[0001] Die Erfindung betrifft ein Winkelschleifgerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1. Unter dem Begriff Winkelschleifgerät sollen vorliegend auch typische Trennschleifgeräte
verstanden werden.
[0002] Winkelschleifgeräte dieser Art sind mehrfach im Stand der Technik bekannt geworden.
Dabei wurden unterschiedliche Möglichkeiten der Ausbildung der Winkelgetriebeanordnung
vorgeschlagen, einschließlich der Verwendung von Riemenantrieben (beispielsweise gemäß
DE 43 42 986 C1 oder
DE 159 975 A1). Auch sind Winkelgetriebeanordnungen mit einem Ritzel auf der Motorwelle und einem
Kegelrad oder Tellerrad bekannt, welches auf der Werkzeugspindel befestigt ist (z.
B.
DE 140 65 658 A1 oder
US 6,386,961 B1). Schließlich sind im Stand der Technik (vergleiche beispielsweise
EP 0 579 949 A1) auch biegsame Antriebswellen vorgeschlagen.
[0003] Die Deutschen Patentanmeldungen der Anmelderin
DE 10 2008 059 247 A1 und
DE 10 2009 053 614 A1 beschäftigen sich ebenfalls mit der konkreten Ausgestaltung eines Winkelschleifgeräts,
das insbesondere eine kompakt und flachbauende Ausbildung des Getriebegehäuses aufweist,
um eine vereinfachte Zugänglichkeit des Winkelschleifgerätes auch in enge Bearbeitungsräume
wie z.B. in spitzwinklige Ecken oder dergleichen zu ermöglichen.
[0004] Hierzu schlägt die
DE 10 2008 059 247 A1 eine hutförmige Ausbildung der Tellerradwinkelgetriebeanordnung vor, wobei die Ausnehmung
des Tellerrads zu dem Werkzeug bzw. dem freien Ende der Werkzeugspindel zugewandt
orientiert ist.
[0005] Die
DE 10 2008 059 247 A1 schlägt indes vor, dass die Werkzeugspindel einteilig ausgebildet ist und wenigstens
einen Lagersitzabschnitt für ein Wälzlager, einen als Tellerrad ausgebildeten Abschnitt
der Winkelgetriebeanordnung, einen Stützabschnitt für das Schleifwerkzeug oder für
einen Stützflansch für das Schleifwerkzeug und einen Gewindeabschnitt für ein Spannmittel
zum Fixieren des Schleifwerkzeugs an der Werkzeugspindel aufweist. Durch die einteilige
Ausbildung soll eine besonders kompakte Bauweise erreicht werden.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine alternative Lösung
für ein Winkelschleifgerät der vorstehend beschriebenen Art bereitzustellen, das ebenfalls
eine kompakte und flachbauende Bauweise zumindest im Bereich des Getriebegehäuses
der Winkelgetriebeanordnung aufweist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Winkelschleifgerät gelöst, welches die
Merkmale des Anspruchs 1 aufweist.
[0008] Demgemäß wird ein Winkelschleifgerät mit einem Motor zum Antrieb einer Werkzeugspindel
vorgeschlagen, wobei die Werkzeugspindel über eine Winkelgetriebeanordnung in einem
Winkel zu einer antreibenden Welle des Motors angeordnet ist, und wobei die Winkelgetriebeanordnung
in einem zugehörigen Getriebegehäuse aufgenommen ist, aus dem heraus sich ein freies
Ende der Werkzeugspindel zu erstrecken vermag, an dem ein scheibenförmiges, um die
Mittellängsachse der Werkezugspindel rotierbares Werkzeug mittels eines Werkezugflansches
befestigbar ist. Erfindungsgemäß ist dabei das Getriebegehäuse derart ausgebildet,
dass Zumindest das vordere Getriebegehäuse der Winkelgetriebeanordnung eine von dem
freien Ende der Werkzeugspindel abgewandte Abschlussfläche aufweist, wobei der maximale
Abstand zwischen dieser und einer Stirnfläche des freien Endes der Werkzeugspinde
eine Höhe des Getriebegehäuses definiert und wobei die Höhe ein vorgegebenes Verhältnis
zu dem Durchmesser des scheibenförmigen Werkzeugs von maximal 1 zu 2, insbesondere
von 2 zu 5 aufweist.
[0009] Das freie Ende der Werkzeugspindel ist somit als der Bereich definiert, der aus dem
Getriebegehäuse herausragt und an dem das Werkzeug angebracht werden kann.
[0010] Der Werkzeugflansch bildet dabei einen Stützabschnitt für das scheibenförmige Werkzeug,
das zumindest teilweise in Anlage an diesen gebracht werden kann, um eine definierte
Position relativ zu der Werkzeugspindel einzunehmen. Mithilfe eines Spannmittels,
wie beispielsweise einer Spannmutter, kann das Werkzeug zur Befestigung an der Werkzeugspindel
gegen den Werkzeugflansch gespannt werden. Der Werkzeugflansch kann dabei als separates
Element ausgebildet sein, das an der Werkzeugspindel befestigbar ist, oder einteilig
mit der Werkzeugspindel ausgebildet sein.
[0011] Üblicherweise wird bei der Verwendung eines Winkelschleifgeräts, wie dem erfindungsgemäßen
Winkelschleifgerät, derjenige Bereich des scheibenförmigen Werkzeugs zur Bearbeitung
genutzt, der sich von der Werkzeugspindel in Richtung nach vorne, d. h. von dem Motor
weg erstreckt. Dementsprechend sind auch die Getriebegehäuseabmessungen in eben diesem
vorderen Bereich besonders relevant für die Zugänglichkeit des Winkelschleifgeräts
bei einem engen Bearbeitungsraum. Nachfolgend wird als der vordere Bereich des Getriebegehäuses
derjenige Bereich verstanden, der sich bezogen auf die Längsachse der antreibenden
Welle des Motors axial von der Werkzeugspindel zum vorderen, d.h. von dem Motor abgewandten
Ende des Getriebegehäuses erstreckt.
[0012] Definitionsgemäß bildet daher die von dem freien Ende der Werkzeugspindel abgewandte
Abschlussfläche den in diesem Bereich höchsten, d. h. axial von einer Stirnfläche
des freien Endes der Werkzeugspindel entferntesten Abschnitt des vorderen Getriebegehäuses
und begrenzt folglich zusammen mit der Stirnfläche die relevante Höhe des vorderen
Getriebegehäuses.
[0013] Die von dem freien Ende der Werkzeugspindel abgewandte Abschlussfläche wird durch
eine Außenfläche des Getriebegehäuses im Bereich der Werkzeugspindel gebildet. Die
Abschlussfläche des Gehäuses und die Stirnfläche der Werkzeugspindel können parallel
zueinander ausgebildet oder geneigt zueinander ausgebildet sein. Dabei definiert zumindest
der maximale Abstand zwischen diesen die Höhe des Winkelschleifgeräts im Bereich der
Werkzeugspindel, die gegenüber dem Durchmesser des scheibenförmigen Werkzeugs ein
vorgegebenes Verhältnis von wenigstens 2 zu 5 aufweist. Durch dieses Verhältnis der
Höhe zu dem Durchmesser des beispielsweise als Schleifscheibe ausgebildeten Werkzeugs
kann wiederum eine verbesserte Zugänglichkeit des Winkelschleifgeräts in enge bzw.
spitze Ecken gewährleistet werden.
[0014] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die dem Werkzeug zugewandte Abschlussfläche
des Werkzeugflansches eine imaginäre Ebene aufspannt, die den Motor wenigstens teilweise
schneidet.
[0015] Die dem freien Ende der Werkzeugspindel zugewandte Abschlussfläche des Werkzeugflansches
bezeichnet die Seite des Werkzeugflansches, die im freien Ende der Werkzeugspindel,
welches aus dem Gehäuse heraus ragt, am nächsten ist. Diese fällt wie vorstehend beschrieben
in der Regel mit der dem Getriebegehäuse zugewandten Oberseite eines anliegenden scheibenförmigen
Werkzeugs zusammen und definiert eine imaginäre Ebene, welche gegenüber dem Motorgehäuse
und dem Motor in der Weise versetzt ist, dass sie den Motor wenigstens teilweise schneidet.
[0016] Das Getriebegehäuse weist somit zumindest im Bereich des Werkzeugflansches eine geringere
(bezogen auf die Werkzeugspindelachse) axiale Erstreckung auf als das Motorgehäuse
und der darin befindliche Motor.
[0017] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass eine Tangente, welche ausgehend von einer Umfangskante
des scheibenförmigen Werkzeugs an das Getriebegehäuse anlegbar ist, zusammen mit der
imaginären Ebene einen Winkel von maximal 40°, insbesondere von maximal 35°, vorzugsweise
kleiner als 34° einschließt. Es wird folglich eine Tangente definiert, welche ausgehend
von einer Umfangskante eines scheibenförmigen Werkzeugs an das Getriebegehäuse angelegt
wird. Die Neigung der Tangente hängt somit von zwei Faktoren ab, nämlich zum einen
dem Durchmesser des verwendeten Schleifwerkzeugs und zum anderen von der konkreten
Ausgestaltung des Getriebegehäuses, insbesondere von möglicherweise an dem Gehäuse
angebrachten Abschrägungen, die eine für die Tangente günstige Neigung aufweisen.
Diese ebenfalls imaginäre Tangente schließt mit der vorstehend definierten imaginären
Ebene einen Winkel von maximal 40° ein. Je geringer Winkel ist, desto mehr wird selbstverständlich
auch die Zugänglichkeit des Winkelschleifgeräts und damit dessen Handhabung verbessert.
[0018] Es ist grundsätzlich möglich, um eine einheitliche Angabe des vorstehend beschriebenen
Winkels zu erreichen, die Umfangskante des scheibenförmigen Werkzeugs in die imaginäre
Eben zu projizieren. Auf diese Weise weist die Tangente - unabhängig von der konkreten
Gestaltung des Werkzeugs als gekröpfte oder als flache Scheibe - stets die gleiche
Neigung für Scheiben mit dem gleichen Durchmesser auf. Alternativ kann jedoch auch
von der tatsächlichen Umfangskante ausgegangen werden, da diese in der Praxis die
tatsächliche Zugänglichkeit des Winkelschleifgeräts bestimmt. In diesem Fall bestimmt
auch die konkrete Gestaltung des Werkzeugs als gekröpfte oder als flache Scheibe die
Neigung der imaginären Tangente.
[0019] Es kann weiter vorteilhaft vorgesehen sein, dass der Radius des scheibenförmigen
Werkzeugs kleiner ist als die radiale Erstreckung des Getriebegehäuses von der Mittellängsachse
der Werkzeugspindel. Die radiale Erstreckung des Getriebegehäuses verläuft demgemäß
in paralleler Richtung zu der Werkzeugebene. Das Getriebegehäuse hat erfindungsgemäß
eine ausgehend von der Mittellängsachse der Werkzeugspindel vergleichsweise geringe
Erstreckung in axialer Richtung (bezogen auf die Mittellängsachse der Werkzeugspindel),
jedoch in radialer Richtung eine größere Erstreckung als der Radius des scheibenförmigen
Werkzeugs. In Kombination mit dem erfindungsgemäßen Versatz des Getriebegehäuses,
dessen imaginäre Ebene den Motor wenigstens teilweise zu schneiden vermag, kann ein
gegenüber dem Motorgehäuse axial kürzeres Getriebegehäuse vorgesehen werden, wodurch
wiederum die Zugänglichkeit des Winkelschleifgeräts verbessert wird. Durch diese radial
vergleichsweise langgezogene Ausbildung des Getriebegehäuses kann die Schleifscheibe
unabhängig von den Abmessungen des Motorgehäuses nah an der dem freien Ende der Werkzeugspindel
zugewandten Abschlussfläche des Getriebegehäuses angebracht werden, d.h. der aus dem
Getriebegehäuse heraus stehende Teil der Werkzeugspindel vergleichsweise kurz gehalten
werden.
[0020] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Winkelgetriebeanordnung ein Tellerrad aufweist,
wobei das Tellerrad im Wesentlichen hutförmig mit einem umlaufenden Flansch und einem
die Hutform bildenden Aufnahmeabschnitt ausgebildet ist, wobei an dem Flansch eine
Zahnung des Tellerrads vorgesehen ist, und wobei der Aufnahmeabschnitt geeignet ist,
wenigstens einen Teil einer die Werkzeugspindel gegenüber dem Getriebegehäuse lagernden
Lagereinrichtung aufzunehmen.
[0021] Der Aufnahmeabschnitt des Tellerrads ist somit in einer Richtung geöffnet, wobei
die Öffnung des Ausnahmeabschnitts in die andere Richtung durch eine zu der anderen
Seite des Tellerrads hin gebildeten Erhebung begrenzt ist. Diese Erhebung kann domförmig
ausgebildet sein und eine von außen betrachtet beispielsweise zylindrische oder konische
Grundform haben.
[0022] Die Lagereinrichtung kann insbesondere zwei Wälzlager umfassen, welche zur drehbaren
Lagerung der Werkzeugspindel innerhalb des Getriebegehäuses dienen. Der Aufnahmeabschnitt
vermag bei einer besonderen Ausführungsform nicht nur eines sondern gegebenenfalls
auch mehrere Lager der Lagereinrichtung aufzunehmen. Auf diese Weise kann gegenüber
dem Stand der Technik noch mehr Bauraum axialer Richtung eingespart werden.
[0023] Die Zahnung des Tellerrads dient zum Eingriff mit einem Ritzelrad, welches von der
Motorwelle angetrieben ist. Somit wird über die Zahnung des Tellerrads das Drehmoment
von der Motorwelle auf die Werkzeugspindel übertragen. Üblicherweise kann dabei das
Tellerrad drehfest mit der Werkzeugspindel verbunden sein, wobei die Werkzeugspindel
beispielsweise über zwei Wälzlager als Lagereinrichtung innerhalb des Getriebegehäuses
drehbar gelagert ist.
[0024] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kann die Zahnung des Tellerrads auf einer
dem freien Ende der Werkzeugspindel zugewandten Seite des Tellerrads angeordnet sein.
Bei einer solchen Anordnung der Zahnung des Tellerrads ist bevorzugt die Öffnung des
Aufnahmeabschnitts des Tellerrads von dem freien Ende der Werkzeugspindel wegweisend
orientiert, um eine besonders platzsparende Ausbildung des Tellerrads in axialer Richtung
bereit zu stellen.
[0025] Alternativ kann die Zahnung des Tellerrads auch auf einer von dem freien Ende der
Werkzeugspindel abgewandten Seite des Tellerrads angeordnet sein. Bei dieser Gestaltungsvariante
ist gegebenenfalls die Öffnung des Aufnahmeabschnitts des Tellerrads zu dem freien
Ende der Werkzeugspindel hinweisend orientiert.
[0026] Als weitere denkbare Alternative ist es jedoch auch möglich, dass die Winkelgetriebeanordnung
einer Tellerrad aufweist, das im Wesentlichen scheibenförmig ausgebildet ist, wobei
an dem äußeren Rand des Tellerrads eine Zahnung vorgesehen ist, die auf einer Seite
des Tellerrads angeordnet ist, wobei wenigstens ein Teil einer die Werkzeugspindel
gegenüber dem Getriebegehäuse lagernden Lagereinrichtung, bevorzugt alle Teile der
Lagereinrichtung bezüglich des Tellerrads auf derselben Seite angeordnet ist bzw.
sind, wie die Zahnung.
[0027] Weitere Vorteile und Besonderheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den
Ansprüchen sowie der nachfolgenden Figurenbeschreibung und den beigefügten Figuren.
[0028] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend detaillierter unter Bezugnahme auf die
beigefügten Zeichnungen beschrieben, wobei diese bevorzugte Ausführungsformen der
Erfindung beispielhaft darstellen, bei denen die einzelnen Merkmale der Erfindung
miteinander kombiniert sind. Der Fachmann wird diese jedoch selbstverständlich auch
losgelöst voneinander betrachten und/oder zu sinnvollen Kombinationen zusammenfassen
können.
[0029] Es zeigen:
- Figur 1
- Ein erfindungsgemäßes Winkelschleifgerät in längsgeschnittener Darstellung;
- Figuren 2 a bis 2c
- Unterschiedliche Varianten der Ausbildung eines Tellerrads des erfindungsgemäßen Winkelschleifgeräts
in längsgeschnittener schematischer Darstellung.
[0030] Die Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Werkzeugmaschine in der Form eines Winkelschleifgeräts
10 gemäß einer ersten Ausführungsform. Diese unterscheidet sich von den Ausführungsformen
der Figuren 2 a bis 2 c ausschließlich in der konkreten Ausgestaltung einer Winkelgetriebeanordnung
14 des Winkelschleifgeräts 10. Die in den Figuren 2a bis 2c gezeigten Varianten weisen
daher für die gleichen Merkmale dieselben Bezugszeichen auf, denen jedoch je nach
Ausführungsform die Ziffer "1", "2" bzw. "3" vorangestellt ist.
[0031] Das in der Figur 1 entlang einer Mittellängsachse L
1 geschnittene Winkelschleifgerät umfasst einen Motor 12 mit einem Stator 12a, der
einen Rotor 12b umgreift, welcher sich mit einer antreibenden Welle 12c des Motors
12 um deren Längsachse L
1 dreht. Weiterhin ist eine Winkelgetriebeanordnung 14 vorgesehen, um eine Übertragung
des Drehmoments von der antreibenden Welle 12 des Motors 12 auf eine in einem Winkel
hierzu angeordnete Werkzeugspindel 18 zu übertragen. Die Winkelgetriebeanordnung 14
ist in einem Getriebegehäuse 16 aufgenommen und umfasst neben der Werkzeugspindel
18 einen Werkzeugflansch 20, der zusammen mit einer Spannmutter 34 zur Befestigung
eines scheibenförmigen Werkzeugs 22 an der Werkzeugspindel 18 dient, eine Lagereinrichtung
28 zur Lagerung der Werkzeugspindel 18 innerhalb des Getriebegehäuses 16 sowie ein
Tellerrad 24, das zur Abnahme des Eingangsdrehmoments von der antreibenden Welle 12c
vorgesehen ist. Die Werkzeugspindel 18 vermag sich zusammen mit einem daran befestigten
Werkzeug 22 um ihre Mittellängsachse L
2 zu drehen.
[0032] Wie anhand der Figur 1 deutlich zu erkennen ist, ist der Werkzeugflansch gegenüber
dem in Figur 1 gezeigten unteren Rand des Motorstators 12a nach (in Figur 1) oben
versetzt angeordnet, so dass seine dem Werkzeug zugewandte Abschlussfläche 20a eine
imaginäre Ebene E aufspannt, welche den Motor 12 im Bereich seines Stators 12a schneidet.
[0033] Basierend auf dieser spezifischen Ausgestaltung der Winkelgetriebeanordnung 14 wird
eine besonders flache und raumsparende Bauweise des Winkelschleifgeräts 10 im Bereich
seines scheibenförmigen Werkzeugs 22 bereit gestellt, die es ermöglicht, das Winkelschleifgerät
auch in Bereichen einzusetzen, bei denen der verfügbare Bearbeitungsraum vergleichsweise
klein ist (z. B. bei spitzwinkligen Ecken). Wie man anhand der Figur 1 ebenfalls erkennen
kann, umfasst das Getriebegehäuse 16 im Bereich der Werkzeugspindel 18 eine von dem
freien Ende der Werkzeugspindel 18 abgewandte Abschlussfläche 16a sowie parallel hierzu
angeordnet einen Gehäusedeckel 16b.
[0034] Üblicherweise wird bei der Verwendung eines Winkelschleifgeräts, wie dem erfindungsgemäßen
Winkelschleifgerät 10 der Figur 1, derjenige Bereich des scheibenförmigen Werkzeugs
22 genutzt, der sich von der Werkzeugspindel 18 in Richtung nach vorne, d. h. von
dem Motor 12 weg erstreckt. Dementsprechend sind auch die Getriebegehäuseabmessungen
in eben diesem vorderen Bereich besonders relevant für die Zugänglichkeit des Winkelschleifgeräts
bei einem engen Bearbeitungsraum. Nachfolgend wird als der vordere Bereich des Getriebegehäuses
derjenige Bereich verstanden, der sich bezogen auf die Längsachse L
1 axial von der Werkzeugspindel zum vorderen (von dem Motor 12 abgewandten) Ende des
Getriebegehäuses erstreckt.
[0035] Definitionsgemäß bildet daher die von dem freien Ende der Werkzeugspindel abgewandte
Abschlussfläche 16a den in diesem Bereich höchsten, d. h. axial von einer Stirnfläche
18a des freien Endes der Werkzeugspindel 18 entferntesten Abschnitt des vorderen Getriebegehäuses
16 und begrenzt folglich zusammen mit der Stirnfläche 18a eine Höhe H des vorderen
Getriebegehäuses 16.
[0036] Eine neben dieser Höhe H weitere relevante Größe für die Zugänglichkeit des Winkelschleifgerät
in beispielsweise Zimmerecken oder dergleichen stellt die Neigung einer Tangente T
dar, weiche mit dem Winkel α angegeben ist. Dabei verläuft die Tangente T von einem
Umfangsrand des Werkzeugs 22 entlang des Getriebegehäuses 16 und spannt zusammen mit
der imaginären Ebene E den Winkel α auf. Je geringer die Höhe H ist und je flacher
die Neigung der Tangente T ist, desto besser ist die Zugänglichkeit des Winkelschleifgeräts
10 in begrenzte Bearbeitungsräume.
[0037] Wie in der Figur 1 gezeigt, ist es grundsätzlich möglich, um eine einheitliche Angabe
des vorstehend beschriebenen Winkels α zu erreichen, die Umfangskante des scheibenförmigen
Werkzeugs 22 in die imaginäre Ebene E zu projizieren (Projektionspunkt P). Auf diese
Weise weist die Tangente T - unabhängig von der konkreten Gestaltung des Werkzeugs
22 als gekröpfte Scheibe, wie in der Figur 1, oder als flache Scheibe - stets die
gleiche Neigung für Scheiben mit dem gleichen Durchmesser auf.
[0038] Alternativ kann jedoch auch von der tatsächlichen Umfangskante der Scheibe 22 ausgegangen
werden, da diese in der Praxis die tatsächliche Zugänglichkeit des Winkelschleifgeräts
10 bestimmt. In diesem Fall gibt neben dem Durchmesser D und der Höhe H auch die konkreten
Gestaltung des Werkzeugs 22 als gekröpfte oder als flache Scheibe vor, wie gut man
mit dem Winkelschleifgerät 10 in schwer zugängliche Bearbeitungsräume gelangt.
[0039] Die weiteren Abmessungen des Getriebegehäuses 16 von dem Bereich der Werkzeugspindel
18 hin zu dem Motor 12 spielen für die Zugänglichkeit daher nur noch insoweit eine
Rolle, als das diese keine über die Tangente T hinausreichenden Vorsprünge aufweisen
dürfen bzw. eine Anlage des scheibenförmigen Werkzeugs 22 an den Werkzeugflansch 20
ohne Behinderung möglich sein muss.
[0040] Demgemäß ist auch, wie in Figur 1 zu erkennen ist, die radiale Erstreckung des Getriebegehäuses
16 von der Werkzeugspindel 18 bzw. von deren Mittellängsachse L
2 in Richtung zu dem Motor 12 entlang der Längsachse L
1 der antreibenden Welle 12c des Motors 12 größer bemessen als der Radius D/2 des scheibenförmigen
Werkzeugs 22. Auf diese Weise ist eine behinderungsfreie Anlage des Werkzeugs 22 an
den Werkzeugflansch 20 ohne weiteres möglich und es wird ein besonders flacher Aufbau
des Getriebegehäuses 16 unabhängig von der Ausgestaltung des Motorgehäuses (nicht
dargestellt) bereitgestellt.
[0041] Eine weitere Besonderheit der vorliegenden Erfindung ist in der Ausgestaltung der
Winkelgetriebeanordnung 14, insbesondere des Tellerrads 24 zu erkennen. Erfindungsgemäß
werden unterschiedliche Bauformen für das Tellerrad vorgeschlagen, die eine möglichst
platzsparende Bauweise der Winkelgetriebeanordnung ermöglichen.
[0042] Bei der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform ist das Tellerrad 24 wie auch bei der
in Figur 2a gezeigten Variante scheibenförmig ausgebildet, wobei am äußeren Rand 28,
126 des Tellerrads 24, 124 eine Zahnung 126a (vgl. Figur 2a) vorgesehen ist, die auf
derselben Seite des Tellerrads angeordnet ist, wie die Lager einer Lagereinrichtung
28, 128. Die Zahnung dient in bekannter Weise dazu, das antreibende Drehmoment der
antreibenden Welle 12c des Motors 12 von einem Antriebsritzel 30 auf das Tellerrad
24 und damit die Werkzeugspindel 18 zu übertragen. Das Tellerrad 24 kann dabei, wie
gezeigt, als separates Element ausgebildet sein, welches drehfest mit der Werkzeugspindel
18 verbunden ist, oder alternativ einteilig mit der Werkzeugspindel ausgebildet sein.
[0043] Durch die erfindungsgemäße Anordnung der Zahnung auf derselben Seite des Tellerrads
wie die Lager der Lagereinrichtung, wird der für die Lagereinrichtung benötigte Bauraum
in axialer Richtung (bezogen auf die Mittellängsachse L
2 der Werkzeugspindel 18) zugleich auch für die Anordnung der Zahnung 126a des Tellerrad
und für den Eingriff der Zahnung in das Antriebsritzes 30 genutzt.
[0044] Bei einer alternativen Ausgestaltungsform des Tellerrads gemäß den Figuren 2b und
2c ist das Tellerrad nicht scheibenförmig, sondern hutförmig ausgebildet und weist
neben einem äußeren Flansch 226, 326, an dem die Zahnung 226a bzw. 326a ausgebildet
ist, einen die Hutform bildenden Aufnahmeabschnitt 232, 323 auf.
[0045] Der Aufnahmeabschnitt 232, 332 des hutförmigen Tellerrads 224, 324 ist von einer
Erhebung 232a, 332a begrenzt, welche domförmig ausgebildet ist und von außen betrachtet
beispielhaft eine zylindrische oder konische Grundform haben kann, was jedoch nicht
zwingend erforderlich ist. Der Aufnahmeabschnitt dient dazu, zumindest einen Teil
der Lagereinrichtung 228, 328, d.h. beispielsweise wie in Figur 2b gezeigt eines der
Wälzlager 228a der Lagereinrichtung 228 oder wie in Figur 2c gezeigt, sogar beide
Wälzlager der Lagereinrichtung 328 aufzunehmen. Die Zahnung 226a bzw. 326a ist jeweils
auf einer Seite des Tellerrads 224, 324 ausgebildet, die von der Öffnung des Aufnahmeabschnitts
232, 323 weg weist. Durch Vorsehen der Zahnung 226a, 326a auf der Seite des Tellerrads,
auf der sich auf die Erhebung 232a, 323a erstreckt, wird wiederum der hierfür ohnehin
benötigte axiale (bezogen auf die Längsachse L
2 der Werkzeugspindel 18) benötigte Bauraum zugleich für die Ritzelwelle 230, 330 genutzt,
was die axiale Bauhöhe reduziert.
[0046] Die Wälzlager der Lagereinrichtung 28 können unabhängig von der Gestaltung des Tellerrads
in üblicherweise durch Vorsprünge oder Schultern an dem Getriebegehäuse 16 und durch
das Vorsehen eines Sprengrings oder dergleichen in ihrer Lage innerhalb des Gehäuses
16 gesichert werden.
1. Winkelschleifgerät (10) mit einem Motor (12) zum Antrieb einer Werkzeugspindel (18),
wobei die Werkzeugspindel (18) über eine Winkelgetriebeanordnung (14) in einem Winkel
zu einer antreibenden Welle (12c) des Motors (12) angeordnet ist, und wobei die Winkelgetriebeanordnung
(14) in einem zugehörigen Getriebegehäuse (16) aufgenommen ist, aus dem heraus sich
ein freies Ende der Werkzeugspindel (18) zu erstrecken vermag, an dem ein scheibenförmiges,
um die Mittellängsachse (L2) der Werkzeugspindel (18) rotierbares Werkzeug (22) mittels eines Werkzeugflansches
(20) befestigbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest das vordere Getriebegehäuse (16) der Winkelgetriebeanordnung (18) eine
von dem freien Ende der Werkzeugspindel abgewandte Abschlussfläche (16a) aufweist,
wobei der maximale Abstand zwischen dieser und einer Stirnfläche (18a) des freien
Endes der Werkzeugspindel (18) eine Höhe (H) des Getriebegehäuses (16) definiert und
wobei die Höhe (H) ein vorgegebenes Verhältnis zu dem Durchmesser des scheibenförmigen
Werkzeugs (22) von maximal 1 zu 2, bevorzugt von 2 zu 5 aufweist.
2. Winkelschleifgerät (10) gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die dem Werkzeug (22) zugewandte Abschlussfläche (20a) des Werkzeugflansches (20)
eine imaginäre Ebene (E) aufspannt, die den Motor (12) wenigstens teilweise schneidet.
3. Winkelschleifgerät (10) nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Tangente (T), welche ausgehend von einer Umfangskante des scheibenförmigen Werkzeugs
(22) an das Getriebegehäuse (16) anlegbar ist, zusammen mit der imaginären Ebene (E)
einen Winkel (α) von maximal 40°, insbesondere von maximal 35°, vorzugsweise kleiner
als 34° einschließt.
4. Winkelschleifgerät (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Radius (D/2) des scheibenförmigen Werkzeugs (22) kleiner ist als die radiale
Erstreckung des Getriebegehäuses (16) von der Mittellängsachse (L2) der Werkzeugspindel (18).
5. Winkelschleifgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Winkelgetriebeanordnung ein Tellerrad (224; 324) aufweist, wobei das Tellerrad
im Wesentlichen hutförmig mit einem umlaufenden Flansch (226; 326) und einem die Hutform
bildenden Aufnahmeabschnitt (232; 332) ausgebildet ist, wobei an dem Flansch eine
Zahnung (226a, 326a) des Tellerrads vorgesehen ist, und wobei der Aufnahmeabschnitt
(232; 332) geeignet ist, wenigstens einen Teil einer die Werkzeugspindel (218; 318)
gegenüber dem Getriebegehäuse lagernden Lagereinrichtung (228; 328) aufzunehmen.
6. Winkelschleifgerät nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnung (226a; 326a) des Tellerrads auf einer dem freien Ende der Werkzeugspindel
zugewandten Seite des Tellerrads angeordnet ist.
7. Winkelschleifgerät nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung des Aufnahmeabschnitts (232; 332) des Tellerrads von dem freien Ende
der Werkzeugspindel wegweisend orientiert ist.
8. Winkelschleifgerät nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnung des Tellerrads auf einer von dem freien Ende der Werkzeugspindel abgewandten
Seite des Tellerrads angeordnet ist.
9. Winkelschleifgerät (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Winkelgetriebeanordnung (14) ein Tellerrad (26; 126) aufweist, wobei das Tellerrad
im Wesentlichen scheibenförmig ausgebildet ist, wobei an dem äußeren Rand (26; 126)
des Tellerrads eine Zahnung (126a) vorgesehen ist, die auf einer Seite des Tellerrads
angeordnet ist, wobei wenigstens ein Teil einer die Werkzeugspindel (18; 118) gegenüber
dem Getriebegehäuse (16) lagernden Lagereinrichtung (28; 128), bevorzugt alle Teile
der Lagereinrichtung (28; 128) auf derselben Seite des Tellerrads angeordnet ist.