[0001] Die Erfindung betrifft eine Faltschachtelklebemaschine zur Herstellung von Faltschachteln
aus Zuschnitten, die mehrere Bearbeitungsstationen und eine Fördereinrichtung zum
Fördern der Zuschnitte durch die einzelnen Bearbeitungsstationen aufweist.
[0002] Faltschachteln sind Verpackungen aus Karton oder Wellpappe, in geringem Umfang auch
aus Kunststoff, die je nach Konstruktion während des Faltprozesses an einer oder mehreren
Stellen beleimt werden. Sie werden in der Regel aus einem Zuschnitt produziert. Die
Zuschnitte werden üblicherweise auf einer Bogenstanze ausgestanzt. Der Zuschnitt muss
mindestens an einer Kante verklebt werden. Die gefalteten Schachteln kommen im flachliegenden
Zustand aus der Faltschachtelklebemaschine. Das Aufstellen und Befüllen der Schachtel
kann maschinell oder auch manuell erfolgen.
[0003] Neben den Faltungen, die zur Herstellung der Faltschachteln erforderlich sind, werden
als Vorbereitung für den anschließenden Produktionsschritt auch weitere Rilllinien
in der Faltschachtelklebemaschine vorgebrochen (vorgefaltet). Dadurch wird das Aufstellen
der Schachtel und das spätere Befüllen erleichtert.
[0004] Der eigentliche Klebeprozess ist nur ein Teil des komplexen maschinellen Vorganges
bei der Herstellung von Faltschachteln. Je nach Art der Schachtel sind vor dem Leimauftrag
diverse Faltungen in und quer zur Laufrichtung der Maschine auszuführen, um die Faltschachtel
konstruktionsgerecht für das Aufrichten vorzubereiten und den Leim an der richtigen
Stelle aufzutragen.
[0005] Faltschachtelklebemaschinen zur Herstellung von Faltschachteln aus Zuschnitten weisen
bekanntermaßen mehrere Bearbeitungsstationen auf, die von den Zuschnitten der Faltschachtel
nacheinander durchlaufen werden, dies sind beispielsweise:
- Einleger
[0006] Die Schachtelzuschnitte werden am Einleger zwischen zwei seitlich justierbare Stapelwände
platziert. Umlaufende Einlegerriemen zeihen den jeweils untersten Zuschnitt in die
Maschine. Durch in der Höhe einstellbare Stellzungen können Doppeleinzüge ausgeschlossen
werden, somit ist ein optimales und markierungsfreies Einziehen der Zuschnitte gewährleistet.
[0007] Der Einleger vereinzelt die Zuschnitte und sorgt für einen definierten Abstand der
Zuschnitte zueinander.
- Ausrichtestation
[0008] Um die Zuschnitte für den nachfolgenden Faltvorgang exakt mit zur Transportrichtung
parallelen Rilllinien auszurichten, ist es bekannt, unmittelbar hinter den Einleger
eine so genannte Ausrichtstation anzuordnen. Das Ausrichten der Zuschnitte erfolgt
an einer Führungsleiste, die sich in Transportrichtung erstreckt und gegen die die
Zuschnitte seitlich geführt werden.
- Vorbrecher
[0009] Im Vorbrecher werden die Rilllinien einmal vorgebrochen und dann wieder flach in
die nachfolgende Station übergeleitet. Durch das Vorbrechen (Vor- und Zurückfalten)
der Rilllinien werden diese weich und geschmeidig gemacht. Dadurch lassen sich geklebte
Schachteln später leichter öffnen, das Befüllen wird vereinfacht. Der Vorbrecher bietet
auch die Möglichkeit, Zusatzeinrichtungen aufzunehmen.
- Faltstation
[0010] Hier werden die Zuschnitte gefaltet und verklebt. Das Unterleimwerk am Anfang der
Faltstation stellt einen präzisen Leimauftrag und spritzarmes Arbeiten auch bei höchsten
Produktionsgeschwindigkeiten sicher.
- Überleitstation
[0011] Die geklebten Schachteln werden in der Station für die geschuppte Übergabe in die
Pressstation vorbereitet. Bei Einsatz von Codeleser oder Leimauftragskontrolle können
fehlerhafte Schachteln in der Überleitstation mittels Zusatzeinrichtung ausgeschleust
werden. In dieser Station werden die Schachteln gezählt sowie einzelne Schachteln
über eine Markiereinrichtung seitlich versetzt abgelegt; damit ist der Schachtelstrom
für eine schnelle und einfache manuelle Abnahme optimal vorbereitet.
- Sammel- und Presseinrichtung
[0012] In der langsamer laufenden Pressstation werden die geschuppten Schachteln, unter
präzise einstellbarem Druck, zwischen umlaufenden Pressgurten geführt, um den Leim
auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten abbinden zu lassen. Faltschachtelklebemaschinen
können hierzu mit einer elektronischen Einrichtung zur zuschnittabhängigen Steuerung
der Geschwindigkeit für die Sammel- und Presseinrichtung ausgerüstet sein. Diese stellt
automatisch das genaue Einhalten der eingestellten Schuppung sicher - und damit Strangdicke
und gleichmäßige Pressung der Schachteln auch bei unterschiedlichem Schachtelfluss.
Zusatzmaschinen
[0013] Im Anschluss an die Sammel- und Presseinrichtung besteht die Möglichkeit, halbautomatische
oder vollautomatische Abpackmaschinen zu installieren. Die geklebten Schachteln werden
dann maschinell direkt in Umkartons verpackt bzw. für eine erleichterte Handabnahme
vorbereitet.
[0014] Am Einleger einer Faltschachtelklebemaschine kann zusätzlich ein Voreinleger für
das Zuführen eines ununterbrochenen Faltschachtel-Zuschnittstroms angeschlossen werden.
[0015] Mit der Option eines Voreinlegers und einer Abpackmaschine an der Faltschachtelklebemaschine
wird ein umfassenden vollautomatisches System für höchste Produktionsleistung und
Produktqualität zur Verfügung gestellt - ein hoch wirtschaftliches System, exakt zugeschnitten
auf die Bedürfnisse des Profianwenders.
[0016] Weiterhin können Leimauftrags- und Kontrollgeräte, Düsenleimwerke (für Kalt- und
Heißleim) sowie Codeleser und Leimauftragskontrollgeräte integriert werden.
[0017] Der Transport der Zuschnitte durch die einzelnen Bearbeitungsstationen erfolgt mittels
oberer und unterer Förderriemen, die jeweils auf ihrer den Zuschnitten abgewandten
Seite abgestützt sind. In der Regel werden über die Maschinenbreite zwei Paare von
schmalen Riemen eingesetzt, die zur Anpassung auf verschieden Schachtelformate für
die optimale Berührungslinie mit den Zuschnitten quer positioniert werden können.
Positionsanzeigen für die formatbezogene Verstellung der Rollschienen sorgen für kurze
Rüstzeiten bei Einstellungen und Wiederholaufträgen. Die oberen Rollschienen sind
abhebbar. Das erleichtert die Einstellarbeiten und reduziert Rüstzeiten. Zudem lassen
sich die Zuschnitte leicht herausnehmen.
[0018] Derartige Faltschachtelklebemaschinen sind beispielsweise aus der
EP 10 01 877 B1 bekannt.
[0019] Dienen die Faltschachteln zur Verpackung von Arzneimitteln, so ist es gesetzlich
vorgeschrieben, die Bezeichnung des Arzneimittels in Blindenschrift (so genannte Braille-Schrift)
auf die Faltschachtel aufzubringen (bspw. Durch Prägen). Dazu wurde vom Fachverband
Faltschachtel-Industrie (FFI) e.V. eine technische Richtlinie "Blindenschrift in der
Faltschachtel-Herstellung" herausgegeben, die als Leitfaden für eine standardisierte
Herstellung der Blindenschrift auf Faltschachteln dienen.
[0020] Bekannterweise erfolgt die Prägung der Blindenschrift während des Stanzprozesses
in der Bogenstanze bei der Herstellung der Zuschnitte. Dies ist jedoch aufwendig,
da ein Stanzbogen etliche Nutzen (Zuschnitte) enthält und für jeden Nutzen ein Werkzeugpaar
bestehend aus Matrize und Patrize bereitgestellt werden muss. Es entstehen somit sehr
hohe Werkzeugkosten. Weiterhin hat es sich gezeigt, dass die Stanzbögen dazu neigen,
an den Prägewerkzeugen für die Braille-Schrift hängen zu bleiben und so dem Stanzprozess
beeinträchtigen. Weiterhin bereitet es Schwierigkeiten, die Rilllinien und die Braille-Schrift
gleichzeitig zu prägen, falls sich die Braille-Schrift in der Nähe der Rilllinien
befinden soll. Die Werkzeuge für das Prägen der Rilllinien und der Braille-Schrift
benötigen einen Mindestabstand voneinander. Darüber hinaus erhöht sich die benötigte
Einstellzeit wegen der Vielzahl der Werkzeuge in der Stanzform.
[0021] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zu Grunde, das Einprägen einer Blindenschrift
in eine Faltschachtel in vereinfachter Form und ohne Beeinträchtigung der übrigen
Verarbeitungssschritte bei der Herstellung einer Faltschachtel zu ermöglichen.
[0022] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass in der Faltschachtelklebemaschine, bevorzugt
zwischen zwei Bearbeitungsstationen, eine Prägeeinrichtung mit Prägewerkzeugen zur
Prägung einer Blindenschrift in die Zuschnitte angeordnet ist.
[0023] Die Unteransprüche enthalten bevorzugte, da besonders vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung.
[0024] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines vereinfacht dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
Figur 1 zeigt in einer perspektivischen Darstellung einen Teil einer Faltschachtelklebemaschine
mit der Prägeeinrichtung für eine Blindenschrift.
Figur 2 zeigt die Seitenansicht des Teils der Faltschachtelklebemaschine.
Figur 3 zeigt in vergrößerter Darstellung ein rotierendes Prägewerkzeug und seine
Lagerung.
[0025] Die in den Figuren ausschnittsweise dargestellte Faltschachtelklebemaschine enthält
im Wesentlichen die üblichen oben beschriebenen Arbeitsstationen, von denen nur die
Ausrichtestation und Vorbrechstation näher dargestellt sind. Ein nicht dargestellter
Einleger zieht die zu verarbeitenden Zuschnitte mit hoher Geschwindigkeit aus einem
Stapel nacheinander ab, damit diese einzeln den nachfolgenden Bearbeitungsstationen
zugeführt werden. Auf den Einleger folgt eine Ausrichtstation 1, die gemeinsam mit
der nachfolgenden Vorbrechstation 2 teilweise in den Figuren dargestellt ist. Die
Ausrichtstation dient bekannterweise zum exakten Ausrichten der Zuschnitte so, dass
nach dem Ausrichten die Rilllinien exakt in Transportrichtung verlaufen. Dazu enthält
die Ausrichtstation 1 eine exakt in Transportrichtung der Zuschnitte ausgerichtete
Führungsschiene, gegen die die Zuschnitte geführt und so ausgerichtet werden. Auf
die Ausrichtstation 1 folgt eine Vorbrechstation 2, die Faltelemente enthält, um die
Faltlappen der Zuschnitten vor- und zurück zu falten, damit die entsprechenden Längsrilllinien
durch Knicken um 180° weich und geschmeidig gemacht werden. Auf den Vorbrecher 2 folgt
als nächste Bearbeitungsstation eine nicht dargestellte Faltstation.
[0026] Die Fördereinrichtung zum Fördern der Zuschnitte durch die einzelnen Bearbeitungsstationen
besteht aus zwei Riemenpaaren 3, 4, die sich entsprechend der einzelnen Bearbeitungsstationen
aus einzelnen Segmenten aufbauen. Jedes der aus einem oberen und einem unteren Förderriemen
bestehenden Riemenpaare 3, 4 eines Segments ist zur Einstellung der optimalen Angriffsposition
an den sich ändernden Zuschnittsformaten querpositionierbar im Rahmen 5 der Maschine
gelagert. Zwischen zwei Bearbeitungsstationen 1, 2, entsteht eine kurze Lücke zwischen
dem Förderriemenpaaren 3, 4, in der Teile der Zuschnitte frei zugänglich sind und
somit Bearbeitungswerkzeuge angreifen können.
[0027] Nach der Erfindung ist in der Faltschachtelklebemaschine eine Prägeeinrichtung mit
Prägewerkzeugen zur Prägung einer Blindenschrift in die Zuschnitte angeordnet. Bevorzugt
ist die Prägeeinrichtung zwischen zwei Bearbeitungsstationen 1, 2 in einem Bereich
angeordnet, in dem eine Lücke zwischen zwei Förderiemenpaaren 3, 4 besteht, so dass
ein Teil der Zuschnitte frei liegt. In dem freiliegenden Bereich greifen die Prägewerkzeuge
an.
[0028] Vorteilhaft ist die Prägeeinrichtung im vorderen Teil der Faltschachtelklebemaschine
noch vor der ersten Faltstation angeordnet. Da vor der ersten Faltstation noch keine
Teile des Zuschnitts gefaltet sind, kann die Blindenschrift an jeder Position über
die Breite des Zuschnitts eingeprägt werden. Bevorzugt ist die Prägeeinrichtung zwischen
der Ausrichtstation 1 und der Vorbrechstation 2 angeordnet, wie in den Figuren dargestellt
ist. Die Prägeeinrichtung 6 ist als Rotationsprägeeinrichtung ausgebildet und enthält
ein rotierend angetriebenes Oberwerkzeug 7 und einem diesem zugeordnetes, ebenfalls
rotierend angetriebenes Unterwerkzeug 8. Da bei der Schachtelherstellung die bedruckte
Seite des Zuschnitts unten liegt und die Prägung der Braille-Schrift nach außen erfolgen
muss, ist das Oberwerkzeug 7 mit einer produktindividuellen Patrize bestückt. Das
Unterwerkzeug 8 enthält eine produktneutrale Matrize, die als Gegenform dient. So
werden die Punkte der Braille-Schrift von oben nach unten durch das Zuschnittsmaterial
geprägt. Das Unterwerkzeug 8 mit der produktneutralen Matrize ist in Figur 3 vergrößert
dargestellt.
[0029] Sowohl das Oberwerkzeug 7 als auch das Unterwerkzeug 8 sind mit einem Rotationsantrieb,
im Ausführungsbeispiel ein Servomotor 9, verbunden. Der Servomotor 9 ist an einer
Seitenplatte 5 der Einrichtung befestigt. Er treibt zwei Antriebswellen 10, 11 an,
die sich über die gesamte Breite der Faltschachtelklebemaschine erstrecken und jeweils
an ihrem Ende in den seitlichen Gestellwänden des Rahmen 5 gelagert sind. Die Antriebswelle
10 führt durch das Oberwerkzeug 7, die Antriebswelle 11 durch das Unterwerkzeug 8,
wobei die Werkzeuge 7, 8 für eine Querpositionierung frei auf ihren jeweiligen Antriebswellen
10, 11 verschiebbar sind. Im Ausführungsbeispiel ist die Antriebswelle 11 des Unterwerkzeugs
8 direkt mir dem Servomotor 9 verbunden. Die Antriebswelle 10 des Oberwerkzeug 7 wird
über an den Antriebswellen 10, 11 angebrachte Synchronscheiben 12 und einem Doppelzahnriemen
13 mit angetrieben. Der Doppelzahnriemen 13 gewährleistet eine synchrone Rotation
von Ober- und Unterwerkzeug 7, 8.
[0030] Alternativ kann auch das untere Prägewerkzeug 8 mit dem Antrieb der Fördereinrichtung
3, 4 gekoppelt sein, und das obere Prägewerkzeug 7 mit einem Rotationsantrieb versehen
werden.
[0031] Zur Aufnahme der Prägekräfte sind sowohl das Oberwerkzeug 7, als auch das Unterwerkzeug
8 jeweils im Lagerböcken 14 gelagert, wobei die Lagerböcke 14 der Oberwerkzeuge 7
sich an einem oberen Querträger 15 abstützen und von diesem geführt werden. Die Lagerböcke
14 der Unterwerkzeuge 8 stützen sich an einen unteren Querträger 16 ab und werden
von diesem geführt. Die Lagerböcke 14 mit den daran befestigen Werkzeugen 7, 8 sind
senkrecht zur Transportrichtung und somit quer über die Arbeitsbreite der Maschine
stufenlos positionierbar und werden in ihrer Arbeitsposition durch Schrauben fixiert.
Während der untere Querträger 16 an seinem Enden mit den Gestellwänden des Rahmens
5 verschraubt und somit ortsfest gelagert ist, ist der obere Querträger 15 an seitlichen
Schwenkhebel 21 montiert, die um den Punkt A (Figur 2) schwenkbar gelagert sind. Durch
die Schwenkung des oberen Querträgers 15 lässt sich der Abstand des Oberwerkzeugs
7 von dem Unterwerkzeug 8 einstellen und somit an die Materialstärke der Zuschnitte
anpassen. Die Einstellungen des Abstands erfolgt manuell über ein Handrad 17, dessen
Drehbewegung durch ein Schneckengetriebe 18 in die Vertikalbewegung einer Spindel
19 umgewandelt wird. Die Vertikalbewegung der Spindel 19 bewirkt ein Schwenken des
Querträgers um den Punkt A und somit eine Änderung des Abstands des Oberwerkzeugs
7 vom Unterwerkzeug 8. Die Spindel 19 greift über ein Tellerfederpaket an den Schwenkhebel
21. Durch das Federpaket wird gewährleistet, dass das Oberwerkzeug 7 nach oben ausweichen
kann, falls mehrere Zuschnitte übereinander einlaufen. Der Querträger 15 mit dem daran
gelagerten Oberwerkzeug 7 ist somit ohne starre, mechanische Verbindung, sondern über
das Federpaket elastisch abgestützt gelagert. Damit die beiden Schwenkhebel 21 an
jeder Maschinenseite parallel ausweichen, sind sie über eine Torsionswelle als Synchronwelle
miteinander verbunden.
[0032] Alle Teile der Prägeeinrichtung 6 sind direkt oder indirekt in Seitenplatten 19 gelagert,
die jeweils auf den Gestellwänden des Rahmens 5 der Maschine aufliegen und mittels
Befestigungsschrauben an diesen befestigt sind. Durch Lösen der Befestigungsschrauben
kann somit die Prägeeinrichtung 6 als ganzes aus der Faltschachtelklebemaschine entfernt
werden.
[0033] Die Zuschnitte werden von den Förderriemenpaaren 3, 4 vom Einleger in die Ausrichtstation
1 transportiert. Dort werden sie ausgerichtet und an die Prägewerkzeuge 7, 8 herangeführt.
Ein vor dem Prägewerkzeugen 7, 8 angeordneter nicht dargestellter Lichttaster erkennt
einen in die Trägereinrichtung 6 einlaufenden Zuschnitt und löst die Rotationsbewegung
der Werkzeuge 7, 8 aus. Der Servomotor 9 beschleunigt die Werkzeuge 7, 8 auf eine
Umfangsgeschwindigkeit, die der Fördergeschwindigkeit der Riemenpaare 3,4 entspricht.
Diese Fördergeschwindigkeit wird durch ein in der Maschine angeordnetes Tachometer
ermittelt. Ohne Relativgeschwindigkeit zum weiter transportierten Zuschnitt prägen
so die Werkzeuge 7, 8 die Braille-Schrift in den jeweiligen Zuschnitt bei dessen Durchlauf.
Die geprägten Zuschnitte werden anschließend in die Vorbrechstation 2 gefördert und
durchlaufen anschließend die weiteren Bearbeitungsstationen der Faltschachtelklebemaschine.
[0034] Die Erfindung hat den großen Vorteil, dass nur ein Paar Prägewerkzeuge pro Produkt
benötigt wird. Die Prägung der Braille-Schrift lässt sich unabhängig von dem Rilllinien
auf den Zuschnitten anbringen. Die in Förderrichtung vor der Prägeeinrichtung 6 angeordnete
Ausrichtstation 1 gewährleistet eine exakte Positionierung der Braille-Schrift auf
dem Zuschnitt.
[0035] Die Prägewerkzeuge 7, 8 sind in den jeweiligen Querträger 15, 16 quer positionierbar
gelagert, damit die Braille-Schrift auf der gewünschten Position des Zuschnitts eingeprägt
werden kann. Im beschriebenen Ausführungsbeispiel erfolgt die Positionierung der Werkzeuge
7, 8 manuell, bevor die Faltschachtelklebemaschine ihre Produktion aufnimmt. Für eine
automatische Positionierung ist es möglich, die Lagerböcke 14 der Werkzeuge 7, 8 mit
Spindeln zu verbinden, die jeweils von einem Spindelmotor angetrieben werden.
[0036] Falls die Prägeeinrichtung 6 innerhalb der Faltschachtelklebemaschine für eine Produktion
ohne Braille-Schrift in eine inaktive Position bewegt werden soll, so wird die Prägeeinrichtung
6 an seitlichen Schwenkarmen befestigt, die schwenkbar an dem Gestellwänden des Rahmens
5 befestigt sind. Für eine Bewegung in eine inaktive Position wird dann die gesamte
Vorrichtung nach oben geschwenkt. Alternativ ist es möglich, die Prägeeinrichtung
6 an seitlichen senkrechten Säulen zu lagern, die an dem Gestellwänden befestigt sind.
In diesem Fall wird die Prägeeinrichtung 6 zur Bewegung in eine inaktive Position
senkrecht an den Säulen nach oben bewegt.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Ausrichtestation
- 2
- Vorbrechstation
- 3
- Riemenpaar
- 4
- Riemenpaar
- 5
- Seitenplatten der Einrichtung
- 6
- Prägeeinrichtung
- 7
- Oberwerkzeug
- 8
- Unterwerkzeug
- 9
- Servomotor
- 10
- Antriebswelle
- 11
- Antriebswelle
- 12
- Synchronscheibe
- 13
- Doppelzahnriemen
- 14
- Lagerbock
- 15
- Querträger
- 16
- Querträger
- 17
- Handrad
- 18
- Schneckengetriebe
- 19
- Spindel
- 20
- Tellerfederpaket
- 21
- Schwenkhebel
- 22
- Maschinenrahmen
- A
- Schwenkpunkt
1. Faltschachtelklebemaschine zur Herstellung von Faltschachteln aus Zuschnitten, die
mehrere Bearbeitungsstationen (1, 2) und eine Fördereinrichtung (3, 4) zum Fördern
der Zuschnitte durch die einzelnen Bearbeitungsstationen aufweist, wobei
in der Faltschachtelklebemaschine, bevorzugt zwischen zwei Bearbeitungsstation (1,
2) eine Prägeeinrichtung (6) mit Prägewerkzeugen (7, 8) zur Einbringung einer Prägung
in die Zuschnitte angeordnet ist,
dadurchgekennzeichnet,
dass die Prägewerkzeuge (7, 8) mittels Lagerböcken (14) in Querträgern (15, 16) quer
positionierbar gelagert sind und dass für eine automatische Positionierung der Werkzeuge
(7, 8) die Lagerböcke (14) mit Spindeln verbunden sind, wobei eine jeweilige Spindel
von einem Spindelmotor angetrieben wird,
2. Faltschachtelklebemaschine nach Anspruch 1,
dadurchgekennzeichnet,
dass die Prägung eine Blindenschrift darstellt.
3. Faltschachtelklebemaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurchgekennzeichnet,
dass die Prägeeinrichtung eine Rotationsprägeeinrichtung mit rotierenden Prägewerkzeugen
ist.
4. Faltschachtelklebemaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurchgekennzeichnet,
dass die Prägewerkzeug (7, 8) quer positionierbar in der Maschine gelagert sind.
5. Faltschachtelklebemaschine nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Prägewerkzeuge (7, 8) einen gemeinsamen Rotationsantrieb aufweisen.
6. Faltschachtelklebemaschine nach Anspruch 3 oder 4,
dadurchgekennzeichnet,
dass das untere Prägewerkzeug (8) mit dem Antrieb der Fördereinrichtung (3, 4) gekoppelt
ist und das obere Prägewerkzeug (7) einen Rotationsantrieb aufweist.
7. Faltschachtelklebemaschine nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Werkzeug, bevorzugt das obere Werkzeug (7), mit einer produktindividuellen Patrize,
das andere Werkzeug, bevorzugt das Unterwerkzeug (8), mit einer produktneutralen Matrize
bestückt ist.
8. Faltschachtelklebemaschine nach Anspruch 7,
dadurchgekennzeichnet,
dass die produktindividuelle Patrize austauschbar ist.
9. Faltschachtelklebemaschine nach Anspruch 7 oder 8,
dadurchgekennzeichnet,
dass die produktneutrale Matrize austauschbar ist.
10. Faltschachtelklebemaschine nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurchgekennzeichnet,
dass ein Werkzeug, bevorzugt das obere Werkzeug (7), in seinem Abstand zum anderen
Werkzeug (8) einstellbar ist.
11. Faltschachtelklebemaschine nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurchgekennzeichnet,
dass die Prägeeinrichtung (6) vor der ersten Faltstation angeordnet ist.
12. Faltschachtelklebemaschine nach Anspruch 11,
dadurchgekennzeichnet,
dass die Prägeeinrichtung (6) zwischen einer Ausrichtstation (1) und einer Vorbrechstation
(2) angeordnet ist.
13. Faltschachtelklebemaschine nach Anspruch 1 bis 11,
dadurchgekennzeichnet,
dass die Prägeeinrichtung aus der Maschine entfernbar ist.
14. Faltschachtelklebemaschine nach Anspruch 13,
dadurchgekennzeichnet,
dass die Prägeeinrichtung aus der Maschine herausklappbar ist.