[0001] Die Erfindung betrifft ein Strömungsleitelement, insbesondere ein Schaufelblatt einer
Turbine, eine Kühlmittelüberbrückungsleitung insbesondere in Verbindung mit dem Strömungsleitelement,
sowie ein Verfahren zur Montage dieser Kühlmittelüberbrückungsleitung und eine Gussvorrichtung
für die Herstellung eines Strömungsleitelements.
[0002] Eine Gasturbine weist eine Turbine auf, in der Heißgas, das zuvor in einem Verdichter
verdichtet und einer Brennkammer erhitzt wurde, zur Arbeitsgewinnung entspannt wird.
Für hohe Massenströme des Heißgases und somit für hohe Leistungsbereiche der Gasturbine
kann die Turbine in Axialbauweise ausgeführt sein, wobei die Turbine von mehreren
in Durchströmungsrichtung hintereinanderliegenden Schaufelkränzen gebildet ist. Die
Schaufelkränze weisen über den Umfang angeordnete Laufschaufeln und Leitschaufeln
auf, wobei die Laufschaufeln auf einem Rotor der Gasturbine und die Leitschaufeln
an dem Gehäuse der Gasturbine befestigt sind. Es ist bei Turbomaschinen bekannt, durch
Leitschaufeln hindurch Kühlmittel zu einem Rotor der Turbomaschine zu leiten.
[0003] Dabei sind die Schaufeln hohl ausgebildet, damit Kühlmittel hindurchströmen kann.
Dabei sind in der hohlen Schaufel Rippen, welche mit den Schaufelwänden die sogenannten
Kühlkanäle bilden, angeordnet, welche die Wärmeübertragung erhöhen. Somit werden die
Schaufeln gekühlt. Um dennoch Kühlmittel bis zu dem Rotor zu transportieren, werden
separate Kühlmittel-überbrückungsleitungen durch die Schaufeln geführt. Diese sogenannten
Jumper Tubes dienen dazu, Kühlmittel innerhalb der Leitschaufeln, die großer Hitze
ausgesetzt sind, möglichst kühl zu halten, indem die durchzuleitenden Kühlmittel von
einer die Leitschaufel kühlenden Luft und den heißen Wänden der Leitschaufel isoliert
werden. Dabei sind herkömmliche Kühlmittelüberbrückungsleitungen aufwendig in die
Leitschaufel einzubringen.
[0004] Eine erste Aufgabe der Erfindung ist daher die Angabe eines verbesserten Strömungsleitelements,
welches dazu dient diesen Nachteil zu beheben. Eine zweite Aufgabe der Erfindung ist
daher, eine hinsichtlich der Montierbarkeit verbesserte Kühlmittelüberbrückungsleitung
anzugeben, welche dazu dient, diesen Nachteil zu beheben. Eine weitere dritte Aufgabe
liegt in der Angabe eines verbesserten Verfahrens zur Montage dieser Kühlmittelüberbrückungsleitung
in das Strömungsleitelement. Eine vierte Aufgabe liegt darin, eine Gussvorrichtung
für die Herstellung eines Strömungsleitelements anzugeben.
[0005] Erfindungsgemäß wird die erste Aufgabe mit der Angabe eines Strömungsleitelements,
insbesondere eines Schaufelblatts einer Turbine gelöst, umfassend eine Saugseiteninnenwand
und eine Druckseiteninnenwand, welche sich in einer radialen Richtung erstrecken,
wobei sich die Saugseiteninnenwand und die Druckseiteninnenwand zudem in einer axialen
Richtung von einer gemeinsamen Vorderkante zu einer gemeinsamen Hinterkante erstrecken,
so dass ein Kühlfluid durch das Strömungsleitelement durchleitbar ist. Erfindungsgemäß
weisen die Saugseiteninnenwand als auch die Druckseiteninnenwand zumindest jeweils
einen Führungssteg auf, wobei sich der jeweils eine Führungssteg zumindest in radialer
Richtung über einen weiten Bereich erstreckt, so dass eine Kühlrippe mit zwei zu den
Führungsstegen korrespondierenden Nuten in das Strömungsleitelement einschiebbar ist.
[0006] Dieses Strömungsleitelement kann besonders einfach und schnell aus einem Guss gefertigt
werden. Zudem kann eine Kühlrippe, oder eine Kühlmittelüberbrückungsleitung später
in diese Führungsstege separat eingeschoben werden, und bei Beschädigung ebenso schnell
ersetzt werden.
[0007] Bevorzugt ist der jeweils eine Führungssteg trapezförmig, insbesondere als Schwalbenschwanz
für eine Schwalbenschwanzverbindung, ausgebildet. Dies dient insbesondere als Herausfallschutz
einer später einzuschiebenden Kühlrippe.
[0008] In bevorzugter Ausgestaltung erstreckt sich der jeweils eine Führungssteg in radialer
Richtung über die gesamte Saugseiteninnenwand als auch die Druckseiteninnenwand. Somit
kann eine Kühlrippe mit entsprechenden Nuten über die gesamte Saugseiteninnenwand/Druckseiteninnenwand
in radialer Richtung eingeschoben werden.
[0009] Bevorzugt ist eine Fixierungsvorrichtung vorgesehen, welche zum Fixieren einer Kühlrippe
in dem Strömungsleitelement geeignet ist. Dieses dient ebenfalls dem Herausfallschutz
einer separat eingeschobenen Kühlrippe mit entsprechenden Nuten.
[0010] In bevorzugter Ausgestaltung ist bei dem Strömungsleitelement zudem zumindest eine
durchgängige Rippe vorgesehen, welche sich von der Saugseiteninnenwand zur Druckseiteninnenwand
erstreckt.
[0011] Erfindungsgemäß wird die zweite Aufgabe mit der Angabe einer Kühlmittelüberbrückungsleitung
für ein Strömungsleitelement gelöst, umfassend eine Kühlrippe, welche eine Vorderwand
und eine Hinterwand, eine Oberseite und eine Unterseite sowie zwei Seitenwände umfasst,
wobei an den zwei Seitenwände jeweils eine Nut vorgesehen ist, welche zur Aufnahme
eines Führungsstegs geeignet ist. Weiterhin ist ein Hohlkörper mit einer Körperlänge
und einem Körpermantel vorgesehen, wobei der Körpermantel zumindest über einen Teil
der Körperlänge offen ist, wodurch eine erste Körperseite und eine zweite Körperseite
ausgebildet werden, wobei die erste Körperseite und die zweite Körperseite so an der
Vorderwand der Kühlrippe angebracht sind, dass ein Kühlfluid durch den Hohlkörper
durchleitbar ist.
[0012] Dies ist eine besonders einfach zu fertigende Kühlmittelüberbrückungsleitung. Zudem
können die Kühlrippe und der Hohlkörper aus einem unterschiedlichen Material gefertigt
werden.
[0013] Bevorzugt sind in der Kühlrippe durchgängige Kühlmittelöffnungen vorgesehen, welche
sich von der Vorderwand zur Hinterwand erstrecken. Damit kann durch die Kühlmittelüberbrückungsleitung
strömendes Kühlmittel vorzeitig ausströmen und so an besonders belastete Stellen transportiert
werden. Diese können dann mittels Prallkühlung besonders effektiv gekühlt werden.
[0014] Bevorzugt bildet die Kühlrippe eine Wandlänge, welche sich von der Oberseite bis
zur Unterseite erstreckt, aus, wobei die Kühlmittelöffnungen mittig und/oder über
die gesamte Wandlänge vorgesehen sind.
[0015] Bevorzugt sind die erste Körperseite und die zweite Körperseite fluiddicht an der
Vorderwand der Kühlrippe angebracht. Dies verhindert ein ungewolltes Austreten des
durchströmenden Kühlmittels.
[0016] In bevorzugter Ausgestaltung ist der Körpermantel über die gesamte Körperlänge offen,
wodurch die erste Körperseite und die zweite Körperseite über diese gesamte Körperlänge
ausgebildet werden.
[0017] Bevorzugt ist der Hohlkörper schlauchartig oder rohrartig ausgebildet, und somit
besonders einfach herstellbar.
[0018] In bevorzugter Ausgestaltung ist bei der Kühlmittelüberbrückungsleitung die jeweils
eine Nut trapezförmig in der Kühlrippe ausgebildet, so dass ein Schwalbenschwanz einführbar
ist.
[0019] Erfindungsgemäß wird die dritte Aufgabe mit der Angabe eines Verfahrens zur Montage
einer Kühlmittelüberbrückungsleitung umfassend eine Kühlrippe mit jeweils einer Nut
nach der obigen Beschreibung, in ein Strömungsleitelement mit einer Saugseiteninnenwand
als auch einer Druckseiteninnenwand mit zumindest jeweils einem Führungssteg nach
einem den oben stehenden Ansprüchen, mit den folgenden Schritten gelöst:
- Ausrichten der jeweils einen Nut der Kühlrippe der Kühlmittelüberbrückungsleitung
an den Führungssteg der Saugseiteninnenwand als auch an den Führungssteg der Druckseiteninnenwand
des Strömungsleitelements,
- Einschieben der Kühlmittelüberbrückungsleitung in das Strömungsleitelement.
[0020] Durch das erfindungsgemäße Strömungsleitelement und die erfindungsgemäße Kühlmittelüberbrückungsleitung
ist nun eine besonders einfache Montage der beiden Bauteile möglich. Dies spart erheblich
Zeit.
[0021] Bevorzugt sind bei der Montage der Kühlmittelüberbrückungsleitung die Kühlrippe und
das Strömungsleitelement aus einem unterschiedlichen Material, welches sich bei Erwärmung
unterschiedlich stark ausdehnt, so dass der Führungssteg der Saugseiteninnenwand als
auch der Führungssteg der Druckseiteninnenwand in der jeweiligen Nut des Strömungsleitelements
fixiert werden. Dadurch ist ein besonders sicherer Halt der Kühlrippe bzw. der Kühlmittelüberbrückungsleitung
im Strömungsleitelement gewährleistet.
[0022] Erfindungsgemäß wird die vierte Aufgabe mit der Angabe einer Gussvorrichtung für
die Herstellung eines Strömungsleitelements gelöst, wobei die Gussvorrichtung zumindest
ein auswechselbares erstes Insert und zweites Insert aufweist, welche so ausgestaltet
sind,
- dass bei Anwendung des ersten Inserts bei dem gegossenen wie oben beschriebenen Strömungsleitelement
an zumindest einer Saugseiteninnenwand als auch an zumindest einer Druckseiteninnenwand
zumindest jeweils ein Führungssteg an einer ersten Stelle vorgesehen ist,
- dass bei alternativer Anwendung des zweiten Insert bei dem gegossenen Strömungsleitelement
an derselben ersten Stelle zumindest eine durchgängige Rippe vorgesehen ist, welche
sich von der Saugseiteninnenwand zur Druckseiteninnenwand des Strömungsleitelements
erstreckt.
[0023] Durch die Austauschbarkeit kann eine Kostenreduktion herbeigeführt werden. Insbesondere
im Testbetrieb, beispielsweise der Schaufel einer Turbine, kann eine solche Austauschbarkeit
von Vorteil sein. So kann von einem Modell einer Schaufel kurzfristig auf das andere
Modell gewechselt werden.
[0024] Weitere Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren.
Darin zeigen schematisch:
- FIG 1:
- einen schematischen Querschnitt einer Schaufel nach dem Stand der Technik;
- FIG 2:
- einen schematischen Längsschnitt einer Schaufel mit Fuß nach dem Stand der Technik;
- FIG 3:
- ein erfindungsgemäßes Strömungsleitelement;
- FIG 4:
- eine erfindungsgemäße Kühlmittelüberbrückungsleitung mit Kühlrippe;
- FIG 5:
- ausschnittweise eine erfindungsgemäße Kühlmittelüberbrückungsleitung, welche im erfindungsgemäßen
Strömungsleitelement montiert ist.
[0025] Wie aus FIG 1 ersichtlich ist, weist eine Axialturbinenlaufschaufel des Stands der
Technik ein Strömungsleitelement 10, welches hier beispielsweise als ein Schaufelblatt
ausgestaltet ist, auf mit einer Saugseite 12 mit einer Saugseiteninnenwand 20 und
einer Druckseite 14 mit einer Druckseiteninnenwand 22. Das Strömungsleitelement 10
erstreckt sich in radialer Richtung R (FIG 2) von einem Schaufelfuß 30 (FIG 2), d.h.
die Saugseite 12 und die Druckseite 14 erstrecken sich in einer radialen Richtung
R von einer den Fuß 30 begrenzenden Plattform 40 (FIG 2) zu einer radial äußeren Spitze
35 (FIG 2). Die Saugseite 12 und die Druckseite 14 erstrecken sich in einer axialen
Richtung A (FIG 2), d.h. in der Sehnenrichtung zwischen einer Vorderkante 28 und einer
Hinterkante 29. Die Axialturbinenlaufschaufel weist eine Konvektionsinnenkühlung auf,
die von einem im Inneren der Schaufel verlaufenden Konvektionskühlkanal 16 gebildet
ist. Der Kühlkanal 16 ist begrenzt von in dem Material des Strömungsleitelement 10
ausgebildeten Rippen 18, die sich von der Saugseiteninnenwand 20 zu der Druckseiteninnenwand
22 erstrecken. Zum Kühlen der Axialturbinenlaufschaufel wird der Konvektionskühlkanal
16 von Kühlmittel (nicht gezeigt) durchströmt, die eine niedrigere Temperatur aufweist,
als die, die die Axialturbinenlaufschaufel im Betrieb hat. Dadurch wird mittels des
Kühlmittels aufgrund von Wärmeübertragung von der Saugseite 12 bzw. der Druckseite
14 durch die Saugseiteninnenwand 20 bzw. der Druckseiteninnenwand 22 Wärme von dem
Kühlmittel abtransportiert. Das Schaufelblatt kann zudem Filmkühllöcher (nicht gezeigt)
aufweisen.
[0026] Nachfolgend wird als ein erfindungsgemäßes Strömungsleitelement 100 (FIG 3) ebenfalls
ein Schaufelblatt herangezogen. Dieses dient aber lediglich als anschauliches Beispiel
und ist nicht einschränkend. Das in FIG 3 gezeigte erfindungsgemäße Strömungsleitelement
100 umfasst ebenfalls eine Saugseite 120 und eine Druckseite 140 , wobei die Saugseite
120 eine Saugseiteninnenwand 200 und die Druckseite 140 eine Druckseiteninnenwand
220 umfasst, welche sich in einer radialen Richtung R (FIG 2) erstrecken. Auch hier
erstrecken sich die Saugseiteninnenwand 200 und die Druckseiteninnenwand 220 in einer
axialen Richtung A (FIG 2) von einer gemeinsamen Vorderkante 280 zu einer gemeinsamen
Hinterkante 290. Dabei sind die Saugseiteninnenwand 200 und die Druckseiteninnenwand
220 über diese verbunden. Die Druckseiteninnenwand 220 und die Saugseiteninnenwand
200 sind zum Durchleiten eines Kühlfluids durch das Strömungsleitelement 100 vorgesehen.
[0027] Erfindungsgemäß weist das Strömungsleitelement 100 an der Druckseiteninnenwand 220
als auch die Saugseiteninnenwand 200 zumindest jeweils einen Führungssteg 300 auf,
wobei sich der jeweils eine Führungssteg 300 zumindest über einen weiten Bereich in
radialer Richtung R (FIG 2) erstreckt. Dabei erstrecken sich die Führungsstege 300
bevorzugt über die gesamte Saugseiteninnenwand 200 bzw. Druckseiteninnwand 220 in
radialer Richtung R (FIG 2). Die zumindest beiden Führungsstege 300 dienen dazu, eine
später noch beschriebene Kühlrippe 400 (FIG 4) in das Strömungsleitelement 100 einzuschieben,
und zwar nachträglich, d.h. nachdem das Strömungsleitelement 100 gefertigt worden
ist. Der Führungssteg 300 kann eckig ausgebildet sein. Auch kann der Führungssteg
300 trapezförmig (nicht gezeigt) als ein sogenannter Schwalbenschwanz ausgebildet
sein. Das Strömungsleitelement 100 kann selbstverständlich weiterhin durchgängige
Rippen 180, welche sich von der Saugseiteninnenwand 200 zur Druckseiteninnenwand 220
erstrecken, zum Ausbilden eines Kühlkanals aufweisen.
[0028] FIG 4 zeigt eine erfindungsgemäße Kühlmittelüberbrückungsleitung 600. Die erfindungsgemäße
Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 weist eine Kühlrippe 400 auf. Die Kühlrippe 400
hat eine Vorderwand 420 und eine Hinterwand 430, eine Oberseite 450 und eine Unterseite
460 sowie zwei Seitenwände, wobei an den zwei Seitenwänden jeweils eine Nut 410 vorgesehen
ist, welche zur Aufnahme eines Führungsstegs 300 (FIG 3) geeignet ist. Die Nuten 410
können dabei eckig ausgebildet sein. Auch können die Nuten 410 trapezförmig ausgebildet
sein, so dass ein Schwalbenschwanz einführbar ist (nicht gezeigt). Zudem umfasst die
Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 einen Hohlkörper mit einer Körperlänge 470 in radialer
Richtung R und einen Körpermantel 500, wobei der Körpermantel 500 über die Körperlänge
470 offen ist, wodurch eine erste Körperseite 510 und eine zweite Körperseite 520
ausgebildet werden. Auch kann der Körpermantel 500 nur teilweise über die Körperlänge
470 des Hohlkörpers offen sein (nicht gezeigt). Dabei sind die erste Körperseite 510
und die zweite Körperseite 520 so an der Vorderwand 420 der Kühlrippe 400 angebracht,
dass ein Kühlfluid durch den Hohlkörper durchleitbar ist. Dabei kann die Anbringung
durch nachträgliches Anschweißen/Löten oder ähnlichem der beiden Körperseiten 510,520
bewerkstelligt werden. Selbstverständlich kann die Kühlmittelüberbrückungsleitung
600 auch in einem gefertigt, beispielsweise gegossen, werden. Bei der Kühlrippe 400
können nun durchgängige Kühlmittelöffnungen 440 vorgesehen sein, welche sich von der
Vorderwand 420 zur Hinterwand 430 erstrecken.
[0029] Dabei sind die Kühlmittelöffnungen 440 über die gesamte Wandlänge 480, welche sich
von der Oberseite 450 bis zur Unterseite 460 der Kühlrippe 400 erstreckt, angebracht.
Dabei ist die Köperlänge 470 des Hohlkörpers bevorzugt gleich der Wandlänge 480 der
Kühlrippe 400. Zudem sind die Kühlmittelöffnungen 440 bevorzugt mittig in der Kühlrippe
400 angebracht. Wird die Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 nun in einem Strömungsleitelement
100 montiert, so kann durch diese Kühlmittelöffnungen 440 kühles Kühlfluid ausströmen
und mittels Prallkühlung besonders beanspruchte Stellen im Strömungsleitelement 100
effizient kühlen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn das erfindungsgemäße Strömungsleitelement
100 ein Schaufelblatt ist, und die erfindungsgemäße Kühlmittelüberbrückungsleitung
600 so angebracht wird, dass eine stark beanspruchte Kante, z.B. eine Vorderkante
durch diese Prallkühlung gekühlt wird. Da die Prallkühlung mit Kühlfluid aus der Kühlmittelüberbrückungsleitung
600 vorgenommen wird, ist eine besonders effiziente Kühlung dieser Stellen gegeben,
da das Kühlfluid sich noch nicht durch Kontakt mit der Saugseiteninnenwand 200 und
der Druckseiteninnenwand 220 erwärmt hat.
[0030] Bevorzugt sind die erste Körperseite 510 und die zweite Körperseite 520 fluiddicht
an der Vorderwand 420 der Kühlrippe 400 angebracht. Dadurch ergibt sich kein oder
nur wenig Verlust von Kühlfluid durch Entweichen.
[0031] Der Hohlkörper ist dabei entweder schlauchartig oder rohrartig ausgebildet, was die
Herstellung vereinfacht.
[0032] Zu Montage der erfindungsgemäßen Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 in das erfindungsgemäße
Strömungsleitelement 100 wird nun die jeweils eine Nut 410 der Kühlmittelüberbrückungsleitung
600 an den Führungssteg 300 der Saugseiteninnenwand 200 als auch an den Führungssteg
300 der Druckseiteninnenwand 220 des Strömungsleitelements 100 ausgerichtet und anschließend
die Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 in das Strömungsleitelement 100 eingeschoben.
Durch das erfindungsgemäße Strömungsleitelement 100 und der erfindungsgemäße Kühlmittelüberbrückungsleitung
600 ist nun eine sehr einfache Montage der Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 in das
Strömungsleitelement 100 möglich. Zudem tritt keine thermische Spannung zwischen der
eingeschobenen Kühlrippe 400 bzw. der Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 und dem Strömungsleitelement
200 auf. Selbstverständlich können in einem Strömungsleitelement 100 mehrere solcher
erfindungsgemäßen Kühlmittel-überbrückungsleitungen 600 vorhanden sein. Durch die
Führungsstege 300 des Strömungsleitelements 100 kann die Form der Kühlmittelüberbrückungsleitung
600 besser auf die innere Form des Strömungsleitelements 100 abgestimmt werden. Weisen
die Führungsstege 300 des Strömungsleitelements 100 besondere Biegungen auf, so kann
die Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 aus biegsamem, hitzebeständigem Material gefertigt
werden. Zudem werden durch das erfindungsgemäße Strömungsleitelement 100 und der erfindungsgemäßen
Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 bei der Montage Verdrehungen beim Einbringen verhindert.
FIG 5 zeigt eine erfindungsgemäße Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 in einem erfindungsgemäßen
Strömungsleitelement 100 im montierten Zustand.
[0033] Selbstverständlich ist es möglich die Kühlrippe 400 mit einer unterschiedlichen Anzahl
von Kühlmittelöffnungen 440 zu fertigen, und so die Menge des ausströmenden Kühlfluids
an die Kühlbedürfnisse des Strömungsleitelements 100 angepasst werden. Handelt es
sich bei dem Strömungsleitelement 100 um ein Schaufelblatt und ist die Vorderkante
280 die Vorderkante eines solchen Schaufelblatts, so ist eine besonders gute Kühlung
durch das erfindungsgemäße Strömungsleitelement 100 und der erfindungsgemäßen Kühlmittelüberbrückungsleitung
600 sowie deren Montage von Vorteil. Kühlmittel strömt durch den Hohlkörper der Kühlmittelüberbrückungsleitung
600 ein und tritt durch die Kühlmittelöffnungen 440 aus, und nimmt eine Prallkühllung
an den besonders kritischen Stellen vor. Selbstverständlich kann die erfindungsgemäße
Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 auch ohne Kühlmittelöffnungen 440 gefertigt sein.
In diesem Fall wird alles einströmende Kühlmittel durch den Hohlkörper der Kühlmittelüberbrückungsleitung
600 geleitet.
[0034] Zur besseren Fixierung der erfindungsgemäßen Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 in
dem erfindungsgemäßen Strömungsleitelement 100 kann das Strömungsleitelement 100 mit
einer Fixiervorrichtung (nicht gezeigt) ausgestaltet sein, die die Kühlmittelüberbrückungsleitung
600 gegen Herausfallen im Betrieb beispielsweise in einer Turbine sichert. Alternativ
oder zusätzlich können die Nuten 410 der Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 und die
Führungsstege 300 des Strömungsleitelements 100 aus sich bei Erwärmung unterschiedlich
ausdehnenden Materialien bestehen. So können sich beispielsweise die Führungsstege
300 stärker beispielsweise bei Betrieb in einer Turbine ausdehnen als die korrespondierenden
Nuten 410, so dass ein besonders sicherer Betrieb gewährleistet ist. Zusätzlich oder
alternativ kann die Nut 410 - Führungssteg 300 Verbindung als sogenannte Schwalbenschwanzverbindung
(nicht gezeigt) ausgeführt sein. Auch dies erhöht die Betriebssicherheit.
[0035] Das erfindungsgemäße Strömungsleitelement 100 kann mit einer erfindungsgemäßen Gussvorrichtung
(nicht gezeigt) hergestellt werden. Dabei weist die Gussvorrichtung (nicht gezeigt)
ein auswechselbares erstes und zweites Insert (nicht gezeigt) auf. Dabei ist das erste
Insert (nicht gezeigt) so ausgestaltet, dass bei Anwendung bei dem gegossenen Strömungsleitelement
100 an zumindest einer Saugseiteninnenwand 200 als auch an zumindest einer Druckseiteninnenwand
220 zumindest jeweils ein Führungssteg 300 vorgesehen ist. In dieser Ausgestaltung
kann eine erfindungsgemäße Kühlmittelüberbrückungsleitung 600 eingeschoben werden.
Bei alternativer Anwendung des zweiten Insert bei dem gegossenen Strömungsleitelement
100 an derselben ersten Stelle zumindest eine durchgängige Rippe (nicht gezeigt) vorgesehen
ist, welche sich von der Saugseiteninnenwand 200 zur Druckseiteninnenwand 220 des
Strömungsleitelements 100 erstreckt. Durch das austauschbare Insert kann also ein
Strömungsleitelement 100 nach der Erfindung oder ein Strömungsleitelement mit einer
durchgängigen Rippe gegossen werden. Dies spart erhebliche Fertigungskosten als auch
Zeit.
[0036] Selbstverständlich kann auch eine einzelne Kühlrippe ohne Hohlkörper eingeführt werden
(nicht gezeigt). Dabei kann die Kühlrippe wahlweise Kühlmittelöffnungen 440 aufweisen
oder auch nicht. Die separat gefertigte Kühlrippe wird nachträglich als eigenes Bauteil
in das Strömungsleitelement 100 eingeschoben. Somit erhält man einen einfachen Kühlkanal
durch den Kühlmittel strömen kann. Dieses nachträgliche Einschieben hat fertigungstechnisch
großen Vorteil, da jederzeit entschieden werden kann, eine Kühlrippe 400 mit Hohlkörper
oder ohne einzusetzen.
1. Strömungsleitelement (100), insbesondere ein Schaufelblatt einer Turbine, umfassend
eine Saugseiteninnenwand (200) und eine Druckseiteninnenwand (220), welche sich in
einer radialen Richtung (R) erstrecken, wobei sich die Saugseiteninnenwand (200) und
die Druckseiteninnenwand (220) in einer axialen Richtung (A) von einer gemeinsamen
Vorderkante (280) zu einer gemeinsamen Hinterkante (290) erstreckt, so dass ein Kühlfluid
durch das Strömungsleitelement (100) durchleitbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugseiteninnenwand (200) als auch die Druckseiteninnenwand (220) zumindest jeweils
einen Führungssteg (300) aufweisen, wobei sich der jeweils eine Führungssteg (300)
zumindest in radialer Richtung (R) über einen weiten Bereich erstreckt, so dass eine
Kühlrippe (400) mit zwei zu den Führungsstegen korrespondierenden Nuten (410) in das
Strömungsleitelement (100) einschiebbar ist.
2. Strömungsleitelement (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der jeweils eine Führungssteg (300) trapezförmig, insbesondere als Schwalbenschwanz
für eine Schwalbenschwanzverbindung ausgebildet ist.
3. Strömungsleitelement (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sich der jeweils eine Führungssteg (300) in radialer Richtung (R) über die gesamte
Saugseiteninnenwand (200) als auch die Druckseiteninnenwand (220) erstreckt.
4. Strömungsleitelement (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Fixierungsvorrichtung vorgesehen ist, welche zum Fixieren einer Kühlrippe (400)
in dem Strömungsleitelement (100) geeignet ist.
5. Strömungsleitelement (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zudem zumindest eine durchgängige Rippe (16) vorgesehen ist, welche sich von der
Saugseiteninnenwand (200) zur Druckseiteninnenwand (220) erstreckt.
6. Kühlmittelüberbrückungsleitung (600) für ein Strömungsleitelement, umfassend eine
Kühlrippe (400), welche eine Vorderwand (420) und eine Hinterwand (430), eine Oberseite
(450) und eine Unterseite (460) sowie zwei Seitenwände umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass an den zwei Seitenwänden jeweils eine Nut (410) vorgesehen ist, welche zur Aufnahme
eines Führungsstegs (300) geeignet ist, sowie ein Hohlkörper mit einer Körperlänge
(470) und einem Körpermantel (500) vorgesehen ist, wobei der Körpermantel (500) zumindest
über einen Teil der Körperlänge (470) offen ist, wodurch eine erste Körperseite (510)
und eine zweite Körperseite (520) ausgebildet werden, wobei die erste Körperseite
(510) und die zweite Körperseite (520) so an der Vorderwand (420) der Kühlrippe (400)
angebracht sind, dass ein Kühlfluid durch den Hohlkörper durchleitbar ist.
7. Kühlmittelüberbrückungsleitung (600) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Kühlrippe (400) durchgängige Kühlmittelöffnungen (440) vorgesehen sind, welche
sich von der Vorderwand (420) zur Hinterwand (430) erstrecken.
8. Kühlmittelüberbrückungsleitung (600) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlrippe (400) eine Wandlänge (480), welche sich von der Oberseite (450) bis
zur Unterseite (460) erstreckt, ausgebildet, wobei die Kühlmittelöffnungen (440) mittig
und/oder über die gesamte Wandlänge (480) vorgesehen sind.
9. Kühlmittelüberbrückungsleitung (600) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6-8,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Körperseite (510) und die zweite Körperseite (520) fluiddicht an der Vorderwand
(420) der Kühlrippe (400) angebracht sind.
10. Kühlmittelüberbrückungsleitung (600) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6-9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Körpermantel (500) über die gesamten Körperlänge (470) offen ist, wodurch die
erste Körperseite (510) und die zweite Körperseite (520) über diese gesamten Körperlänge
(470) ausgebildet werden.
11. Kühlmittelüberbrückungsleitung (600) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6-10,
dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper schlauchartig oder rohrartig ausgebildet ist.
12. Kühlmittelüberbrückungsleitung (600) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6-11,
dadurch gekennzeichnet, dass die jeweils eine Nut (410) trapezförmig in der Kühlrippe (400) ausgebildet ist, so
dass ein Schwalbenschwanz einführbar ist.
13. Verfahren zur Montage einer Kühlmittelüberbrückungsleitung (600) umfassend einer Kühlrippe
(400) mit jeweils einer Nut (410) nach einem der Ansprüche 6-12, in ein Strömungsleitelement
(100) mit einer Saugseiteninnenwand (200) als auch einer Druckseiteninnenwand (220)
mit zumindest jeweils einen Führungssteg (300), nach einem der Ansprüche 1-5, mit
den folgenden Schritten:
- Ausrichten der jeweils einen Nut (410) der Kühlrippe (400) der Kühlmittelüberbrückungsleitung
(600) an den Führungssteg (300) der Saugseiteninnenwand (200) als auch an den Führungssteg
(300) der Druckseiteninnenwand (220) des Strömungsleitelements (100),
- Einschieben der Kühlmittelüberbrückungsleitung (600) in das Strömungsleitelement
(100).
14. Verfahren zur Montage einer Kühlmittelüberbrückungsleitung (600) nach Anspruch 13,
dadurch gekennz eichnet, dass die Kühlrippe (400) und das Strömungsleitelement (100) aus einem unterschiedlichen
Material sind, welches sich bei Erwärmung unterschiedlich stark ausdehnen, so dass
der Führungssteg (300) der Saugseiteninnenwand (200) als auch der Führungssteg (300)
der Druckseiteninnenwand (220) in der jeweiligen Nut (410) des Strömungsleitelements
(100) fixiert werden.
15. Gussvorrichtung für die Herstellung eines Strömungsleitelements (100),
dadurch gekennzeichnet, dass die Gussvorrichtung zumindest ein auswechselbares erstes Insert und zweites Insert
aufweist, welche so ausgestaltet sind,
- dass bei Anwendung des ersten Inserts bei dem gegossenen Strömungsleitelement (100)
nach einem der Ansprüche 1-5 an zumindest einer Saugseiteninnenwand (200) als auch
an zumindest einer Druckseiteninnenwand (220) zumindest jeweils ein Führungssteg (300)an
einer ersten Stelle vorgesehen ist,
- dass bei alternativer Anwendung des zweiten Inserts bei dem gegossenen Strömungsleitelement
(100) an derselben ersten Stelle zumindest eine durchgängige Rippe vorgesehen ist,
welche sich von der Saugseiteninnenwand (200) zur Druckseiteninnenwand (220) des Strömungsleitelements
(100) erstreckt.