[0001] Die Erfindung betrifft eine Gebäudefassade oder ein Gebäudedach zur Befestigung von
Natursteinplatten oder keramischen Kacheln und ein Verfahren zu deren Herstellung
nach Patentanspruch 1 bzw. 18.
[0002] Eine Verkleidung von Gebäudefassaden oder -dächern mit Natursteinplatten oder keramischen
Kacheln wird oft aus ästhetischen, praktischen oder denkmalpflegerischen Gründen gewählt.
Natursteinplatten weisen jedoch oft eine hohe Masse auf, so dass eine entsprechende
kraftaufnehmende mechanische Befestigung an der Gebäudewand erforderlich ist. Bei
bekannten Natursteinfassadenbekleidungen, einer so genannten vorgehängten hinterlüfteten
Fassade, werden Platten punktuell an einer metallischen Unterkonstruktion befestigt.
[0003] Einer erhöhten Wärme- und Schalldämmung dienen sogenannte Wärmedämm-Verbundsysteme.
Sie bestehen üblicherweise aus einem Dämmmaterial, das in Plattenform an einer Gebäudeaussenwand
klebend angebracht und gegebenenfalls zusätzlich mechanisch befestigt ist. Darauf
wird eine Spachtelmasse mit einem darin eingebetteten Gewebe als Armierungsschicht
aufgebracht. Sie dient als Unterlage für unterschiedliche Oberflächenmaterialien,
im allgemeinen Oberputz. Da die Anforderungen an die Wärmedämmung von Gebäuden stetig
steigen, müssen zum Teil dicke Wärmedämmschichten von der kraftaufnehmenden mechanischen
Befestigung überbrückt werden. Dabei hat aus statischen Gründen die mechanische Befestigung
für die dicken Wärmedämmschichten am tragenden Untergrund zu erfolgen. Entsprechend
werden mechanische Befestigungen häufig zusammen mit zusätzlichen Halteelementen einer
Befestigungsvorrichtung verwendet, die beispielsweise wenigstens ein quer zu der Befestigungsvorrichtung
verlaufendes Halteprofil sowie wenigstens einen Haltewinkel zur Befestigung des Halteprofils
am tragenden Untergrund umfassen können.
[0004] Die mechanische Befestigung ist in der Regel metallisch ausgebildet und führt zu
Wärmebrücken zwischen der Aussenseite des Wärmedämmelementes und dem tragenden Untergrund,
da das Wärmedämmmaterial eine erheblich geringere Wärmeleitfähigkeit aufweist als
die metallisch ausgebildete mechanische Befestigung. Demzufolge kann die Wärme aus
dem Innenraum des Gebäudes über den tragenden Untergrund und die metallisch ausgebildete
mechanische Befestigung schneller nach aussen transportiert werden als dies aufgrund
des Wärmedämmmaterials der Fall ist, wodurch insbesondere an jenen Stellen der metallisch
ausgebildeten mechanischen Befestigungen kalte Oberflächen ausgebildet werden, die
zu einem erhöhten Energieverlust führt.
[0005] Aus der
DE 10 2009 030 636 ist eine Haltevorrichtung für ein Fassadensystem zur unmittelbaren oder mittelbaren
Befestigung wenigstens eines plattenförmigen Wand- oder Deckenbekleidungselementes
an einem bauseitigen Untergrund bekannt. Die Haltevorrichtung umfasst ein erstes L-förmiges
Profil zur Verbindung der Haltevorrichtung mit dem Untergrund oder einer am Untergrund
befestigten Unterkonstruktion und wenigstens ein zweites L-förmiges Profil zur Verbindung
der Haltevorrichtung mit dem Wand- oder Deckenbekleidungselement. Das zweite Profil
ist mit dem ersten Profil durch Ineinanderstecken formschlüssig verbindbar, so dass
die Haltevorrichtung im Bereich der ineinander gesteckten beiden Profile im Querschnitt
eine kastenförmige Außenkontur besitzt. Als Wand- oder Deckenbekleidungselemente kommen
Naturstein- oder Glasplatten zum Einsatz, wobei diese eine Last von 80 bis 100 kg
pro m
2 aufweisen können. Folglich muss diese Last in die tragende Konstruktion der Wand
oder Decke abgeleitet werden. Dies erfolgt insbesondere Mittels der Halte- bzw. Befestigungsvorrichtung.
[0006] Nachteilig an Fassadesystemen mit der oben beschriebenen Haltevorrichtung ist, dass
ein erheblicher zeitlicher Aufwand notwendig ist, um die Installation vorzunehmen.
Die Haltevorrichtung erfordert zudem die besonderen durch die L-förmigen Profile definierten
Sicherheitsvorkehrungen gegen Beschädigungen der Befestigungspunkte der Platten, damit
sich die Platten zum Beispiel bei einem Anprall nicht schlagartig und vollständig
von der metallischen Unterkonstruktion lösen.
[0007] Aus der
DE 2 154 310 A1 ist eine Gebäudewandbekleidung mit Bekleidungsplatten, insbesondere Natursteinplatten,
bekannt. Ein Befestigungshaftgrund ist als Beschichtung auf der Rückseite der Bekleidungsplatten
aufgebracht und enthält ein mineralisches und ein organisches Bindemittel sowie einen
Füllstoff. Vor der Befestigung der Bekleidungsplatten an der Aussenseite des tragenden
Untergrunds muss der Befestigungshaftgrund vollständig ausgehärtet sein und erfolgt
insbesondere im Werk, um die Befestigungsplatten für deren späteren Transport zur
Baustelle unterstützend zu stabilisieren. Die spezifische Zusammensetzung des Befestigungshaftgrundes
insbesondere des mineralischen und organischen Bindemittels sowie des Füllstoffs sind
vom Material der Bekleidungsplatte abhängig und unterliegen einer entsprechenden Qualitätskontrolle
im Werk. Der auf der Rückseite der Bekleidungsplatten ausgehärtete Befestigungshaftgrund
wird an der Baustelle mittels eines Klebers mit der Aussenseite der Gebäudewand haftend
verbunden.
[0008] Es ist somit eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Gebäudefassade oder ein
Gebäudedach mit einem Verbundsystem zur Befestigung von Natursteinplatten oder keramischen
Kacheln an der Aussenseite eines tragenden Untergrunds bereitzustellen, wobei Wärmebrücken
vermieden sind.
[0009] Weiter ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Befestigung
von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an der Aussenseite eines tragenden
Untergrunds zur Herstellung einer Gebäudefassade oder eines Gebäudedaches bereitzustellen.
[0010] Diese Aufgaben werden mit einer Gebäudefassade oder einem Gebäudedach bzw. mit einem
Verfahren zu deren Herstellung gelöst, welche bzw. welches die Merkmale des Patentanspruchs
1 bzw. 18 aufweist.
[0011] Die Gebäudefassade oder das Gebäudedach mit einem Verbundsystem zur Befestigung von
Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an einer Aussenseite eines tragenden Untergrunds
gemäss der vorliegenden Erfindung weist ein an einer Aussenseite eines tragenden Untergrunds
haftend aufgebrachtes erstes Klebeschichtsystem, ein an einer Aussenseite des ersten
Klebeschichtsystems haftend an- bzw. aufgebrachtes Wärmedämmelement und ein an einer
Aussenseite des Wärmedämmelementes haftend aufgebrachtes zweites Klebeschichtsystem
auf, wobei das erste Klebeschichtsystem, das Wärmedämmelement und das zweite Klebeschichtsystem
ein Wärmedämm-Verbundsystem ausbilden. Erfindungsgemäss weist die Gebäudefassade oder
das Gebäudedach weiter ein auf einer Aussenseite des zweiten Klebeschichtsystems haftend
aufgebrachtes Platten-Klebeschichtsystem auf, wobei an einer Aussenseite des Platten-Klebeschichtsystems
Natursteinplatten oder keramischen Kacheln haftend an- bzw. aufgebracht sind.
[0012] Die erfindungsgemässe Gebäudefassade bzw. -dach mit dem Verbundsystem zur Befestigung
von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an der Aussenseite des tragenden Untergrunds
ist eine sehr einfache, praktische sowie kostengünstige Lösung.
[0013] Es kann bei der vorliegenden Erfindung insbesondere vollständig auf den Einsatz einer
metallischen Unterkonstruktion, wie dies bei bekannten hinterlüfteten Fassaden der
Fall ist, verzichtet werden. Entsprechend bilden sich keine Wärmebrücken zwischen
dem tragenden Untergrund und der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems aus, wodurch
ein erheblich reduzierter Energieverbrauch mit dem erfindungsgemässen Verbundsystem
erzielbar ist. In diesem Zusammenhang sei überdies erwähnt, dass für die erfindungsgemässe
Gebäudefassade bzw. -dach Dämmwerte mit einem minimalen U-Wert von ca. 0,15 W pro
m
2*K für den Minergie-Standard und einem maximalen U-Wert von bis zu 0,30 W pro m
2*K erzielbar sind.
[0014] Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist die grosse gestalterische Vielfalt,
da keine limitierenden Begrenzungen durch statisch angeordnete Befestigungsvorrichtungen
die Anordnung bzw. Befestigung der Natursteinplatten oder keramischen Kacheln begrenzt.
Durch die Wahl geeigneter Materialien ist für die erfindungsgemässe Gebäudefassade
bzw. -dach eine hohe Lebensdauer, selbst bei hoch frequentiertem Frost-Tau-Wechsel,
erzielbar.
[0015] Vorzugsweise sollten die Natursteinplatten oder keramischen Kacheln eine maximale
Last von 45 kg pro m
2 nicht überschreiten. Entsprechend sind in vorteilhafter Weise die Natursteinplatten
vorzugsweise um die Hälfte, also von einer Plattendicke von üblicherweise ca. 30,0
mm auf ca. 15,0 mm, reduziert. Dies führt entsprechend zu geringeren Materialbearbeitungskosten
bei der Bereitstellung von Natursteinplatten für die erfindungsgemässen Gebäudefassaden
bzw. -dächer.
[0016] In der vorliegenden Anmeldung ist jeweils als Innenseite jene Oberfläche gemeint,
die dem tragenden Untergrund zugewandt ist und als Aussenseite ist jeweils jene Oberfläche
gemeint, die den Natursteinplatten oder keramischen Kacheln zugewandt ist.
[0017] Überdies sei erwähnt, dass der Sockel ebenso wie die Wand als Teil der Gebäudefassade
angesehen wird. Hingegen ist das Gebäudedach nicht Teil der Gebäudefassade und wird
daher in einem separaten Ausführungsbeispiel besprochen. Die erfindungsgemässe Befestigung
von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an der Aussenseite des tragenden Untergrunds
gilt jedoch für Gebäudefassaden ebenso wie für Gebäudedächer gleichermassen.
[0018] Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind die Natursteinplatten oder keramischen
Kacheln nach dem Buttering-Floating-Verfahren mittels des Platten-Klebeschichtsystems
an der Aussenseite des zweiten Klebeschichtsystems haftend an- bzw. aufgebracht. Dies
hat den Vorteil, dass eine hohlraumarme Verlegung ermöglicht wird, um eindringendes
Wasser, wie beispielsweise durch Schlagregen, hinter den Natursteinplatten oder keramischen
Kacheln zu verhindern. Auf diese Art und Weise kann vermieden werden, dass bei einem
Frost-Tau-Wechsel das Platten-Klebeschichtsystem spröde wird und dadurch die Haltewirkung
minimiert wird. Folglich kann in vorteilhafterweise eine hohe Lebensdauer für die
erfindungsgemässe Gebäudefassade bzw. -dach erzielt werden.
[0019] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das erste Klebeschichtsystem mindestens
eine Halte-Klebeschicht auf, wobei die Innenseite der Halte-Klebeschicht an der Aussenseite
des tragenden Untergrunds haftend an- bzw. aufgebracht ist. Die Halte-Klebeschicht
dient dazu, die Innenseite des Wärmedämmelementes an der Aussenseite des tragenden
Untergrundes haftend zu fixieren. Entsprechend dient die Halte-Klebeschicht als Klebemörtel.
Der Klebemörtel ist eine Mischung eines pulverförmigen Materials mit Wasser und hat
vorzugsweise ein Flächengewicht von ca. 6,5 kg pro m
2 bis ca. 9,5 kg pro m
2. Bei einem spezifischen Gewicht der als Klebemörtel ausgebildeten Halte-Klebeschicht
von ca. 1600 kg pro m
3 ist bevorzugt eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 4,0 mm und maximal ca. 6,0 mm
erzielbar. Die Verarbeitung des Klebemörtels erfolgt vorzugsweise bei einer Verarbeitungstemperatur
grösser +5°C mit einer Tropfzeit von grösser 4 Stunden.
[0020] In diesem Zusammenhang kann optional zur Erhöhung der Stabilität der Halte-Klebeschicht
ein Halte-Klebeschicht-Verstärkungselement in die Halte-Klebeschicht eingebettet sein,
wodurch insbesondere eine effektive Erhöhung des Risswiderstandes in der Halte-Klebeschicht
erzielt wird, wobei unteranderem ungewollte Rissbildungen, z.B. durch Erschütterungen,
vermieden werden können.
[0021] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Halte-Klebeschicht-Verstärkungselement
eine alkalibeständige Glasfaser auf und ist als Armierungsgewebe ausgebildet. Die
alkalibeständige Glasfaser bewirkt eine hohe Resistenz des Halte-Klebeschicht-Verstärkungselementes
gegenüber der alkalihaltigen Halte-Klebeschicht.
[0022] Die Glasfaser hat vorzugsweise reissfeste und nicht wasserquellbare Eigenschaften
mit einem bevorzugten Flächengewicht von 160,0 g pro m
2 und einer Maschenweite von 4,0 mm x 4,0 mm, so dass die Glasfaser als Armierungsgewebe
dienen kann, wie dies insbesondere bei Wärmedämm-Verbundsystemen relevant ist.
[0023] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das zweite Klebeschichtsystem mindestens
eine Einbettungs-Klebeschicht auf, wobei die Innenseite der Einbettungs-Klebeschicht
an der Aussenseite des Wärmedämmelementes haftend aufgebracht ist. Die Einbettungs-Klebeschicht
weist bevorzugt alkalische Eigenschaften auf und dient dazu, die gesamte Aussenseite
des Wärmedämmelements abzudecken. Entsprechend wird als Einbettungs-Klebeschicht vorzugsweise
eine Spachtelmasse eingesetzt. Die Spachtelmasse ist eine Mischung eines pulverförmigen
Materials mit Wasser und hat vorzugsweise ein Flächengewicht von ca. 1,5 kg pro m
2 bis ca. 24,0 kg pro m
2. Bei einem spezifischen Gewicht der als Spachtelmasse ausgebildeten Einbettungs-Klebeschicht
von ca. 1600 kg pro m
3 ist eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 0,95 mm und maximal ca. 15,0 mm erzielbar.
Bevorzugt weist die Spachtelmasse eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 4,0 mm und
maximal ca. 6,0 mm auf. Die Verarbeitung der Spachtelmasse erfolgt vorzugsweise bei
einer Verarbeitungstemperatur von grösser +5°C mit einer Tropfzeit von grösser 4 Stunden.
[0024] In diesem Zusammenhang kann optional zur Erhöhung der Stabilität der Einbettungs-Klebeschicht
ein Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement in die Einbettungs-Klebeschicht eingebettet
sein, wodurch eine effektive Erhöhung des Risswiderstandes der Einbettungs-Klebeschicht
erzielt wird, wobei zudem ungewollte Rissbildungen, z.B. durch Erschütterungen vermieden
werden können.
[0025] Bevorzugt weist das Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement eine alkalibeständige
Glasfaser auf und ist als Armierungsgewebe ausgebildet. Die alkalibeständige Glasfaser
bewirkt eine hohe Resistenz des Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselementes gegenüber
der alkalischen Einbettungs-Klebeschicht. Die Glasfaser hat vorzugsweise reissfeste
und nicht wasserquellbare Eigenschaften mit einem bevorzugten Flächengewicht von 160
g pro m
2, einer Maschenweite von 4,0 mm x 4,0 mm und einer Bruchlast von grösser 2000 N pro
5 cm, so dass die Glasfaser bevorzugt als Armierungsgewebe dienen kann.
[0026] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das zweite Klebeschichtsystem weiter
eine Ausgleichs-Klebeschicht auf, wobei die Innenseite der Ausgleichs-Klebeschicht
an der Aussenseite der Einbettungs-Klebeschicht haftend aufgebracht ist. Die Ausgleichs-Klebeschicht
ist bevorzugt ein mineralischer, hoch alkalischer Mörtel mit einem pH-Wert von ca.
12.5 und dient dazu, die gesamte Aussenseite der Einbettungs-Klebeschicht abzudecken.
Dabei unterstützt die Ausgleichs-Klebeschicht das Verfestigen der Fassadenkonstruktion.
Folglich dient die Ausgleichs-Klebeschicht als grossflächige Mörtelmasse. Die Mörtelmasse
ist eine Mischung eines Pulvers mit Wasser und hat vorzugsweise ein Flächengewicht
von ca. 3,5 kg pro m
2 bis ca. 70,0 kg pro m
2. Bei einem spezifischen Gewicht der als grossflächige Mörtelmasse ausgebildeten Ausgleichs-Klebeschicht
von ca. 1750 kg pro m
3 ist eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 2,0 mm und maximal ca. 40,0 mm erzielbar.
[0027] Bevorzugt weist die Mörtelmasse eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 8,0 mm und
maximal ca. 10,0 mm auf. Die Verarbeitung der Mörtelmasse erfolgt vorzugsweise bei
einer Verarbeitungstemperatur von grösser +5°C.
[0028] Zur weiteren Erhöhung der Stabilität der Ausgleichs-Klebeschicht kann in diese optional
ein Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement eingebettet sein, wodurch eine erdbebensichere
Verstärkung der Fassadenkonstruktion ermöglich wird.
[0029] Bevorzugt weist das Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement eine alkalibeständige
Glas-Aramid-Faser mit einem Flächengewicht von ca. 250,0 g pro m
2 und einer Maschenweite von ca. 15,0 mm x 18,0 mm auf und ist als Panzergewebe mit
einer Zugfestigkeit von grösser 50 kN pro m ausgebildet. Die alkalibeständige Glas-Aramid-Faser
bewirkt eine hohe Resistenz des Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselementes gegenüber
der alkalischen Ausgleichs-Klebeschicht. Das Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement
ist ein Gewebe aus Mischfaser und ist bei Einbettung in die Ausgleichs-Klebeschicht
in der Lage, erhebliche Energiemengen aufzunehmen, wodurch die Fassadenkonstruktion
zusätzlich verstärkt bzw. stabilisiert werden kann.
[0030] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Wärmedämm-Verbundsystem mindestens
ein mechanisches Befestigungsmittel, insbesondere einen Schraubdübel, besonders bevorzugt
einen Tellerdübel mit einer vorzugsweise galvanisch verzinkten Edelstahlschraube,
zur Fixierung des Wärmedämmelementes am tragenden Untergrund auf, wobei die Edelstahlschraube
das Wärmedämmelement durchgreift und in den tragenden Untergrund eingreift.
[0031] Es sei erwähnt, dass der Teller des Tellerdübels nicht in die Ausgleichs-Klebeschicht
des Wärmedämm-Verbundsystems versenkt wird, sondern vielmehr oberflächenbündig mit
der Aussenseite der Ausgleichs-Klebeschicht fluchtet. In diesem Zusammenhang dient
ein Verschlussstopfen aus Polystyrol (EPS) als Verschluss zwischen der eingeschraubten
Edelstahlschraube im Bohrloch des Tellerdübels und der Umgebung. Ohne die Verwendung
des Verschlussstopfens besteht die Gefahr, dass zwischen der eingeschraubten Edelstahlschraube
und der Umgebung im Bohrloch des Tellerdübels ein Hohlraum entsteht, in welchem sich
Feuchtigkeit ansammeln kann. Diese Feuchtigkeit würde sich insbesondere bei dünnen
Natursteinplatten mit einer Plattendicke von ca. 1.5 mm auf der Aussenseite der Natursteinplatten
abzeichnen.
[0032] Die Edelstahlschraube im Tellerdübel dient insbesondere der Verankerung bei Windlasten.
Die Art und Anzahl der Tellerdübel ist vom Material und Gewicht des Wärmedämmelementes
abhängig. Besonders bevorzugt können mindestens 6 Tellerdübel mit den eingedrehten
Edelstahlschrauben eine Querlast von ca. 42,0 kg pro m
2 bis ca. 45,0 kg pro m
2 abfangen und bieten im Brandfall in vorteilhafter Weise eine mechanische Sicherheit
für das Wärmedämm-Verbundsystem.
[0033] Bevorzugt ist der Tellerdübel aus einem Kunststoff hergestellt und von der Edelstahlschraube
durchgriffen, wobei der Tellerdübel vorzugsweise eine Wärmeleitfähigkeit ähnlich dem
eingesetzten Wärmedämmelement aufweist, um Wärmebrücken zu minimieren. Zudem ist bevorzugt
der Durchmesser des Tellerdübels ca. 8,0 mm und der Durchmesser des Tellers ca. 60,0
mm, wobei vorzugsweise bei oberflächenbündigem Einbau des Tellerdübels eine Bohrlochtiefe
von ca. 35,0 mm Verwendung findet.
[0034] Bevorzugt ist ein Wärmedämmelement plattenförmig ausgebildet und aus einem synthetisch
organischen Material, insbesondere expandiertes Polystyrol (EPS) oder extrudiertes
Polystyrol (XPS), hergestellt.
[0035] EPS als Wärmedämmelement ist geschäumtes Polystyrol (PS) mit den vorteilhaften Eigenschaften,
dass es sehr leicht, einfach zu verarbeiten und preisgünstig ist sowie eine hervorragende
Wärmeisolation besitzt. Der EPS-Schaumstoff nimmt kaum Wasser auf und hat eine sehr
geringe Wasserdampfdurchlässigkeit.
[0036] XPS als Wärmedämmelement ist extrudiertes Polystyrol (PS) und wird wegen der hohen
Feuchtigkeitsbeständigkeit, Alterungsbeständigkeit und Verrottungssicherheit als Dämmstoffplatte
insbesondere im Nassbereich eingesetzt. Besonders vorteilhaft ist die hohe Druckfestigkeit
von XPS zusammen mit einer optimalen Wärmedämmung. Einsatzbereiche von XPS sind insbesondere
feuchtigkeitsbelastende Orte wie z.B. Balkone, Fachdächer, Sockelbereiche oder Schwimmbadbereiche.
[0037] Bevorzugt ist ein Wärmedämmelement plattenförmig ausgebildet und aus einem natürlich
organischen Material, insbesondere aus Holzfaser, mineralisierter Holzwolle oder Kork
hergestellt.
[0038] Die Holzfaser als Wärmedämmelement ist als Wärmedämmplatte ausgeführt und ermöglicht
eine optimale Wasserdampfdurchlässigkeit sowie eine Grundlage für hohe Diffusionsoffenheit
des Systems. Ein besonderer Vorteil ist der natürliche Rohstoff, in diesem Fall, Holz,
für ein völlig ökologisches Wärme- und Schalldämmsystem mit ausgezeichneten Dämmeigenschaften.
[0039] Das Wärmedämmelement mit Platten aus mineralisierter Holzwolle dient insbesondere
der Wärme- und Schalldämmung in der kalten und warmen Jahreszeit. Derartige Wärmedämmsysteme
haben ein beachtliches hygrothermisches Verhalten, das zusammen mit einer hohen Diffusionsoffenheit
in vorteilhafterweise den Innenräumen Gesundheit und Wohnkomfort verleiht.
[0040] Das Wärmedämmelement aus Korkplatten weist eine hohe Dampfdurchlässigkeit auf, wohingegen
der Wärmefluss optimal gebremst wird. Zudem weisen die Korkplatten eine gute Schalldämmung
auf und sind völlig ökologisch sowie natürlich wodurch weder die Gesundheit noch die
Umwelt beeinträchtigt wird.
[0041] Bevorzugt ist ein Wärmedämmelement plattenförmig ausgebildet und aus einer synthetisch
anorganischen Mineralwolle, insbesondere aus Steinwolle oder Glaswolle, hergestellt.
Die synthetisch anorganische Mineralwolle hat den Vorteil, dass sie ein besonders
wirksamer, nichtbrennbarer Dämmstoff ist und eine Wärmeleitfähigkeit zwischen ca.
0,03 W/mK und ca. 0,048 W/mK aufweist.
[0042] Die Steinwolle als besondere Ausführungsform der Mineralwolle bietet eine hochleistungsfähige
Wärmedämmung. Aufgrund der besonderen Struktur wird eine optimale Aufnahme von Schallwellen
erzielt, wodurch die Übertragungsintensität von Geräuschen abgeschwächt wird. Ein
besonderer Vorteil bei der Verwendung von Steinwolle besteht in der Fähigkeit, Wasser
oder Dampf nicht zurückzuhalten, wodurch im Brandfall das Feuer nicht angefacht wird.
Entsprechend ist Steinwolle insbesondere für Gebäude geeignet, wo es besondere Vorschriften
gibt und feuerfestes Baumaterial vorgeschrieben ist.
[0043] Die Glaswolle als besondere Ausführungsform der Mineralwolle bietet zahlreiche Vorteile,
insbesondere eine optimale Wärmedämmung, eine ausgezeichnete Schalldämmung sowie einen
Brandschutz aufgrund der geringen Entflammbarkeit.
[0044] Bevorzugt ist für eine erhöhte Brandschutzsicherheit auf der Aussenseite der synthetisch
organischen Mineralwolle ein in die Einbettungs-Klebeschicht eingebettetes Chrom-Stahl-Netz
als Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement angeordnet, wodurch eine erdbebensichere
Verstärkung der Fassadenkonstruktion ermöglich wird. In vorteilhafter Weise hat das
Chrom-Stahl-Netz gute mechanische Eigenschaften und ist korrosionsbeständig.
[0045] Es ist auch denkbar das Chrom-Stahl-Netz zur mechanischen Verstärkung bei anderen
Wärmedämmelementen an deren Aussenseite in der Einbettungs-Klebeschicht eingebettet
anzuordnen.
[0046] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Platten-Klebeschichtsystem eine Halte-Platten-Klebeschicht
auf, wobei die Innenseite der Halte-Platten-Klebeschicht an der Aussenseite des zweiten
Klebeschichtsystems haftend an- bzw. aufgebracht ist. Das Platten-Klebeschichtsystem
dient der Befestigung der Innenseite der Natursteinplatten oder keramischen Kacheln
an der Aussenseite der Ausgleichs-Klebeschicht des zweiten Klebeschichtsystems mittels
einer Haftverbindung. Entsprechend weist die Halte-Platten-Klebeschicht eine hohe
Haftfestigkeit und hohe Flexibilität auf.
[0047] Je nach Umgebungsbedingungen können als Halte-Platten-Klebeschicht, im Winter, beispielsweise
mineralische Dünnbettmörtel und, im Sommer, beispielsweise mineralische Flexmörtel
zum Einsatz kommen.
[0048] Der mineralische Dünnbettmörtel sollte schnell eine hydraulische Beschaffenheit entwickeln,
die das Anmachwasser bindet und die Bildung von Flecken auf der Oberfläche verhindert.
Auf diese Weise wird ein sicheres Verlegen von Natursteinplatten oder keramischen
Kacheln ermöglicht.
[0049] Der mineralische Flexmörtel sollte vorzugsweise hohe Querverformungen und eine Beständigkeit
gegen Belastungen durch Wasser und Frost-Tau-Wechsel aufweisen. Auf diese Weise wird
eine Dauerhaftigkeit der Befestigung der Natursteinplatten oder keramischen Kacheln
gesichert, die durch starke Temperaturschwankungen belastet werden.
[0050] Bevorzugt ist es auch denkbar eine organisch, mineralische Halte-Platten-Klebeschicht
für das hoch beständige Verlegen mit hoher Haftung und Standfestigkeit zu verwenden.
[0051] In diesem Zusammenhang kann optional zum Ausgleich von Zug- und Scherbewegungen zwischen
der Aussenseite des zweiten Klebeschichtsystems und der Innenseite der Natursteinplatten
oder keramischen Kacheln in die Halte-Platten-Klebeschicht ein Halte-Platten-Klebeschicht-Verstärkungselement
eingebettet sein. Das Halte-Platten-Klebeschicht-Verstärkungselement ist vorzugsweise
ein armiertes Entkopplungsvlies.
[0052] Bevorzugt weist die Halte-Platten-Klebeschicht eine hohe gummielastische Flexibilität
mit einer hohen Verformbarkeit auf und weist entsprechend einen E-Modul zwischen 1,0
MPa und 4,0 MPa, vorzugsweise zwischen 2,0 MPa und 3,0 MPa, und besonders bevorzugt
von ca. 2.5 MPa auf. Die gummielastische Flexibilität bewirkt ein optimales Abfangen
von Querkräften hervorgerufen durch die Befestigung von Natursteinplatten oder keramischen
Kacheln aufgrund der Eigenlast. Die Eigenlast verursacht zudem Kräfte auf die Halte-Platten-Klebeschicht,
so dass die hohe Verformbarkeit der Eigenlast der Natursteinplatten bzw. keramischen
Kacheln entgegenwirkt.
[0053] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Platten-Klebeschichtsystem weiter
eine Einbettungs-Platten-Klebeschicht auf, wobei deren Innenseite an der Aussenseite
der Halte-Platten-Klebeschicht haftend an- bzw. aufgebracht ist. Die Einbettungs-Platten-Klebeschicht
ist vorzugsweise aus organisch, mineralischem Material mit elastischen Klebstoffeigenschaften
für eine hohe Haftung und Standfestigkeit ausgebildet.
[0054] Bevorzugt weist das Platten-Klebeschichtsystem weiter eine Ausgleichs-Platten-Klebeschicht
auf, wobei deren Innenseite an der Aussenseite der Einbettungs-Platten-Klebeschicht
und die Innenseite der Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an der Aussenseite
der Ausgleichs-Platten-Klebeschicht haftend an- bzw. aufgebracht ist. Die Ausgleichs-Platten-Klebeschicht
ist vorzugsweise ein mineralischer Flexmörtel mit umweltfreundlichen Eigenschaften,
für das hoch beständige Verlegen mit hoher Standfestigkeit und Verformbarkeit. Insbesondere
ist eine hohe Querverformbarkeit und Beständigkeit gegen die Belastungen durch Wasser
und Frost-Tau-Wechsel erreichbar.
[0055] An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Verarbeitungstemperatur zum Aufbringen der
unterschiedlichen Schichten der erfindungsgemässen Gebäudefassade bzw. des erfindungsgemässen
Gebäudedachs grösser als +5°C sein muss, damit jeweils eines sichere Haftwirkung zwischen
den betreffenden Oberflächen gewährleistet ist. In diesem Zusammenhang ist es denkbar,
im Winter, das Gebäude von aussen einzupacken und zu beheizen, so dass eine Verarbeitungstemperatur
für die Gebäudefassade oder das Gebäudedach grösser +5°C gewährleistet ist.
[0056] Weitere Vorteile und Eigenschaften der erfindungsgemässen Gebäudefassade oder -dach
bzw. des Verfahrens gehen aus der nachstehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
hervor, welches anhand der Zeichnungen erläutert wird.
[0057] Es zeigen rein schematisch:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel einer Gebäudewand als Teil
einer erfindungsgemässen Gebäudefassade mit einem tragenden Untergrund, einem ein
Wärmedämmelement aufweisenden Wärmedämm-Verbundsystem und an der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems
mittels eines Platten-Klebeschichtsytems angebrachten Natursteinplatten;
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel der Gebäudewand als Teil der
Gebäudefassade mit dem tragenden Untergrund, einem ein aus natürlichem Material hergestellten
Wärmedämmelement aufweisenden Wärmedämm-Verbundsystem und an der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems
mittels des Platten-Klebeschichtsytems angebrachten Natursteinplatten;
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch ein drittes Ausführungsbeispiel der Gebäudewand als Teil der
Gebäudefassade mit dem tragenden Untergrund, dem ein aus natürlichem Material hergestellten
Wärmedämmelement aufweisenden Wärmedämm-Verbundsystem und an der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems
mittels eines aus natürlichem Material hergestellten Platten-Klebeschichtsytems angebrachten
Natursteinplatten;
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch ein viertes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Gebäudefassade
mit erhöhter Brandschutzsicherheit mit dem tragenden Untergrund, einem ein aus Mineralwolle
hergestellten Wärmedämmelement aufweisenden Wärmedämm-Verbundsystem und an der Aussenseite
des Wärmedämm-Verbundsystems mittels des Platten-Klebeschichtsytems angebrachten Natursteinplatten;
- Fig. 5
- einen Querschnitt durch ein fünftes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Gebäudefassade
mit einem vollbiologischen Aufbau mit dem tragenden Untergrund, dem ein aus natürlichem
Material hergestellten Wärmedämmelement aufweisenden Wärmedämm-Verbundsystem und an
der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems mittels des aus natürlichem Material
hergestellten Platten-Klebeschichtsytems angebrachten Natursteinplatten; und
- Fig. 6
- einen Querschnitt durch ein sechstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Gebäudedaches
mit dem eine Dachpappe aufweisenden tragenden Untergrund, dem das Wärmedämmelement
aufweisenden Wärmedämm-Verbundsystem und an der Aussenseite des Wärmedämm-Verbundsystems
mittels des Platten-Klebeschichtsytems angebrachten Natursteinplatten.
[0058] Gemäss eines ersten Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung weist eine Gebäudefassade
10A, wie in Fig. 1 gezeigt, einen tragenden Untergrund 12 auf. Der tragende Untergrund
12 ist beispielsweise eine Betonwand oder ein Mauerwerk aus Ziegelstein, welche eine
Aussenwand ausbildet, wobei dessen Aussenseite 18 der Umgebung zugewandt ist.
[0059] Zur Wärmedämmung ist auf der Aussenseite 18 des tragenden Untergrunds 12 ein Wärmedämm-Verbundsystem
16 aufgebracht, wobei dieses durch ein erstes Klebeschichtsystem 20, ein Wärmedämmelement
22 und ein zweiten Klebeschichtsystem 24 ausgebildet ist.
[0060] Das erste Klebeschichtsystems 20 ist mit seiner Innenseite 26 an der Aussenseite
18 des tragenden Untergrunds 12 aufgebracht und das Wärmedämmelement 22 ist mit seiner
Innenseite 30 an einer Aussenseite 28 des ersten Klebeschichtsystems 20 haftend angebracht.
[0061] Das erste Klebeschichtsystem 20 ist eine Halte-Klebeschicht 20' und dient dazu, die
Innenseite 30 des Wärmedämmelementes 22 an der Aussenseite 18 des tragenden Untergrunds
12 haftend zu fixieren. Entsprechend ist die Halte-Klebeschicht 20' als Klebemörtel
ausgebildet.
[0062] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel findet vorzugsweise der Klebemörtel von der Firma
Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Keraklima Eco" Verwendung. Der Klebemörtel ist eine Mischung
des pulverförmigen "Keraklima Eco" mit Wasser und hat vorzugsweise ein Flächengewicht
von ca. 6,5 kg pro m
2 bis ca. 9,5 kg pro m
2. Mit einer spezifischen Dichte des "Keraklima Eco" von ca. 1600 kg pro m
3, ist eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 4,0 mm und maximal ca. 6,0 mm als Halte-Klebeschicht
20' erzielbar.
[0063] Es ist jedoch auch denkbar, einen Klebemörtel im Sinne der Halte-Klebeschicht 20'
zu verwenden, der die gleichen oder zumindest sehr ähnliche Eigenschaften wie "Keraklima
Eco" aufweist, um eine Haftverbindung zwischen dem Wärmedämmelement 22 und der Aussenseite
18 des tragenden Untergrunds 12 zu ermöglichen.
[0064] Dem Wärmedämmelement 22 ist an ihrer Aussenseite 32 das zweite Klebeschichtsystem
24 aufgebracht, wobei das zweite Klebeschichtsystem 24 durch die Einbettungs-Klebeschicht
36 und die Ausgleichs-Klebeschicht 42 ausgebildet ist.
[0065] Die Einbettungs-Klebeschicht 36 ist mit ihrer Innenseite 34 an der Aussenseite 32
des Wärmedämmelementes 22 aufgebracht und eine Innenseite 40 der Ausgleichs-Klebeschicht
42 ist mit einer Aussenseite 38 der Einbettungs-Klebeschicht 36 haftend verbunden.
[0066] Die Einbettungs-Klebeschicht 36 wird als Einbettungs-Spachtelmasse 36' verwendet
und deckt insbesondere vollständig die Aussenseite 32 des Wärmedämmelementes 22 ab.
[0067] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel kommt insbesondere die Einbettungs-Spachtelmasse
36' von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung "Keraklima Eco" zum Einsatz.
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass sich die Zusammensetzung der Einbettungs-Spachtelmasse
36' im Vergleich zur Halte-Klebeschicht 20' dahingehend unterscheidet, dass die Einbettungs-Spachtelmasse
36' vorzugsweise ein Flächengewicht von ca. 1,5 kg pro m
2 bis ca. 24,0 kg pro m
2 aufweist. Mit der spezifischen Dichte des "Keraklima Eco" von ca. 1600 kg pro m
3, ergibt sich somit eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 0,95 mm und maximal ca.
15,0 mm für die Einbettungs-Spachtelmasse 36'. Bevorzugt weist die Einbettungs-Spachtelmasse
36' eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 4,0 mm und maximal ca. 6,0 mm auf.
[0068] Die Verarbeitung der Einbettungs-Spachtelmasse 36' erfolgt vorzugsweise bei einer
Verarbeitungstemperatur von grösser +5°C.
[0069] Zur mechanischen Verstärkung der Einbettungs-Klebeschicht 36, insbesondere der Einbettungs-Spachtelmasse
36', ist in vorliegendem Ausführungsbeispiel in die Einbettungs-Klebeschicht 36 ein
Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement 44 eingebettet. Das Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement
44 ist hier eine alkalibeständige Glasfaser 44' von der Firma Kerakoll® mit der Produktbezeichnung
"Rinforzo V50" und dient als Armierungsgewebe.
[0070] "Rinforzo V 50" hat bevorzugt ein Flächengewicht von ca. 160 g pro m
2 und eine Maschenweite von ca. 4,0 x 4,0 mm mit einer Bruchlast von grösser 2000 N
pro 5 cm.
[0071] Es können selbstverständlich auch andere Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselemente
44, mit gleichen oder ähnlichen Eigenschaften wie "Rinforzo V 50", eingesetzt werden.
[0072] Die Ausgleichs-Klebeschicht 42 ist bevorzugt ein mineralischer, hoch alkalischer
Mörtel und unterstützt das Verfestigen der Fassadenkonstruktion. Folglich dient die
Ausgleichs-Klebeschicht 42 als grossflächige Ausgleichs-Mörtelmasse 42'.
[0073] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel kommt insbesondere die Ausgleichs-Mörtelmasse
42' von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Kerabuild
® Eco Fix" zum Einsatz. "Kerabuild
® Eco Fix" ist ein Pulver und wird zur Verarbeitung als Ausgleichs-Mörtelmasse 42'
mit Wasser vermengt. Die Ausgleichs-Mörtelmasse 42' hat ein Flächengewicht von ca.
3,5 kg pro m
2 bis ca. 70,0 kg pro m
2. Mit der spezifischen Dichte des "Kerabuild
® Eco Fix" von ca. 1750 kg pro m
3, ergibt sich somit eine Schichtdicke zwischen minimal ca. 2,0 mm und maximal ca.
40,0 mm für die Ausgleichs-Mörtelmasse 42'.
[0074] Bevorzugt weist die Ausgleichs-Mörtelmasse 42' eine Schichtdicke zwischen minimal
ca. 8,0 mm und maximal ca. 10,0 mm auf.
[0075] Die Verarbeitung der Ausgleichs-Mörtelmasse 42' erfolgt vorzugsweise bei einer Verarbeitungstemperatur
von grösser +5°C.
[0076] Zur Verstärkung der Ausgleichs-Klebeschicht 42, insbesondere der Ausgleichs-Mörtelmasse
42', ist in vorliegendem Ausführungsbeispiel in die Ausgleichs-Klebeschicht 42 ein
Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement 46 eingebettet. Das Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement
46 ist bevorzugt eine alkalibeständige Glas-Armid-Faser 46' von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Rinforzo ARV 100".
[0077] "Rinforzo ARV 100" hat bevorzugt ein Flächengewicht von ca. 250 g pro m
2 und eine Maschenweite von ca. 15 x 18 mm und dient insbesondere als Panzergewebe
mit einer Zugfestigkeit von grösser 50 kN pro m.
[0078] Es können selbstverständlich auch andere Klebeschicht-Verstärkungselemente 46, mit
gleichen oder ähnlichen Eigenschaften wie "Rinforzo ARV 100", eingesetzt werden.
[0079] Das Wärmedämm-Verbundsystem 16 weist zur Verankerung der Wärmedämmelemente 22 am
tragenden Untergrund 12, mechanische Befestigungsmittel 48, insbesondere Schraubdübel
48', auf, wobei die Schraubdübel 48' in einem definierten Abstand zueinander angeordnet
sind, um eine optimale Befestigung der Wärmedämmelemente 22 an der Aussenseite 18
des tragenden Untergrunds 12 zu gewährleisten.
[0080] Vorzugsweise kommen Tellerdübel 48" mit der Produktbezeichnung "ejotherm
® STR U" von der Firma EJOT
® zum Einsatz, wobei eine Edelstahlschraube ein Bohrloch des Tellerdübels 48" und das
Wärmedämmelement 22 durchgreift und in den tragenden Untergrund 12 eingreift.
[0081] In das Bohrloch des Tellerdübels 48" ist die Edelstahlschraube durch einen Verschlussstopfen
gegenüber der Umgebung verschlossen. Dies hat den Vorteil, dass kein Hohlraum zwischen
der eingeschraubten Edelstahlschraube und der Umgebung im Bohrloch des Tellerdübels
48" vorliegt, in welchem sich sonst Feuchtigkeit ansammeln könnte.
[0082] Des Weiteren ist der Teller des Tellerdübels 48" nicht in die Ausgleichs-Klebeschicht
42 versenkt, sondern fluchtet vielmehr oberflächenbündig mit einer Aussenseite 50
der Ausgleichs-Klebeschicht 42. Auf diese Art und Weise ist das Wärmedämm-Verbundsystem
16, insbesondere auch im Brandfall, mechanisch gesichert.
[0083] Um Wärmebrücken zwischen dem tragenden Untergrund 12 und der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems
16 zu minimieren sind die Tellerdübel 48" vorzugsweise aus einem Kunststoff gebildet,
welcher eine Wärmeleitfähigkeit in der Grössenordnung des Wärmedämmelementes 22 aufweist.
[0084] Der Ausgleichs-Klebeschicht 42 als Teil des zweiten Klebeschichtsystems 24 ist an
ihrer Aussenseite 50 ein Platten-Klebeschichtsystem 52 aufgebracht, wobei die Aussenseite
50 der Ausgleichs-Klebeschicht 42, insbesondere des zweiten Klebeschichtsystems 24,
mit einer Innenseite 54 des Platten-Klebeschichtsystems 52 haftend verbunden ist.
[0085] Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Aussenseite 50 des zweiten Klebeschichtsystems
24 in vorliegendem Ausführungsbeispiel zugleich die Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems
16 ausbildet und durch die Aussenseite 50 der Ausgleichs-Klebeschicht 42 definiert
ist.
[0086] Schlussendlich sind Natursteinplatten 60 mit ihrer Innenseite 58 an einer Aussenseite
56 des Platten-Klebeschichtsystems 52 haftend aufgebracht.
[0087] Anstatt der Ausführungsform mit Natursteinplatten 60, wie in sämtlichen Ausführungsbeispielen
dieser Anmeldung gezeigt, können alternativ auch keramische Kacheln 60' verwendet
werden.
[0088] In der vorliegenden Anmeldung kann das Platten-Klebeschichtsystem 52 eine einzige
Halte-Platten-Klebeschicht 62 oder je nach Bedarf weitere Platten-Klebeschichten aufweisen.
Die entsprechende Anwendung hängt von den zu befestigenden Natursteinplatten 60 oder
keramischen Platten 60' ab und ist unter anderem auch abhängig von den Umgebungsbedingungen.
[0089] Je nach Umgebungsbedingungen können als Halte-Platten-Klebeschicht 62, im Winter,
beispielsweise mineralischer Dünnbettmörtel 62' und, im Sommer, beispielsweise mineralischer
Flexmörtel 62" zum Einsatz kommen.
[0090] Der mineralische Dünnbettmörtel 62' sollte schnell eine hydraulische Beschaffenheit
entwickeln, die das Anmachwasser bindet und die Bildung von Flecken auf der Oberfläche
verhindert. Auf diese Weise wird ein sicheres Verlegen von Natursteinplatten 60 ermöglicht.
Für das vorliegende Ausführungsbeispiel kommt insbesondere im Winter der mineralische
Dünnbettmörtel 62' von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "H40
® Marmorex Eco mit Latex Eco" zum Einsatz.
[0091] Bevorzugt liegt die Schichtdicke für die Halte-Platten-Klebeschicht als Dünnbettmörtel
62' zwischen ca. 4,0 mm und ca. 8,0 mm.
[0092] Es ist jedoch selbstverständlich auch denkbar, einen vergleichbaren Dünnbettmörtel
62' von einer anderen Firma zu verwenden.
[0093] Der mineralische Flexmörtel 62 " sollte vorzugsweise hohe Querverformungen und eine
Beständigkeit gegen Belastungen durch Wasser und Frost-Tau-Wechsel aufweisen. Auf
diese Weise wird eine Dauerhaftigkeit der Befestigung der Natursteinplatten 60 gesichert,
die durch starke Temperaturschwankungen belastet werden. Für das vorliegende Ausführungsbeispiel
kommt insbesondere im Sommer der mineralische Flexmörtel 62 " von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "H40
® Extraflex weiss" zum Einsatz.
[0094] Bevorzugt liegt die Schichtdicke für die Halte-Platten-Klebeschicht als Flexmörtel
62" zwischen ca. 4,0 mm und ca. 8,0 mm.
[0095] Es ist jedoch selbstverständlich auch denkbar, einen vergleichbaren Flexmörtel 62
" von einer anderen Firma zu verwenden.
[0096] Um die Befestigung von Natursteinplatten 60 an der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems
16 zu ermöglichen, sollte die Dimension der Natursteinplatten 60 bevorzugt eine Plattenfläche
von maximal ca. 0,32 m
2 mit einer maximalen Breite von ca. 40,0 cm und einer maximalen Länge von ca. 80,0
cm nicht überschreiten. Dies ergibt bei einer Dichte von Naturstein zwischen ca. 2400
kg pro m
3 für Weichgestein und ca. 3000 kg pro m
3 für Hartgestein sowie einem Flächengewicht der Natursteinplatten 60 zwischen ca.
36,0 kg pro m
2 und ca. 45,0 kg pro m
2 eine minimale Plattendicke zwischen ca. 12,0 mm und ca. 15,0 mm und eine maximale
Plattendicke zwischen ca. 15,0 mm und ca. 18,0 mm.
[0097] Zur Vermeidung von Hohlräumen in der Halte-Platten-Klebeschicht 62 während des Verlegens
der Natursteinplatten 60 auf der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16, wird
vorzugsweise das Buttering-Floating-Verfahren angewendet. Entsprechend findet die
Befestigung der Natursteinplatten 60 unmittelbar vor Ort, also an der Baustelle, statt.
[0098] Um eine einwandfreie Verbindung zwischen dem Platten-Klebeschichtsystem 52 und der
Innenseite 58 der Natursteinplatte 60 zu gewährleisten, ist insbesondere die Innenseite
58 der Natursteinplatte 60 diamantgesägt, sandgestrahlt oder geflammt, um eine saubere,
staubfreie und glatte Oberfläche zu erhalten.
[0099] Es sei in diesem Zusammenhang erwähnt, dass ein ausgehärteter Haftgrund auf der Innenseite
58 der Natursteinplatten 60 nicht zum Einsatz kommt, wie dies aus dem Stand der Technik
bekannt ist.
[0100] Bei genormten, kalibrierten Natursteinplatten 60 im Format 30,0 cm x 30,0 cm oder
60,0 cm x 30,0 cm mit einer Plattendicke von ca. 10 mm oder ca. 12 mm ist eine gestossene
Verlegetechnik, ohne auszufugen, bei sorgfältiger Anwendung möglich. Die Kanten der
Natursteinplatten 60 sollten jedoch leicht angefast sein.
[0101] Im Zusammenhang mit dem in Fig. 1 beschriebenen Ausführungsbeispiel können je nach
Anwendung verschiedene Wärmedämmelemente 22 zum Einsatz kommen. Dabei ist das Wärmedämmelement
22 vorzugsweise plattenförmig ausgebildet.
[0102] Bei einer Gebäudewand als Teil der Gebäudefassade 10A kann für die Wärmedämmung als
plattenförmiges Wärmedämmelement 22 entweder expandiertes Polystyrol (EPS) 22a oder
Kork 22b zum Einsatz kommen.
[0103] Bei einem Sockel als Teil der Gebäudefassade 10A kann für die Wärmedämmung als plattenförmiges
Wärmedämmelement 22 vorzugsweise extrudiertes Polystyrol (XPS) 22c zum Einsatz kommen.
[0104] Ein zweites Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2 betrifft eine spezifische Anwendung
der erfindungsgemässen Gebäudefassade 10B. Um insbesondere natürlich organische Wärmedämmelemente
22 wie beispielsweise mineralisierte Holzwolle 22d oder Holzfaser 22e einsetzen zu
können, ist vorzugsweise ein Vordach (nicht gezeigt) als Überdachung für die Gebäudefassade
10B vorgesehen.
[0105] Als erstes Klebeschichtsystem 20 in Form der Halte-Klebeschicht 20' dient "Keraklima
Eco" von der Firma Kerakoll
® zur haftenden Verbindung der Innenseite 30 des Wärmedämmelementes 22 mit der Aussenseite
18 des tragenden Untergrunds 12 der Gebäudefassade 10B. Die Zusammensetzung der Halte-Klebeschicht
20' ist gleich wie jene gemäss dem ersten Ausführungsbeispiel.
[0106] Die Einbettungs-Klebeschicht 36, insbesondere Einbettungs-Spachtelmasse 36', des
zweiten Klebeschichtsystems 24 ist in gleicher Zusammensetzung aus Wasser und dem
pulverförmigen "Keraklima Eco" von der Firma Kerakoll
® gebildet, wie dies im Zusammenhang mit dem ersten Ausführungsbeispiel im Detail ausgeführt
wurde und weist ebenfalls eingebettet das Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement
44 in Form des "Rinforzo V50" von der Firma Kerakoll
® auf.
[0107] Hingeben ist die Ausgleichs-Klebeschicht 42 des zweiten Klebeschichtsystems 24 nur
durch eine natürlich hergestellte Ausgleichs-Mörtelmasse 42 " von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Biocalce
® Cappotto" ausgebildet, ohne die Verwendung eines Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselementes.
In diesem Zusammenhang liegt die Schichtdicke der natürlich hergestellten Ausgleichs-Mörtelmasse
42" aus "Biocalce
® Capppotto" vorzugsweise bei ca. 8 mm.
[0108] Die mechanischen Befestigungsmittel 48 in Form der Tellerdübel 48 " mit der Edelstahlschraube
von der Firma EJOT
® mit der Produktbezeichnung "ejotherm
® STR U" ebenso wie das Platten-Klebeschichtsystem 52 kommen je nach Umgebungsbedingung,
im Sommer, der mineralische Dünnbettkleber 62' mit der Produktbezeichnung "H40
® Extraflex weiss" oder im Winter, der mineralische Flexmörtel 62 " mit der Produktbezeichnung
"H40
® Marmorex Eco mit Latex Eco" von der Firma Kerakoll
® zum Einsatz, wie dies bereits im Zusammenhang mit dem ersten Ausführungsbeispiel
gemäss Fig. 1 im Detail ausgeführt wurde.
[0109] Entsprechend können die Natursteinplatten 60 oder alternativ die keramischen Kacheln
60' gemäss dem zweiten Ausführungsbeispiel auf die gleiche Art und Weise wie beim
ersten Ausführungsbeispiel an der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 der
Gebäudefassade 10B haftend aufgebracht werden.
[0110] In einem dritten Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 3 ist es auch denkbar, eine erfindungsgemässe
Gebäudefassade 10C derart aufzubauen, dass ausgehend vom zweiten Ausführungsbeispiel
gemäss Fig. 2 das Platten-Klebeschichtsystem 52 anstatt des mineralischen Dünnbettmörtels
mit der Produktbezeichnung "H40
® Extraflex weiss", im Sommer, oder des mineralischen Flexmörtels mit der Produktbezeichnung
"H40
® Marmorex Eco mit Latex Eco", im Winter, der natürlich hergestellte Kleber "Biocalce
® Cappotto" von der Firma Kerakoll
® als Platten-Klebeschicht 62"' zum Einsatz kommt. In diesem Zusammenhang liegt die
Schichtdicke der Platten-Klebeschicht 62 "' mit der Produktbezeichnung "Biocalce
® Cappotto" vorzugsweise bei ca. 5 mm.
[0111] An dieser Stelle sei erwähnt, dass alle anderen technischen Merkmale des dritten
Ausführungsbeispiels identisch sind, mit jenen, wie diese im Zusammenhang mit dem
zweiten Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2 im Detail beschrieben wurden.
[0112] Ein viertes Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 4 betrifft eine spezifische Anwendung
der erfindungsgemässen Gebäudefassade 10D für eine erhöhte Brandschutzsicherheit.
Entsprechend kommt als Wärmedämmelement 22 vorzugsweise eine synthetisch anorganische
Mineralwolle zum Einsatz, welche insbesondere feuerfeste Eigenschaften aufweist.
[0113] Besonders bevorzugt kommen als Wärmedämmelement 22 im Zusammenhang mit dem vierten
Ausführungsbeispiel entweder Steinwolle 22f oder Glaswolle 22g zum Einsatz.
[0114] Die haftende Verbindung der Innenseite 30 des Wärmedämmelementes 22 mit der Aussenseite
18 des tragenden Untergrundes 12 erfolgt auf die gleiche Art und Weise wie bereits
im ersten bis dritten Ausführungsbeispiel beschrieben, d.h. mit dem ersten Klebeschichtsystem
20 in Form der Halte-Klebeschicht 20' von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Keraklima Eco".
[0115] Zur mechanischen Stabilität des Wärmedämmelementes 22 in Form der Steinwolle 22F
oder Glaswolle 22G ist ein Chrom-Stahl-Netz 44" als Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement
44 an der Aussenseite 32 des Wärmedämmelementes 22 aufgebracht und von der Einbettungs-Klebeschicht
36 des zweiten Klebeschichtsystems 24 vollständig überdeckt. Vorzugsweise dient im
vorliegenden vierten Ausführungsbeispiel die Mörtelmasse von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Kerabuild
® Eco Fix" als Einbettungs-Klebeschicht 36 " zum Einbetten des Chrom-Stahl-Netzes 44
".
[0116] Als Ausgleichs-Klebeschicht 42 des zweiten Klebeschichtsystems 24 dient in vorliegendem
vierten Ausführungsbeispiel die Ausgleichs-Spachtelmasse 42 " von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Keraklima Eco", wobei in diese das Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement
46 in Form der "Rinforzo V50" von der Firma Kerakoll
® eingebettet ist.
[0117] Die mechanischen Befestigungsmittel 48 in Form der Tellerdübel 48 " mit der Edelstahlschraube
von der Firma EJOT
® mit der Produktbezeichnung "ejotherm
® STR U" ebenso wie das Platten-Klebeschichtsystem 52 kommen je nach Umgebungsbedingung,
im Sommer, der Dünnbettmörtel 62' mit der Produktbezeichnung "H40
® Extraflex weiss" oder, im Winter, der Flexmörtel 62 " mit der Produktbezeichnung
"H40
® Marmorex Eco mit Latex Eco" von der Firma Kerakoll
® zum Einsatz, wie dies bereits im Zusammenhang mit dem ersten und zweiten Ausführungsbeispiel
gemäss Fig. 1 und Fig. 2 im Detail ausgeführt wurde.
[0118] Entsprechend können die Natursteinplatten 60 oder alternativ die keramischen Kacheln
60' gemäss dem vierten Ausführungsbeispiel auf die gleiche Art und Weise wie beim
ersten und zweiten Ausführungsbeispiel an der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems
16 der Gebäudefassade 10D haftend aufgebracht werden.
[0119] Ein fünftes Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 5 betrifft eine spezifische Anwendung
der erfindungsgemässen Gebäudefassade 10E mit einem voll biologischen Aufbau.
[0120] Die Halte-Klebeschicht 20' des ersten Klebeschichtsystems 20 ist in gleicher Art
und Weise zusammengesetzt wie dies in den vorrangegangenen Ausführungsbeispielen erläutert
wurde, wobei zusätzlich zur Stabilisierung in die Halte-Klebeschicht 20' ein Halte-Klebeschicht-Verstärkungselement
20 " von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Rinforzo V50" eingebettet ist.
[0121] Das Wärmedämmelement 22 ist plattenförmig ausgebildet und eine natürlich organische
Korkfaser 22h, wobei deren Innenseite 30 an der Aussenseite 28 der Halte-Klebeschicht
20' haftend aufgebracht ist.
[0122] Als zweites Klebeschichtsystem 24 dient ausschliesslich die Einbettungs-Klebeschicht
36. Die Einbettungs-Klebeschicht 36 ist ein natürlich hergestellter Einbettungs-Mörtel
36"' von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Biocalce
® Cappotto". Bevorzugt weist "Biocalce
® Cappotto" eine Schichtdicke zwischen ca. 4,0 mm und ca. 6,0 mm auf.
[0123] Ein Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement kommt im Zusammenhang mit dem fünften
Ausführungsbeispiel nicht zum Einsatz, wobei dies alternativ ohne weiteres denkbar
wäre.
[0124] Die Innenseite 34 des zweiten Klebeschichtsystems 24, insbesondere der Einbettungs-Klebeschicht
36, ist an der Aussenseite 32 des Wärmedämmelementes 22 aufgebracht und die Aussenseite
38 der Einbettungs-Klebeschicht 36 " ist mit der Innenseite 54 des Platten-Klebeschichtsystems
52 haftend verbunden. Entsprechend ist die Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems
16 in vorliegendem fünftem Ausführungsbeispiel durch die Aussenseite 38 der Einbettungs-Klebeschicht
36 " ausgebildet. Bevorzugt weist die Schichtdicke der Einbettungs-Klebeschicht 36
"' aus "Biocalce
® Capppotto" vorzugsweise ca. 8,0 mm auf.
[0125] Die mechanische Befestigung des Wärmedämm-Verbundsystems 16 erfolgt beim fünften
Ausführungsbeispiel auf die gleiche Art und Weise wie bei den vorrangegangenen Ausführungsbeispielen,
und zwar mittels Tellerdübeln 48" mit der Edelstahlschraube von der Firma EJOT
® mit der Produktbezeichnung "ejotherm
® STR U".
[0126] Zur Befestigung der Natursteinplatten 60 oder alternativ der keramischen Kacheln
60' an der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 dient beim voll biologischen
Aufbau der Gebäudefassade 10E eine Mörtelmasse als Platten-Klebeschicht 62. Es kommt
insbesondere die natürlich hergestellte Mörtelmasse von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Biocalce
® Cappotto" als Platten-Klebeschicht 62"' zum Einsatz, wobei diese vorzugsweise eine
Schichtdicke von ca. 5,0 mm aufweist. Ein sechstes Ausführungsbeispiel gemäss Fig.
6 betrifft ein erfindungsgemässes Gebäudedach 10E. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
wird die Aussenseite 18 des tragenden Untergrunds 12 durch eine dünne Dachpappe 64
ausgebildet.
[0127] Als erstes Klebeschichtsystem 20 dient, wie oben bereits im Zusammenhang mit den
vorangegangenen Ausführungsbeispielen ausgeführt, insbesondere die Halte-Klebeschicht
20' von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Keraklima Eco". Entsprechend ist das erste Klebeschichtsystem
20 mit ihrer Innenseite 26 an der Aussenseite 18 des tragenden Untergrunds 12, insbesondere
der Dachpappe 64, haftend aufgebracht.
[0128] Als Wärmedämmelement 22 dient in vorliegendem Ausführungsbeispiel eine expandierte
Polystyrol (EPS) Sockelplatte 22i. Hierbei ist die EPS-Sockelplatte 22i mit ihrer
Innenseite 30 an der Aussenseite 28 des ersten Klebeschichtsystems 20, insbesondere
der Halte-Klebeschicht 20', haftend aufgebracht.
[0129] Das zweite Klebeschichtsystem 24 mit der Einbettungs-Klebeschicht 36 und der an der
Aussenseite 38 der Einbettungs-Klebeschicht 36 haftend aufgebrachten Ausgleichs-Klebeschicht
42 ist in gleicher Art und Weise haftend miteinander verbunden wie dies im Zusammenhang
mit den vorrangegangenen Ausführungsbeispiel im Detail erläutert wurde. Dabei ist
entsprechend in die Einbettungs-Klebeschicht 36 in Form des "Keraklima Eco" das Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement
44 in Form des "Rinforzo V50" und in die Ausgleichs-Klebeschicht 42 in Form des "Kerabuild
® Eco Fix" das Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement 46 in Form des "Rinforzo
ARV100" eingebettet. In diesem Zusammenhang weist die Einbettungs-Klebeschicht 36
vorzugsweise eine Schichtdicke von ca. 5,0 mm und die Ausgleichs-Klebeschicht vorzugsweise
eine Schichtdicke von ca. 10,0 mm auf.
[0130] Die EPS-Sockelplatte 22i ist parallel zur Dachpappe 64 verlegt, so dass auf mechanische
Befestigungsmittel in Form von Tellerdübeln vollständig verzichtet werden kann.
[0131] Als Platten-Klebeschichtsystem 52 kommt beim sechsten Ausführungsbeispiel ein spezifischer
Platten-Klebeschichtaufbau zum Einsatz, um eine sichere Befestigung der Natursteinplatten
60 an der Aussenseite 50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 zu gewährleisten.
[0132] Alternativ ist es beim sechsten Ausführungsbeispiel betreffend des Gebäudedachs 10E
auch möglich, anstatt der Natursteinplatten 60, keramische Kacheln 60' an der Aussenseite
50 des Wärmedämm-Verbundsystems 16 zu verlegen.
[0133] Die Ausgleichs-Klebeschicht 42 des zweiten Klebeschichtsystems 24 mit ihrer Aussenseite
50 ist mit der Innenseite 54 der Halte-Platten-Klebeschicht 62 haftend verbunden.
Die Halte-Platten-Klebeschicht 62 ist vorzugsweise der Kleber von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Superflex Eco" und hat vorzugsweise eine Schichtdicke
zwischen ca. 4,0 mm und ca. 6,0 mm.
[0134] Die Halte-Platten-Klebeschicht 62 ist mit ihrer Aussenseite 56' mit einer Innenseite
67 einer Einbettungs-Platten-Klebeschicht 68 haftend verbunden, wobei ein Halte-Platten-Klebeschicht-Verstärkungselement
66 in die Einbettungs-Platten-Klebeschicht 68 eingebettet und vorzugsweise an der
Aussenseite 56' des Halte-Platten-Klebeschicht 62 angeordnet ist.
[0135] Das Halte-Platten-Klebeschicht-Verstärkungselement 66 ist vorzugsweise ein armiertes
Entkopplungsvlies von der Firma Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "Idrobuild
® Tex" und die Einbettungs-Platten-Klebeschicht 68 ist der Kleber "Superfelx Eco" von
der Firma Kerakoll
® und hat vorzugsweise eine Schichtdicke zwischen ca. 4,0 mm und ca. 6,0 mm.
[0136] Um Schichtspannungen in der Einbettungs-Platten-Klebeschicht 68 auszugleichen ist
auf deren Aussenseite 70 eine Ausgleichs-Platten-Klebeschicht 72 mit hohen gummielastischen
bzw. sehr dehnbaren Eigenschaften aufgebracht, so dass insbesondere hohe Querverformungen
und zudem die Beständigkeit gegen Belastungen durch Wasser sowie Frost-Tau-Wechsel
möglich sind. Entsprechend ist eine Innenseite 73 der Ausgleichs-Platten-Klebeschicht
72 an der Aussenseite 70 der Einbettungs-Platten-Klebeschicht 68 haftend aufgebracht.
[0137] Als Ausgleichs-Platten-Klebeschicht 72 kommt vorzugsweise der Kleber von der Firma
Kerakoll
® mit der Produktbezeichnung "H40
® Eco Rapidflex" zum Einsatz und hat vorzugsweise eine Schichtdicke zwischen ca. 4,0
mm und ca. 6,0 mm.
[0138] Schlussendlich sind gemäss des spezifischen sechsten Ausführungsbeispiels die Natursteinplatten
60 mit ihrer Innenseite 58 insbesondere an der Aussenseite 74 der Ausgleichs-Platten-Klebeschicht
72 des Platten-Klebeschichtsystems 52 haftend aufgebracht.
1. Gebäudefassade oder -dach mit einem Verbundsystem zur Befestigung von Natursteinplatten
oder keramischen Kacheln an einer Aussenseite eines tragenden Untergrunds, aufweisend:
ein an einer Aussenseite (18) eines tragenden Untergrunds (12) haftend aufgebrachtes
erstes Klebeschichtsystem (20);
ein an einer Aussenseite (28) des ersten Klebeschichtsystems (20) haftend aufgebrachtes
Wärmedämmelement (22);
ein an einer Aussenseite (32) des Wärmedämmelementes (22) haftend aufgebrachtes zweites
Klebeschichtsystem (24), wobei das erste Klebeschichtsystem (20), das Wärmedämmelement
(22) und das zweite Klebeschichtsystem (24) ein Wärmedämm-Verbundsystem (16) ausbilden;
ein an einer Aussenseite (50) des zweiten Klebeschichtsystems (24) haftend aufgebrachtes
Platten-Klebeschichtsystem (52); und
an einer Aussenseite (56, 74) des Platten-Klebeschichtsystems (52) haftend aufgebrachte
Natursteinplatten (60) oder keramische Kacheln (60').
2. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Natursteinplatten (60) oder keramischen Kacheln (60') nach dem Buttering-Floating-Verfahren
mittels des Platten-Klebeschichtsystems (52) an der Aussenseite (50) des zweiten Klebeschichtsystems
(24) haftend aufgebracht sind.
3. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Klebeschichtsystem (20) mindestens eine Halte-Klebeschicht (20') und vorzugsweise
ein in diese eingebettetes Halte-Klebeschicht-Verstärkungselement (20") aufweist,
wobei die Innenseite (26) der Halte-Klebeschicht (20') an der Aussenseite (18) des
tragenden Untergrunds (12) haftend aufgebracht ist.
4. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Halte-Klebeschicht-Verstärkungselement (20") eine alkalibeständige Glasfaser
aufweist und als Armierungsgewebe ausgebildet ist.
5. Gebäudefassade oder -dach nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Klebeschichtsystem (24) mindestens eine Einbettungs-Klebeschicht (36)
und vorzugsweise ein in diese eingebettetes Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement
(44) aufweist, wobei die Innenseite (26) der Einbettungs-Klebeschicht (36) an der
Aussenseite (32) des Wärmedämmelementes (22) haftend aufgebracht ist.
6. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement (44) eine alkalibeständige Glasfaser
(44') aufweist und als Armierungsgewebe ausgebildet ist.
7. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Klebeschichtsystem (24) weiter eine Ausgleichs-Klebeschicht (42) und vorzugsweise
ein in diese eingebettetes Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement (46) aufweist,
wobei eine Innenseite (40) der Ausgleichs-Klebeschicht (42) an einer Aussenseite (38)
der Einbettungs-Klebeschicht (36) haftend aufgebracht ist.
8. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausgleichs-Klebeschicht-Verstärkungselement (46) eine alkalibeständige Glas-Aramid-Faser
aufweist und als Panzergewebe ausgebildet ist.
9. Gebäudefassade oder -dach nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmedämm-Verbundsystem (16) mindestens ein mechanisches Befestigungsmittel (48),
insbesondere einen Schraubdübel (48'), besonders bevorzugt einen Tellerdübel (48 ")
mit einer Edelstahlschraube, zur Fixierung des Wärmedämmelementes (22) am tragenden
Untergrund (12) aufweist, wobei der Schraubdübel (48') das Wärmedämmelement (22) durchgreift
und in den tragenden Untergrund (12) eingreift.
10. Gebäudefassade oder -dach nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmedämmelement (22) ein synthetisch organisches Material aufweist und insbesondere
expandiertes Polystyrol (EPS) (22a) oder extrudiertes Polystyrol (XPS) (22c) ist.
11. Gebäudefassade oder -dach nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmedämmelement (22) ein natürliches organisches Material aufweist und insbesondere
aus Holzfaser (22e), Holzwolle (22d) oder Kork (22b) hergestellt ist.
12. Gebäudefassade oder -dach nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmedämmelement (22) eine synthetisch anorganische Mineralwolle aufweist und
insbesondere aus Steinwolle (22f) oder Glaswolle (22g) hergestellt ist.
13. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 5 und 12, dadurch gekennzeichnet, dass für eine erhöhte Brandschutzsicherheit die synthetisch anorganische Mineralwolle
an ihrer Aussenseite (32) ein in die Einbettungs-Klebeschicht (36) eingebettetes Chrom-Stahl-Netz
(44") als Einbettungs-Klebeschicht-Verstärkungselement (44) haftend aufgebracht ist.
14. Gebäudefassade oder -dach nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Platten-Klebeschichtsystem (52) eine Halte-Platten-Klebeschicht (62) und vorzugsweise
ein Halte-Platten-Klebeschicht-Verstärkungselement (66) aufweist, wobei die Innenseite
(54) der Halte-Platten-Klebeschicht (62) an der Aussenseite (50) des zweiten Klebeschichtsystems
(24) haftend aufgebracht ist.
15. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Halte-Platten-Klebeschicht (62) eine hohe gummielastische Flexibilität mit einer
hohen Verformbarkeit aufweist und entsprechend einen E-Modul zwischen 1 MPa und 4
MPa, vorzugsweise zwischen 2 MPa und 3 MPa, und besonders bevorzugt von ca. 2.5 MPa
aufweist.
16. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Platten-Klebeschichtsystem (52) weiter eine Einbettungs-Platten-Klebeschicht
(68) aufweist, wobei deren Innenseite (67) an der Aussenseite (56') der Halte-Platten-Klebeschicht
haftend aufgebracht ist.
17. Gebäudefassade oder -dach nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Platten-Klebeschichtsystem (52) weiter eine Ausgleichs-Platten-Klebeschicht (72)
aufweist, wobei deren Innenseite (73) an der Aussenseite (70) der Einbettungs-Platten-Klebeschicht
(68) und die Innenseite (58) der Natursteinplatten (60) oder keramischen Kacheln (60')
an der Aussenseite (74) der Ausgleichs-Platten-Klebeschicht (72) haftend aufgebracht
ist.
18. Verfahren zur Befestigung von Natursteinplatten oder keramischen Kacheln an der Aussenseite
eines tragenden Untergrunds zur Herstellung einer Gebäudefassade oder eines Gebäudedachs
nach einem der Ansprüche 1 bis 17, mit den folgenden Schritten:
Aufbringen eines ersten Klebeschichtsystems (20) an einer Aussenseite (18) eines tragenden
Untergrundes (12);
Aufbringen eines Wärmedämmelementes (22) an einer Aussenseite (28) des ersten Klebeschichtsystems
(20);
Aufbringen eines zweiten Klebeschichtsystems (24) an einer Aussenseite (32) des Wärmedämmelementes
(22), wobei das erste Klebeschichtsystem (20), das Wärmedämmelement (22) und das zweite
Klebeschichtsystem (24) ein Wärmedämm-Verbundsystem (16) ausbilden;
Aufbringen eines Platten-Klebeschichtsystems (52) an einer Aussenseite (50) des zweiten
Klebeschichtsystems (24); und
Aufbringen von Natursteinplatten (60) oder keramischen Kacheln (60") an einer Aussenseite
(56, 74) des Platten-Klebeschichtsystems (52).
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Natursteinplatten (60) oder keramischen Kacheln (60") nach dem Buttering-Floating-Verfahren
mittels des Platten-Klebeschichtsystems (52) an der Aussenseite (50) des zweiten Klebeschichtsystems
(24) aufgebracht werden.