(19)
(11) EP 2 821 114 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.01.2015  Patentblatt  2015/02

(21) Anmeldenummer: 14171541.7

(22) Anmeldetag:  06.06.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A63C 9/081(2012.01)
A43B 5/04(2006.01)
A63C 9/086(2012.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 10.06.2013 DE 102013009762

(71) Anmelder: Allmann, Andreas
9657 Unterwasser (CH)

(72) Erfinder:
  • Allmann, Andreas
    9657 Unterwasser (CH)

(74) Vertreter: Laufhütte, Dieter et al
Lorenz-Seidler-Gossel Widenmayerstrasse 23
80538 München
80538 München (DE)

   


(54) Sicherheitsskibindungssystem


(57) Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsskibindungssystem zum lösbaren Fixieren eines Skischuhs auf einem Ski mit einem einstellbaren Auslösemechanismus und fixen Halterungselementen. Erfindungsgemäß sind am Skischuh zwei jeweils seitlich vom Skischuh hervorstehende Rastelemente angeordnet, die mit einem skifesten als Fersenhalter ausgebildeten Halterungselement zusammenwirken. Die Erfindung betrifft weiterhin einen Skischuh, der einen Teil des vorgenannten Sicherheitsbindungssystems bildet.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsbindungssystem zum lösbaren Fixieren eines Skischuhs auf einem Ski mit einem einstellbaren Auslösemechanismus und fixen Halterungselementen nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

[0002] Skibindungen weisen eine Zehenhalteeinheit, auch als Vorderbacken bezeichnet, und eine Fersenhalteeinheit, auch als Fersenhalter bezeichnet, zum Halten von bestimmten Standards entsprechenden Skischuhen auf. Solche Standards sind beispielsweise in der deutschen Industrienorm (DIN ISO 5355) festgelegt. Diese standardisierten Skischuhe weisen einen vorderen Anschlussbereich für das Zusammenwirken mit den Vorderbacken der Skibindung und einen hinteren Anschlussbereich für das Zusammenwirken mit dem Fersenhalter der Skibindung auf. Die Sohlenunterseite des Standard-Skischuhs ist eben ausgeführt. Die vordere Anlagefläche und die hintere Anlagefläche der Skibindung erstrecken sich üblicherweise daher in einer Ebene parallel zum Ski. Aufgrund dieser Formgebung kann der Skischuh bzgl. der Anatomie und des Bewegungskomforts für den Träger nicht angepasst werden. Entsprechend schwierig ist der Bewegungsablauf beim Gehen mit diesen standardisierten Skischuhen.

[0003] Herkömmliche Skibindungen sind allerdings auf das Zusammenwirken mit den standardisierten Skischuhen angewiesen.

[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, ein Sicherheitsskibindungssystem zu schaffen, in dem der zu fixierende Skischuh nicht mehr der Skischuhsohlennorm entsprechen muss, sondern bei dem die Schuhsohle bzgl. Anatomie und Bewegungskomfort besser ausgelegt werden kann, um dem Skifahrer eine bessere Bewegungsfreiheit beim Laufen mit den Skischuhen zu ermöglichen.

[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Sicherheitsskibindungssystem mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.

[0006] Dazu besteht das Sicherheitsskibindungssystem zum lösbaren Fixieren eines Skischuhs auf einem Ski aus einem einstellbaren Auslösemechanismus und fixen Halterungselementen. Am Skischuh sind zwei jeweils seitlich vom Skischuh hervorstehende Rastelemente angeordnet, die mit einem skifesten als Fersenhalter ausgebildeten Halterungselement zusammenwirken. Aufgrund der Neukonzeptionierung des Sicherheitsskibindungssystems ist es möglich, die Skischuhsohle zur Verbesserung des Bewegungskomforts für den Skifahrer an seine Anatomie anzupassen, d. h. über die Auftrittsfläche bereichsweise gewölbt bzw. angeschrägt auszuführen.

[0007] Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.

[0008] So ist es nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung möglich, dass der einstellbare Auslösemechanismus jeweils im Skischuh integriert ist. Vorteilhaft wird der einstellbare Auslösemechanismus dann beim Einsteigen in den Ski skiseitig mit dem skifesten als Fersenhalter ausgebildeten Halterungselement gekoppelt.

[0009] Besonders vorteilhaft weist der einstellbare Auslösemechanismus einen die zwei jeweils seitlich vom Skischuh hervorstehenden gegenüber diesem längsverschieblichen Rastelemente beaufschlagenden Betätigungsmechanismus auf.

[0010] Die Rastelemente können vorteilhaft jeweils auf Bolzen drehbar gelagerte Rastrollen sein. Der Betätigungsmechanismus selbst kann durch mindestens ein Federelement und/oder mindestens ein Feder-Dämpferelement gebildet sein. Alternativ können auch magnetische oder elektronische Mechanismen Anwendung finden, die über entsprechende Sensoren, beispielsweise Drucksensoren, den Betätigungsmechanismus bilden.

[0011] Besonders vorteilhaft ist der einstellbare Auslösemechanismus in einem Fersenteil des Skischuhs ausgebildet, welches mit einer im Wesentlichen den Skischuh bildenden Schale eine Einheit bildet.

[0012] Zusätzlich kann ein eine Fixier- und Auslöseleiste aufweisendes Frontteil mit der den Skischuh im Wesentlichen bildenden Schale eine Einheit bilden.

[0013] Der mindestens eine Betätigungsmechanismus kann gegen zwei über einen Einstellmechanismus zueinander verschiebliche Schieber einstellbar sein, um den Anpressdruck der Rastrollen einzustellen.

[0014] Die skifesten fixen Halterungselemente können zwei sich bezogen auf die Skimittelachse gegenüberliegende Rastkulissen zur Aufnahme der Rastelemente aufweisen. Vorzugsweise sind die Rastkulissen jeweils seitlich auf einem bezogen auf den Ski drehbaren Drehteller angeordnet.

[0015] Die skifesten fixen Halterungselemente weisen gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung Vorderbacken auf, die als starrer Sohlenniederhalter ausgebildet sind, der mit dem die Fixier- und Auslöseleiste aufweisenden Frontteil zusammenwirkt.

[0016] Weiterhin können die Vorderbacken jeweils seitliche Führungsrollen aufweisen, deren Drehachsen senkrecht zum Ski ausgerichtet sind, so dass hier eine seitliche Auslösung des Skischuhs unterstützt wird.

[0017] Das zuvor beschriebene Skibindungssystem kann als modular integriertes Skibindungs-Schuh-System ausgeführt werden. In den zuvor wiedergegebenen Ausführungsvarianten ist das beispielhaft als Federspannelement ausgebildete Betätigungselement in der Ferse der Skischuhsohle integriert. Der Skischuh wirkt mit dem fixen Bindungselement zusammen, das vorteilhaft als Bindungselementplatte ausgebildet werden kann, welche die Zehenhalteeinheit und die Fersenhalteeinheit beinhaltet. Diese die Bindungselemente beinhaltende Platte kann in einfacher Weise mit dem Ski verbunden werden, wenn dieser jeweilige Hinterschnitte bildende erhöhte Bereiche aufweist, in welche die Bindungsplatte formschlüssig aufgenommen werden kann (vgl. hierzu EP 1 674 138 B1, auf die Bezug genommen wird).

[0018] Durch die Integration des vorteilhaft als Federspannelement ausgebildeten Betätigungselements in die Skischuhsohle kann die Einstellung des Bindungsauslösewerts, d. h. des sogenannten Z-Werts, direkt am Skischuh vorgenommen werden. Dies führt zu einem deutlichen Vorteil, da die regelmäßig vorzunehmende Anpassung der skiseitigen Bindung - insbesondere im Vermietbereich - wegfällt und die jeweilige Einstellung individuell in dem Skischuh des Skifahrers vorgenommen werden kann.

[0019] Darüber hinaus wird die skiseitige Bindungseinheit wesentlich vereinfacht, so dass das Systemgewicht deutlich reduziert werden kann. Die Bindung wird aufgrund der vereinfachten und reduzierten Teile insgesamt robuster und kann darüber hinaus kostengünstiger produziert werden.

[0020] Die Erfindung betrifft schließlich einen Skischuh, der einen Teil eines Sicherheitsbindungssystems der vorgenannten Art bildet, wobei dieser Skischuh eine Skischuhschale aufweist, in der ein Fersenteil mit den Rastelementen und ein Frontteil mit einer Fixier- und Auslöseleiste integriert ist.

[0021] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1:
eine perspektivische Darstellung der wesentlichen Funktionsteile gemäß einer Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Sicherheitsskibindungssystems,
Figur 2:
eine Seitenansicht eines Teils eines Skischuhs entsprechend dem Sicherheitsskibindungssystems nach Figur 1,
Die Figuren 3 und 4:
eine seitliche Darstellung bzw. eine perspektivische Darstellung der Vorderbacken der Skibindung,
Figur 5:
ein Detail des Fersenhalters gemäß des Skibindungssystems nach Figur 1 und
Figur 6:
eine seitliche Darstellung des Skibindungssystems nach Figur 1 während des Einrastens des Skischuhs in die Bindung.


[0022] In den Figuren 1 bis 6 ist eine Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Sicherheitsskibindungssystem 10 gezeigt. Zur besseren Veranschaulichung des Sicherheitsskibindungssystems 10 sind hier nur die funktionsnotwendigen Teile dargestellt. In der Figur 1 sind die skifesten fixen Bindungsbestandteile gezeigt, die aus den Vorderbacken (auch als Zehenhaltereinheit bezeichnet) 12 und dem Fersenhalter (auch als Fersenhaltereinheit bezeichnet) 14 besteht. In die Vorderbacken 12 und den Fersenhalter 14 greift ein Skischuh ein, von dem in Figur 1 lediglich der Sohlenbereich 16 dargestellt ist.

[0023] Aus der perspektivischen Darstellung gemäß Figur 1 und aus der Seitenansicht gemäß Figur 2 ist zu ersehen, dass der Sohlenbereich 16 auf seiner Unterseite nicht flach ausgebildet ist, sondern bereichsweise Anschrägungen bzw. Wölbungen 18 aufweist, so dass der gesamte Skischuh anatomisch besser an den Skifahrer angepasst ist. Die Formung der Unterseite der Skischuhsohle ist dabei derart vorgesehen, dass der Skifahrer beim Laufen in den Skischuhen besser "abrollen" kann, so dass auch wenig geübte Skifahrer beim Laufen in den Skischuhen einen maximalen Bewegungskomfort und eine große Bewegungssicherheit aufweisen. Das Sturz- bzw. Verletzungsrisiko - beispielsweise beim Treppensteigen - nimmt daher deutlich ab.

[0024] In der in den Figuren 1 bis 6 dargestellten Ausführungsform ist der einstellbare Auslösemechanismus 20 des Sicherheitsskibindungssystems 10 im Sohlenbereich 16 des Skischuhs angeordnet. Wie beispielsweise anhand der Figur 1 dargestellt, besteht der Auslösemechanismus aus zwei parallelen Druckfedern 22, die auf eine im Folgenden noch näher zu beschreibende Art und Weise auf zwei seitlich von der Skischuhsohle 16 hervorstehende Rastelemente 24 wirken. Die Rastelemente sind als Rastrollen 24 ausgebildet, die um Bolzen 26 drehbar gelagert sind. Die Bolzen 26 wiederum sind längsverschieblich in entsprechenden Langlöchern 28 im Sohlenbereich 16 angeordnet. Mit 30 ist in der Figur 1 ein Einstellmechanismus bezeichnet, über den der Anpressdruck der Rastrollen 24 einstellbar ist. Über diesen Anpressdruck kann der Bindungsauslösewert (sogenannter Z-Wert) eingestellt werden.

[0025] Anstelle des hier dargestellten Federmechanismus kann auch ein Feder-Dämpfungsmechanismus vorgesehen werden, bei dem noch zusätzlich ein Öldämpfer eingebaut ist. Alternativ kann hier auch ein magnetischer, elektromagnetischer bzw. elektronisch auslösbarer Betätigungsmechanismus vorgesehen sein, bei dem über entsprechende Betätigungsglieder und Sensoren die Rastelemente 24 mit der gewünschten Haltekraft beaufschlagt werden.

[0026] Wie in Figur 1 dargestellt, ist der Auslösemechanismus 20 im Bereich der Ferse des Skischuhs angeordnet. Der Fersenteil des Sohlenbereiches 16 ist mit den Rastelementen 24 vorzugsweise integrierter Bestandteil der gesamten Skischuhschale.

[0027] Dem Fersenteil des Sohlenbereiches 16 des Skischuhs gegenüberliegend ist ein Frontteil 32 ausgebildet, welches eine entsprechend geformte Fixier- und Auslöseleiste 34 aufweist. Die Fixier- und Auslöseleiste 34 weist dabei schräge Auslöseflächen 36 (vgl. Figur 1 und Figur 2) sowie abgerundete Seitenkanten 38 (vgl. Figur 1) auf.

[0028] Die am Frontteil 32 ausgebildete Fixier- und Auslöseleiste 34 wirkt mit den Vorderbacken 12 zusammen. Der Aufbau der Vorderbacken 12 ist im Detail in den Figuren 3 und 4 dargestellt. Zur Auslösung nach oben weisen die Vorderbacken 12, die ansonsten fix mit dem hier nicht näher dargestellten Ski verbunden sind, schräge Flächen 40 auf, die mit den schrägen Auslöseflächen 36 der Fixier- und Auslöseleiste 34 zusammenwirken (vgl. Figur 1 bzw. Figur 6).

[0029] Seitlich weisen die Vorderbacken 12 jeweils Führungsrollen 42 auf, deren Drehachsen senkrecht zum hier nicht näher dargestellten Ski und somit auch zur Skischuhsohle 16 ausgerichtet sind. Diese Führungsrollen 42 wirken mit den abgerundeten Seitenkanten 38 der Fixier- und Auslöseleiste 34 zum seitlichen Auslösen des Skibindungssystems zusammen.

[0030] Figur 5 zeigt eine Darstellung des fix am Ski montierten Fersenhalters 14 als einzelnes Bauteil. Dieser Fersenhalter ist bezogen auf den Ski auf einem nicht näher dargestellten Drehteller angeordnet. Das bedeutet, dass sich der Fersenhalter 14 um eine zentrale Drehachse relativ zum Ski drehen kann.

[0031] Der Fersenhalter 14 weist zwei sich bezogen auf die Skimittelachse gegenüberliegende Rastkulissen 44 auf, welche mit den als Rastrollen ausgebildeten Rastelementen 24 zusammenwirken. Dabei lässt sich die Art und Weise des Zusammenwirkens aus den Figuren 1 und 6 entnehmen. In der Figur 1 sind die Rastrollen 24 in eingerasteter Stellung gezeigt. Hierzu greifen die Rastrollen in einen an den Außenradius der Rastrollen 24 angepassten Bereich 46 der Rastkulisse 44 ein. Die Rastrollen 24 werden über die Druckfedern 22 in ihrer Rastposition gehalten.

[0032] Die Figur 6 zeigt die Situation beim Einstieg des Skischuhs, d. h. des hier dargestellten Sohlenbereiches 16 des Skischuhs, in die Skibindung. Hierzu wird der Frontteil 32 des Skischuhs mit seiner Fixier- und Auslöseleiste 34 unter die Vorderbacken 12 geschoben. Der Fersenbereich des Sohlenbereiches 16 wird mit seinen Rastrollen 24 auf die Rastkulissen 44 des Fersenhalters 14 aufgesetzt, welche im oberen Bereich, auf welche die Rastrollen 24 bei Niederdrücken des Sohlenbereiches 16 auftreffen, entsprechend als schräge Kante 48 ausgebildet sind. Beim Niederdrücken des Fersenbereiches des Sohlenbereiches 16 rollen die Rastrollen 24 an den schrägen Kanten 48 der Rastkulissen 44 des Fersenhalters 14 entlang und werden entgegen der Kraft der Druckfedern 22 entlang der Langlöcher 28 verschoben, so dass die Rastrollen 24 bei weiterem Heruntertreten des Fersenbereiches des Sohlenbereiches 16 des Skischuhs in die Einrastposition entsprechend Figur 1 gelangen.

[0033] Wie aus der Figur 6 zu entnehmen ist, sind die Vorderbacken 12 und der Fersenhalter 14 auf einer Montageplatte 50 miteinander verbunden. Diese Montageplatte 50 kann, wie anhand der EP 1 674 138 B1 im Einzelnen erläutert, mit einem hier nicht dargestellten Ski in einfacher Art und Weise verbunden werden. Hierzu wird die Bindungsaufnahmeplatte 50 im zentralen Bereich des Skis, in welchem sie eingesetzt wird, als tragendes Teil integriert, indem sie seitlich von erhöhten Bereichen des Skikörpers formschlüssig umfasst wird. Eine Längsverschiebung gegenüber dem Ski wird ebenfalls in bekannter Art und Weise über eine zusätzliche Schraube oder ein anderes Sicherungselement verhindert.

[0034] Mit dem neuen Sicherheitsskibindungssystem kann in einfacher Weise sämtliche Auslösefunktionen realisiert werden.

[0035] Bei der Seitenauslösung wird der Skischuh über die Führungsrollen 42 nach hinten gedrückt, wodurch die Druckfedern 20 komprimiert werden und der Schuh seitlich aus den Vorderbacken 12 geführt wird. Dabei ermöglicht der Drehteller eine weitgehend reibungsfreie und kontrollierte Führung des Schuhs zur Seite bis zur Freigabe des Sohlenbereiches 16.

[0036] Eine Vorwärtsauslösung erfolgt durch die Kraftwirkung der Ferse nach oben. Hierdurch werden die Rastrollen 24 durch den Bereich 46 der Rastkulissen nach vorne gedrückt und über die Kulissen nach oben geführt. Sobald die Rastrollen 24 aus dem Bereich 46 der Rastkulissen ausrasten, werden die Druckfedern entspannt und der Schuh aus der Bindung freigegeben.

[0037] Bei der Rückwärtsauslösung wird durch die Kraftwirkung nach hinten und nach oben über die Rastrollen 24 der Auslösemechanismus, d. h. die Druckfedern 22, komprimiert. Dadurch wird das Frontteil 32 über die schräge Auslösefläche 36 der Fixier- und Auslöseleiste 34 entlang der schrägen Fläche 40 der Vorderbacken 12 nach oben gedrückt bis der Skischuh freigegeben ist.


Ansprüche

1. Sicherheitsskibindungssystem zum lösbaren Fixieren eines Skischuhs auf einem Ski mit einem einstellbaren Auslösemechanismus und fixen Halterungselementen,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Skischuh zwei jeweils seitlich vom Skischuh hervorstehende Rastelemente angeordnet sind, die mit einem skifesten als Fersenhalter ausgebildeten Halterungselement zusammenwirken.
 
2. Sicherheitsskibindungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der einstellbare Auslösemechanismus jeweils im Skischuh integriert ist.
 
3. Sicherheitsskibindungssystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der einstellbare Auslösemechanismus einen die zwei jeweils seitlich vom Skischuh hervorstehenden und gegenüber diesem längsverschiebliche Rastelemente beaufschlagenden Betätigungsmechanismus aufweist.
 
4. Sicherheitsskibindungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der einstellbare Auslösemechanismus einen das als Fersenhalter ausgebildete Halterungselement beaufschlagenden Betätigungsmechanismus aufweist.
 
5. Sicherheitsskibindungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastelemente jeweils auf Bolzen drehbar gelagerte Rastrollen sind.
 
6. Sicherheitsskibindungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsmechanismus durch mindestens ein Federelement und/oder mindestens ein Feder-Dämpferelement gebildet wird oder durch magnetische oder elektronische Mechanismen gebildet wird.
 
7. Sicherheitsskibindungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der einstellbare Auslösemechanismus in einem Fersenteil ausgebildet ist, welches mit einer im wesentlichen den Skischuh bildenden Schale eine Einheit bildet.
 
8. Sicherheitsskibindungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich ein eine Fixier- und Auslöseleiste aufweisendes Frontteil mit der den Skischuh im wesentlichen bildenden Schale eine Einheit bildet.
 
9. Sicherheitsskibindungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Betätigungsmechanismus gegen zwei über einen Einstellmechanismus zueinander verschiebliche Schieber einstellbar ist, um den Anpressdruck der Rastrollen einzustellen.
 
10. Sicherheitsskibindungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die skifesten fixen Halterungselemente zwei sich bezogen auf die Skimittelachse gegenüberliegende Rastkulissen zur Aufnahme der Rastelemente aufweisen.
 
11. Sicherheitsskibindungssystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastkulissen jeweils seitlich auf einem bezogen auf den Ski drehbaren Drehteller angeordnet sind.
 
12. Sicherheitsskibindungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die skifesten fixen Halterungselemente Vorderbacken aufweisen, die als starrer Sohlenniederhalter ausgebildet sind, der mit dem die Fixier- und Auslöseleiste aufweisenden Frontteil zusammenwirkt.
 
13. Sicherheitsskibindungssystem nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorderbacken jeweils seitliche Führungsrollen aufweisen, deren Drehachsen senkrecht zum Ski ausgerichtet sind.
 
14. Skischuh, der einen Teil eines Sicherheitsskibindungssystems nach einem der vorangehenden Ansprüche bildet, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Skischuhschale aufweist, in der ein Fersenteil mit den Rastelementen und einen Frontteil mit einer Fixier- und Auslöseleiste integriert ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente