[0001] Die Erfindung betrifft eine Beschichtungsanlage zum Beschichten von Werkstücken mit
zumindest einem Aufnahmedorn zum Aufnehmen mindestens eines Werkstückes, eine Fördereinrichtung
mit welcher der Aufnahmedorn zu Bearbeitungsstationen förderbar ist, eine Lackierstation,
in welcher das mindestens eine Werkstück auf dem Aufnahmedorn mit einem Lack beschichtbar
ist, und eine Härtungsstation, in welcher das mindestens eine Werkstück auf dem Aufnahmedorn
in einer Schutzgasatmosphäre mittels einer Bestrahlungseinrichtung bestrahlbar ist,
wobei der Lack aushärtet, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Beschichten von Werkstücken, bei
welchem mindestens ein Werkstück auf einem Aufnahmedorn angeordnet wird, der Aufnahmedorn
mit dem mindestens einen Werkstück mittels einer Fördereinrichtung zu Bearbeitungsstationen
gefördert wird, in einer Lackierstation das mindestens eine Werkstück auf dem Aufnahmedorn
mit einem Lack beschichtet wird und in einer Härtungsstation das mindestens eine Werkstück
auf dem Aufnahmedorn in einer Schutzgasatmosphäre mittels einer Bestrahlungseinrichtung
bestrahlt wird, wobei der Lack aushärtet, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 11.
[0003] Eine gattungsgemäße Beschichtungsanlage und ein entsprechendes Beschichtungsverfahren
gehen beispielsweise aus der
WO 2007/045442 A1 hervor. Die hierin beschriebene Beschichtungsanlage, bei welcher die Werkstücke einen
größeren Schutzgasbereich durchlaufen, ist für eine Serienfertigung relativ großer
Werkstücke sinnvoll. Für einen wirtschaftlichen Betrieb sollte die Schutzgaskammer
möglichst klein sein, um den Verbrauch von Schutzgas gering zu halten.
[0004] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Beschichtungsanlage und ein Beschichtungsverfahren anzugeben, welche
auch bei kleineren Teilen eine besonders wirtschaftliche Beschichtung ermöglichen.
[0005] Die Erfindung wird zum einen durch eine Beschichtungsanlage mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 und zum anderen durch ein Beschichtungsverfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 11 gelöst. Bevorzugte Ausführungsvarianten sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0006] Die erfindungsgemäße Beschichtungsanlage ist dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmedorn
zwischen einer horizontalen ersten Arbeitsposition und einer vertikalen zweiten Arbeitsposition
verschwenkbar ist, dass der Aufnahmedorn mit dem mindestens einen Werkstück in der
Lackierstation in die horizontale Arbeitsposition geschwenkt ist und dass der Aufnahmedorn
mit dem mindestens einen Werkstück in der Härtungsstation in die vertikale zweite
Arbeitsposition geschwenkt ist.
[0007] Ein Grundgedanke der Erfindung liegt darin, das Lackieren von Werkstücken bei einem
horizontalen Aufnahmedorn vorzunehmen, während das Aushärten des beschichteten Werkstückes
in einer Schutzgaskammer in einer zweiten vertikalen Arbeitsposition durchgeführt
wird. Dies erlaubt einerseits ein effektives Lackieren in einer horizontalen Ausrichtung
und ein Schutzgas sparendes Aushärten in einer vertikal ausgerichteten Schutzgaskammer.
Insbesondere kann der Aufnahmedorn lanzen- oder stangenförmig ausgebildet sein, so
dass dieser auch längliche und damit relativ sperrige Werkstücke aufnehmen kann. An
dem länglichen Aufnahmedorn können aber auch mehrere Werkstücke mittels entsprechenden
Halterungen angebracht sein. Der Aufnahmedorn kann mit der Fördereinrichtung fest
oder lösbar über eine Halteeinheit verbunden sein.
[0008] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass die Härtungsstation
eine Schutzgaskammer aufweist, welche eine Schutzgasglocke mit einer unteren Zutrittsöffnung
umfasst. Diese Anordnung ist insbesondere zur Aufnahme von Schutzgas zweckmäßig, welches
leichter als die Umgebungsluft ist. Die Zuführung des Werkstückes erfolgt dabei über
eine relative vertikale Hubbewegung zwischen der Schutzgasglocke und dem Werkstück.
[0009] Grundsätzlich kann der Aufnahmedorn mit dem mindestens einen Werkstück in die Schutzgasglocke
eingefahren werden. Besonders vorteilhaft ist es nach einer Ausführungsform der Erfindung,
dass die Schutzgasglocke zwischen einer unteren Härtungsposition, in welcher der Aufnahmedorn
in der vertikalen Arbeitsposition umschlossen ist, und einer oberen Zuführposition
vertikal verfahrbar ist, in welcher der Aufnahmedorn in der vertikalen Arbeitsposition
unter der Schutzgasglocke positionierbar ist. Der lanzenförmige Aufnahmedorn kann
in der Härtungsstation eine vertikale Position einnehmen, in welcher eine geringe
Grundfläche benötigt wird. In dieser vertikalen Position wird dann die hülsenförmige
Schutzgasglocke, welche Seitenwände und einen geschlossenen Deckenbereich aufweist,
vertikal von oben über das Werkstück gefahren, so dass die in der Schutzgasglocke
angeordnete Schutzgasatmosphäre das Werkstück umschließt. Zudem kann bei dieser Hubbewegung
von oben schädlicher Restsauerstoff nach unten durch die untere Zutrittsöffnung der
Schutzgasglocke verdrängt werden. Die Hubbewegung der Schutzgasglocke kann durch einen
Hubantrieb, insbesondere einen Stellzylinder, bewirkt werden.
[0010] Besonders effizient ist es nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung, dass
die Bestrahlungseinrichtung in oder an der Schutzgasglocke angebracht und mit dieser
verfahrbar ist. Die Bestrahlungseinrichtungen sind so an den Seitenwänden und/oder
dem Deckenbereich angeordnet, so dass eine hinreichende Bestrahlung der beschichteten
Werkstückbereiche gewährleistet ist.
[0011] Die Bestrahlungseinrichtung kann eine beliebige Bestrahlungseinrichtung, insbesondere
auch eine Heizeinrichtung sein. Besonders bevorzugt ist es nach der Erfindung jedoch,
dass die Bestrahlungseinrichtung mindestens einen UV-Strahler umfasst. Diese Bestrahlungseinrichtung
ist für UV-aushärtbare Lacke vorgesehen. Diese durch ultraviolettes Licht aushärtbaren
Lacke sind seit langem bekannt und werden vielfältig zur effizienten Beschichtung
und Lackierung von Werkstücken eingesetzt.
[0012] Eine besonders gute Lackierung und Kompensation des Schwerkrafteinflusses auf die
Beschichtungsdicke wird nach einer bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung dadurch
erreicht, dass der Aufnahmedorn zum Drehen des mindestens einen Werkstückes drehbar
gelagert und angetrieben ist. Insbesondere durch ein Drehen des lanzenförmigen Aufnahmedorns
mit dem mindestens einen Werkstück in der horizontalen ersten Arbeitsposition kann
erreicht werden, dass beim Lackieren ein Fließen des aufgebrachten Lackes in Schwerkraftrichtung
vermieden oder weitgehend unterbunden wird. Hierdurch können insbesondere beim Lackieren
Lackschichten mit besonders gleichmäßiger Lackschichtdicke erreicht werden. Auch in
der Härtungsstation in der vertikalen zweiten Arbeitsposition kann ein Drehen des
Aufnahmedornes sinnvoll sein, um so eine gleichmäßige Bestrahlung aller Werkstückbereiche
sicherzustellen. Der Aufnahmedorn ist als drehbar gelagerte Spindel ausgebildet. An
jedem Aufnahmedorn oder jeder Halteeinheit kann ein Drehmotor vorgesehen sein.
[0013] Grundsätzlich kann als Fördereinrichtung jede geeignete Transporteinrichtung, insbesondere
umlaufende Förderer, vorgesehen sein. Bevorzugt ist es nach einer Variante der Erfindung,
dass die Fördereinrichtung einen Rundtakttisch aufweist, auf welchem mehrere Aufnahmedorne
schwenkbar gelagert sind. Die Aufnahmedorne oder die Halteeinheiten für die Aufnahmedorne
sind dabei entlang dem Umfang des Rundtakttisches gleichmäßig verteilt angeordnet.
An den Rundtakttischen ist ein entsprechender Schwenkantrieb vorgesehen, mit welchen
die Aufnahmedorne zwischen der horizontalen ersten Arbeitsposition und der vertikalen
zweiten Arbeitsposition verschwenkbar sind. Der Schwenkantrieb kann dabei einen Elektromotor
oder einen pneumatischen oder hydraulischen Stellzylinder aufweisen. Auch eine Verschwenkung
mittels eines Kulissenmechanismus beim taktweisen Weiterdrehen des Rundtakttisches
ist möglich. Die Bearbeitungsstationen sind gleichmäßig entlang des Umfangs am Rundtakttisch
verteilt, so dass die Werkstücke bei jedem Taktschritt um eine Bearbeitungsstation
weiter gefördert werden können.
[0014] Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es besonders vorteilhaft, dass
entlang einer Förderbahn der Fördereinrichtung weitere Bearbeitungsstationen angeordnet
sind, insbesondere eine Aufgabestation, eine Reinigungsstation, eine Beflammstation,
eine lonisierstation und/oder eine Abnahmestation. Das Aufgeben der Werkstücke oder
das Abnehmen der fertig lackierten und gehärteten Werkstücke kann manuell oder über
einen automatischen Greifer erfolgen. In der Reinigungsstation kann ein Entfetten
mittels Flüssigkeit oder ein Abblasen von Staubpartikeln erfolgen. In der Beflammstation
kann eine weitere Säuberung auf thermische Weise unter Einfluss eines oder mehrerer
Gasbrenner durchgeführt werden. In einer lonisierstation kann durch eine entsprechende
Beaufschlagung des Werkstückes eine elektrische Aufladung abgebaut oder vermieden
werden, so dass insbesondere Staubablagerungen unmittelbar vor dem Lackieren in der
Lackierstation vermieden werden.
[0015] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, dass zumindest zwischen
zwei aneinander angrenzenden Bearbeitungsstationen eine Luftschleuse angeordnet ist.
Zwischen den einzelnen Stationen sind grundsätzlich Trennwände mit einer Durchgangsöffnung
vorgesehen. Die Durchgangsöffnung ist entsprechend der jeweiligen Arbeitsposition
des Aufnahmedorns beim Durchgang horizontal oder vertikal ausgerichtet. Um die einzelnen
Bearbeitungsstationen voneinander abzuschotten, können entsprechende Zugangstüren
und/oder vorzugsweise Luftschleusenkammern vorgesehen sein. Durch die Luftschleusenkammer
kann etwa mit hoher Sicherheit gewährleistet werden, dass entweder keine staubhaltige
Luft in die Lackierstation oder keine mit Lackpartikeln belastete Luft nach außen
dringt. Die Luftschleusen können derart ausgebildet sein, dass diese gegenüber dem
Druck in der Lackierstation einen gewissen Unterdruck oder Überdruck aufweisen. Dieser
relative Druckunterschied kann entweder durch eine Druckeinstellung in der Lackierstation
oder in der Luftschleuse bewirkt werden. Selbstverständlich können Luftschleusen auch
zwischen anderen Bearbeitungsstationen vorgesehen werden, soweit dies erforderlich
ist.
[0016] Das Schutzgas in der Härtungsstation kann entsprechend der aufgebrachten Beschichtung
beziehungsweise dem Lack ausgewählt werden. Grundsätzlich sind Edelgase oder auch
CO
2 als Schutzgas möglich, wobei diese durch Erwärmung in ihrer Dichte so beeinflusst
werden können, dass diese zur Verwendung in einer Schutzgasglocke leichter als die
umgebende Luftatmosphäre sind.
[0017] Besonders bevorzugt ist es nach der Erfindung jedoch, dass als Schutzgas Stickstoff
vorgesehen ist. Dieses ist grundsätzlich leichter als die umgebende Luftatmosphäre.
Zudem ist Stickstoff ein Hauptbestandteil der umgebenden Luftatmosphäre und stellt
bei einem Austreten keine Verunreinigung dar. Zudem verflüchtigt sich Stickstoff nach
oben zur Hallendecke und kann so anders als Kohlendioxid keine gefährlichen Konzentrationen
in Bodennähe bilden. In der Schutzgasglocke ist vorzugsweise im Deckenbereich eine
Zuführeinrichtung vorgesehen, mit welcher kontinuierlich oder diskontinuierlich neues
Schutzgas zugeführt werden kann, um im Betrieb unvermeidliche Schutzgasverluste auszugleichen.
Die Zuführeinrichtung ist vorzugsweise im Bereich der Bestrahlungseinrichtung derart
angeordnet, dass das einströmende Schutzgas die Bestrahlungseinrichtung kühlt und
gleichzeitig das Schutzgas schon vor Eintritt in die Schutzgasglocke aufgeheizt wird.
Diese gezielte Erwärmung des Schutzgases reduziert zusätzlich Austrittsverluste durch
die untere Zutrittsöffnung bei Einsatz einer Schutzgasglocke.
[0018] Die eingangs genannte Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens nach der Erfindung
dadurch gelöst, dass der Aufnahmedorn zwischen einer horizontalen ersten Arbeitsposition
und einer vertikalen zweiten Arbeitsposition verschwenkt wird, dass zum Lackieren
in der Lackierstation der Aufnahmedorn mit dem mindestens einen Werkstück in die horizontale
erste Arbeitsposition geschwenkt wird und dass zum Härten in der Härtungsstation der
Aufnahmedorn mit dem mindestens einen Werkstück in die vertikale zweite Arbeitsposition
geschwenkt wird.
[0019] Das Verfahren ist insbesondere zur Durchführung mit der vorbeschriebenen Beschichtungsanlage
vorgesehen. Mit dem Beschichtungsverfahren können die vorgenannten Vorteile erzielt
werden.
[0020] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles näher
erläutert, welches schematisch in den beigefügten Zeichnungen dargestellt ist. In
den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht auf eine erfindungsgemäße Beschichtungsanlage;
- Fig. 2
- einen schematischen Horizontalschnitt durch die Beschichtungsanlage von Fig. 1; und
- Fig. 3
- einen schematischen Vertikalschnitt gemäß dem Schnitt A-A in Fig. 2.
[0021] Eine erfindungsgemäße Beschichtungsanlage 10 weist gemäß Fig. 1 ein Gehäuse 14 auf,
welches die Anlage umkapselt. Bei der dargestellten Ausführungsform sind eine Aufgabestation
30 und eine Abnahmestation 70 für die Werkstücke 5 als manuelle Arbeitsplätze ausgelegt.
An den Seitenwänden des Gehäuses 14 sind Zugangstüren mit Fenstern 15 zu den einzelnen
Bearbeitungsstationen vorgesehen. Funktionskomponenten, wie eine Bedieneinheit 18
und ein Steuerschrank 16, sind an der Außenseite des Gehäuses 14 angeordnet, so dass
diese einfach bedienbar und wartbar sind.
[0022] Der weitere Aufbau der Beschichtungsanlage 10 wird im Zusammenhang mit den Figuren
2 und 3 erläutert. Als wesentliche Bearbeitungsstationen sind eine Lackierstation
40 sowie eine Härtungsstation 50 innerhalb des Gehäuses 14 vorgesehen. Über einen
Rundtakttisch 22 als Fördereinrichtung 20 werden zu beschichtende Werkstücke 5 von
der Aufgabestation 30 zu den einzelnen Bearbeitungsstationen schrittweise mit einer
Drehbewegung gefördert. Insgesamt vier Werkstücke 5 sind an einem lanzen- oder spießartigen
Aufnahmedorn 12 gehaltert. Die Aufnahmedorne 12 mit den Werkstücken 5 werden etwa
mittels Transportwagen zu der Aufgabestation 30 gebracht, wo sie im dargestellten
Ausführungsbeispiel manuell auf Halteeinheiten 26 auf dem Rundtakttisch 22 lösbar
aufgesteckt werden. Die Halteeinheiten 26, welche gleichmäßig entlang des Außenumfangs
des Rundtakttisches 22 verteilt angeordnet sind, können eine Spanneinrichtung zur
Fixierung des aufgesteckten Aufnahmedornes 12 aufweisen.
[0023] An der Aufgabestation 30 werden die Aufnahmedorne 12 mit den Werkstücken 5 in einer
vertikalen ersten Arbeitsposition aufgesteckt. In einem Förderschritt wird dann der
Aufnahmedorn 12 in eine Reinigungsstation 32 weitergefördert. In der Reinigungsstation
32 werden die Werkstücke 5 von Verschmutzungen gereinigt, insbesondere entfettet.
In einem weiteren Taktschritt kann dann der Aufnahmedorn 12 mit den gereinigten Werkstücken
5 zu einer Beflammstation 34 weiter verfahren werden. Es kann hier eine zusätzliche
Aktivierung der Oberfläche durch Beflammen mittels eines Gasbrenners erfolgen. Anschließend
erfolgt ein Weiterfördern zu einer lonisierstation 36, um elektrische Entladungen
und damit statische Staubanhaftungen zu vermeiden.
[0024] Anschließend wird der Aufnahmedorn 12 mit den Werkstücken 5 über eine kammerartige
Luftschleuse 38 in die Lackierstation 40 weitergefördert. In der Reinigungsstation
32, der Beflammstation 34 und der lonisierstation 36 befindet sich der Aufnahmedorn
12 mit den Werkstücken 5 in der horizontalen zweiten Arbeitsposition, in welche der
Aufnahmedorn 12 nach einem vertikalen Einfahren in die Reinigungsstation 32 durch
einen entsprechenden Schwenkantrieb an der Halteeinheit 26 verschwenkt worden ist.
Die einzelnen Stationen sind über Trennwände 19 voneinander abgetrennt. In den Trennwänden
19 sind Durchgangsöffnungen 28 zum Durchgang der Aufnahmedorne 12 mit den Werkstücken
5 vorgesehen. Entsprechend der horizontalen Ausrichtung der Aufnahmedorne 12 sind
diese Durchgangsöffnungen 28 als im Wesentlichen horizontale Schlitze ausgebildet.
[0025] In der Lackierstation 40 werden die Werkstücke 5 an den Aufnahmedornen 12 in insgesamt
zwei Taktschritten mit einem UV-aushärtbaren Lack beschichtet. Zur Lackbeschichtung
ist ein Lackierroboter 42 in einem Aufnahmebereich 17 oberhalb des Rundtakttisches
22 fest angeordnet. Über eine Absaug- und Filtereinheit 44 in der Lackierstation 40
kann Sprühnebel beim Aufspritzen des Lackes abgesaugt und abgefiltert werden. Die
horizontal angeordneten Aufnahmedorne 12 mit den Werkstücken 5 werden beim Lackieren
um ihre Längsachse mittels eines Drehmotors gedreht. Nach einem Beschichten der Werkstücke
5 in der Lackierstation 40 werden die Aufnahmedorne 12 mit den Werkstücken 5 in eine
zweite Luftschleuse 48 weitergefördert, welche wie die erste Luftschleuse 38 einen
unerwünschten Austritt von mit Lackpartikeln belasteter Luft aus der Lackierstation
40 verhindert. Hierzu weist die kammerartige Lackierstation 40 relativ zu den beiden
angrenzenden Luftschleusen 38, 48 einen gewissen Unterdruck auf.
[0026] In der angrenzenden Härtungsstation 50 werden die Aufnahmedorne 12 mit den Werkstücken
5 wieder von der horizontalen zweiten Arbeitsposition in die vertikale erste Arbeitsposition
rückgeschwenkt, welche in Fig. 3 schematisch durch die Stellung der Aufnahmedorne
12' verdeutlicht ist. In der Härtungsstation 50 ist eine hülsenförmige Schutzgasglocke
52 mit einem sechseckigen Querschnitt angeordnet. Die Schutzgasglocke 52 weist einen
geschlossenen Deckenbereich und eine untere offene Zutrittsöffnung 53 auf. Entlang
zumindest einer Außenwand der Schutzgasglocke 52 ist eine längliche Bestrahlungseinrichtung
54 mit einem UV-Strahler angeordnet. Zum Aufnehmen der vertikalen Aufnahmedorne 12
mit den Werkstücken 5 ist die Schutzgasglocke 52 in eine obere Zuführposition verfahren,
in welcher der vertikale Aufnahmedorn 12 unter der Schutzgasglocke 52 angeordnet werden
kann. Anschließend wird die Schutzgasglocke 52 über eine seitliche Hubeinrichtung
56 mit einem Stellzylinder vertikal nach unten in eine Härtungsposition gefahren.
In diese Härtungsposition ist der vertikal geschwenkte Aufnahmedorn 12 mit den Werkstücken
5 etwa parallel zu der länglichen Bestrahlungseinrichtung 54 angeordnet. Durch einen
nicht näher dargestellten Drehmotor an der Halteeinheit 26 wird der Aufnahmedorn 12
mit den Werkstücken 5 ähnlich einer Spindel gedreht, so dass insgesamt eine umfassende
Bestrahlung der Werkstücke 5 mit dem UV-Licht der Bestrahlungseinrichtung 54 erreicht
wird. Auch in den anderen Bearbeitungsstationen und insbesondere in der Lackierstation
40 können die Aufnahmedorne 12 mit den Werkstücken 5 über den Drehmotor an der Halteeinheit
26 gedreht werden, um eine vollumfängliche Bearbeitung, insbesondere Lackierung, zu
erreichen.
[0027] Der Innenraum der Schutzgasglocke 52 ist mit einem Schutzgas, insbesondere Stickstoff
gefüllt. Beim Verfahren der Schutzgasglocke 52 von der oberen Zuführposition in die
untere Härtungsposition verdrängt die eingeschlossene Schutzgasatmosphäre die Umgebungsluft
um die Werkstücke 5 nach unten. Über eine nicht dargestellte Zuführung im Deckenbereich
kann regelmäßig neues Schutzgas in die Schutzgasglocke 52 eingeleitet werden, um die
im Betrieb nicht zu vermeidenden Schutzgasverluste durch die untere Zutrittsöffnung
53 zu kompensieren.
[0028] Nach einer Aushärtung der Beschichtung der Werkstücke 5 wird die Schutzgasglocke
52 wieder nach oben gefahren, so dass dann der Aufnahmedorn 12 mit den Werkstücken
5 in der vertikalen Position durch einen vertikalen Durchgangsschlitz im Gehäuse 14
zur außen liegenden Abnahmestation 70 gefördert wird. Von dort kann der Aufnahmedorn
12 mit den Werkstücken 5 von der Halteeinheit 26 gelöst und an eine Abfördereinrichtung
manuell übergeben werden.
1. Beschichtungsanlage zum Beschichten von Werkstücken (5), mit
- zumindest einem Aufnahmedorn (12) zum Aufnehmen mindestens eines Werkstückes (5),
- einer Fördereinrichtung (20), mit welcher der mindestens eine Aufnahmedorn (12)
zu Bearbeitungsstationen förderbar ist,
- einer Lackierstation (40), in welchem das mindestens eine Werkstück (5) auf dem
Aufnahmedorn (12) mit einem Lack beschichtet wird, und
- einer Härtungsstation (50), in welcher das mindestens eine Werkstück (5) auf dem
Aufnahmedorn (12) in einer Schutzgasatmosphäre mittels einer Bestrahlungseinrichtung
(54) bestrahlbar ist, wobei der Lack aushärtet,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Aufnahmedorn (12) zwischen einer horizontalen ersten Arbeitsposition und einer
vertikalen zweiten Arbeitsposition verschwenkbar ist,
- dass der Aufnahmedorn (12) mit dem mindestens einen Werkstück (5) in der Lackierstation
(40) in die horizontale erste Arbeitsposition geschwenkt ist und
- dass der Aufnahmedorn (12) mit dem mindestens einen Werkstück (5) in der Härtungsstation
(50) in die vertikale zweite Arbeitsposition geschwenkt ist.
2. Beschichtungsanlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Härtungsstation (50) eine Schutzgaskammer aufweist, welche eine Schutzgasglocke
(52) mit einer unteren Zutrittsöffnung (53) umfasst.
3. Beschichtungsanlage nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Schutzgasglocke (52) zwischen einer unteren Härtungsposition, in welcher der
Aufnahmedorn (12) in der vertikalen zweiten Arbeitsposition umschlossen ist, und einer
oberen Zuführposition vertikal verfahrbar ist, in welcher der Aufnahmedorn (12) in
der vertikalen zweiten Arbeitsposition unter der Schutzgasglocke (52) positionierbar
ist.
4. Beschichtungsanlage nach Anspruch 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Bestrahlungseinrichtung (54) in oder an der Schutzgasglocke (52) angebracht und
mit dieser verfahrbar ist.
5. Beschichtungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Bestrahlungseinrichtung (54) mindestens einen UV-Strahler umfasst.
6. Beschichtungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Aufnahmedorn (12) zum Drehen des mindestens einen Werkstückes (5) drehbar gelagert
und angetrieben ist.
7. Beschichtungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Fördereinrichtung (20) einen Rundtaktisch (22) aufweist, auf welchem mehrere
Aufnahmedorne (12) verschwenkbar gelagert sind.
8. Beschichtungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
- dass entlang einer Förderbahn der Fördereinrichtung (20) weitere Bearbeitungsstationen
angeordnet sind, insbesondere eine Aufgabestation (30), eine Reinigungsstation (32),
eine Beflammstation (34), eine lonisierstation (36) und/ oder eine Abnahmestation
(70).
9. Beschichtungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
- dass zumindest zwischen zwei aneinander angrenzenden Bearbeitungsstationen eine Luftschleuse
(38, 48) angeordnet ist.
10. Beschichtungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
- dass als Schutzgas Stickstoff vorgesehen ist.
11. Verfahren zum Beschichten von Werkstücken (5), bei welchem
- mindestens ein Werkstück (5) auf einem Aufnahmedorn (12) angeordnet wird,
- der Aufnahmedorn (12) mit dem mindestens einen Werkstück (5) mittels einer Fördereinrichtung
(20) zu Bearbeitungsstationen gefördert wird,
- in einer Lackierstation (40) das mindestens eine Werkstück (5) auf dem Aufnahmedorn
(12) mit einem Lack beschichtet wird und
- in einer Härtungsstation (50) das mindestens eine Werkstück (5) auf dem Aufnahmedorn
(12) in einer Schutzgasatmosphäre mittels einer Bestrahlungseinrichtung (54) bestrahlt
wird, wobei der Lack aushärtet, dadurch gekennzeichnet,
- dass der Aufnahmedorn (12) zwischen einer horizontalen ersten Arbeitsposition und einer
vertikalen zweiten Arbeitsposition verschwenkt wird,
- dass zum Lackieren in der Lackierstation (40) der Aufnahmedorn (12) mit dem mindestens
einen Werkstück (5) in die horizontale erste Arbeitsposition geschwenkt wird und
- dass zum Härten in der Härtungsstation (50) der Aufnahmedorn (12) mit dem mindestens einen
Werkstück (5) in die vertikale zweite Arbeitsposition geschwenkt wird.