Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Befüllen eines Behälters
mit einem Füllprodukt, sowie ein Verfahren zum Sterilisieren einer Vorrichtung zum
Befüllen eines Behälters, bevorzugt einer Vorrichtung zum Befüllen eines Getränkebehälters
mit einem Getränk in einer Getränkeabfüllanlage.
Stand der Technik
[0002] Zum Abfüllen karbonisierter Getränke in Behälter in einer Getränkeabfüllanlage ist
es bekannt, die jeweiligen Behälter mit ihren Behältermündungen an ein Füllventil
so anzupressen, dass eine gasdichte Abdichtung des Behälters mit dem Füllventil ausgebildet
wird, um ein Entweichen eines den notwendigen Gegendruck beim Abfüllen karbonisierter
Getränke aufbauenden Spanngases zu verhindern. Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise
in der
DE 0 640 555 B1 gezeigt.
[0003] In einer Alternative zum Anpressen des Behälters an ein Füllventil ist aus der
DE 20 2006 001 234 U1 eine Befüllmaschine bekannt, bei welcher die Abdichtung der zu befüllenden Behälter
über eine bewegbare Zentrierglocke durchgeführt wird, derart, dass die Zentrierglocke
auf den zu befüllenden Behälter abgesenkt wird und auf diese Weise eine gasdichte
Abdichtung erreicht werden kann. Nach Beendigung des Füllvorganges wird die Zentrierglocke
entsprechend wieder angehoben. Das Rückstellen der Zentrierglocke wird entweder über
eine Druckfeder oder über die Vorspannung eines Druckpolsters erreicht.
[0004] Um ein Vorspannen des mit dem Füllventil gasdicht abgedichteten Behälters mit einem
Spanngas zu erreichen, ist es bekannt, ein Spanngas über einen Spanngaskanal zuzuführen.
Über einen Füllproduktkanal wird das eigentliche Füllprodukt, mit welchem der zu befüllende
Behälter befüllt werden soll, dem Füllventil zugeführt und vom Füllventil gesteuert
über einen Füllproduktauslauf des Füllventils in den zu befüllenden Behälter geleitet.
Nach der Befüllung des Behälters mit dem Füllprodukt wird der sich im Behälter befindliche
Überdruck durch einen entsprechenden Entlastungskanal abgelassen, bevor die gasdichte
Verbindung zwischen dem Behälter und dem Füllventil gelöst werden kann.
[0005] Weiterhin ist es bekannt, die jeweiligen Medienkanäle, also beispielsweise den Füllproduktkanal,
den Spanngaskanal und den Entlastungskanal, sowie die Medienkanäle schaltende Ventile
mit einem Reinigungsmedium zu reinigen und danach durch das Spülen mit Heißwasser
zu sterilisieren.
Darstellung der Erfindung
[0006] Ausgehend von dem bekannten Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine Vorrichtung zum Befüllen eines Behälters mit einem Füllprodukt, sowie
ein Verfahren zum Sterilisieren einer Vorrichtung zum Befüllen eines Behälters mit
einem Füllprodukt anzugeben, welche ein noch effizienteres Sterilisieren ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Entsprechend wird eine Vorrichtung zum Befüllen eines Behälters mit einem Füllprodukt,
bevorzugt zum Befüllen eines Getränkebehälters mit einem Getränk in einer Getränkeabfüllanlage,
vorgeschlagen, umfassend ein Füllventil zum Steuern eines durch einen Füllproduktauslauf
in einen zu befüllenden Behälter gerichteten Füllproduktstroms, und einen mit dem
Füllproduktauslauf kommunizierenden Gaskanal zum Beaufschlagen des zu befüllenden
Behälters mit einem Spanngas sowie zum Entlasten eines vorgespannten Behälters nach
der Befüllung. Erfindungsgemäß ist eine Dämpfkappe vorgesehen, mittels welcher der
Füllproduktauslauf verschließbar ist.
[0009] Dadurch, dass der Füllproduktauslauf des Füllventils zur Sterilisierung mit einer
Dämpfkappe verschließbar ist, ist es möglich, die relevanten Medienkanäle, beispielsweise
die im Füllventil vorliegenden Kanäle zum Führen des Füllproduktes sowie den Gaskanal
zum Vorspannen sowie Entlasten des zu befüllenden Behälters, mit Heißdampf zu sterilisieren.
[0010] Die Sterilisierung mit Heißdampf ist gegenüber der Sterilisation mit Heißwasser bevorzugt,
da eine schnelle und sichere Sterilisierung der jeweiligen medienführenden Kanäle
innerhalb der Vorrichtung möglich ist, da mit Heißdampf bei höheren Temperaturen sterilisiert
werden kann, als dies mit Heißwasser möglich ist, beispielsweise bei Temperaturen
von ca. 135 °C. Durch die höheren Temperaturen kann der Sterilisationsvorgang beschleunigt
werden.
[0011] Die Erzeugung von ausreichenden Mengen an Heißdampf ist gegenüber der Erzeugung von
ausreichenden Mengen an Heißwasser auch energieeffizienter. Entsprechend kann auf
diese Weise der gesamte Sterilisationsprozess effizienter durchgeführt werden.
[0012] Unter einer Dämpfkappe, mittels welcher der Füllproduktauslauf des Füllventils verschlossen
wird, wird eine Kappe verstanden, welche mindestens eine Bohrung aufweist, welche
einen vorbestimmten Strömungswiderstand für den Heißdampf bereitstellt. So kann zum
einen ein erforderlicher Gegendruck zur Aufrechterhaltung des Druckes des Heißdampfes
in den zu sterilisierenden Bereichen und damit auch der Temperatur des Heißdampfes
bereitgestellt werden, zum anderen aber wird ein Durchströmen der jeweiligen Medienkanäle
mit dem Sterilisationsdampf ermöglicht. Darüber hinaus kann durch die Bohrung auch
sich möglicherweise bildendes Kondensat problemlos nach unten hin abfließen.
[0013] Um eine gasdichte Verbindung zwischen dem Füllventil beziehungsweise dem Füllproduktauslauf
und dem zu befüllenden Behälter herstellen zu können, umfasst der Füllproduktauslauf
bevorzugt eine anhebbare und absenkbare Hülse, mittels welcher eine gasdichte Verbindung
zwischen einem zu befüllenden Behälter und dem Füllventil herstellbar ist, wobei die
Dämpfkappe zum Verschließen des Füllproduktauslaufs mit der Hülse in Kontakt bringbar
ist. Besonders bevorzugt ist die Hülse mittels eines magnetischen, pneumatischen,
hydraulischen und/oder elektrischen Antriebs anhebbar und absenkbar und die Dämpfkappe
ist zusammen mit der Hülse anhebbar und absenkbar, bevorzugt mittels eines magnetischen,
pneumatischen, hydraulischen und/oder elektrischen Antriebs. Damit wird der Füllproduktauslauf,
der in dieser Ausführungsform in der anhebbaren und absenkbaren Hülse angeordnet sein
kann, entsprechend durch den Kontakt der Dämpfkappe mit der Hülse verschlossen, so
dass eine Sterilisierung auch der Hülse mit Heißdampf möglich ist. In einer besonders
bevorzugten Ausgestaltung ist die Dämpfkappe zusammen mit der Hülse anhebbar und absenkbar,
so dass eine Sterilisierung des Produktauslaufs unabhängig von der Position der Hülse
durchführbar ist. Um eine umfassende Sterilisierung zu erreichen, kann dann während
des Sterilisierens die Hülse angehoben und abgesenkt werden, oder eine Sterilisierung
kann sowohl in der angehobenen als auch in der abgesenkten Position der Hülse durchgeführt
werden, um eine vollständige Sterilisierung der Hülse in allen von der Hülse eingenommenen
Positionen zu ermöglichen.
[0014] Bevorzugt ist der Gaskanal über ein Spanngasventil mit einem Spanngasreservoir in
Kommunikation bringbar. So lässt sich die Zufuhr von Spanngas in den zu befüllenden
Behälter steuern. Besonders bevorzugt ist ein Entlastungsventil zwischen dem Spanngasventil
und dem Füllproduktauslauf in dem Gaskanal angeordnet und der Füllproduktauslauf ist
über das Entlastungsventil mit einem Entlastungskanal in Kommunikation bringbar. Damit
kann über den gemeinsamen Gaskanal sowohl ein Vorspannen des zu befüllenden Behälters
als auch ein Entlasten des befüllten Behälters erreicht werden. Der Entlastungskanal
steht dabei bevorzugt über einen nicht-sterilen Drehverteiler mit der Atmosphäre in
Kontakt. Durch die Verwendung eines nicht-sterilen Drehverteilers kann ein kostengünstiger
Aufbau der Vorrichtung erreicht werden, da in diesem für die Sterilität der abgefüllten
Behälter nicht relevanten Abschnitt der Vorrichtung ein nicht-steriler Drehverteiler
eingesetzt werden kann. Auf diese Weise kann auch ein Verlust von Heißdampf in Bereiche,
die nicht sterilisiert werden müssen, vermieden werden, so dass eine effiziente Verwendung
des Heißdampfes erreicht wird.
[0015] Durch den genannten Aufbau kann der Heißdampf, welcher zur Sterilisation des Gaskanals
verwendet wird, den Weg nehmen, welcher auch von einem nach der Sterilisierung verwendeten
Spanngas durchlaufen wird. Entsprechend findet eine vollständige Sterilisierung dieses
Weges statt, einschließlich des Spanngasventils. Das nachgeschaltete Entlastungsventil
wird nur bis zum eigentlichen Verschluss des Ventils sterilisiert, also nur in dem
Bereich, in welchem das Spanngas mit dem Entlastungsventil während des Vorspannens
des Behälters in Kontakt tritt.
[0016] Das Entlastungsventil selbst sowie der nachgeschaltete Entlastungskanal werden hingegen
nicht sterilisiert. Durch diese Bereiche hindurch tritt jedoch auch nur ein aus dem
dann befüllten Behälter heraus gerichteter Volumenstrom, so dass eine Sterilisierung
hier nicht notwendig ist. Ein auf den zu befüllenden Behälter hin gerichteter Volumenstrom
strömt weder durch das Entlastungsventil, noch durch den Entlastungskanal. Das Entlastungsventil
stellt damit eine Trennung zwischen dem sterilen Bereich und dem nicht-sterilen Bereich
bereit.
[0017] Um ein weitgehendes Entfernen des bei der Sterilisierung mittels des Heißdampfes
möglicherweise entstehenden Kondensats aus dem Füllventil zu ermöglichen, sind ein
Spanngasreservoir, ein
[0018] Spanngasventil, ein Entlastungsventil und/oder der Gaskanal oberhalb des Füllproduktauslaufs,
bevorzugt oberhalb einer anhebbaren und/oder absenkbaren Hülse, angeordnet. Entsprechend
kann sich bildendes Kondensat über den Füllproduktauslauf des Füllventils nach unten
hin auslaufen.
[0019] Da die Dämpfkappe eine Bohrung aufweist, findet ein Auslaufen des Kondensats bereits
während der Behandlung mit dem Heißdampf statt. Nach dem Fortschwenken der Dämpfkappe
nach Abschluss der Behandlung mit dem Heißdampf kann dann eventuell noch vorliegendes
Kondensat aus dem Füllproduktauslauf auslaufen. Dies ist auch dann der Fall, wenn
eine anhebbare und absenkbare Hülse vorgesehen ist, denn das Kondensat kann durch
die Anordnung der genannten Komponenten oberhalb der Hülse ebenfalls problemlos auslaufen.
[0020] Besonders bevorzugt ist der Gaskanal zumindest über einen Bereich hinweg abfallend
zum Füllventil hin ausgebildet, derart, dass sich ausbildendes Kondensat entlang des
Gaskanals in Richtung auf das Füllventil zu und entsprechend durch den Füllproduktauslauf
des Füllventils hinaus ablaufen kann.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das Füllprodukt über einen Produktzulauf
in einen Produktkessel einleitbar und der Produktzulauf weist einen separaten Spanngaszulauf
zum Einleiten von Spanngas in den Produktkessel auf, bevorzugt einen in eine Wand
des Produktzulaufs integrierten Spanngaszulauf. Besonders bevorzugt steht der Spanngaszulauf
über einen Drehverteiler mit einer um den Spanngaszulauf herum rotierenden Spanngaszuleitung
in Kommunikation. So lässt sich auf einfache und effiziente Weise eine Zuführung von
Spanngas und Heißdampf erreichen.
[0022] Die oben gestellte Aufgabe wird weiterhin durch ein Verfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 13 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0023] Entsprechend wird ein Verfahren zum Sterilisieren einer Vorrichtung zum Befüllen
eines Behälters mit einem Füllprodukt vorgeschlagen, welche ein Füllventil zum Steuern
eines Füllproduktstromes aus einem Füllproduktauslauf heraus, sowie einen mit dem
Füllproduktauslauf kommunizierenden Gaskanal zum Beaufschlagen des zu befüllenden
Behälters mit einem Spanngas sowie zum Entlasten eines vorgespannten Behälters nach
der Befüllung. Erfindungsgemäß wird der Füllproduktauslauf zum Sterilisieren der Vorrichtung
mit einer Dämpfkappe verschlossen und zumindest der Gaskanal und ein Füllventilvolumen
des Füllventils mit Heißdampf beaufschlagt.
[0024] Dadurch, dass die Füllproduktauslauf mittels einer Dämpfkappe verschlossen wird und
der Gaskanal und das Füllventil mit Heißdampf beaufschlagt werden, findet eine Sterilisierung
der produktführenden Kanäle und des Gaskanals statt. Damit können auf effiziente Weise
die Kanäle sterilisiert werden, durch welche hindurch ein Volumenstrom strömt, welcher
auf den zu befüllenden Behälter hin gerichtet ist.
[0025] Bevorzugt wird ein Spanngasventil, über welches ein Spanngasreservoir mit dem Gaskanal
kommuniziert, während des Sterilisierens geöffnet. Ein Entlastungsventil, welches
den Gaskanal mit einem Entlastungskanal verbindet, bleibt während des Sterilisierens
geschlossen. Damit kann eine Sterilisierung nur in den Bereichen erfolgen, in welchen
nachfolgend tatsächlich auch ein auf den Behälter hin gerichteter Volumenstrom durchgeleitet
wird. So kann auf effiziente Weise ein Sterilisieren der relevanten Bereiche erreicht
werden und ein Verlust von Heißdampf in nicht notwendiger Weise zu sterilisierende
Bereiche kann vermieden werden. Auf eine Sterilisierung der Entlastungsleitung kann
verzichtet werden.
[0026] In einer bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens umfasst der Füllproduktauslauf
eine anhebbare und absenkbare Hülse, mittels welcher eine gasdichte Verbindung zwischen
einem zu befüllenden Behälter und dem Füllventil herstellbar ist. Die Dämpfkappe wird
zum Verschließen des Füllproduktauslaufs mit der Hülse in Kontakt gebracht. Besonders
bevorzugt werden die Hülse und die Dämpfkappe während der Beaufschlagung mit Heißdampf
gemeinsam angehoben und abgesenkt. So können auch alle relevanten Bereiche der Hülse
mit Heißdampf beaufschlagt und entsprechend sterilisiert werden.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0027] Bevorzugte weitere Ausführungsformen und Aspekte der vorliegenden Erfindung werden
durch die nachfolgende Beschreibung der Figuren näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung der Vorrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung; und
- Figur 2
- einen schematischen Querschnitt durch einen Übergang zwischen einer Produktzuleitung
und einem Produktkessel in einem weiteren Ausführungsbeispiel.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
[0028] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben.
Dabei werden gleiche, ähnliche oder gleichwirkende Elemente in den unterschiedlichen
Figuren mit identischen Bezugszeichen bezeichnet und auf eine wiederholte Beschreibung
dieser Elemente wird in der nachfolgenden Beschreibung teilweise verzichtet, um Redundanzen
zu vermeiden.
[0029] Figur 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zum Befüllen eines hier nicht gezeigten Behälters
mit einem Füllprodukt. Die Vorrichtung 1 umfasst ein Füllventil 2, einen Produktkessel
3 sowie diverse, im Nachfolgenden beschriebene Kanäle zum Zuführen unterschiedlicher
Medien.
[0030] Das Füllventil 2 weist in bekannter Weise einen Ventilkegel 20 auf, welcher in einem
Ventilsitz 22 aufgenommen wird und welcher zur Steuerung eines Volumenstromes des
Füllprodukts aus einem über dem Ventilkegel 20 in einem Füllventilvolumen 24 anstehenden
Füllproduktvolumens dient. Ein Füllproduktauslauf 26 ist vorgesehen, welcher unterhalb
des Ventilkegels 20 sowie unterhalb des Ventilsitzes 22 angeordnet ist, und welcher
in dem gezeigten Ausführungsbeispiel eine verschiebbare Hülse 28 umfasst, welche in
Pfeilrichtung anhebbar und absenkbar ist. Zum Anheben beziehungsweise Absenken der
Hülse 28 ist ein entsprechender Mechanismus vorgesehen, welcher beispielsweise einen
pneumatischen, hydraulischen, magnetischen oder elektrischen Antrieb der Hülse 28
umfasst.
[0031] Die Hülse 28 ermöglicht es, eine gasdichte Verbindung zwischen einem unter dem Füllventil
2 angeordneten Behälter beziehungsweise dessen Behältermündung und dem Füllventil
2 herzustellen. Wird die Hülse 28 nach unten hin auf die Behältermündung aufgepresst,
wird eine gasdichte Verbindung zwischen dem Behälter und dem Füllventil 2 und insbesondere
dem Füllventilvolumen 24 hergestellt. Aufgrund dieser gasdichten Verbindung kann dann
das Behältervolumen des darunter liegenden Behälters beispielsweise mit einem Spanngas
beaufschlagt werden, welches über den Füllproduktauslauf 26 zugeführt wird. Als Spanngas
kann beispielsweise CO
2 verwendet werden, so dass ein Ausgasen des CO
2 eines karbonisierten Füllprodukts beim Befüllen des Behältervolumens reduziert oder
vermieden werden kann und entsprechend die Aufschäumneigung reduziert werden kann.
[0032] Nach der Vorspannung des Behälters mit dem Spanngas kann dann der eigentliche Vorgang
des Befüllens des zu befüllenden Behälters dadurch vorgenommen werden, dass der Ventilkegel
20 aus dem Ventilsitz 22 herausgehoben wird und das darüber anstehende Füllprodukt
aus dem Füllventilvolumen 24 in den mit dem Spanngas vorgespannten Behälter einfließt.
Nach Abschluss des Füllvorgangs und dem entsprechenden Absenken des Ventilkegels 20
in den Ventilsitz 22 wird ein Entlasten des Gasdruckes aus dem dann befüllten Behälter
durchgeführt, wobei das Gas ebenfalls durch den Füllproduktauslauf 26 hindurch ausgelassen
wird. Erst nach erfolgter Entlastung des Behälters wird die Hülse 28 wieder nach oben
hin zurückgezogen, um den Behälter für die weitere Verarbeitung, beispielsweise zur
Überführung an einen Verschließer, freizugeben.
[0033] Ein solches Füllventil 2 wird üblicherweise in Rundläuferfüllmaschinen eingesetzt,
in welchen die jeweiligen zu befüllenden Behälter auf Tellern oder an entsprechenden
Halsklammern geführt werden, welche einen im Wesentlichen konstanten Abstand zum Füllventil
2 aufweisen. Ein Anheben beziehungsweise Absenken der Behälter selbst ist in einer
solchen Anordnung nicht notwendig, sondern durch das Absenken und Anheben der Hülse
28 kann eine gasdichte Verbindung zwischen dem Füllventil 2 und dem Behälter hergestellt
werden. Entsprechend kann mittels des hier gezeigten Füllventils 2 ein Behälter im
Gegendruckverfahren mit einem karbonisierten Getränk befüllt werden, wobei der Füllproduktstrom
dann im Wesentlichen als Vollstrahl in den zu befüllenden Behälter eintritt.
[0034] Das gezeigte Füllventil 2 kann jedoch in einer weiteren Betriebsart auch so betrieben
werden, dass die Hülse 28 nicht auf die Mündung eines zu befüllenden Behälters abgesenkt
wird, sondern in der angehobenen Position verbleibt. Entsprechend wird dann keine
gasdichte Verbindung zwischen Füllventil 2 und der Behältermündung ausgebildet. In
dieser Betriebsart können CO
2-freie Füllprodukte im Freistrahl in einen Behälter eingefüllt werden.
[0035] Das beschriebene Füllventil 2 ermöglicht daher, mit dem gleichen Aufbau sowohl ein
kontrolliertes Gegendruckabfüllen von karbonisierten Getränken durchzuführen, als
auch ein Abfüllen von CO
2-freien Getränken im Freistrahl durchzuführen. Mit dem gleichen Füllventil können
damit unterschiedliche Füllprodukte, insbesondere karbonisierte und nicht-karbonisierte
Getränke, auf effiziente Weise abgefüllt werden.
[0036] Ein berührungsfreies Abfüllen im Vollstrahl ist besonders bei einer kalt-aseptischen
Abfüllung von Vorteil, da hier lediglich das Füllprodukt mit der Behälterinnenseite
und der Behältermündung in Kontakt kommt und entsprechend das Risiko der Übertragung
von Keimen weiter reduziert wird. Dies ist besonders beim Abfüllen von Milchprodukten
von Vorteil.
[0037] Das Füllprodukt wird über einen Produktzulauf 30 in den Produktkessel 3 eingeleitet.
Bevorzugt ist ein steriler Drehverteiler 32 vorgesehen, welcher das Einleiten des
Füllproduktes in den sich drehenden Produktkessel 3, welcher hier schematisch als
Zentralkessel gezeichnet ist, ermöglicht. Vom Produktkessel 3 aus wird über die Produktzuleitung
34 das Füllprodukt dem Füllventilvolumen 24 im Füllventil 2 zugeführt.
[0038] Um ein Vorspannen des Behälters mit einem Spanngas, bevorzugt mit CO
2, zu ermöglichen, ist ein zweiter Medienkanal neben der Produktzuleitung 34 vorgesehen,
welcher ein Zuleiten eines Spanngases ermöglicht. Hierzu ist ein Spanngaszulauf 40
vorgesehen, welcher das Spanngas über einen Drehverteiler 42 einer Spanngaszuleitung
44 zuführt, mittels welcher das Spanngas in ein Spanngasreservoir 46 verbracht wird,
in welchem das Spanngas dann unter Druck vorliegt.
[0039] Zum Vorspannen des zu befüllenden Behälters wird Spanngas mittels eines Gaskanals
5 über den Füllproduktauslauf 26 in den zu befüllenden Behälter geleitet. Der Gaskanal
5 steht mit dem Füllproduktauslauf 26 auf geeignete Weise in Kommunikation. Der Gaskanal
5 steht weiterhin über ein Spanngasventil 50 mit dem Spanngasreservoir 46 in Verbindung.
Beim Öffnen des Spanngasventils 50 strömt das Spanngas aus dem Spanngasreservoir 46
entsprechend durch das Spanngasventil 50 in den Gaskanal 5, welcher mit dem Füllproduktauslauf
26 des Füllventils 2 kommuniziert. Auf diese Weise kann auch bei sich im Ventilsitz
22 befindlichem Ventilkegel 20 ein Einströmen von Spanngas aus dem Spanngasreservoir
46 in den Gaskanal 5 und dann über den Füllproduktauslauf 26 in den Behälter, der
dadurch vorgespannt wird, erreicht werden.
[0040] Vor Beginn des eigentlichen Befüllvorganges wird das Spanngasventil 50 geschlossen,
wenn der Behälter hinreichend vorgespannt ist.
[0041] Nach Abschluss des Befüllvorganges wird ein Entlastungsventil 52 geöffnet, mittels
welchem der sich im dann befüllten Behälter befindliche Überdruck kontrolliert abgebaut
werden kann. Das Entlastungsventil 52 kommuniziert ebenfalls über den Gaskanal 5 mit
dem Füllproduktauslauf 26 derart, dass der sich im Behälter befindliche Überdruck
über den Gaskanal 5 und das Entlastungsventil 52 in einen Entlastungskanal 60 strömen
kann. Der Entlastungskanal 60 ist bevorzugt über einen Drehverteiler 62, welcher besonders
bevorzugt als einfacher, nicht-steriler Verteiler vorgesehen ist, mit der Atmosphäre
verbunden.
[0042] Um zunächst eine Reinigung der Vorrichtung 1 durchzuführen, strömt ein Reinigungsmedium
über den Produktzulauf 30 in den Produktkessel 3, von welchem aus das Reinigungsmedium
über die Produktzuleitung 34 dem Füllventilvolumen 24 im Füllventil 2 zugeführt wird.
Bei geöffnetem Ventilkegel 20 - beziehungsweise aus dem Ventilsitz 22 herausgehobenem
Ventilkegel 20 - fließt das Reinigungsmedium entsprechend ungestört nach unten hin
ab.
[0043] Um auch eine Reinigung des Spanngasweges zu erreichen, wird das Reinigungsmedium
über den Spanngaszulauf 40 und den Drehverteiler 42 der Spanngaszuleitung 44 zugeführt
und dann in das Spanngasreservoir 46 geleitet. Vom Spanngasreservoir 46 aus läuft
das Reinigungsmedium durch das geöffnete Spanngasventil 50 und durch den Gaskanal
5 auf geeignete Weise zum Füllproduktauslauf 26, durch welchen hindurch es ebenfalls
nach unten hin abläuft.
[0044] In Figur 1 ist der Füllproduktauslauf 26 so dargestellt, dass er mittels einer Dämpfkappe
70 verschlossen ist. Zur Durchführung der gerade beschriebenen Reinigung mit einem
Reinigungsmedium sowie zur Durchführung der eigentlichen Befüllung von Behältern ist
die Dämpfkappe 70 mittels einer Verschlussvorrichtung 7 vom Füllproduktauslauf 26
entfernt, bevorzugt in eine Befüllposition verschwenkt. Entsprechend kann das Reinigungsmedium
über die vorgenannten Kanäle dann durch den Füllproduktauslauf 26 ungehindert nach
unten hin abfließen.
[0045] Um gleichzeitig eine Reinigung der anhebbaren und absenkbaren Hülse 28 mittels des
Reinigungsmediums durchzuführen, wird diese mittels des hier nicht weiter beschriebenen
Antriebes während des Durchströmens mit Reinigungsmedium auf und ab bewegt. Hierdurch
findet eine vollständige Reinigung der Hülse 28 und der die Hülse 28 haltenden Bereiche
des Füllventils 2 statt, welche während der Befüllung mit Füllprodukt in Kontakt kommen.
[0046] Im Produktkessel 3 ist weiterhin ein Spritzkopf 48 vorgesehen, welcher mit dem Spanngaszulauf
40 in Verbindung steht. Über den Spritzkopf 48 wird während der Reinigung Reinigungsmedium,
welches über den Spanngaszulauf 40 zugeführt wird, auf die Innenwände des Produktkessels
3 aufgebracht. Der Spritzkopf 48 ist auf bekannte Weise so ausgerichtet, dass er ein
Beaufschlagen aller Bereiche der Innenwände des Produktkessels 3 ermöglicht. Damit
wird eine vollständige Reinigung der Innenwände des Produktkessels 3 möglich, ohne
dass der Produktkessel 3 vollständig mit Reinigungsmedium gefüllt werden muss.
[0047] Um hier an einer im Bereich des Drehverteilers 42 vorliegenden Abzweigung des Spanngaszulaufes
40 zum Spanngasreservoir 46 auch einen Reinigungsmedienstrom zu erzeugen, muss der
Spritzkopf 48 einen entsprechenden Strömungswiderstand bereitstellen, um den Reingungsmittelstrom
zwischen dem Spritzkopf 48 und dem Reservoir 46 aufzuteilen. Dieser Strömungswiderstand
kann beispielsweise durch eine entsprechende Gestaltung der Spritzdüsen des Spritzkopfes
48 erreicht werden.
[0048] Entsprechend ist es möglich, durch das Zuführen von Reinigungsmedium sowohl in dem
Spanngaszulauf 40 als auch dem Produktzulauf 30 eine vollständige Reinigung des Produktkessels
3 sowie sämtlicher produktführender und spanngasführender Wege zu erreichen, ohne
dass der Produktkessel 3 vollständig gefüllt sein muss.
[0049] Der Entlastungskanal 60 wird bevorzugt über das Bereitstellen von Reinigungsmedium
vom Drehverteiler 62 aus gereinigt, wobei hier eine Reinigungsdüse 64 zur Außenreinigung
des Füllventils 2 ebenfalls mit dem Drehverteiler 62 kommunizieren kann. Entsprechend
findet hier ein Volumenstrom des Reinigungsmediums vom Entlastungskanal 60 aus durch
das Entlastungsventil 52 in den Gaskanal 5 und dann durch den Füllproduktauslauf 26
hinaus statt.
[0050] Durch die beschriebene Reinigung, bei welcher das Reinigungsmedium über den Füllproduktauslauf
26 nach unten hin ausfließt, kann auf eine komplexe Verschaltung zur Aufnahme des
Reinigungsmediums verzichtet werden. Weiterhin ist es möglich, sämtliche Medienkanäle
gleichzeitig zu reinigen, wodurch die Prozesszeiten für die Reinigung reduziert werden
können.
[0051] Nach der Reinigung der entsprechenden Medienkanäle mit dem Reinigungsmedium findet
eine Sterilisierung der entsprechenden produktführenden sowie spanngasführenden Wege
statt, also derjenigen Kanäle, welche beim Befüllen eines Behälters einen auf den
Füllproduktauslauf 26 hin gerichteten Volumenstrom an Füllprodukt oder Spanngas führen.
[0052] Zur Sterilisierung wird die Dämpfkappe 70 mittels der Verschlussvorrichtung 7 so
unter den Füllproduktauslauf 26 geschwenkt, dass dieser verschlossen ist. Dabei wird
die Dämpfkappe 70 so mit der Hülse 28 in Kontakt gebracht, dass der Verschluss erreicht
wird.
[0053] Die Dämpfkappe 70 wird mittels der Verschlussvorrichtung 7 so mit der Hülse 28 in
Kontakt gebracht, dass die eigentliche Position der Hülse 28 in einer angehobenen
oder abgesenkten Position keine Rolle spielt. Besonders bevorzugt führt die Verschlussvorrichtung
7 die Dämpfkappe 70 der Position der Hülse 28 so nach, dass eine entsprechende Abdichtung
des Füllproduktauslaufs 26 auch bei einer Bewegung der Hülse 28 erreicht wird.
[0054] Die Dämpfkappe 70 weist eine schematisch angedeutete Bohrung 72 auf, welche so dimensioniert
ist, dass bei einer Beaufschlagung mit einem Heißdampf der notwendige Dampfdruck im
Innenraum des Füllventils 2 aufrechterhalten wird. Damit handelt sich bei dem Verschluss
des Füllproduktauslaufs 26 durch die Dämpfkappe 70 nicht um einen gasdichten Abschluss,
sondern aufgrund der in der Dämpfkappe 70 vorliegenden Bohrung 72 quasi um eine Querschnittsverringerung
des Füllproduktauslaufs 26. Damit kann eine Temperatur von beispielsweise 135 °C des
Heißdampfes erreicht werden. Durch die Dimensionierung der Bohrung 72 wird ein entsprechender
Strömungswiderstand bereitgestellt. Die Bohrung 72 ermöglicht aber auch, dass ein
steter Strom an Heißdampf durch die zu sterilisierenden Kanäle strömt. Darüber hinaus
ermöglicht es die Bohrung 72, dass möglicherweise entstehendes Kondensat abfließen
kann.
[0055] Der Heißdampf zur Sterilisierung wird über den Produktzulauf 30 und den Spanngaszulauf
40 zugeführt, strömt in den Produktkessel 3 und von dort über die Produktzuleitung
34 in das Füllventilvolumen 24 des Füllventils 2 und dann über den entsprechend angehobenen
Ventilkegel 20 durch den Füllproduktauslauf 26 und die Bohrung 72 der Dämpfkappe 70
aus. Auf diese Weise kann durch das Aufrechterhalten eines hohen Temperaturniveaus
durch den Heißdampf eine effiziente Sterilisierung der entsprechenden Innenflächen,
die im Füllbetrieb mit dem Füllprodukt in Berührung kommen, erreicht werden.
[0056] Gleichzeitig strömt der Heißdampf durch die Spanngaszuleitung 44 in das Spanngasreservoir
46 ein, dann durch das geöffnete Spanngasventil 50 in den Gaskanal 5, von dort zum
Füllproduktauslauf 26 und dann durch die Bohrung 72 in der Dämpfkappe 70 hinaus. So
wird auch der gesamte Spanngasweg mit Heißdampf beaufschlagt, so dass auch hier eine
Sterilisierung aller Oberflächen stattfindet, welche im Füllbetrieb mit dem Spanngas
in Berührung kommen.
[0057] Das Entlastungsventil 52 ist während des Sterilisierens geschlossen. Eine Sterilisierung
des Entlastungsventils 52 sowie des dahinter angeordneten Entlastungskanals 60 und
der nachgelagerten Bereiche, wie beispielsweise des Drehverteilers 62, wird nicht
durchgeführt. Diese Wege müssen auch nicht sterilisiert werden, da sie weder mit Füllprodukt
noch mit Spanngas in einem auf den zu befüllenden Behälter zu gerichteten Volumenstrom
in Berührung kommen.
[0058] Entsprechend wird das Entlastungsventil 52 nur auf seiner mit dem Gaskanal 5 in Kontakt
stehenden Seite mit dem Heißdampf beaufschlagt und sterilisiert. Das Entlastungsventil
52 stellt damit eine Trennung zwischen einem sterilen Bereich und einem nicht sterilen
Bereich bereit.
[0059] Auf diese Weise kann ein Füllventil 2, welches sowohl zum Befüllen von Behältern
im Gegendruckverfahren als auch zum Freistrahlfüllen geeignet ist, gereinigt und mittels
der Beaufschlagung durch Heißdampf sterilisiert werden. Diese Reinigung und Sterilisierung
wird ermöglicht, ohne dass der Produktkessel 3 randvoll gefüllt werden müsste, so
dass entsprechend Reinigungsmedium eingespart werden kann beziehungsweise die gesamte
zu verwendende Reinigungsmedienmenge reduziert werden kann. Die zur Sterilisierung
verwendete Menge an Heißdampf wird ebenfalls reduziert, da die Sterilisierung auf
die relevanten Bereiche beschränkt wird.
[0060] Bevorzugt wird die Hülse 28, die mit der Dämpfkappe 70 zum Verschließen des Füllproduktauslaufs
26 in Kontakt steht, während der Beaufschlagung mit Heißdampf bewegt und dabei angehoben
und abgesenkt. Die Dämpfkappe 70 wird dabei durch die Verschlussvorrichtung 7 der
Bewegung der Hülse 28 nachgeführt, so dass ein Verschluss des Füllproduktauslaufs
26 während des Sterilisierens stets gegeben ist. Durch die Bewegung der Hülse 28 während
der Beaufschlagung mit dem Heißdampf kann eine vollständige Sterilisierung aller relevanten
Bereiche der Hülse 28 erreicht werden.
[0061] Die Reinigungs- und Sterilisierungsmöglichkeiten erlauben es weiterhin, ein Füllventil
2 zu verwenden, welches sowohl vom Füllen von karbonisierten Füllprodukten als auch
zum Füllen von stillen Produkten geeignet ist, wodurch die Variantenvielfalt an unterschiedlichen
vorzuhaltenden Füllventilen 2 reduziert werden kann.
[0062] Um ein problemloses Auslaufen von Reinigungsmedium sowie von möglicherweise entstehendem
Kondensat während der Sterilisierung zu ermöglichen, sind das Spanngasreservoir 46,
das Spanngasventil 50 sowie der Gaskanal 5 oberhalb des Füllproduktauslaufs 26 und
oberhalb der Hülse 28 angeordnet. Besonders bevorzugt liegt, wie in Figur 1 gezeigt,
das Spanngasreservoir 46 oberhalb des Spanngasventils 50 und der Gaskanal 5 unterhalb
des Spanngasventils 50, so dass aus jedem der Elemente Flüssigkeiten in das jeweils
darunter liegende Element abfließen können.
[0063] Weiterhin ist es besonders bevorzugt, den Gaskanal 5 abfallend beziehungsweise geneigt
auszubilden, so dass in dem Gaskanal 5 möglicherweise entstehendes Kondensat in Richtung
des Füllproduktauslaufs 26 des Füllventils 2 abfließen kann.
[0064] Es handelt sich bei der gesamten Anordnung entsprechend um eine frei leerlaufende
Anordnung, bei welcher bei Öffnung des Ventilkegels 20 sowie bei Öffnung des Spanngasventils
50 die Medienkanäle von alleine aufgrund der Gravitation leerlaufen und keine Flüssigkeiten
in den Medienkanälen stehen bleiben.
[0065] Für das Herausführen des Entlastungsweges 60 ist bevorzugt ein nicht-steriler Verteiler
62 vorgesehen, wodurch entsprechend ein kostengünstigerer Aufbau der Gesamtvorrichtung
1 ermöglicht wird.
[0066] Der Gaskanal 5, welcher mit dem Füllproduktauslauf 26 kommuniziert, dient sowohl
zum Zuführen eines Spanngases in einen zu befüllenden Behälter, als auch zum Entlasten
des Behälters nach der Befüllung. Entsprechend kann mit einem einzigen Gaskanal 5
eine doppelte Funktion erfüllt werden, so dass insgesamt die Anzahl der zu reinigenden
beziehungsweise zu sterilisierenden Medienkanäle weiter reduziert werden kann.
[0067] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung einer Alternative des Übergangsbereiches
von Produktzulauf 30 und Spanngaszulauf 40 im Bereich einer oberen Kesselwand 300
des Produktkessels 3. Der Produktzulauf 30 ist hier als stehende Produktleitung 310
vorgesehen, welche von oben in den rotierenden Produktkessel 3 eintritt. Dichtungen
312 dichten die rotierende Kesselwand 300 des Produktkessels 3 gegenüber der stehenden
Produktleitung 310 ab.
[0068] In der Wand der Produktleitung 310 ist der Spanngaszulauf 40 vorgesehen, an welchen
sich ein Drehverteiler 42 anschließt. Entsprechend ist nur eine einzige Verteilerspur
420 in der Produktleitung 310 vorgesehen, welche über Dichtungen 422 mit dem rotierenden
Drehverteiler 42 abschließt. Mit dem Drehverteiler 42 ist die Spanngaszuleitung 44
verbunden, welche zusammen mit dem Füllventil 2 rotiert und welche ein Zuführen des
Spanngases zum Spanngasreservoir 46 ermöglicht.
[0069] In der stehenden Produktzuleitung 310 ist der Spanngaszulauf 40 bis in den Produktkessel
3 hinein durchgezogen, derart, dass der Spritzkopf 48 ebenfalls mit dem Spanngas beaufschlagt
wird.
[0070] Im Füllbetrieb herrscht im Kopfraum des Produktkessels 3 bevorzugt der gleiche Druck
wie in dem zu befüllenden Behälter, so dass ein Ausgasen des CO
2 und damit eine übermäßige Aufschäumneigung auch im Produktkessel 3 verhindert wird.
Entsprechend muss das Beaufschlagen der Sprühkegel 48 mit dem Spanngas über den Spanngaskanal
40 nicht zu- und abschaltbar sein, sondern kann auf dem gleichen Druckniveau liegen,
wie der Spanngasdruck, welcher dem Spanngasreservoir 46 zum Beaufschlagen der Behälter
mit einer Vorspannung entspricht.
[0071] Beim Reinigen wird über eine entsprechende Gestaltung des Spritzkopfes 48 ein Aufteilen
des Reinigungsmedienstromes dahingehend erreicht, dass ein Teil des Reinigungsmediums
über den Spritzkopf 48 auf die Innenflächen des Produktkessels 3 aufgebracht wird.
Zum anderen wird ein anderer Teil des Reinigungsmedienstromes über die Spanngaszuleitung
44 dem Spanngasreservoir 46 und damit dem gesamten Spanngasweg zugeführt.
[0072] Beim nachfolgenden Sterilisieren wird über die Spanngaszuführung 40 ebenfalls ein
Heißdampf zugeführt, derart, dass nicht nur die Sprühkugel 48 sondern auch die Innenwände
des Produktkessels 3 sterilisiert werden. Gleichzeitig findet auch ein Sterilisieren
der Spanngaszuleitung 44 sowie des Spanngasreservoirs 46 und der nachfolgenden Medienkanäle
statt.
[0073] Durch die in Figur 2 vorgeschlagene Anordnung kann der Drehverteiler 42 mit einer
einzigen Verteilerspur ausgebildet werden, wodurch der Drehverteiler zum einen besonders
zuverlässig und zum anderen kostengünstig ausgeführt werden kann.
[0074] Soweit anwendbar, können alle einzelnen Merkmale, die in den einzelnen Ausführungsbeispielen
dargestellt sind, miteinander kombiniert und/oder ausgetauscht werden, ohne den Bereich
der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0075]
- 1
- Vorrichtung zum Befüllen eines Behälters
- 2
- Füllventil
- 20
- Ventilkegel
- 22
- Ventilsitz
- 24
- Füllventilvolumen
- 26
- Füllproduktauslauf
- 28
- verschiebbare Hülse
- 3
- Produktkessel
- 30
- Produktzulauf
- 32
- Drehverteiler
- 34
- Produktzuleitung
- 300
- Kesselwand
- 310
- stehende Produktleitung
- 312
- Dichtung
- 40
- Spanngaszulauf
- 42
- Drehverteiler
- 44
- Spanngaszuleitung
- 46
- Spanngasreservoir
- 48
- Spritzkopf
- 420
- Verteilerspur
- 422
- Dichtung
- 5
- Gaskanal
- 50
- Spanngasventil
- 52
- Entlastungsventil
- 60
- Entlastungskanal
- 62
- Drehverteiler
- 64
- Reinigungsdüse
- 7
- Verschlussvorrichtung
- 70
- Dämpfkappe
- 72
- Bohrung
1. Vorrichtung (1) zum Befüllen eines Behälters mit einem Füllprodukt, bevorzugt zum
Befüllen eines Getränkebehälters mit einem Getränk in einer Getränkeabfüllanlage,
umfassend ein Füllventil (2) zum Steuern eines durch einen Füllproduktauslauf (26)
in einen zu befüllenden Behälter gerichteten Füllproduktstroms, und einen mit dem
Füllproduktauslauf (26) kommunizierenden Gaskanal (5) zum Beaufschlagen des zu befüllenden
Behälters mit einem Spanngas sowie zum Entlasten eines vorgespannten Behälters nach
der Befüllung,
gekennzeichnet durch
eine Dämpfkappe (70), mittels welcher der Füllproduktauslauf (26) verschließbar ist.
2. Vorrichtung (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfkappe (70) eine Bohrung (72) aufweist, welche einen vorbestimmten Strömungswiderstand
für Heißdampf bereitstellt.
3. Vorrichtung (1) gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllproduktauslauf (26) eine anhebbare und absenkbare Hülse (28) umfasst, mittels
welcher eine gasdichte Verbindung zwischen einem zu befüllenden Behälter und dem Füllventil
(2) herstellbar ist, wobei die Dämpfkappe (70) zum Verschließen des Füllproduktauslaufs
(26) mit der Hülse (28) in Kontakt bringbar ist.
4. Vorrichtung (1) gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (28) mittels eines magnetischen, pneumatischen, hydraulischen und/oder
elektrischen Antriebs anhebbar und absenkbar ist und die Dämpfkappe (70) zusammen
mit der Hülse (28) anhebbar und absenkbar ist, bevorzugt mittels eines magnetischen,
pneumatischen, hydraulischen und/oder elektrischen Antriebs.
5. Vorrichtung (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gaskanal (5) über ein Spanngasventil (50) mit einem Spanngasreservoir (46) in
Kommunikation bringbar ist.
6. Vorrichtung (1) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Entlastungsventil (52) zwischen dem Spanngasventil (50) und dem Füllproduktauslauf
(26) im Gaskanal (5) angeordnet ist und der Füllproduktauslauf (26) über das Entlastungsventil
(52) mit einem Entlastungskanal (60) in Kommunikation bringbar ist.
7. Vorrichtung (1) gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungskanal (60) über einen nicht-sterilen Drehverteiler (62) mit der Atmosphäre
in Kontakt steht.
8. Vorrichtung (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spanngasreservoir (46), ein Spanngasventil (50), ein Entlastungsventil (52) und/oder
der Gaskanal (5) oberhalb des Füllproduktauslaufs (26), bevorzugt oberhalb einer anhebbaren
und/oder absenkbaren Hülse (28), angeordnet sind.
9. Vorrichtung (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Bereich des Gaskanals (5) abfallend und/oder geneigt zu dem Füllventil
(2) hin ausgebildet ist.
10. Vorrichtung (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllventil (2) über eine Produktzuleitung (34) mit einem rotierenden Produktkessel
(3) kommuniziert und ein Produktzulauf (30) zum Einleiten des Füllprodukts in den
rotierenden Produktkessel (3) stationär in den Produktkessel (3) herein geführt ist.
11. Vorrichtung (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllprodukt über einen Produktzulauf (30) in einen Produktkessel (3) einleitbar
ist und der Produktzulauf (310) einen separaten Spanngaszulauf (40) zum Einleiten
von Spanngas in den Produktkessel (3) aufweist, bevorzugt einen in eine Wand des Produktzulaufs
(310) integrierten Spanngaszulauf (40).
12. Vorrichtung (1) gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Spanngaszulauf (40) über einen Drehverteiler (42) mit einer um den Spanngaszulauf
(40) herum rotierenden Spanngaszuleitung (44) in Kommunikation steht.
13. Verfahren zum Sterilisieren einer Vorrichtung (1) zum Befüllen eines Behälters mit
einem Füllprodukt, bevorzugt zum Sterilisieren einer Vorrichtung (1) gemäß einem der
vorstehenden Ansprüche, welche ein Füllventil (2) zum Steuern eines Füllproduktstromes
aus einem Füllproduktauslauf (26) heraus, sowie einen mit dem Füllproduktauslauf (26)
kommunizierenden Gaskanal (5) zum Beaufschlagen des zu befüllenden Behälters mit einem
Spanngas, sowie zum Entlasten eines vorgespannten Behälters nach der Befüllung umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Füllproduktauslauf (26) zum Sterilisieren der Vorrichtung (1) mit einer Dämpfkappe
(70) verschlossen wird und zumindest der Gaskanal (5) und ein Füllventilvolumen (24)
des Füllventils (2) mit Heißdampf beaufschlagt werden.
14. Verfahren gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spanngasventil (50), über welches ein Spanngasreservoir (46) mit dem Gaskanal
(5) kommuniziert, während des Sterilisierens geöffnet wird und ein Entlastungsventil
(52), welches den Gaskanal (5) mit einem Entlastungskanal (60) verbindet, während
des Sterilisierens geschlossen wird.
15. Verfahren gemäß Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllproduktauslauf (26) eine anhebbare und absenkbare Hülse (28) umfasst, mittels
welcher eine gasdichte Verbindung zwischen einem zu befüllenden Behälter und dem Füllventil
(2) herstellbar ist, wobei die Dämpfkappe (70) zum Verschließen des Füllproduktauslaufs
(26) mit der Hülse (28) in Kontakt gebracht wird, wobei bevorzugt die Hülse (28) und
die Dämpfkappe (70) während der Beaufschlagung mit Heißdampf gemeinsam angehoben und
abgesenkt werden.