TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft einen Hochspannungsleistungsschalter mit einem Hauptstrompfad
und einem Nebenstrompfad, wobei ein Widerstand im Nebenstrompfad mittels einer Hochspannungs-Schalteinheit
in den Stromkreis geschaltet werden kann. Insbesondere betrifft sie einen derartigen
Schalter mit verbesserter Schaltcharakteristik.
STAND DER TECHNIK
[0002] Ein Hochspannungsleistungsschalter mit Nebenstrompfad ist aus der
US 4,499,350 bekannt. Dieser bekannte Hochspannungsleistungsschalter weist einen Hauptstrompfad
auf, der mittels einer Unterbrechereinheit trennbar ist. Parallel zum Hauptstrompfad
ist ein Nebenstrompfad geführt, in welchem ein Schalter und ein Einschaltwiderstand
in Serie zueinander geschaltet sind. Der Einschaltwiderstand wird kurz vor dem Schliessen
der Kontaktanordnung der Unterbrechereinheit in den Stromkreis eingeschaltet, derart,
dass der Laststrom kurz vor dem Schliessen des Hauptstrompfades ausschliesslich durch
den Nebenstrompfad mit dem Einschaltwiderstand fliesst. Folglich erfolgt das Einfügen
des Einschaltwiderstandes in den Stromkreis unter Last. Ein beweglicher Unterbrecherkontakt
der Unterbrechereinheit ist von einer Antriebseinheit angetrieben.
[0003] Ein weiterer gasisolierter, gekapselter Hochspannungsleistungsschalter ist aus der
US 2,117,975 A bekannt. Dieser Hochspannungsleistungsschalter weist eine Unterbrechereinheit auf.
Parallel zu dieser Unterbrechereinheit sind ein Schalter und ein Einschaltwiderstand
angeordnet, wobei der Schalter seriell zum Einschaltwiderstand geschaltet ist. Ein
Kontakt des Schalters zum Einschalten des Einschaltwiderstandes wird entlang einer
Achse bewegt.
[0004] Die
WO2009/034022 A1 zeigt einen Hochspannungsleistungsschalter mit einer Unterbrechereinheit, einem Einschaltwiderstand
und einem in Serie zum Einschaltwiderstand geschalteten Schalter. Die Unterbrechereinheit
weist einen beweglichen, angetriebenen ersten Unterbrecherkontakt auf, der zum Öffnen
und Schliessen des Hochspannungsleistungsschalters mit einem zweiten Unterbrecherkontakt
zusammen wirkt. Der in Serie zum Einschaltwiderstand geschaltete Schalter weist einen
beweglichen Schaltkontakt auf, dessen Bewegung mittels eines Getriebes an die Bewegung
des ersten Unterbrecherkontakts mechanisch gekoppelt ist. Der Schaltkontakt ist derart
beweglich ausgebildet, dass der Schaltkontakt zum Einfügen des Einschaltwiderstandes
um eine Drehachse drehbar ist.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, einen bekannten Hochspannungsleistungsschalter derart
weiterzuentwickeln, dass er die Nachteile des Stands der Technik überwindet, insbesondere
eine günstigere Schaltcharakteristik aufweist.
[0006] In einem ersten Aspekt wird eine Hochspannungs-Schalteinheit zum Schalten eines Einschaltwiderstandes
in einen Nebenstrompfad in einem gasisolierten Hochspannungsleistungsschalter bereitgestellt.
Sie umfasst einen zwischen einer ersten Endlage und einer zweiten Endlage um eine
Drehachse beweglich gelagerten Schaltkontakt, wobei der Schaltkontakt in der zweiten
Endlage mit einem dem Einschaltwiderstand zugeordneten Gegenkontakt verbindbar ist,
ein Getriebe, das zur mechanischen Kopplung einer Bewegung des Schaltkontakts an die
Bewegung eines Unterbrecherkontakts des HochspannungsLeistungsschalters ausgelegt
ist, um die Öffnungs- und Schliessbewegung des Schaltkontakts mit der Bewegung des
Unterbrecherkontakts zu synchronisieren, mindestens ein Dämpfungselement, das dazu
ausgelegt ist, in einer Endphase einer Öffnungsbewegung des Schaltkontakts bei der
ersten Endlage dessen Bewegung abzubremsen, wobei der Dämpfungseffekt des mindestens
einen Dämpfungselements derart ausgelegt ist, dass ein Zurückprallen des Schaltkontakts
aus der ersten Endlage in Richtung des Gegenkontakts im Betrieb der Hochspannungs-Schalteinheit
vermeidbar ist.
[0007] Ein weiterer Aspekt betrifft einen gasisolierten Hochspannungsleistungsschalter.
Er umfasst eine Unterbrechereinheit mit einem beweglichen, angetriebenen ersten Unterbrecherkontakt,
der zum Öffnen und Schliessen des Hochspannungsleistungsschalters mit einem zweiten
Unterbrecherkontakt zusammenwirkt, einen Einschaltwiderstand, und eine Hochspannungs-Schalteinheit
zum Schalten des Einschaltwiderstandes in den Strompfad. Die Hochspannungs-Schalteinheit
umfasst einen zwischen einer ersten Endlage und einer zweiten Endlage um eine Drehachse
beweglich gelagerten Schaltkontakt, wobei der Schaltkontakt in der zweiten Endlage
mit einem dem Einschaltwiderstand zugeordneten Gegenkontakt verbindbar ist, ein Getriebe,
das zur mechanischen Kopplung einer Bewegung des Schaltkontakts an die Bewegung eines
Unterbrecherkontakts des Hochspannungsleistungsschalters ausgelegt ist, um die Öffhungs-
und Schliessbewegung des Schaltkontakts mit der Bewegung des Unterbrecherkontakts
zu synchronisieren, mindestens ein Dämpfungselement, das dazu ausgelegt ist, in einer
Endphase einer Öffnungsbewegung des Schaltkontakts bei der ersten Endlage dessen Bewegung
abzubremsen, wobei der Dämpfungseffekt des mindestens einen Dämpfungselements derart
ausgelegt ist, dass ein Zurückprallen des Schaltkontakts aus der ersten Endlage in
Richtung des Gegenkontakts im Betrieb der Hochspannungs-Schalteinheit vermeidbar ist.
[0008] Ein weiterer Aspekt betrifft eine gasisolierte Schaltanlage mit einem Hochspannungsleistungsschalter
und einer Hochspannungs-Schalteinheit umfassend mindestens ein Dämpfungselement.
[0009] Weitere Ausführungsformen ergeben sich aus den Ansprüchen, den Figuren und der Beschreibung.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0010] Im Folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand einer bevorzugten Ausführungsform
näher erläutert. Es zeigen rein schematisch:
[0011] Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Hochspannungs-Schalteinheit
zum Ein- und Ausschalten eines Einschaltwiderstandes in einen Nebenstrompfad eines
Hochspannungsleistungsschalters;
[0012] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Schaltplans eines Hochspannungsleistungsschalters
mit der Hochspannungs-Schalteinheit der Fig. 1;
[0013] Fig. 3 zeigt eine Frontansicht eines Dämpfungselements einer Hochspannungs-Schalteinheit
nach Ausführungsbeispielen gemäss der Fig. 1;
[0014] Fig. 4 zeigt eine schematische Querschnittsdarstellung des Dämpfungselements der
Fig. 3;
[0015] Fig. 5 zeigt eine schematische Querschnittsdarstellung eines Hochspannungsleistungsschalters
mit einer Hochspannungs-Schalteinheit gemäss der Fig. 1;
[0016] Fig. 6 zeigt graphisch die Aufzeichnung der Bewegung eines Schaltkontakts einer Hochspannungs-Schalteinheit
gemäss Ausführungsbeispielen, im Vergleich mit dem gleichen Verlauf bei einer konventionellen
Hochspannungs-Schalteinheit.
[0017] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche oder gleichwirkende Teile mit gleichen
oder ähnlichen Bezugszeichen versehen. Dabei sind Teile, die bereits mit Bezug für
eine erste Figur beschrieben werden, mit Bezug auf weitere Figuren teilweise nicht
mehr im Detail beschrieben. Für das Verständnis der Erfindung nicht wesentliche Teile
sind zum Teil nicht dargestellt. Die beschriebenen Ausführungsbeispiele stehen beispielhaft
für den Erfindungsgegenstand und haben keine beschränkende Wirkung. Weitere Ausführungsbeispiele
ergeben sich aus den Ansprüchen und der detaillierten Beschreibung.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
[0018] Bei einem Hochspannungsleistungsschalter mit einem Nebenstrompfad, der einen Einschaltwiderstand
umfasst, wird der Schaltvorgang zum Schalten des Einschaltwiderstands in den Stromkreis
möglichst schnell vorgenommen, typischerweise im Bereich weniger Millisekunden. Dabei
wird in Ausführungsbeispielen der Schaltkontakt im Nebenstrompfad durch eine mechanische
Kopplung mit dem beweglichen Unterbrecherkontakt der Unterbrechereinheit des Hochspannungsleistungsschalters
bewegt. Beim Einschalten des Hochspannungsleistungsschalters wird kurz vor dem Kontaktschliessen
des Hauptstrompfades der Nebenstrompfad geschlossen, um den Serienwiderstand in den
Stromkreis zu schalten. Sobald der Hauptstrompfad geschlossen ist, muss jedoch der
Nebenstrompfad wieder durch den Schaltkontakt getrennt werden.
[0019] Der Nebenstrompfad wird in Ausführungsbeispielen durch einen Schaltkontakt ein- und
ausgeschaltet, der als um eine Achse drehbarer Hebel bzw. Arm ausgeführt ist. Dabei
befindet sich die Drehachse typischer-, aber nicht notwendigerweise im Bereich eines
der longitudinalen Enden des Schaltkontakts, während das andere Ende frei um die Drehachse
drehbar ist. An dem drehbaren Endbereich des Arms befindet sich die Kontaktzone, die
in einer zweiten Endlage des Schaltkontakts mit einem dem Einschaltwiderstand zugeordneten
Gegenkontakt verbunden ist. In dieser zweiten Endlage ist der Nebenstrompfad geschlossen,
und der Einschaltwiderstand ist in Serie in den Stromkreis geschaltet. Dieser Zustand
wird typischerweise nur wenige Millisekunden aufrechterhalten, bevor der Schaltkontakt
durch Kopplung mit dem beweglichen Unterbrecherkontakt des Hochspannungsleistungsschalters
mit hoher Geschwindigkeit wieder in Richtung seiner ersten Endlage bewegt wird. In
dieser ersten Endlage ist der Nebenstrompfad geöffnet, das heisst der Einschaltwiderstand
ist nicht in den Strompfad des Hochspannungsleistungsschalters geschaltet. In der
ersten Endlage befindet sich der Schaltkontakt, während der Hochspannungsleistungsschalter
dauerhaft geöffnet oder geschlossen ist, also in einem stationären Zustand des Hochspannungsleistungsschalters.
Die zweite Endlage, in der der Nebenstrompfad geschlossen und der Serienwiderstand
in den Stromkreis geschaltet ist, wird dagegen nur während des Einschaltvorgangs des
Hochspannungsleistungsschalters für wenige Millisekunden eingenommen.
[0020] Damit der Trennvorgang des Nebenstrompfades prellfrei geschieht, das heisst, der
Schaltkontakt in der ersten, stationären Endlage verbleibt, ohne durch Abprall eine
anschliessende Rückwärtsbewegung zurück zur zweiten Endlage hin auszuführen, wird
in Ausführungsbeispielen ein Dämpfungselement eingesetzt. Dieses ist typischerweise
ein Gasdämpfer. Das Dämpfungselement bremst den Schaltkontakt am Ende von dessen Öffnungsbewegung
ab. Das Dämpfungselement umfasst typischerweise ein Gas als Dämpfungsmedium, das während
dem Abbrems- bzw. Dämpfungsvorgang durch mindestens eine Öffnung oder einen Kanal
gepresst wird. Durch den Strömungswiderstand des Gases beim Durchgang durch die Verengung
des Kanals oder der Öffnung, sowie auch durch die Massenträgheit des dadurch bewegten
Gasvolumens, wird die Bewegungsenergie des Schaltkontakts in Wärme umgewandelt und
der Schaltkontakt definiert und kontrolliert abgebremst.
[0021] Zudem ist typischerweise eine Feder vorgesehen, die zusammen mit dem das Gas umfassenden
Dämpfer und der Masse der beweglichen Teile des Gasdämpfers ein mechanisch schwingungsfähiges
System bzw. einen Oszillator bildet. Typischerweise sind in Ausführungsbeispielen
die Komponenten dieses schwingungsfähigen Systems so abgestimmt, dass sich bei Auftreffen
des Schaltkontakts auf das Dämpfungselement das System gemäss dem aperiodischen Grenzfall
verhält. Dies bedeutet, dass keine periodische Schwingung entsteht, sondern das Dämpfungselement
aus seiner Auslenkung durch den Anprall und das gedämpfte Abbremsen des Schaltkontakts
unmittelbar gedämpft wieder in seine Ausgangs- bzw. Ruhelage zurückkehrt.
[0022] Fig. 1 zeigt eine Hochspannungs-Schalteinheit 15 gemäss Ausführungsbeispielen zum
Schalten eines Einschaltwiderstandes 18 in einen parallelen Nebenstrompfad eines gasisolierten
Hochspannungsleistungsschalters 10. Für eine schematische Darstellung eines entsprechenden
Hochspannungsleistungsschalters 10 gemäss Ausführungsbeispielen wird auf die Fig.
2 und Fig. 5 verwiesen. Die Hochspannungs-Schalteinheit 15 umfasst einen Schaltkontakt
20, der um eine Drehachse L beweglich gelagert ist. Die Drehachse L ist typischerweise
ortsfest an dem Gehäuse des Hochspannungsleistungsschalters 10 befestigt, in dem die
Hochspannungs-Schalteinheit 15 verwendet wird. Der Schaltkontakt 20 ist zwischen einer
ersten Endlage E1 und einer zweiten Endlage E2 drehbar. In der ersten Endlage E1 ist
ein Nebenstrompfad 13 mit einem Einschaltwiderstand 18 (siehe Fig. 2) geöffnet, der
Einschaltwiderstand 18 befindet sich nicht im Stromkreis des Hochspannungsleistungsschalters
10. In der zweiten Endlage E2, die im Betrieb von dem Schaltkontakt 20 typischerweise
jeweils nur für wenige Millisekunden eingenommen wird, ist der Nebenstrompfad 13 geschlossen
und der Einschaltwiderstand 18 ist parallel zum Hauptstrompfad 11 des Hochspannungsleistungsschalters
geschaltet.
[0023] Während sich der Schaltkontakt kurzzeitig in der Endlage E2 befindet, ist ein Kontaktstück
70 des Schaltkontakts 20 in der zweiten Endlage E2 mit einem mit dem Einschaltwiderstand
verbundenen Gegenkontakt 21 verbunden, was den Nebenstrompfad 13 mit dem Einschaltwiderstand
18 in den Stromkreis schaltet. Da der Schaltkontakt 20 nur im Bereich weniger Millisekunden
in der Endlage E2, also im eingeschalteten Zustand verbleibt, kann die Hochspannungs-Schalteinheit
15 auch als Taster, bzw. als mit einer Taster-Funktionalität ausgestattet, angesehen
werden. In Fig. 1 sind die erste Endlage E1 und die zweite Endlage E2 jeweils gestrichelt
dargestellt. Die dazugehörigen unterschiedlichen Positionen des beweglichen ersten
Unterbrecherkontakts 35 und des Getriebes 30 sind aus Darstellungsgründen nicht eingezeichnet.
Der bewegliche Unterbrecherkontakt 35, der Unterbrecherkontakt 36, und das Befestigungselement
37 für den Schaltkontakt 20 gehören nicht zu der Hochspannungs-Schalteinheit 15 gemäss
Ausführungsbeispielen. Sie gehören zu Ausführungsbeispielen eines erfindungsgemässen
Hochspannungsleistungsschalters 10, die die Hochspannungs-Schalteinheit 15 mit umfassen
(siehe Fig. 5), und sind in Fig. 1 nur aus Gründen des besseren Verständnisses der
Funktion der Hochspannungs-Schalteinheit 15 eingezeichnet.
[0024] Der Schaltkontakt 20, der sich typischerweise in einem gemeinsamen Gasraum 100 mit
der Unterbrechereinheit 14 des Hochspannungsleistungsschalters 10 befindet, wird über
ein mechanisches Getriebe 30 angetrieben. Dieses ist zur mechanischen Kopplung mit
einem beweglichen Unterbrecherkontakt 35 einer Unterbrechereinheit 14 des Hochspannungsleistungsschalters
10 vorgesehen, bzw. in Ausführungsbeispielen wie in Fig. 2 gezeigt mit diesem gekoppelt.
Der bewegliche Unterbrecherkontakt 35 bewegt sich beim Schaltvorgang des gasisolierten
Hochspannungsleistungsschalters 10 typischerweise linear entlang einer Achse B und
wirkt mit einem zweiten, typischerweise ortsfesten Unterbrecherkontakt 36 zusammen.
Dabei ist das Getriebe 30 und die räumliche Lage der Hochspannungs-Schalteinheit 15
zu dem beweglichen Unterbrecherkontakt 35 dazu ausgelegt, um die lineare Schaltbewegung
des beweglichen Unterbrecherkontakts 35 des Hochspannungsleistungsschalters 10 in
eine Drehbewegung um die Drehachse L herum umzuwandeln.
[0025] Gleichzeitig ist die Kombination aus Getriebe 30, dessen mechanischer Kopplung über
das Drehgelenk 31 an den beweglichen Unterbrecherkontakt 35, und des Schaltkontakts
20 dazu ausgelegt, die drehende Öffnungs- und Schliessbewegung des Schaltkontakts
20 zwischen der ersten Endlage E1 und der zweiten Endlage E2 mit der typischerweise
linearen Bewegung des Unterbrecherkontakts 35 zu synchronisieren. Diese Funktionsweise
ist dem Fachmann aus dem Stand der Technik, etwa aus der
WO 2009/034022 A1 bekannt. Die Hochspannungs-Schalteinheit 15 ist in Ausführungsbeispielen derart ausgelegt,
dass die mechanische Kopplung des Schaltkontaktes 20 an die Bewegung eines beweglichen
Unterbrecherkontakts 35 lediglich während einer Zeitspanne t während des Schliessens
des Hochspannungsleistungsschalters 10 erfolgt. Dies wird insbesondere durch die Form
des Getriebes 30 bestimmt bzw. festgelegt. Die Zeitspanne t ist typischerweise kürzer
als die Gesamtdauer der Schliessbewegung des Hochspannungsleistungsschalters 10. Während
eines Trennvorgangs des Hochspannungsleistungsschalters 10, das heisst während der
etwa in Fig. 1 gezeigte bewegliche Unterbrecherkontakt 35 und der Unterbrecherkontakt
36 getrennt werden, bleibt die Hochspannungs-Schalteinheit 15 geöffnet.
[0026] In Ausführungsbeispielen ist mindestens ein Dämpfungselement 40 vorgesehen. Es ist
dazu ausgelegt, in einer Endphase einer Öffnungsbewegung des Schaltkontakts 20 bei
der ersten Endlage E1 dessen Bewegung definiert abzubremsen bzw. zu dämpfen. Durch
das Dämpfungselement 40 wird verhindert, dass der Schaltkontakt 20 durch Anprall an
einem feststehenden Element 116 bei der ersten Endlage E1 einen doppelten Impuls erfährt
und wieder unerwünscht in die Gegenrichtung der Endlage E2 zurückschlägt. In diesem
unerwünschten Fall könnte z.B. ein Lichtbogen, der beim Öffnen des Schaltkontakts
20 aus der zweiten Endlage entstanden ist, wieder aufflammen. Der Dämpfungseffekt
des mindestens einen Dämpfungselements 40 ist gemäss Ausführungsbeispielen typischerweise
derart ausgelegt, dass solch ein Zurückprallen des Schaltkontakts 20 aus der ersten
Endlage E1 in Richtung des Gegenkontakts 21 und der zweiten Endlage E2 im Betrieb
der Hochspannungs-Schalteinheit 15 vermeidbar ist bzw. vermieden wird. Das Dämpfungselement
40 ermöglicht im Zusammenspiel mit dem Schaltkontakt 20 und dem Getriebe 30 ein erwünschtes
möglichst schnelles Öffnen des Schaltkontakts 20, ohne durch die gesteigerte Geschwindigkeit
die Nachteile des Zurückprallens des Schaltkontakts aus der ersten Endlage E1 zu riskieren.
In Ausführungsbeispielen ist der Schaltkontakt 20 in Leichtbauweise ausgeführt, d.h.
etwa mit Aussparungen versehen und im Querschnitt reduziert. Zusätzlich kann ein Leichtmetall
wie Aluminium oder seine Legierungen verwendet werden. Die dadurch geringere Steifigkeit
könnte zu einer erhöhten Anfälligkeit für ein Prellen bzw. Zurückprallen des Schaltkontakts
20 aus der ersten Endlage 20 führen, was jedoch durch den Einsatz des Dämpfungselements
40 drastisch verringert wird. Somit eröffnet das Dämpfungselement 40 über verschiedene
Effekte einen schnelleren, präziseren und definierteren Schaltvorgang ohne die geschilderte
Gefahr einer gesteigerten Wahrscheinlichkeit für ein Zurückprellen des Schaltkontakts
20.
[0027] Das Dämpfungselement umfasst typischerweise ein Gas als Dämpfungsmedium, das durch
mindestens eine Öffnung 44 oder einen Kanal gepresst wird. Durch den Strömungswiderstand
des Gases beim Durchgang durch die Verengung des Kanals oder der Öffnung 44, sowie
auch durch die Massenträgheit des dadurch bewegten Gasvolumens, wird die Bewegungsenergie
des Schaltkontakts 20 umgewandelt und der Schaltkontakt abgebremst. Zudem ist typischerweise
eine Feder im Innern des Dämpfungselements 40 vorgesehen (in Fig. 1 nicht dargestellt),
die zusammen mit dem bewegten Gas und der Masse der beweglichen Teile des Dämpfungselements
40 ein mechanisch schwingungsfähiges System bzw. einen Oszillator bildet. Typischerweise
sind in Ausführungsbeispielen die Komponenten dieses schwingungsfähigen Systems so
abgestimmt, dass bei Auftreffen des Schaltkontakts auf das Dämpfungselement 40 das
System mit dem Verlauf eines aperiodischen Grenzfalls abgebremst. Das heisst, das
Dämpfungselement 40 wird bei Auftreffen des Schaltkontakts 20 komprimiert, um dann
durch die Feder wieder in Richtung seiner Ausgangslage bzw. zu seiner Ausgangsgrösse
(in Richtung der Achse der Bewegung des Elements) bewegt zu werden. Durch die Auslegung
für den aperiodischen Grenzfall, auch als kritische Dämpfung bezeichnet, tritt dabei
kein Überschwingen des Dämpfungselements und des Schaltkontakts über die Ausgangslage
des Dämpfungselements auf. Vielmehr kehrt das Dämpfungselement gedämpft zu seiner
Ausgangsgrösse bzw. Ausgangshöhe zurück und bewegt dabei auch den Schaltkontakt wieder
definiert und gedämpft ein Stück in Gegenrichtung seiner vorherigen Öffnungsbewegung
von E2 zu E1.
[0028] Das schematische Schaltbild eines Hochspannungsleistungsschalters 10 mit einer Hochspannungs-Schalteinheit
15 gemäss Ausführungsbeispielen wie oben beschrieben ist in Fig. 2 gezeigt. Ein Hauptstrompfad
11 ist mittels einer Unterbrechereinheit 14 schalt- bzw. unterbrechbar. Diese umfasst
typischerweise einen ersten beweglichen Unterbrecherkontakt 35, einen zweiten Unterbrecherkontakt
36, und eine Antriebseinheit für den beweglichen Unterbrecherkontakt 35 (nicht dargestellt
in Fig. 2, siehe Fig. 1 und Fig. 5). Parallel zu dem Hauptstrompfad 11 ist ein Nebenstrompfad
13 geführt, welcher in Serie zueinander die Hochspannungs-Schalteinheit 15 gemäss
Ausführungsbeispielen und einen Einschaltwiderstand 18 aufweist. Derartige Hochspannungsleistungsschalter
10 werden zum Schalten von Strömen in Netzen von über 400 kV (Kilovolt), insbesondere
von über 500 kV, in gasisolierten Hochspannungs-Schaltanlagen verwendet. In gasisolierten
Schaltanlagen wird beispielsweise Schwefelhexafluorid (SF
6) als Isoliergas im Gasraum 100 verwendet. Anstelle dieses Löschgases kann auch ein
anderes Gas mit guten Isoliereigenschaften zur Anwendung gelangen. Ein Hochspannungsleistungsschalter
10 gemäss Ausführungsbeispielen kann anstelle in einer gasisolierten Schaltanlage
auch in einer Hybriden-Schaltanlage eingesetzt werden, in welcher Elemente der gasisolierten
Schaltanlagenbautechnik mit Elementen der luftisolierten Schaltanlagenbautechnik kombiniert
sind. Anstelle einer einzigen Hochspannungs-Schalteinheit 15 können auch mehrere Hochspannungs-Schalteinheiten
in Serie zueinander angeordnet sein. Die Funktionsweise eines Hochspannungsleistungsschalters
10 gemäss Ausführungsbeispielen ist mit bezug auf Fig. 5 näher ausgeführt.
[0029] Ein Dämpfungselement 40 ist gemäss Ausführungsbeispielen dazu ausgelegt, ein Isoliergas
des Hochspannungsleistungsschalters 10 als Dämpfungsmedium zu nutzen. Das heisst,
ein Innenvolumen V des Dämpfungselements 40 kommuniziert mit dem umgebenden Gasraum
100 über mindestens einen Kanal oder eine Öffnung, die typischerweise im Gehäuse des
Dämpfungselements 40 vorgesehen ist. Ein schematischer Aufbau eines solchen Dämpfungselements
40 gemäss Ausführungsbeispielen ist in Fig. 3 gezeigt. Es umfasst typischerweise ein
Basiselement 41, das ortsfest etwa mit einem feststehenden Element 116 des Gehäuses
des Hochspannungsleistungsschalters 10 verbunden ist, wie etwa in Fig. 1 schematisch
durch die schraffierten Linien oberhalb des Elements 116 und des Dämpfungselements
40 gezeigt. An dem Basiselement 41 ist ein Anschlagselement 42 beweglich angebracht.
Zusammen schliessen sie ein Volumen V ein. Das Volumen V kommuniziert typischerweise,
aber nicht notwendigerweise mit dem Gasraum 100 des gasisolierten Hochspannungsleistungsschalters.
Dazu können eine oder mehrere Öffnungen 44 bzw. Kanäle vorgesehen sein. In Fig. 4
sind diese im Basiselement 41 bereitgestellt. In Ausführungsbeispielen können sie
alternativ oder zusätzlich auch im Anschlagselement 42 vorgesehen sein. Der Querschnitt
der Öffnungen ist einer der bestimmenden Faktoren für das Dämpfungsverhalten des Systems
aus Schaltkontakt 20. Getriebe 30 und dem mindestens einen Dämpfungselement 40. Das
Anschlagselement 42 ist entlang der Achse C gegenüber dem feststehenden Basiselement
41 beweglich.
[0030] In Fig. 4 ist eine Schnittzeichnung des Dämpfungselements 40 dargestellt. Die Feder
46 ist in Ausführungsbeispielen vorgesehen, um einen Teil der kinetischen Energie
des Schaltkontakts 20 aufzunehmen, während dieser abgebremst wird. Während das Anschlagselement
42 von dem auftreffenden Schaltkontakt 20 bewegt wird (in Fig. 3 und Fig. 4 wäre dies
senkrecht nach unten, in der Realisierung wie in der Fig. 1 nach schräg oben, mit
Bezug auf eine Aufstellfläche des Hochleistungsschalters), wird das Volumen V zwischen
dem Basiselement 41 und dem Anschlagselement 42 komprimiert und das darin befindlichen
Gas teilweise durch die Öffnung(en) 44 in den Aussenbereich des Dämpfungselements
40 gedrängt. Dies ist typischerweise der umgebende Gasraum 100 des Hochleistungsschalters,
der typischerweise etwa mit SF
6 unter Überdruck gefüllt ist. Ausführungsbeispiele betreffen auch ein gasdicht geschlossenes
Dämpfungselement, in dem bei Komprimierung das Gas innerhalb des Dämpfungselements
40 von einem ersten internen Volumen in ein zweites internes Volumen durch Öffnungen
strömt (nicht dargestellt). Die bevorzugte Verwendung des Gasraums 100 des Hochspannungsleistungsschalters
10 hat dabei etwa den Vorteil, dass nicht auf die dauerhafte absolute Gasdichtigkeit
des Gehäuses des Dämpfungselements 40 geachtet werden muss.
[0031] Die Kombination aus der Stärke der Feder 46 und dem Querschnitt der Öffnungen 44
(bzw. auch deren Kanallänge) ist wie erwähnt typischerweise so abgestimmt, dass eine
kritische Dämpfung der Bewegung des Schaltkontakts beim Erreichen der Endlage E1 und
Anschlagen an das Dämpfungselement 40 erreicht wird. Dies bedeutet, dass das schwingfähige
System aus den Massen des Anschlagelements 42 und des Schaltkontakts 20, der Feder
46, und dem dämpfenden Einfluss des Gasvolumens V und den Öffnung(en) 44 so abgestimmt
ist, dass sich folgende Bewegung bei der Dämpfung ergibt: Das Anschlagselement 42
wird von dem anprallenden Schaltkontakt 20 in Bewegung gesetzt, wodurch das Volumen
V innerhalb des Dämpfungselements komprimiert wird. Das darin befindliche Gas tritt
durch die Öffnung(en) 44 aus, wobei der Strömungswiderstand an den Öffnungen 44 oder
Kanälen die Bewegung des Gases hemmt, wodurch ein Druckanstieg im Volumen V entsteht.
Wenn der Schaltkontakt auf Geschwindigkeit null abgebremst ist, ist das Dämpfungselement
zusammengedrückt und die Feder 46 komprimiert. Diese Energie wird in der Folge wieder
abgegeben und das Dämpfungselement nimmt wieder seine Ausgangshöhe ein. Diese Gegenbewegung
wird ebenfalls gedämpft, wenn sich bei der Rückbewegung des Anschlagelements 42 das
Volumen wieder ausdehnt und Gas aus dem umgebenden Gasraum 100 in das sich vergrössernde
Volumen V nachströmt.
Dabei ist das Dämpfungselement 40 typischerweise derart ausgelegt, dass es den Schaltkontakt
20 auf maximal den letzten 10 %, bevorzugt den letzten 5 %, des Weges von dessen Öffnungsbewegung
zwischen der zweiten Endposition E2 und der ersten Endposition E1 abbremst. Die Wegstrecke
bemisst sich dabei zweckmässigerweise in Winkeleinheiten des Winkels α der Drehung
des Schaltkontakts um die Achse L, oder um die Wegstrecke, die ein Ort an dem Schaltkontakt
auf der Kreisbewegung zurücklegt. In anderen mechanischen Konfigurationen und Ausführungsbeispielen,
bei denen etwa der Schaltkontakt 20 eine lineare Bewegung vollführt, gilt dies analog.
[0032] Das Getriebe 30 ist über ein Drehgelenk 31 mit einem Mitnehmer 32 verbunden, der
zur dauerhaften Befestigung mit einem beweglichen Unterbrecherkontakt 35 eines Hochspannungsleistungsschalters
10 ausgelegt ist.
[0033] In Ausführungsbeispielen umfasst die Hochspannungs-Schalteinheit 15 ein, zwei oder
mehr Dämpfungselemente 40. Bei zwei Dämpfungselementen 40, wie in Fig. 1 gezeigt,
ist vorteilhaft dass die bremsende Kraft durch die Dämpfungselemente 40 an mehreren
Stellen des Schaltkontakts 20 angreift. Dadurch kann etwa eine Verformung des Schaltkontakts
20 durch eine punktuelle bzw. kleinflächige Bremskrafteinwirkung, was bei nur einem
Dämpfungselement 40 gegeben sein kann, vermieden werden kann. In Ausführungsbeispielen
kann auch nur ein Dämpfungselement 40 vorgesehen sein, dass etwa eine längliche Ausdehnung
in Richtung einer Längsachse des Schaltkontakts 20 aufweist (nicht dargestellt), um
ein grossflächigeres Angreifen der Bremskraft zu erzielen und so eine dynamische Verformung
des Schaltkontakts 20 beim Abbremsen zu vermindern. Dies ist insbesondere relevant,
als der Schaltkontakt 20 in Ausführungsbeispielen wie bereits erwähnt in Leichtbauweise
ausgeführt sein kann, was zu einer höheren Anfälligkeit für dynamische Verformungen
führen kann. Somit kann durch das Anwenden einer einzigen gross- beziehungsweise grösserflächigen,
oder zwei oder mehrerer kleinflächigerer Dämpfungselemente 40 eine Leichtbauweise
des Schaltkontakts 20 vorteilhaft konstruktiv ergänzt werden. Die Leichtbauweise,
etwa durch Wahl eines Materials mit relativ geringer Dichte, oder durch Ausfräsungen
oder Aussparungen im Material des Schaltkontakts 20, unterstützt dabei einen schnellen
Schaltvorgang.
[0034] Gemäss Ausführungsbeispielen wie in Fig. 5 dargestellt, wird die Hochspannungs-Schalteinheit
15 aus Fig. 1 in Hochspannungsleistungsschaltern 10 eingesetzt. Ein Hochspannungsleistungsschalter
10 gemäss Ausführungsbeispielen weist ein erstes Gehäuseteil 52, in welchem die Hochspannungs-Schalteinheit
15 und eine Unterbrechereinheit 14 angeordnet ist, und parallel zum ersten Gehäuseteil
52 ein zweites Gehäuseteil 56 auf, in welchem der Einschaltwiderstand 18 angeordnet
ist. Das erste Gehäuseteil 52 wie auch das zweite Gehäuseteil 56 sind aus einem Metall,
insbesondere Aluminium gefertigt und liegen im Betrieb der gasisolierten Schaltanlage
auf Erdpotential. Sie bilden typischerweise einen gekapselten gemeinsamen Gasraum
100.
[0035] Das erste Gehäuseteil 52 wie auch das zweite Gehäuseteil 56 sind jeweils an beiden
Enden mit Verbindungsendbereichen 60, 61, 62, 63 versehen, welche es ermöglichen das
erste Gehäuseteil 52 an das zweite Gehäuseteil 56 zu koppeln. Hierzu weisen die Verbindungsendbereiche
60, 61, 62, 63 jeweils seitliche Verbindungsstutzen 64, 65, 66, 67 mit Flanschen auf.
Zwischen den Verbindungsendbereichen 60, 61, 62, 63 ist das erste Gehäuseteil 52 wie
auch das zweite Gehäuseteil 56 im Wesentlichen rohrförmig ausgebildet. Innerhalb des
im Wesentlichen rohrförmigen Abschnitts des ersten Gehäuseteils 52, welcher eine erste
Gehäuseachse A1 definiert, ist die Unterbrechereinheit 14 angeordnet. Innerhalb des
im Wesentlichen rohrförmigen Abschnitts des zweiten Gehäuseteils 56 ist der Einschaltwiderstand
18 angeordnet, wobei dieser im Wesentlichen entlang einer zweiten durch den rohrförmigen
Abschnitt definierten Gehäuseachse A2 angeordnet ist.
[0036] An den einen Verbindungsendbereich 60 des ersten Gehäuseteils 52 ist eine bekannte
Antriebseinheit 71 gekoppelt, mittels welcher die Hochspannungs-Schalteinheit 15 zum
Ein- und Ausschalten des Einschaltwiderstands 18 beziehungsweise zum Unterbrechen
des Nebenstrompfades 13, wie auch die Unterbrechereinheit 14 zum Unterbrechen des
Hauptstrompfades 11 angetrieben ist. Der Schalter 15 ist innerhalb desjenigen Verbindungsendbereichs
60 des ersten Gehäuseteils 52 angeordnet, der an die Antriebseinheit 71 angrenzt.
Die mechanische Verbindung zwischen der Antriebseinheit 71 und dem Schalter 15 wie
der Unterbrechereinheit 14 ist über eine Antriebsstange 74 aus Isolierstoff hergestellt,
die in Richtung der ersten Gehäuseachse A1 verläuft und von der Antriebseinheit 71
in Richtung der ersten Gehäuseachse A1 bewegt wird. Durch eine gasdichte Durchführung
ist die Antriebsstange 74 von ausserhalb des ersten Gehäuseteils 52 in dieses hinein
geführt.
[0037] Die beiden Verbindungsendbereiche 60, 61 des ersten Gehäuseteils 52 weisen je einen
Abgangsstutzen 76 auf, mittels welchen der Hochspannungsleistungsschalter 10 mit weiteren
Elementen einer gasisolierten Schaltanlage verbunden werden kann. Die Abgangsstutzen
76 sind bezüglich der ersten Gehäuseachse A1 seitlich, gegenüberliegend den Verbindungsstutzen
64, 65 angeordnet.
[0038] Um den Hochspannungsleistungsschalter 10 elektrisch mit weiteren Elementen der gasisolierten
Schaltanlage zu verbinden, verläuft durch den Abgangsstutzen 76 des antriebsseitigen
Verbindungsendbereichs 60 ein Leiter 80, der mittels bekannten Isolationselementen
(nicht gezeigt) beabstandet vom ersten Gehäuseteil 52 gehalten ist. Der Leiter 80
verläuft von der Öffnung des Abgangsstutzens 76 zur Hochspannungs-Schalteinheit 15.
Der Leiter 80 ist elektrisch mit dem Schaltkontakt 20 der Hochspannungs-Schalteinheit
15 und mit einem beweglichen ersten Unterbrecherkontakt 35 der Unterbrechereinheit
14 verbunden.
[0039] Ein nachfolgend beschriebener, feststehender Gegenkontakt 21 des Schalters 15, der
zum Schliessen des Schalters 15 mit dem beweglichen Schaltkontakt 20 zusammen wirkt,
ist innerhalb des Verbindungsstutzens des antriebsseitigen Verbindungsendbereichs
60 des ersten Gehäuseteils 52 angeordnet. Vom Gegenkontakt 21 verläuft ein Leiter
81 durch den antriebsseitigen Verbindungsendbereich 62 des zweiten Gehäuseteils 56
hindurch und verbindet den Gegenkontakt 21 mit einem ersten Anschlusskontakt 90 des
Einschaltwiderstands 18.
[0040] Ein zweiter Anschlusskontakt 92 des Einschaltwiderstands 18 ist über einen weiteren
Leiter 82, der durch den Verbindungsendbereich 63 des zweiten Gehäuseteils 56 hindurch
verläuft, mit einem Leiter 83 verbunden, der vom Verbindungsstutzen 65 des von der
Antriebseinheit 71 abgewandten Verbindungsendbereichs 61 des ersten Gehäuseteils 52
zum Abgangsstuten 76 desselben Verbindungsendbereichs 61 verläuft. Mit diesem Leiter
83 ist ebenfalls ein zum Schliessen der Unterbrechereinheit 14 bestimmter zweiter
Unterbrecherkontakt 36 verbunden. Die Leiter 80, 81, 82, 83 sind mittels bekannten,
scheibenförmigen oder konischen Isolatoren innerhalb des ersten beziehungsweise zweiten
Gehäuseteils 52, 56 derart gehalten, dass sie in radialer Richtung zum Leiter 80,
81, 82, 83 möglichst gleichmässige Abstände zum ersten bzw. zweiten Gehäuseteil 52,
56 aufweisen.
Fig. 6 stellt graphisch den gemessenen Schaltverlauf eines Hochspannungs-Leistungsschalters
15 gemäss Ausführungsbeispielen dar (als Kreuze bzw. Kreuzchen dargestellte Messpunkte),
von der ersten Endlage E1 zur zweiten Endlage E2 und zurück als zeitlicher Verlauf
der Winkelposition α (relative Einheiten) über der x-Achse. Der Verlauf des Schaltens
eines Vergleichs-Schalters ohne Dämpfungselement 40 ist mit Messpunkten als Kreisen
(Kringeln) dargestellt, wobei an dem sichtbaren Überschwingen deutlich das Zurückprallen
des Schaltkontakts zu erkennen ist. Ebenso ist die Rückkehr des erfindungsgemässen
Schaltkontakts 20 gemäss des aperiodischen Grenzfalls bzw. der kritischen Dämpfung
zu erkennen, da kein Überschwingen bzw. Abprallen aus der ersten Endlage E1 auftritt.
Wie aus der Fig. 6 weiter hervorgeht, wird bei der erfindungsgemässen Ausführungsform
die kinetische Energie des Schaltkontakts 20 vom Dämpfungselement aufgenommen, indem
das Dämpfungselement aufgrund seiner elastischen Eigenschaften etwas einfedert (siehe
den einen durch ein Kreuzchen gekennzeichneten Messpunkt unterhalb der Abszisse in
Fig. 6). Die Qualität der Einfederung ist dabei derart bemessen, dass sich der Bewegungsverlauf
auf der Kurve des Schaltverlaufs in Fig. 6 anschliessend asymptotisch der Abszisse
nähert, ohne wesentlich in Richtung der zweiten Endlage zurückzuprallen.
Ausführungsbeispiele betreffen auch eine gasisolierte Schaltanlage (GIS), die einen
Hochspannungsleistungsschalter 10 mit einer Hochspannungs-Schalteinheit 15 mit mindestens
einem Dämpfungselement 40 umfasst.
[0041] Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Ansprüchen sowie in den Zeichnungen
offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in jeder beliebigen
Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen
wesentlich sein.
1. Hochspannungs-Schalteinheit (15) zum Schalten eines Einschaltwiderstandes in einen
Strompfad in einem gasisolierten Hochspannungsleistungsschalter, umfassend:
- ein zwischen einer ersten Endlage (E1) und einer zweiten Endlage (E2) um eine Drehachse
(L) beweglich gelagerter Schaltkontakt (20), wobei der Schaltkontakt (20) in der zweiten
Endlage (E2) mit einem dem Einschaltwiderstand zugeordneten Gegenkontakt (21) verbindbar
ist,
- ein Getriebe (30), das zur mechanischen Kopplung einer Bewegung des Schaltkontakts
(20) an die Bewegung eines Unterbrecherkontakts eines Hochspannungsleistungsschalters
ausgelegt ist, um die Öffnungs- und Schliessbewegung des Schaltkontakts (20) mit der
Bewegung eines Unterbrecherkontakts (35) zu synchronisieren,
- mindestens ein Dämpfungselement (40), das dazu ausgelegt ist, in einer Endphase
einer Öffnungsbewegung des Schaltkontakts (20) bei der ersten Endlage (E1) dessen
Bewegung abzubremsen,
wobei der Dämpfungseffekt des mindestens einen Dämpfungselements (40) derart ausgelegt
ist, dass ein Zurückprallen des Schaltkontakts (20) aus der ersten Endlage (E1) in
Richtung des Gegenkontakts (21) im Betrieb der Hochspannungs-Schalteinheit (15) vermeidbar
ist.
2. Hochspannungs-Schalteinheit (15) nach Anspruch 1, wobei das mindestens eine Dämpfungselement
(40) einen Gasdämpfer umfasst.
3. Hochspannungs-Schalteinheit (15) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei das Dämpfungselement
(40) ausgelegt ist, ein Isoliergas eines Hochspannungs-leistungsschalters (10) als
Dämpfungsmedium zu nutzen.
4. Hochspannungs-Schalteinheit (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das
mindestens eine Dämpfungselement (40) derart ausgelegt ist, dass es den Schaltkontakt
(20) auf maximal den letzten 10 %, bevorzugt den letzten 5 %, des Weges von dessen
Öffnungsbewegung abbremst.
5. Hochspannungs-Schalteinheit (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das
mindestens eine Dämpfungselement (40) ein ortsfest angebrachtes Basiselement (41)
und mindestens ein daran beweglich angebrachtes Anschlagselement (42) umfasst, an
das der Schaltkontakt (20) während seiner Öffnungsbewegung anschlägt und gebremst
wird.
6. Hochspannungs-Schalteinheit (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die
Drehachse (L) ortsfest gelagert ist.
7. Hochspannungs-Schalteinheit (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das
Basiselement (41) und das Anschlagselement (42) ein Volumen V einschliessen, das mit
dem Gasraum (100) eines gasisolierten Hochspannungsleistungsschalters kommuniziert.
8. Hochspannungs-Schalteinheit (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das
Getriebe (30) ein Kurvengetriebe ist.
9. Hochspannungs-Schalteinheit (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das
Getriebe (30) über ein Drehgelenk (31) mit einem Mitnehmer (32) verbunden ist, der
zum mechanischen Eingreifen mit einem beweglichen Unterbrecherkontakt (35) eines Hochspannungsleistungsschalters
(10) ausgelegt ist.
10. Hochspannungs-Schalteinheit (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine
Kulissensteuerung des Getriebes (30) ausgelegt ist, die lineare Bewegung des Mitnehmers
(32) in Richtung einer Achse (B) eines ersten Unterbrecherkontakts (35) in eine Drehbewegung
um die Drehachse (L) herum umzusetzen.
11. Hochspannungs-Schalteinheit (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das
mindestens eine Dämpfungselement (40) so angeordnet ist, dass das entfernt zur Drehachse
(L) befindliche Ende des Schaltkontakts (20) daran beim Erreichen der ersten Endlage
E1 anschlägt.
12. Hochspannungs-Schalteinheit (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend
zwei Dämpfungselemente (40).
13. Hochspannungs-Schalteinheit (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das
mindestens eine Dämpfungselement (40) derart ausgelegt ist, dass eine kritische Dämpfung
der Bewegung des Schaltkontakts (20) erzielt wird.
14. Gasisolierter Hochspannungsleistungsschalter (10), umfassend:
- eine Hochspannungs-Schalteinheit (15) mit einem angetriebenen ersten, beweglichen
Unterbrecherkontakt (35), der zum Öffnen und Schliessen eines Hauptstrompfads (11)
des Hochspannungsleistungsschalters (10) mit einem zweiten Unterbrecherkontakt (36)
zusammenwirkt,
- einen Einschaltwiderstand (18),
- eine Hochspannungs-Schalteinheit (15) zum Schalten des Einschaltwiderstands (18)
in einen parallelen Nebenstrompfad (13), gemäss einem der Ansprüche 1 bis 13.
15. Gasisolierter Hochspannungsleistungsschalter (10) gemäss Anspruch 14, wobei die Hochspannungs-Schalteinheit
(15) derart ausgelegt ist, dass die mechanische Kopplung des Schaltkontaktes (20)
an die Bewegung eines beweglichen Unterbrecherkontakts (35) lediglich während einer
Zeitspanne während des Schliessens des Hochspannungsleistungsschalters (10) erfolgt,
wobei diese Zeitspanne kürzer ist als die Gesamtdauer der Schliessbewegung des Hochspannungsleistungsschalters
(10), und wobei während einem Trennvorgang des Hochspannungsleistungsschalters (10)
die Hochspannungs-Schalteinheit (15) geöffnet bleibt.
16. Gasisolierte Schaltanlage, umfassend einen gasisolierten Hochspannungsleistungsschalter
(10) gemäss einem der Ansprüche 14 oder 15.