. Reinigungselement,
auch als zylinderförmig bezeichnet, umfasst jedes rotierbare Element bzw. Reinigungselement,
das eine Zylindergeometrie aufweist. Ein Element in Form eines Zylinders muss nicht
zwangsläufig tatsächliche (materielle) Mantelflächen und Deckflächen aufweisen. Beispielsweise
fallen unter die Zylinderform auch ein Hohlzylinder ohne Deckflächen, ein Zylinder
mit einer perforierten Mantelfläche, ein Zylinder mit einer Mantelfläche mit Unebenheiten
oder ein zylinderförmig angeordnetes Material, das selbst aber keine strenge Symmetrie
aufweist, wie beispielsweise im Fall einer Bürste oder eines saugfähigen Materials.
[0015] Ein Karussell bezeichnet hier eine Vorrichtung, bei der mehrere Speichen radial von
einer Drehachse weg verlaufen, an deren Ende wiederum Elemente angeordnet sind. Diese
Elemente können jeweils um eine, insbesondere parallel zur Drehachse verlaufende,
Achse rotierbar sein. Insbesondere können diese Elemente um in der Mantelfläche eines
Zylinders angeordnete Achsen, die insbesondere parallel zur Drehachse des Zylinders
sein können, rotierbar sein. Die Oberflächen aller Elemente bilden zusammen die Oberfläche
des Karussells. Bei einem Paletten karussell sind die Elemente um in der Mantelfläche
eines Zylinders angeordnete Achsen, die parallel zur Drehachse des Zylinders sind,
rotierbar, insbesondere, ausgehend von der Radialrichtung, um einen Winkel kleiner
oder gleich 90° in beide Richtungen. Dabei sind die Elemente jeweils zum Aufnehmen
und Halten eines Etiketts ausgebildet.
[0016] Ein Greiferzylinder umfasst einen Zylindermantel zum Halten und Transportieren von
Etiketten. Des Weiteren umfass der Greiferzylinder ein Element, das zum Abnehmen von
Etiketten, insbesondere beleimten Etiketten, von einem anderen rotierbaren Element,
insbesondere dem oben beschriebenen Palettenkarussell, ausgebildet ist. Der Greiferzylinder
kann ein saugfähiges Material, insbesondere einen Andrückschwamm für Etiketten, umfassen.
[0017] Eine Leimwalze weist auf dem gesamten Umfang des Zylindermantels ein Material auf,
das derart ausgebildet ist, dass es Leim oder flüssigen Klebstoff aufnehmen und bei
direkten Kontakt wieder abgeben kann, beispielsweise auf ein vorbei geführtes Etikett
oder Etikettenband.
[0018] Das rotierbare Element und das Reinigungselement können als Zylinder ausgebildet
sein und die Mantelfläche des jeweiligen Zylinders kann die jeweilige Oberfläche sein.
In diesem Fall können die Zylinderachse des rotierbaren Elements und die Zylinderachse
des Reinigungselements parallel zueinander angeordnet sein und die Mantelflächen der
Zylinder miteinander in Kontakt stehen, insbesondere entlang der gesamten Länge eines
der Zylinder.
[0019] Das Reinigungselement kann ein Leder, ein Gewebe, einen Fließ oder einen Schwamm
umfassen. Die Materialien haben gemeinsam, dass sie flexibel und/oder weich sind und
sich so der Form der Oberfläche des rotierbaren Elements anpassen können. Das heißt,
sie können dicht an der Oberfläche anliegen und Verschmutzungen und Reinigungsflüssigkeit
gut abwischen. Das Material kann zusätzlich saugfähig sein, beispielsweise ein Schwamm.
Das hat den Vorteil, dass Entfernen der Reinigungsflüssigkeit schneller und effizienter
erfolgen kann, als durch reines Abtropfen und/oder Lufttrocknen. Welche Härte und
Flexibilität das Material aufweisen soll wird sich nach den möglichen Verschmutzungen
und der Form und Empfindlichkeit der Oberfläche des rotierbaren Elements richten.
[0020] Das Reinigungselement kann in Form einer Bürste ausgebildet sein. Eine Bürste kann
Borsten aufweisen, wobei die Borstenhärte, Dichte und Länge je nach Verschmutzungsgrad
und Oberflächenbeschaffenheit der Oberfläche des rotierbaren Elements gewählt werden.
Eine Bürste hat den Vorteil, dass die Borsten auch vergleichsweise raue Oberflächen
und kleine Öffnungen effizient reinigen können, wie beispielsweise angeraute Oberflächen
oder Ansaugöffnungen für vakuumbeaufschlagte rotierbare Elemente.
[0021] Das Reinigungselement kann in Form einer Wischlippe ausgebildet sein. Eine Wischlippe
ist besonders geeignet, um Reinigungsflüssigkeit von dem rotierbaren Element abzustreifen,
was den Reinigungseffekt verbessern und das Trocknen schneller und effizienter machen
kann. Dies gilt insbesondere für eine glatte Oberfläche eines rotierbaren Elements
und/oder in Kombination mit der Anwendung eines saugfähigen Materials im Anschluss
an die Anwendung der Wischlippe.
[0022] Das Reinigungselement kann in Form eines Schabers ausgebildet sein. Das Reinigungselement
kann des Weiteren derart angeordnet und/oder ausgebildet sein, dass der Schaber an
das rotierbare Element drückbar ist. Ein solcher Schaber hat den Vorteil, dass grobe
und stark haftende Verschmutzungen, beispielsweise Etiketten oder Leimreste, besonders
effizient von der Oberfläche des rotierbaren Elements entfernt werden können.
[0023] Das Reinigungselement kann zusätzlich ein Flüssigkeitsabgabeelement zur Abgabe von
Reinigungsflüssigkeit umfassen. So kann Reinigungsflüssigkeit etwa im Bereich der
Anwendung und zeitgleich oder unmittelbar vor der Anwendung des Leders, des Gewebes,
des Fließ, des Schwamms, der Bürste, der Wischlippe und/oder des Schabers aufgebracht
werden. Dies ermöglicht eine effizientere Reinigung durch gezieltes Aufbringen und
Entfernen von Reinigungsflüssigkeit und Entfernen von Verunreinigungen.
[0024] Das Reinigungselement kann derart ausgebildet und/oder angeordnet sein, dass es von
einer Position, in der es nicht in Kontakt mit dem rotierbaren Element steht, in eine
Position, in der es in Kontakt mit einem rotierbaren Element steht, gebracht werden
kann. Diese Positionen werden als aktive Position bzw. passive Position bezeichnet.
Dies ermöglicht, dass das Reinigungselement abgerückt sein kann, und somit beispielsweise
im Etikettierbetrieb nicht im Weg ist, und im Reinigungsprozess in Kontakt mit dem
rotierbaren Element gebracht werden kann. Das Reinigungselement kann derart ausgebildet
und/oder angeordnet sein, dass es zwischen zwei aktiven Positionen bewegbar ist.
[0025] Das Reinigungselement kann rotierbar sein, beispielsweise eine rotierbare, zylinderförmige
Bürste. Wird die Bürste rotiert während sie in Kontakt mit dem rotierbaren Element
steht, ermöglicht das eine gründliche und schnelle Reinigung, da durch die Bewegung
Verschmutzungen gelöst werden können.
[0026] Das System kann eine Arretierung für das Reinigungselement umfassen. Ein Arretieren
kann beispielsweise für den Umbau oder Transport des Systems von Vorteil sein.
[0027] Der Antrieb kann einen Motor umfassen. Der Motor kann mit verschiedenen Drehzahlen
betreibbar sein. Des Weiteren kann der Antrieb eine Antriebswelle mit einer oder mehreren
Übersetzungen umfassen. Der erste Antrieb kann derart ausgebildet sein, dass die jeweilige
Rotationsgeschwindigkeit im Betrieb geändert werden kann. Dies wird als variabel einstellbare
Rotationsgeschwindigkeit bezeichnet. Der Antrieb kann derart ausgebildet sein, dass
jeweils eine gleichbleibende und/oder eine sich ändernde, insbesondere eine sich diskontinuierlich
oder kontinuierlich ändernde, Rotationsgeschwindigkeit eingestellt werden kann. Der
Antrieb kann derart ausgebildet sein, dass er zwei rotierbare Elemente des Systems
variabel und unabhängig voneinander antreibt. Der Antrieb kann oberhalb oder unterhalb
des rotierbaren Elements oder auf gleicher Höhe wie das rotierbare Element und/oder
das Flüssigkeitsabgabeelement angeordnet sein.
[0028] Das System kann genau ein Flüssigkeitsabgabeelement umfassen. Ein einzelnes Flüssigkeitsabgabeelement
hat den Vorteil, dass es einen kompakteren Aufbau ermöglicht und Material und Kosten
einspart. Für manche Systeme und Anordnungen, kann ein einzelnes Flüssigkeitsabgabeelement
schon ausreichen, um die Reinigungsflüssigkeit über die gesamte Oberfläche jedes der
zu reinigenden rotierbaren Elemente zu verteilen, insbesondere bei einem bewegbar
angeordneten Flüssigkeitsabgabeelement. Bei Verwendung einer Mehrzahl von Flüssigkeitsabgabeelementen
kann die Reinigungsflüssigkeit auf einen größeren Teil der Oberfläche eines rotierbaren
Elements oder auf mehrere rotierbare Elemente gleichzeitig verteilt werden.
[0029] Das Flüssigkeitsabgabeelement kann derart ausgebildet sein, dass es Reinigungsflüssigkeit
auf die Oberfläche des Reinigungselements abgibt. Das Flüssigkeitsabgabeelement kann
derart ausgebildet und/oder angeordnet sein, dass es Reinigungsflüssigkeit nur auf
das rotierbare Element oder nur auf das Reinigungselement abgibt. Das Flüssigkeitsabgabeelement
kann derart ausgebildet und/oder angeordnet sein dass es Reinigungsflüssigkeit auf
das rotierbare Element und das Reinigungselement, insbesondere gleichzeitig oder sukzessive,
abgibt. Dies ermöglicht je nach Anordnung der übrigen Elemente des Systems, dass die
Reinigungsflüssigkeit effizient auf das rotierbare Element und/oder das Reinigungselement
verteilt werden kann.
[0030] Das Flüssigkeitsabgabeelement und/oder das rotierbare Element und/oder das Reinigungselement
und/oder der Antrieb können derart ausgebildet und/oder angeordnet sein, dass die
Reinigungsflüssigkeit über jeweils 80% der Oberfläche des rotierbaren Elements und/oder
des Reinigungselements verteilbar ist, insbesondere über 85%, insbesondere über 90%,
insbesondere über 95%, insbesondere über 100%. Somit kann ein großer Teil des rotierbaren
Elements und/oder des Reinigungselements von Verschmutzungen gereinigt werden. Beispielsweise
kann das Flüssigkeitsabgabeelement ortsfest angeordnet und derart ausgebildet und/oder
angeordnet sein, dass es Reinigungsflüssigkeit auf die Oberfläche des rotierbaren
Elements abgibt währen das rotierbare Element angetrieben wird. So kann ein größerer
Teil der Oberfläche des rotierbaren Elements mit Reinigungsflüssigkeit bedeckt werden,
als wenn die Flüssigkeitsabgabe erfolgt, während das rotierbare Element nicht angetrieben
wird. Eine ausreichend große Anzahl an Flüssigkeitsabgabeelementen kann ortsfest an
geeigneten Stellen entlang des rotierbaren Elements und/oder des Reinigungselements
angeordnet sein. Das Flüssigkeitsabgabeelement kann parallel zur Rotationsachse oder
entlang des Umfangs des rotierbaren Elements bewegt werden, während das rotierbare
Element angetrieben wird oder nicht angetrieben wird.
[0031] Das Flüssigkeitsabgabeelement kann derart ausgebildet sein, dass Reinigungsflüssigkeit
mit oder ohne Druckbeaufschlagung der Reinigungsflüssigkeit abgebbar ist. Abgeben
der Reinigungsflüssigkeit mit Druckbeaufschlagung hat den Vorteil, dass Bedecken einer
großen Fläche des rotierbaren Elements und/oder des Reinigungselements mit Reinigungsflüssigkeit
auch für großflächige rotierbare Elemente bzw. Reinigungselemente möglich ist, auch
dann, wenn die Reinigungsflüssigkeit nur an wenigen Stellen auf das rotierbare Element
bzw. Reinigungselement abgegeben wird, insbesondere wenn das Flüssigkeitsabgabeelement
und das rotierbare Element bzw. Reinigungselement während der Flüssigkeitsabgabe nicht
bewegt werden. Abgeben der Reinigungsflüssigkeit ohne Druckbeaufschlagung hat den
Vorteil, dass das Flüssigkeitsabgabeelement einfacher ausgebildet sein kann. So kann
beispielsweise auf eine Druckluftversorgung verzichtet werden.
[0032] Das Flüssigkeitsabgabeelement kann derart ausgebildet und/oder angeordnet sein, dass
die Reinigungsflüssigkeit auf den oberen Rand des rotierbaren Elements und/oder des
Reinigungselements abgebbar ist. Insbesondere derart, dass die Reinigungsflüssigkeit
zu einem bestimmten Zeitpunkt gleichzeitig auf den gesamten oberen Rand oder auf einen
oder mehrere Teilbereiche des oberen Randes des rotierbaren Elements und/oder des
Reinigungselements abgebbar ist. Das rotierbare Element und/oder das Reinigungselement
können vertikal angeordnet sein. Allgemein, aber insbesondere bei einer vertikalen
Anordnung, und Abgabe der Reinigungsflüssigkeit auf den oberen Rand hat die Schwerkraft
eine vorteilhafte Wirkung beim Verteilen der Reinigungsflüssigkeit über die Oberfläche
des rotierbaren Elements und/oder über die Oberfläche Reinigungselement. In diesem
Fall kann gegebenenfalls auf eine Druckbeaufschlagung der Reinigungsflüssigkeit verzichtet
werden.
[0033] Das Flüssigkeitsabgabeelement kann bewegbar angeordnet sein, insbesondere verschiebbar
und/oder rotierbar. Insbesondere kann ein Flüssigkeitsabgabeelement während dem Abgeben
von Reinigungsflüssigkeit entlang des rotierbaren Elements und/oder Reinigungselements
oder von dem rotierbaren Element zum Reinigungselement verschiebbar und/oder rotierbar
sein. Im Vergleich zu einem Flüssigkeitsabgabeelement, das nicht bewegbar angeordnet
ist, kann so die Reinigungsflüssigkeit mit der gleichen Zahl von Flüssigkeitsabgabeelementen
auf einen größeren Teil der Oberfläche verteilt werden. Abgesehen davon kann ein bewegbares
Flüssigkeitsabgabeelement für einen Umbau des Systems von Vorteil sein, da so mit
einem einzigen oder wenigen Flüssigkeitsabgabeelementen verschiedene Systemanordnungen
berücksichtigt werden können.
[0034] Ein Flüssigkeitsabgabeelement kann positionsfest angeordnet sein. Das Flüssigkeitsabgabeelement
derart angeordnet sein, dass die relative Position des rotierbaren Elements und des
Flüssigkeitsabgabeelements und/oder die relative Position des Reinigungselements und
des Flüssigkeitsabgabeelements fest sind. Durch eine solche Anordnung kann sichergestellt
werden, dass die Reinigungswirkung zuverlässig und reproduzierbar ist.
[0035] Das System kann eine Mehrzahl von Flüssigkeitsabgabeelementen umfassen, die in verschiedenen
Bereichen des Systems angeordnet sind, insbesondere, derart, dass sie Reinigungsflüssigkeit
auf verschiedene rotierbare Elemente abgeben können. So kann die Reinigungsflüssigkeit
effizient verteilt werden.
[0036] Das Flüssigkeitsabgabeelement kann eine Düse, einen Sprühkopf, ein Ventil, eine Leitung
mit einem oder mehreren Löchern oder ein Leitungsende, insbesondere ein offenes oder
offen- und verschließbares Leitungsende, umfassen. Eine Leitung mit einem oder mehreren
Löchern oder ein offenes Leitungsende macht das System gegebenenfalls weniger wartungsintensiv
und weniger fehleranfällig. Ventile, Sprühköpfe und Düsen sind besonders bei einem
automatisierten Betrieb von Vorteil, da sie gut maschinell ansteuerbar sind. Außerdem
vereinfachen sie das Kontrollieren der Austrittsrichtung der Flüssigkeit.
[0037] Das Flüssigkeitsabgabeelement kann zum Abgeben von Reinigungsflüssigkeit und/oder
zum Bewegen im System ansteuerbar sein. Wenn das System mehrere Flüssigkeitsabgabeelemente
umfasst können diese gemeinsam oder jeweils separat ansteuerbar sein.
[0038] Das Flüssigkeitsabgabeelement kann derart angeordnet und/oder ausgebildet sein, dass
die Flüssigkeitsabgabe im Bereich der Kontaktfläche zwischen dem rotierbaren Element
und dem Reinigungselement erfolgt.
[0039] Der Antrieb kann zum Antreiben des rotierbaren Elements in beiden Drehrichtungen
bezüglich einer Drehachse des rotierbaren Elements ausgebildet sein. Die Drehrichtung
bezüglich einer Drehachse bezieht sich dabei auf die Richtung, in der bei Rotation
um die Drehachse ein Winkelbereich durchlaufen wird, beispielsweise gegen oder mit
dem Uhrzeigersinn.
[0040] Das rotierbare Element kann ein erstes rotierbares Element sein, der Antrieb kann
ein erster Antrieb sei, die Rotationsgeschwindigkeit kann eine erste Rotationsgeschwindigkeit
sein und das Reinigungselement kann ein zweites rotierbares Element zum Halten und/oder
Transportieren und/oder Beleimen von Etiketten im Etikettierbetrieb sein. In diesem
Fall umfasst das System einen zweiten Antrieb zum Antreiben des zweiten rotierbaren
Elements mit einer zweiten Rotationsgeschwindigkeit. Der erste Antrieb und/oder der
zweite Antrieb sind derart ausgebildet sein, dass die erste Rotationsgeschwindigkeit
und die zweite Rotationsgeschwindigkeit unabhängig voneinander und variabel einstellbar
sind.
[0041] Es sei darauf hingewiesen, dass der Begriff "das rotierbare Element" das erste rotierbare
Element bezeichnet, wenn das Reinigungselement in Form eines rotierbaren Elements,
dem zweiten rotierbaren Element, ausgebildet ist.
[0042] Unabhängig voneinander einstellbare Rotationsgeschwindigkeiten bedeuten, dass die
Änderung einer der Rotationsgeschwindigkeiten keine Änderung der jeweils anderen Rotationsgeschwindigkeit
bedingt und, insbesondere, dass die Rotationsgeschwindigkeiten gleich oder unterschiedlich
sein können. Insbesondere können der erste Antrieb und/oder der zweite Antrieb derart
ausgebildet sein, dass die Tangentialgeschwindigkeit des ersten rotierbaren Elements
ungleich der Tangentialgeschwindigkeit des zweiten rotierbaren Elements ist. Ein Antreiben
mit unterschiedlichen Tangentialgeschwindigkeiten erzeugt Reibung
[0043] Der erste und/oder der zweite Antrieb sind zum Antreibendes jeweiligen rotierbaren
Elements in beiden Drehrichtungen bezüglicher einer Drehachse des jeweiligen rotierbaren
Elements ausgebildet. Insbesondere können der erste Antrieb und der zweite Antrieb
derart ausgebildet sein, dass das erste rotierbare Elemente und das zweite rotierbare
Elemente in gleiche und/oder entgegengesetzte Drehrichtungen rotierbar sind. Zusätzlich
können die Drehachsen des ersten und des zweiten rotierbaren Elements parallel sein.
Die Antriebe können zum Antreiben der beiden rotierenden Elemente mit gleichen Drehrichtungen
ausgebildet sein. Mittels Reibung, die bei der dadurch erzielten gegenläufigen Bewegung
an der Oberfläche auftritt, können Verunreinigungen entfernt werden.
[0044] Das System kann eine oder mehrere Spritzschutzwände umfassen. Das System kann insbesondere
eine oder mehrere vertikal angeordnete Spritzschutzwände und/oder eine horizontal
und über dem rotierbaren Element und/oder Reinigungselement und dem Flüssigkeitsabgabeelement
angeordnete Spritzschutzwand und/oder eine horizontal und unter dem rotierbaren Element
und/oder dem Reinigungselement und dem Flüssigkeitsabgabeelement angeordnete Spritzschutzwand
umfassen. Insbesondere kann das System eine Spritzschutzwand umfassen, die horizontal
und unter dem rotierbaren Element und/oder dem Reinigungselement angeordnet ist, auf
das die Reinigungsflüssigkeit abgegeben wird.
[0045] Dies ermöglicht, dass Reinigungsflüssigkeit, die von dem Flüssigkeitsabgabeelement
abgegeben wird von auf der jeweils anderen Seite der Spritzschutzwand angeordneten
Elementen des Etikettieraggregats ferngehalten werden kann. Insbesondere ermöglichen
horizontal angeordnete Spritzschutzwände Schutz von über und/oder unter dem Flüssigkeitsabgabeelement
liegenden Elementen des Etikettieraggregats. Vertikal angeordnete Spritzschutzwände
ermöglichen Schutz der neben den Reinigungselementen angeordneten Systemelemente.
Eine horizontal und unter dem rotierbaren Element und/oder Reinigungselement angeordnete
Spritzschutzwand ermöglicht auch, dass darunter liegende Elemente des Etikettieraggregates
vor abgelösten Verunreinigungen, die mit der Reinigungsflüssigkeit nach unten tropfen,
geschützt werden.
[0046] Im Folgenden werden Eigenschaften der Spritzschutzwand beschrieben. Wenn das System
mehrere Spritzschutzwände umfass können jeweils eine der oder mehrere, insbesondere
jede Spritzschutzwand die jeweilige Eigenschaft haben.
[0047] Die Spritzschutzwand kann von einer horizontalen bzw. vertikalen Ausrichtung weniger
als 20°, insbesondere weniger als 10°, insbesondere weniger als 5° abweichen.
[0048] Die Spritzschutzwand kann derart ausgebildet und/oder angeordnet sein, dass Reinigungsflüssigkeit
in einem Raum, der durch die Spritzschutzwand getrennt wird, nur in einen Raumbereich
auf genau einer Seite der Spritzschutzwand gelangt.
[0049] Die Spritzschutzwand kann in Form einer Platte ausgebildet sein. Die Spritzschutzwand
kann flüssigkeitsundurchlässig sein. Die Spritzschutzwand kann beispielsweise aus
Glas, Metall und/oder Kunststoff ausgebildet sein. Die Spritzschutzwand kann lösungsmittelresistent
sein. Insbesondere, wenn eine Verwendung von lösungsmittelhaltiger Reinigungsflüssigkeit
vorgesehen ist, wird dadurch die Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Spritzschutzwand
erhöht. Die Spritzschutzwand kann transparent sein. Dies ermöglicht eine Beobachtung
von Elementen durch die Spritzschutzwand. Die Spritzschutzwand kann bewegbar oder
ortsfest angeordnet sein. Eine ortsfeste Anordnung ermöglicht, dass zwischen Etikettierbetrieb
und Reinigungsprozess kein Umbau erfolgen muss. Eine bewegbare Anordnung ermöglicht,
dass auch an Stellen, an denen im Etikettierbetrieb erforderlich ist, dass die rotierbaren
Elemente nicht abgeschirmt sind, ein Spritzschutz im Reinigungsprozess möglich ist.
[0050] Das Flüssigkeitsabgabeelement, das rotierbare Element, das Reinigungselement und
die Spritzschutzwand können derart angeordnet sein, dass die Flüssigkeitsabgabe auf
das rotierbaren Element und/oder das Reinigungselement durch die Spritzschutzwand
nicht beeinträchtigt wird. Insbesondere können das Flüssigkeitsabgabeelement, das
rotierbare Element und das Reinigungselement im selben, durch die Spritzschutzwand
definierten, Raumbereich angeordnet sein.
[0051] Der bzw. die Antriebe und das Flüssigkeitsabgabeelement können in verschiedenen,
durch die Spritzschutzwand definierten, Raumbereichen angeordnet sein. Zwischen jedem
Antrieb und dem Flüssigkeitsabgabeelement kann eine Spritzschutzwand angeordnet sein.
So sind die Antriebe im Reinigungsprozess vor Reinigungsflüssigkeit, die von dem Flüssigkeitsabgabeelement
abgegeben wurde, geschützt.
[0052] Das System kann eine Etikettenzufuhrvorrichtung umfassen und eine Spritzschutzwand
kann zwischen dem Flüssigkeitsabgabeelement und der Etikettenzufuhrvorrichtung angeordnet
sein. So kann die Etikettenzufuhrvorrichtung, insbesondere gegebenenfalls darin enthaltene
Etiketten, vor Reinigungsflüssigkeit, die von dem Flüssigkeitsabgabeelement abgegeben
wurde, geschützt werden.
[0053] Miteinander verbundene Spritzschutzwände können zusammen ein Gehäuse bilden. Mindestens
drei der mehreren vertikal angeordneten Spritzschutzwände und die horizontal und über
dem rotierbaren Element und/oder dem Reinigungselement und dem Flüssigkeitsabgabeelement
angeordnete Spritzschutzwand können derart miteinander verbunden sein, dass sie ein
Gehäuse bilden, wobei das Flüssigkeitsabgabeelement, das rotierbare Element und das
Reinigungselement im Inneren des Gehäuses angeordnet sind.
[0054] Die vertikal angeordneten, miteinander verbundenen Spritzschutzwände werden als Seitenwände
des Gehäuses bezeichnet. Die horizontal und über dem rotierbaren Element, dem Reinigungselement
und dem Flüssigkeitsabgabeelement angeordnete Spritzschutzwand wird als Deckel des
Gehäuses bezeichnet. Die Verbindung kann fest oder lösbar sein. Insbesondere können
die Spritzschutzwände verklebt, verschweißt, zusammengeschraubt sein. Das Gehäuse
kann alternativ auch aus einem einzigen Materialstück gearbeitet sein. Das Gehäuse
genau vier Seitenwände und einen Deckel umfassen. Das Gehäuse kann zusätzlich zu dem
Deckel und den Seitenwänden eine horizontal unter dem rotierbaren Element, dem Reinigungselement
und dem Flüssigkeitsabgabeelement angeordnete Spritzschutzwand, auch als Boden des
Gehäuses bezeichnet, umfassen. Das Gehäuse kann nach unten offen sein, also keinen
Boden umfassen. Das Gehäuse kann einen Boden umfassen, der perforiert ist. Das Gehäuse
dient zum Schutz von außerhalb des Gehäuses angeordneten Elementen vor der Reinigungsflüssigkeit,
die von dem Flüssigkeitsabgabeelement abgegeben wurde.
[0055] Der bzw. die Antriebe können außerhalb des Gehäuses angeordnet sein. Außerhalb des
Gehäuses angeordnet bedeutet dabei, dass sie nicht im Inneren des Gehäuses angeordnet
sind. Das Innere des Gehäuses ist dabei das von den Spritzschutzwänden eingeschlossene
Volumen. Das Gehäuse kann im System ortsfest oder bewegbar angeordnet sein. Alle rotierbaren
Elemente und/oder alle Reinigungselemente und/oder alle Flüssigkeitsabgabeelemente
des Systems können im Inneren des Gehäuses angeordnet sein.
[0056] Das System kann eine Flüssigkeitsauffangvorrichtung zum Auffangen von Reinigungsflüssigkeit,
umfassen, insbesondere der Reinigungsflüssigkeit, die von dem Flüssigkeitsabgabeelement
abgegeben wurde. Dies ermöglicht, dass die im Reinigungsprozess von dem Flüssigkeitsabgabeelement
abgegebene Reinigungsflüssigkeit und gelöste Verschmutzungen sich nicht am Boden verteilen
oder sammeln sondern gezielt entfernt werden können, was einen Schutz der Umgebung
des Systems darstellt.
[0057] Die Flüssigkeitsauffangvorrichtung kann derart ausgebildet und/oder angeordnet sein,
dass sie die Reinigungsflüssigkeit vollständig auffängt. Das System kann einen Flüssigkeitsablauf
zum Abführen der aufgefangenen Reinigungsflüssigkeit aus der Flüssigkeitsauffangvorrichtung.
Die Flüssigkeitsauffangvorrichtung kann an den Flüssigkeitsablauf angeschlossen sein.
Die Flüssigkeitsauffangvorrichtung kann aus flüssigkeitsundurchlässigem Material ausgebildet
sein, insbesondere Metall, Plastik und/oder Glas. Die Flüssigkeitsauffangvorrichtung
kann im System ortsfest, insbesondere lösbar oder nicht lösbar, angeordnet sein oder
bewegbar sein. Die Flüssigkeitsauffangvorrichtung kann beispielsweise in Form einer
Rinne, eines Wanne, eines Auffangbeckens, einer Rohröffnung und/oder eines Trichters
ausgebildet sein. Die Flüssigkeitsauffangvorrichtung kann als genau ein zusammenhängendes
Flüssigkeitsauffangelement ausgebildet sein, beispielsweise als Rinne oder Wanne,
oder mehrere, nicht zusammenhängende Flüssigkeitsauffangelemente umfassen, beispielsweise
in Form von mehreren Vertiefungen oder Wannen. Wenn das System ein Gehäuse umfasst
und das Gehäuse einen perforierten Boden hat, kann die Flüssigkeitsauffangvorrichtung
unterhalb der Perforierungen angeordnet sein. Die Flüssigkeitsauffangvorrichtung kann
derart ausgebildet und/oder angeordnet sein, dass sie die gesamte Fläche unterhalb
des Flüssigkeitsabgabeelements, des rotierbaren Elements und des Reinigungselements
einnimmt, insbesondere die gesamte Fläche unterhalb des Gehäuses.
[0058] Die Flüssigkeitsauffangvorrichtung kann umlaufend angeordnet und/oder ausgebildet
sein. Umlaufend bedeutet hierbei, dass eine zusammenhängende Rinne unterhalb aller
vertikal angeordneten Spritzschutzwände verläuft. Sie ermöglicht, dass mit wenig Platzaufwand
ein Großteil der Reinigungsflüssigkeit aufgefangen werden kann.
[0059] Die Flüssigkeitsauffangvorrichtung kann unterhalb einer oder mehrerer, insbesondere
aller, der vertikal angeordneten Spritzschutzwände, angeordnet sein. Insbesondere
kann sie umlaufen angeordnet sein. Dies ermöglicht, dass Reinigungsflüssigkeit, die
entlang der Spritzschutzwände abfließt und/oder abtropft aufgefangen werden kann.
Das System kann zusätzlich zu den vertikal angeordneten Spritzschutzwänden eine horizontal
angeordnete Spritzschutzwand unterhalb des rotierbaren Elements, des Reinigungselements
und des Flüssigkeitsabgabeelements umfassen, die mit einer, mehrerer oder aller der
vertikal angeordneten Spritzschutzwände nicht abschließt. Das System umfasst also
einen Spalt zwischen der horizontalen Spritzschutzwand unterhalb des rotierbaren Elements,
des Reinigungselements und des Flüssigkeitsabgabeelements und den vertikal angeordneten
Spritzschutzwänden. In diesem Fall kann unterhalb der nicht abschließenden Bereiche,
also unterhalb des Spalts, eine Flüssigkeitsauffangvorrichtung angeordnet sein, insbesondere
umlaufend.
[0060] Das rotierbare Element und/oder das Reinigungselement können ein saugfähiges Material
umfassen und das System kann des Weiteren ein Flüssigkeitsausdrückelement zum Ausdrücken
von Reinigungsflüssigkeit aus dem saugfähigen Material umfassen, wobei das Flüssigkeitsausdrückelement,
das rotierbare Element und/oder das Reinigungselement derart ausgebildet und/oder
angeordnet sind, dass das saugfähige Material und das Flüssigkeitsausdrückelement
zusammendrückbar sind.
[0061] Saugfähiges Material bezeichnet dabei ein Material, welches Flüssigkeit, insbesondere
die Reinigungsflüssigkeit, von seiner Oberfläche ins Innere aufnimmt und dort hält.
Das saugfähige Material kann ein Textilprodukt sein, beispielsweise ein Gewebe oder
ein Fließ. Das saugfähige Material kann porös sein, insbesondere ein Schwamm. Mittels
eines wie oben beschriebenen Flüssigkeitsausdrückelements wird ermöglicht, dass Reinigungsflüssigkeit
gründlich aus dem saugfähigen Material entfernt werden kann. So kann vermieden werden,
dass im Etikettierbetrieb Rückstände der Reinigungsflüssigkeit die Funktion der rotierbaren
Elemente oder anderer Elemente des Etikettieraggregats beeinträchtigt, die Etiketten
beschädigt oder durch Feuchtigkeit oder Wechselwirkungen mit Klebstoffen oder Leim
den Etikettierbetrieb beeinträchtigt.
[0062] Zusammendrückbar bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das saugfähige Material und
das Flüssigkeitsausdrückelement derart in Kontakt gebracht werden können, dass der
Druck höher als der Umgebungsdruck ist, insbesondere hoch genug, dass das saugfähige
Material verformt, insbesondere komprimiert wird. So kann Flüssigkeit aus dem saugfähigen
Material gedrückt werden.
[0063] Das Flüssigkeitsausdrückelement und/oder das rotierbare Element und/oder das Reinigungselement
sind derart bewegbar, insbesondere schwenkbar, dass das Flüssigkeitsausdrückelement
mit dem rotierbaren Element und/oder dem Reinigungselement zusammendrückbar ist.
[0064] Das System kann eine Arretierung für das Flüssigkeitsausdrückelement umfassen. Ein
Arretieren kann beispielsweise für den Umbau oder Transport des Systems von Vorteil
sein.
[0065] Das Flüssigkeitsausdrückelement kann in Form einer Platte, einer Kugel oder eines
Zylinders ausgebildet sein. Das Flüssigkeitsausdrückelement kann rotierbar sein, insbesondere
kann es in Form einer rotierbaren Kugel oder eines rotierbaren Zylinders ausgebildet
sein. Im Fall eines rotierbaren Zylinders kann die Ausrichtung der Drehachse relativ
zur Drehachse des rotierbaren Elements fest, insbesondere senkrecht oder parallel
zu der Drehachse des rotierbaren Elements, oder variabel sein. Das Flüssigkeitsausdrückelement
kann positionsfest oder bewegbar, insbesondere schwenkbar und/oder verschiebbar, angeordnet
sein.
[0066] Das Flüssigkeitsausdrückelement kann insbesondere in Form eines rotierbaren Zylinders
mit einer Drehachse senkrecht zur Drehachse des rotierbaren Elements ausgebildet sein
und parallel zu der Drehachse des rotierbaren Elements entlang dessen Mantelfläche
bewegbar sein und die Mantelflächen können zusammendrückbar sein. Alternativ kann
das Flüssigkeitsausdrückelement in Form eines rotierbaren Zylinders mit einer Drehachse
parallel zur Drehachse des rotierbaren Elements, das ebenfalls als Zylinder ausgebildet
ist, ausgebildet sein und die Mantelflächen können zusammendrückbar sein.
[0067] Die zuvor beschriebenen Systeme können eine Steuerungseinrichtung umfassen, die zum
Ansteuern des ersten Antriebs, des zweiten Antriebs, des Reinigungselements, des Flüssigkeitsabgabeelements
und/oder des Flüssigkeitsausdrückelements zur Durchführung eines automatisierten Reinigungsprozesses
ausgebildet ist.
[0068] Auf diese Weise wird eine effiziente Reinigung sichergestellt. Der automatisierte
Reinigungsprozess kann eine voreingestellte oder vorprogrammierte Abfolge von Reinigungsschritten,
insbesondere in Form von voreingestellten oder vorprogrammierten Betriebsparametern
des ersten Antriebs, der zweiten Antriebs, des Reinigungselements, des Flüssigkeitsabgabeelements
und/oder des Flüssigkeitsausdrückelements, umfassen. Diese Betriebsparameter können
beispielsweise Drehrichtung, -geschwindigkeit und/oder -dauer eines oder beider Antriebe,
Abgabemenge und/oder -dauer des Flüssigkeitsabgabelements, Bewegungsrichtung und/oder
- geschwindigkeit des Flüssigkeitsausdrückelements, etc. umfassen.
[0069] Das Auslösen des automatisierten Reinigungsprozesses kann manuell oder automatisiert
erfolgen. Das Auslösen kann beispielsweise während einer Betriebspause oder einer
Umrüstung des Etikettieraggregats erfolgen.
[0070] Das System kann einen oder mehrere Sensoren zum Detektieren von Verschmutzungen im
Etikettieraggregat, am ersten rotierbaren Element, am zweiten rotierbaren Element
und/oder am Reinigungselement umfassen. Der oder die Sensoren können zum Detektieren
von Etikettenresten und/oder Leimresten oder -verschleppungen ausgebildet und/oder
angeordnet sein. Die Steuerungseinrichtung kann derart ausgebildet sein, dass beim
Detektieren von Etikettenresten und/oder Leimresten oder -verschleppungen automatisch
ein Hinweissignal oder ein Reinigungsprozess ausgelöst wird. Dem automatisch ausgelösten
Reinigungsprozess kann ein automatisiertes Leerfahren des Etikettieraggregats vorausgehen.
[0071] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Reinigen eines rotierbaren Elements eines Etikettieraggregats
unter Verwendung eines wie oben beschriebenen Systems, umfasst Abgeben einer Reinigungsflüssigkeit
auf das rotierbare Element und/oder das Reinigungselement und Antreiben des rotierbaren
Elements mit einer Rotationsgeschwindigkeit, um das rotierbare Element zu reinigen,
wobei die zu reinigende Oberfläche des rotierbaren Elements mit der Oberfläche des
Reinigungselements in mechanischem Kontakt steht. Dadurch entsteht Reibung an der
Oberfläche des rotierbaren Elements, die zum Reinigungseffekt beiträgt.
[0072] Die Reinigungsflüssigkeit kann wasserbasiert oder lösungsmittelbasiert sein. Insbesondere
kann die Reinigungsflüssigkeit Spülmittel umfassen.
[0073] Das Abgeben der Reinigungsflüssigkeit, auch als Flüssigkeitsabgabe bezeichnet, kann
auf genau einen oder auf mehrere Bereiche der Oberfläche des rotierbaren Elements
und/oder des Reinigungselements erfolgen, im Folgenden als Abgabebereiche bezeichnet,
insbesondere mittels eines oder mehrerer Flüssigkeitsabgabeelemente. Das Abgeben der
Reinigungsflüssigkeit kann in einem oder mehreren festen Abgabebereichen erfolgen.
Das Verfahren kann alternativ ein Variieren des bzw. eines oder mehrerer, insbesondere
jedes, der Abgabebereiche vor und/oder oder während dem Reinigungsprozess umfassen.
So kann die Flüssigkeitsabgabe an das System und den Reinigungsprozess angepasst werden.
Unter Umständen kann auch die Zahl der benötigten Flüssigkeitsabgabeelemente reduziert
werden.
[0074] Das Verfahren kann ein Variieren der Abgabeparameter, beispielsweise die Abgabemenge
oder der Druck bei der Abgabe der Reinigungsflüssigkeit umfassen. Insbesondere kann
bei mehreren Flüssigkeitsabgabeelemente das Variieren der Abgabeparameter der verschiedenen
Flüssigkeitsabgabeelementen unabhängig voneinander erfolgen. Dies verbessert die Flexibilität
beim Reinigungsprozess.
[0075] Das Abgeben der Reinigungsflüssigkeit kann im Kontaktbereich zwischen dem rotierbaren
Element und dem Reinigungselement erfolgen. Das Abgeben kann auch in einem vom Kontaktbereich
entfernten Bereich erfolgen. Erfolgt die Flüssigkeitsabgabe in dem Kontaktbereich
können Verunreinigungen, die dort beispielsweise durch Reibung gelöst werden, direkt
weggespült werden. Erfolgt die Flüssigkeitsabgabe in einem entfernten Bereich, ist
möglicherweise die Reibung zwischen dem rotierbaren Element und dem Reinigungselement
größer.
[0076] Das Abgeben der Reinigungsflüssigkeit kann beginnen bevor oder nachdem das Antreiben
des rotierbaren Elements beginnt. Alternativ können das Abgeben der Reinigungsflüssigkeit
und das Antreiben des rotierbaren Elements gleichzeitig beginnen.
[0077] Das Abgeben der Reinigungsflüssigkeit kann enden bevor oder nachdem das Antreiben
des rotierbaren Elements beendet ist. Alternativ können das Abgeben der Reinigungsflüssigkeit
und das Antreiben des rotierbaren Elements gleichzeitig enden. Beispielsweise kann
das Antreiben des rotierbaren Elements enden, nachdem das Abgeben der Reinigungsflüssigkeit
beendet ist. So kann Reinigungsflüssigkeit aufgrund der Drehung von dem rotierbaren
Element entfernt werden. Das Abgeben der Reinigungsflüssigkeit und das Antreiben des
rotierbaren Elements können zumindest teilweise gleichzeitig erfolgen oder zeitversetzt
erfolgen.
[0078] Das Abgeben der Reinigungsflüssigkeit und/oder das Antreiben des rotierbaren Elements
können kontinuierlich oder diskontinuierlich, insbesondere zeitversetzt, insbesondere
abwechselnd, erfolgen.
[0079] Die Rotationsgeschwindigkeit des rotierbaren Elements und/oder die Drehrichtung können
jeweils gleich denen im Etikettierbetrieb sein. So müssen die Parameter nach dem Etikettierbetrieb
für den Reinigungsprozess nicht umgestellt werden.
[0080] Die Rotationsgeschwindigkeit kann ungleich der Rotationsgeschwindigkeit im Etikettierbetrieb
sein. Die Rotationsgeschwindigkeiten im Etikettierbetrieb sind besonders geeignet
zum Halten und/oder Transportieren und/oder Beleimen von Etiketten. Beispielsweise
ist es im Etikettierbetrieb wichtig, dass die Rotationsgeschwindigkeiten der rotierbaren
Elemente derart aufeinander abgestimmt wird, dass eine Übergabe der Etiketten und
ein Beleimen der Etiketten effizient erfolgt. Diese Rotationsgeschwindigkeiten können
je nach System geeignet für den Reinigungsprozess sein. In vielen Fällen wird jedoch
die Wahl auf andere Rotationsgeschwindigkeiten als im Etikettetierbetrieb fallen,
da die Anforderungen im Reinigungsprozess andere sind. Die Rotationsgeschwindigkeit
des rotierbaren Elements im Reinigungsprozess kann kleiner sein als im Etikettierbetrieb.
Langsame Drehgeschwindigkeiten können beispielsweise bei einer geringen Abgabemenge
von Reinigungsflüssigkeit durch die Flüssigkeitsabgabeelemente vorteilhaft sein. Die
Rotationsgeschwindigkeit des rotierbaren Elements im Reinigungsprozess kann größer
sein als im Etikettierbetrieb. Schnelle Drehgeschwindigkeiten können beispielsweise
ein effizientes entfernen der Reinigungsflüssigkeit von den rotierbaren Elementen
ermöglichen.
[0081] Die Drehrichtung kann der Drehrichtung im Etikettierbetrieb entgegengesetzt sein.
Die Drehrichtung im Etikettierbetrieb ist besonders geeignet zum Halten und/oder Transportieren
und/oder Beleimen von Etiketten. Beispielsweise ist es im Etikettierbetrieb wichtig,
dass die Drehrichtungen der rotierbaren Elemente derart aufeinander abgestimmt sind,
dass eine Übergabe der Etiketten und ein Beleimen der Etiketten effizient erfolgen.
Diese Drehrichtungen können je nach System geeignet für den Reinigungsprozess sein.
In vielen Fällen wird jedoch die Wahl auf Drehrichtungen als im Etikettetierbetrieb
fallen, da die Anforderungen im Reinigungsprozess andere sind.
[0082] Das Antreiben des rotierbaren Elements kann ein Antreiben mit konstanter Rotationsgeschwindigkeit
sein. Das Antreiben des rotierbaren Elements kann ein Antreiben mit konstanter Drehrichtung
sein. Das Antreiben kann ein Variieren der Rotationsgeschwindigkeit umfassen. Dies
ermöglicht, dass die Rotationsgeschwindigkeit ideal auf die einzelnen Schritte des
Reinigungsprozesses abstimmbar ist. Das Antreiben kann ein Variieren der Drehrichtung
vor und/oder während dem Reinigungsprozess umfassen. Dies ermöglicht, dass die Drehrichtung
ideal auf die einzelnen Schritte des Reinigungsprozesses abstimmbar ist.
[0083] Das Verfahren kann ein Antreiben eines der oben beschriebenen Reinigungselemente
umfassen. Das ermöglicht eine gründliche und schnelle Reinigung, da durch die Bewegung
Schmutz gut gelöst werden kann. Insbesondere kann das Verfahren ein Antreiben eines
rotierbaren Reinigungselements umfassen. Ein Antreiben eines Reinigungselements kann
insbesondere derart erfolgen, wie im Folgenden für das zweite rotierbare Element beschrieben
wird.
[0084] Das Verfahren kann ein Antreiben des zweiten rotierbaren Elements mit einer zweiten
Rotationsgeschwindigkeit umfassen, insbesondere ein Antreiben des zweiten rotierbaren
Elements, das zumindest teilweise gleichzeitig mit dem Antreiben des ersten rotierbaren
Elements erfolgt. Dies ermöglicht eine gezielte und gründliche Reinigung der rotierbaren
Elemente. Alternativ können das Antreiben des ersten rotierbaren Elements und das
Antreiben des zweiten rotierbaren Elements zeitlich versetzt erfolgen. Das Verfahren
muss kein Antreiben des zweiten rotierbaren Elements umfassen.
[0085] Die erste Rotationsgeschwindigkeit kann ungleich der zweiten Rotationsgeschwindigkeit
sein. So können Reinigungsschritte für jedes rotierbare Element individuell optimiert
werden. Insbesondere kann die Tangentialgeschwindigkeit des ersten rotierbaren Elements
(erste Tangentialgeschwindigkeit) ungleich der Tangentialgeschwindigkeit des zweiten
rotierbaren Elements (zweite Tangentialgeschwindigkeit) sein und/oder die Winkelgeschwindigkeit
des ersten rotierbaren Elements (erste Winkelgeschwindigkeit) ungleich der Winkelgeschwindigkeit
des zweiten rotierbaren Elements (zweite Winkelgeschwindigkeit) sein.
[0086] Insbesondere kann das Verfahren ein Antreiben des ersten rotierbaren Elements und/oder
ein Antreiben des zweiten rotierbaren Elements derart umfassen, dass die Differenz
aus der Tangentialgeschwindigkeit des ersten rotierbaren Elements und der Tangentialgeschwindigkeit
des zweiten rotierbaren Elements nicht Null ist. Dies ermöglicht, dass durch den Geschwindigkeitsunterschied
Reibung entsteht, durch die Verschmutzungen von der Oberfläche der rotierbaren Elemente
entfernt werden können.
[0087] Das Verfahren kann ein Antreiben des ersten rotierbaren Elements in einer ersten
Drehrichtung und Antreiben des zweiten rotierbaren Elements in einer zweiten Drehrichtung
umfassen, wobei die Drehrichtung des ersten rotierbaren Elements (erste Drehrichtung)
der Drehrichtung des zweiten rotierbaren Elements (zweite Drehrichtung) entgegengesetzt
ist. So können Reinigungsschritte für jedes rotierbare Element individuell optimiert
werden. Zusätzlich kann die Drehachse des ersten rotierbaren Elements parallel zur
Drehachse des zweiten rotierbaren Elements sein. Dies ermöglicht, dass Reibung entsteht,
durch die Verschmutzungen von der Oberfläche der rotierbaren Elemente entfernt werden
können. Dieser Effekt ist ähnlich wie bei unterschiedlichen Tangentialgeschwindigkeiten
und kann gegebenenfalls durch die entgegengesetzten Drehrichtungen noch verstärkt
werden.
[0088] Wenn das rotierbare Element und/oder das Reinigungselement ein saugfähiges Material
umfassen, kann das Verfahren ein Ausdrücken von Reinigungsflüssigkeit aus dem saugfähigen
Material umfassen, insbesondere nach dem Abgeben der Reinigungsflüssigkeit auf das
rotierbare Element bzw. auf das Reinigungselement, insbesondere auf das bzw. die Elemente
mit dem saugfähigen Material. Dies ermöglicht, dass die abgegebene Reinigungsflüssigkeit,
die sich während dem Reinigungsprozess in dem saugfähigen Material ansammelt, wieder
aus dem saugfähigen Material gedrückt wird.
[0089] Das Ausdrücken der Reinigungsflüssigkeit kann unter Verwendung eines der oben beschrieben
Flüssigkeitsausdrückelemente erfolgen. Insbesondere kann das Verfahren ein Zusammendrücken
eines Flüssigkeitsausdrückelements und des saugfähigen Materials umfassen. Zusammendrücken
bedeutet dabei, dass sie derart in Kontakt gebracht werden, dass der Druck höher als
der Umgebungsdruck ist, insbesondere hoch genug, dass das saugfähige Material verformt,
insbesondere komprimiert wird. Das Flüssigkeitsausdrückelement kann einen rotierbareren
Zylinder umfassen und das Ausrücken kann ein Rotieren des Zylinders während dem Zusammendrücken
umfassen. Alternativ oder zusätzlich, insbesondere gleichzeitig, kann das Ausdrücken
ein Bewegen des rotierbaren Zylinders auf der Oberfläche des rotierbaren Elements
parallel zur Drehachse des rotierbaren Elements umfassen. Zusätzlich dazu kann gleichzeitig
ein Antreiben des rotierbaren Elements erfolgen. Beispielsweise kann das rotierbare
Element zylinderförmig sein und das saugfähige Material auf dessen Mantelfläche angeordnet
sein und die Drehachse des rotierbaren Elements kann beispielsweise parallel oder
senkrecht zu der Drehachse des rotierbaren Zylinders stehen. Mit dem oben beschriebenen
Verfahren können auch große Flächen saugfähigen Materials effizient ausgedrückt werden.
[0090] Das Ausdrücken kann gleichzeitig oder zeitversetzt mit dem Abgeben der Reinigungsflüssigkeit
erfolgen. Das Ausrücken kann gleichzeitig oder zeitversetzt mit dem Antreiben des
rotierbaren Elements bzw. des Reinigungselements, sofern dieses rotierbar ist, erfolgen.
Das Ausdrücken kann zeitgleich mit dem Antreiben erfolgen und derart, dass das saugfähige
Material und das Flüssigkeitsausdrückelement mindestens während einer vollständigen
Umdrehung des rotierbaren Elements bzw. des Reinigungselements zusammengedrückt bleiben,
also bis das rotierbare Element bzw. des Reinigungselements um einen Winkel von 360°
rotiert wurde
[0091] Das Ausdrücken der Reinigungsflüssigkeit kann genau einmal oder wiederholt erfolgen.
Insbesondere kann das Ausdrücken eines Teilbereichs des saugfähigen Materials genau
einmal oder wiederholt erfolgen. Insbesondere kann das Ausdrücken eines Teilbereichs
des saugfähigen Materials wiederholt und zeitgleich oder zeitversetzt mit einem wiederholten
Abgeben der Reinigungsflüssigkeit auf diesen Teilbereich erfolgen. Insbesondere bei
starken Verschmutzungen, die im Inneren des saugfähigen Materials liegen, führt das
zu einer besonders intensiven Reinigung.
[0092] Das Ausdrücken der Reinigungsflüssigkeit kann nach Beenden des letzten Abgebens der
Reinigungsflüssigkeit des Reinigungsprozesses erfolgen. Das Ausdrücken kann genau
ein Mal erfolgen, insbesondere nach Beenden des letzten Abgebens der Reinigungsflüssigkeit
des Reinigungsprozesses.
[0093] Das Verfahren kann ein Zusetzen von einem Zusatz zur Reinigungsflüssigkeit zum Erhöhen
der Reibung zwischen der Oberfläche des rotierbaren Elements und der Oberfläche des
Reinigungselements umfassen, beispielsweise das Zusetzen von Scheuermittel. Dies erhöht
den Reinigungseffekt. Insbesondere kann dadurch das Vermindern der Reibung durch Reinigungsflüssigkeit
im Kontaktbereich vermindert werden.
[0094] Das Verfahren kann ein Variieren der Position, insbesondere ein Schwenken, Verschieben
und/oder Rotieren, des Flüssigkeitsabgabeelements und/oder des Flüssigkeitsausdrückelements
und/oder des Reinigungselements umfassen. Insbesondere kann das Variieren der Position
ein Variieren zwischen einer aktive Position und einer passiven Position oder zwischen
verschiedenen aktiven Positionen umfassen, insbesondere solchen aktiven Positionen,
die verschiedenen rotierbaren Elementen zugeordnet sind. Eine aktive Position bedeutet
bei dem Flüssigkeitsausdrückelement und dem Reinigungselement eine Position, in der
sie jeweils mit einem rotierbaren Element in Kontakt stehen, während sie in der passiven
Position mit keinem der rotierbaren Elemente in Kontakt stehen. Für das Flüssigkeitsabgabeelement
bedeutet eine aktive Position, dass es von dieser Position aus auf das rotierbare
Element und/oder das Reinigungselement Flüssigkeit abgeben kann, und eine passive
Position, dass es von dieser Position aus auf keines der rotierbaren Elemente des
Systems und auf keines der Reinigungselemente des Systems Flüssigkeit abgeben kann.
Durch die oben genannten Merkmale kann ein Flüssigkeitsabgabeelement, ein Reinigungselement
und/oder ein Flüssigkeitsausdrückelement an verschiedenen Positionen im System, insbesondere
für verschiedene rotierbare Elemente eingesetzt werden. Das Variieren der Position
des Flüssigkeitsabgabeelements und/oder des Flüssigkeitsausdrückelements und/oder
des Reinigungselements kann gleichzeitig oder zeitversetzt miteinander und/oder mit
dem Antreiben des rotierbaren Elements und/oder mit der Flüssigkeitsabgabe erfolgen.
Das Variieren der Position des Flüssigkeitsabgabeelements und/oder des Flüssigkeitsausdrückelements
und/oder des Reinigungselements kann jeweils am Anfang und/oder am Ende des Reinigungsprozesses
erfolgen. Insbesondere kann Variieren der Position derart erfolgen, dass sich das
Flüssigkeitsabgabeelement und/oder das Flüssigkeitsausdrückelement und/oder das Reinigungselement
am Ende des Reinigungsprozesses in der passiven Position befinden. Das kann erforderlich
sein, wenn das entsprechende Element in der aktiven Position im anschließenden Etikettierbetrieb
im Weg wäre. So können alle Systemelemente zunächst in eine Reinigungsposition und
anschließend in eine Etikettierposition gebracht werden.
[0095] Das Variieren der Rotationsgeschwindigkeiten, der Drehrichtungen, des Abgabebereichs
und/oder der Abgabeparameter der Flüssigkeitsabgabeelemente kann durch eine externe
Ansteuerung erfolgen.
[0096] Bei den zuvor beschriebenen Verfahren können die Verfahrensschritte automatisch gesteuert
in einem automatisierten Reinigungsprozess durchgeführt werden. Wie bereits oben in
Zusammenhang mit dem System näher beschrieben, kann das Ansteuern des ersten Antriebs,
des zweiten Antriebs, des Reinigungselements, des Flüssigkeitsabgabeelements und/oder
des Flüssigkeitsausdrückelements zur Durchführung eines automatisierten Reinigungsprozesses
automatisch erfolgen.
[0097] Weitere Merkmale und Vorteile werden nachfolgend anhand der beispielhaften Figuren
erläutert, wobei in den verschiedenen Figuren für gleiche Elemente gleiche Ziffern
verwendet werden.
[0098] Dabei zeigt:
- Figur 1
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung eines ersten Systems zum Reinigen
eines rotierbaren Elements eines Etikettieraggregats in Draufsicht;
- Figur 2
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung des ersten Systems zum Reinigen
eines rotierbaren Elements eines Etikettieraggregats in einer Schrägansicht;
- Figur 3
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung eines zweiten Systems zum Reinigen
eines rotierbaren Elements eines Etikettieraggregats in Draufsicht;
- Figur 4
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung des zweiten Systems zum Reinigen
von rotierbaren Elementen eines Etikettieraggregats in einer Schrägansicht;
- Figur 5
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung eines dritten Systems zum Reinigen
eines rotierbaren Elements eines Etikettieraggregats in Draufsicht;
- Figur 6
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung des dritten Systems zum Reinigen
eines rotierbaren Elements eines Etikettieraggregats in einer Querschnittsansicht;
- Figur 7
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung eines vierten Systems zum Reinigen
eines rotierbaren Elements eines Etikettieraggregats in Draufsicht;
- Figur 8
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung des vierten Systems zum Reinigen
eines rotierbaren Elements eines Etikettieraggregats in einer Querschnittsansicht.
[0099] Figur 1 zeigt die Draufsicht und Figur 2 eine Schrägansicht eines Systems 1 zum Reinigen
eines rotierbaren Elements 2 eines Etikettieraggregats. Das rotierbare Element 2 ist
in Form eines Greiferzylinders ausgebildet. Es ist um eine Zylinderachse 3 rotierbar
und vertikal angeordnet.
[0100] Das rotierbare Element 2 ist mit einem ersten Antrieb 4 verbunden, der unterhalb
des rotierbaren Elements 2 angeordnet ist. Der Antrieb kann beispielsweise ein Motor
sein. Somit ist das rotierbare Element 2 mit einer Rotationsgeschwindigkeit, die durch
den Antrieb 4 vorgegeben wird, antreibbar.
[0101] In der Figur sind mögliche Drehrichtungen 5 und 6 des rotierbaren Elements 2 um die
Drehachse 3, die der Zylinderachse entspricht, angedeutet. Der Antrieb 4 ist derart
ausgebildet, dass er eine Rotation in mindestens eine der Drehrichtungen 5 und 6 ermöglicht.
[0102] Die Figur zeigt außerdem ein Reinigungselement 7, das hier beispielhaft in Form einer
zylinderförmigen Bürste ausgebildet ist, deren Mantelfläche mit Borsten besetzt ist.
Das Reinigungselement 7 ist um die Zylinderachse 8 rotierbar. Die Drehachse entspricht
also der Zylinderachse. Das Reinigungselement 7 ist mit einem Antrieb 9 zum Antreiben
des Reinigungselements 7 verbunden. Das Reinigungselement 7 ist mit einer Rotationsgeschwindigkeit
rotierbar.
[0103] Der Antrieb 9 zum Antreiben des Reinigungselements 7 kann auch weggelassen werden.
Die Bürste kann aufgrund der Rotation des rotierbaren Elements 2 und der Reibung mitrotieren.
Das Reinigungselement 7 muss nicht rotierbar sein.
[0104] Das System umfasst des Weiteren ein an einer Stange 10 befestigtes Flüssigkeitsabgabeelement
11, beispielsweise in Form eines Sprühkopfes. Das Flüssigkeitsabgabeelement 11 ist
so angeordnet, dass es Reinigungsflüssigkeit gleichzeitig auf das rotierbare Element
2 und das Reinigungselement 7 abgeben kann.
[0105] Wie in der Figur gezeigt ist die Oberfläche 12 des rotierbaren Elements 2 mit der
Oberfläche des Reinigungselements 7 in einem bestimmten Bereich in mechanischem Kontakt,
dem Kontaktbereich. Das Flüssigkeitsabgabeelement 11 gibt die Reinigungsflüssigkeit
gezielt in den Kontaktbereich ab. Das Flüssigkeitsabgabeelement 11 ist am oberen Ende
des rotierbaren Elements 2 angeordnet. Das Flüssigkeitsabgabeelement 11 befindet sich
einer aktiven Position.
[0106] In Figur 3 und Figur 4 ist ein System gezeigt, dass dem System in Figur 1 und Figur
2 ähnlich ist. Das rotierbare Element 13, mit der Drehachse 14 und der Oberfläche
15 ist hier in Form einer Leimwalze ausgebildet. Der Antrieb 16 ist oberhalb des rotierbaren
Elements 13 angeordnet.
[0107] Das Reinigungselement 17 ist hier in Form eines Palettenkarussells ausgebildet, das
um die Drehachse 18 rotierbar ist und mit einem Antrieb 19 antreibbar ist. Das Reinigungselement
17 ist also in Form eines rotierbaren Elements ausgebildet. Somit ist das rotierbare
Element 13 ein erstes rotierbare Element und das Reinigungselement 17 ein zweites
rotierbares Element.
[0108] Das Palettenkarussell umfasst mehrere Elemente 20, deren Oberflächen 21 zusammen
die Oberfläche des rotierbaren Elements bilden. Von der Drehachse 18 weg verlaufen
mehrere Speichen 22 radial, an deren Ende die Elemente 20 angeordnet sind. Die Elemente
sind hier beispielsweise jeweils um eine in der Mantelfläche eines Zylinders angeordnete
Achse 23, die parallel zur Drehachse 18 des Zylinders ist, rotierbar.
[0109] Das an einer Stange 24 angeordnete Flüssigkeitsabgabeelement 25 ist wie in Figur
1 ausgebildet und angeordnet.
[0110] Figur 5 und Figur 6 zeigen ein System, dass zusätzlich zu den in Figuren 1 bis 4
gezeigten und oben beschriebenen Elementen ein Flüssigkeitsausdrückelement 26 zeigt,
das hier ein rotierbarer Zylinder ist, der beispielsweise aus Kunststoff oder Metall
ausgebildet sein kann. Dieser rotierbare Zylinder hat eine vertikal angeordnete Zylinderachse,
die auch der Drehachse entspricht, und ist am Ende eines schwenkbaren Arms angeordnet.
In einer aktiven Position ist der Zylinder in Kontakt mit der Oberfläche mindestens
eines der rotierbaren Elemente 2, 13 oder 17. Das Flüssigkeitsausdrückelement 26 ist
in einer passiven Position gezeigt. Der Zylinder kann, wie hier gezeigt, nicht an
einen Antrieb angeschlossen sein. Er kann in einer aktiven Position beispielsweise
aufgrund der Rotation des rotierbaren Elements und der Reibung zwischen der Oberfläche
des rotierbaren Elements und des Zylinders mitrotieren. Der Zylinder kann aber auch
an einen eigenen Antrieb angeschlossen sein, der diesen derart antreiben kann, dass
er rotiert.
[0111] Das System umfasst hier ein weiteres Flüssigkeitsabgabeelement 27. Das Flüssigkeitsabgabeelement
27 ist in einer passiven Position dargestellt. Es ist bewegbar angeordnet, beispielsweise
an einer Teleskopstange, und kann bei Bedarf in eine aktive Position gebracht werden.
Auf ein solches zusätzliches Flüssigkeitsabgabeelement kann jedoch verzichtet werden.
[0112] Die rotierbaren Elemente 2, 13 und 17, das Reinigungselement 7 und das Flüssigkeitsausdrückelement
26 befinden sich in diesem Beispiel auf einer Höhe. Die Antriebe sind hier jeweils
unterhalb bzw. oberhalb aller rotierbaren Elemente und Flüssigkeitsabgabeelemente
angeordnet.
[0113] Das System umfasst des Weiteren ein unten offenes Gehäuse. Figur 5 und Figur 6 zeigen
vertikal angeordneten Spritzschutzwände 28, 29, 30, 31, die die Seitenwände des Gehäuses
bilden und eine horizontal und über den rotierbaren Elementen 2, 13, 17, dem Reinigungselement
7 und den Flüssigkeitsabgabeelementen 11, 25, 27 angeordnete Spritzschutzwand 32,
die den Deckel des Gehäuses bildet. Die Spritzschutzwände 28 bis 32 sind miteinander
verbunden. Beispielsweise kann es sich um verklebte Plexiglasplatten handeln. Im Inneren
des Gehäuses sind die rotierbaren Elemente 2, 13, 17, das Reinigungselement 7 und
Flüssigkeitsabgabeelemente 11, 25, 27 angeordnet. Der Antrieb 16 ist außerhalb des
Gehäuses, oberhalb der horizontal angeordneten Spritzschutzwand 32 angeordnet.
[0114] Unterhalb des Gehäuses, der rotierbaren Elemente und der Flüssigkeitsabgabeelemente
ist eine horizontale Spritzschutzwand, hier in Form einer Grundplatte 33, angeordnet,
unter der die Antriebe 4, 9 und 19 angeordnet sind. Die Grundplatte 33 ist derart
ausgebildet und angeordnet, dass umlaufend einen Spalt zwischen den Seitenwänden 28
bis 31 des Gehäuses und der Grundplatte 33 verbleibt. Unter diesem Spalt ist wiederum
umlaufend eine Flüssigkeitsauffangvorrichtung 34 angeordnet. Sie ist hier in Form
einer Rinne, die an der Grundplatte 33 befestigt ist, ausgebildet, wie in der Figur
gezeigt. Sie kann beispielsweise an der Grundplatte 33 festgeschraubt sein oder angeklebt
sein. Die Rinne kann alternativ auf dem Boden stehen, im Boden eingelassen oder von
einem Gestell gehalten sein. Außerdem kann die Flüssigkeitsauffangvorrichtung 34 an
einen hier nicht gezeigten Flüssigkeitsablauf zum Abführen der aufgefangenen Reinigungsflüssigkeit
angeschlossen sein.
[0115] Das in Figur 7 und Figur 8 gezeigte System entspricht weitgehend dem in Figur 5 und
Figur 6 gezeigtem System. Hier sind jedoch alle Antriebe 4, 9, 16, 19 oberhalb der
Spritzschutzwand 32, also dem Deckel des Gehäuses, angeordnet und es wurde auf eine
Grundplatte verzichtet. Um Reinigungsflüssigkeit zuverlässig aufzufangen, ist die
Flüssigkeitsauffangvorrichtung 34 in diesem Fall als Becken unterhalb des gesamten
Gehäuses statt als umlaufende Rinne ausgebildet.
[0116] Im Folgenden wird ein Verfahren zum Reinigen eines rotierbaren Elements eines Etikettieraggregats
beschrieben. Das Reinigungsverfahren kann beispielsweise unter Verwendung eines der
oben beschriebenen Systeme durchgeführt werden.
[0117] Das Flüssigkeitsabgabeelement 11 gibt Reinigungsflüssigkeit ab und das rotierbare
Element 2 wird angetrieben, so dass es mit einer Rotationsgeschwindigkeit rotiert.
Beispielsweise beginnen Flüssigkeitsabgabe und Antreiben des rotierbaren Elements
gleichzeitig. Das Antreiben des rotierbaren Elements kann alternativ schon vor der
Flüssigkeitsabgabe beginnen oder umgekehrt. In diesem Beispiel enden das Antreiben
des rotierbaren Elements und die Flüssigkeitsabgabe gleichzeitig. Das Antreiben kann
alternativ schon vor der Flüssigkeitsabgabe enden oder umgekehrt.
[0118] Außerdem wird das Reinigungselement 7 von dem Antrieb 9 angetrieben, so dass es rotiert,
wobei die Oberfläche 12 des rotierbaren Elements 2 und das Reinigungselement 7 in
Kontakt stehen. So entsteht Reibung. Besonders effizient ist es, das Reinigungselement
7 so anzutreiben, dass es mit einer höheren Rotationsgeschwindigkeit, insbesondere
Tangentialgeschwindigkeit, als das rotierbare Element 2 rotiert. Die Flüssigkeitsabgabe
und/oder das Antreiben des rotierbaren Elements und das Antreiben des Reinigungselements
können gleichzeitig beginnen. Alternativ kann die Flüssigkeitsabgabe und/oder das
Antreiben des rotierbaren Elements jeweils beginnen bzw. enden, bevor oder nachdem
das Antreiben des Reinigungselements begonnen hat bzw. beendet ist.
[0119] Das Reinigungselement 7 kann auch nicht Angetrieben werden. Aufgrund des Kontakts
und der Rotation des rotierbaren Elements 2 tritt auch dabei bereits ein Reinigungseffekt
auf.
[0120] Alternativ oder zusätzlich gibt das Flüssigkeitsabgabeelement 25 ab einem bestimmten
Zeitpunkt kontinuierlich eine Reinigungsflüssigkeit, beispielsweise warmes Wasser
mit Spülmittel, ab. Außerdem werden zeitgleich die rotierbaren Element 13 und 17 angetrieben,
die miteinander in Kontakt stehen, wobei die Tangentialgeschwindigkeiten, ähnlich
wie im Etikettierbetrieb, gleich und die Drehrichtungen entgegengesetzt sind. Sofern
eines der rotierbaren Elemente ein saugfähiges Material enthält kann in dieser Phase
auch Reinigungsflüssigkeit aufgesaugt werden. Alternativ kann anschließend oder von
Anfang an die Rotationsgeschwindigkeit mindestens eines der rotierbaren Elemente so
verändert werden, dass eine Geschwindigkeitsdifferenz in den Tangentialgeschwindigkeiten
vorliegt. So entsteht Reibung zwischen den Oberflächen der rotierbaren Elemente 13
und 17. Etikettenreste und angetrockneter Leim werden durch eine Art Scheuerprozess
gelöst. Der Scheuereffekt kann auch erreicht werden, indem die beiden Drehrichtungen
gleich gewählt werden, so dass die Bewegung im Kontaktbereich gegenläufig ist und
Reibung entsteht. Da im Etikettierbetrieb manchmal Etiketten im Bereich der rotierbaren
Elemente stecken bleiben, kann die Drehrichtung zumindest zeitweise so gewählt werden,
dass sie der Drehrichtung im Etikettierbetrieb entgegengesetzt ist, was das Entfernen
des Etiketts erleichtert.
[0121] Außerdem trägt gegebenenfalls die Reinigungsflüssigkeit zum Lösen von Verschmutzungen
bei. Es kann beispielsweise ein Lösungsmittel oder ein Scheuermittel umfassen. Zudem
dient die Reinigungsflüssigkeit dazu, gelöste Schmutzreste wegzuspülen.
[0122] Reinigungsmittel und Schmutzreste werden, sofern vorhanden, von den Schutzwänden
28, 29, 30, 31, 32 abgefangen und können nach unten von den rotierbaren Elementen
und gegebenenfalls von den Schutzwänden 28 bis 31 ablaufen und/oder abtropfen. Dort
können sie wie oben beschrieben beispielsweise in einer Flüssigkeitsauffangvorrichtung
34 aufgefangen und gesammelt oder abgeleitet werden.
[0123] Das rotierbare Element 2 kann ein saugfähiges Material umfassen und das System ein
Flüssigkeitsausdrückelement 26. Dieses wird schon während der Flüssigkeitsabgabe oder
nachdem die letzte Flüssigkeitsabgabe beendet ist in eine aktive Position gebracht,
so dass es in Kontakt mit dem saugfähigen Material steht und an das saugfähige Material
angedrückt, was einem Zusammendrücken des Flüssigkeitsausdrückelements 26 und des
saugfähigen Materials entspricht, so dass ein Ausdrücken der Reinigungsflüssigkeit
aus dem saugfähigen Material erfolgt. Dabei kann das rotierbare Element 2 rotieren,
zum Beispiel wenn entlang des Umfangs in mehreren Bereichen saugfähiges Material angeordnet
ist.
[0124] Ein Reinigungsprozess kann insbesondere während einer Arbeitspause oder Umrüstung
des Etikettieraggregats durchgeführt werden. Dabei kann der Reinigungsprozess automatisiert
ablaufen, was beispielsweise durch ein voreingestelltes Reinigungsprogramm erfolgt,
bei dem die Abfolge der Reinigungsschritte mit den Drehrichtungen, -geschwindigkeiten
und -dauern der Antriebe, die Abgabe der Reinigungsflüssigkeit, etc. fest eingestellt
ist. Grundsätzlich können verschiedene derartige Reinigungsprogramme vorgesehen sein,
die den Umständen entsprechend manuell oder automatisch ausgelöst werden.
[0125] Das System kann weiterhin ein oder mehrere Sensoren umfassen, die Verschmutzungen
an den rotierbaren Elementen in Form von Etikettenresten oder Leimverschleppungen
detektieren. Es kann sich dabei insbesondere um mechanische oder optische Sensoren
handeln. Die Sensoren können so angeordnet sein, dass sie Verschmutzungen an einer
Palette oder einer Leimwalze detektieren.
[0126] Sobald eine Verschmutzung detektiert wird, kann dies einen (akustischen und/oder
optischen) Warnhinweis auslösen. Alternativ kann auch direkt ein Reinigungsprozess
ausgelöst werden. Hierfür würde eine Flaschensperre, ein Leerfahren des Etikettieraggregats
und dann das Starten des Reinigungsprozesses durchgeführt werden.
[0127] Es versteht sich, dass in den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen genannte
Merkmale nicht auf diese speziellen Kombinationen beschränkt sind und auch in beliebigen
anderen Kombinationen möglich sind.
1. System (1) zum Reinigen eines rotierbaren Elements (2, 13, 17) eines Etikettieraggregats,
umfassend
ein Etikettieraggregat, wobei das Etikettieraggregat umfasst:
ein rotierbares Element (2, 13, 17) zum Halten und/oder Transportieren und/oder Beleimen
von Etiketten im Etikettierbetrieb,
einen Antrieb (4, 16, 19) zum Antreiben des rotierbaren Elements (2, 13, 17) mit einer
Rotationsgeschwindigkeit,
ein Reinigungselement (7, 17),
ein Flüssigkeitsabgabeelement (11, 25, 27) zum Abgeben von Reinigungsflüssigkeit auf
eine zu reinigende Oberfläche (12, 15, 21) des rotierbaren Elements (2, 13, 17) und/oder
auf das Reinigungselement (7, 17),
wobei das rotierbare Element (2, 13, 17) und das Reinigungselement (7, 17) derart
ausgebildet und/oder angeordnet sind, dass zum Reinigen ein mechanischer Kontakt zwischen
der zu reinigenden Oberfläche (12, 15, 21) des rotierbaren Elements (2, 13, 17) und
einer Oberfläche (21) des Reinigungselements (7, 17) herstellbar ist.
2. System (1) nach Anspruch 1,
wobei das rotierbare Element (2, 13, 17) ein erstes rotierbares Element (2, 13) ist,
wobei der Antrieb (4, 16) ein erster Antrieb ist,
wobei die Rotationsgeschwindigkeit eine erste Rotationsgeschwindigkeit ist,
wobei das Reinigungselement (7, 17) ein zweites rotierbares Element (17) zum Halten
und/oder Transportieren und/oder Beleimen von Etiketten im Etikettierbetrieb ist,
wobei das System einen zweiten Antrieb (19) zum Antreiben des zweiten rotierbaren
Elements (17) mit einer zweiten Rotationsgeschwindigkeit umfasst, und
wobei der erste Antrieb (4, 16) und der zweite Antrieb (19) derart ausgebildet sind,
dass die erste Rotationsgeschwindigkeit und die zweite Rotationsgeschwindigkeit unabhängig
voneinander und variabel einstellbar sind.
3. System (1) nach Anspruch 2, wobei der erste Antrieb (4, 16) und/oder der zweite Antrieb
(19) zum Antreiben des jeweiligen rotierbaren Elements (2, 17) in beiden Drehrichtungen
(5, 6) bezüglich einer Drehachse (3, 14, 18) des jeweiligen rotierbaren Elements (2,
13, 17) ausgebildet sind.
4. System (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, umfassend
eine oder mehrere vertikal angeordnete Spritzschutzwände (28, 29, 30, 31) und/oder
eine horizontal und über dem rotierbaren Element (2, 13, 17) und/oder dem Reinigungselement
(7, 17) und dem Flüssigkeitsabgabeelement (11, 25, 27) angeordnete Spritzschutzwand
(32) und/oder
eine horizontal und unter dem rotierbaren Element (2, 13, 17) und/oder dem Reinigungselement
(7, 17) und dem Flüssigkeitsabgabeelement (11, 25, 27) angeordnete Spritzschutzwand
(33).
5. System (1) nach Anspruch 4, wobei mindestens drei der mehreren vertikal angeordneten
Spritzschutzwände (28, 29, 30, 31) und die horizontal und über dem rotierbaren Element
(2, 13, 17) und/oder dem Reinigungselement (7, 17) und dem Flüssigkeitsabgabeelement
(11, 25, 27) angeordnete Spritzschutzwand (32) derart miteinander verbunden sind,
dass sie ein Gehäuse bilden,
wobei das Flüssigkeitsabgabeelement und das rotierbare Element (2, 13, 17) und/oder
das Reinigungselement (7, 17) im Inneren des Gehäuses angeordnet sind.
6. System (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, umfassend eine Flüssigkeitsauffangvorrichtung
(34) zum Auffangen von Reinigungsflüssigkeit.
7. System (1) nach Anspruch 6, wobei die Flüssigkeitsauffangvorrichtung (34) unterhalb
einer oder mehrerer, insbesondere aller, der vertikal angeordneten Spritzschutzwänden
(28, 29, 30, 31), angeordnet ist.
8. System (1) nach Anspruch 6 oder 7, wobei die Flüssigkeitsauffangvorrichtung (34) umlaufend
angeordnet und/oder ausgebildet ist.
9. System (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
wobei das rotierbare Element (2, 13, 17) und/oder das Reinigungselement (7, 17) ein
saugfähiges Material umfassen,
des Weiteren umfassend ein Flüssigkeitsausdrückelement (26) zum Ausdrücken von Reinigungsflüssigkeit
aus dem saugfähigen Material,
wobei das Flüssigkeitsausdrückelement (26), das rotierbare Element (2, 13, 17) und
das Reinigungselement (7, 17) derart ausgebildet und/oder angeordnet sind, dass das
saugfähige Material und das Flüssigkeitsausdrückelement (26) zusammendrückbar sind.
10. System (1) nach Anspruch 9, wobei das Flüssigkeitsausdrückelement (26) und/oder das
rotierbare Element (2, 13, 17) und/oder das Reinigungselement (7, 17) derart bewegbar,
insbesondere schwenkbar, sind, dass das Flüssigkeitsausdrückelement (26) mit dem rotierbaren
Element (2, 13, 17) und/oder dem Reinigungselement (7, 17) zusammendrückbar ist.
11. System (1) nach Ansprüchen 9 oder 10, wobei das Flüssigkeitsausdrückelement (26) in
Form eines rotierbaren Zylinders ausgebildet ist.
12. System (1) nach einem der vorangegangen Ansprüche, umfassend eine Steuerungseinrichtung,
die zum Ansteuern des ersten Antriebs, der zweiten Antriebs, des Reinigungselements,
des Flüssigkeitsabgabeelements und/oder des Flüssigkeitsausdrückelements zur Durchführung
eines automatisierten Reinigungsprozesses ausgebildet ist.
13. Verfahren zum Reinigen eines rotierbaren Elements (2, 13, 17) eines Etikettieraggregats
unter Verwendung eines Systems (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, umfassend
Abgeben einer Reinigungsflüssigkeit auf das rotierbare Element (2, 13, 17) und/oder
das Reinigungselement (7, 17),
Antreiben des rotierbaren Elements (2, 13, 17) mit einer Rotationsgeschwindigkeit,
um das rotierbare Element (2, 13, 17) zu reinigen, wobei die zu reinigende Oberfläche
(12, 15, 21) des rotierbaren Elements (2, 13, 17) mit der Oberfläche (21) des Reinigungselements
(7, 17) in mechanischem Kontakt steht.
14. Verfahren zum Reinigen eines rotierbaren Elements (2, 13, 17) eines Etikettieraggregats
nach Anspruch 13,
wobei das rotierbare Element (2, 13, 17) ein erstes rotierbares Element (2, 13) ist
und wobei das Reinigungselement (7, 17) ein zweites rotierbares Element (17) ist,
umfassend Antreiben des zweiten rotierbaren Elements (17) mit einer zweiten Rotationsgeschwindigkeit,
wobei die erste Rotationsgeschwindigkeit und/oder die zweite Rotationsgeschwindigkeit
ungleich der jeweiligen Rotationsgeschwindigkeit im Etikettierbetrieb sind.
15. Verfahren zum Reinigen eines rotierbaren Elements (2, 13, 17) eines Etikettieraggregats
nach Anspruch 14, wobei das Antreiben des ersten rotierbaren Elements (2, 13) und/oder
des zweiten rotierbaren Elements (17) derart erfolgt, dass eine Differenz aus einer
Tangentialgeschwindigkeit des ersten rotierbaren Elements (2, 13) und einer Tangentialgeschwindigkeit
des zweiten rotierbaren Elements (17) nicht Null ist.
16. Verfahren zum Reinigen eines rotierbaren Elements (2, 13, 17) eines Etikettieraggregats
nach einem der Ansprüche 14 oder 15, umfassend Antreiben des ersten rotierbaren Elements
(2, 13) in einer ersten Drehrichtung (5), die einer zweiten Drehrichtung (6) des zweiten
rotierbaren Elements (17) entgegengesetzt ist.
17. Verfahren zum Reinigen eines rotierbaren Elements (2, 13, 17) eines Etikettieraggregats
nach einem der Ansprüche 13 bis 16, umfassend Antreiben des rotierbaren Elements (2,
13, 17) in einer Drehrichtung (5, 6), die einer Drehrichtung im Etikettierbetrieb
entgegengesetzt ist.
18. Verfahren zum Reinigen eines rotierbaren Elements (2, 13, 17) eines Etikettieraggregats
nach einem der Ansprüche 13 bis 17, wobei das rotierbare Element (2, 13, 17) und/oder
das Reinigungselement (7, 17) ein saugfähiges Material umfassen,
umfassend Ausdrücken von Reinigungsflüssigkeit aus dem saugfähigen Material nach Antreiben
des rotierbaren Elements (2) und dem Abgeben der Reinigungsflüssigkeit auf das rotierbare
Element (2, 13, 17) bzw. auf das Reinigungselement (7, 17) mit einem saugfähigen Material.
19. Verfahren zum Reinigen eines rotierbaren Elements (2, 13, 17) eines Etikettieraggregats
nach einem der Ansprüche 13 bis 18, wobei die Verfahrensschritte automatisch gesteuert
in einem automatisierten Reinigungsprozess durchgeführt werden.