(19)
(11) EP 2 826 928 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.01.2015  Patentblatt  2015/04

(21) Anmeldenummer: 13003623.9

(22) Anmeldetag:  18.07.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04F 13/08(2006.01)
E04F 13/14(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: Emilio Stecher AG
6037 Root/LU (CH)

(72) Erfinder:
  • Stecher, Emilio
    8965 Berikon (CH)

(74) Vertreter: Schaad, Balass, Menzl & Partner AG 
Dufourstrasse 101 Postfach
8034 Zürich
8034 Zürich (CH)

   


(54) Gebäudefassade oder -dach mit Natursteinplatten oder keramischen Kacheln und Verfahren zur Herstellung


(57) Eine erfindungsgemässe Gebäudefassade oder -dach mit einem Verbundsystem zur Befestigung von Natursteinplatten (60) an einer Aussenseite (18) eines tragenden Untergrunds (12) aufweisend ein an der Aussenseite (18) des tragenden Untergrundes (12) haftend aufgebrachtes erstes Klebeschichtsystem (20), ein auf einer Aussenseite (28) des ersten Klebeschichtsystems (20) haftend aufgebrachtes Wärmedämmelement (22) und ein an einer Aussenseite (32) des Wärmedämmelementes (22) haftend aufgebrachtes zweites Klebeschichtsystem (24), wobei das erste Klebeschichtsystem (20), das Wärmedämmelement (22) und das zweite Klebeschichtsystem (24) ein Wärmedämm-Verbundsystem (16) ausbilden. Erfindungsgemäss weist die Gebäudefassade oder das Gebäudedach weiter ein auf einer Aussenseite (50) des zweiten Klebeschichtsystems (24) haftend aufgebrachtes Platten-Klebeschichtsystem (52) auf und an einer Aussenseite (56) des Platten-Klebeschichtsystems (52) sind Natursteinplatten (60) haftend aufgebracht.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Gebäudefassade oder ein Gebäudedach zur Befestigung von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln und ein Verfahren zu deren Herstellung nach Patentanspruch 1 bzw. 18.

[0002] Eine Verkleidung von Gebäudefassaden oder -dächern mit Natursteinplatten oder keramischen Kacheln wird oft aus ästhetischen, praktischen oder denkmalpflegerischen Gründen gewählt. Natursteinplatten weisen jedoch oft eine hohe Masse auf, so dass eine entsprechende kraftaufnehmende mechanische Befestigung an der Gebäudewand erforderlich ist. Bei bekannten Natursteinfassadenbekleidungen, einer so genannten vorgehängten hinterlüfteten Fassade, werden Platten punktuell an einer metallischen Unterkonstruktion befestigt.

[0003] Einer erhöhten Wärme- und Schalldämmung dienen sogenannte Wärmedämm-Verbundsysteme. Sie bestehen üblicherweise aus einem Dämmmaterial, das in Plattenform an einer Gebäudeaussenwand klebend angebracht und gegebenenfalls zusätzlich mechanisch befestigt ist. Darauf wird eine Spachtelmasse mit einem darin eingebetteten Gewebe als Armierungsschicht aufgebracht. Sie dient als Unterlage für unterschiedliche Oberflächenmaterialien, im allgemeinen Oberputz. Da die Anforderungen an die Wärmedämmung von Gebäuden stetig steigen, müssen zum Teil dicke Wärmedämmschichten von der kraftaufnehmenden mechanischen Befestigung überbrückt werden. Dabei hat aus statischen Gründen die mechanische Befestigung für die dicken Wärmedämmschichten am tragenden Untergrund zu erfolgen. Entsprechend werden mechanische Befestigungen häufig zusammen mit zusätzlichen Halteelementen einer Befestigungsvorrichtung verwendet, die beispielsweise wenigstens ein quer zu der Befestigungsvorrichtung verlaufendes Halteprofil sowie wenigstens einen Haltewinkel zur Befestigung des Halteprofils am tragenden Untergrund umfassen können.

[0004] Die mechanische Befestigung ist in der Regel metallisch ausgebildet und führt zu Wärmebrücken zwischen der Aussenseite des Wärmedämmelementes und dem tragenden Untergrund, da das Wärmedämmmaterial eine erheblich geringere Wärmeleitfähigkeit aufweist als die metallisch ausgebildete mechanische Befestigung. Demzufolge kann die Wärme aus dem Innenraum des Gebäudes über den tragenden Untergrund und die metallisch ausgebildete mechanische Befestigung schneller nach aussen transportiert werden als dies aufgrund des Wärmedämmmaterials der Fall ist, wodurch insbesondere an jenen Stellen der metallisch ausgebildeten mechanischen Befestigungen kalte Oberflächen ausgebildet werden, die zu einem erhöhten Energieverlust führt.

[0005] Aus der DE 10 2009 030 636 ist eine Haltevorrichtung für ein Fassadensystem zur unmittelbaren oder mittelbaren Befestigung wenigstens eines plattenförmigen Wand- oder Deckenbekleidungselementes an einem bauseitigen Untergrund bekannt. Die Haltevorrichtung umfasst ein erstes L-förmiges Profil zur Verbindung der Haltevorrichtung mit dem Untergrund oder einer am Untergrund befestigten Unterkonstruktion und wenigstens ein zweites L-förmiges Profil zur Verbindung der Haltevorrichtung mit dem Wand- oder Deckenbekleidungselement. Das zweite Profil ist mit dem ersten Profil durch Ineinanderstecken formschlüssig verbindbar, so dass die Haltevorrichtung im Bereich der ineinander gesteckten beiden Profile im Querschnitt eine kastenförmige Außenkontur besitzt. Als Wand- oder Deckenbekleidungselemente kommen Naturstein- oder Glasplatten zum Einsatz, wobei diese eine Last von 80 bis 100 kg pro m2 aufweisen können. Folglich muss diese Last in die tragende Konstruktion der Wand oder Decke abgeleitet werden. Dies erfolgt insbesondere Mittels der Halte- bzw. Befestigungsvorrichtung.

[0006] Nachteilig an Fassadesystemen mit der oben beschriebenen Haltevorrichtung ist, dass ein erheblicher zeitlicher Aufwand notwendig ist, um die Installation vorzunehmen. Die Haltevorrichtung erfordert zudem die besonderen durch die L-förmigen Profile definierten Sicherheitsvorkehrungen gegen Beschädigungen der Befestigungspunkte der Platten, damit sich die Platten zum Beispiel bei einem Anprall nicht schlagartig und vollständig von der metallischen Unterkonstruktion lösen.

[0007] Aus der DE 2 154 310 A1 ist eine Gebäudewandbekleidung mit Bekleidungsplatten, insbesondere Natursteinplatten, bekannt. Ein Befestigungshaftgrund ist als Beschichtung auf der Rückseite der Bekleidungsplatten aufgebracht und enthält ein mineralisches und ein organisches Bindemittel sowie einen Füllstoff. Vor der Befestigung der Bekleidungsplatten an der Aussenseite des tragenden Untergrunds muss der Befestigungshaftgrund vollständig ausgehärtet sein und erfolgt insbesondere im Werk, um die Befestigungsplatten für deren späteren Transport zur Baustelle unterstützend zu stabilisieren. Die spezifische Zusammensetzung des Befestigungshaftgrundes insbesondere des mineralischen und organischen Bindemittels sowie des Füllstoffs sind vom Material der Bekleidungsplatte abhängig und unterliegen einer entsprechenden Qualitätskontrolle im Werk. Der auf der Rückseite der Bekleidungsplatten ausgehärtete Befestigungshaftgrund wird an der Baustelle mittels eines Klebers mit der Aussenseite der Gebäudewand haftend verbunden.

[0008] Es ist somit eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Gebäudefassade oder ein Gebäudedach mit einem Verbundsystem zur Befestigung von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an der Aussenseite eines tragenden Untergrunds bereitzustellen, wobei Wärmebrücken vermieden sind.

[0009] Weiter ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Befestigung von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an der Aussenseite eines tragenden Untergrunds zur Herstellung einer Gebäudefassade oder eines Gebäudedaches bereitzustellen.

[0010] Diese Aufgaben werden mit einer Gebäudefassade oder einem Gebäudedach bzw. mit einem Verfahren zu deren Herstellung gelöst, welche bzw. welches die Merkmale des Patentanspruchs 1 bzw. 18 aufweist.

[0011] Die Gebäudefassade oder das Gebäudedach mit einem Verbundsystem zur Befestigung von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an einer Aussenseite eines tragenden Untergrunds gemäss der vorliegenden Erfindung weist ein an einer Aussenseite eines tragenden Untergrunds haftend aufgebrachtes erstes Klebeschichtsystem, ein an einer Aussenseite des ersten Klebeschichtsystems haftend an- bzw. aufgebrachtes Wärmedämmelement und ein an einer Aussenseite des Wärmedämmelementes haftend aufgebrachtes zweites Klebeschichtsystem auf, wobei das erste Klebeschichtsystem, das Wärmedämmelement und das zweite Klebeschichtsystem ein Wärmedämm-Verbundsystem ausbilden. Erfindungsgemäss weist die Gebäudefassade oder das Gebäudedach weiter ein auf einer Aussenseite des zweiten Klebeschichtsystems haftend aufgebrachtes Platten-Klebeschichtsystem auf, wobei an einer Aussenseite des Platten-Klebeschichtsystems Natursteinplatten oder keramischen Kacheln haftend an- bzw. aufgebracht sind.

[0012] Die erfindungsgemässe Gebäudefassade bzw. -dach mit dem Verbundsystem zur Befestigung von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an der Aussenseite des tragenden Untergrunds ist eine sehr einfache, praktische sowie kostengünstige Lösung.

[0013] Es kann bei der vorliegenden Erfindung insbesondere vollständig auf den Einsatz einer metallischen Unterkonstruktion, wie dies bei bekannten hinterlüfteten Fassaden der Fall ist, verzichtet werden. Entsprechend bilden sich keine Wärmebrücken zwischen dem tragenden Untergrund und der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems aus, wodurch ein erheblich reduzierter Energieverbrauch mit dem erfindungsgemässen Verbundsystem erzielbar ist. In diesem Zusammenhang sei überdies erwähnt, dass für die erfindungsgemässe Gebäudefassade bzw. -dach Dämmwerte mit einem minimalen U-Wert von ca. 0,15 W pro m2*K für den Minergie-Standard und einem maximalen U-Wert von bis zu 0,30 W pro m2*K erzielbar sind.

[0014] Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist die grosse gestalterische Vielfalt, da keine limitierenden Begrenzungen durch statisch angeordnete Befestigungsvorrichtungen die Anordnung bzw. Befestigung der Natursteinplatten oder keramischen Kacheln begrenzt. Durch die Wahl geeigneter Materialien ist für die erfindungsgemässe Gebäudefassade bzw. -dach eine hohe Lebensdauer, selbst bei hoch frequentiertem Frost-Tau-Wechsel, erzielbar.

[0015] Vorzugsweise sollten die Natursteinplatten oder keramischen Kacheln eine maximale Last von 45 kg pro m2 nicht überschreiten. Entsprechend sind in vorteilhafter Weise die Natursteinplatten vorzugsweise um die Hälfte, also von einer Plattendicke von üblicherweise ca. 30,0 mm auf ca. 15,0 mm, reduziert. Dies führt entsprechend zu geringeren Materialbearbeitungskosten bei der Bereitstellung von Natursteinplatten für die erfindungsgemässen Gebäudefassaden bzw. -dächer.

[0016] In der vorliegenden Anmeldung ist jeweils als Innenseite jene Oberfläche gemeint, die dem tragenden Untergrund zugewandt ist und als Aussenseite ist jeweils jene Oberfläche gemeint, die den Natursteinplatten oder keramischen Kacheln zugewandt ist.

[0017] Überdies sei erwähnt, dass der Sockel ebenso wie die Wand als Teil der Gebäudefassade angesehen wird. Hingegen ist das Gebäudedach nicht Teil der Gebäudefassade und wird daher in einem separaten Ausführungsbeispiel besprochen. Die erfindungsgemässe Befestigung von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an der Aussenseite des tragenden Untergrunds gilt jedoch für Gebäudefassaden ebenso wie für Gebäudedächer gleichermassen.

[0018] Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind die Natursteinplatten oder keramischen Kacheln nach dem Buttering-Floating-Verfahren mittels des Platten-Klebeschichtsystems an der Aussenseite des zweiten Klebeschichtsystems haftend an- bzw. aufgebracht. Dies hat den Vorteil, dass eine hohlraumarme Verlegung ermöglicht wird, um eindringendes Wasser, wie beispielsweise durch Schlagregen, hinter den Natursteinplatten oder keramischen Kacheln zu verhindern. Auf diese Art und Weise kann vermieden werden, dass bei einem Frost-Tau-Wechsel das Platten-Klebeschichtsystem spröde wird und dadurch die Haltewirkung minimiert wird. Folglich kann in vorteilhafterweise eine hohe Lebensdauer für die erfindungsgemässe Gebäudefassade bzw. -dach erzielt werden.

[0019] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das erste Klebeschichtsystem mindestens eine Halte-Klebeschicht auf, wobei die Innenseite der Halte-Klebeschicht an der Aussenseite des tragenden Untergrunds haftend an- bzw. aufgebracht ist. Die Halte-Klebeschicht dient dazu, die Innenseite des Wärmedämmelementes an der Aussenseite des tragenden Untergrundes haftend zu fixieren. Entsprechend dient die Halte-Klebeschicht als Klebemörtel. Der Klebemörtel ist eine Mischung eines pulverförmigen Materials mit Wasser und hat vorzugsweise ein Flächengewicht von ca. 6,5 kg pro m2 bis ca. 9,5 kg pro m2. Bei einem spezifischen Gewicht der als Klebemörtel ausgebildeten Halte-Klebeschicht von ca. 1600 kg pro m3 ist bevorzugt eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 4,0 mm und maximal ca. 6,0 mm erzielbar. Die Verarbeitung des Klebemörtels erfolgt vorzugsweise bei einer Verarbeitungstemperatur grösser +5°C mit einer Tropfzeit von grösser 4 Stunden.

[0020] In diesem Zusammenhang kann optional zur Erhöhung der Stabilität der Halte-Klebeschicht ein Halte-Klebeschicht-Verstärkungselement in die Halte-Klebeschicht eingebettet sein, wodurch insbesondere eine effektive Erhöhung des Risswiderstandes in der Halte-Klebeschicht erzielt wird, wobei unteranderem ungewollte Rissbildungen, z.B. durch Erschütterungen, vermieden werden können.

[0021] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Halte-Klebeschicht-Verstärkungselement eine alkalibeständige Glasfaser auf und ist als Armierungsgewebe ausgebildet. Die alkalibeständige Glasfaser bewirkt eine hohe Resistenz des Halte-Klebeschicht-Verstärkungselementes gegenüber der alkalihaltigen Halte-Klebeschicht.

[0022] Die Glasfaser hat vorzugsweise reissfeste und nicht wasserquellbare Eigenschaften mit einem bevorzugten Flächengewicht von 160,0 g pro m2 und einer Maschenweite von 4,0 mm x 4,0 mm, so dass die Glasfaser als Armierungsgewebe dienen kann, wie dies insbesondere bei Wärmedämm-Verbundsystemen relevant ist.

[0023] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das zweite Klebeschichtsystem mindestens eine Einbettungs-Klebeschicht auf, wobei die Innenseite der Einbettungs-Klebeschicht an der Aussenseite des Wärmedämmelementes haftend aufgebracht ist. Die Einbettungs-Klebeschicht weist bevorzugt alkalische Eigenschaften auf und dient dazu, die gesamte Aussenseite des Wärmedämmelements abzudecken. Entsprechend wird als Einbettungs-Klebeschicht vorzugsweise eine Spachtelmasse eingesetzt. Die Spachtelmasse ist eine Mischung eines pulverförmigen Materials mit Wasser und hat vorzugsweise ein Flächengewicht von ca. 1,5 kg pro m2 bis ca. 24,0 kg pro m2. Bei einem spezifischen Gewicht der als Spachtelmasse ausgebildeten Einbettungs-Klebeschicht von ca. 1600 kg pro m3 ist eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 0,95 mm und maximal ca. 15,0 mm erzielbar. Bevorzugt weist die Spachtelmasse eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 4,0 mm und maximal ca. 6,0 mm auf. Die Verarbeitung der Spachtelmasse erfolgt vorzugsweise bei einer Verarbeitungstemperatur von grösser +5°C mit einer Tropfzeit von grösser 4 Stunden.

[0024] In diesem Zusammenhang kann optional zur Erhöhung der Stabilität der Einbettungs-Klebeschicht ein Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement in die Einbettungs-Klebeschicht eingebettet sein, wodurch eine effektive Erhöhung des Risswiderstandes der Einbettungs-Klebeschicht erzielt wird, wobei zudem ungewollte Rissbildungen, z.B. durch Erschütterungen vermieden werden können.

[0025] Bevorzugt weist das Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement eine alkalibeständige Glasfaser auf und ist als Armierungsgewebe ausgebildet. Die alkalibeständige Glasfaser bewirkt eine hohe Resistenz des Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselementes gegenüber der alkalischen Einbettungs-Klebeschicht. Die Glasfaser hat vorzugsweise reissfeste und nicht wasserquellbare Eigenschaften mit einem bevorzugten Flächengewicht von 160 g pro m2, einer Maschenweite von 4,0 mm x 4,0 mm und einer Bruchlast von grösser 2000 N pro 5 cm, so dass die Glasfaser bevorzugt als Armierungsgewebe dienen kann.

[0026] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das zweite Klebeschichtsystem weiter eine Ausgleichs-Klebeschicht auf, wobei die Innenseite der Ausgleichs-Klebeschicht an der Aussenseite der Einbettungs-Klebeschicht haftend aufgebracht ist. Die Ausgleichs-Klebeschicht ist bevorzugt ein mineralischer, hoch alkalischer Mörtel mit einem pH-Wert von ca. 12.5 und dient dazu, die gesamte Aussenseite der Einbettungs-Klebeschicht abzudecken. Dabei unterstützt die Ausgleichs-Klebeschicht das Verfestigen der Fassadenkonstruktion. Folglich dient die Ausgleichs-Klebeschicht als grossflächige Mörtelmasse. Die Mörtelmasse ist eine Mischung eines Pulvers mit Wasser und hat vorzugsweise ein Flächengewicht von ca. 3,5 kg pro m2 bis ca. 70,0 kg pro m2. Bei einem spezifischen Gewicht der als grossflächige Mörtelmasse ausgebildeten Ausgleichs-Klebeschicht von ca. 1750 kg pro m3 ist eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 2,0 mm und maximal ca. 40,0 mm erzielbar.

[0027] Bevorzugt weist die Mörtelmasse eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 8,0 mm und maximal ca. 10,0 mm auf. Die Verarbeitung der Mörtelmasse erfolgt vorzugsweise bei einer Verarbeitungstemperatur von grösser +5°C.

[0028] Zur weiteren Erhöhung der Stabilität der Ausgleichs-Klebeschicht kann in diese optional ein Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement eingebettet sein, wodurch eine erdbebensichere Verstärkung der Fassadenkonstruktion ermöglich wird.

[0029] Bevorzugt weist das Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement eine alkalibeständige Glas-Aramid-Faser mit einem Flächengewicht von ca. 250,0 g pro m2 und einer Maschenweite von ca. 15,0 mm x 18,0 mm auf und ist als Panzergewebe mit einer Zugfestigkeit von grösser 50 kN pro m ausgebildet. Die alkalibeständige Glas-Aramid-Faser bewirkt eine hohe Resistenz des Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselementes gegenüber der alkalischen Ausgleichs-Klebeschicht. Das Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement ist ein Gewebe aus Mischfaser und ist bei Einbettung in die Ausgleichs-Klebeschicht in der Lage, erhebliche Energiemengen aufzunehmen, wodurch die Fassadenkonstruktion zusätzlich verstärkt bzw. stabilisiert werden kann.

[0030] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Wärmedämm-Verbundsystem mindestens ein mechanisches Befestigungsmittel, insbesondere einen Schraubdübel, besonders bevorzugt einen Tellerdübel mit einer vorzugsweise galvanisch verzinkten Edelstahlschraube, zur Fixierung des Wärmedämmelementes am tragenden Untergrund auf, wobei die Edelstahlschraube das Wärmedämmelement durchgreift und in den tragenden Untergrund eingreift.

[0031] Es sei erwähnt, dass der Teller des Tellerdübels nicht in die Ausgleichs-Klebeschicht des Wärmedämm-Verbundsystems versenkt wird, sondern vielmehr oberflächenbündig mit der Aussenseite der Ausgleichs-Klebeschicht fluchtet. In diesem Zusammenhang dient ein Verschlussstopfen aus Polystyrol (EPS) als Verschluss zwischen der eingeschraubten Edelstahlschraube im Bohrloch des Tellerdübels und der Umgebung. Ohne die Verwendung des Verschlussstopfens besteht die Gefahr, dass zwischen der eingeschraubten Edelstahlschraube und der Umgebung im Bohrloch des Tellerdübels ein Hohlraum entsteht, in welchem sich Feuchtigkeit ansammeln kann. Diese Feuchtigkeit würde sich insbesondere bei dünnen Natursteinplatten mit einer Plattendicke von ca. 1.5 mm auf der Aussenseite der Natursteinplatten abzeichnen.

[0032] Die Edelstahlschraube im Tellerdübel dient insbesondere der Verankerung bei Windlasten. Die Art und Anzahl der Tellerdübel ist vom Material und Gewicht des Wärmedämmelementes abhängig. Besonders bevorzugt können mindestens 6 Tellerdübel mit den eingedrehten Edelstahlschrauben eine Querlast von ca. 42,0 kg pro m2 bis ca. 45,0 kg pro m2 abfangen und bieten im Brandfall in vorteilhafter Weise eine mechanische Sicherheit für das Wärmedämm-Verbundsystem.

[0033] Bevorzugt ist der Tellerdübel aus einem Kunststoff hergestellt und von der Edelstahlschraube durchgriffen, wobei der Tellerdübel vorzugsweise eine Wärmeleitfähigkeit ähnlich dem eingesetzten Wärmedämmelement aufweist, um Wärmebrücken zu minimieren. Zudem ist bevorzugt der Durchmesser des Tellerdübels ca. 8,0 mm und der Durchmesser des Tellers ca. 60,0 mm, wobei vorzugsweise bei oberflächenbündigem Einbau des Tellerdübels eine Bohrlochtiefe von ca. 35,0 mm Verwendung findet.

[0034] Bevorzugt ist ein Wärmedämmelement plattenförmig ausgebildet und aus einem synthetisch organischen Material, insbesondere expandiertes Polystyrol (EPS) oder extrudiertes Polystyrol (XPS), hergestellt.

[0035] EPS als Wärmedämmelement ist geschäumtes Polystyrol (PS) mit den vorteilhaften Eigenschaften, dass es sehr leicht, einfach zu verarbeiten und preisgünstig ist sowie eine hervorragende Wärmeisolation besitzt. Der EPS-Schaumstoff nimmt kaum Wasser auf und hat eine sehr geringe Wasserdampfdurchlässigkeit.

[0036] XPS als Wärmedämmelement ist extrudiertes Polystyrol (PS) und wird wegen der hohen Feuchtigkeitsbeständigkeit, Alterungsbeständigkeit und Verrottungssicherheit als Dämmstoffplatte insbesondere im Nassbereich eingesetzt. Besonders vorteilhaft ist die hohe Druckfestigkeit von XPS zusammen mit einer optimalen Wärmedämmung. Einsatzbereiche von XPS sind insbesondere feuchtigkeitsbelastende Orte wie z.B. Balkone, Fachdächer, Sockelbereiche oder Schwimmbadbereiche.

[0037] Bevorzugt ist ein Wärmedämmelement plattenförmig ausgebildet und aus einem natürlich organischen Material, insbesondere aus Holzfaser, mineralisierter Holzwolle oder Kork hergestellt.

[0038] Die Holzfaser als Wärmedämmelement ist als Wärmedämmplatte ausgeführt und ermöglicht eine optimale Wasserdampfdurchlässigkeit sowie eine Grundlage für hohe Diffusionsoffenheit des Systems. Ein besonderer Vorteil ist der natürliche Rohstoff, in diesem Fall, Holz, für ein völlig ökologisches Wärme- und Schalldämmsystem mit ausgezeichneten Dämmeigenschaften.

[0039] Das Wärmedämmelement mit Platten aus mineralisierter Holzwolle dient insbesondere der Wärme- und Schalldämmung in der kalten und warmen Jahreszeit. Derartige Wärmedämmsysteme haben ein beachtliches hygrothermisches Verhalten, das zusammen mit einer hohen Diffusionsoffenheit in vorteilhafterweise den Innenräumen Gesundheit und Wohnkomfort verleiht.

[0040] Das Wärmedämmelement aus Korkplatten weist eine hohe Dampfdurchlässigkeit auf, wohingegen der Wärmefluss optimal gebremst wird. Zudem weisen die Korkplatten eine gute Schalldämmung auf und sind völlig ökologisch sowie natürlich wodurch weder die Gesundheit noch die Umwelt beeinträchtigt wird.

[0041] Bevorzugt ist ein Wärmedämmelement plattenförmig ausgebildet und aus einer synthetisch anorganischen Mineralwolle, insbesondere aus Steinwolle oder Glaswolle, hergestellt. Die synthetisch anorganische Mineralwolle hat den Vorteil, dass sie ein besonders wirksamer, nichtbrennbarer Dämmstoff ist und eine Wärmeleitfähigkeit zwischen ca. 0,03 W/mK und ca. 0,048 W/mK aufweist.

[0042] Die Steinwolle als besondere Ausführungsform der Mineralwolle bietet eine hochleistungsfähige Wärmedämmung. Aufgrund der besonderen Struktur wird eine optimale Aufnahme von Schallwellen erzielt, wodurch die Übertragungsintensität von Geräuschen abgeschwächt wird. Ein besonderer Vorteil bei der Verwendung von Steinwolle besteht in der Fähigkeit, Wasser oder Dampf nicht zurückzuhalten, wodurch im Brandfall das Feuer nicht angefacht wird. Entsprechend ist Steinwolle insbesondere für Gebäude geeignet, wo es besondere Vorschriften gibt und feuerfestes Baumaterial vorgeschrieben ist.

[0043] Die Glaswolle als besondere Ausführungsform der Mineralwolle bietet zahlreiche Vorteile, insbesondere eine optimale Wärmedämmung, eine ausgezeichnete Schalldämmung sowie einen Brandschutz aufgrund der geringen Entflammbarkeit.

[0044] Bevorzugt ist für eine erhöhte Brandschutzsicherheit auf der Aussenseite der synthetisch organischen Mineralwolle ein in die Einbettungs-Klebeschicht eingebettetes Chrom-Stahl-Netz als Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement angeordnet, wodurch eine erdbebensichere Verstärkung der Fassadenkonstruktion ermöglich wird. In vorteilhafter Weise hat das Chrom-Stahl-Netz gute mechanische Eigenschaften und ist korrosionsbeständig.

[0045] Es ist auch denkbar das Chrom-Stahl-Netz zur mechanischen Verstärkung bei anderen Wärmedämmelementen an deren Aussenseite in der Einbettungs-Klebeschicht eingebettet anzuordnen.

[0046] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Platten-Klebeschichtsystem eine Halte-Platten-Klebeschicht auf, wobei die Innenseite der Halte-Platten-Klebeschicht an der Aussenseite des zweiten Klebeschichtsystems haftend an- bzw. aufgebracht ist. Das Platten-Klebeschichtsystem dient der Befestigung der Innenseite der Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an der Aussenseite der Ausgleichs-Klebeschicht des zweiten Klebeschichtsystems mittels einer Haftverbindung. Entsprechend weist die Halte-Platten-Klebeschicht eine hohe Haftfestigkeit und hohe Flexibilität auf.

[0047] Je nach Umgebungsbedingungen können als Halte-Platten-Klebeschicht, im Winter, beispielsweise mineralische Dünnbettmörtel und, im Sommer, beispielsweise mineralische Flexmörtel zum Einsatz kommen.

[0048] Der mineralische Dünnbettmörtel sollte schnell eine hydraulische Beschaffenheit entwickeln, die das Anmachwasser bindet und die Bildung von Flecken auf der Oberfläche verhindert. Auf diese Weise wird ein sicheres Verlegen von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln ermöglicht.

[0049] Der mineralische Flexmörtel sollte vorzugsweise hohe Querverformungen und eine Beständigkeit gegen Belastungen durch Wasser und Frost-Tau-Wechsel aufweisen. Auf diese Weise wird eine Dauerhaftigkeit der Befestigung der Natursteinplatten oder keramischen Kacheln gesichert, die durch starke Temperaturschwankungen belastet werden.

[0050] Bevorzugt ist es auch denkbar eine organisch, mineralische Halte-Platten-Klebeschicht für das hoch beständige Verlegen mit hoher Haftung und Standfestigkeit zu verwenden.

[0051] In diesem Zusammenhang kann optional zum Ausgleich von Zug- und Scherbewegungen zwischen der Aussenseite des zweiten Klebeschichtsystems und der Innenseite der Natursteinplatten oder keramischen Kacheln in die Halte-Platten-Klebeschicht ein Halte-Platten-Klebeschicht-Verstärkungselement eingebettet sein. Das Halte-Platten-Klebeschicht-Verstärkungselement ist vorzugsweise ein armiertes Entkopplungsvlies.

[0052] Bevorzugt weist die Halte-Platten-Klebeschicht eine hohe gummielastische Flexibilität mit einer hohen Verformbarkeit auf und weist entsprechend einen E-Modul zwischen 1,0 MPa und 4,0 MPa, vorzugsweise zwischen 2,0 MPa und 3,0 MPa, und besonders bevorzugt von ca. 2.5 MPa auf. Die gummielastische Flexibilität bewirkt ein optimales Abfangen von Querkräften hervorgerufen durch die Befestigung von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln aufgrund der Eigenlast. Die Eigenlast verursacht zudem Kräfte auf die Halte-Platten-Klebeschicht, so dass die hohe Verformbarkeit der Eigenlast der Natursteinplatten bzw. keramischen Kacheln entgegenwirkt.

[0053] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Platten-Klebeschichtsystem weiter eine Einbettungs-Platten-Klebeschicht auf, wobei deren Innenseite an der Aussenseite der Halte-Platten-Klebeschicht haftend an- bzw. aufgebracht ist. Die Einbettungs-Platten-Klebeschicht ist vorzugsweise aus organisch, mineralischem Material mit elastischen Klebstoffeigenschaften für eine hohe Haftung und Standfestigkeit ausgebildet.

[0054] Bevorzugt weist das Platten-Klebeschichtsystem weiter eine Ausgleichs-Platten-Klebeschicht auf, wobei deren Innenseite an der Aussenseite der Einbettungs-Platten-Klebeschicht und die Innenseite der Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an der Aussenseite der Ausgleichs-Platten-Klebeschicht haftend an- bzw. aufgebracht ist. Die Ausgleichs-Platten-Klebeschicht ist vorzugsweise ein mineralischer Flexmörtel mit umweltfreundlichen Eigenschaften, für das hoch beständige Verlegen mit hoher Standfestigkeit und Verformbarkeit. Insbesondere ist eine hohe Querverformbarkeit und Beständigkeit gegen die Belastungen durch Wasser und Frost-Tau-Wechsel erreichbar.

[0055] An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Verarbeitungstemperatur zum Aufbringen der unterschiedlichen Schichten der erfindungsgemässen Gebäudefassade bzw. des erfindungsgemässen Gebäudedachs grösser als +5°C sein muss, damit jeweils eines sichere Haftwirkung zwischen den betreffenden Oberflächen gewährleistet ist. In diesem Zusammenhang ist es denkbar, im Winter, das Gebäude von aussen einzupacken und zu beheizen, so dass eine Verarbeitungstemperatur für die Gebäudefassade oder das Gebäudedach grösser +5°C gewährleistet ist.

[0056] Weitere Vorteile und Eigenschaften der erfindungsgemässen Gebäudefassade oder -dach bzw. des Verfahrens gehen aus der nachstehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels hervor, welches anhand der Zeichnungen erläutert wird.

[0057] Es zeigen rein schematisch:
Fig. 1
einen Querschnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel einer Gebäudewand als Teil einer erfindungsgemässen Gebäudefassade mit einem tragenden Untergrund, einem ein Wärmedämmelement aufweisenden Wärmedämm-Verbundsystem und an der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems mittels eines Platten-Klebeschichtsytems angebrachten Natursteinplatten;
Fig. 2
einen Querschnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel der Gebäudewand als Teil der Gebäudefassade mit dem tragenden Untergrund, einem ein aus natürlichem Material hergestellten Wärmedämmelement aufweisenden Wärmedämm-Verbundsystem und an der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems mittels des Platten-Klebeschichtsytems angebrachten Natursteinplatten;
Fig. 3
einen Querschnitt durch ein drittes Ausführungsbeispiel der Gebäudewand als Teil der Gebäudefassade mit dem tragenden Untergrund, dem ein aus natürlichem Material hergestellten Wärmedämmelement aufweisenden Wärmedämm-Verbundsystem und an der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems mittels eines aus natürlichem Material hergestellten Platten-Klebeschichtsytems angebrachten Natursteinplatten;
Fig. 4
einen Querschnitt durch ein viertes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Gebäudefassade mit erhöhter Brandschutzsicherheit mit dem tragenden Untergrund, einem ein aus Mineralwolle hergestellten Wärmedämmelement aufweisenden Wärmedämm-Verbundsystem und an der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems mittels des Platten-Klebeschichtsytems angebrachten Natursteinplatten;
Fig. 5
einen Querschnitt durch ein fünftes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Gebäudefassade mit einem vollbiologischen Aufbau mit dem tragenden Untergrund, dem ein aus natürlichem Material hergestellten Wärmedämmelement aufweisenden Wärmedämm-Verbundsystem und an der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems mittels des aus natürlichem Material hergestellten Platten-Klebeschichtsytems angebrachten Natursteinplatten; und
Fig. 6
einen Querschnitt durch ein sechstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Gebäudedaches mit dem eine Dachpappe aufweisenden tragenden Untergrund, dem das Wärmedämmelement aufweisenden Wärmedämm-Verbundsystem und an der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems mittels des Platten-Klebeschichtsytems angebrachten Natursteinplatten.


[0058] Gemäss eines ersten Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung weist eine Gebäudefassade 10A, wie in Fig. 1 gezeigt, einen tragenden Untergrund 12 auf. Der tragende Untergrund 12 ist beispielsweise eine Betonwand oder ein Mauerwerk aus Ziegelstein, welche eine Aussenwand ausbildet, wobei dessen Aussenseite 18 der Umgebung zugewandt ist.

[0059] Zur Wärmedämmung ist auf der Aussenseite 18 des tragenden Untergrunds 12 ein Wärmedämm-Verbundsystem 16 aufgebracht, wobei dieses durch ein erstes Klebeschichtsystem 20, ein Wärmedämmelement 22 und ein zweiten Klebeschichtsystem 24 ausgebildet ist.

[0060] Das erste Klebeschichtsystems 20 ist mit seiner Innenseite 26 an der Aussenseite 18 des tragenden Untergrunds 12 aufgebracht und das Wärmedämmelement 22 ist mit seiner Innenseite 30 an einer Aussenseite 28 des ersten Klebeschichtsystems 20 haftend angebracht.

[0061] Das erste Klebeschichtsystem 20 ist eine Halte-Klebeschicht 20' und dient dazu, die Innenseite 30 des Wärmedämmelementes 22 an der Aussenseite 18 des tragenden Untergrunds 12 haftend zu fixieren. Entsprechend ist die Halte-Klebeschicht 20' als Klebemörtel ausgebildet.

[0062] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel findet vorzugsweise der Klebemörtel von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Keraklima Eco" Verwendung. Der Klebemörtel ist eine Mischung des pulverförmigen "Keraklima Eco" mit Wasser und hat vorzugsweise ein Flächengewicht von ca. 6,5 kg pro m2 bis ca. 9,5 kg pro m2. Mit einer spezifischen Dichte des "Keraklima Eco" von ca. 1600 kg pro m3, ist eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 4,0 mm und maximal ca. 6,0 mm als Halte-Klebeschicht 20' erzielbar.

[0063] Es ist jedoch auch denkbar, einen Klebemörtel im Sinne der Halte-Klebeschicht 20' zu verwenden, der die gleichen oder zumindest sehr ähnliche Eigenschaften wie "Keraklima Eco" aufweist, um eine Haftverbindung zwischen dem Wärmedämmelement 22 und der Aussenseite 18 des tragenden Untergrunds 12 zu ermöglichen.

[0064] Dem Wärmedämmelement 22 ist an ihrer Aussenseite 32 das zweite Klebeschichtsystem 24 aufgebracht, wobei das zweite Klebeschichtsystem 24 durch die Einbettungs-Klebeschicht 36 und die Ausgleichs-Klebeschicht 42 ausgebildet ist.

[0065] Die Einbettungs-Klebeschicht 36 ist mit ihrer Innenseite 34 an der Aussenseite 32 des Wärmedämmelementes 22 aufgebracht und eine Innenseite 40 der Ausgleichs-Klebeschicht 42 ist mit einer Aussenseite 38 der Einbettungs-Klebeschicht 36 haftend verbunden.

[0066] Die Einbettungs-Klebeschicht 36 wird als Einbettungs-Spachtelmasse 36' verwendet und deckt insbesondere vollständig die Aussenseite 32 des Wärmedämmelementes 22 ab.

[0067] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel kommt insbesondere die Einbettungs-Spachtelmasse 36' von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Keraklima Eco" zum Einsatz. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass sich die Zusammensetzung der Einbettungs-Spachtelmasse 36' im Vergleich zur Halte-Klebeschicht 20' dahingehend unterscheidet, dass die Einbettungs-Spachtelmasse 36' vorzugsweise ein Flächengewicht von ca. 1,5 kg pro m2 bis ca. 24,0 kg pro m2 aufweist. Mit der spezifischen Dichte des "Keraklima Eco" von ca. 1600 kg pro m3, ergibt sich somit eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 0,95 mm und maximal ca. 15,0 mm für die Einbettungs-Spachtelmasse 36'. Bevorzugt weist die Einbettungs-Spachtelmasse 36' eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 4,0 mm und maximal ca. 6,0 mm auf.

[0068] Die Verarbeitung der Einbettungs-Spachtelmasse 36' erfolgt vorzugsweise bei einer Verarbeitungstemperatur von grösser +5°C.

[0069] Zur mechanischen Verstärkung der Einbettungs-Klebeschicht 36, insbesondere der Einbettungs-Spachtelmasse 36', ist in vorliegendem Ausführungsbeispiel in die Einbettungs-Klebeschicht 36 ein Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement 44 eingebettet. Das Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement 44 ist hier eine alkalibeständige Glasfaser 44' von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Rinforzo V50" und dient als Armierungsgewebe.

[0070] "Rinforzo V 50" hat bevorzugt ein Flächengewicht von ca. 160 g pro m2 und eine Maschenweite von ca. 4,0 x 4,0 mm mit einer Bruchlast von grösser 2000 N pro 5 cm.

[0071] Es können selbstverständlich auch andere Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselemente 44, mit gleichen oder ähnlichen Eigenschaften wie "Rinforzo V 50", eingesetzt werden.

[0072] Die Ausgleichs-Klebeschicht 42 ist bevorzugt ein mineralischer, hoch alkalischer Mörtel und unterstützt das Verfestigen der Fassadenkonstruktion. Folglich dient die Ausgleichs-Klebeschicht 42 als grossflächige Ausgleichs-Mörtelmasse 42'.

[0073] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel kommt insbesondere die Ausgleichs-Mörtelmasse 42' von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Kerabuild® Eco Fix" zum Einsatz. "Kerabuild® Eco Fix" ist ein Pulver und wird zur Verarbeitung als Ausgleichs-Mörtelmasse 42' mit Wasser vermengt. Die Ausgleichs-Mörtelmasse 42' hat ein Flächengewicht von ca. 3,5 kg pro m2 bis ca. 70,0 kg pro m2. Mit der spezifischen Dichte des "Kerabuild® Eco Fix" von ca. 1750 kg pro m3, ergibt sich somit eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 2,0 mm und maximal ca. 40,0 mm für die Ausgleichs-Mörtelmasse 42'.

[0074] Bevorzugt weist die Ausgleichs-Mörtelmasse 42' eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 8,0 mm und maximal ca. 10,0 mm auf.

[0075] Die Verarbeitung der Ausgleichs-Mörtelmasse 42' erfolgt vorzugsweise bei einer Verarbeitungstemperatur von grösser +5°C.

[0076] Zur Verstärkung der Ausgleichs-Klebeschicht 42, insbesondere der Ausgleichs-Mörtelmasse 42', ist in vorliegendem Ausführungsbeispiel in die Ausgleichs-Klebeschicht 42 ein Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement 46 eingebettet. Das Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement 46 ist bevorzugt eine alkalibeständige Glas-Armid-Faser 46' von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Rinforzo ARV 100".

[0077] "Rinforzo ARV 100" hat bevorzugt ein Flächengewicht von ca. 250 g pro m2 und eine Maschenweite von ca. 15 x 18 mm und dient insbesondere als Panzergewebe mit einer Zugfestigkeit von grösser 50 kN pro m.

[0078] Es können selbstverständlich auch andere Klebeschicht-Verstärkungselemente 46, mit gleichen oder ähnlichen Eigenschaften wie "Rinforzo ARV 100", eingesetzt werden.

[0079] Das Wärmedämm-Verbundsystem 16 weist zur Verankerung der Wärmedämmelemente 22 am tragenden Untergrund 12, mechanische Befestigungsmittel 48, insbesondere Schraubdübel 48', auf, wobei die Schraubdübel 48' in einem definierten Abstand zueinander angeordnet sind, um eine optimale Befestigung der Wärmedämmelemente 22 an der Aussenseite 18 des tragenden Untergrunds 12 zu gewährleisten.

[0080] Vorzugsweise kommen Tellerdübel 48" mit der Produktbezeichnung "ejotherm® STR U" von der Firma EJOT® zum Einsatz, wobei eine Edelstahlschraube ein Bohrloch des Tellerdübels 48" und das Wärmedämmelement 22 durchgreift und in den tragenden Untergrund 12 eingreift.

[0081] In das Bohrloch des Tellerdübels 48" ist die Edelstahlschraube durch einen Verschlussstopfen gegenüber der Umgebung verschlossen. Dies hat den Vorteil, dass kein Hohlraum zwischen der eingeschraubten Edelstahlschraube und der Umgebung im Bohrloch des Tellerdübels 48" vorliegt, in welchem sich sonst Feuchtigkeit ansammeln könnte.

[0082] Des Weiteren ist der Teller des Tellerdübels 48" nicht in die Ausgleichs-Klebeschicht 42 versenkt, sondern fluchtet vielmehr oberflächenbündig mit einer Aussenseite 50 der Ausgleichs-Klebeschicht 42. Auf diese Art und Weise ist das Wärmedämm-Verbundsystem 16, insbesondere auch im Brandfall, mechanisch gesichert.

[0083] Um Wärmebrücken zwischen dem tragenden Untergrund 12 und der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 zu minimieren sind die Tellerdübel 48" vorzugsweise aus einem Kunststoff gebildet, welcher eine Wärmeleitfähigkeit in der Grössenordnung des Wärmedämmelementes 22 aufweist.

[0084] Der Ausgleichs-Klebeschicht 42 als Teil des zweiten Klebeschichtsystems 24 ist an ihrer Aussenseite 50 ein Platten-Klebeschichtsystem 52 aufgebracht, wobei die Aussenseite 50 der Ausgleichs-Klebeschicht 42, insbesondere des zweiten Klebeschichtsystems 24, mit einer Innenseite 54 des Platten-Klebeschichtsystems 52 haftend verbunden ist.

[0085] Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Aussenseite 50 des zweiten Klebeschichtsystems 24 in vorliegendem Ausführungsbeispiel zugleich die Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 ausbildet und durch die Aussenseite 50 der Ausgleichs-Klebeschicht 42 definiert ist.

[0086] Schlussendlich sind Natursteinplatten 60 mit ihrer Innenseite 58 an einer Aussenseite 56 des Platten-Klebeschichtsystems 52 haftend aufgebracht.

[0087] Anstatt der Ausführungsform mit Natursteinplatten 60, wie in sämtlichen Ausführungsbeispielen dieser Anmeldung gezeigt, können alternativ auch keramische Kacheln 60' verwendet werden.

[0088] In der vorliegenden Anmeldung kann das Platten-Klebeschichtsystem 52 eine einzige Halte-Platten-Klebeschicht 62 oder je nach Bedarf weitere Platten-Klebeschichten aufweisen. Die entsprechende Anwendung hängt von den zu befestigenden Natursteinplatten 60 oder keramischen Platten 60' ab und ist unter anderem auch abhängig von den Umgebungsbedingungen.

[0089] Je nach Umgebungsbedingungen können als Halte-Platten-Klebeschicht 62, im Winter, beispielsweise mineralischer Dünnbettmörtel 62' und, im Sommer, beispielsweise mineralischer Flexmörtel 62" zum Einsatz kommen.

[0090] Der mineralische Dünnbettmörtel 62' sollte schnell eine hydraulische Beschaffenheit entwickeln, die das Anmachwasser bindet und die Bildung von Flecken auf der Oberfläche verhindert. Auf diese Weise wird ein sicheres Verlegen von Natursteinplatten 60 ermöglicht. Für das vorliegende Ausführungsbeispiel kommt insbesondere im Winter der mineralische Dünnbettmörtel 62' von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "H40® Marmorex Eco mit Latex Eco" zum Einsatz.

[0091] Bevorzugt liegt die Schichtdicke für die Halte-Platten-Klebeschicht als Dünnbettmörtel 62' zwischen ca. 4,0 mm und ca. 8,0 mm.

[0092] Es ist jedoch selbstverständlich auch denkbar, einen vergleichbaren Dünnbettmörtel 62' von einer anderen Firma zu verwenden.

[0093] Der mineralische Flexmörtel 62 " sollte vorzugsweise hohe Querverformungen und eine Beständigkeit gegen Belastungen durch Wasser und Frost-Tau-Wechsel aufweisen. Auf diese Weise wird eine Dauerhaftigkeit der Befestigung der Natursteinplatten 60 gesichert, die durch starke Temperaturschwankungen belastet werden. Für das vorliegende Ausführungsbeispiel kommt insbesondere im Sommer der mineralische Flexmörtel 62 " von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "H40® Extraflex weiss" zum Einsatz.

[0094] Bevorzugt liegt die Schichtdicke für die Halte-Platten-Klebeschicht als Flexmörtel 62" zwischen ca. 4,0 mm und ca. 8,0 mm.

[0095] Es ist jedoch selbstverständlich auch denkbar, einen vergleichbaren Flexmörtel 62 " von einer anderen Firma zu verwenden.

[0096] Um die Befestigung von Natursteinplatten 60 an der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 zu ermöglichen, sollte die Dimension der Natursteinplatten 60 bevorzugt eine Plattenfläche von maximal ca. 0,32 m2 mit einer maximalen Breite von ca. 40,0 cm und einer maximalen Länge von ca. 80,0 cm nicht überschreiten. Dies ergibt bei einer Dichte von Naturstein zwischen ca. 2400 kg pro m3 für Weichgestein und ca. 3000 kg pro m3 für Hartgestein sowie einem Flächengewicht der Natursteinplatten 60 zwischen ca. 36,0 kg pro m2 und ca. 45,0 kg pro m2 eine minimale Plattendicke zwischen ca. 12,0 mm und ca. 15,0 mm und eine maximale Plattendicke zwischen ca. 15,0 mm und ca. 18,0 mm.

[0097] Zur Vermeidung von Hohlräumen in der Halte-Platten-Klebeschicht 62 während des Verlegens der Natursteinplatten 60 auf der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16, wird vorzugsweise das Buttering-Floating-Verfahren angewendet. Entsprechend findet die Befestigung der Natursteinplatten 60 unmittelbar vor Ort, also an der Baustelle, statt.

[0098] Um eine einwandfreie Verbindung zwischen dem Platten-Klebeschichtsystem 52 und der Innenseite 58 der Natursteinplatte 60 zu gewährleisten, ist insbesondere die Innenseite 58 der Natursteinplatte 60 diamantgesägt, sandgestrahlt oder geflammt, um eine saubere, staubfreie und glatte Oberfläche zu erhalten.

[0099] Es sei in diesem Zusammenhang erwähnt, dass ein ausgehärteter Haftgrund auf der Innenseite 58 der Natursteinplatten 60 nicht zum Einsatz kommt, wie dies aus dem Stand der Technik bekannt ist.

[0100] Bei genormten, kalibrierten Natursteinplatten 60 im Format 30,0 cm x 30,0 cm oder 60,0 cm x 30,0 cm mit einer Plattendicke von ca. 10 mm oder ca. 12 mm ist eine gestossene Verlegetechnik, ohne auszufugen, bei sorgfältiger Anwendung möglich. Die Kanten der Natursteinplatten 60 sollten jedoch leicht angefast sein.

[0101] Im Zusammenhang mit dem in Fig. 1 beschriebenen Ausführungsbeispiel können je nach Anwendung verschiedene Wärmedämmelemente 22 zum Einsatz kommen. Dabei ist das Wärmedämmelement 22 vorzugsweise plattenförmig ausgebildet.

[0102] Bei einer Gebäudewand als Teil der Gebäudefassade 10A kann für die Wärmedämmung als plattenförmiges Wärmedämmelement 22 entweder expandiertes Polystyrol (EPS) 22a oder Kork 22b zum Einsatz kommen.

[0103] Bei einem Sockel als Teil der Gebäudefassade 10A kann für die Wärmedämmung als plattenförmiges Wärmedämmelement 22 vorzugsweise extrudiertes Polystyrol (XPS) 22c zum Einsatz kommen.

[0104] Ein zweites Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2 betrifft eine spezifische Anwendung der erfindungsgemässen Gebäudefassade 10B. Um insbesondere natürlich organische Wärmedämmelemente 22 wie beispielsweise mineralisierte Holzwolle 22d oder Holzfaser 22e einsetzen zu können, ist vorzugsweise ein Vordach (nicht gezeigt) als Überdachung für die Gebäudefassade 10B vorgesehen.

[0105] Als erstes Klebeschichtsystem 20 in Form der Halte-Klebeschicht 20' dient "Keraklima Eco" von der Firma Kerakoll® zur haftenden Verbindung der Innenseite 30 des Wärmedämmelementes 22 mit der Aussenseite 18 des tragenden Untergrunds 12 der Gebäudefassade 10B. Die Zusammensetzung der Halte-Klebeschicht 20' ist gleich wie jene gemäss dem ersten Ausführungsbeispiel.

[0106] Die Einbettungs-Klebeschicht 36, insbesondere Einbettungs-Spachtelmasse 36', des zweiten Klebeschichtsystems 24 ist in gleicher Zusammensetzung aus Wasser und dem pulverförmigen "Keraklima Eco" von der Firma Kerakoll® gebildet, wie dies im Zusammenhang mit dem ersten Ausführungsbeispiel im Detail ausgeführt wurde und weist ebenfalls eingebettet das Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement 44 in Form des "Rinforzo V50" von der Firma Kerakoll® auf.

[0107] Hingeben ist die Ausgleichs-Klebeschicht 42 des zweiten Klebeschichtsystems 24 nur durch eine natürlich hergestellte Ausgleichs-Mörtelmasse 42 " von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Biocalce® Cappotto" ausgebildet, ohne die Verwendung eines Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselementes. In diesem Zusammenhang liegt die Schichtdicke der natürlich hergestellten Ausgleichs-Mörtelmasse 42" aus "Biocalce® Capppotto" vorzugsweise bei ca. 8 mm.

[0108] Die mechanischen Befestigungsmittel 48 in Form der Tellerdübel 48 " mit der Edelstahlschraube von der Firma EJOT® mit der Produktbezeichnung "ejotherm® STR U" ebenso wie das Platten-Klebeschichtsystem 52 kommen je nach Umgebungsbedingung, im Sommer, der mineralische Dünnbettkleber 62' mit der Produktbezeichnung "H40® Extraflex weiss" oder im Winter, der mineralische Flexmörtel 62 " mit der Produktbezeichnung "H40® Marmorex Eco mit Latex Eco" von der Firma Kerakoll® zum Einsatz, wie dies bereits im Zusammenhang mit dem ersten Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 1 im Detail ausgeführt wurde.

[0109] Entsprechend können die Natursteinplatten 60 oder alternativ die keramischen Kacheln 60' gemäss dem zweiten Ausführungsbeispiel auf die gleiche Art und Weise wie beim ersten Ausführungsbeispiel an der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 der Gebäudefassade 10B haftend aufgebracht werden.

[0110] In einem dritten Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 3 ist es auch denkbar, eine erfindungsgemässe Gebäudefassade 10C derart aufzubauen, dass ausgehend vom zweiten Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2 das Platten-Klebeschichtsystem 52 anstatt des mineralischen Dünnbettmörtels mit der Produktbezeichnung "H40® Extraflex weiss", im Sommer, oder des mineralischen Flexmörtels mit der Produktbezeichnung "H40® Marmorex Eco mit Latex Eco", im Winter, der natürlich hergestellte Kleber "Biocalce® Cappotto" von der Firma Kerakoll® als Platten-Klebeschicht 62"' zum Einsatz kommt. In diesem Zusammenhang liegt die Schichtdicke der Platten-Klebeschicht 62 "' mit der Produktbezeichnung "Biocalce® Cappotto" vorzugsweise bei ca. 5 mm.

[0111] An dieser Stelle sei erwähnt, dass alle anderen technischen Merkmale des dritten Ausführungsbeispiels identisch sind, mit jenen, wie diese im Zusammenhang mit dem zweiten Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2 im Detail beschrieben wurden.

[0112] Ein viertes Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 4 betrifft eine spezifische Anwendung der erfindungsgemässen Gebäudefassade 10D für eine erhöhte Brandschutzsicherheit. Entsprechend kommt als Wärmedämmelement 22 vorzugsweise eine synthetisch anorganische Mineralwolle zum Einsatz, welche insbesondere feuerfeste Eigenschaften aufweist.

[0113] Besonders bevorzugt kommen als Wärmedämmelement 22 im Zusammenhang mit dem vierten Ausführungsbeispiel entweder Steinwolle 22f oder Glaswolle 22g zum Einsatz.

[0114] Die haftende Verbindung der Innenseite 30 des Wärmedämmelementes 22 mit der Aussenseite 18 des tragenden Untergrundes 12 erfolgt auf die gleiche Art und Weise wie bereits im ersten bis dritten Ausführungsbeispiel beschrieben, d.h. mit dem ersten Klebeschichtsystem 20 in Form der Halte-Klebeschicht 20' von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Keraklima Eco".

[0115] Zur mechanischen Stabilität des Wärmedämmelementes 22 in Form der Steinwolle 22F oder Glaswolle 22G ist ein Chrom-Stahl-Netz 44" als Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement 44 an der Aussenseite 32 des Wärmedämmelementes 22 aufgebracht und von der Einbettungs-Klebeschicht 36 des zweiten Klebeschichtsystems 24 vollständig überdeckt. Vorzugsweise dient im vorliegenden vierten Ausführungsbeispiel die Mörtelmasse von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Kerabuild® Eco Fix" als Einbettungs-Klebeschicht 36 " zum Einbetten des Chrom-Stahl-Netzes 44 ".

[0116] Als Ausgleichs-Klebeschicht 42 des zweiten Klebeschichtsystems 24 dient in vorliegendem vierten Ausführungsbeispiel die Ausgleichs-Spachtelmasse 42 " von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Keraklima Eco", wobei in diese das Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement 46 in Form der "Rinforzo V50" von der Firma Kerakoll® eingebettet ist.

[0117] Die mechanischen Befestigungsmittel 48 in Form der Tellerdübel 48 " mit der Edelstahlschraube von der Firma EJOT® mit der Produktbezeichnung "ejotherm® STR U" ebenso wie das Platten-Klebeschichtsystem 52 kommen je nach Umgebungsbedingung, im Sommer, der Dünnbettmörtel 62' mit der Produktbezeichnung "H40® Extraflex weiss" oder, im Winter, der Flexmörtel 62 " mit der Produktbezeichnung "H40® Marmorex Eco mit Latex Eco" von der Firma Kerakoll® zum Einsatz, wie dies bereits im Zusammenhang mit dem ersten und zweiten Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 1 und Fig. 2 im Detail ausgeführt wurde.

[0118] Entsprechend können die Natursteinplatten 60 oder alternativ die keramischen Kacheln 60' gemäss dem vierten Ausführungsbeispiel auf die gleiche Art und Weise wie beim ersten und zweiten Ausführungsbeispiel an der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 der Gebäudefassade 10D haftend aufgebracht werden.

[0119] Ein fünftes Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 5 betrifft eine spezifische Anwendung der erfindungsgemässen Gebäudefassade 10E mit einem voll biologischen Aufbau.

[0120] Die Halte-Klebeschicht 20' des ersten Klebeschichtsystems 20 ist in gleicher Art und Weise zusammengesetzt wie dies in den vorrangegangenen Ausführungsbeispielen erläutert wurde, wobei zusätzlich zur Stabilisierung in die Halte-Klebeschicht 20' ein Halte-Klebeschicht-Verstärkungselement 20 " von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Rinforzo V50" eingebettet ist.

[0121] Das Wärmedämmelement 22 ist plattenförmig ausgebildet und eine natürlich organische Korkfaser 22h, wobei deren Innenseite 30 an der Aussenseite 28 der Halte-Klebeschicht 20' haftend aufgebracht ist.

[0122] Als zweites Klebeschichtsystem 24 dient ausschliesslich die Einbettungs-Klebeschicht 36. Die Einbettungs-Klebeschicht 36 ist ein natürlich hergestellter Einbettungs-Mörtel 36"' von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Biocalce® Cappotto". Bevorzugt weist "Biocalce® Cappotto" eine Schichtdicke zwischen ca. 4,0 mm und ca. 6,0 mm auf.

[0123] Ein Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement kommt im Zusammenhang mit dem fünften Ausführungsbeispiel nicht zum Einsatz, wobei dies alternativ ohne weiteres denkbar wäre.

[0124] Die Innenseite 34 des zweiten Klebeschichtsystems 24, insbesondere der Einbettungs-Klebeschicht 36, ist an der Aussenseite 32 des Wärmedämmelementes 22 aufgebracht und die Aussenseite 38 der Einbettungs-Klebeschicht 36 " ist mit der Innenseite 54 des Platten-Klebeschichtsystems 52 haftend verbunden. Entsprechend ist die Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 in vorliegendem fünftem Ausführungsbeispiel durch die Aussenseite 38 der Einbettungs-Klebeschicht 36 " ausgebildet. Bevorzugt weist die Schichtdicke der Einbettungs-Klebeschicht 36 "' aus "Biocalce® Capppotto" vorzugsweise ca. 8,0 mm auf.

[0125] Die mechanische Befestigung des Wärmedämm-Verbundsystems 16 erfolgt beim fünften Ausführungsbeispiel auf die gleiche Art und Weise wie bei den vorrangegangenen Ausführungsbeispielen, und zwar mittels Tellerdübeln 48" mit der Edelstahlschraube von der Firma EJOT® mit der Produktbezeichnung "ejotherm® STR U".

[0126] Zur Befestigung der Natursteinplatten 60 oder alternativ der keramischen Kacheln 60' an der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 dient beim voll biologischen Aufbau der Gebäudefassade 10E eine Mörtelmasse als Platten-Klebeschicht 62. Es kommt insbesondere die natürlich hergestellte Mörtelmasse von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Biocalce® Cappotto" als Platten-Klebeschicht 62"' zum Einsatz, wobei diese vorzugsweise eine Schichtdicke von ca. 5,0 mm aufweist. Ein sechstes Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 6 betrifft ein erfindungsgemässes Gebäudedach 10E. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wird die Aussenseite 18 des tragenden Untergrunds 12 durch eine dünne Dachpappe 64 ausgebildet.

[0127] Als erstes Klebeschichtsystem 20 dient, wie oben bereits im Zusammenhang mit den vorangegangenen Ausführungsbeispielen ausgeführt, insbesondere die Halte-Klebeschicht 20' von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Keraklima Eco". Entsprechend ist das erste Klebeschichtsystem 20 mit ihrer Innenseite 26 an der Aussenseite 18 des tragenden Untergrunds 12, insbesondere der Dachpappe 64, haftend aufgebracht.

[0128] Als Wärmedämmelement 22 dient in vorliegendem Ausführungsbeispiel eine expandierte Polystyrol (EPS) Sockelplatte 22i. Hierbei ist die EPS-Sockelplatte 22i mit ihrer Innenseite 30 an der Aussenseite 28 des ersten Klebeschichtsystems 20, insbesondere der Halte-Klebeschicht 20', haftend aufgebracht.

[0129] Das zweite Klebeschichtsystem 24 mit der Einbettungs-Klebeschicht 36 und der an der Aussenseite 38 der Einbettungs-Klebeschicht 36 haftend aufgebrachten Ausgleichs-Klebeschicht 42 ist in gleicher Art und Weise haftend miteinander verbunden wie dies im Zusammenhang mit den vorrangegangenen Ausführungsbeispiel im Detail erläutert wurde. Dabei ist entsprechend in die Einbettungs-Klebeschicht 36 in Form des "Keraklima Eco" das Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement 44 in Form des "Rinforzo V50" und in die Ausgleichs-Klebeschicht 42 in Form des "Kerabuild® Eco Fix" das Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement 46 in Form des "Rinforzo ARV100" eingebettet. In diesem Zusammenhang weist die Einbettungs-Klebeschicht 36 vorzugsweise eine Schichtdicke von ca. 5,0 mm und die Ausgleichs-Klebeschicht vorzugsweise eine Schichtdicke von ca. 10,0 mm auf.

[0130] Die EPS-Sockelplatte 22i ist parallel zur Dachpappe 64 verlegt, so dass auf mechanische Befestigungsmittel in Form von Tellerdübeln vollständig verzichtet werden kann.

[0131] Als Platten-Klebeschichtsystem 52 kommt beim sechsten Ausführungsbeispiel ein spezifischer Platten-Klebeschichtaufbau zum Einsatz, um eine sichere Befestigung der Natursteinplatten 60 an der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 zu gewährleisten.

[0132] Alternativ ist es beim sechsten Ausführungsbeispiel betreffend des Gebäudedachs 10E auch möglich, anstatt der Natursteinplatten 60, keramische Kacheln 60' an der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 zu verlegen.

[0133] Die Ausgleichs-Klebeschicht 42 des zweiten Klebeschichtsystems 24 mit ihrer Aussenseite 50 ist mit der Innenseite 54 der Halte-Platten-Klebeschicht 62 haftend verbunden. Die Halte-Platten-Klebeschicht 62 ist vorzugsweise der Kleber von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Superflex Eco" und hat vorzugsweise eine Schichtdicke zwischen ca. 4,0 mm und ca. 6,0 mm.

[0134] Die Halte-Platten-Klebeschicht 62 ist mit ihrer Aussenseite 56' mit einer Innenseite 67 einer Einbettungs-Platten-Klebeschicht 68 haftend verbunden, wobei ein Halte-Platten-Klebeschicht-Verstärkungselement 66 in die Einbettungs-Platten-Klebeschicht 68 eingebettet und vorzugsweise an der Aussenseite 56' des Halte-Platten-Klebeschicht 62 angeordnet ist.

[0135] Das Halte-Platten-Klebeschicht-Verstärkungselement 66 ist vorzugsweise ein armiertes Entkopplungsvlies von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Idrobuild® Tex" und die Einbettungs-Platten-Klebeschicht 68 ist der Kleber "Superfelx Eco" von der Firma Kerakoll® und hat vorzugsweise eine Schichtdicke zwischen ca. 4,0 mm und ca. 6,0 mm.

[0136] Um Schichtspannungen in der Einbettungs-Platten-Klebeschicht 68 auszugleichen ist auf deren Aussenseite 70 eine Ausgleichs-Platten-Klebeschicht 72 mit hohen gummielastischen bzw. sehr dehnbaren Eigenschaften aufgebracht, so dass insbesondere hohe Querverformungen und zudem die Beständigkeit gegen Belastungen durch Wasser sowie Frost-Tau-Wechsel möglich sind. Entsprechend ist eine Innenseite 73 der Ausgleichs-Platten-Klebeschicht 72 an der Aussenseite 70 der Einbettungs-Platten-Klebeschicht 68 haftend aufgebracht.

[0137] Als Ausgleichs-Platten-Klebeschicht 72 kommt vorzugsweise der Kleber von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "H40® Eco Rapidflex" zum Einsatz und hat vorzugsweise eine Schichtdicke zwischen ca. 4,0 mm und ca. 6,0 mm.

[0138] Schlussendlich sind gemäss des spezifischen sechsten Ausführungsbeispiels die Natursteinplatten 60 mit ihrer Innenseite 58 insbesondere an der Aussenseite 74 der Ausgleichs-Platten-Klebeschicht 72 des Platten-Klebeschichtsystems 52 haftend aufgebracht.


Ansprüche

1. Gebäudefassade oder -dach mit einem Verbundsystem zur Befestigung von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an einer Aussenseite eines tragenden Untergrunds, aufweisend:

ein an einer Aussenseite (18) eines tragenden Untergrunds (12) haftend aufgebrachtes erstes Klebeschichtsystem (20);

ein an einer Aussenseite (28) des ersten Klebeschichtsystems (20) haftend aufgebrachtes Wärmedämmelement (22);

ein an einer Aussenseite (32) des Wärmedämmelementes (22) haftend aufgebrachtes zweites Klebeschichtsystem (24), wobei das erste Klebeschichtsystem (20), das Wärmedämmelement (22) und das zweite Klebeschichtsystem (24) ein Wärmedämm-Verbundsystem (16) ausbilden;

ein an einer Aussenseite (50) des zweiten Klebeschichtsystems (24) haftend aufgebrachtes Platten-Klebeschichtsystem (52); und

an einer Aussenseite (56, 74) des Platten-Klebeschichtsystems (52) haftend aufgebrachte Natursteinplatten (60) oder keramische Kacheln (60').


 
2. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Natursteinplatten (60) oder keramischen Kacheln (60') nach dem Buttering-Floating-Verfahren mittels des Platten-Klebeschichtsystems (52) an der Aussenseite (50) des zweiten Klebeschichtsystems (24) haftend aufgebracht sind.
 
3. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Klebeschichtsystem (20) mindestens eine Halte-Klebeschicht (20') und vorzugsweise ein in diese eingebettetes Halte-Klebeschicht-Verstärkungselement (20") aufweist, wobei die Innenseite (26) der Halte-Klebeschicht (20') an der Aussenseite (18) des tragenden Untergrunds (12) haftend aufgebracht ist.
 
4. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Halte-Klebeschicht-Verstärkungselement (20") eine alkalibeständige Glasfaser aufweist und als Armierungsgewebe ausgebildet ist.
 
5. Gebäudefassade oder -dach nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Klebeschichtsystem (24) mindestens eine Einbettungs-Klebeschicht (36) und vorzugsweise ein in diese eingebettetes Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement (44) aufweist, wobei die Innenseite (26) der Einbettungs-Klebeschicht (36) an der Aussenseite (32) des Wärmedämmelementes (22) haftend aufgebracht ist.
 
6. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement (44) eine alkalibeständige Glasfaser (44') aufweist und als Armierungsgewebe ausgebildet ist.
 
7. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Klebeschichtsystem (24) weiter eine Ausgleichs-Klebeschicht (42) und vorzugsweise ein in diese eingebettetes Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement (46) aufweist, wobei eine Innenseite (40) der Ausgleichs-Klebeschicht (42) an einer Aussenseite (38) der Einbettungs-Klebeschicht (36) haftend aufgebracht ist.
 
8. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement (46) eine alkalibeständige Glas-Aramid-Faser aufweist und als Panzergewebe ausgebildet ist.
 
9. Gebäudefassade oder -dach nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmedämm-Verbundsystem (16) mindestens ein mechanisches Befestigungsmittel (48), insbesondere einen Schraubdübel (48'), besonders bevorzugt einen Tellerdübel (48 ") mit einer Edelstahlschraube, zur Fixierung des Wärmedämmelementes (22) am tragenden Untergrund (12) aufweist, wobei der Schraubdübel (48') das Wärmedämmelement (22) durchgreift und in den tragenden Untergrund (12) eingreift.
 
10. Gebäudefassade oder -dach nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmedämmelement (22) ein synthetisch organisches Material aufweist und insbesondere expandiertes Polystyrol (EPS) (22a) oder extrudiertes Polystyrol (XPS) (22c) ist.
 
11. Gebäudefassade oder -dach nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmedämmelement (22) ein natürliches organisches Material aufweist und insbesondere aus Holzfaser (22e), Holzwolle (22d) oder Kork (22b) hergestellt ist.
 
12. Gebäudefassade oder -dach nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmedämmelement (22) eine synthetisch anorganische Mineralwolle aufweist und insbesondere aus Steinwolle (22f) oder Glaswolle (22g) hergestellt ist.
 
13. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 5 und 12, dadurch gekennzeichnet, dass für eine erhöhte Brandschutzsicherheit die synthetisch anorganische Mineralwolle an ihrer Aussenseite (32) ein in die Einbettungs-Klebeschicht (36) eingebettetes Chrom-Stahl-Netz (44") als Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement (44) haftend aufgebracht ist.
 
14. Gebäudefassade oder -dach nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Platten-Klebeschichtsystem (52) eine Halte-Platten-Klebeschicht (62) und vorzugsweise ein Halte-Platten-Klebeschicht-Verstärkungselement (66) aufweist, wobei die Innenseite (54) der Halte-Platten-Klebeschicht (62) an der Aussenseite (50) des zweiten Klebeschichtsystems (24) haftend aufgebracht ist.
 
15. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Halte-Platten-Klebeschicht (62) eine hohe gummielastische Flexibilität mit einer hohen Verformbarkeit aufweist und entsprechend einen E-Modul zwischen 1 MPa und 4 MPa, vorzugsweise zwischen 2 MPa und 3 MPa, und besonders bevorzugt von ca. 2.5 MPa aufweist.
 
16. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Platten-Klebeschichtsystem (52) weiter eine Einbettungs-Platten-Klebeschicht (68) aufweist, wobei deren Innenseite (67) an der Aussenseite (56') der Halte-Platten-Klebeschicht haftend aufgebracht ist.
 
17. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Platten-Klebeschichtsystem (52) weiter eine Ausgleichs-Platten-Klebeschicht (72) aufweist, wobei deren Innenseite (73) an der Aussenseite (70) der Einbettungs-Platten-Klebeschicht (68) und die Innenseite (58) der Natursteinplatten (60) oder keramischen Kacheln (60') an der Aussenseite (74) der Ausgleichs-Platten-Klebeschicht (72) haftend aufgebracht ist.
 
18. Verfahren zur Befestigung von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an der Aussenseite eines tragenden Untergrunds zur Herstellung einer Gebäudefassade oder eines Gebäudedachs nach einem der Ansprüche 1 bis 17, mit den folgenden Schritten:

Aufbringen eines ersten Klebeschichtsystems (20) an einer Aussenseite (18) eines tragenden Untergrundes (12);

Aufbringen eines Wärmedämmelementes (22) an einer Aussenseite (28) des ersten Klebeschichtsystems (20);

Aufbringen eines zweiten Klebeschichtsystems (24) an einer Aussenseite (32) des Wärmedämmelementes (22), wobei das erste Klebeschichtsystem (20), das Wärmedämmelement (22) und das zweite Klebeschichtsystem (24) ein Wärmedämm-Verbundsystem (16) ausbilden;

Aufbringen eines Platten-Klebeschichtsystems (52) an einer Aussenseite (50) des zweiten Klebeschichtsystems (24); und

Aufbringen von Natursteinplatten (60) oder keramischen Kacheln (60") an einer Aussenseite (56, 74) des Platten-Klebeschichtsystems (52).


 
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Natursteinplatten (60) oder keramischen Kacheln (60") nach dem Buttering-Floating-Verfahren mittels des Platten-Klebeschichtsystems (52) an der Aussenseite (50) des zweiten Klebeschichtsystems (24) aufgebracht werden.
 




Zeichnung






















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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