[0001] Die Erfindung betrifft eine Drahtkernbürste nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Drahtkernbürsten sind seit langem in den unterschiedlichsten Ausführungen Stand der
Technik.
[0003] Drahtkernbürsten werden dadurch hergestellt, dass zwischen mindestens zwei zunächst
noch parallel zueinander verlaufenden Drähten eine Anzahl von borstenbildenden Elementen
eingelegt wird, meist in Gestalt von Filamenten, d. h. Faserabschnitten mit einer
im Regelfall definierten Länge. Sodann werden die Drähte miteinander verdrillt, wodurch
die Filamente zwischen den Drähten eingeklemmt und dauerhaft festgehalten werden.
Typischerweise wird jedes Filament in etwa im Bereich seiner Mitte zwischen den miteinander
verdrillten Drähten festgehalten, so dass jedes Filament zwei Borsten bildet, die
von dem Drahtkern ausgehend nach außen abstehen. Üblicherweise werden die Filamente
nicht einzeln, jedes für sich allein zwischen den Drähten eingeklemmt, sondern büschelweise.
Jedes Büschel von Filamenten bildet also zwei Borstenbüschel aus.
[0004] Die
US 1 333 663 A offenbart eine Bürste und das dazugehörige Verfahren, bei dem die borstenbildenden
Elemente in einen vorgebogenen s-förmigen Blechstreifen gebogen eingesetzt werden,
der offensichtlich eine Eigenstabilität aufweist.
[0006] Drahtkernbürsten werden für die unterschiedlichsten Zwecke eingesetzt und dementsprechend
auch in ganz unterschiedlichen Größen hergestellt. Es wird Schutz für alle Arten und
Größen von Drahtkernbürsten beansprucht, die die nachfolgende Erfindung verwenden.
Bevorzugt wird allerdings Schutz für Kosmetikbürsten und insbesondere für Bürsten
zum Auftragen von Mascaramasse auf die Wimpern des Augenlides beansprucht.
[0007] Im Zuge des Verdrillens üben die Drähte hohe Kräfte auf die borstenbildenden Elemente
aus, wobei benachbarte borstenbildende Elemente in dem Bereich, in dem sie zwischen
den Drähten geklemmt werden, auch gegenseitig Kräfte aufeinander ausüben. Durch das
Verdrillen entsteht daher zumeist ein Borstenbesatz, der, bezogen auf die radial auswärtigen
Enden der Borsten, entlang mindestens einer Schraubenlinie seine höchste Borstendichte
aufweist, wobei aber dennoch viele Borsten mit ihren Enden in den Bereich zwischen
zwei relativ eng benachbarten Abschnitten der Schraubenlinie oder Schraubenlinien
hineinragen. Hierdurch ergibt sich ein von außen gesehen mehr oder minder in sich
geschlossener Borstenbesatz.
[0008] Ein solcher Borstenbesatz weist von Haus aus keine von außen (d. h. vom Außenumfang
des Besatzes) her ungehindert zugänglichen, zumindest im Wesentlichen borstenfreien
Zwischenräume auf, die eine erhöhte Menge der zu applizierenden Substanz zu speichern
vermögen und/oder mit denen eine Art Kämm- bzw. Separationswirkung erreicht werden
kann.
[0009] Das ist ein gewisser prinzipbedingter Nachteil, den Drahtkernbürsten gegenüber den
ein- oder mehrkomponentig spritzgegossenen Bürsten aufweisen, die in der letzten Dekade
starke Verbreitung gefunden haben. Denn spritzgegossene Borsten lassen sich in Reihen
mit genau definierten und in weiten Bereichen frei wählbaren Abständen erzeugen, so
dass schon bei der Konstruktion der Bürste genau vorgegeben werden kann, wie groß
der Massespeicher im Zwischenraum zwischen zwei benachbarten Borstenreihen sein soll.
Darüber hinaus lässt sich die Größe der Zwischenräume auch recht gut so einstellen,
dass sich die Wimpern weitgehend ungehindert in die Zwischenräume einlegen können,
wodurch insbesondere eine mehr oder minder ausgeprägte Kämmwirkung eingestellt werden
kann.
[0010] Um diesem prinzipbedingten Nachteil der Bürsten mit einem Drahtkern aus verdrillten
Drähten abzuhelfen, ist bereits vorgeschlagen worden, die Bürste unmittelbar nach
dem Verdrillen so zu beschleifen oder zu beschneiden, dass ein Teil der Borsten entfernt
wird. Hierdurch ergeben sich borstenfreie Zonen innerhalb des Borstenbesatzes, die
dann einen Massespeicher bilden und/oder die gewünschte Kämmwirkung entfalten. Derartiges
erfordert aber einen zusätzlichen Arbeitsgang, der aus Kostengründen vermieden werden
sollte.
Ein anderer Vorschlag, wie Abhilfe geschaffen werden kann, geht dahin, dass zumindest
bereichsweise nur eine verminderte Zahl von borstenbildenden Elementen bzw. Filamenten
zwischen die im nächsten Schritt miteinander zu verdrillenden Drähte eingelegt wird.
Auf diese Art und Weise ist die Pressung geringer, die die borstenbildenden Elemente
bzw. Filamente während des Verdrillens in dem Bereich erfahren, in dem sie zwischen
den Drähten eingeklemmt werden. Die Folge ist, dass sie sich weniger stark verformen
und daher eine geringere Tendenz zeigen, "wirr in alle Richtungen" abzustehen. Dadurch
ergibt sich ein Borstenbesatz, der, bei entsprechender Reduktion der Dichte seiner
borstenbildenden Elemente, einen schraubenlinienförmigen Bereich aufweist, der frei
oder zumindest im Wesentlichen frei von Borsten ist. Dieser Zwischenraum ist aber
sehr schmal und verbessert daher die Applikationseigenschaften nicht hinreichend.
[0011] Demgegenüber ist es die Aufgabe der Erfindung, einen Drahtkernapplikator zu schaffen,
der rationell herstellbar ist und verbesserte Massespeichereigenschaften und/oder
eine verbesserte Kämmwirkung aufweist.
[0012] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0013] Die o. g. Aufgabe wird darüber hinaus mit den Merkmalen des zweiten vorzugsweise
unabhängigen Anspruchs gelöst.
[0014] Dieser als Product-by-process-Anspruch abgefasste Anspruch fordert Schutz für eine
Drahtkernbürste mit zwischen mindestens zwei miteinander verdrillten Drähten gehaltenen
Borsten, wobei die Borsten diejenige Orientierung und/oder lokale Borstendichte aufweisen,
die sich dadurch ergibt, dass vor dem Verdrillen zwischen die Drähte nicht nur die
borstenbildenden Elemente, sondern zusätzlich auch eine Folie bzw. ein Folienstück
eingelegt worden ist, woraufhin die Drähte miteinander verdrillt worden sind, ohne
das Folienstück vorher zu entfernen. Das Vorhandensein eines solchen Folienstücks
beim Verdrillen beeinflusst in unerwartetem Maß die Art und Weise, in der sich die
borstenbildenden Elemente bzw. die Filamente im Zuge des Verdrillens zwischen den
Drähten verteilen. Dabei wird nur ein Teil des Folienstücks zwischen den Drähten eingeklemmt,
während sich der größere Teil des Folienstücks um die Umfangsoberfläche herumschlingt.
Vorzugsweise ist das Folienstück so dimensioniert, dass der so entstehende Folienstrang,
der sich außen um den Drahtkern herumschlingt, die Tendenz hat, die Ausrichtung der
Borsten zu vergleichmäßigen. Dies erfolgt, indem die Ränder des Folienstrangs im wurzelnahen
Bereich Kräfte auf die benachbarten Borsten ausüben, die überwiegend in Richtung der
Längsachse L des Drahtkerns gerichtet sind und die dadurch die Tendenz haben, die
Borsten dazu zu zwingen, sich stärker in einer Richtung orthogonal zur Längsachse
des Drahtkerns auszurichten.
[0015] Der Begriff "ein Folienstrang" impliziert dabei vorzugsweise aber nicht zwingend
"einen einstückigen" Folienstrang. Der Folienstrang kann auch durch mehrere parallel
liegende Strangteile gebildet werden.
Sofern die Drähte, jeder für sich, "schlauchartig" folienumhüllt sind, ist die erfindungsgemäß
vorzusehende Folie zusätzlich vorhanden, denn eine einen einzelnen Draht von vorneherein,
schon vor dem Verdrillen umhüllende Folie oder Kunststoffbeschichtung ist keine Folie
im Sinne der Erfindung.
[0016] Diese Folie stellt sicher, dass der schraubenlinienförmige Freiraum von außen im
Wesentlichen ungehindert zugänglich ist, also nicht nur im wurzelnahen Bereich der
von dem Drahtkern abstehenden Borsten vorhanden ist, sondern sich in radial auswärtiger
Richtung bis nach außen durch den Borstenbesatz hindurch erstreckt und daher auch
im Bereich der den Borstenbesatz am Außenumfang umhüllenden, gedachten Hüllkurve vorhanden
ist (also im Bereich des radial auswärtigen Endes der Borsten). Sofern einzelne Borsten
trotz des Vorhandenseins und der Wirkung der Folie wesentlich von ihrer bestimmungsgemäßen
Ausrichtung abweichen, weil sie im Zuge des Verdrillens eine fehlerhafte Ausrichtung
erhalten haben und sich in den Freiraum hinein erstrecken, ist dies unschädlich.
[0017] Unter dem Begriff "Borste" wird hier und im Folgenden vorzugsweise ein stabförmiger,
in sich einstückiger Abschnitt einer Faser verstanden, dessen Länge in Richtung seiner
Längsachse wesentlich, vorzugsweise mindestens um den Faktor 8, größer ist als sein
Durchmesser bzw. sein mittlerer Durchmesser. Unter dem mittleren Durchmesser wird
dabei der Durchmesser desjenigen Kreises verstanden, dessen Fläche der Querschnittsfläche
des stabförmigen Faserabschnitts entspricht. Der Begriff "Borste" wird also vorzugsweise
im herkömmlichen, engen Sinne verstanden.
[0018] Idealerweise ist der Querschnitt des stabförmigen Faserabschnitts kreisrund oder
im Wesentlichen rund, der Querschnitt kann aber bei Bedarf auch eine polygonale, z.
B. sechs-, acht- oder zehneckige Form aufweisen oder eine quadratische bzw. rechteckige
Form. Dabei ist letzteres lediglich geduldet, aber nicht bevorzugt, da es bei derartig
gestalteten Querschnittsformen schwierig ist, zu gewährleisten, dass die Borsten auch
nach dem Verdrillen nicht oder nur in geringer Anzahl wirr abstehen, anstatt im Wesentlichen
gleichsinnig ausgerichtet.
[0019] In einem weiteren, patentrechtlich relevanten, aber technisch nicht bevorzugten Sinne
der Erfindung werden unter den Begriff Borsten auch schlaufenförmige oder in sich
büschelartige bzw. sich in mehrere Stränge verzweigende sowie lamellenartige Körper
gefasst, die sich allesamt von ihrem Wurzelbereich hin zu ihrem radial auswärtigen
Ende verjüngen können.
[0020] Auch für diesen Anspruch gilt die oben im Zusammenhang mit dem Anspruch 1 aufgestellte
Definition des Begriffs "Borste".
[0021] Eine Möglichkeit, eine solche Drahtkernbürste herzustellen, besteht darin, vor dem
Verdrillen der Drähte zwischen diese nicht nur eine Anzahl von borstenbildenden Elementen
bzw. Filamenten einzulegen, sondern zusammen damit auch eine Folie bzw. einen Folienabschnitt
einzulegen und dann die Drähte unter Einschluss der Filamente und der Folie miteinander
zu verdrillen. Auch für diese Art der Herstellung als solche wird Schutz beansprucht.
[0022] Der Begriff "Borsten" ist auch in diesem Zusammenhang so definiert, wie eingangs
angegeben.
[0023] Weiterhin wird eine Drahtkernbürste vorgeschlagen, die zwischen mindestens zwei miteinander
verdrillten Drähten gehaltene borstenbildende Elemente aufweist, welche Borsten bereitstellt,
die im Wesentlichen entlang mindestens einer Schraubenlinie angeordnet sind, wobei
zwischen den Borsten, bzw. der Gesamtheit der Borsten, ein schraubenlinienförmiger
Freiraum ausgebildet ist. Dieser schraubenlinienförmige Freiraum wird teilweise durch
einen Folienstrang ausgefüllt, der sich im Wesentlichen außen um den Drahtkern herumschlingt.
[0024] Die o. g. Aufgabe wird auch mit den Merkmalen des weiteren, vorzugsweise unabhängigen
Anspruchs gelöst, nämlich mit einer Drahtkernbürste mit zwischen mindestens zwei schraubenförmig
miteinander verdrillten Drähten gehaltenen Borsten, wobei der Drahtkern ein mindestens
zweigängiges Gewinde ausbildet, welches mindestens einen Gang aufweist, entlang dessen
keine borstenbildenden Elemente so zwischen den Drähten gehalten sind, dass sie von
diesem Gang aus nach außen ragen, und mindestens einen Gang, entlang dessen borstenbildende
Elemente so zwischen den Drähten gehalten sind, dass ihre Enden von diesem Gang aus
nach außen abstehen und Borsten bilden.
[0025] Indem zumindest ein Gewindegang nicht mit borstenbildenden Elementen bestückt ist,
deren Enden als Borsten von dem Gewindegang nach außen abstehen, wird ein großer Freiraum
zwischen den Borsten zweier unter Einschluss des borstenfreien Gewindegangs unmittelbar
nebeneinander liegender, borstentragender Gewindegänge geschaffen. Selbst wenn eine
Anzahl von Borsten jeder der Borstenscharen im Zuge des Verdrillens eine Fehlorientierung
bekommen hat und seitlich in den Bereich des Freiraums hineinragt, anstatt im Wesentlichen
in radialer Richtung abzustehen, wird auf diese Art und Weise dennoch ein verbreiterter
Freiraum gebildet, der durch die fehlorientierten Borsten nicht wirksam versperrt
wird. Daher bildet ein solcher Freiraum ein recht wirksames Massedepot aus und/oder
einen Freiraum, in den sich die Wimpern einlegen können. Vorzugsweise weist die Folie,
insbesondere wenn sie als Kunststofffolie ausgebildet ist, eine Dicke von 0,008 mm
bis 0,08 mm auf. Eine Folie dieser Dicke ist im Regelfall hinreichend dick, um beim
Verdrillen der Drähte nicht vorzeitig zwischen den Drähten zerdrückt zu werden, sondern
lange genug ihre Aufgabe erfüllen zu können, um die Art und Weise zu beeinflussen,
in der sich die borstenbildenden Elemente bzw. Filamente zwischen den Drähten verteilen.
Idealerweise weist die Folie eine Dicke von 0,01 mm bis 0,04 mm auf. Eine derart dicke
Folie beeinflusst nicht nur die sich im Zuge des Verdrillens einstellende Verteilung
der borstenbildenden Elemente zwischen den Drähten, sondern sie kann zusätzlich dazu
verwendet werden, um im Zuge des Verdrillens zugleich einen Folienstrang auszubilden,
der sich spiralartig um die Außenoberfläche des Drahtkerns herumschlingt und die Orientierung
der seitlich an ihn angrenzenden Borsten positiv beeinflusst.
[0026] Vorzugsweise kommen im Wesentlichen rechteckige Folienstreifen zum Einsatz, die eine
Länge von 10 mm bis 50 mm aufweisen und eine Breite von 5 mm bis 20 mm, wobei der
Folienstreifen vor dem Verdrillen so ausgerichtet ist, dass diese Länge im Wesentlichen
parallel zu den Längsachsen der noch unverdrillten Drähte ausgerichtet ist.
[0027] Zur Bestückung der noch unverdrillten Drähte wird vorzugsweise so vorgegangen, dass
dieser Folienstreifen und der Borstensatz (d. h. die Schar der noch parallel liegenden
Filamente, die später die radial abstehenden Borsten bilden) gemeinsam zwischen die
noch unverdrillten Drähte eingeschoben werden, die Borsten liegen dabei quasi auf
der ebenen Folie.
[0028] Vorteilhafterweise ist die Folie auf den Drahtdurchmesser abgestimmt. Insbesondere
Folien der o. g. Dicken kommen idealerweise mit Drähten zum Einsatz, die, jeder für
sich, vor dem Verdrillen einen Durchmesser von 0,4 mm bis 0,9 mm aufweisen, weniger
bevorzugt, aber maximal möglich, sind Drahtdurchmesser bis zu 1,2 mm. Am besten ist
es, wenn unlackierte und nicht mit Kunststoff vorbeschichtete Drähte verwendet werden.
[0029] Vorzugsweise werden als borstenbildende Elemente Filamente eingesetzt, deren Durchmesser
ebenfalls auf die Folie und den Draht abgestimmt ist, so dass sich ein Gesamtsystem
Folie/Draht/Filament ergibt. Der Durchmesser der zusammen mit der o. g. Folie verwendeten
Filamente beträgt vorzugsweise zwischen 0,008 mm und 0,04 mm, idealerweise zwischen
0,01 mm und 0,03 mm, wobei die Filamente nicht zwingend, aber idealerweise, vollständig
oder zumindest im Wesentlichen einen kreisrunden Querschnitt aufweisen.
[0030] Die erfindungsgemäß zu verwendende Folie kann im Prinzip eine Kunststofffolie, eine
Metallfolie oder ein Gewebe bzw. ein Vlies sein. Der Einsatz einer Kunststofffolie
ist klar bevorzugt.
[0031] Hiervon ausgehend haben sich verschiedene bevorzugte Ausgestaltungsmöglichkeiten
als besonders gut geeignet herausgestellt, um die Erfindung mit maximalem Nutzen in
die Praxis umzusetzen:
Attraktiv ist der Einsatz einer unter Feuchtigkeitseinfluss quellenden Folie. Die
Folie wird im Wesentlichen ungequollen in die Drähte hineinverdrillt und quillt nachträglich
unter dem Einfluss der der zu applizierenden Kosmetikmasse immanenten Feuchtigkeit
auf. Sie vergrößert dadurch ihr Volumen und übt dadurch im Wesentlichen seitlich wirkenden
Druck auf die umgebenden Borsten aus, was diesen eine andere Orientierung aufzwingt.
[0032] Sehr attraktiv ist auch die Verwendung von Folien-Metall-Laminaten bzw. metallisierten
Folien. Solche Folien weisen typischerweise ein anderes Dehnverhalten und damit auch
einen anderen Einfluss auf die umgebenden Borsten auf und verleihen dem betreffenden
Applikator zudem mit ihrem metallischen Glanz ein unverwechselbares Aussehen, das
dazu beitragen kann, unterschiedliche Applikatoren für unterschiedliche Anwendungszwecke
sicher auseinander zu halten.
Der erfindungsgemäße Effekt lässt sich zudem in interessanter Weise dadurch variieren,
dass als Folie eine sog. Elastomerfolie zum Einsatz kommt, also eine Folie aus einem
sozusagen gummielastischen Material.
[0033] Schließlich hat sich auch der Einsatz einer beflockten Folie als interessante Alternative
herausgestellt, denn durch die Beflockung einer solchen Folie kann Einfluss auf das
Massespeicherverhalten des von der Folie zwischen den Borsten freigehaltenen Raums
genommen werden.
[0034] Schließlich haben erste Versuche ergeben, dass ggf. als Folie im Sinne der Erfindung
auch die sog. Geschenkbänder Verwendung finden können, also jede flachen bunten Bänder,
die zum Verpacken von Geschenken verwendet werden und die durch Zug über die Klinge
einer Schere oder eines Messers gekräuselt werden. Dies sei mit Seitenblick auf eventuelle
schutzrechtliche Umgehungsversuche festgehalten.
[0035] Allerdings bleibt es trotz dieser Alternativen dabei, dass bevorzugt eine Kunststofffolie
zum Einsatz kommt.
[0036] Vorzugsweise ist die Folie eine transparente oder opake Folie, durch die hindurch
man den Drahtkern der Bürste sieht. Auf diese Art und Weise kann die Folie ihre Aufgabe
erfüllen, ohne auf den ersten Blick optisch in Erscheinung zu treten und abstoßend
zu wirken.
[0037] Im Rahmen eines bevorzugten Ausführungsbeispiels ist vorgesehen, eine unter Hitzeeinwirkung
schrumpfende Kunststofffolie zu verwenden. Überraschenderweise hat sich herausgestellt,
dass heißschrumpfbare Folien auf Grund der ihnen eigenen, ihre Heißschrumpfbarkeit
gewährleistenden Orientierung ihrer Molekülketten eine Zähigkeit und/oder ein Dehnungsverhalten
aufweisen, das sich im Zuge des Verdrillens ausgesprochen positiv bemerkbar macht
- auch wenn von der eigentlichen Heißschrumpfbarkeit einer solchen Folie bei der Bürstenherstellung
zumeist kein Gebrauch gemacht wird.
Idealerweise kommen Folien zum Einsatz, die derart zäh sind, dass sie gegenüber ihrer
Ausgangslänge um mindestens 80% und vorzugsweise um mindestens 150% gedehnt werden
können, bevor sie reißen. Hierdurch wird (insbesondere bei Folien mit einer Dicke
von 0,01 mm bis 0,04 mm) sichergestellt, dass sich die betreffende Folie im Zuge des
Verdrillens zu einem wesentlichen Teil innig um die gemeinsame Außenumfangsfläche
der miteinander verdrillten und so den Drahtkern bildenden Drähte herumschlingt und
so die gewünschte Wirkung auf die dem Folienstrang benachbarten Borsten ausübt - wobei
durch das besonders innige Herumschlingen zugleich das Eindringen von Kosmetikmasse
in den Bereich zwischen der Folie und den Drahtkern behindert wird, was hygienisch
vorteilhaft ist.
[0038] Vorzugsweise ist die Folie eine PE-Folie. PE bietet den Vorteil, dass seine Reißfestigkeit
und sein Dehnungsverhalten für die erfindungsgemäße Verwendung ideal sind, während
PE zugleich eine hinreichende chemische Resistenz gegenüber den Inhaltsstoffen der
gängigen Kosmetika besitzt.
[0039] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform ist es so, dass die Folie als Folienstreifen
zwischen die noch unverdrillten Drähte des späteren Drahtkerns eingelegt wird, dessen
Breite (BFS) mindestens 30% der Länge (LFI) eines Filaments entspricht. Ein solcher
Folienstreifen, der deutlich schmaler ist, verglichen mit der Länge der Filamente,
beeinflusst die Art und Weise, in der sich die Filamente im Zuge des Verdrillens zwischen
den Drähten verteilen, ohne zugleich unbedingt einen deutlich sichtbaren Folienstrang
auszubilden, der sich außen um den Drahtkern herumschlingt.
[0040] Idealerweise beträgt die Breite (BFS) des Folienstreifens jedoch mindestens 50% oder
besser noch mindestens 75% der Länge (LFI) eines Filaments. Ein solcher Folienstreifen
beeinflusst nicht nur die Verteilung der Filamente im Zuge des Verdrillens, sondern
legt sich zugleich als deutlicher Folienstrang um die äußere Umfangsfläche des durch
das Verdrillen entstehenden Drahtkerns, wodurch die Orientierung der vom Drahtkern
nach außen abstehenden Borsten positiv beeinflusst wird.
[0041] Die Länge des Folienstreifens in Richtung der Längsachse des späteren Drahtkerns
kann variieren. Vorzugsweise beträgt die Länge der Folie nur einen Bruchteil der gesamten
Besatzlänge der Drahtkernbürste, idealerweise mindestens 25% und besser noch ca. 50%
der gesamten Besatzlänge. Auf diese Art und Weise erhält die Bürste einen in Längsrichtung
variierenden Borstenbesatz, der sehr vielseitig eingesetzt werden kann, weil er bereichsweise,
nach Maßgabe der Erfindung, deutliche Freiräume zwischen borstenbesetzten Bereichen
bietet, die als Massespeicher oder zum Kämmen verwendet werden können, während mindestens
ein anderer Bereich des Borstenbesatzes deutlich dichter mit Borsten besetzt ist oder
sogar einen an der äußeren Umfangsfläche im Wesentlichen in sich geschlossenen Borstenbesatz
zeigt, der ein signifikant anderes Applikationsverhalten aufweist. Dies ermöglicht
es der Benutzerin, zu variieren.
[0042] Die erfindungsgemäße Drahtkernbürste ist dadurch gekennzeichnet, dass unmittelbar
vor dem Verdrillen der Drähte folgende Schichtung anzutreffen ist: Draht, optionale
(ggf. wegzulassende) Folie, Schicht aus im Wesentlichen parallel zueinander orientierten
borstenbildenden Elementen bzw. Filamenten, Folie, Draht. Dabei werden die mindestens
eine Folie und die borstenbildenden Elemente bzw. Filamente gemeinsam zugeführt, vorzugsweise
so, dass die Filamente usw. auf der Folie aufliegen.
[0043] Weitere Vorteile, Ausgestaltungsmöglichkeiten und Wirkungsweisen der Erfindung werden
anhand der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung mithilfe der Figuren
erkennbar. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Ausführungsbeispiels schräg von oben.
- Fig. 2
- eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels der Erfindung.
- Fig. 3
- eine Stirnansicht des Ausführungsbeispiels der Erfindung von vorne.
- Fig. 4
- einen Schnitt durch das in Fig. 2 gezeigte Ausführungsbeispiel entlang der Mittellinie
bzw. Längsachse L des Drahtkerns.
- Fig. 5
- zeigt die Herstellung des in den vorherigen Figuren gezeigten Ausführungsbeispiels
in dem Moment, in dem die später den Drahtkern bildenden Drähte noch unverdrillt sind
und zwischen diese beiden noch parallel verlaufenden, benachbarten Drähte die Filamente
und die erfindungsgemäß zu verwendende Folie eingelegt sind, gleich im nächsten Schritt
wird verdrillt.
- Fig. 6
- zeigt das Gleiche wie die Figur 5, aber von vorne gesehen.
- Fig. 7
- zeigt Stand der Technik.
[0044] Einen ersten Überblick über das erfindungsgemäße Ausführungsbeispiel, das hier beispielhaft
in Gestalt einer Mascarabürste ausgeführt ist, gibt die Figur 1. Die Bürste ist hier
stark vergrößert dargestellt. In Wirklichkeit hat bei derartigen Mascarabürsten der
Borstenbesatz in Richtung entlang der Drillachse des Drahtkerns gemessen eine Länge
zwischen 17,5 und 35 mm und einen maximalen Außendurchmesser von 7,5 bis 15 mm.
[0045] Der Applikator 1 besitzt an seiner proximalen, d. h. griffnahen, Seite einen ersten
eng besetzten Besatzbereich 2, also einen Besatzbereich, in dem die Borstendichte
höher ist als in einem anderen Besatzbereich, vorzugsweise dem mittleren Besatzbereich.
Im Bereich seiner Spitze, also im Bereich seines distalen Endes, besitzt er vorzugsweise
einen zweiten eng besetzten Besatzbereich 3. In seinem mittleren Bereich, der den
überwiegenden Teil der Länge des Applikators in Richtung der Längsachse L ausmacht,
ist der Borstenbesatz lichter und weist die erfindungsgemäßen Zwischenräume auf, so
dass man hier von dem Vorhandensein eines im Vergleich zu den Besatzbereichen 2 und
3 weniger dicht besetzten Besatzbereichs 4 sprechen kann.
[0046] Der hier als Ausführungsbeispiel gezeigte Applikator 1 besitzt einen Drahtkern aus
zwei miteinander verdrillten Drähten 5 und 6. Zwischen diesen Drähten sind borstenbildende
Elemente eingeklemmt, etwa im Bereich ihrer Mitte. Vorzugsweise werden Filamente verwendet,
die eine Borstenschar bilden, die sich entlang mindestens einer Schraubenlinie erstrecken.
Die einzelnen Borsten der Borstenschar sind in den Figuren nicht genauer gezeigt,
stattdessen steht jedes der lamellenartig gezeichneten Elemente für eine Anzahl von
einzelnen Borsten, sozusagen ein Borstenbüschel.
[0047] In Realität bildet jedes einzelne Filament zwei Borsten aus, die im Bezug auf die
Längsachse L in etwa in radialer Richtung nach außen abstehen. Die vage durch die
lamellenartig gezeichneten Elemente angedeuteten Borsten sind mit der Bezugsziffer
7 gekennzeichnet. Unter Borsten wird im Sinne der Erfindung vorzugsweise ein stabartiges
Gebilde verstanden. In einem allgemeineren Aspekt der Erfindung können Borsten aber
auch anderweitige Gebilde sein, wie etwa Schlaufen oder Gebilde, die sich im Laufe
ihres Wegs von innen nach außen verästeln, so dass also eine Borste ein Gebilde sein
kann, welches sich von innen nach außen in mehrere Stränge aufteilt. Bevorzugt ist
es aber so, dass unter dem Begriff Borste tatsächlich eine klassische Borste im eingangs
definierten Sinne verstanden wird.
[0048] Im ersten engen Besatzbereich 2 und im zweiten engen Besatzbereich 3 sind keine besonderen
Maßnahmen getroffen worden. Stattdessen sind hier die Filamente vor dem Verdrillen
der Drähte 5 und 6 zu einem Drahtkern in an sich bekannter Weise zwischen die Drähte
eingelegt worden. Aufgrund dessen bilden sie ein Borstenfeld der bekannten Art, dessen
Dichte entlang einer Schraubenlinie am höchsten ist und von wo aus jedoch einzelne
Borsten in den Zwischenraum zwischen zwei Schraubenlinien hineinragen oder zumindest
die Schraubenlinien so eng aufeinander folgen, dass sich ein von außen gesehen fast
in sich geschlossener Borstenbesatz ergibt.
[0049] Im Besatzbereich 4 wirkt sich die erfinderische Maßnahme aus. Hier sind die Borsten
entlang einer Schraubenlinie so angeordnet, dass zwischen den einzelnen Abschnitten
der Schraubenlinie ein klarer und weitestgehend borstenfreier Zwischenraum verbleibt.
Was hier auffällt, ist, dass die Borsten in diesem Bereich nur entlang einer Schraubenlinie
bzw. eines Gewindegangs des von zwei verdrillten Drähten gebildeten zweigängigen Gewindes
angeordnet sind, während der zweite Gewindegang borstenfrei bleibt.
[0050] Darüber hinaus fällt auf, dass sich in dem weitgehend borstenfreien Bereich ein Folienstrang
9 außen um den aus den Drähten 5 und 6 gebildeten Drahtkern herumgeschlungen hat.
Das bedeutet nicht, dass zwischen den beiden Drähten 5 und 6 des Drahtkerns keine
Folie anzutreffen ist. Der größere Teil der Folie schlingt sich jedoch außen um den
Drahtkern aus den Drähten 5 und 6 herum, nur der kleinere Teil der Folie bzw. des
Folienstreifens wird zwischen den Drähten 5 und 6 eingeklemmt, was in den Figuren
jedoch nicht sichtbar ist. Dieser außen um den Drahtkern herumgeschlungene Folienstrang
hat vorzugsweise die Wirkung, dass er Kräfte auf die angrenzenden, sich entlang einer
Schraubenlinie erstreckenden Borstenbüschel ausübt, welche im Wesentlichen oder zu
einem überwiegenden Teil in Richtung der Längsachse L gerichtet sind und so die einzelnen
Borstenbüschel zusammendrücken, also die Tendenz haben zu verhindern, dass die Borsten
in Richtung der freien Zwischenräume abknicken und in diese hineinragen.
[0051] Der so entstehende Borstenbesatz mit einer Anordnung der Borsten entlang einer Schraubenlinie
und dazwischen bestehenden großen, im Wesentlichen borstenfreien Zwischenräumen beeinflusst
das Schminkergebnis positiv. Die Zwischenräume können einerseits problemlos mit einer
erhöhten Menge an Mascaramasse aufgefüllt werden, so dass schon bei einem einzigen
Eintauchen und wieder Herausziehen des Mascaraapplikators eine beachtliche Menge an
Mascara auf die Wimpern aufgetragen werden kann. Andererseits können sich die Wimpern
in die Zwischenräume zwischen den entlang einer Schraubenlinie angeordneten Borstenbüscheln
einlegen, wodurch eine gute Kämmwirkung erzielt werden kann.
[0052] Figur 2 zeigt das Ganze noch einmal in einer Seitenansicht.
[0053] Auch hier sind deutlich der erste und der zweite Draht 5 bzw. 6 zu erkennen, die
miteinander einen verdrillten Drahtkern bilden. Darüber hinaus ist auch hier wieder
der erste eng mit Borsten besetzte Besatzbereich 2 zu erkennen, der sich auf der griffnahen
Seite des Applikators befindet, und der zweite, ebenfalls eng mit Borsten besetzte
Besatzbereich 3, der sich auf der griffabgewandten Seite des Applikators befindet.
Dazwischen liegt der erfindungsgemäße Besatzbereich 4 mit vollständig oder zumindest
im Wesentlichen borstenfreien Zwischenräumen 10, die deutlich größer sind als die
Zwischenräume, die zwischen den Borstenreihen des ersten eng mit Borsten besetzten
Besatzbereichs 2 und des zweiten dicht mit Borsten besetzten Besatzbereichs 3 verbleiben.
Anders als das die auch in Fig. 2 in Bezug auf die Borsten schematisch gehaltene Darstellung
vermuten lässt, sind die Freiräume zwischen den Borstenbüscheln der eng besetzten
Besatzbereiche 2 und 3 in der Praxis nicht völlig frei von Borsten, sondern im Regelfall
durch eine nicht ganz unbeachtliche Zahl von Borsten versperrt, die im Zuge des Verdrillens
eine starke Querstellung erfahren haben und nun schräg in den Freiraum hineinragen,
so dass sich in diesem Bereich nicht ohne weiteres Wimpern in die recht engen und
eben nicht ganz borstenfreien Zwischenräume einlegen können.
[0054] Auch in Fig. 2 ist der Folienstrang 9 zu erkennen, der sich außen um den Drahtkern
aus dem ersten Draht 5 und dem zweiten Draht 6 herumschlingt, auch wenn ein Teil der
Folie zwischen den beiden Drähten 5 und 6 eingeklemmt ist. Auch hier sieht man, dass
eine der beiden durch die zwei miteinander verdrillten Drähte 5 bzw. 6 gebildeten
Schraubenlinien (nämlich die Schraubenlinie 8) von Borsten frei bleibt, wodurch sich
der besonders große Zwischenraum in dem Bereich 4 ergibt.
[0055] Die Figur 3 zeigt eine Ansicht der in Figur 2 gezeigten Bürste frontal von vorne.
Wie man sieht, ist in Umfangsrichtung ein in sich geschlossener Borstenbesatz vorhanden.
Die Bürste ist also rundum mit Borsten besetzt.
[0056] Bei Betrachtung der Figur 4, die einen Mittelschnitt zeigt, wird noch klarer, wie
das Ausführungsbeispiel aufgebaut ist. Hier sieht man deutlich den als dunkle Materialkonzentration
am Außenumfang des verdrillten Kerns dargestellten Folienstrang, der den aus dem ersten
Draht und dem zweiten Draht 6 gebildeten Drahtkern überwiegend außen umschlingt.
[0057] Anhand der Figur 5 kann man erkennen, wie die erfindungsgemäße Bürste hergestellt
wird. Über die gesamte Länge desjenigen Bereichs 4 hinweg, in dem der Borstenbesatz
im fertigen Zustand die erfindungsgemäßen Zwischenräume aufweisen soll, wird zwischen
die beiden noch unverdrillten Drähte, von denen hier nur der erste Draht 5 zu sehen
ist, eine Filamentlage 12 derjenigen Filamente eingelegt, die später die Borsten bilden.
Zusammen damit wird eine Folie zwischen die beiden Drähte 5 und 6 eingelegt. Diese
Folie bildet einen Folienstreifen, dessen Länge LFS im Wesentlichen der Länge desjenigen
Bereichs entspricht, in dem die Borsten später den erfindungsgemäßen Abstand aufweisen
sollen. Die Breite des Folienstreifens BFS entspricht hier im Wesentlichen der Länge
des einzelnen Filaments, d. h. der Länge des Filaments, das dieses senkrecht zur Längsachse
LU jedes unverdrillten Drahts 5 bzw. 6 des späteren Drahtkerns aufweist.
[0058] In denjenigen Bereich, der später den ersten eng besetzten Besatzbereich 2 bzw. den
zweiten eng besetzten Besatzbereich 3 bildet, wird keine Folie eingelegt.
[0059] Bei dem in Figur 5 gezeigten Ausführungsbeispiel ist es also so, dass einem der beiden
noch unverdrillten Drähte unmittelbar die Filamentlage benachbart ist, während dem
anderen der beiden noch unverdrillten Drähte unmittelbar die Folie benachbart ist.
[0060] Der entscheidende Punkt ist, dass die Folie beeinflusst, wie sich die Filamente,
die nachher die Borsten bilden, beim Verdrillen der beiden Drähte 5 und 6 zwischen
diesen verteilen. Die Anwesenheit der Folie beim Verdrillen wirkt sich so aus, dass
sich die Filamente, dort wo die Folie vorhanden ist, nur entlang einer der beiden
Gänge des zweigängigen Gewindes verteilen, welches die beiden Drähte durch das Verdrillen
ausbilden. Auf diese Art und Weise bleibt einer der beiden durch das Verdrillen gebildeten
Borstengänge im Bereich, in dem die Folie eingelegt ist, filamenten- bzw. borstenfrei,
so, wie oben bereits geschildert.
[0061] Dieser Herstellungsprozess wird auch noch einmal durch die Figur 6 veranschaulicht,
die einen Blick auf die Figur 5 in Richtung des Pfeils P zeigt. Sehr deutlich zu erkennen
ist hier die Lage aus den Filamenten, die die Bezugsziffer 12 trägt (Filamentlage),
und die Folie, die im noch unverdrillten Zustand die Bezugsziffer 11 trägt, während
der erste Draht und der zweite Draht wie üblich mit den Bezugsziffern 5 und 6 gekennzeichnet
sind.
[0062] Der Vollständigkeit halber und mit Blick auf spätere Patentnachanmeldungen ist festzuhalten,
dass auch Schutz für folgendes Verfahren beansprucht wird: Verfahren zum Herstellen
einer Drahtkernbürste mit zwischen mindestens zwei miteinander verdrillten Drähten
5, 6 gehaltenen borstenbildenden Elementen, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Verdrillen
zwischen die Drähte nicht nur die borstenbildenden Elemente, vorzugsweise in Gestalt
von Filamenten 12, sondern zusätzlich auch eine Folie 11 eingelegt werden, woraufhin
die Drähte 5, 6 miteinander verdrillt werden, ohne die Folie 11 vorher entfernt zu
haben. Dieses Verfahren kann mit allen oder einzelnen Merkmalen eines jeden der Ansprüche
dieser Anmeldung kombiniert werden.
Bezugszeichenliste
[0063]
- 1
- Applikator
- 2
- erster eng besetzter Besatzbereich
- 3
- zweiter eng besetzter Besatzbereich
- 4
- erfindungsgemäß mit Zwischenräumen versehener Besatzbereich
- 5
- erster Draht
- 6
- zweiter Draht
- 7
- Borste
- 8
- Schraubenlinie
- 9
- Folienstrang
- 10
- Freiraum
- 11
- Folie unverdrillt
- 12
- Filament bzw. Filamentlage
- 13
- erster Gang
- 14
- zweiter Gang
- BFS
- Breite des Folienstreifens
- LFS
- Länge des Folienstreifens
- LFI
- Länge eines Filaments
- L
- Längsachse
- LU
- Längsachse
- P
- Pfeil
1. Drahtkernbürste, vorzugsweise in Gestalt eines Kosmetik- oder Mascaraapplikators (1),
mit zwischen mindestens zwei miteinander verdrillten Drähten (5, 6) gehaltenen borstenbildenden
Elementen, dadurch gekennzeichnet, dass die Drahtkernbürste so hergestellt worden ist, dass vor dem Verdrillen zwischen die
Drähte (5, 6) nicht nur die borstenbildenden Elemente, vorzugsweise in Gestalt von
Filamenten (12), sondern zusätzlich auch ein ebenes Folienstück (11) eingelegt worden
ist, woraufhin die Drähte (5, 6) miteinander verdrillt worden sind, ohne das Folienstück
(11) vorher zu entfernen.
2. Drahtkernbürste nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie und der Borstenbesatz gemeinsam zwischen die noch unverdrillten Drähte
eingeschoben werden, wobei die Borsten dabei auf der ebenen Folie liegen.
3. Drahtkernbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (11) eine Folie mit einer Dicke von vorzugsweise 0,008 mm bis 0,08 mm und
idealerweise mit einer Dicke von 0,01 mm bis 0,04 mm ist und/oder dass der Durchmesser
der borstenbildenden Elemente vorzugsweise zwischen 0,008 mm und 0,04 mm, idealerweise
zwischen 0,01 mm und 0,03 mm beträgt, wobei die borstenbildenden Elemente idealerweise
einen kreisrunden Querschnitt aufweisen.
4. Drahtkernbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (11) eine transparente oder opake Folie ist und/oder eine unter Hitzeeinwirkung
schrumpfende Folie ist.
5. Drahtkernbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (11) eine Folie ist, die derart zäh ist, dass sie gegenüber ihrer Ausgangslänge
um mindestens 80% und vorzugsweise um mindestens 150% gedehnt werden kann, bevor sie
reißt.
6. Drahtkernbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (11) eine PE-Folie ist.
7. Drahtkernbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (11) als Folienstreifen zwischen die noch unverdrillten Drähte des späteren
Drahtkerns eingelegt wird, dessen Breite (BFS) mindestens 30% und besser mindestens
50%, im Idealfall mindestens 75% der Länge (LFI) eines Filaments entspricht, welches
später, unmittelbar nach dem Verdrillen, zwei von dem Drahtkern abstehende Borsten
(7) bildet.
8. Drahtkernbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die borstenbildenden Elemente vorzugsweise Filamente sind.
9. Drahtkernbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (11) als Folienstreifen zwischen die noch unverdrillten Drähte des späteren
Drahtkerns eingelegt wird, dessen Länge (LFS) mindestens 25% und besser mindestens
50% der Länge (LB) beträgt, auf der der Drahtkern der fertigen Bürste mit Borsten
besetzt ist.
10. Drahtkernbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass unmittelbar vor dem Verdrillen der Drähte (5, 6) folgende Schichtung anzutreffen
ist: Draht, optionale Folie, Schicht aus im Wesentlichen parallel zueinander orientierten
Filamenten (12), Folie (11), Draht (5, 6).
11. Verfahren zur Herstellung einer Drahtkernbürste mit zwischen mindestens zwei miteinander
verdrillten Drähten (5, 6) gehaltenen borstenbildenden Elementen, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Verdrillen zwischen die Drähte (5, 6) nicht nur die borstenbildenden Elemente,
vorzugsweise in Gestalt von Filamenten (12), sondern zusätzlich auch ein ebenes Folienstück
(11) eingelegt worden ist, woraufhin die Drähte (5, 6) miteinander verdrillt worden
sind, ohne das Folienstück (11) vorher zu entfernen.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie und die borstenbildenden Filamente gleichzeitig eingeführt werden.
1. A wire core brush, preferably in the form of a cosmetic or mascara applicator (1),
comprising bristle-forming elements held between at least two wires (5, 6) twisted
together, characterized in that the wire core brush was manufactured in such a way that, prior to twisting, not only
have the bristle-forming elements, preferably in the form of filaments (12), been
inserted between the wires (5, 6), but additionally also a planar piece of film (11),
after which the wires (5, 6) were twisted together without prior removal of the piece
of film (11).
2. The wire core brush according to claim 1, characterized in that the film and the bristle covering, together, are pushed between the wires that are
not yet twisted together, wherein the bristles lie on the planar film in the process.
3. The wire core brush according to any one of the preceding claims, characterized in that the film (11) is a film with a thickness of preferably 0.008 mm to 0.08 mm and ideally
with a thickness of 0.01 mm to 0.04 mm, and/or that the diameter of the bristle-forming
elements is preferably between 0.008 mm and 0.04 mm, ideally between 0.01 mm and 0.03
mm, wherein the bristle-forming elements ideally have a circular cross section.
4. The wire core brush according to any one of the preceding claims, characterized in that the film (11) is a transparent or opaque film and/or a film that shrinks when subjected
to heat.
5. The wire core brush according to any one of the preceding claims, characterized in that the film (11) is a film that is so tough that it can be stretched by at least 80%
and preferably by at least 150% relative to its initial length before it ruptures.
6. The wire core brush according to any one of the preceding claims, characterized in that the film (11) is a PE film.
7. The wire core brush according to any one of the preceding claims, characterized in that the film (11) is inserted between the wires of the future wire core, which have not
yet been twisted together, as a film strip whose width (BFS) corresponds to at least
30% and better at least 50%, ideally at least 75%, of the length (LFI) of a filament
which later, immediately after the twisting process, forms two bristles (7) protruding
from the wire core.
8. The wire core brush according to any one of the preceding claims, characterized in that the bristle-forming elements are preferably filaments.
9. The wire core brush according to any one of the preceding claims, characterized in that the film (11) is inserted between the wires of the future wire core, which have not
yet been twisted together, as a film strip whose length (LFS) is at least 25% and
better at least 50% of the length (LB) over which the wire core of the finished brush
is covered with bristles.
10. The wire core brush according to any one of the preceding claims, characterized in that, immediately before the wires (5, 6) are twisted together, the following layer structure
is provided: wire, optional film, layer of filaments (12) that are oriented substantially
parallel to one another, film (11), wire (5, 6).
11. A method for producing a wire core brush comprising bristle-forming elements held
between at least two wires (5, 6) twisted together, characterized in that, prior to twisting, not only have the bristle-forming elements, preferably in the
form of filaments (12), been inserted between the wires (5, 6), but additionally also
a planar piece of film (11), after which the wires (5, 6) were twisted together without
prior removal of the piece of film (11).
12. The method according to claim 11, characterized in that the film and the bristle-forming filaments are inserted simultaneously.
1. Brosse à noyau constitué de fils, de préférence sous la forme d'un applicateur de
produit cosmétique ou de mascara (1), comportant des éléments formant poils retenus
entre au moins deux fils (5, 6) torsadés l'un avec l'autre,
caractérisée en ce que
la brosse à noyau constitué de fils est réalisée de telle sorte qu'avant le torsadage,
non seulement les éléments formant poils, de préférence sous forme de filaments (12),
sont posés entre les fils (5, 6), mais en supplément également une partie de feuille
plane (11) sur laquelle les fils (5, 6) sont torsadés entre eux, sans enlever auparavant
la partie de feuille (11).
2. Brosse à noyau constitué de fils selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
la feuille et la garniture de poils sont introduites conjointement entre les fils
encore non torsadés, les poils se situant sur la feuille plane.
3. Brosse à noyau constitué de fils selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que
la feuille (11) est une feuille d'une épaisseur de préférence de 0,008 mm à 0,08 mm
et idéalement d'une épaisseur de 0,01 mm à 0,04 mm, et/ou en ce que le diamètre des éléments formant poils est de préférence compris entre 0,008 mm et
0,04 mm, idéalement entre 0,01 mm et 0,03 mm, les éléments formant poils présentant
idéalement une section transversale circulaire.
4. Brosse à noyau constitué de fils selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que
la feuille (11) est une feuille transparente ou opaque et/ou une feuille qui se rétracte
sous l'action de chaleur.
5. Brosse à noyau constitué de fils selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que
la feuille (11) est une feuille qui est aussi tenace qu'elle peut être allongée d'au
moins 80 % et de préférence d'au moins 150 % par rapport à sa longueur initiale avant
qu'elle ne se déchire.
6. Brosse à noyau constitué de fils selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que
la feuille (11) est une feuille en PE.
7. Brosse à noyau constitué de fils selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que
la feuille (11) est posée sous forme de ruban de feuille entre les fils encore non
torsadés du noyau à fils ultérieur, dont la largeur (BFS) correspond à au moins 30
% et encore mieux à 50 %, dans le cas idéal à au moins 75 % de la longueur (LFI) d'un
filament qui formera ultérieurement, directement après le torsadage, deux poils (7)
en saillie du noyau à fils.
8. Brosse à noyau constitué de fils selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que
les éléments formant poils sont de préférence des filaments.
9. Brosse à noyau constitué de fils selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que
la feuille (11) est posée sous forme de ruban de feuille entre les fils encore non
torsadés du noyau à fils ultérieur, dont la longueur (LFS) correspond à au moins 25
% et encore mieux à 50 % de la longueur (LB) sur laquelle le noyau à fils de la brosse
finie est recouvert par des poils.
10. Brosse à noyau constitué de fils selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que
directement avant le torsadage des fils (5, 6), l'empilement est le suivant : fil,
feuille optionnelle, couche de filaments (12) orientés sensiblement parallèlement
les uns aux autres, feuille (11), fil (5, 6).
11. Procédé de réalisation d'une brosse à noyau constitué de fils, comportant des éléments
formant poils retenus entre au moins deux fils torsadés l'un avec l'autre (5, 6),
caractérisé en ce que
avant le torsadage, on pose non seulement les éléments formant poils, de préférence
sous forme de filaments (12), entre les fils (5, 6), mais en supplément également
une partie de feuille plane (11), suite à quoi on torsade les fils (5, 6) entre eux,
sans enlever auparavant la partie de feuille (11).
12. Procédé selon la revendication 11,
caractérisé en ce que
on introduit simultanément la feuille et les filaments formant poils.