Hintergrund der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Trommelzentrifuge mit einer drehbaren Trommel, einem
relativ zu der Trommel drehbaren Rotor, einer Einlauf-Beschleunigungseinrichtung zum
Einführen und Beschleunigen in Umfangsrichtung von zu zentrifugierendem Medium in
die Trommel und einer Auslauf-Bremseinrichtung zum Ausführen und Abbremsen in Umfangsrichtung
von geklärtem Medium aus der Trommel, bei der die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
separat von dem Rotor drehbar und mit der Auslauf-Bremseinrichtung drehenergieübertragend
gekoppelt ist. Eine solche Trommelzentrifuge ist aus
US 4 334 647 A bekannt.
[0002] Trommelzentrifugen der oben genannten Art werden dazu verwendet um fließfähige Medien
in unterschiedliche schwere Phasen zu separieren. Dabei wird das Medium in die Trommel
eingeführt und darin einer hohen Fliehkraft ausgesetzt, wodurch eine leichte Phase
auf einer schweren Phase aufschwimmt und sich dadurch eine Phasentrennung ergibt.
Die leichte Phase strömt radial innen aus der Trommel ab, während die schwere Phase
sich an der Innenseite der Trommel, also radial außen, ablagert. Die abgelagerte schwere
Phase kann mittels des Rotors, der vorzugsweise in Gestalt einer im Verhältnis zur
Trommel mit geringem Drehzahlunterschied umlaufenden Schnecke ausgebildet ist, aus
der leichten Phase herausgehoben und auf diese Weise aus der Trommel abgeführt werden.
Beim Einführen des Mediums in die Trommel muss dieses von seiner geringen Strömungsgeschwindigkeit
auf die hohe Drehgeschwindigkeit der Trommel beschleunigt werden. Um diese Beschleunigung
mit vergleichsweise geringem Energieaufwand zu bewältigen, ist es bekannt eine Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
vorzusehen. Eine solche Einlauf-Beschleunigungseinrichtung ist beispielsweise in Form
eines Beschleunigungsrotors mit Kanälen bekannt, in dem das einzuführende Medium von
radial innen nach radial außen strömt und dabei in Umfangsrichtung der Trommel beschleunigt
wird. Diese Form der Beschleunigung ermöglicht es, das Medium weitgehend stoßfrei
und mit besonders gut angenäherter Umfangsgeschwindigkeit auf die Oberfläche des so
genannten Teiches abzulegen, der von dem sich bereits in der Trommel befindenden Medium
gebildet ist.
[0003] Es ist ferner bekannt, dass aus dem aus der Trommelzentrifuge abfließenden Medium,
insbesondere einer leichten Phase, Energie zum Antreiben der Drehbewegung der Trommel
zurückgewonnen wird. Dazu wird gewöhnlich am Auslass der leichten Phase bzw. des Zentrats
eine Auslauf-Bremseinrichtung bzw. Rekuperationseinrichtung vorgesehen, auf die das
ausströmende Medium Energie überträgt. Die Auslauf-Bremseinrichtung ist gemäß bekannten
Trommelzentrifugen mit der Trommel gekoppelt, so dass diese von ihr angetrieben wird.
[0004] Als Abführeinrichtungen zum Abführen von leichter Phase aus einer Trommelzentrifuge
sind allgemein so genannte Wehrringe, Wehrplatten oder Schäleinrichtungen bekannt.
Mit solchen Abführeinrichtungen geht die kinetische Energie des abgeführten Mediums
jedoch verloren.
Zugrundeliegende Aufgabe
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Vollmantelzentrifuge zu schaffen, bei
der mit möglichst geringem konstruktiven Aufwand ein hoher Wirkungsgrad hinsichtlich
der Energieeffizienz erreicht wird.
Erfindungsgemäße Lösung
[0006] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß mit einer Trommelzentrifuge gelöst, bei der eine
drehbare Trommel, ein relativ zu der Trommel drehbaren Rotor, eine Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
zum Einführen und Beschleunigen in Umfangsrichtung von zu zentrifugierendem Medium
in die Trommel und eine Auslauf-Bremseinrichtung zum Ausführen und Abbremsen in Umfangsrichtung
von geklärtem Medium aus der Trommel vorgesehen sind. Dabei ist die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
separat von dem Rotor drehbar und mit der Auslauf-Bremseinrichtung drehenergieübertragend
gekoppelt. Gemäß der Erfindung ist die drehenergieübertragende Kopplung der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
mit der Auslauf-Bremseinrichtung als direkte Kopplung mittels einer Welle gebildet,
die zwischen der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung und der Auslauf-Bremseinrichtung
im Inneren des Rotors angeordnet ist.
[0007] Mit der erfindungsgemäßen Lösung wird die für das Beschleunigen des einzuführenden
Mediums erforderliche Energie von der Auslauf-Bremseinrichtung zu der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
geführt bzw. an dieser bereitgestellt. Dies wird durch eine Kopplung der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
mit der Auslauf-Bremseinrichtung erzielt, welche die Drehenergie der Auslauf-Bremseinrichtung
zu der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung zumindest großteils zurückführt.
[0008] Die erfindungsgemäße Trommelzentrifuge hat insbesondere den Vorteil, dass die kinetische
Energie von durch bzw. aus der Auslauf-Bremseinrichtung abströmendem Medium weitgehend
und mit nur vergleichsweise wenigen konstruktiven Bauteilen zurückgewonnen bzw. rückgeführt
werden kann. Der Wirkungsgrad der Energierückführung ist daher besonders hoch. Erfindungsgemäß
wird die Drehenergie der Auslauf-Bremseinrichtung mit einem drehbaren Koppelelement
direkt auf die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung weitergegeben. Eine solche direkte
Koppelung weist einen besonders geringen Reibungswiderstand auf und kann in einem
besonders kleinen Bauraum realisiert werden.
[0009] Die Trommel der erfindungsgemäßen Trommelzentrifuge ist besonders bevorzugt als eine
Vollmanteltrommel und der zugehörige Rotor als eine Schnecke gestaltet, wobei eine
derartige Zentrifuge auch als Vollmantelschneckenzentrifuge bezeichnet wird. Darüber
hinaus ist die erfindungsgemäße Lösung vorteilhaft bei Siebschneckenzentrifugen sowie
bei vielen schneckenlosen Zentrifugen anwendbar.
[0010] Gemäß der Erfindung ist die drehenergieübertragende Kopplung der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
mit der Auslauf-Bremseinrichtung mittels einer Welle gebildet. Die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
ist mit der Auslauf-Bremseinrichtung mittels der Welle gekoppelt. Eine solche Welle
kann zwischen einem Einlaufbereich im Inneren des Rotors und einem Auslaufbereich
an einer Stirnseite der Trommel als vergleichsweise kleines und leichtes Bauteil angeordnet
sein. Die Welle hat dann eine geringe Masse und ein besonders kleines Trägheitsmoment
bei zugleich hoher Biegesteifigkeit. Dadurch reagiert sie auf Beschleunigung und Abbremsung
besonders schnell und es können durch Eigenresonanz verursachte Biegeschwingungen
vermieden werden.
[0011] Mit der Welle ist vorzugsweise zugleich eine Einlaufstrecke für einzuführendes Medium
gebildet. Die Welle bildet dann zugleich einen Weg, durch den zu zentrifugierendes
Medium in die Trommel eingeführt wird. Dazu ist die Welle vorzugsweise als Hohlwelle
gestaltet. Eine solche hohlzylindrische Welle kann bei kleinem Trägheitsmoment vergleichsweise
hohe Drehmomente übertragen.
[0012] Besonders bevorzugt ist die von der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung und der Auslauf-Bremseinrichtung
gebildete Einheit von außerhalb der Trommel antreibbar gestaltet. Ein solcher Antrieb
von außen ermöglicht es, dass auf die gebildete Einheit Einfluss ausgeübt wird, insbesondere,
dass diese zusätzlich angetrieben oder gebremst wird, um insbesondere Leistung einzutragen
oder zu entnehmen. Zum Antreiben bzw. Bremsen ist besonders bevorzugt die Welle aus
der Trommel herausgeführt und mit einem Motor bzw. einer generatorisch betriebener
Bremse gekoppelt. Dadurch kann auch Energie von innen, d.h. von der Auslauf-Bremseinrichtung,
nach außen z.B. auf einen Generator übertragen werden. In der Regel wird aber die
Einlauf-Beschleunigungseinrichtung zusätzlich mittels eines Motors angetrieben werden.
Aufgrund der erfindungsgemäßen direkten Kopplung der Auslauf-Bremseinrichtung mit
der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung wirkt sich die Energierückführung dann auch
unmittelbar auf diesen Leistungseintrag des Motors aus.
[0013] Die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung ist besonders vorteilhaft mit Radialkanälen
gebildet. Solche Kanäle durchsetzen einen kreisförmigen Beschleunigungsrotor im Wesentlichen
in radialer Richtung und sind dabei besonders bevorzugt gekrümmt gestaltet. Mit der
Krümmung kann Medium, welches durch die Kanäle zugeführt wird, in seiner Bewegungsrichtung
und Bewegungsgeschwindigkeit gezielt geleitet werden. Das derart geleitete Medium
kann dann wie beabsichtigt mit geringer Stoßwirkung auf die Oberfläche des Teichs
abgelegt werden.
[0014] Die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung ist ferner vorzugsweise derart ausgebildet,
dass an ihr das eingeführte Medium in radialer und axialer Richtung geführt ist. Dem
zugeführten Medium wird damit eine zusätzliche axiale Bewegungskomponente mitgegeben,
mit der es über die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung geführt wird und schließlich
in den Teich gelangt. Die derartige Bewegung umfasst also außer der radialen Bewegungskomponente
eine axiale Bewegungskomponente, wodurch ein weiterer Freiheitsgrad für die Führung
und Leitung des Mediums genutzt werden kann. Dazu ist die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
besonders bevorzugt konisch ausgebildet. Ein dafür verwendeter Konus kann kostengünstig
hergestellt und dabei vielfältig konfiguriert werden. Insbesondere können an ihm Rippen
ausgebildet sein, um auf das zuzuführende Medium die gewünschte Beschleunigungsenergie
zu übertragen.
[0015] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Auslauf-Bremseinrichtung mit
einer Schäleinrichtung ausgebildet. Eine solche Schäleinrichtung ist bei herkömmlichen
Trommelzentrifugen bereits oftmals vorgesehen und kann erfindungsgemäß in einfacher
Weise umgestaltet werden, um mit ihr eine mit der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
gekoppelte Energierückgewinnung bereitzustellen.
[0016] Die Auslauf-Bremseinrichtung ist bevorzugt mit einem Turbinenlaufrad ausgebildet.
Ein solches Laufrad in Turbinenform kann speziell auf die jeweilige Anwendung angepasst
werden. Es ermöglicht daher eine Variation hinsichtlich der Energierückgewinnung,
insbesondere bei Verarbeitung verschiedener Medien in einem Typ Trommelzentrifuge.
[0017] Hinsichtlich der mechanischen Lagerung der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung ist
diese besonders bevorzugt relativ zu dem Rotor und innerhalb des Rotors selbst gelagert.
Ein dazu im Rotor vorgesehenes Lager für die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung überträgt
eingebrachte Querkräfte unmittelbar und mit kurzem Kraftfluss auf den Rotor. Der Rotor
selbst ist in der Trommel auch bei bekannten Trommelzentrifugen stabil gelagert, so
dass insgesamt für eine Kraftableitung von Kräften der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
in kostengünstiger und zugleich stabiler Weise gesorgt ist.
[0018] Die Auslauf-Bremseinrichtung ist in dieser Hinsicht vorzugsweise relativ zu der Trommel
und innerhalb der Trommel gelagert. Mit der derartigen Lagerung der Auslauf-Bremseinrichtung
in Bezug auf die Trommel werden die gleichen Vorteile wie oben erzielt. Ferner ist
es mit dieser Lagerung möglich, dass die aus der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
und der Auslauf-Bremseinrichtung gebildete Einheit insgesamt innerhalb der Trommel
angeordnet ist und (sofern gewünscht) nicht nach außen geführt zu werden braucht.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0019] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Lösung anhand der
beigefügten schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Trommelzentrifuge,
- Fig. 2
- einen Längsschnitt eines zweiten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Trommelzentrifuge,
- Fig. 3
- einen Längsschnitt eines dritten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Trommelzentrifuge,
- Fig. 4
- einen Längsschnitt eines vierten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Trommelzentrifuge,
- Fig. 5
- einen Längsschnitt eines fünften Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Trommelzentrifuge,
- Fig. 6
- einen Längsschnitt eines sechsten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Trommelzentrifuge,
- Fig. 7
- einen Längsschnitt eines siebten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Trommelzentrifuge
und
- Fig. 8
- einen Längsschnitt eines achten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Trommelzentrifuge.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0020] In den Fig. 1 ist je eine Trommelzentrifuge 10 dargestellt, die mit einem im Wesentlichen
zylindrischen Gehäuse 12 gestaltet ist. In dem Gehäuse 12 ist um eine Achse 14 eine
im Wesentlichen kreiszylindrische und abschnittsweise leicht konische Trommel 16 drehbar
gelagert. Die drehbare Lagerung ist mit einem ersten Trommellager 18 (auf den Fig.
jeweils links) an einer ersten Abstützung 20 und mit einem zweiten Trommellager 22
(auf den Fig. jeweils rechts) an einer zweiten Abstützung 24 gebildet. Die Trommel
16 wird im Betrieb der Trommelzentrifuge 10 von einem Trommelantrieb 26 (vorliegend
in Gestalt einer von einem nicht dargestellten Elektromotor angetriebenen Riemenscheibe)
in hohe Drehzahl versetzt.
[0021] In der Trommel 16 befindet sich ein Rotor 28 in Form einer Schnecke. Der Rotor 28
ist relativ zur Trommel 16 drehbar und dazu ebenfalls mittels eines Rotorantriebs
30 (wiederum in Gestalt einer Riemenscheibe) von außerhalb des Gehäuses 12 antreibbar.
Der Rotor 28 in Gestalt einer Schnecke umfasst eine im Wesentlichen kreiszylindrische
und ebenfalls abschnittsweise konische oder im Durchmesser gestufte Schneckennabe
32, die zumindest partiell hohl gestaltet ist. Die Schneckennabe 32 ist außenseitig
von einer Schneckenwendel 34 umgeben, die sich radial bis nahe an die Innenseite der
Trommel 16 erstreckt. Die Schneckenwendel 32 weist dazu ebenfalls einen zylindrischen
und einen konischen Abschnitt auf. Damit der Rotor 28 relativ zur Trommel 16 drehbar
ist, ist (in Bezug auf die Fig.) linksseitig ein erstes Rotorlager 36 in der Trommel
16 vorgesehen. Rechtsseitig ist der Rotor 28 mit einem zweiten Rotorlager 38 an einem
nach innen ragenden Fortsatz der Trommel 16 gelagert.
[0022] Die derartige Anordnung dient zum Zentrifugieren und Trennen eines Mediums in mehrere,
verschieden schwere Phasen, wobei das Medium durch eine Einlaufstrecke 40 in die Trommel
16 eingebracht wird. Die Einlaufstrecke 40 ist mittels eines geraden, zentralen Einlaufrohrs
gestaltet, das sich ortsfest angebracht längs der Achse 14 in das Innere des Rotors
28 und damit der Schneckennabe 32 hinein erstreckt. Das derart in das Innere der Schneckennabe
32 zugeführte Medium gelangt dort an einem Einlass 42 durch die Schneckennabe 32 hindurch.
Der Einlass 42 ist mit je einer Einlauf-Beschleunigungseinrichtung 44 in Form einer
Radialkanalscheibe (siehe Fig. 1, 3, 5, 6, 7 und 8) bzw. einer Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
46 in Form einer Konusscheibe (siehe Fig. 2 und 4) sowie mehreren Einlauföffnungen
48 gebildet, die das Medium durch die Schneckennabe 32 leiten.
[0023] Die Einlauf-Beschleunigungseinrichtungen 44 und 46 drehen sich im Betrieb der Trommelzentrifuge
10. Sie dienen dazu, dem eingeführten Medium gezielt kinetische Energie zuzuführen,
indem es radial geleitet und dabei in Umfangsrichtung beschleunigt wird, bis es durch
eine Einlauföffnung 48 in der Schneckennabe 32 strömt. Radial außerhalb der Einlauföffnungen
48 wird das zugeführte Medium dann auf einen sich in der Trommel 16 mit dem zuvor
zugeführten Medium bildenden Teich 50 abgelegt bzw. eingebracht. Dieses Ablegen bzw.
Einbringen kann auf diese Weise mit wenig Stoßwirkung erfolgen, wodurch Energieverluste
aufgrund von Reibung im Medium vermieden werden.
[0024] Im Teich 50 separieren sich aufgrund der wirkenden Zentrifugalkraft eine leichte
Phase 52 bzw. ein geklärtes Zentrat und eine schwere Phase 54, von denen die schwere
Phase 54 mittels der Schneckenwendel 34 aus einem Auslass 56 in der Trommel ausgetragen
wird. Die derart ausgetragene schwere Phase 54 strömt danach durch eine Austragsöffnung
58 im Gehäuse 12 ab.
[0025] Die leichte Phase 52 schwimmt auf der schweren Phase 54 auf und gelangt zu einem
Auslass 60, wo sie durch eine Austragsöffnung 62 abströmt. Bei den Ausführungsbeispielen
gemäß den Fig. 1,2 und 3 ist am Auslass 60 je eine Auslauf-Bremseinrichtungen 64 mit
einer Schälscheibe 66 zum Rückgewinnen der im abströmenden Medium vorhandenen kinetischen
Energie vorgesehen. Die Schälscheibe 66 ist je mit Radialkanälen 68 ausgebildet, denen
in Strömungsrichtung je ein Axialkanal 70 folgt, durch den die leichte Phase 52 schließlich
unter Druck zur zweiten Abstützung 24 nach außen geleitet wird. Bei der Auslauf-Bremseinrichtung
64 gemäß Fig. 8 ist eine Schälscheibe 66 mit einem im Radius verstellbaren Rohrkanal
72 vorgesehen, der das Medium der abgeführten leichten Phase 52 zugleich in Tangentialrichtung
umleitet. Bei den Ausführungsbeispielen gemäß den Fig. 4 bis 7 ist je eine Auslauf-Bremseinrichtung
74 in Form eines Turbinenrades 76 gestaltet, das radial außen mit Turbinenschaufeln
78 versehen ist. Die Turbinenschaufeln 78 werden von dem Medium der ausströmenden
leichten Phase 52 angeströmt und leiten diese weiter zu der Austragsöffnung 62, die
bei diesen Ausführungsbeispielen im Gehäuse 12 mündet.
[0026] Die derartigen Einlauf-Beschleunigungseinrichtungen 44 und 46 sind mit den zugehörigen
Auslauf-Bremseinrichtungen 64 und 74 jeweils unmittelbar mittels einer Welle 80 im
Innern des Rotors 28 drehmomentenübertragend gekoppelt. Dazu sind insbesondere die
Radialkanalscheibe (Fig. 1, 3, 5, 6, 7 und 8) und die Konusscheibe (Fig. 2 und 4)
der Einlauf-Beschleunigungseinrichtungen 44 und 46 mit der Welle 80 verbunden und
die Schälscheibe 66 sowie das Turbinenrad 76 an die Welle 80 gekoppelt. Bei den Ausführungsbeispielen
gemäß Fig. 1 bis 6 ist diese Kopplung unmittelbar gestaltet, wohingegen in den Ausführungsbeispielen
gemäß Fig. 7 und 8 die Kopplung über eine Antriebsscheibe 82 und einen Topfabschnitt
84 gestaltet ist. Die Konstruktion mit dem Topfabschnitt 84 erlaubt es, dass die Einheit
von im Inneren des Rotors 28 gekoppelter Einlauf-Beschleunigungseinrichtung und Auslauf-Bremseineinrichtung
auch von außerhalb des Gehäuses 12 zugänglich ist und insbesondere dort auch angetrieben
werden kann. Bei den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 3 und 6 ist dies Möglichkeit
eines äußeren Antriebs mit einer Antriebsscheibe 82 ebenfalls vorgesehen. Dazu ist
dort ein Rohrabschnitt 86 axial an die Welle 80 anschließend ausgebildet, der die
Verbindung nach außen für die dortige Antriebsscheibe 82 herstellt.
[0027] Die Welle 80 ist bezogen auf die Fig. jeweils links mittels eines Lagers 88 im Inneren
des Rotors 28 an einer sich radial erstreckenden Rotorscheibe 90 gegen die Schneckennabe
32 abgestützt. An der Seite der Auslauf-Bremseinrichtungen 64 und 74 (also bezogen
auf die Fig. jeweils rechts) ist die Welle 80 bei den Ausführungsbeispielen gemäß
den Fig. 1 bis 6 axial außen von der Schälscheibe 66 bzw. dem Turbinenrad 76 unmittelbar
gegen die Trommel 16 abgestützt. Bei den Ausführungsbeispielen gemäß den Fig. 7 (Turbinenrad
76) und Fig. 8 (verstellbare Schälscheibe 66) ist ein Lager 94 zum Abstützen der Welle
80 vorgesehen, welches den Topfabschnitt 84 außen umfasst und gegen die zweite Abstützung
24 abstützt. Radial innen von diesem Lager 94 ist das zweite Trommellager 22 angeordnet,
welches die Trommel 16 innen gegen den Topfabschnitt 84 und dadurch indirekt ebenfalls
gegen die zweite Abstützung 24 abstützt.
[0028] Zum ortsfesten Anbringen der als Einlaufrohr gestalteten Einlaufstrecke 40 ist bei
den Ausführungsbeispielen gemäß den Fig. 3, 6, 7 und 8 schließlich noch eine dritte
Abstützung 96 vorgesehen. Diese dritte Abstützung 96 stützt das Einlaufrohr am äußeren
Endbereich gegen die zweite Abstützung 24 ab und umfasst dabei die jeweils in diesem
Bereich vorgesehene Antriebsscheibe 82 derart, dass diese für einen (nicht dargestellten)
Riemenantrieb zugänglich ist.
[0029] Abschließend sei angemerkt, dass sämtlichen Merkmalen, die in den Anmeldungsunterlagen
und insbesondere in den abhängigen Ansprüchen genannt sind, trotz dem vorgenommenen
formalen Rückbezug auf einen oder mehrere bestimmte Ansprüche, auch einzeln oder in
beliebiger Kombination eigenständiger Schutz zukommen soll.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 10
- Trommelzentrifuge
- 12
- Gehäuse
- 14
- Achse
- 16
- Trommel
- 18
- Trommellager
- 20
- Abstützung
- 22
- Trommellager
- 24
- Abstützung
- 26
- Trommelantrieb
- 28
- Rotor
- 30
- Rotorantrieb
- 32
- Schneckennabe
- 34
- Schneckenwendel
- 36
- erstes Rotorlager
- 38
- zweites Rotorlager
- 40
- Einlaufstrecke
- 42
- Einlass
- 44
- Einlauf-Beschleunigungseinrichtung in Form einer Radialkanalscheibe
- 46
- Einlauf-Beschleunigungseinrichtung in Form einer Konusscheibe
- 48
- Einlauföffnung in der Schneckennabe
- 50
- Teich
- 52
- leichte Phase
- 54
- schwere Phase
- 56
- Auslass für die schwere Phase
- 58
- Austragsöffnung im Gehäuse für die schwere Phase
- 60
- Auslass für die leichte Phase
- 62
- Austragsöffnung für die leichte Phase
- 64
- Auslauf-Bremseinrichtung in Form einer Schäleinrichtung
- 66
- Schälscheibe
- 68
- Radialkanal
- 70
- Axialkanal
- 72
- Rohrkanal
- 74
- Auslauf-Bremseinrichtung in Form eines Turbinenrads
- 76
- Turbinenrad
- 78
- Turbinenschaufel
- 80
- Welle
- 82
- Antriebsscheibe
- 84
- Topfabschnitt
- 86
- Rohrabschnitt
- 88
- Lager
- 90
- Rotorscheibe
- 92
- Lager
- 94
- Lager
- 96
- Abstützung
1. Trommelzentrifuge (10) mit einer drehbaren Trommel (16), einem relativ zu der Trommel
(16) drehbaren Rotor (28), einer Einlauf-Beschleunigungseinrichtung (44; 46) zum Einführen
und Beschleunigen in Umfangsrichtung von zu zentrifugierendem Medium in die Trommel
(16) und einer Auslauf-Bremseinrichtung (64; 74) zum Ausführen und Abbremsen in Umfangsrichtung
von geklärtem Medium aus der Trommel (16), bei der die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung
(44; 46) separat von dem Rotor (28) drehbar und mit der Auslauf-Bremseinrichtung (64;
74) drehenergieübertragend gekoppelt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die drehenergieübertragende Kopplung der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung (44;
46) mit der Auslauf-Bremseinrichtung (64; 74) als direkte Kopplung mittels einer Welle
(80) gebildet ist, die zwischen der Einlauf-Beschleunigungseinrichtung (44; 46) und
der Auslauf-Bremseinrichtung (64; 74) im Inneren des Rotors (28) angeordnet ist.
2. Trommelzentrifuge nach Anspruch 1,
wobei mit der Welle (80) zugleich eine Einlaufstrecke gebildet ist.
3. Trommelzentrifuge nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die von Einlauf-Beschleunigungseinrichtung (44; 46) und Auslauf-Bremseinrichtung
(64; 74) gebildete Einheit von außerhalb der Trommel (16) antreibbar gestaltet ist.
4. Trommelzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung (44) mit Radialkanälen gebildet ist.
5. Trommelzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung (46) derart ausgebildet ist, dass an
ihr das eingeführte Medium in radialer und axialer Richtung geführt ist.
6. Trommelzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei die Auslauf-Bremseinrichtung (64) mit einer Schäleinscheibe (66) ausgebildet
ist.
7. Trommelzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei die Auslauf-Bremseinrichtung (74) mit einem Turbinenrad (76) ausgebildet ist.
8. Trommelzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei die Einlauf-Beschleunigungseinrichtung (44; 46) relativ zu dem Rotor (28) innerhalb
des Rotors (28) gelagert ist.
9. Trommelzentrifuge (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
wobei die Auslauf-Bremseinrichtung (64; 74) relativ zu der Trommel (16) innerhalb
der Trommel (16) gelagert ist.
1. Drum centrifuge (10) having a rotatable drum (16), a rotor (28) rotatable relative
to the drum (16), an intake acceleration device (44; 46) for introducing medium to
be centrifuged into the drum (16) and accelerating same in the circumferential direction
and a discharge decelerating device (64; 74) for discharging clarified medium from
the drum (16) and decelerating same in the circumferential direction, wherein the
intake acceleration device (44; 46) is rotatable separately from the rotor (28) and
is coupled to the discharge decelerating device (64; 74) in a rotational energy-transmitting
manner,
characterised in that the rotational energy-transmitting coupling of the intake acceleration device (44;
46) is formed with the discharge decelerating device (64; 74) as direct coupling by
means of a shaft (80) which is arranged between the intake acceleration device (44;
46) and the discharge decelerating device (64; 74) in the interior of the rotor (28).
2. Drum centrifuge according to Claim 1,
wherein an intake path is formed simultaneously with the shaft (80).
3. Drum centrifuge according to Claim 1 or 2,
wherein the unit formed from intake acceleration device (44; 46) and discharge decelerating
device (64; 74) is designed drivable from outside the drum.
4. Drum centrifuge according to one of Claims 1 to 3,
wherein the intake acceleration device (44) is formed with radial channels.
5. Drum centrifuge according to one of Claims 1 to 3,
wherein the intake acceleration device (46) is formed in such a manner that the introduced
medium is guided thereat in radial and axial direction.
6. Drum centrifuge according to one of Claims 1 to 5,
wherein the discharge decelerating device (64) is formed with an impeller disc (66).
7. Drum centrifuge according to one of Claims 1 to 5,
wherein the discharge decelerating device (74) is formed with a turbine wheel (76).
8. Drum centrifuge according to one of Claims 1 to 7,
wherein the intake acceleration device (44; 46) is mounted relative to the rotor (28)
within the rotor (28).
9. Drum centrifuge according to one of Claims 1 to 8,
wherein the discharge decelerating device (64; 74) is mounted relative to the drum
(16) within the drum (16).
1. Centrifugeuse à tambour (10) avec un tambour (16) pouvant pivoter, avec un rotor (28)
pouvant pivoter par rapport au tambour (16), avec un dispositif d'accélération à l'entrée
(44 ; 46) permettant d'amener et d'accélérer dans la direction circonférentielle un
agent à centrifuger dans le tambour (16) et avec un dispositif de freinage à la sortie
(64 ; 74) pour freiner dans la direction circonférentielle et évacuer hors du tambour
(16) un agent décanté, dans laquelle le dispositif d'accélération à l'entrée (44 ;
46) est couplé de façon à pouvoir tourner séparément du rotor (28) et couplé au dispositif
de freinage à la sortie (64 ; 74) de façon à transmettre de l'énergie de rotation
;
caractérisée en ce que le couplage de transmission d'énergie de rotation du dispositif d'accélération à
l'entrée (44 ; 46) avec le dispositif de freinage à la sortie (64 ; 74) est réalisé
sous la forme d'un couplage direct au moyen d'un arbre (80) disposé entre le dispositif
d'accélération à l'entrée (44 ; 46) et le dispositif de freinage à la sortie (64 ;
74) à l'intérieur du rotor (28).
2. Centrifugeuse à tambour selon la revendication 1, un tronçon d'entrée étant formé
simultanément avec l'arbre (80).
3. Centrifugeuse à tambour selon la revendication 1 ou 2, l'unité formée par le dispositif
d'accélération à l'entrée (44 ; 46) et le dispositif de freinage à la sortie (64 ;
74) est réalisée de façon à pouvoir être entraînée depuis l'extérieur du tambour (16).
4. Centrifugeuse à tambour selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, le dispositif
d'accélération à l'entrée (44) étant formé avec des canaux radiaux.
5. Centrifugeuse à tambour selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, le dispositif
d'accélération à l'entrée (46) étant réalisé de telle sorte que l'agent introduit
à son niveau est guidé dans la direction radiale et axiale.
6. Centrifugeuse à tambour selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, le dispositif
de freinage à la sortie (64) étant réalisé avec un disque de raclage (66).
7. Centrifugeuse à tambour selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, le dispositif
de freinage à la sortie (74) étant réalisé avec une roue à turbine (76).
8. Centrifugeuse à tambour selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, le dispositif
d'accélération à l'entrée (44 ; 46) étant disposé à l'intérieur du rotor (28) par
rapport au rotor (28).
9. Centrifugeuse à tambour (10) selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, le dispositif
de freinage à la sortie (64 ; 74) étant disposé à l'intérieur du tambour (16) par
rapport au tambour (16).