[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten von Stahlflachprodukten mit
einem auf Zn- oder Al-basierenden metallischen Schutzüberzug sowie Stahlflachprodukte,
die mit einem solchen Schutzüberzug belegt sind.
[0002] Bei den im Sinne der Erfindung zu beschichtenden "Stahlflachprodukten" handelt es
sich um aus Stahl durch Warm- oder Kaltwalzen erzeugte Bänder oder Bleche sowie daraus
gewonnene Zuschnitte und Platinen.
[0003] Stahlflachprodukte, die aus korrosionsempfindlichen Stählen hergestellt sind und
in einer Umgebung eingesetzt werden sollen, bei der ein erhöhtes Korrosionsrisiko
besteht, werden üblicherweise mit einem metallischen Schutzüberzug versehen, der das
jeweilige Stahlsubstrat gegen korrosive Angriffe schützt. Ein zum Auftrag eines solchen
Überzugs bewährtes Verfahren ist das Schmelztauchbeschichten, bei dem das Stahlflachprodukt
nach einer Vorbehandlung innerhalb einer kurzen Tauchdauer durch ein Schmelzenbad
geleitet wird, so dass beim Verlassen des Schmelzenbades ein Überzug definierter Dicke
auf dem Stahlflachprodukt haftet. Die Dicke des Überzugs kann dabei durch geeignete
Abstreifeinrichtungen eingestellt werden, die das Stahlflachprodukt beim Austritt
aus dem Schmelzenbad passiert.
[0004] Durch dieses in der Fachsprache auch "Schmelztauchveredelung" bezeichnete Vorgehen
werden Stahlflachprodukte erhalten, die gegenüber unveredelten Stahlflachprodukten
eine deutlich verlängerte Produktlebensdauer besitzen.
[0005] Es sind verschiedenste Varianten von Verfahren bekannt, die bei optimierter Wirtschaftlichkeit
jeweils eine optimale Haftung des Überzugs und optimale Gebrauchseigenschaften des
mit dem Überzug versehenen Stahlflachprodukts gewährleisten sollen. Als eine dieser
Entwicklungen zu nennen ist hier der Vorschlag, durch zusätzliche Zugabe von Mg zu
einem Zn-Schmelzenbad den durch den so legierten Überzug bewirkten Korrosionsschutz
deutlich zu steigern. Beispiele für auf diesem Vorschlag basierende Beschichtungsverfahren
sind in der
EP 1 857 566 A1, der
EP 2 055 799 A1 und der
EP 1 693 477 A1 erläutert.
[0006] Jeweils entscheidend für den Erfolg bei der Beschichtung von Stahlflachprodukten
ist eine ausreichende Aktivierung der zu beschichtenden Oberfläche. Darüber hinaus
muss sichergestellt sein, dass die betreffende Oberfläche beim Eintauchen in das jeweilige
Schmelzenbad weitestgehend frei von Verunreinigungen und Oxiden ist, die das Beschichtungsergebnis
stören könnten.
[0007] Mit im kontinuierlichen Durchlauf erfolgenden Schmelztauchbeschichtungsverfahren
lassen sich kalt- oder warmgewalzte Stahlbänder mit Breiten von mehr als 600 mm, so
genannte "Breitbänder", besonders kosteneffektiv mit einem Schutzüberzug versehen.
Bei den in der Praxis eingesetzten Verfahren dieser Art durchläuft das jeweils zu
beschichtende Stahlflachprodukt nacheinander und unterbrechungsfrei die Prozessschritte
"Reinigung", "Glühgasaktivierung der Oberfläche" und "Schmelztauchbeschichtung". Wie
beispielsweise in der
WO 2009/030823 A1 beschrieben, erfolgt die Aktivierung der Oberfläche dabei typischerweise in einem
Durchlaufofen über eine heterogene Glühgas-Metall-Reaktion unter einer H
2-N
2-haltigen Glühatmosphäre bei Temperaturen von mehr als 700 °C. Sollen warmgewalzte
Breitbänder mit einem Schmelztauchüberzug versehen werden, so können sie vor der Glühbehandlung
in einer Beizeinrichtung entzundert werden. Darin wird durch Einsatz von Beizmitteln,
die eine entsprechend aggressive Säure, insbesondere Salz- oder Schwefelsäure, enthalten,
der auf dem warmgewalzten Breitband vorhandene Zunder gelöst.
[0008] In der Praxis hat sich herausgestellt, dass sich Schmalbänder, deren Breite auf max.
600 mm beschränkt ist, mit den für Breitbänder bewährten Beschichtungsverfahren nicht
kostendeckend beschichten lassen. In der Praxis werden daher Breitbänder in Schmalbänder
vorgegebener Breite längsgeteilt, die dann parallel zueinander eine Beizeinrichtung
durchlaufen, um auf den Schmalbändern vorhandene oxidische Rückstände und sonstige
Verschmutzungen zu lösen und zu entfernen. Anschließend werden Beizmittelrückstände
von den Schmalbändern gespült und die Schmalbänder durch ein Flussmittelbad geleitet.
Durch diesen in der Fachsprache auch als "Fluxen" bekannten Vorgang werden einerseits
die zu beschichtenden Oberflächen der Schmalbänder weiter gereinigt und gleichzeitig
aktiviert. Andererseits wird durch das Fluxmittel eine Rückpassivierung der aktivierten
Oberfläche bis zum Eintauchen in das Beschichtungsbad verhindert. Anschließend durchlaufen
die Schmalbänder immer noch parallel zueinander einen Trocknungsofen, in dem das Flussmittel
soweit angetrocknet wird, dass es sicher auf den Schmalbändern haftet, jedoch noch
nicht abbrennt. Das Flussmittel stellt so eine gute und gleichmäßige Benetzbarkeit
der Schmalbänder im anschließend durchlaufenen Schmelzenbad sicher. Üblicherweise
wird der Korrosionsschutzüberzug als Zn-Überzug aufgebracht. Das dann auf Zn basierende
Schmelzenbad, in das die Schmalbänder wiederum parallel zueinander gefördert werden,
hat dazu typischerweise eine Temperatur von 470 °C. Es ist jedoch auch möglich, die
Schmalbänder mit einer auf Al basierenden Beschichtung schmelztauchzubeschichten.
Das Schmelzenbad hat in diesem Fall typischerweise eine Temperatur von bis zu 700
°C. An die jeweilige Oberflächenbeschichtung kann sich eine chemische Passivierung
anschließen, um auch die Schutzschicht vor Feuchtigkeitseinwirkung zu schützen (s.
Broschüre "Feuerverzinkter Bandstahl", veröffentlicht von der ThyssenKrupp Steel Europe
AG, Stand 2011, www.thyssenkrupp-steel-europe.com/tiny/cgJ/download.pdf).
[0009] Wie eingangs erwähnt, werden in der voranstehend erläuterten Weise üblicherweise
Stahlflachprodukte beschichtet, die in hohem Maße korrosionsempfindlich sind.
[0010] Stähle mit einem deutlichen Legierungsanteil an Cr und Ni zeichnen sich durch eine
besonders gute chemische Beständigkeit und hohen Korrosionswiderstand aus. Diese Produkteigenschaft
basiert auf der Bildung einer stabilen Chromoxidschicht, welche die Stahloberfläche
auch bei höheren Temperaturen wirksam gegen äußere Einflüsse passiviert. Mo unterstützt
diese Passivierung zusätzlich. Daher werden Stahlgüten mit einem Cr-Anteil > 10,5
Gew.-% auch als rost-, hitze- und säurebeständige (RHS)-Stähle oder kurz als "rostfreie
Stähle" bezeichnet. Ni als Legierungselement in Stahl stabilisiert ähnlich wie z.
B. Mn oder N den austenitischen Gefügezustand zu tieferen Temperaturen hin, was gezielt
genutzt werden kann, um die mechanischen Werkstoffeigenschaften zu verbessern. Vollaustenitische
Stahlgüten mit > 8 Gew.-% Ni besitzen weiterhin keinen Spröd-Duktil-Übergang, was
Tieftemperaturanwendungen ermöglicht. Im Vergleich zu hoch-Mn-legierten Stahlgüten
weisen Ni-legierte Vollaustenite eine deutlich bessere Umweltbeanspruchungseignung
auf. Aufgrund dieser hervorragenden Werkstoffeigenschaften besteht ein großes Einsatzpotential
für Ni-legierte Stahlflachprodukte für Hoch- und Tieftemperaturanwendungen u. a. in
der automobilen Fahrzeugstruktur, dem chemischen Apparatebau, Maschinen- und Anlagenbau
sowie für dekorative Elemente.
[0011] Trotz dieser hervorragenden spezifischen Werkstoffeigenschaften, insbesondere gegenüber
schädlichen Umwelteinflüssen, können die Einsatzqualitäten CrNilegierter Stähle durch
eine metallische Beschichtung zusätzlich gesteigert werden. Auch hierzu kommen in
der Praxis Schmelztauchbeschichtungsverfahren der voranstehend erläuterten Art zum
Einsatz.
[0012] Vor dem Hintergrund des voranstehend erläuterten Standes der Technik bestand die
Aufgabe der Erfindung darin, ein großtechnisch kostengünstig durchführbares Verfahren
anzugeben, das bei optimaler Reproduzierbarkeit des Beschichtungsergebnisses die wirtschaftliche
Erzeugung von gegen korrosive Angriffe besonders geschützten Stahlflachprodukten ermöglicht.
[0013] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst worden, dass beim Beschichten eines
Stahlflachprodukts die in Anspruch 1 angegebenen Arbeitsschritte durchlaufen werden.
[0014] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben
und werden nachfolgend wie der allgemeine Erfindungsgedanke im Einzelnen erläutert.
[0015] Die Erfindung geht von dem Gedanken aus, an Stelle der bei der Schmelztauchbeschichtung
zur Reinigung und Aktivierung der zu beschichtenden Oberflächen von Breitbändern üblichen
Glühbehandlung entsprechend der aus dem Stand der Technik ebenfalls grundsätzlich
bekannten Vorgehensweise eine Fluxbehandlung mit anschließender Antrocknung des bei
der Fluxbehandlung auf das Stahlflachprodukt aufgetragenen Flussmittels durchzuführen.
Dabei ist das erfindungsgemäß zum Einsatz kommende Flussmittel so modifiziert, dass
sich für Stahlflachprodukte, die aus einer großen Bandbreite unterschiedlichst legierter
Stähle bestehen, optimale Beschichtungsergebnisse ergeben.
[0016] Um dies zu leisten, umfasst ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Beschichten eines
Stahlflachprodukts mit einem metallischen, auf Zn oder Al basierenden Schutzüberzug
folgende im kontinuierlichen Durchlauf absolvierte Arbeitsschritte:
- a) Bereitstellen des Stahlflachprodukts;
- b) Beizen des Stahlflachprodukts zur Entfernung von auf dem Stahlflachprodukt haftendem
Zunder und zur Aktivierung der Oberfläche des Stahlflachprodukts;
- c) Entfernen von auf dem gebeizten Stahlflachprodukt nach dem Beizen vorhandenem Beizmittel
durch Spülen des Stahlflachprodukts mit einem wässrigen Medium;
- d) Durchleiten des gebeizten und gespülten Stahlflachprodukts durch ein Flussmittelbad,
das aus einer wässrigen Lösung besteht, die neben prozess- und herstellungsbedingten
Verunreinigungen Chlorid-Ionen und mindestens Ionen eines der Elemente aus der Gruppe
"Zink, Ammonium und Kalium" sowie optional zusätzlich Ionen der Elemente "Na, Ca und
Mg" ebenso optional Spuren der Elemente "Al, Fe, Mn, Mo, Ni, P, Sr, Si und Li" mit
der Maßgabe enthält, dass
- die Gesamtkonzentration an Chlorid-Ionen c(Cl-) mindestens 210 g/l und höchstens 250 g/l,
- die Gesamtkonzentration an Zink-Ionen c(Zn2+) mindestens 140 g/l und höchstens 160 g/l,
- die Gesamtkonzentration an Ammonium-Ionen c(NH4+) mindestens 5 g/l und höchstens 12 g/l,
- die Gesamtkonzentration an Kalium-Ionen c(K+) mindestens 30 g/l und höchstens 40 g/l,
- die Gesamtkonzentration an optional vorhandenen Natrium-Ionen c(Na+) mindestens 0,5 g/l und höchstens 1,5 g/l,
- die Gesamtkonzentration an optional vorhandenen Kalzium-Ionen c(Ca2+) mindestens 0,5 g/l und höchstens 1,5 g/l,
- die Gesamtkonzentration an optional vorhandenen Magnesium-Ionen c(Mg+) höchstens 1 g/l,
- die Gehalte an den in Spuren vorhandenen Ionen der Elemente Al, Fe, Mn, Mo, Ni, P,
Si, Sr und Li höchstens 10 mg/l und
- die Dichte des Flussmittelbads mindestens 1,25 g/cm3 und höchstens 1,45 g/cm3 beträgt, wobei insbesondere keine Ionen der Elemente Fluor, Zinn, Blei, Indium, Thallium,
Antimon, Wismut oder Bor im Flussmittelbad enthalten sind;
- e) Trocknen des aus dem Flussmittelbad austretenden Stahlflachprodukts und Erwärmen
des Stahlflachprodukts auf eine 100 - 230 °C betragende Badeintrittstemperatur;
- f) Schmelztauchbeschichten des Stahlflachprodukts mit einem auf Zn oder Al basierenden
metallischen Schutzüberzugs in einem Schmelzenbad, in das das Stahlflachprodukt mit
der Badeintrittstemperatur eintritt;
- g) optional durchgeführtes thermisches, chemisches oder mechanisches Nachbehandeln
des mit dem Schutzüberzug schmelztauchbeschichteten Stahlflachprodukts.
[0017] Die erfindungsgemäße Vorgehensweise erlaubt es, bei gegenüber einer Stückverzinkung
erheblich verbesserter Wirtschaftlichkeit im kontinuierlichen Durchlauf Stahlflachprodukte
mit metallischen Schutzüberzügen zu versehen. Durch Verzicht auf einen energieintensiven
Glühprozessschritt wird eine erhebliche Energie- und Betriebsmitteleinsparung erzielt
und eine kosteneffektive und umweltschonende Schmelztauchveredelung insbesondere von
Schmalbändern ermöglicht, deren Breite auf höchstens 600 mm beschränkt ist. Mehrere
solcher Schmalbänder können selbstverständlich auch das erfindungsgemäße Verfahren
parallel durchlaufen.
[0018] Dabei eignet sich die erfindungsgemäße Vorgehensweise für den Auftrag von metallischen
Beschichtungen sowohl auf Znals auch auf Al-Basis.
[0019] Praktische Versuche haben beispielsweise gute Beschichtungsergebnisse ergeben, wenn
das im Arbeitsschritt
a) bereitgestellte Stahlflachprodukt aus einem Baustahl hergestellt ist, der neben
Eisen und herstellungsbedingt unvermeidbaren Verunreinigungen (in Gew.-%)
C: 0,001- 0,7 %;
Mn: 0,10 - 2,0 %;
Al: 0,01 - 2,0 %;
sowie jeweils optional eines oder mehrere Elemente aus der Gruppe "Si, P, S, Cr, Cu,
Mo, N, Ni, Nb, Ti, V, Zr, B" mit der Maßgabe enthält, dass für die Gehalte an den
optional zugegebenen Elementen gilt:
Si: 0,001 - 2,0 %;
P: bis zu 0,055 %;
S: bis zu 0,055 %;
Cr: 0,01 - 2,0 %
Cu: bis zu 0,6 %;
Mo: bis zu 0,2 %;
N: bis zu 0,030 %;
Ni: bis zu 2,1 %;
Nb: bis zu 0,2 %;
Ti: bis zu 0,2 %;
V: bis zu 0,2 %;
Zr: bis zu 0,2 %;
B: bis zu 0,0060.
[0020] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich aber auch zum Schmelztauchbeschichten
von Stahlflachprodukten, die ein ferritisches, austenitsches, Mehrphasen- oder Duplex-Gefüge
besitzen und aus einem nicht rostenden CrNi-Stahl bestehen können, der neben Eisen
und herstellungsbedingt unvermeidbaren Verunreinigungen (in Gew.-%)
C: 0,001- 0,5 %;
Mn: 0,10 - 6,0 %;
Al: 0,01 - 2,0 %;
Cr: 5,0 - 30,0 %;
Ni: 2,00 - 30,0 %
sowie jeweils optional eines oder mehrere Elemente aus der Gruppe "Si, Cu, Mo, N,
Nb, Ti, V" mit der Maßgabe enthält, dass für die Gehalte an den optional zugegebenen
Elementen gilt:
Si: 0,001 - 2,0 %;
Cu: bis zu 2,0 %;
Mo: bis zu 5,0 %;
N: bis zu 0,2 %;
Nb: bis zu 1,0 %;
Ti: bis zu 1,0 %;
V: bis zu 0,5 %.
[0021] Das jeweils erfindungsgemäß verarbeitete Stahlflachprodukt kann im kalt- oder warmgewalzten
Zustand mit bereits vorgebeizter oder ungebeizter Oberfläche angeliefert werden. Die
Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens wirken sich besonders bei der Verarbeitung
von ungebeiztem Warmband aus, wobei sich die erfindungsgemäße Vorgehensweise bei der
Verarbeitung von Schmalband als besonders wirtschaftlich herausgestellt hat.
[0022] Im Arbeitsschritt b) durchläuft das jeweils zu beschichtende Stahlflachprodukt ein
Beizbecken, in dem auf ihm haftender Zunder entfernt wird. Die Beizdauer beträgt dabei
optimaler Weise 10 - 120 s. Neben der Reinigung erfolgt bereits beim Beizen eine Aktivierung
der Oberfläche des zu beschichtenden Stahlflachprodukts. Als Beizmittel können an
sich zu diesem Zweck bekannte Flüssigkeiten eingesetzt werden, die auf einer Säure,
insbesondere Salz- oder Schwefelsäure, basieren. Hierbei hat sich für die Effektivität
des Beizvorgangs eine Beizmitteltemperatur von 30 - 100 °C als besonders vorteilhaft
herausgestellt. Bei in den genannten Bereichen liegenden Beiztemperaturen und Beizzeiten
wird ein optimaler Reinigungseffekt erzielt und eine zu starke Anbeizung der Korngrenzen
an der Stahloberfläche vermieden. Weiterhin wird durch Einhaltung des erfindungsgemäß
vorgegebenen Temperaturbereichs ein übermäßiger Verdampfungsverlust vermieden. Dies
gilt insbesondere dann, wenn die maximale Beiztemperatur auf 70 °C beschränkt ist.
[0023] Die Fe-Konzentration im Beizmittelbad sollte zwischen 5 - 130 g/l liegen, um ebenfalls
eine optimale Wirksamkeit des Beizvorgangs zu unterstützen.
[0024] Nach dem Beizen wird auf dem Stahlflachprodukt zurückgebliebenes Beizmittel durch
Spülen des Stahlflachprodukts mit einem wässrigen Medium entfernt. Die Spülzeit beträgt
hier optimalerweise 10 - 30 s bei einer Spülmitteltemperatur von optimalerweise 30
- 100 °C, insbesondere 30 - 70 °C. Durch Einhaltung dieser Spültemperatur- und Spülzeitbereiche
ist ein effektives Abspülen der Restsäure gewährleistet, so dass Einschleppungen von
Beizrückständen in das folgende Fluxbad vermieden werden. Wird die für die Spültemperatur
angegebene Obergrenze überschritten, erhöht der verstärkte Verdampfungsverlust an
Spülmedium die Betriebskosten. Die maximale Spültemperatur beträgt deshalb vorteilhafter
Weise 70 °C.
[0025] Besondere Bedeutung kommt beim erfindungsgemäßen Verfahren dem Arbeitsschritt d)
zu, bei dem das Stahlflachprodukt ein Fluxen durchläuft. Der Zweck dieser Behandlung
besteht darin, die Aktivierung der im Zuge des Beizens bereits aktivierten Oberfläche
des Stahlflachprodukts zu vervollständigen und eine Rückpassivierung zu verhindern.
Hierzu wird das Stahlflachprodukt durch ein Flussmittel geleitet, das nach Maßgabe
der Erfindung in der oben angegebenen Weise durch die Zugabe von Ammoniumchlorid so
eingestellt ist, dass betriebssicher gute Beschichtungsergebnisse erzielt werden.
[0026] Ammonium-Ionen sind in Gehalten von 5 - 12 g/l, Chlorid-Ionen in Gehalten von 210
- 250 g/l und Zink-Ionen in Gehalten von 140 - 160 g/l im das erfindungsgemäß vorgegebenen
Flussmittelbad bildenden Fluxmedium enthalten, damit während des Trocknens ein ZnCl
2/NH
4Cl-Salzgemisch an der Stahloberfläche entsteht. Dieses bildet durch thermische Spaltung
während des Trocknens HCl, was eine Aktivierung sowohl gegenüber der Stahloberfläche
als auch gegenüber der Oberschlacke des Beschichtungsbads sichert. Bei Über-/ oder
Unterschreitung der angegebenen Grenzen ist die Aktivierung nicht effektiv oder das
Abbrennen des Fluxmediums während des Trocknens zu stark. Insbesondere zeigt sich
bei einem zu geringen Chlorid-Ionen-Anteil eine nicht ausreichende Reduktion von Oberflächenschlacke.
Ist der Anteil an Chlorid- und Zink-Ionen zu hoch, können sich bereits im flüssigen
Fluxmedium Chlorhydroxozinksäuren bilden, die die Eisenauflösung in den Fluxmediumkessel
unnötig erhöhen.
[0027] Kalium-Ionen sind im Fluxmedium in Gehalten von 30 - 40 g/l vorhanden, da durch die
Zugabe von Kalium-Ionen das Fluxmittel gegenüber dem Angriff oder der Reaktion mit
dem Al des Beschichtungsbads stabilisiert wird. Dadurch reduziert sich die Rauchentwicklung
beim Eintauchen des Stahlbands in das Beschichtungsbad, was sich wiederum positiv
auf Umwelt- und den Mitarbeiterschutz auswirkt. Ist der Kalium-Ionen-Anteil des Fluxmediums
zu gering, zeigt sich dieser Effekt nicht ausreichend effektiv. Ist der Kalium-Ionen-Gehalt
dagegen zu hoch, kann der Aktivierungseffekt des Fluxmediums zu schwach sein. Jeweils
optional können Kalzium-Ionen in Gehalten von 0,5 - 1,5 g/l, Natrium-Ionen in Gehalten
von 0,5 - 1,5 g/l und Magnesium-Ionen in Gehalten von < 1 g/l im erfindungsgemäß verwendeten
Fluxmedium vorhanden sein. Ca, Na und Mg unterstützen die Wirkung der im Fluxmittel
pflichtweise vorhandenen Kalium--Ionen und reduzieren die Oberflächenspannung des
Fluxmittels. Dies verbessert die Benetzung der Stahloberfläche durch das Fluxmedium.
Eine Erhöhung der jeweiligen Gehalte über die jeweils zugeordnete Obergrenze hinaus
verringert die Rauchentwicklung jedoch nicht weiter, sondern kann zu einer Schwächung
des Aktivierungseffekts des Fluxmediums führen.
[0028] Ionen von Fe, Mn, Al, Mo, Ni, P, Si, Sr, Li können als unvermeidbare Verunreinigungen
in geringen Spuren vorhanden sein, wobei deren Gehalt jeweils weniger als 10 mg/l
betragen soll.
[0029] Optimale Ergebnisse der Flux-Behandlung ergeben sich dann, wenn die Eintauchdauer,
über die der jeweils in das Flussmittelbad tauchende Abschnitt des Stahlflachprodukts
dem Flussmittel ausgesetzt ist, 10 - 120 s beträgt. Die Wirksamkeit des Flussmittels
kann dadurch gesteigert werden, dass seine Temperatur 40 - 100 °C, insbesondere 40
- 70 °C, beträgt. Bei Einhaltung dieser für die Eintauchdauer und die Fluxmitteltemperatur
vorgegebenen Bereiche wird bei Vermeidung eines übermäßigen Verdampfungsverlustes
ein optimaler Feinstreinigungseffekt der Stahloberfläche erzielt und ein übermäßiger
Angriff der Korngrenzen an der Stahloberfläche vermieden.
[0030] Über die im Bereich von 1,25 - 1,45 g/cm
3 eingestellte Dichte des Flussmittels kann dabei Einfluss auf das Auflagengewicht
der auf dem Stahlsubstrat zu erzeugenden Beschichtung genommen werden. Wird die für
die Dichte des Fluxmediums erfindungsgemäß vorgegebene Untergrenze unterschritten,
ist das Medium zu wässrig und der Feinstreinigungseffekt der Stahloberfläche zu gering.
Wird dagegen die für die Dichte des Fluxmediums erfindungsgemäß vorgesehene Obergrenze
überschritten, ist das Fluxen zu scharf und die Korngrenzen an der Stahloberfläche
können zu stark angegriffen werden.
[0031] Sollen beispielsweise Zn-basierte Überzüge mit einem Auflagengewicht von 400 - 600
g/m
2 auf das jeweilige Stahlflachprodukt aufgebracht werden, so haben sich Flussmittelbäder
mit einer Dichte von 1,25 - 1,35 g/cm
3 bewährt. Sollen dagegen Zn-basierte Überzüge mit einem Auflagengewicht von weniger
als 400 g/m
2 auf das jeweilige Stahlflachprodukt aufgebracht werden, so haben sich Flussmittelbäder
mit einer Dichte von >1,35 - 1,45 g/cm
3 als günstig erwiesen.
[0032] Zur besonderen Wirksamkeit des erfindungsgemäß eingesetzten Flussmittels trägt es
darüber hinaus bei, wenn sein pH-Wert 4 - 4,5 beträgt. Wird die für den pH-Wert des
Fluxmediums angegebene Obergrenze überschritten, ist das Medium zu wässrig und der
Feinstreinigungseffekt der Stahloberfläche zu gering. Wird die für den pH-Wert des
Fluxmediums angegebene Untergrenze unterschritten, ist das Fluxen wiederum zu scharf
und die Korngrenzen an der Stahloberfläche können zu stark angegriffen werden.
[0033] Im Arbeitsschritt e) wird das aus dem Flussmittelbad austretende Stahlflachprodukt
getrocknet und auf die Eintrittstemperatur gebracht, mit der es in das anschließend
durchlaufene Schmelzenbad eintritt. Die Mindesttemperatur sollte dabei so hoch sein,
dass das auf der Stahlflachprodukt-Oberfläche aus dem Flussmittelbad mitgeführte Fluxmedium
ausreichend angetrocknet wird, um Benetzungsstörungen bei der Beschichtung im Schmelzenbad
zu vermeiden. Gleichzeitig sollte die Trocknungstemperatur jedoch nicht zu hoch sein,
um ein Abbrennen des Fluxmediums zu vermeiden. Als besonders geeigneter Temperaturbereich
für die Trocknung hat es sich deshalb erwiesen, wenn das Stahlflachprodukt auf eine
Temperatur von 100 - 230 °C erwärmt wird. Die Bandeintrittstemperatur sollte während
des Trocknens für mindestens 10 s gehalten werden, um das Stahlflachprodukt adäquat
durchzuwärmen. Die maximal zulässige Trocknungsdauer hängt von der Leistungsfähigkeit
der jeweils eingesetzten Trocknungsanlage ab. Praktische Versuche haben hier belegt,
dass bei den in der heutigen Praxis eingesetzten Anlagen eine Höchstdauer von 30 s
sinnvoll ist.
[0034] Im Arbeitsschritt f) durchläuft das Stahlflachprodukt das Schmelzenbad. Optimale
Beschichtungsergebnisse ergeben sich dabei dann, wenn die Verweildauer, über die der
jeweilige Abschnitt des Stahlflachprodukts dem Schmelzenbad ausgesetzt ist, 1 - 120
s, insbesondere 1 - 60 s, beträgt. Dabei können über eine entsprechend eingestellte
Legierung des Schmelzenbads Zn- oder Al-Überzüge auf dem jeweiligen Stahlflachprodukt
erzeugt werden. Zu den Zn- oder Al-basierten Überzügen zählen dabei:
- Z-Überzüge, die basierend auf einem Schmelzenbad erzeugt werden, das neben Zn und
herstellungs- und prozessbedingt unvermeidbaren Verunreinigungen Al in Gehalten von
mehr als 0,10 Gew.-% und bis zu 0,3 Gew.-%, Si in Gehalten von bis zu 0,2 Gew.-% und
Fe in Gehalten von weniger als 0,5 Gew.-% enthält,
- ZA-Überzüge, die basierend auf einem Schmelzenbad erzeugt werden, das neben Zn und
herstellungs- und prozessbedingt unvermeidbaren Verunreinigungen Al in Gehalten von
mehr als 0,10 Gew.-% und bis zu 5 Gew.-%, Si in Gehalten von bis zu 0,2 Gew.-% und
Fe in Gehalten von weniger als 0,5 Gew.-% enthält,
- ZM-Überzüge, die basierend auf einem Schmelzenbad erzeugt werden, das neben Zn und
herstellungs- und prozessbedingt unvermeidbaren Verunreinigungen Al in Gehalten von
mehr als 0,10 Gew.-% und bis zu 8,0 Gew.-%, Mg in Gehalten von 0,2 - 8,0 Gew.-%, Si
in Gehalten von weniger als 2,0 Gew.-%, Pb in Gehalten von weniger als 0,1 Gew.-%,
Ti in Gehalten von weniger als 0,2 Gew.-%, Ni in Gehalten von weniger als 1 Gew.-%,
Cu in Gehalten von weniger als 1 Gew.-%, Co in Gehalten von weniger als 0,3 Gew.-%,
Mn in Gehalten von weniger als 0,05 Gew.-%, Cr in Gehalten von weniger als 0,1 Gew.-%,
Sr in Gehalten von weniger als 0,5 Gew.-%, B in Gehalten von weniger als 0,1 Gew.-%,
Bi in Gehalten von weniger als 0,1 Gew.-%, Cd in Gehalten von weniger als 0,1 Gew.-%
und Fe in Gehalten von weniger als 3,0 Gew.-% enthält, wobei für das Verhältnis %Al/%Mg
des Al-Gehalts %Al zum Mg-Gehalt %Mg gilt %Al/%Mg ≤ 1,
- ZF-Überzüge, die basierend auf einem Schmelzenbad erzeugt werden, das neben Zn und
herstellungs- und prozessbedingt unvermeidbaren Verunreinigungen Al in Gehalten von
mehr als 0,1 Gew.-% und bis zu 0,15 Gew.-%, Si in Gehalten von bis zu 0,2 Gew.-% und
Fe in Gehalten von weniger als 0,5 Gew.-% enthält,
sowie
- AS-Überzüge, die basierend auf einem Schmelzenbad erzeugt werden, das neben Al und
herstellungs- und prozessbedingt unvermeidbaren Verunreinigungen Si in Gehalten von
1 - 15 Gew.-% und Fe in Gehalten von 1,0 - 5,0 Gew.-% enthält.
[0035] Versuche haben belegt, dass Stahlflachprodukte, die aus unter die oben genannte Legierungsvorschrift
fallenden rostfreien CrNi-Stählen gefertigt und in erfindungsgemäßer Weise prozessiert
worden sind, sich mit jedem der voranstehend erläuterten Überzüge beschichten lassen
und dass sich aus einem Baustahl der oben angegebenen Art gefertigte Stahlflachprodukte
besonders gut mit einem in erfindungsgemäßer Weise aufgebrachten ZM-Überzug gegen
Korrosion schützen lassen. Stahlflachprodukte, die aus nicht rostendem Stahl hergestellt
und in erfindungsgemäßer Weise mit einem AS-Überzug versehen sind, eignen sich insbesondere
bei Hochtemperaturanwendungen. Durch die AS-Beschichtung werden solche Stahlflachprodukte
gegen die Bildung von Anlauffarben geschützt.
[0036] Im Fall, dass es sich bei dem Schmelzenbad um ein Znbasiertes Bad handelt, beträgt
die Schmelzenbadtemperatur 430 - 700 °C, typischerweise 430 - 530 °C, während bei
einem Schmelzenbad, das Al-basiert ist, die Badtemperatur typischerweise bis zu 780
°C, insbesondere 650 - 780 °C, beträgt.
[0037] Soll das schmelztauchbeschichtete Stahlflachprodukt in-line thermisch nachbehandelt
werden (Galvannealing), um einen Fe-Zn-Legierungsüberzug zu erzeugen, so hat es sich
bewährt, wenn das Schmelzenbad so eingestellt wird, dass auf dem Stahlsubstrat ein
ZF-Überzug erzeugt wird.
[0038] Ebenso optional wie die Galvannealing-Behandlung kann das erhaltene schmelztauchbeschichtete
Stahlflachprodukt einer Passivierung durch eine entsprechende chemische Behandlung
oder einem Nachwalzen unterzogen werden, um eine Maßhaltigkeit und seine mechanischen
Eigenschaften zu verbessern.
[0039] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Anlage zum Schmelztauchbeschichten mit den für die Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens erforderlichen und optional zusätzlich vorgesehenen Arbeitsstationen;
- Fig. 2
- eine Querschliffdarstellung eines Stahlflachprodukts mit in erfindungsgemäßer Weise
auf ein Stahlflachprodukt appliziertem ZM-Überzug;
- Fig. 3
- eine Querschliffdarstellung eines Stahlflachprodukts mit in erfindungsgemäßer Weise
auf ein Stahlflachprodukt appliziertem AS-Überzug;
- Fig. 4
- eine Querschliffdarstellung eines Stahlflachprodukts mit in erfindungsgemäßer Weise
auf ein Stahlflachprodukt appliziertem ZM-Überzug.
[0040] Die Anlage 1 zum Schmelztauchbeschichten eines als warmgewalztes und zu einem Coil
C gewickeltes Band bereitgestellten Stahlflachprodukts P umfasst in einer in Förderrichtung
F in-line aufeinander folgenden Aufstellung eine Abhaspelstation 2, eine Beizstation
3, eine Spülstation 4, eine Flux-Station 5, eine Trocknungsstation 6, eine Schmelztauchstation
7 und eine Kühlstation 8 und eine Aufhaspelstation 9.
[0041] In der Abhaspelstation 2 wird das zu beschichtende Stahlflachprodukt P vom jeweiligen
Coil C abgewickelt und durchläuft zunächst die Beizstation 3 und darauffolgend die
Spülstation 4, bevor es in die Flux-Station 5 gelangt. Das aus der Flux-Station 5
austretende Stahlflachprodukt P durchläuft die Trocknungsstation 6 und wird dann in
das Schmelzenbad S der Schmelztauchstation 7 geleitet. Das aus dem Schmelzbad S austretende
Stahlflachprodukt P durchläuft anschließend die Kühlstation 8, in der es auf Raumtemperatur
abgekühlt wird, bevor es in der Aufhaspelstation 9 wieder zu einem Coil gewickelt
wird.
[0042] In der Beschichtungsanlage 1 sind 55 Versuche mit als warmgewalzte Bänder angelieferten
Stahlflachprodukten P durchgeführt worden, die aus unterschiedlichen Stählen W1, W2,
W3, W4, W5, W6, W7 hergestellt worden sind. Die jeweilige Zusammensetzung der Stähle
W1 - W7 ist in Tabelle 1 angegeben. Bei den Stählen W1 - W4 handelt es sich um konventionelle
Baustähle, während die Stähle W5 - W7 konventionelle nicht rostende CrNi-Edelstähle
sind.
[0043] Die jeweils verarbeiteten Stahlflachprodukte P haben in der Beizstation 3 ein konventionelles
auf Salzsäure (basierendes Beizmittelbad B durchlaufen, das auf eine Temperatur TB
erwärmt worden ist und das vom jeweiligen Abschnitt des jeweiligen Stahlflachprodukts
P innerhalb einer Beizdauer tB passiert worden ist.
[0044] Anschließend haben die Stahlflachprodukte P in der Spüleinrichtung 4 ein aus vollentsalztem
Wasser bestehendes Spülbad V durchlaufen, das auf eine Temperatur TS erwärmt worden
ist und das vom jeweiligen Abschnitt des jeweiligen Stahlflachprodukts P innerhalb
einer Spüldauer tS absolviert worden ist.
[0045] Daraufhin sind die Stahlflachprodukte P in der Flux-Station 5 durch ein Flussmittelbad
X geleitet worden, das vom jeweiligen Abschnitt des jeweiligen Stahlflachprodukts
P innerhalb einer Dauer tF durchlaufen worden ist und eine Temperatur TF, einen pH-Wert
pH_F und eine Dichte r-F hatte. Dabei sind bei den Versuchen zwölf unterschiedlich
zusammengesetzte Flussmittelbäder X eingesetzt worden. Die zwölf Zusammensetzungen
X1 - X12 der Flussmittelbäder X sind in Tabelle 2 angegeben.
[0046] In der Trocknungsstation 6 sind die Stahlflachprodukte getrocknet und auf die jeweilige
Badeintrittstemperatur TE gebracht worden.
[0047] Anschließend haben die Stahlflachprodukte P in der Schmelztauchstation 7 das jeweilige
Schmelzenbad S durchlaufen, das auf einer Temperatur TBad gehalten worden ist.
[0048] Beim Austritt aus der Schmelztauchstation 7 ist bei den Stahlflachprodukten die Dicke
des jeweils aufgebrachten Schmelztauchüberzugs in an sich bekannter Weise mittels
einer hier nicht gezeigten Abstreifeinrichtung eingestellt worden.
[0049] In den Tabellen 3a,3b sind für insgesamt 55 Versuche die jeweils eingestellten Betriebsparameter
zusammengefasst. Tabelle 3a enthält dabei die erfindungsgemäß durchgeführten Versuche,
die ein gutes, fehlerfreies Beschichtungsergebnis erbracht haben, während in den Tabellen
3b,3c die Versuche zusammengefasst sind, die fehlerhafte Beschichtungsergebnisse ergeben
haben.
[0050] Für jeden der 55 Versuche sind dabei der jeweilige Stahl W1 - W7, aus dem das jeweils
verarbeitete Stahlflachprodukt P bestand, die jeweilige Temperatur TB des Beizmittels,
die Beizdauer tB, die Temperatur TS des Spülmittels und die Spülzeit tS, das in der
Flux-Station 5 jeweils durchlaufene Flussmittelbad X1 - X12, die Dauer tF, in der
das jeweilige Stahlflachprodukt das jeweilige Flussmittelbad X1 - X12 durchlaufen
hat, die jeweilige Flussmittelbad-Temperatur TF, der jeweilige pH-Wert pH_F und die
jeweilige Dichte r-F des jeweiligen Flussmittelbads X1 - X12, die jeweilige Trocknungs-
bzw. Badeintrittstemperatur TE, die Zusammensetzung des jeweiligen Schmelzenbads S,
die Temperatur TBad des jeweiligen Schmelzenbads S und das jeweils auf einer der beschichteten
Seiten des Stahlflachprodukts P erreichte Auflagengewicht AG angegeben. Die Verweildauer
in der Trocknungsstation betrug jeweils 20 s und die im Schmelzenbad jeweils 10 s.
[0051] Die in Fig. 2 wiedergegebene Querschliffdarstellung ist an dem in Versuch 40 mit
einem ZM-Überzug beschichteten erfindungsgemäßen Edelstahl-Stahlflachprodukt genommen
worden.
[0052] Die in Fig. 3 wiedergegebene Querschliffdarstellung ist an dem in Versuch 51 mit
einem AS-Überzug beschichteten erfindungsgemäßen Edelstahl-Stahlflachprodukt genommen
worden.
[0053] Die in Fig. 4 wiedergegebene Querschliffdarstellung ist an dem in Versuch 28 mit
einem ZM-Überzug beschichteten erfindungsgemäßen Baustahl-Stahlflachprodukt genommen
worden.
[0054] Ein Vergleich der Figuren 2 und 4 ergibt, dass die beiden Verfahrensvarianten, bei
denen das jeweilige Stahlflachprodukt P mit einem ZM-Überzug Z schmelztauchbeschichtet
worden ist, unabhängig vom Werkstoff des jeweiligen Stahlsubstrats zu annähernd identischen
Überzügen führen. So weist der jeweilige Überzug Z eine Deckschicht aus Zn-Mischkristallen
(η-Phase) mit zwischen den Zn-Mischkristallen ausgeprägten ZnMg
2-Phasen sowie eine zwischen dem Stahlflachprodukt P und der Deckschicht ausgebildete,
aus Fe-Zn-Phasen bestehende Legierungsschicht Fe-Zn auf, über die die Deckschicht
an das durch das Stahlflachprodukt P gebildete Stahlsubstrat dauerhaft haftend angebunden
ist.
[0055] Beim in Fig. 3 dargestellten AS-Überzug A liegt eine Deckschicht AS aus AlSi-Phasen
auf einer Fe-Al-Si-Legierungsschicht Fe-Al-Si, über die in diesem Fall die Deckschicht
AS an das Stahlflachprodukt P angebunden ist.
Tabelle 1
| Stahl |
C |
Si |
Mn |
Al |
Cr |
Nb |
Mo |
Ti |
Ni |
| W1 |
0,08 |
0,06 |
0,50 |
0,050 |
0,12 |
0,003 |
0,05 |
0,023 |
0,12 |
| W2 |
0,15 |
0,06 |
0,80 |
0,050 |
0,12 |
0,003 |
0,05 |
0,023 |
0,12 |
| W3 |
0,055 |
0,04 |
0,30 |
0,060 |
0,060 |
0,004 |
0,020 |
0,004 |
0,090 |
| W4 |
0,080 |
0,48 |
1,25 |
0,070 |
0,15 |
0,050 |
0,040 |
0,008 |
0,15 |
| W5 |
0,03 |
2,00 |
2,00 |
0,20 |
18,50 |
1,00 |
2,50 |
1,00 |
13,00 |
| W6 |
0,15 |
2,00 |
2,00 |
0,20 |
19,00 |
1,00 |
0,80 |
1,00 |
9,50 |
| W7 |
0,07 |
2,00 |
2,00 |
0,20 |
17,00 |
0,00 |
0,00 |
1,00 |
10,50 |
| Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen, Angaben in Gew.-% |
Tabelle 2
| Fluxnr. |
Chlorid-Ionen |
Zink-Ionen |
Ammonium-Ionen |
Kalium-Ionen |
Natrium-Ionen |
Kalzium-Ionen |
Magnesium-Ionen |
| X1 |
210 |
150 |
4*) |
0*) |
1 |
0 |
0 |
| X2 |
210 |
150 |
4*) |
0*) |
0,6 |
0,7 |
0,8 |
| X3 |
210 |
150 |
5 |
35 |
0,5 |
1 |
0,5 |
| X4 |
210 |
150 |
5 |
35 |
0,5 |
1,5 |
0 |
| X5 |
185*) |
145 |
7 |
35 |
0,8 |
1,5 |
0,7 |
| X6 |
235 |
160 |
8,5 |
30 |
1 |
0,5 |
0,7 |
| X7 |
235 |
160 |
8,5 |
20*) |
1,5 |
1,5 |
1 |
| X8 |
235 |
160 |
8,5 |
60*) |
1,5 |
0,9 |
0 |
| X9 |
235 |
160 |
10 |
40 |
1,5 |
0,9 |
0,2 |
| X10 |
250 |
150 |
12 |
35 |
0,8 |
1,1 |
0 |
| X11 |
250 |
150 |
12 |
35 |
1,2 |
1,1 |
0 |
| X12 |
260*) |
150 |
13*) |
35 |
1,2 |
1,1 |
2*) |
| Angaben in g/l, *) nicht erfindungsgemäß |
Tabelle 3a (erfindungsgemäße Versuche)
| Versuch |
Stahl |
TB |
tB |
TS |
tS |
Flussmittel |
TF |
tF |
pH-F |
r_F |
TE |
Schmelzenbad [Gew.-%] |
TBad |
AG |
| [°C] |
[s] |
[°C] |
[s] |
[°C] |
[s] |
[g/cm3] |
[°C] |
Basismetall |
Al |
Mg |
Si |
Fe |
[°C] |
[g/m2] |
| 3 |
W1 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X3 |
60 |
30 |
4 |
1,29 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
480 |
400 |
| 4 |
W1 |
50 |
40 |
50 |
20 |
X4 |
60 |
40 |
4,3 |
1,41 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
480 |
100 |
| 10 |
W2 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X10 |
60 |
30 |
4,4 |
1,32 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
500 |
| 11 |
W2 |
60 |
30 |
50 |
15 |
X11 |
60 |
30 |
4,3 |
1,28 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
500 |
| 15 |
W2 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X3 |
60 |
30 |
4 |
1,29 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 16 |
W3 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X4 |
60 |
30 |
4,3 |
1,41 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
100 |
| 18 |
W3 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X6 |
60 |
30 |
4,2 |
1,28 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
550 |
| 22 |
W3 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X10 |
60 |
30 |
4,4 |
1,32 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 23 |
W4 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X11 |
60 |
30 |
4,3 |
1,28 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 27 |
W4 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X3 |
60 |
30 |
4 |
1,29 |
180 |
Zn |
0,6 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 28 |
W4 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X4 |
60 |
30 |
4,3 |
1,41 |
180 |
Zn |
0,2 |
0,9 |
- |
- |
455 |
100 |
| 30 |
W5 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X6 |
60 |
30 |
4,2 |
1,28 |
180 |
Zn |
1,5 |
4,8 |
- |
- |
455 |
450 |
| 33 |
W5 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X9 |
60 |
30 |
4,3 |
1,32 |
180 |
Zn |
0,2 |
0,9 |
- |
- |
455 |
450 |
| 34 |
W4 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X10 |
60 |
30 |
4,4 |
1,32 |
180 |
Zn |
0,2 |
0,9 |
- |
- |
455 |
450 |
| 35 |
W4 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X11 |
60 |
30 |
4,3 |
1,28 |
180 |
Zn |
0,2 |
0,9 |
- |
- |
455 |
450 |
| 39 |
W6 |
50 |
30 |
55 |
15 |
X3 |
60 |
30 |
4 |
1,29 |
180 |
Zn |
0,2 |
1,1 |
- |
- |
455 |
500 |
| 40 |
W6 |
50 |
30 |
55 |
15 |
X4 |
70 |
30 |
4,3 |
1,41 |
180 |
Zn |
0,2 |
1,1 |
- |
- |
455 |
200 |
| 45 |
W7 |
50 |
30 |
55 |
15 |
X9 |
70 |
30 |
4,3 |
1,32 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
450 |
| 49 |
W5 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X10 |
60 |
30 |
4,4 |
1,32 |
180 |
Al |
- |
- |
9,5 |
3,5 |
670 |
100 |
| 50 |
W5 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X10 |
60 |
30 |
4,4 |
1,32 |
180 |
Al |
- |
- |
9,5 |
3,5 |
670 |
100 |
| 51 |
W7 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X11 |
60 |
30 |
4,3 |
1,28 |
220 |
Al |
- |
- |
9,5 |
3,5 |
670 |
100 |
| 52 |
W6 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X11 |
60 |
30 |
4,3 |
1,28 |
220 |
Al |
- |
- |
10,5 |
3,2 |
670 |
150 |
| 53 |
W7 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X11 |
60 |
30 |
4,3 |
1,28 |
220 |
Al |
- |
- |
10,5 |
3,2 |
670 |
150 |
Tabelle 3b (nicht erfindungsgemäße Versuche)
| Versuch |
Stahl |
TB |
tB |
TS |
tS |
Flussmittel |
TF |
tF |
pH-F |
r_F |
TE |
Schmelzenbad [Gew.-%] |
TBad |
AG |
| [°C] |
[s] |
[°C] |
[s] |
[°C] |
[s] |
[g/cm3] |
[°C] |
Basismetall |
Al |
Mg |
Si |
Fe |
[°C] |
[g/m2] |
| 1 |
W1 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X1 |
60 |
30 |
4,6 |
1,3 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 2 |
W1 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X2 |
60 |
30 |
4,3 |
1,29 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 5 |
W1 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X5 |
55 |
30 |
4,2 |
1,24 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
450 |
| 6 |
W1 |
20 |
30 |
20 |
15 |
X6 |
20 |
30 |
4,2 |
1,28 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
450 |
| 7 |
W1 |
55 |
30 |
50 |
15 |
X7 |
60 |
30 |
4,2 |
1,29 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
450 |
| 8 |
W1 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X8 |
60 |
30 |
4,4 |
1,28 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
500 |
| 9 |
W2 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X9 |
60 |
30 |
4,3 |
1,32 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
500 |
| 12 |
W2 |
60 |
30 |
50 |
15 |
X12 |
60 |
30 |
4,4 |
1,37 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
100 |
| 13 |
W2 |
65 |
30 |
50 |
15 |
X1 |
60 |
30 |
4,6 |
1,3 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 14 |
W2 |
65 |
30 |
50 |
15 |
X2 |
60 |
30 |
4,3 |
1,29 |
80 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 17 |
W3 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X5 |
60 |
30 |
4,2 |
1,24 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
550 |
| 19 |
W3 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X7 |
60 |
30 |
4,2 |
1,29 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
550 |
| 20 |
W3 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X8 |
60 |
30 |
4,4 |
1,28 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 21 |
W3 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X9 |
60 |
30 |
4,3 |
1,32 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 24 |
W4 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X12 |
60 |
30 |
4,4 |
1,37 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
100 |
| 25 |
W4 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X1 |
60 |
30 |
4,6 |
1,3 |
180 |
Zn |
0,6 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 26 |
W4 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X2 |
60 |
30 |
4,3 |
1,29 |
80 |
Zn |
0,6 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 29 |
W4 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X5 |
60 |
30 |
4,2 |
1,24 |
180 |
Zn |
0,2 |
1,1 |
- |
- |
455 |
100 |
| 31 |
W5 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X7 |
60 |
30 |
4,2 |
1,29 |
180 |
Zn |
1,5 |
4,8 |
- |
- |
455 |
450 |
| 32 |
W5 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X8 |
60 |
30 |
4,4 |
1,28 |
180 |
Zn |
1,5 |
4,8 |
- |
- |
455 |
450 |
| 36 |
W5 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X12 |
60 |
30 |
4,4 |
1,37 |
180 |
Zn |
0,2 |
0,9 |
- |
- |
455 |
100 |
| 37 |
W6 |
50 |
30 |
55 |
15 |
X1 |
60 |
30 |
4,6 |
1,3 |
180 |
Zn |
0,2 |
1,1 |
- |
- |
455 |
500 |
| 38 |
W6 |
50 |
30 |
55 |
15 |
X2 |
60 |
30 |
4,3 |
1,29 |
180 |
Zn |
0,2 |
1,1 |
- |
- |
455 |
500 |
Tabelle 3c (nicht erfindungsgemäße Versuche)
| Versuch |
Stahl |
TB |
tB |
TS |
tS |
Flussmittel |
TF |
tF |
pH-F |
r_F |
TE |
Schmelzenbad [Gew.-%] |
TBad |
AG |
| [°C] |
[s] |
[°C] |
[s] |
[°C] |
[s] |
[g/cm3] |
[°C] |
Basismetall |
Al |
Mg |
Si |
Fe |
[°C] |
[g/m2] |
| 41 |
W6 |
50 |
30 |
55 |
15 |
X5 |
70 |
30 |
4,2 |
1,24 |
180 |
Zn |
1,5 |
9,5 |
- |
- |
455 |
400 |
| 42 |
W6 |
50 |
30 |
55 |
15 |
X6 |
70 |
30 |
4,2 |
1,28 |
180 |
Zn |
1,5 |
9,5 |
- |
- |
455 |
450 |
| 43 |
W6 |
50 |
30 |
55 |
15 |
X7 |
70 |
30 |
4,2 |
1,29 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
450 |
| 44 |
W7 |
50 |
30 |
55 |
15 |
X8 |
70 |
30 |
4,4 |
1,28 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
450 |
| 46 |
W7 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X10 |
60 |
30 |
4,4 |
1,32 |
250 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
400 |
| 47 |
W7 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X11 |
60 |
30 |
4,3 |
1,28 |
250 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
500 |
400 |
| 48 |
W7 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X12 |
60 |
30 |
4,4 |
1,37 |
180 |
Zn |
0,8 |
0,9 |
- |
- |
465 |
100 |
| 54 |
W6 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X2 |
60 |
30 |
4,3 |
1,29 |
180 |
Al |
- |
- |
10,5 |
3,2 |
670 |
100 |
| 55 |
W7 |
50 |
30 |
50 |
15 |
X2 |
60 |
30 |
4,3 |
1,29 |
180 |
Al |
- |
- |
9,5 |
3,5 |
670 |
150 |
1. Verfahren zum Beschichten eines Stahlflachprodukts mit einem metallischen, auf Zn
oder Al basierenden Schutzüberzug umfassend folgende im kontinuierlichen Durchlauf
absolvierte Arbeitsschritte:
a) Bereitstellen des Stahlflachprodukts;
b) Beizen des Stahlflachprodukts zur Entfernung von auf dem Stahlflachprodukt haftendem
Zunder und zur Aktivierung der Oberfläche des Stahlflachprodukts;
c) Entfernen von auf dem gebeizten Stahlflachprodukt nach dem Beizen vorhandenem Beizmittel
durch Spülen des Stahlflachprodukts mit einem wässrigen Medium;
d) Durchleiten des gebeizten und gespülten Stahlflachprodukts durch ein Flussmittelbad,
das aus einer wässrigen Lösung besteht, die neben prozess- und herstellungsbedingten
Verunreinigungen Chlorid-Ionen und mindestens Ionen eines der Elemente aus der Gruppe
"Zink, Ammonium und Kalium" sowie optional zusätzlich Ionen der Elemente "Na, Ca und
Mg" und ebenso optional Spuren von Ionen der Elemente "Al, Fe, Mn, Mo, Ni, P, Sr,
Si und Li" mit der Maßgabe enthält, dass
- die Gesamtkonzentration an Chlorid-Ionen c(Cl-) mindestens 210 g/l und höchstens 250 g/l,
- die Gesamtkonzentration an Zink-Ionen c(Zn2+) mindestens 140 g/l und höchstens 160 g/l,
- die Gesamtkonzentration an Ammonium-Ionen c(NH4+) mindestens 5 g/l und höchstens 12 g/l,
- die Gesamtkonzentration an Kalium-Ionen c(K+) mindestens 30 g/l und höchstens 40 g/l,
- die Gesamtkonzentration an optional vorhandenen Natrium-Ionen c(Na+) mindestens 0,5 g/l und höchstens 1,5 g/l,
- die Gesamtkonzentration an optional vorhandenen Kalzium-Ionen c(Ca2+) mindestens 0,5 g/l und höchstens 1,5 g/l,
- die Gesamtkonzentration an optional vorhandenen Magnesium-Ionen c(Mg+) höchstens 1 g/l,
- die Gehalte an den in Spuren vorhandenen Elementen A1, Fe, Mn, Mo, Ni, P, Si, Sr
und Li höchstens 10 mg/l und
- die Dichte des Flussmittelbads mindestens 1,25 g/cm3 und höchstens 1,45 g/cm3
beträgt;
e) Trocknen des aus dem Flussmittelbad austretenden Stahlflachprodukts und Erwärmen
des Stahlflachprodukts auf eine 100 - 230 °C betragende Badeintrittstemperatur;
f) Schmelztauchbeschichten des Stahlflachprodukts mit einem auf Zn oder Al basierenden
metallischen Schutzüberzugs in einem Schmelzenbad, in das das Stahlflachprodukt mit
der Badeintrittstemperatur eintritt;
g) optional durchgeführtes thermisches, chemisches oder mechanisches Nachbehandeln
des mit dem Schutzüberzug schmelztauchbeschichteten Stahlflachprodukts.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des Flussmittelbads 40 - 100 °C beträgt.
3. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert des Flussmittelbades 4 - 4,5 beträgt.
4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Eintauchdauer, innerhalb der das Stahlflachprodukt durch das Flussmittelbad geleitet
wird, 10 - 120 s beträgt.
5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trocknungsdauer, über die das Stahlflachprodukt im Arbeitsschritt e) getrocknet
wird, 10 - 30 s beträgt.
6. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verweildauer des Stahlflachprodukts in dem Schmelzenbad 1 - 120 s beträgt.
7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des Schmelzenbads 430 - 780 °C beträgt.
8. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlflachprodukt höchstens 600 mm breit ist.
9. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Schmelzenbad ein Z-, ZA-, ZM-, ZF- oder AS-Schmelzenbad ist.
10. Stahlflachprodukt, bestehend aus einem Baustahl, der neben Eisen und herstellungsbedingt
unvermeidbaren Verunreinigungen (in Gew.-%)
C: 0,001- 0,7 %,
Mn: 0,10 - 2, 0 %,
A1: 0,01 - 2,0 %,
sowie jeweils optional eines oder mehrere Elemente aus der Gruppe "Si, P, S, Cr, Cu,
Mo, N, Ni, Nb, Ti, V, Zr, B" mit der Maßgabe enthält, dass für die Gehalte an den
optional zugegebenen Elementen gilt:
Si: 0,001 - 2,0 %,
P: bis zu 0,055 %,
S: bis zu 0,055 %,
Cr: 0,01 - 2,0 %
Cu: bis zu 0,6 %,
Mo: bis zu 0,2 %,
N: bis zu 0,030 %,
Ni: bis zu 2,1 %,
Nb: bis zu 0,2 %,
Ti: bis zu 0,2 %,
V: bis zu 0,2 %,
Zr: bis zu 0,2 %,
B: bis zu 0,0060,
wobei das Stahlflachprodukt durch Anwendung des gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9
ausgebildeten Verfahrens mit einem metallischen, auf Zn oder Al basierenden Schutzüberzug
beschichtet ist.
11. Stahlflachprodukt bestehend aus einem rostfreien Edelstahl, der neben Eisen und herstellungsbedingt
unvermeidbaren Verunreinigungen (in Gew.-%)
C: 0,001- 0,5 %,
Mn: 0,10 - 6,0 %,
Al : 0,01 - 2,0 %,
Cr: 5,0 - 30,0 %,
Ni: 2,00 - 30,0 %
sowie jeweils optional eines oder mehrere Elemente aus der Gruppe "Si, Cu, Mo, N,
Nb, Ti, V" mit der Maßgabe enthält, dass für die Gehalte an den optional zugegebenen
Elementen gilt:
Si: 0,001 - 2,0 %,
Cu: bis zu 2,0 %,
Mo: bis zu 5,0 %,
N: bis zu 0,2 %,
Nb: bis zu 1,0 %,
Ti: bis zu 1,0 %,
V: bis zu 0,5 %,
wobei das Stahlflachprodukt durch Anwendung des gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9
ausgebildeten Verfahrens mit einem metallischen, auf Zn oder Al basierenden Schutzüberzug
beschichtet ist.
12. Stahlflachprodukt nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Überzug ein Z-Überzug ist.
13. Stahlflachprodukt nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Überzug ein ZA-Überzug ist.
14. Stahlflachprodukt nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Überzug ein ZM-Überzug ist.
15. Stahlflachprodukt nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Überzug ein ZF-Überzug ist.
16. Stahlflachprodukt nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Überzug ein AS-Überzug ist.