[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Messerscheibe, insbesondere für Fleischwölfe,
zum Zerkleinern und/oder Durchmischen von zugeführtem Fördergut, insbesondere von
Fleisch oder anderen Lebensmitteln, mit einer ihrem Drehantrieb dienenden, zentrischen
Antriebseinrichtung, von der ausgehend sich zwei oder mehr Mahl- und/oder Schneidorgane
speichenartig beziehungsweise radial erstrecken.
[0002] Messer, Messerscheiben oder Schneidsätze für Zerkleinerungsmaschinen, insbesondere
für Fleischwölfe, sind in unterschiedlichen Formen bereits bekannt. Die vielfältigen
Formen reichen von Kreuzmessern über Ringmesser bis hin zu Messerscheiben. In der
DE 199 08 665 C1 wird ein Messer bestehend aus mehreren Messerschneiden offenbart, wobei dessen Schneiden
durch einen Ring am Außendurchmesser gestützt werden. Ein Teil der Schneiden sind
austrittsseitig in ihrer Länge reduziert beziehungsweise nur über einen bestimmten
Teil der Schneide ausgebildet. Die Reduzierung der Schneide ist nicht bei allen angeordneten
Messerschneiden vorhanden, so dass eine gute Durchmischung nur bis zur nächsten vollausgebildeten
Schneide stattfinden kann. Des Weiteren wandern die festen Bestandteile, wie zum Beispiel
Knorpel, Flechse usw., zur Nabe hin und sammeln sich im Zentrum, was zum Verstopfen
und/oder Versehnen der Lochscheibe führt.
[0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung das zugeführte Fördergut, Schneidgut und/oder
Material innerhalb der Messerscheibe zu verlagern, insbesondere von Innen nach Außen.
Dadurch wird das Fördergut, Schneidgut und/oder Material erneut dem Zerkleinerungskreislauf
zugeführt, wodurch eine optimale Durchmischung erreicht sowie ein Verstopfen und Versehnen
der Lochscheibe weitestgehend vermieden wird.
[0004] Zur Lösung der Aufgabe wird eine Messerscheibe gemäß Patentanspruch 1 vorgeschlagen.
Vorteilhafte, optionale Ausbildungen und/oder Weiterbildungen ergeben sich ganz oder
teilweise aus den abhängigen Ansprüchen.
[0005] Bei der vorgeschlagenen Messerscheibe weist erfindungsgemäß mindestens eines der
Schneidorgane für das Fördergut einen Leitkanal auf. Der Leitkanal ist zur Ausprägung
eines Fördergut-Flusses oder -Transports innerhalb oder längs des Schneidorgans ausgebildet.
Die Bezeichnung Fördergut ist gleichbedeutend mit Schneidgut oder sonstigem zu zerkleinernden
eingebrachten Material. Der Leitkanal kann beliebig in dem Schneidorgan angeordnet
sein sowie beliebige Ausführungsformen aufweisen. Beispielsweise kann der Leitkanal
schräg, gerade, gekrümmt oder gebogen sein.
[0006] Bevorzugt weist der Leitkanal eine näher zur Antriebseinrichtung liegende Innenöffnung
und eine entfernter von der Antriebseinrichtung liegende Außenöffnung auf. Abhängig
von der Drehrichtung der Messerscheibe können die Außen- sowie auch die Innenöffnung
als Eintritt/Eingang oder Austritt/Ausgang für das Förder- oder Schneidgut ausgebildet
sein. Das bedeutet, dass der Eintritt/Eingang, d.h. Außen- oder Innenöffnung, zweckmäßigerweise
immer in Richtung der Drehrichtung ausgebildet ist beziehungsweise zu dieser Seite
hin seine Öffnung besitzt. Der Austritt/Ausgang hingegen ist auf jeder beliebigen
Seite des Schneidorgans möglich. Es ist empfehlenswert die Innenöffnung als Eintritt/Eingang
des Förderguts zu verwenden, da die harten beziehungsweise großen Bestandteile, wie
zum Beispiel Flechse und Knorpel, die noch nicht durch die Lochscheibe passen, nach
Innen zur Antriebseinrichtung wandern. Diese werden dann durch den Leitkanal von der
Innenöffnung zur Außenöffnung transportiert, so dass sie erneut dem Zerkleinerungsprozess
zugeführt werden. Es ist dennoch auch möglich die Außenöffnung als Eintritt/Eingang
zu verwenden, so dass das Fördergut von Außen nach Innen zur Antriebseinrichtung transportiert
wird.
[0007] Es ist des Weiteren vorteilhaft, wenn die Innen- und die Außenöffnung auf verschiedenen
oder gegenüberliegenden Seiten des Schneidorgans oder auf dessen verschiedenen Seiten
radial versetzt angeordnet sind. Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform
sind die Innen- und/oder Außenöffnung in oder parallel oder entsprechend zur Scheiben-Umfangsrichtung
ausgerichtet. Ferner sind bei einer vorteilhaften Ausführungsform die Innen- und/oder
Außenöffnung in axialer Richtung oder achsparallel zur Antriebseinrichtung ausgerichtet,
so dass das Fördergut in Förderrichtung vor und/oder hinter der Messerscheibe ein-
und/oder austritt. Es ist außerdem zweckmäßig, dass die Innenöffnung in beabsichtigter
Drehrichtung und/oder die Außenöffnung entgegen der beabsichtigten Drehrichtung ausgerichtet
sind. In einem weiteren zweckmäßigen Ausführungsbeispiel sind die Außenöffnung in
beabsichtigter Drehrichtung und/oder die Innenöffnung entgegen der beabsichtigten
Drehrichtung ausgerichtet.
[0008] Es sind alle denkbaren Kombinationen möglich. Zum einen kann die Innen- oder Außenöffnung
in Richtung der Drehrichtung und die Außen- oder Innenöffnung auf der gegenüberliegenden
Seite, d.h. entgegengesetzt der Drehrichtung, angeordnet sein. Zum anderen ist es
auch vorstellbar, dass die Innen- oder Außenöffnung in Scheiben-Umfangsrichtung und
die Außen- oder Innenöffnung in axialer Richtung ausgebildet ist. Das bedeutet, dass
die Außen- oder Innenöffnung direkt zur Lochscheibe oder zur Förderschnecke hin zeigt.
Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass beide Öffnungen, d.h. die Innen- und die
Außenöffnung, in axialer Richtung auf den Schneidorganen angeordnet sind. Alle hier
aufgezählten Möglichkeiten der Öffnungsanordnungen können umgekehrt werden, d.h. in
den Seiten des Schneidorgans werden die Öffnungen vertauscht. Statt den Innenöffnungen
werden Außenöffnungen und statt den Außenöffnungen werden Innenöffnungen ausgebildet.
[0009] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn der Leitkanal im Bereich der Innen- oder Außenöffnung
zur Realisierung eines gekrümmten Flusses oder Förderwegs gestaltet ist. Dabei gibt
es wiederum mehrere Ausführungsmöglichkeiten. Die Innen- und/oder Außenöffnung können
schräg oder senkrecht zu einer gedachten radialen Richtung verlaufen und anschließend
in radialer Richtung miteinander verbunden sein. Der Leitkanal kann außerdem neben
Krümmungen beziehungsweise Kurven auch nur eine Gerade zwischen Außen- und Innenöffnung
aufweisen. Der Leitkanal sowie die Innen- und Außenöffnung sollten vorzugsweise strömungstechnisch
optimal ausgelegt beziehungsweise angepasst werden. Das bedeutet, dass Kanten oder
Ecken vermieden und Krümmungen oder Radien bevorzugt werden sollten. Dem Fachmann
sollten hier alle Möglichkeiten bekannt sein.
[0010] Bei einem ebenfalls erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel weist das Schneidorgan
auf mindestens einer Seite ein Schneidelement, insbesondere eine Kante, Klinge oder
Schneide, auf. Vorzugsweise ist ein Schneidelement auf der Seite des Eintritts/Eingangs
vorhanden. Demnach ist das Schneidelement immer auf der vorauseilenden Seite des Schneidorgans
angebracht. Ein Schneidelement auf einer Seite kann auch in mehrere Schneidelemente
unterteilt sein. Zum Beispiel kann das Schneidelement durch die Öffnungen für den
Leitkanal unterbrochen sein.
[0011] Es ist außerdem zweckmäßig, dass der Leitkanal als eine nach außen hin offene Nut
und/oder als eine geschlossene Bohrung ausgebildet ist. Eine Kombination aus offener
Nut und geschlossener Bohrung ist auch vorstellbar. Zum Beispiel können die Innen-
und Außenöffnung über einen vorbestimmten Teil eine nach außen hin offene Nut darstellen,
während der restliche Teil des Leitkanals als eine geschlossene Bohrung ausgebildet
ist.
[0012] In einem weiteren zweckmäßigen Ausführungsbeispiel ist der als eine nach außen hin
offene Nut ausgebildete Leitkanal beidseits von achsparallel vorspringenden Leitwänden
zumindest teilweise begrenzt. Ferner sind bei einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel
ein oder mehrere Begrenzungen des Leitkanals mit schneidfähigen Kanten ausgebildet.
Zusätzlich zu den Schneidelementen am Schneidorgan können die Kanten des Leitkanals
ebenfalls als Schneidelemente ausgebildet sein. Das bedeutet, dass ein oder mehrere
Kanten des Leitkanals als Schneidelement fungieren.
[0013] Die zentrische Antriebseinrichtung ist von einem oder mehreren, innen liegenden Dichtmitteln
umgeben. Bevorzugt umfassen die Dichtmittel eine konzentrische Ringnut mit darin aufgenommener
Dichtmasse. Unter Dichtmasse werden alle bekannten Dichtmittel, wie zum Beispiel O-Ringe
usw. verstanden. Die konzentrische Ringnut ist entsprechend der zu verwendenden Dichtmasse
auszulegen und kann somit in ihrer Form variieren.
[0014] Die Messerscheibe ist außerdem mit einem peripheren oder äußersten Umfang bildenden
Abschlussring versehen. Zweckmäßigerweise weist der Abschlussring gegenüber dem Schneidorgan
achsparallel ein- oder beidseitig vorstehende Dichtränder auf. Die Dichtränder weisen
abgeschrägte Flächen, vorzugsweise eine 45°- Fase, auf.
[0015] Weitere Einzelheiten, Merkmale, Merkmalskombinationen und Wirkungen auf der Basis
der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter, beispielhafter
Ausführungsformen der Erfindung sowie aus den Zeichnungen. Diese zeigen in:
- Figur 1
- Draufsicht der Messerscheibe mit eingezeichneten Schnittlinien (A-A, B-B, C-C), Drehrichtung
sowie Fördergut-Fluss
- Figur 2
- Unteransicht der Messerscheibe mit eingezeichneter Drehrichtung
- Figur 3
- Querschnitt der Messerscheibe (A-A)
- Figur 4
- Schnittzeichnung der Messerscheibe (B-B)
- Figur 5
- Schnittzeichnung der Messerscheibe (C-C)
- Figur 6
- Vogelperspektivische Draufsicht der Messerscheibe mit eingezeichneter Drehrichtung
- Figur 7
- Vogelperspektivische Unteransicht der Messerscheibe mit eingezeichneter Drehrichtung
[0016] In der
Fig. 1 ist die Messerscheibe als Draufsicht mit eingezeichneten Schnittlinien A-A, B-B und
C-C dargestellt. In der Mitte der Messerscheibe ist eine zentrische Antriebseinrichtung
1 beziehungsweise Nabe vorgesehen. Die Antriebseinrichtung
1 beziehungsweise Nabe wird mit einer Welle, insbesondere mit der Achse der Förderschnecke,
formschlüssig verbunden, so dass die Messerscheibe von der Welle angetrieben wird.
Im direkten Anschluss an die Antriebseinrichtung
1 ist eine konzentrische Ringnut
2, die in den Anschlussring
3 eingebracht ist, angeordnet. In dieser Ringnut
2 wird eine Dichtmasse eingefügt, die die Antriebseinrichtung
1 vom Fördergut trennt. Der Anschlussring
3 ist mit dem Abschlussring
4 durch radiale speichenartige Schneidorgane
5 verbunden. Jedes Schneidorgan
5 weist eine Innen-
6 und eine Außenöffnung
7 auf. Die Innenöffnung
6 ist am Anschlussring
3 in Scheiben-Umfangsrichtung, d.h. senkrecht bis schräg zur radialen Richtung des
Schneidorgans
5 in Drehrichtung der Messerscheibe, angeordnet. Die Außenöffnung
7 befindet sich ausgehend von der Anordnung der Innenöffnung
6 auf der gegenüberliegenden Seite des Schneidorgans
5 nach außen hin versetzt. In der
Fig. 1 liegt die Außenöffnung
7 an dem Abschlussring
4 an. Der im Schneidorgan
5 radial verlaufende Leitkanal
8 ist als eine nach außen hin offene Nut ausgebildet. Das bedeutet, dass der Leitkanal
8 beidseits von achsparallel vorspringenden Leitwänden
9, die ebenfalls radial entlang des Schneidorgans
5 verlaufen, teilweise begrenzt ist.
[0017] Zwischen zwei Schneidorganen
5 ist jeweils eine Aussparung
10 vorhanden, in der das Fördergut unter Druck über die Förderschnecke angefördert und
über die auf der gegenüberliegenden Seite der Messerscheibe liegenden Lochscheibe
abtransportiert wird. Des Weiteren wird beim Drehen der Messerscheibe ein Teil des
Förderguts, insbesondere die Bestandteile des Förderguts, die größer als die Löcher
der Lochscheibe sind, von den Aussparungen über die Innenöffnung
6 durch den Leitkanal
8 zur Außenöffnung
7 hin und somit zur nächsten angrenzenden Aussparung
10 transportiert. Um die Bestandteile während des Drehprozesses zu zerkleinern sind
an jedem Schneidorgan
5 Schneidelemente
11 angebracht. Das Schneidelement
11 erstreckt sich von der Innenöffnung
6 radial entlang des Schneidorgans
5 bis hin zum Abschlussring
4. Das Fördergut wird somit aufgrund der Leitkanäle
8 solange wiederholend dem Zerkleinerungsprozess, d.h. den an den Schneidorgan
5 angebrachten Schneidelementen
11, zugeführt, bis die Bestandteile des Förderguts so klein sind, dass sie durch die
Lochscheibe durch passen.
[0018] In der
Fig. 2 ist die Unteransicht der Messerscheibe dargestellt. Hierbei ist gut zu erkennen,
dass die Antriebseinrichtung
1, der Anschlussring
3, die Schneidorgane
5 sowie der Abschlussring
4 aus einem Bauteil gebildet sind. Die Drehrichtung der Messerscheibe in dieser Ansicht
ist in Richtung des Uhrzeigersinns. Die radial verlaufenden axial vorstehenden Schneidelemente
11 sind auf der vorauseilenden Seite des Schneidorgans
5 angebracht. In dem Bereich des Schneidelements
11 findet der Zerkleinerungsprozess statt. Auf der nacheilenden Seite des Schneidorgans
befindet sich auf der Unterseite ein negativer Schneidwinkel beziehungsweise eine
negative Schneide
12. Als negativer Schneidwinkel wird jeder Winkel bezeichnet, der größer ist als 90°.
[0019] Die
Fig. 3 stellt den Querschnitt der Messerscheibe entlang der aufgezeigten Schnittlinie A-A
in
Fig. 1 dar. Der Abschlussring
4 weist Dichtränder
13 auf, die in axialer Richtung der Messerscheibe vorstehend sind. In radial nach innen
verlaufender Richtung erstreckt sich das Schneidorgan
5, das in axialer Richtung eine nach außen hin offene Nut aufweist. Diese nach außen
hin offene Nut stellt den Leitkanal
8 dar, der von Leitwänden
9 begrenzt ist. Des Weiteren ist in dem Schneidorgan
5 direkt angrenzend an den Abschlussring
4 die Außenöffnung
7 angeordnet. Um gute Strömungsbedingungen zu schaffen, sind der Leitkanal
8, die Innenöffnung
6 sowie die Außenöffnung
7 im Inneren abgerundet. Angrenzend an das Schneidorgan
5 beziehungsweise der Innenöffnung
6 ist der Anschlussring
3 ausgebildet. In dem Anschlussring
3 ist in axialer Richtung oder achsparallel eine konzentrische Ringnut
2 angeordnet. Diese Ringnut
2 ist entsprechend der einzufügenden Dichtmasse auszubilden. An dem Anschlussring
3 ist die in axialer Richtung vorstehende Antriebseinrichtung
1 angeordnet.
[0020] Die
Fig. 4 zeigt den Querschnittsverlauf entlang der Schnittlinie B-B auf. An beiden Enden des
Querschnitts sind die Dichtränder
13 des Abschlussrings
4 zu erkennen. Des Weiteren ist der im Inneren abgerundete Leitkanal
8, der von zwei Leitwänden
9 begrenzt wird und dadurch eine U-Form aufweist, ebenfalls zu erkennen. Das in axialer
Richtung herausragende Schneidelement
11 weist insbesondere auf der vorauseilenden Seite eine scharfe Kante auf. Auf der dazu
gegenüberliegenden Seite des Schneidorgans
5 beziehungsweise auf der entgegen der Drehrichtung liegenden Seite ist der negative
Schneidwinkel und somit die negative Schneide
12 ausgebildet. Des Weiteren ist in
Fig. 4 ersichtlich, dass sich das Schneidorgan
5 auf der Seite mit der negativen Schneide
12 nach unten hin verjüngt. Die vorauseilende Seite hingegen weist beginnend am Ende
der Leitwand
9 und endend am Ende des Schneidelements
11 einen nach außen hin leichten Bogen auf, wobei die gegenüberliegende Seite des Schneidelements
11 gerade beziehungsweise in axialer Richtung nach unten verläuft.
[0021] Die
Fig. 5 stellt den Querschnitt der Messerscheibe entlang der Schnittlinie C-C dar. Die Dichtränder
13 weisen eine abgeschrägte Fläche, eine so genannte Fase, auf. Des Weiteren ist die
abgerundete Außenöffnung
7 zu erkennen, die fließend anhand einer Krümmung in den radialen Leitkanal
8 übergeht. Ferner ist die Leitwand
9, die den Leitkanal
8 an der gegenüberliegenden Seite der Außenöffnung
7 begrenzt, dargestellt. Die Leitwand
9 besitzt im Anschluss an den Abschlussring
4 axiale oder senkrecht zum Abschlussring
4 verlaufende Seiten. Die Schneidelemente
11 weisen ebenfalls senkrechte beziehungsweise in axialer Richtung vorstehende Seiten
auf. In radialer Richtung, d.h. in Richtung Antriebseinrichtung
1 gehen die äußeren, vom Schneidorgan
5 wegzeigenden senkrechten Seiten der Schneidelemente
11 sowie der Leitwände
9 in eine Krümmung über, wie dies in
Fig. 4 aufgezeigt ist. Das äußere Ende der Leitwand
9 sowie das äußere Ende des Schneidelements
11 sind über eine leichte in das Schneidorgan
5 gehende Wölbung miteinander verbunden.
[0022] Die
Fig. 6 und
Fig. 7 sind als vogelperspektivische Ansichten der Messerscheibe dargestellt. Die in
Fig. 6 dargestellte Ansicht der Messerscheibe zeigt in Richtung Lochscheibe. Die Ansicht
in
Fig. 7, die die Rückseite der Messerscheibe darstellt, zeigt demnach zur Förderschnecke
hin. Die Achse der Förderschnecke wird formschlüssig mit der Antriebseinrichtung
1 der Messerscheibe verbunden, um die gewünschte Drehbewegung sowie auch Drehgeschwindigkeit
der Messerscheibe zu erreichen. Über die Förderschnecke wird das Fördergut beziehungsweise
Schneidgut unter Druck angefördert oder zur Messerscheibe hin transportiert.
[0023] Das Fördergut gelangt über die Aussparungen
10 der Messerscheibe zur Lochscheibe. Das Fördergut wird aufgrund der Drehbewegung der
Messerscheibe von den in axialer Richtung vorstehenden Schneidelementen
11 der speichenartig angeordneten Schneidorgane
5 zerkleinert. Abhängig von den Durchmessern der Löcher in der Lochscheibe wird das
zerkleinerte Fördergut durch diese Löcher durchgedrückt. Die Bestandteile des Förderguts,
die größer sind als die Löcher in der Lochscheibe, werden in Richtung Antriebseinrichtung
1 transportiert. Aufgrund der in Scheiben-Umfangsrichtung angeordneten Innenöffnung
6 in jedem Schneidorgan
5 werden vor allem die für die Lochscheibe zu großen Bestandteile des Förderguts durch
den Leitkanal
8 zur Außenöffnung
7 und somit zur nächstangrenzenden Aussparung
10 weiter transportiert.
[0024] Da das Fördergut erneut von Außen nach Innen wandert, wird es durch die Schneidelemente
11 weiter zerkleinert. Das Fördergut wird somit dem Zerkleinerungsprozess erneut zugeführt.
Falls die Bestandteile des Förderguts immer noch zu groß sind, werden diese erneut
durch den Leitkanal
8 des nächstliegenden Schneidorgans
5 von Innen nach Außen transportiert. Dieser Vorgang beziehungsweise Kreislauf kann
sich beliebig oft wiederholen, bis alle Bestandteile des Förderguts entsprechend zerkleinert
sind, so dass sie durch die Löcher der Lochscheibe durchpassen. Neben dem Zerkleinerungsprozess
dienen die Leitkanäle auch zum Durchmischen des Förderguts.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1 -
- Antriebseinrichtung, Nabe
- 2 -
- konzentrische Ringnut
- 3 -
- Anschlussring
- 4 -
- Abschlussring
- 5 -
- Schneidorgan
- 6 -
- Innenöffnung
- 7 -
- Außenöffnung
- 8 -
- Leitkanal
- 9 -
- Leitwand
- 10 -
- Aussparung
- 11 -
- Schneidelement
- 12 -
- negative Schneide
- 13 -
- Dichtrand
1. Messerscheibe, insbesondere für Fleischwölfe, zum Zerkleinern und/oder Durchmischen
von zugeführtem Fördergut, insbesondere von Fleisch oder anderen Lebensmitteln, mit
einer ihrem Drehantrieb dienenden, zentrischen Antriebseinrichtung (1), von der ausgehend
sich zwei oder mehr Mahl- und/oder Schneidorgane (5) speichenartig beziehungsweise
radial erstrecken, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der Schneidorgane (5) für das Fördergut einen Leitkanal (8) aufweist,
der zur Ausprägung eines Fördergut-Flusses oder -Transports innerhalb oder längs des
Schneidorgans (5) ausgebildet ist.
2. Messerscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Leitkanal (8) eine näher zur Antriebseinrichtung (1) liegende Innenöffnung (6)
und eine entfernter von der Antriebseinrichtung (1) liegende Außenöffnung (7) aufweist.
3. Messerscheibe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Innen-(6) und die Außenöffnung (7) auf verschiedenen oder gegenüberliegenden
Seiten des Schneidorgans (5) oder auf dessen verschiedenen Seiten radial versetzt
angeordnet sind.
4. Messerscheibe nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Innen- (6) und/oder Außenöffnung (7) in oder parallel oder entsprechend zur Scheiben-Umfangsrichtung
ausgerichtet sind.
5. Messerscheibe nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Innen- (6) und/oder Außenöffnung (7) in axialer Richtung oder achsparallel zur
Antriebseinrichtung (1) ausgerichtet sind, so dass das Fördergut in Förderrichtung
vor und/oder hinter der Messerscheibe ein- und/oder austritt.
6. Messerscheibe nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenöffnung (6) in beabsichtigter Drehrichtung und/oder die Außenöffnung (7)
entgegen der beabsichtigten Drehrichtung ausgerichtet sind.
7. Messerscheibe nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenöffnung (7) in beabsichtigter Drehrichtung und/oder die Innenöffnung (6)
entgegen der beabsichtigten Drehrichtung ausgerichtet sind.
8. Messerscheibe nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Leitkanal (8) im Bereich der Innen- (6) oder Außenöffnung (7) zur Realisierung
eines gekrümmten Flusses oder Förderwegs gestaltet ist.
9. Messerscheibe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidorgan (5) auf mindestens einer Seite ein Schneidelement (11), insbesondere
eine Kante, Klinge oder Schneide, aufweist.
10. Messerscheibe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leitkanal (8) als eine nach außen hin offene Nut und/oder als eine geschlossene
Bohrung ausgebildet ist.
11. Messerscheibe nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der als eine nach außen hin offene Nut ausgebildete Leitkanal (8) beidseits von achsparallel
vorspringenden Leitwänden (9) zumindest teilweise begrenzt ist.
12. Messerscheibe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere Begrenzungen des Leitkanals (8) mit schneidfähigen Kanten ausgebildet
sind.
13. Messerscheibe nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die zentrische Antriebseinrichtung
(1) von einem oder mehreren, innen liegenden Dichtmitteln umgeben ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtmittel eine konzentrische Ringnut (2) mit darin aufgenommener Dichtmasse
umfassen.
14. Messerscheibe nach einem der vorangehenden Ansprüche, mit einem den peripheren oder
äußersten Umfang bildenden Abschlussring (4), dadurch gekennzeichnet, dass der Abschlussring (4) gegenüber dem Schneidorgan (5) achsparallel ein- oder beidseitig
vorstehende Dichtränder (13) aufweist.