[0001] Die Erfindung richtet sich auf einen Zentrifugalabscheider gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Zentrifugalabscheider sind in sehr unterschiedlichen Gestaltungen bekannt. So zeigt
beispielsweise die
DE 103 46 692 A1 einen Tropfenabscheider, der im Übergang zum Trichterbereich außenrandseitig am dort
endenden Tauchrohr Drallschaufeln aufweist, um im Trichter eine Rotation des eintretenden
Gasstromes zu erreichen. Zu- und abschaltbare Zyklone zeigt beispielsweise die
DE 102 05 981 A1, während die
DE 195 16 817 C1 einen Zyklon mit zusätzlichen Elementen, wie beispielsweise eine Sprühelektrode,
zeigt.
[0003] Aus der
DE 32 30 280 A1 ist ferner ein Zentrifugalabscheider mit einem rohrförmigen Außenmantel, mit einem
an dessen Einlaufseite angebrachten Leitapparat und mit einem in seiner Längsachse
liegenden Tauchrohr bekannt. Am Tauchrohr ist koaxial zu diesem ein sich in Richtung
des Tauchrohrendes erweiternder Abweisschirm angeordnet.
[0004] Hochtemperaturvergaser wurden entwickelt, um mittels eines Wirbelschichtvergasungsprozesses
die Nutzung beispielsweise von Braunkohle zu verbessern unter Nutzung eines sogenannten
Hochtemperatur-Winkler-Vergasers HTW als Weiterentwicklung der ursprünglich bei Umgebungsdruck
arbeitenden Winkler-Kohlevergasung. Die Vorteile liegen im Wesentlichen in der besseren
Rohstoffnutzung, der erheblich größeren Vergaserkapazität für Großanlagen und in der
Vermeidung der Bildung von Nebenprodukten.
[0005] Nachteilig bei dieser Verfahrensweise ist u.a., dass die Abscheideeffizienz des Rückführzyklons
nicht besonders ausgeprägt ist, was zur Folge hat, dass man kostenintensive Warmgasfilter
hinter dem Zyklon und Rohgaskühler schalten muss. Erschwerend kommt noch hinzu, dass
sich im Warmgasfilter abgeschiedenem Staub noch hohe Mengen an Kohlenstoff befindet.
Dieser Staub kann somit nicht deponiert werden, sondern muss entweder zum Vergaser
über Leitungen und Schnecken zurückgeführt werden oder mit hohem Aufwand in einem
separaten Kessel mittels Hilfsbrennstoff verbrannt werden.
[0006] Hier setzt die Erfindung ein, deren Aufgabe darin besteht, den Abscheidungsgrad eines
Zentrifugalabscheiders, insbesondere eines Rückführzyklons bei einem Hochtemperaturvergaser,
deutlich zu erhöhen.
[0007] Gelöst wird die Aufgabe durch einem Zentrifugalabscheider mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1. Eine alternative Lösung wird durch einen Zentrifugalabscheider mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 2 bereitgestellt.
[0008] Beschrieben wird ferner ein Verfahren zur Optimierung eines Zentrifugalabscheiders,
insbesondere eines Rückführzyklons bei einem Hochtemperaturvergaser, wobei durch Einbauten
am Tauchrohr des Zentrifugalabscheiders eine lokale Erhöhung der Zentrifugalkraft
vorgenommen wird.
[0009] Zur Erhöhung der Abscheideleistung eines Zyklons ist schon vorgeschlagen worden,
das Tauchrohr in den "Totwasserbereich" zu verschieben, d.h. das Tauchrohr wird exzentrisch
im Zyklon eingebaut. Eine solche Maßnahme ist nur bei Neubauten der Zyklone wirtschaftlich
sinnvoll. Eine Nachrüstung und damit nachträgliche Optimierung ist damit wirtschaftlich
nicht erreichbar. Die Einbauten am Tauchrohr lassen sich demgegenüber problemlos auch
nachrüsten.
[0010] Eine Variante der Optimierungsmöglichkeit besteht darin, dass durch eine Vorschaltung
eines Agglomerators im Eintrittsbereich des Zentrifugalabscheiders eine mechanische
Kornvergrößerung der abzuscheidenden Partikel vorgenommen wird. Durch einen Agglomerator
wird Einfluss auf die Partikelgröße genommen, indem eine Erhöhung der Kollisionsrate
zwischen großen und kleinen Partikeln im Eintrittsbereich des Zyklons erreicht wird,
was den Abscheidungsgrad deutlich verbessert. Grundsätzlich sind Agglomationsvorrichtungen
bekannt, siehe dazu beispielsweise die
DE 198 15 976 A1.
[0011] Da Zyklone nur in eng begrenzten Betriebszuständen optimal arbeiten, beispielsweise
beträgt bei Stäuben eine optimale tangentiale Eintrittsgeschwindigkeit in den Zyklon
10 m/s, ist die Leistungsfähigkeit bei Lastwechseln Schwankungen unterworfen. Hier
greift bei der Optimierung eines derartigen Zyklons das beschriebene Verfahren durch
Querschnittsveränderung am Zentrifugalabscheidereintritt ein, wobei diese Querschnittsveränderung
in sehr unterschiedlicher Weise erfolgen kann, wie weiter unten angegeben.
[0012] Mit der variablen Querschnittsveränderung wird erreicht, dass die Auslegungsgeschwindigkeit
des Zyklons immer konstant gehalten werden kann.
[0013] In Ausgestaltung ist vorgesehen, dass mehrere der oben genannten Verfahrensschritte
gleichzeitig vorgenommen werden.
[0014] Zur Lösung der gestellten Aufgabe sieht die Erfindung einen Zentrifugalabscheider
vor, der sich dadurch auszeichnet, dass am Tauchrohr ein den Strömungskanal des Zentrifugalabscheiders
verengendes Strömungsleitelement vorgesehen ist. Ein solches verengendes Strömungselement
ist, wie dies die Erfindung vorsieht, als schalenförmiges Leitblech ausgebildet.
[0015] Um eine besonders optimale Strömung zu erreichen, ist dabei nach der Erfindung auch
vorgesehen, dass am Außenbereich des Tauchrohres das exzentrische, schalenförmige
Leitblech dem Gaseintritt etwa gegenüberliegend angeordnet ist, wobei das Leitblech
bis unterhalb der Unterkante des Gaseintrittskanales gezogen und sich dann zum unteren
Tauchrohrende der Rohrform verjüngend wieder angleicht. Die Position des Leitbleches
kann je nach Auslegung des Zentrifugalabscheiders auch variieren.
[0016] Um eine mechanische Kornvergrößerung der Partikel zu erreichen, ist ein Agglomerator
am Eintritt des Zentrifugalabscheiders erfindungsgemäß vorgesehen, der von einer Mehrzahl
den Strömungskanal durchsetzenden rohrförmigen
[0017] Strömungsstörelementen gebildet ist. Diese rohrförmigen Strömungsstörelemente können
horizontal, vertikal oder im Winkel in den Strömungskanal eingebaut sein.
[0018] Um, wie oben schon angegeben, die Auslegungsgeschwindigkeit des Zentrifugalabscheiders
auch bei Lastwechseln konstant halten zu können, sieht die Erfindung in weiterer Ausgestaltung
auch vor, dass der Eintrittströmungskanal mit einer den Kanalquerschnitt verändernden
beweglichen Wandfläche oder einer keramischen Schieberplatte ausgerüstet ist, wobei
Ausgestaltungen darin bestehen können, dass die horizontal oder vertikal bewegliche
Wandfläche als Schieber oder als im Übergangsbereich zur Zentrifuge gekrümmtes Wandelement
ausgebildet ist.
[0019] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aufgrund der
nachfolgenden Beschreibung sowie anhand der Zeichnung. Diese zeigt in
- Fig. 1
- eine vereinfachte Darstellung eines Hochtemperatur-Winkler-Vergasers sowie in den
- Fig. 2 bis 7
- vereinfachte Darstellungen eines Zentrifugalabscheiders mit unterschiedlichen strömungsverändernden
Einbauten.
[0020] In Fig. 1 ist vereinfacht ein System einer Hochtemperatur-Winkler-Vergasung dargestellt
mit einem Vergaser 1, dem über Vorlagebehälter 2 das Einsatzmaterial zugeführt wird.
Das Bodenprodukt wird bei 3 ausgetragen, z.B. mittels einer Förderschnecke 4. Das
Gas beaufschlagt einen Zentrifugalabscheider 5, wobei die Feststoffpartikel über die
Leitung 6 wieder zurück in den Vergaser 1 geleitet werden, das Gas wird zur weiteren
Bearbeitung über eine Leitung 7 abgeführt.
[0021] In den Fig. 2 bis 7 sind Varianten der Einflussnahme auf die Strömung im Zentrifugalabscheider
5 dargestellt:
[0022] Fig. 2 zeigt die Zuführung des Gemisches aus Feststoffen und Gasen (Pfeil 8) in den
Zentrifugalabscheider 5, wobei das Gemisch das Tauchrohr 9 umströmt.
[0023] Zur Beschleunigung der Strömung weist das Tauchrohr 9 ein Strömungsleitelement 10
auf, das als gekrümmtes Leitblech auf das Tauchrohr 9 aufgeschweißt ist oder in anderer
Weise dort befestigt ist. Wie sich aus Fig. 2 ergibt, verjüngt sich das Leitblech
10, in seinem unteren Bereich mit 10a bezeichnet, derart, dass am Ende des Tauchrohres
9 die ursprüngliche Querschnittsfläche des Strömungskanales wieder erreicht ist. Das
gereinigte Gas verlässt den Zentrifugalabscheider 5 über das Rohr 7, was durch einen
Pfeil 11 angedeutet ist. Die Feststoffpartikel verlassen den Abscheider nach unten,
was durch einen Pfeil 12 angedeutet ist.
[0024] Die Position des Leitbleches 10 mit Verjüngung 10a ist in Fig. 2 zur besseren Darstellung
an der vorgesehenen Stelle wiedergegeben. Diese muss nicht der echten Einbauposition
entsprechen.
[0025] In den folgenden Figuren sind alle baugleichen Elemente mit dem gleichen Bezugszeichen
bezeichnet ebenso die Pfeile.
[0026] Im Unterschied zu Fig. 2 sind bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 3 zur Bildung
eines Agglomerators, allgemein mit 13 bezeichnet, im Eingangsstutzen 14 des Zentrifugalabscheiders
5 rohrförmige Strömungsstörelemente 15 eingebaut, die nicht nur, wie hier dargestellt,
horizontal, sondern auch vertikal oder diagonal im Einlaufkanal 14 positioniert sein
können.
[0027] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 4 kann der Querschnitt des Eintrittskanales 14 in
den Zentrifugalabscheider 5 durch ein anhebbares bzw. senkbares Sperrelement bzw.
eine keramische Schieberplatte 16 verändert werden. Diese Bewegung ist mit einem Doppelpfeil
17 angedeutet.
[0028] In Fig. 5 ist eine Variante dargestellt, um den Querschnitt des Eintrittskanales
14 des Zentrifugalabscheiders 5 verändern zu können, nämlich durch eine heb- und senkbare
Bodenplatte, z.B. ebenfalls als keramische Platte ausgebildet, die mit 18 bezeichnet
ist, die Bewegungsmöglichkeit wird durch einen Doppelpfeil 19 angedeutet.
[0029] In Fig. 6 ist die keramische Platte, hier mit 20 bezeichnet, zur Querschnittsveränderung
vertikal verschwenkbar, was mit einem Doppelpfeil 21 angedeutet ist.
[0030] Schließlich zeigt Fig. 7 noch die Möglichkeit der Querschnittsverringerung im Einlaufbereich
zum Zentrifugalabscheider 5 durch eine dem gekrümmten Wandverlauf des Abscheiders
angepasste Platte 22, die Bewegung ist durch einen Doppelpfeil 23 angedeutet.
[0031] Wie weiter oben schon angegeben, können die einzelnen Maßnahmen auch in Kombination
vorgenommen werden, etwa gleichzeitig eine Querschnittsverengung des Eintrittskanales
14 durch entsprechende keramische Platten 18, 20 oder 22 in Verbindung mit einem Agglomerator
13 und einem Strömungsleitblech 10, 10a, um nur eine Variationsmöglichkeit anzugeben.
Bezugszeichenliste:
[0032]
- 1
- Vergaser
- 2
- Vorlagebehälter
- 3
- Bodenproduktaustrag
- 4
- Förderschnecke
- 5
- Zentrifugalabscheider
- 6, 7
- Leitung
- 8, 11, 12
- Pfeil
- 9
- Tauchrohr
- 10, 10a
- Strömungsleitblech
- 13
- Agglomerator
- 14
- Eintrittskanal
- 15
- Strömungsstörelemente
- 16
- keramische Schieberplatte
- 17, 19,21, 23
- Doppelpfeil
- 18, 20, 22
- keramische Platte
1. Zentrifugalabscheider mit einem Tauchrohr (9) und einem Eintrittskanal (14),
dadurch gekennzeichnet,
dass am Außenbereich des Tauchrohrs (9) ein als exzentrisches, schalenförmiges Leitblech
(10) ausgebildetes, einen Strömungskanal des Zentrifugalabscheiders (5) verengendes
Strömungsleitelement vorgesehen ist, welches dem Gaseintritt etwa gegenüberliegend
angeordnet ist, wobei das Leitblech (10) bis unterhalb einer Unterkante des Eintrittskanals
(14) gezogen ist und sich dann zum unteren Tauchrohrende der Rohrform verjüngend wieder
angleicht.
2. Zentrifugalabscheider nach Anspruch 1 oder nach dem Oberbegriff von Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Eintrittskanal (14) des Zentrifugalabscheiders (5) ein Agglomerator (13) von
einer Mehrzahl den Strömungskanal durchsetzenden rohrförmigen Strömungsstörelementen
(15) gebildet ist.
3. Zentrifugalabscheider nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Strömungsstörelemente (15) horizontal, vertikal oder im Winkel in den Strömungskanal
eingebaut sind.
4. Zentrifugalabscheider nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Eintrittskanal (14) mit einer den Kanalquerschnitt verändernden beweglichen Wandfläche
oder einer keramischen Schieberplatte (16) ausgerüstet ist.
5. Zentrifugalabscheider nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wandfläche (16, 18, 20) horizontal oder vertikal beweglich ist und, dass die
Wandfläche (16, 18, 20) als Schieber oder als im Übergangsbereich zur Zentrifuge gekrümmtes
Wandelement (22) ausgebildet ist.
1. Centrifugal separator comprising a dip tube (9) and an inlet channel (14),
characterized in that
on the exterior of the immersion tube (9) a flow guiding element is provided which
is designed as an eccentric, shell-shaped baffle plate (10), narrows a flow channel
of the centrifugal separator (5) and is arranged approximately opposite the gas inlet,
the baffle plate (10) being drawn down to below a lower edge of the inlet channel
(14) and then tapering again toward the lower immersion tube end of the tube shape.
2. Centrifugal separator according to claim 1 or according to the preamble of claim 1,
characterized in that
an agglomerator (13) is formed on the inlet channel (14) of the centrifugal separator
(5) by a plurality of tubular flow disruption elements (15) that pass through the
flow channel.
3. Centrifugal separator according to claim 2,
characterized in that
the flow disruption elements (15) are installed horizontally, vertically or at an
angle in the flow channel.
4. Centrifugal separator according to any of the preceding claims,
characterized in that
the inlet channel (14) is provided with a movable wall surface that changes the channel
cross section or with a ceramic slide plate (16).
5. Centrifugal separator according to claim 4,
characterized in that
the wall surface (16, 18, 20) can be moved horizontally or vertically and in that the wall surface (16, 18, 20) is designed as a slide or as a wall element (22) that
is curved in the transition region to the centrifuge.
1. Séparateur centrifuge comportant un tube plongeur (9) et un canal d'entrée (14),
caractérisé en ce
qu'un élément de direction d'écoulement est prévu sur la zone extérieure du tube plongeur
(9), lequel élément de direction d'écoulement est réalisé sous la forme d'une chicane
(10) excentrique en forme de coquille et rétrécit un canal d'écoulement du séparateur
centrifuge (5), et est disposé approximativement en face de l'entrée de gaz, la chicane
(10) étant étirée jusqu'en dessous d'un bord inférieur du canal d'entrée (14) puis
se rétrécissant à nouveau en direction de l'extrémité inférieure de tube plongeur
de la forme de tube.
2. Séparateur centrifuge selon la revendication 1 ou selon le préambule de la revendication
1,
caractérisé en ce
qu'au niveau du canal d'entrée (14) du séparateur centrifuge (5), un agglomérateur (13)
est formé d'une pluralité d'éléments perturbateurs d'écoulement (15) en forme de tube
traversant le canal d'écoulement.
3. Séparateur centrifuge selon la revendication 2,
caractérisé en ce
que les éléments perturbateurs d'écoulement (15) sont installés horizontalement, verticalement
ou en biais dans le canal d'écoulement.
4. Séparateur centrifuge selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que le canal d'entrée (14) est pourvu d'une surface de paroi mobile qui modifie la section
transversale de canal, ou d'une plaque coulissante en céramique (16).
5. Séparateur centrifuge selon la revendication 4,
caractérisé en ce
que la surface de paroi (16, 18, 20) peut être déplacée horizontalement ou verticalement,
et en ce que la surface de paroi (16, 18, 20) est réalisée sous forme de glissière ou d'élément
de paroi (22) incurvé(e) en direction du centrifugeur dans la zone de transition.