[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Bauteil zur wärmedämmenden Verbindung
von zwei Gebäudeteilen, insbesondere zwischen einem Gebäude und einem über das Gebäude
hinausragenden Aussenteil, beispielweise Balkon oder Vordach, umfassend einen plattenförmigen
Isolationskörper, in den Isolationskörper eingesetzte schlaufenförmige Zugelemente,
die im Wesentlichen senkrecht zu dem plattenförmigen Isolationskörper angeordnet und
über diesen vorstehend sind, in den Isolationskörper eingesetzte Druckkörper und in
den Isolationskörper eingesetzte, Querkräfte aufnehmende Körper, die über den Isolationskörper
vorstehende Bereiche aufweisen.
[0002] Mit derartigen Bauteilen werden Gebäudeteile aus Beton, beispielsweise Balkone, mit
einem weiteren Gebäudeteil oder einem Gebäude verbunden. Neben der Aufnahme der Lasten
sollen diese Bauteile auch derart miteinander verbunden werden können, dass über diese
Bauteile möglichst kein Wärmeübergang stattfinden soll, und somit die isolierte Aussenschicht
eines Gebäudes nicht durchbrochen wird. Zudem sollen diese Bauteile so ausgestattet
sein, dass zwischen den beiden miteinander verbundenen Gebäudeteilen eine möglichst
optimale Schallisolation erreicht wird. Insbesondere soll eine optimale Trittschalldämmung
erhalten werden.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind derartige Bauteile bekannt, beispielsweise bestehen
diese aus einem Isolationskörper, der mit Armierungseisen ausgestattet ist, die den
Isolationskörper quer durchdringen. Im oberen Teil dieses Isolationskörpers sind auf
Zug beanspruchbare Armierungseisen vorgesehen, im unteren Bereich können auf Druck
beanspruchbare Armierungseisen eingesetzt werden, die auftretenden Querkräfte können
durch schräg durch den Isolationskörper laufende Bewehrungsstäbe aufgenommen werden.
[0004] Durch diese Bauteile können die auftretenden Kräfte problemlos aufgenommen werden,
durch die Armierungseisen kann aber ein gewisser Wärmeübergang vom einen Gebäudeteil
auf den anderen stattfinden, eine Trittschalldämmung mit durch den Isolationskörper
hindurchgehenden Armierungseisen, die die beiden Gebäudeteile miteinander verbinden,
ist nicht optimal gewährleistet.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, einen Bauteil zu schaffen,
mit welchem zwei aus Beton gebildete Gebäudeteile miteinander verbunden werden, welcher
eine optimale Wärmedämmung und eine Trittschalldämmung gewährleistet, bei welchem
die auftretenden Kräfte in optimaler Weise übertragen werden können, und der einfach
und kostengünstig hergestellt werden kann.
[0006] Erfindungsgemäss erfolgt die Lösung dieser Aufgabe dadurch, dass die jeweils über
die Oberfläche des Isolationskörpers vorstehenden Bereiche der Querkräfte aufnehmenden
Körper zwei Seitenflächen, mindestens einen die Seitenflächen verbindenden ersten
Flächenbereich und mindestens einen die Seitenflächen verbindenden zweiten Flächenbereich
aufweisen, welche beiden Flächenbereiche gegeneinander geneigt angeordnet sind und
bezüglich der Oberfläche des Isolationskörpers jeweils einen Neigungswinkel α von
20° bis 45° aufweisen.
[0007] Die in das Bauteil eingesetzten schlaufenförmigen Zugelemente können aus einem Material
hergestellt werden, das einen kleinen Wärmeleitkoeffizienten aufweist, beispielsweise
Aramid, wodurch über diese Zugelemente ein sehr geringer Wärmeübergang erfolgt. Die
die Querkräfte aufnehmenden Körper können ebenfalls aus einem Material gefertigt werden,
dessen Wärmeleitkoeffizient ebenfalls klein ist, wodurch auch hier der Wärmeübergang
möglichst gering gehalten werden kann, zudem ist durch die Ausgestaltung dieser Querkräfte
aufnehmenden Körper die Kraftaufnahme und Übertragung optimal. Die beispielsweise
auf den ersten Flächenbereich wirkenden Kräfte aus dem einen Gebäudeteil werden in
optimaler Weise durch den zweiten Flächenbereich des Körpers auf den anderen Bauteil
übertragen, der Kräfteverlauf ist hierbei optimal.
[0008] In vorteilhafter Weise sind die einander gegenüberliegenden, jeweils über den Isolationskörper
vorstehenden Bereiche eines Querkräfte aufnehmenden Körpers zueinander symmetrisch
ausgebildet. Dadurch kann erreicht werden, dass das erfindungsgemässe Bauteil nie
in falscher Ausrichtung zwischen die beiden zu verbindenden Gebäudeteile eingesetzt
werden kann, die Übertragung der Kräfte ist in jedem Fall immer optimal.
[0009] In vorteilhafter Weise beträgt der jeweilige Neigungswinkel des ersten Flächenbereichs
und des zweiten Flächenbereichs des die Querkräfte aufnehmenden Körpers bezüglich
der Oberfläche des Isolationskörpers etwa 30°, wodurch eine optimale Kraftübertragung
erreicht wird.
[0010] In vorteilhafter Weise sind der erste Flächenbereich und der zweite Flächenbereich
der über den Isolationskörper vorstehenden Bereiche des Querkräfte aufnehmenden Körpers
jeweils mit einer konvexen Wölbung versehen, wodurch vermieden wird, dass an den Randbereichen
dieser beiden Flächenbereiche zu hohe Druckspitzen auftreten können.
[0011] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die Grundform
des die Querkräfte aufnehmenden Körpers im Wesentlichen ein regelmässiges Sechseck
ist. Dadurch wird erreicht, dass die druckbelasteten Flächenbereiche einander genau
gegenüberliegend sind, was einen optimalen Kräfteverlauf ermöglicht.
[0012] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die die
Querkräfte aufnehmenden Körper aus einem formstabilen Schaumstoff, vorzugsweise Polyurethanschaum,
gebildet sind. Dies ergibt eine optimale Wärmedämmung. Diese die Querkräfte aufnehmenden
Körper sind mit hochfesten Fasern umwickelt, die in Kunstharz eingelagert sind. Insbesondere
durch die Sechseckform des Körpers kann die Umwickelung mit diesen hochfesten Fasern
in optimaler Weise erfolgen, diese hochfesten Fasern können Glasfasern oder in vorteilhafter
Weise Fasern aus Aramid sein.
[0013] In vorteilhafter Weise sind die Druckkörper aus einem faserverstärkten Kunststoff
gebildet, wodurch ebenfalls eine optimale Wärmedämmung und eine Trittschalldämmung
erreichbar sind. Diese Druckkörper sind jeweils mit einem die Querkräfte aufnehmenden
Körper durch Umwicklung mit hochfesten Fasern miteinander verbunden, die Fasern sind
in Kunststoff eingelagert. Einerseits ergibt dies einen verstärkten Gesamtkörper,
andererseits kann dadurch die Herstellung von jeweiligen Bauteilen vereinfacht werden.
[0014] In vorteilhafter Weise sind jeweils bezüglich des Isolationskörpers nach aussen gerichtete
Oberflächen des Druckkörpers mit einer Druckplatte versehen, wodurch die Kraftaufnahme
verbessert wird.
[0015] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass der Isolationskörper
eine erste im Wesentlichen quaderförmige Schale umfasst, in welcher die die Querkräfte
aufnehmenden Körper und die Druckkörper angeordnet sind, deren Hohlraum mit Isolationsmaterial
ausgefüllt ist. Dies ergibt eine einfache Herstellung des einen Teils des Isolationskörpers.
[0016] In vorteilhafter Weise umfasst der Isolationskörper eine zweite im Wesentlichen quaderförmige
Schale, in welcher die Zugelemente angebracht sind, deren Hohlraum mit Isolationsmaterial
ausgefüllt ist. Auch dieser zweite Teil des Bauteils lässt sich dadurch einfach herstellen.
In vorteilhafter Weise sind die erste Schale und die zweite Schale mit Verbindungsmitteln
ausgestattet, mit welchen diese beiden Schalen miteinander verbindbar sind.
[0017] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass zwischen
die erste Schale und die zweite Schale eine dritte Schale, die im Wesentlichen quaderförmig
ausgebildet ist, einsetzbar ist, welche ebenfalls mit Verbindungsmitteln versehen
ist, über welche die dritte Schale mit der ersten Schale und der zweiten Schale verbindbar
ist, und ist der Hohlraum der dritten Schale ebenfalls mit Isolationsmaterial ausgefüllt.
Dadurch lassen sich die Bauteile im Baukastensystem zusammenfügen, insbesondere können
dadurch die Bauteile in einfacher Weise mit unterschiedlichen Höhen hergestellt werden,
wobei die Grundelemente eines derartigen Bauteils einheitlich eingesetzt werden können.
Zudem lässt sich dieses Bauteil von oben in die zu verbindenden Gebäudeteile einsetzen,
nach dem Verlegen der Bewehrung.
[0018] Eine Ausführungsform der Erfindung wird nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnung
beispielhaft näher erläutert.
[0019] Es zeigt:
Figur 1 eine räumliche Darstellung eines erfindungsgemässen Bauteils;
Figur 2 eine Ansicht auf einen die Querkräfte aufnehmenden Körper;
Figur 3 bis Figur 5 jeweils eine Schnittdarstellung entlang der Linien III-III, IV-IV
beziehungsweise V-V durch den Körper gemäss Figur 2;
Figur 6 eine Draufsicht auf das erfindungsgemässe Bauteil;
Figur 7 eine Ansicht auf einen die Querkräfte aufnehmenden Körper, der verbunden ist
mit einem Druckkörper;
Figur 8 eine Ansicht auf den die Querkräfte aufnehmenden Körper mit damit verbundenem
Druckkörper, welche auf eine erste Art mit hochfesten Fasern umwickelt sind;
Figur 9 eine Ansicht auf den die Querkräfte aufnehmenden Körper mit damit verbundenem
Druckkörper, welche auf eine zweite Art mit hochfesten Fasern umwickelt sind;
Figur 10 eine Querschnittsdarstellung durch den erfindungsgemässen Bauteil, zusammengesetzt
aus einer ersten Schale und einer zweiten Schale; und
Figur 11 eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemässen Bauteils, bei welchem
zwischen die erste Schale und die zweite Schale eine dritte Schale eingesetzt ist.
[0020] Aus Fig. 1 ist ein erfindungsgemässes Bauteil 1 zur wärmedämmenden Verbindung von
zwei Gebäudeteilen ersichtlich, das räumlich dargestellt ist. Eine Ansicht auf ein
erfindungsgemässes Bauteil zeigt Fig. 3. Diesen beiden Figuren ist entnehmbar, dass
das Bauteil 1 einen plattenförmigen Isolationskörper 2 umfasst, welcher mehrteilig
aufgebaut sein kann, wie später noch im Detail gesehen wird. In den oberen Teil des
plattenförmigen Isolationskörpers 2 sind die schlaufenförmigen Zugelemente 3 eingesetzt.
Diese schlaufenförmigen Zugelemente 3 bilden Endlosschlaufen, die derart in den plattenförmigen
Isolationskörper 2 eingelegt sind, dass sie senkrecht zu diesem angeordnet und über
diesen vorstehend sind. Über diese schlaufenförmigen Zugelemente können die von den
beiden zu verbindenden Bauteilen, in welche die schlaufenförmigen Zugelemente 3 einbetoniert
sind, wirkenden Zugkräfte aufgenommen werden. Diese schlaufenförmigen Zugelemente
3 bestehen in vorteilhafter Weise aus Aramid, das eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit
und eine sehr hohe Zugfestigkeit aufweist. Selbstverständlich sind auch andere geeignete
Materialien, die die entsprechenden physikalischen Kenngrössen aufweisen, denkbar.
[0021] Während die schlaufenförmigen Zugelemente 3 im Bauteil 1, wie er in Fig. 1 dargestellt
ist, in einem oberen Bereich in den Isolationskörper 2 eingelassen sind, sind im unteren
Bereich dieses Isolationskörpers 2 Druckkörper 4 eingesetzt, die später noch im Detail
beschrieben werden. Im hier dargestellten Ausführungsbeispiel sind die nebeneinander
angeordneten und in den Isolationskörper 2 eingelassenen Druckkörper 4 über Druckplatten
5 abgedeckt, über welche die Aufnahme der Druckkräfte in bekannter Weise verbessert
werden können. Im hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist jeder Druckkörper 4 beidseitig
mit jeweils einer separaten Druckplatte 5 abgedeckt, es wäre ohne Weiteres auch denkbar,
dass mehrere nebeneinander angeordnete Druckkörper 4 über eine gemeinsame Druckplatte
5 abgedeckt werden könnten.
[0022] In den Isolationskörper 2 des Bauteils 1 sind zwischen die Bereiche, in welchen die
schlaufenförmigen Zugelemente 3 beziehungsweise die Druckkörper 4 eingesetzt sind,
Querkräfte aufnehmende Körper 6 eingelassen. Diese Körper 6, die später noch im Detail
beschrieben werden, durchdringen den Isolationskörper 2 und weisen auf beiden Seiten
über die jeweilige Oberfläche 7 des Isolationskörpers 2 vorstehende Bereiche 8 auf.
[0023] Wie insbesondere aus Fig. 6 ersichtlich ist, sind diese vorstehenden Bereiche 8 der
Querkräfte aufnehmenden Körper 6 durch zwei Seitenflächen 9 gebildet, die im hier
dargestellten Ausführungsbeispiel im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet
sind. Diese beiden Seitenflächen 9 werden verbunden durch einen ersten Flächenbereich
10 und einen zweiten Flächenbereich 11. Der erste Flächenbereich 10 und der zweite
Flächenbereich 11 sind gegeneinander geneigt angeordnet, bezüglich der Oberfläche
7 des Isolationskörpers 2 weisen der erste Flächenbereich 10 und der zweite Flächenbereich
11 jeweils einen Neigungswinkel α von vorzugsweise 30° auf, wie später noch im Detail
gesehen wird. Der erste Flächenbereich 10 und der zweite Flächenbereich 11 sind jeweils
mit einer konvexen Wölbung 12 versehen, wie ebenfalls später noch im Detail gesehen
wird.
[0024] Fig. 2 zeigt eine Ansicht auf einen Querkräfte aufnehmenden Körper 6, beziehungsweise
dessen Grundform. Dieser die Querkräfte aufnehmender Körper besteht aus einem regelmässigen
Sechseck. Die über die Oberfläche 7 des Isolationskörpers 2 (Fig. 1) vorstehenden
Bereiche 8 beziehungsweise dessen ersten Flächenbereiche 10 und zweiten Flächenbereiche
11 weisen jeweils einen Neigungswinkel α von 30° auf. Aus den Schnittdarstellungen
gemäss Fig. 4 und Fig. 5 sind die konvexen Wölbungen 12 ersichtlich, die die jeweiligen
Seitenbereiche 10 und 11 aufweisen. Aus Fig. 2 ist ersichtlich, dass an diesem Querkräfte
aufnehmenden Körper 6 auch noch der Druckkörper 4 angeformt sein kann. Dieser die
Querkräfte aufnehmende Körper 6 kann aus einem geeigneten druckfesten Material hergestellt
sein. Der Druckkörper besteht ebenfalls aus einem druckfesten Material. Selbstverständlich
können Druckkörper 4 und Querkräfte aufnehmende Körper 6 getrennt voneinander und
einzeln in den Bauteil gemäss Fig. 1 eingesetzt werden.
[0025] Dieser die Querkräfte aufnehmende Körper 6 kann auch als Schaumkörper ausgebildet,
beispielsweise aus einem Polyurethanschaum. Die Formgebung erfolgt in bekannter Weise
durch Ausschäumen einer entsprechenden Form. Selbstverständlich sind auch andere geeignete
Herstellmethoden denkbar. Dieser Schaumkörper dient lediglich der Formgebung dieses
die Querkräften aufnehmenden Körpers 6, dieser Schaumkörper wird, wie nachfolgend
noch beschreiben wird, entsprechend verstärkt, um die erforderliche Festigkeit zu
erreichen, damit die auftretenden Kräfte übertragen werden können.
[0026] Fig. 7 zeigt einen Querkräfte aufnehmenden Körper 6, der wie vorgängig beschrieben
worden ist, aus einem Schaumstoff gebildet werden kann, an diesen Querkräfte aufnehmenden
Körper 6 kann der Druckkörper 4 angebracht werden, beispielsweise durch Verleimen,
dieser Druckkörper 4 besteht beispielsweise aus einem Glasfaser verstärkten Kunststoff,
der beispielsweise aus einem stranggezogenen Vollprofil aus Glasfaser verstärktem
Kunststoff zugeschnitten sein kann.
[0027] Fig. 8 zeigt eine erste Möglichkeit, wie der Querkräfte aufnehmende Körper 6 und
der Druckkörper verstärkt werden können. Diese beiden Körper werden mit hochfesten
Fasern 13 umwickelt, diese Fasern 13 können beispielsweise Aramidfasern sein, denkbar
wären auch Glasfasern. In bekannter Weise können diese zu wickelnden hochfesten Fasern
13 in Epoxidharz getränkt sein, damit eine optimale Verbindung entsteht. Vorzugsweise
können hierbei die einander gegenüberliegenden jeweils ersten Flächenbereiche 10 und
zweiten Flächenbereiche 11 des Querkräfte aufnehmenden Körpers 6, der als regelmässiges
Sechseck ausgebildet ist, schichtweise umwickelt werden. Zudem wird auch die Oberseite
14 des Querkräfte aufnehmenden Körpers 6 und die untere Fläche 15 des Druckkörpers
4 umwickelt, die jeweils in einer Wicklung umwickelten Flächen sind hierbei zueinander
parallel ausgereichtet, was die Wicklung vereinfacht. So können mehrere Wickelschichten
übereinander gelagert werden. Der aus Schaumstoff bestehende Körper 6 dient dazu,
dass die durch die Wicklungen gebildete Schicht nicht ausbeulen oder knittern kann
und somit vollumfänglich die wirkenden Kräfte aufnehmen und übertragen kann. Die konvexen
Wölbungen 12 der ersten Flächenbereich 10 und der zweiten Flächenbereiche 11 sind
hierbei halbkreisförmig ausgebildet, wodurch der hydrostatische Betondruck optimal
als Membranspannung in den Wicklungen aufgenommen werden kann und der aus Schaumstoff
bestehende Körper 6 nicht belastet wird. Selbstverständlich kann der Querkräfte aufnehmende
Körper 6 auch einzeln ohne daran befestigten Druckkörper 4 umwickelt und eingesetzt
werden.
[0028] Fig. 9 zeigt im Prinzip die gleiche Konstellation, wie in Fig. 8 beschrieben worden
ist, wobei die einzelnen Wickelschichten im mittleren Bereich des Querkräfte aufnehmenden
Körpers 6 ein gewebeartiges Gebilde entsteht und dadurch eine optimale Festigkeit
erreicht wird. Selbstverständlich wäre auch denkbar, nur den Querkräfte aufnehmenden
Körper 6 wie vorgängig beschrieben zu umwickeln, der Druckkörper 4 kann ohne Weiteres
separat hergestellt werden und auch separat, das heisst vom Querkräfte aufnehmenden
Körper 6 getrennt in den plattenförmigen Isolationskörper 2 (Fig. 1) eingesetzt werden.
[0029] Durch den vorgängig beschriebenen Verstärkungsvorgang erhält man einen Querkräfte
aufnehmenden Körper, der die gewünschte Festigkeit aufweist, der bezüglich geringer
Wärmeleitfähigkeit und geringer Trittschalldämmung optimal ausgebildet ist, und der
die auftretenden Druckkräfte in optimaler Weise aufnehmen und übertragen kann.
[0030] Fig. 1 zeigt ein Bauteil 1, bei welchem jeweils unter jedem Zugelement 3 ein Querkräfte
aufnehmender Körper 6 und ein Druckkörper 4 angeordnet ist. Je nach auftretenden Kräften
von zwei miteinander zu verbindenden Gebäudeteilen kann die Anordnung und Anzahl von
Zugelementen 3, Querkräfte aufnehmenden Körpern 6 und Druckkörpern 4 entsprechend
angepasst werden. So kann beispielsweise der Abstand der Zugelemente 3 voneinander
verändert werden, so dass mehr oder weniger Zugelemente 3 pro Bauteil angeordnet sein
können, auch die Anzahl der Querkräfte aufnehmenden Körper 6 und der Druckkörper kann
praktisch beliebig variiert werden.
[0031] Wie aus Fig. 10 ersichtlich ist, kann der Isolationskörper 2 aus einer ersten, im
Wesentlichen quaderförmigen Schale 16 gebildet sein, auf welche eine zweite, im Wesentlichen
quaderförmige Schale 17 aufgesetzt und über Verbindungsmittel 18 miteinander verbunden
sein. In die erste Schale 16, die aus einem geeigneten Kunststoff gebildet sein kann,
werden in entsprechende Ausnehmungen die Querkräfte aufnehmenden Körper 6 und die
Druckkörper 4 eingesetzt. Die in der ersten Schale 16 verbleibenden Hohlräume können
dann mit einem Isolationsmaterial ausgefüllt werden, beispielsweise mit einem isolierenden
Aerogel. Wie bereits beschrieben worden ist, können auf die Druckkörper entsprechende
Druckplatten 5 aufgesetzt werden. In die zweite Schale 17 können in entsprechende
Ausnehmungen die nicht dargestellten schlaufenförmigen Zugelemente eingesetzt werden,
die in der zweiten Schale 17 verbleibenden Hohlräume können ebenfalls durch ein isolierendes
Aerogel ausgeschäumt werden. Über die Verbindungsmittel 18, die beispielsweise als
Schnappverschlüsse ausgebildet sind, können die erste Schale 16 und die zweite Schale
17 in einfacher Weise zusammengefügt werden, wodurch man ein erfindungsgemässes Bauteil
1 erhält. In bekannter Weise können die erste Schale 16 und die zweite Schale 17 aus
zwei Halbschalen gebildet sein, die ebenfalls durch Schnappverschlüsse zusammengefügt
werden können, insbesondere das Einsetzen der schlaufenförmigen Zugelemente 3 in die
zweite Schale 17 wird dadurch sehr vereinfacht.
[0032] Wie aus Fig. 11 ersichtlich ist, kann zwischen die erste Schale 16 und die zweite
Schale 17 ein Zwischenstück in Form einer dritten im Wesentlichen quaderförmigen Schale
19 eingesetzt werden, diese dritte Schale 19 ist ebenfalls mit einem isolierenden
Aerogel ausgeschäumt, wodurch man in einfacher Weise erreichen kann, das Bauteil 1
in unterschiedlicher Höhen herstellen zu können, wobei die erste Schale 16 mit den
Querkräfte aufnehmenden Körpern 6 und den Druckkörpern 4 und die zweite Schale 17
mit den schlaufenförmigen Zugelementen jeweils als Einheitsteil ausgebildet sein können,
wodurch die Herstellung vereinfacht werden kann.
[0033] Mit dieser erfindungsgemässen Ausgestaltung wird ein Bauteil erhalten, das in optimaler
Weise zwei Gebäudeteile verbinden kann. Dieses Bauteil wird von oben zwischen die
herzustellenden Gebäudeteile und in die fertige Armierung eingesetzt, diese Gebäudeteile
werden betoniert, nach dem Aushärten des Betons sind diese Gebäudeteile in optimaler
Weise über das dazwischen eingesetzte Bauteil verbunden, die Zugkräfte werden über
die schlaufenförmigen Zugelemente übertragen, die Druckkräfte werden über die Druckkörper
übertragen, die Querkräfte werden über die die Querkräfte aufnehmenden Körper aufgenommen
und übertragen, wobei eine optimale Wärmeisolation und eine optimale Trittschalldämmung
erreicht wird. Das Bauteil ist bezüglich der zu verbindenden Gebäudeteile symmetrisch
ausgebildet, das heisst, dass das Bauteil nicht seitenverkehrt zwischen die beiden
zu verbindenden Gebäudeteile eingesetzt werden kann, entsprechende Fehlmontagen werden
dadurch ausgeschlossen. Durch die Möglichkeit der Höhenanpassung können diese Bauteile
in vielfältiger Weise in einheitlicher Form eingesetzt werden.
1. Bauteil (1) zur wärmedämmenden Verbindung von zwei Gebäudeteilen, insbesondere zwischen
einem Gebäude und einem über das Gebäude hinausragenden Aussenteil, bspw. Balkon oder
Vordach, umfassend einen plattenförmigen Isolationskörper (2), in den Isolationskörper
(2) eingesetzte schlaufenförmige Zugelemente (3), die im Wesentlichen senkrecht zu
dem plattenförmigen Isolationskörper (2) angeordnet und über diesen vorstehend sind,
in den Isolationskörper (2) eingesetzte Druckkörper (4) und in den Isolationskörper
(2) eingesetzte, Querkräfte aufnehmende Körper (6), die über den Isolationskörper
(2) vorstehende Bereiche (8) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweils über die Oberfläche (7) des Isolatonskörpers (2) vorstehenden Bereiche
(8) der Querkräfte aufnehmenden Körper (6) zwei Seitenflächen (9), mindestens einen
die Seitenflächen (9) verbindenden ersten Flächenbereich (10) und mindestens einen
die Seitenflächen (9) verbindenden zweiten Flächenbereich (11) aufweisen, welche beiden
Flächenbereiche (10, 11) gegeneinander geneigt angeordnet sind und bezüglich der Oberfläche
(7) des Isolationskörpers (2) jeweils einen Neigungswinkel α von 20° bis 45° aufweisen.
2. Bauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die einander gegenüberliegenden, jeweils über den Isolationskörper (2) vorstehenden
Bereiche (8) eines Querkräfte aufnehmenden Körpers (6) zueinander symmetrisch ausgebildet
sind.
3. Bauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der jeweilige Neigungswinkel α etwa 30° beträgt.
4. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Flächenbereich (10) und der zweite Flächenbereich (11) der über den Isolationskörper
(2) vorstehenden Bereiche (8) des Querkräfte aufnehmenden Körpers (6) jeweils mit
einer konvexen Wölbung (12) versehen sind.
5. Bauteil nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundform des die Querkräfte aufnehmenden Körpers (6) im Wesentlichen ein regelmässiges
Sechseck ist.
6. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die die Querkräfte aufnehmenden Körper (6) aus einem formstabilen Schaumstoff, vorzugsweise
Polyurethanschaum, gebildet sind und dass jeweils der die Querkräfte aufnehmende Körper
(6) mit hochfesten Fasern (13) umwickelt ist, die in einem Kunstharz eingelagert sind.
7. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckkörper (4) aus einem faserverstärkten Kunststoff gebildet sind.
8. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils ein die Querkräfte aufnehmender Körper (6) und ein Druckkörper (4) durch
Umwicklung mit hochfesten Fasern (13) verbunden und die Fasern (13) in Kunstharz eingelagert
sind.
9. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige bezüglich des Isolationskörpers (2) nach aussen gerichtete Oberfläche
des Druckkörpers (4) mit einer Druckplatte (8) versehen ist.
10. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Isolationskörper (2) eine erste im Wesentlichen quaderförmige Schale (16) umfasst,
in welcher die die Querkräfte aufnehmenden Körper (6) und die Druckkörper (4) angeordnet
sind, deren Hohlraum mit Isolationsmaterial ausgefüllt ist.
11. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Isolationskörper (2) eine zweite im Wesentlichen quaderförmige Schale (17) umfasst,
in welcher die Zugelemente (3) angebracht sind, deren Hohlraum mit Isolationsmaterial
ausgefüllt ist.
12. Bauteil nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schale (16) und die zweite Schale (17) mit Verbindungsmitteln (18) ausgestattet
sind, mit welchen diese beiden Schalen (16, 17) miteinander verbindbar sind.
13. Bauteil nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen die erste Schale (16) und die zweite Schale (17) eine dritte Schale (19),
die im Wesentlichen quaderförmig ausgebildet ist, einsetzbar ist, welche ebenfalls
mit Verbindungsmitteln (18) versehen ist, über welche die dritte Schale (19) mit der
ersten Schale (16) und der zweiten Schale (17) verbindbar ist, und dass der Hohlraum
der dritten Schale (19) mit Isolationsmaterial ausgefüllt ist.