[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Wandelement, eine Vorrichtungen zum Manipulieren
von mehrschaligen flächigen Bauteilen und ein Lastaufnahmemittel gemäß den Oberbegriffen
der Ansprüche 1, 12 und 14.
[0002] Unter dem Begriff "Manipulieren" soll hier der Transport, das Aufrichten sowie allgemein
die Handhabung von beispielsweise Betonfertigteilen, insbesondere von mehrschichtigen
Wänden mit Hilfe von Transportankersystemen verstanden werden.
[0003] Ein Bauteil im Sinn der Erfindung ist daher ganz allgemein ein mehrschaliges flächiges
Bauteil, welches mindestens zwei voneinander beabstandet angeordnete Schichten von
Baustoffen - zumeist Beton - aufweist. Diese beiden Schichten sind üblicherweise mit
Verbindungsmitteln miteinander verbunden, so beispielsweise in Form von Abstandshaltern,
welche in den unterschiedlichsten Bauformen ausgeführt sein können.
[0004] Besondere Vorkehrungen müssen beim Manipulieren für das Angreifen der Lastaufnahmemittel
an den Transportankern unter verschiedenen Neigungswinkeln geschaffen werden.
[0005] Eine Vielzahl von Dokumenten beschreibt derartige Vorrichtungen.
[0006] In
AT PS 349715 wird ein Aufstell- und Transportanker zur Einbettung in Betonfertigteile gezeigt
und beschrieben. Ein Anker nach Art eines Flachstahlformstücks mit rechteckigem Querschnitt
ist in dem Betonfertigteil so eingegossen, dass der Angriffspunkt für den Kupplungskopf
des Lastaufnehmers in das Betonfertigteil hineinverlegt ist. Dadurch soll eine punktuelle
Druckbeanspruchung des Betonfertigteils im kritischen Bereich vermieden werden.
[0007] In der
DE 103 51 487 A1 sind eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Transport eines Wandbauelements gezeigt
und beschrieben. Bei dem Wandbauelement handelt es sich um eine sogenannte Doppelwand.
Ein solches Wandbauelement kann beispielsweise in einer Fabrik hergestellt und zu
einer Baustelle transportiert werden. Dort können mehrere Elemente nebeneinander aufgestellt
werden und dadurch miteinander verbunden werden, dass in den Zwischenraum Ortbeton
eingebracht wird. Ganz allgemein umfasst ein Wandbauelement zwei Betonschichten. Es
ist jedoch auch denkbar, dass ein Wandbauelement eine Betonschicht und eine davon
beabstandete weitere Schicht aufweist, welche nicht aus Beton hergestellt ist, sondern
z.B. eine Dämmschicht umfasst, wobei die beiden Wandschichten durch Distanzhalter
miteinander verbunden sind. Die dort vorgeschlagene Vorrichtung zum Transport des
Wandbauelements besteht aus mehreren unabhängigen Bauteilen, von denen zwei jeweils
in den Stirnseiten der zwei Wandschichten verankert sind. Die dort gezeigte Vorrichtung
soll keinen nachteiligen Einfluss auf die Wärmeisolierung des Wandbauelements haben.
[0008] Ein Distanzhalter mit Traganker-Funktion ist in der
DE 200 08 530 U1 gezeigt und beschrieben. Der dort beschriebene Distanzhalter für ein Betonhohlraumelement
ist als einteiliger doppelkonisch ausgebildeter Distanzstab ausgeführt, dessen eines
Ende einen Befestigungsteller und dessen anderes Ende Stütznocken aufweist. Der Distanzstab
verjüngt sich zur Mitte hin und schafft damit eine Aufnahme für einen Kranhaken. Der
dort beschriebene Distanzhalter ist als Multifunktionselement ausgebildet der einerseits
als Distanzhalter dient, andererseits als Aufnahme für einen Kranhaken und der außerdem
eine Verankerung für Fertigbauteile schafft.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zu Grunde, Vorrichtungen
zum Manipulieren von mehrschaligen flächigen Bauteilen zu schaffen, welche die Nachteile
des Stands der Technik nicht aufweisen. Vielmehr sollen sie möglichst viele der folgenden
Eigenschaften auf sich vereinigen: Erhaltung der Wärmeisolierung von Doppelwänden;
Verwendung für unterschiedliche Wandstärken; Standardisierung möglichst vieler Einzelelemente;
einfacher Einbau im Werk; keine Nacharbeit beim Einbau; Wiederverwendbarkeit; Rücktransportmöglichkeit;
Drehbarkeit der Wandelemente beim Manipulieren und Lastangriff aus unterschiedlichen
Winkeln.
[0010] Diese Aufgabe wird von einem Wandelement, einer Vorrichtungen zum Manipulieren von
mehrschaligen flächigen Bauteilen und einem Lastaufnahmemittel mit den Merkmalen der
Ansprüche 1, 12 und 14 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den abhängigen Ansprüchen
zu entnehmen.
[0011] Die besonderen Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegen in ihrem einfachen
Aufbau, der problemlosen Handhabung, der kostengünstigen Herstellbarkeit sowie in
der Wiederverwendbarkeit der lösbaren Bauteile. Da die jeweils zusammengehörigen bzw.
zusammenwirkenden lastaufnehmenden Formteile voneinander beabstandet sind, entsteht
keine unerwünschte Wärmebrücke. Die lastaufnehmenden Formteile müssen nicht vollständig
voneinander getrennt oder trennbar sein. Eine insbesondere zu Montagezwecken vorhandene
Verbindung sollte jedoch einen allfälligen Wärmeübergang zwischen den gegenüberliegenden
Formteilen möglichst gering halten und kann gegebenenfalls entfernbar sein.
[0012] Von besonderem Vorteil ist eine Vorrichtung zum Manipulieren von mehrschaligen flächigen
Bauteilen für die Herstellung von baulichen Anlagen, wozu wenigstens zwei im Wesentlichen
parallel zueinander beabstandete Schichtelemente vorgesehen sind, welche miteinander
durch Abstandshalter verbunden sind, wobei die Schichtelemente Transportanker aufweisen,
die mit Lastaufnahmemitteln zum Manipulieren der mehrschaligen flächigen Bauteilen
verbindbar sind, und wenn als Transportanker wenigstens zwei voneinander trennbare
oder beabstandete, lastaufnehmende Formteile vorhanden sind, die an und/oder in den
Innen- und/oder Außenseiten der Bauteile angeordnet sind, und wenn zwischen den Lastaufnahmemitteln
und den trennbaren oder beabstandeten Formteilen eine Wirkverbindung herstellbar ist.
[0013] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung ist auch dann vorteilhaft, wenn die Formteile als
zylindrische Rohre ausgebildet und in den Schichtelementen verankert sind, und wenn
sie über die Innenseiten der Schichtelemente hinausragen.
[0014] Ebenso vorteilhaft ist es, wenn die Formteile als zylindrische Sacklöcher in den
Innenseiten der Schichtelemente ausgebildet sind oder wenn sie als ballige Sacklöcher
in den Innenseiten der Schichtelemente ausgebildet sind.
[0015] Eine Vorrichtung zum Manipulieren von mehrschaligen flächigen Bauteilen für die Erstellung
von baulichen Anlagen ist auch dann von Vorteil, wenn wenigstens zwei im Wesentlichen
parallel zueinander beabstandete Schichtelemente vorgesehen sind, welche miteinander
durch Abstandshalter verbunden sind, wobei die Schichtelemente Transportanker aufweisen,
die mit Lastaufnahmemitteln zum Manipulieren der mehrschaligen flächigen Bauteilen
verbindbar sind und wenn als Transportanker Ausformungen in den Innenseiten der Schichtelemente
vorhanden sind, die derart ausgebildet sind, dass zwischen den Lastaufnahmemitteln
und den Transportankern eine Wirkverbindung herstellbar ist.
[0016] Vorteilhaft ist eine Vorrichtung auch dann, wenn die Ausformungen so ausgebildet
sind, dass sie geeignet sind, die Lastaufnahmemittel mit Hilfe von Führungsflächen
arretierend aufzunehmen.
[0017] Ferner ist ein Transportanker zur Verwendung in einer der vorstehenden Vorrichtungen
vorteilhaft, wenn die Transportanker für unterschiedliche Wandstärken und/oder unterschiedliche
Abstände der Schichtelemente standardisiert und frei von Nacharbeiten in den Schichtelementen
einbringbar sind.
[0018] Darüber hinaus ist ein Lastaufnahmemittel zum Manipulieren von mehrschaligen flächigen
Bauteilen für die Erstellung von baulichen Anlagen vorteilhaft, wenn das Lastaufnahmemittel
mit einem Anschlagmittel eines Krans zum Heben oder Transportieren des mehrschaligen
flächigen Bauteils verbindbar ist, und wenn das Lastaufnahmemittel über Formteile
verfügt, die mit den Transportankern gemäß der vorstehenden Ansprüche formschlüssig
korrespondieren.
[0019] Lastaufnahmemittel sind auch dann von Vorteil, wenn die Herstellung und /oder die
Lösung der formschlüssigen Verbindung zwischen dem Lastaufnahmemittel und den Transportankern
manuell oder selbsttätig per Fernauslösung erfolgt.
[0020] Zudem kann es günstig sein, wenn die Formteile der Lastaufnahmemittel wieder verwendbar
sind.
[0021] Mit Hilfe von Ausführungsbeispielen soll die Erfindung nachstehend anhand der Zeichnungen
noch näher erläutert werden.
[0022] Es zeigt:
Fig. 1 stark schematisiert eine Schrägansicht eines Wandelements am Haken eines nicht
dargestellten Krans;
Fig. 2 ein Wandelement gemäß Fig. 1 mit teilausgeschnittener Wandschicht;
Fig. 3 ein Detail zylindrischer Transportanker mit formschlüssigem Lastaufnehmer;
Fig. 4 eine Baugruppe mit Transportankern gemäß den Fig. 1 bis 3 im Montagezustand;
Fig. 5 Details eines Transportankers in Sacklochartigen Ausformung mit passendem Lästaufnehmer;
Fig. 6 Details eines Transportankers in balliger Ausformung mit passendem Lastaufnehmer;
Fig. 7 einen Lastaufnehmer für ballige Ausformungen in der Einführungsphase,
Fig. 8 den Lastaufnehmer gemäß Fig. 7 im eingerasteten, transportbereiten Zustand,
Fig. 9 eine weitere Ausführungsform eines Transportankers im Schnitt quer durch ein
Wandelement und
Fig. 10 einen Schnitt entlang einer Mittelebene durch das Wandelement von Fig. 9.
[0023] In der Fig. 1 ist ein Wandelement 1 am Haken 2 eines nicht dargestellten Krans gezeigt.
Die Darstellung veranschaulicht eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Manipulieren
von mehrschaligen flächigen Bauteilen in Form eines Wandelements 1 für die Erstellung
von baulichen Anlagen. Dazu sind wenigstens zwei im Wesentlichen parallel zueinander
beabstandete Schichtelemente 3 und 4 erforderlich, die jeweils Innen- 5 und Außenseiten
6 aufweisen. Unter Innenseiten 5 und Außenseiten 6 sind die großflächigen Begrenzungsseiten
zu verstehen, und nicht die schmalen Flächen, welche als Stirnseiten 7 bezeichnet
werden. Die Schichtelemente 3 und 4 sind durch Abstandshalter 8 miteinander verbunden.
Die Schichtelemente 3 und 4 weisen einen Transportanker auf, der in Form von Formteilen
9 an ihren Innenflächen 5 angeordnet ist, und die mit Lastaufnahmemitteln 10 zum Manipulieren
eines Wandelements 1 verbunden sind, welches hier eine Doppelwand darstellt. Der Transportanker
ist in Form von getrennten bzw. voneinander beabstandeten Formteilen 9 nach Art von
zylindrischen Buchsen ausgeführt, die - getrennt voneinander aber exakt fluchtend
und auf einer gemeinsamen Achse liegend - an den Innenseiten 5 des Wandelements 1
angeordnet sind. Sie können aber auch als Formteile in anderer Bauweise an oder in
den Außenseiten eines Wandelements 1 ausgebildet sein. Entscheidend ist, dass zwischen
den Lastaufnahmemitteln 10 und den Formteilen 9 des Transportankers eine Wirkverbindung
herstellbar ist, wie anhand der anderen Figuren noch erläutert werden wird.
[0024] Fig. 2 stellt den Gegenstand gemäß Fig. 1, jedoch mit äusge- , schnittenem Schichtelement
4 dar. Es ist ersichtlich, dass das Lastaufnahmemittel 10 mit den Formteilen 9 des
Transportankers in der Art und Weise zusammenwirkt, dass die als zylinderförmige Buchsen
ausgeführten Formteile 9 schaufelartig von einer Halbschale 11 umgriffen werden, die
das freie Ende des Lastaufnahmemittels 10 darstellen. Das zum ausgeschnittenen Schichtelement
4 weisende, zylindrische Formteil 9 ist wegen des ausgeschnittenen Schichtelements
4 gewissermaßen freischwebend dargestellt und befindet sich natürlich in dem Schichtelement
4. Die beiden zylindrischen Formteile 9 sind getrennt voneinander aber exakt in einer
gemeinsamen Achse fluchtend jeweils in die Innenseiten 5 der Schichtelemente 3 und
4 des Wandelements 1 eingegossen, sodass gewährleistet ist, dass die Halbschale 11
des Lastaufnehmers 10 präzise die zylindrischen Buchsen 9 umschließt. Die zylindrische
Ausformung der Formteile 9 und der Halbschale 11 des Lastaufnehmers 10 ermöglicht
eine Rotationsbewegung zwischen dem Transportanker und dem Lastaufnehmer 10, so dass
bei Verlagerungen des Wandelements 1 während dessen Bewegungen keine nachteiligen
Spannungen aufgebaut werden können.
[0025] In Fig. 3 soll dieser Zusammenhang durch einen anderen Blickwinkel auf den erfindungsgemäßen
Gegenstand noch deutlicher gemacht werden. Die zwei Schichtelemente 3 und 4 des Wandelements
1 sind vergrößert dargestellt, wobei das Schichtelement 4 - wie in der Darstellung
gemäß Fig. 2 - ausgeschnitten ist, so dass das rechts gezeigte Formteil 9 frei zu
schweben scheint, in der Realität jedoch fest in dem Schichtelement 4 verankert ist
und aus dessen Innenseite 5 in den Zwischenraum 12 des Wandelements 1 hineinragt.
Das Lastaufnahmemittel 10 umgreift die beiden präzise auf einer Achse liegenden Formteile
9 des Transportankers mit seiner am freien Ende befindlichen Halbschale 11. In der
Praxis wird'das Lastaufnahmemittel 10 von Hand in den Zwischenraum 12 eingeführt und
in Position zu den Formteilen 9 gebracht. Damit mögliche Lageveränderungen des Wandelements
1 nicht zu Schäden führen, weist die Halbschale 11 des Lastaufnahmeelements 10 Stege
13 auf, die so passgenau an den Formteilen 9 anliegen, dass eine beim Transport möglicherweise
auftretenden Verschiebung zwischen der Halbschale 11 und den Formteilen 9 verhindert
wird. Zwischen den Innenseiten 5 der Schichtelemente 3 und 4 und der Halbschale 11
kann ein Abstand vorhanden sein. Ein unbeabsichtigtes Ausklinken des Lastaufnehmers
10 wird durch einen Arretierstift 14 verhindert. Zum beabsichtigten Lösen des Lastaufnehmers
10 aus dem Kontakt mit den Formteilen 9 kann der Arretierstift 14 in eine Freigabeposition
gebracht werden (nicht dargestellt). Die Freigabeposition kann manuell herbeigeführt
werden, vorteilhaft ist jedoch eine ferngesteuerte Freigabe, die beispielsweise durch
ein fernwirkendes Funksignal ausgelöst wird, welches elektromagnetisch eine Positionsänderung
des Arretierstifts 14 bewirkt. Der Arretierungsstift 14 kann durch andere Arretierungssysteme
ersetzt werden, die beispielsweise durch Seilzug fern ausgelöst werden.
[0026] In Fig. 4 ist eine Baugruppe 15 mit einem Transportanker darstellt, welche die Montage
in der Anfangsphase der Herstellung eines Wandelements 1 veranschaulicht. Die Baugruppe
15 umfasst zwei Formteile 9, die den Transportanker bilden und in einem vorbestimmten
Abstand mit Hilfe einer Manschette 16 exakt fluchtend miteinander verbunden sind.
Die Manschette 16 zur Aufnahme der Formteile 9 weist an ihren beiden Enden einen Innendurchmesser
auf, der genau auf den Außendurchmesser der Formteile 9 abgestimmt ist. Anschläge
17 im Innern der Manschette 16 bestimmen die axiale Position, also den genauen Abstand
der Formteile 9 zueinander. Die Länge der Manschette 16 und der Abstand der Anschläge
voneinander sind auf die gewünschte Wandstärke des Wandelements 1 abgestimmt. Das
bedeutet, dass für unterschiedliche Wandstärken unterschiedliche Manschetten verwendet
werden, während die Formteile 9 für alle Wandstärken immer dieselben Abmessungen aufweisen.
Eine Standardisierung der Bauteile ist die vorteilhafte Folge dieser Bauform. Die
Manschette 16 besteht entweder aus isolierendem Werkstoff oder kann nach Fertigstellung
des Wandelements 1 abgenommen werden.
[0027] Beide Formteile 9 können auf ihren den Außenseiten 6 der Schichtelemente 3 und 4
zugewandten Enden mit Verankerungselementen 18 versehen sein (nur bei einem Formteil
9 gezeigt). Ferner können Distanzhalter 19 vorgesehen sein, mit deren Hilfe die Formteile
9 in einem vorbestimmten Abstand von den Außenseiten 6 der Schichtelemente 3 und 4
positioniert werden können. In der Skizze gemäß Fig. 4 soll die Grundlinie die Oberfläche
einer Schalung 20 darstellen. Die Baugruppe 15 wird bei der Herstellung eines Wandelements
1 auf der Schalungsoberfläche 20 positioniert, dabei wird die Ebene der gegebenenfalls
vorhandenen Bewehrung 21 durchdrungen. Anschließend wird Beton 22 oder eine andere
aushärtbare Gießmasse in die Schalungsform eingefüllt und deren Verfestigung abgewartet.
Danach wird das verfestigte Schichtelement 3 in an sich bekannter Weise gewendet,
oberhalb einer weiteren Schalung positioniert und nach dem Befüllen der zweiten Schalung
auf diese soweit abgesenkt, dass die am zweiten Formteil 9 angebrachten Verankerungselemente
und Distanzhalter zusammen mit einem Teilbereich des Formteil 9 in der noch nicht
verfestigten Gießmasse der zweiten Schalung eintauchen. Der Abstand des ersten Schichtelements
3 von der zweiten Schalung bestimmt die spätere Wandstärke des Wandelements 1.
[0028] In Fig. 5 ist eine Variante einer Baugruppe eines Transportankers dargestellt, die
mit 23 bezeichnet ist. Diese Baugruppe 23 besteht im Wesentlichen aus zwei zylindrischen
Kappen 24, die miteinander durch Stege 25 verbunden sind. Durch die Stege 25 wird
die Lage der Kappen 24 zueinander und damit die gewünschte Wandstärke des Wandelements
1 bestimmt. Die mit den Stegen 25 verbundenen Kappen 24 werden in ähnlicher Weise
in die Schichtelemente 3 und 4 eingesetzt, wie zu Fig. 4 bereits beschrieben wurde.
Die Kappen 24 schließen bündig mit den Innenseiten 5 der Schichtelemente 3 und 4 ab
und bilden einen Transportanker im Sinne der vorliegenden Erfindung.
[0029] Das Lastaufnahmemittel 10 ist bei dieser Variante als Hülse 27 mit federbelastetem
Bolzen 28 ausgeführt. Der federbelastete Bolzen 28 verfügt über einen keilförmigen
Steg 29, der mit einem schwenkbaren Hebel 30 derart zusammenwirkt, dass der Bolzen
28 gegen die Kraft der Feder 31 in seiner Längsausrichtung verschiebbar ist. Der Hebel
30 ist mit einer Öse 32 ausgestattet, an welcher der Haken 2 eines Krans angreift.
Um das Einführen des Lastaufnahmemittels 10 zu erleichtern wirken die Stege 25 als
Führungsschienen für die Hülse 27, wobei die Stege 25 nach dem Einbau entfernt werden
könnten. Die Stege 25 sind bevorzugt schlechte Wärmeleiter. Durch die Möglichkeit
des Entfernens der Stege 25 sind die Kappen 24 als Formteile im Sinne der Erfindung
voneinander trennbar.
[0030] Nachdem das Lastaufnahmemittel 10 in den Zwischenraum 12 der beiden Schichtelemente
3 und 4 gemäß den vorstehenden Figuren eingeführt und der feststehende Teil der Hülse
27 in eines der Sacklöcher 26 in den Kappen 24 eingesetzt wurde, wird der Haken 2
des Krans in die Öse 32 eingehakt. Sobald der Kran die Hubbewegung einleitet schwenkt
die Öse 32 um ihre Drehachse 33 und der daran angebrachte Hebel 30 schiebt über den
keilförmigen Steg 29 den Bolzen 28 in das noch freie Sackloch 26 in einem der Schichtelemente
3 oder 4. Die Baugruppe 23 ist durch die Länge seiner Stege 25 für die gewünschte
Wandstärke ausgebildet, das Lastaufnahmemittel 10 gemäß der vorstehenden Bauform ist
jedoch universell und wieder verwendbar. Durch die rotationssymmetrische Bauform der
Kappen 24 treten bei Verlagerung des zu transportierenden Wandelements 1 keine Verspannungen
auf, da sich das Lastaufnahmemittel 10 mit seiner Hülse 27 in den Kappen 24 drehen
kann.
[0031] In Fig. 6 ist eine weitere erfindungsgemäße Vorrichtung dargestellt. In den Innenseiten
5 von zwei Schichtelementen 3 und 4 ist der Transportanker in Form von balligen Ausformungen
34 eingearbeitet. Die Ausformungen 34 befinden sich zwischen den Bewehrungselementen
35 innerhalb der Schichtelemente 3 und 4 und können zur besseren und präziseren Montage
durch Einsätze 36 realisiert sein, die in ähnlicher Weise in die Schichtelemente 3
und 4 eingesetzt werden, wie zu den vorstehenden Ausführungsbeispielen bereits beschrieben
wurde, und die ebenfalls Formteile im Sinne der Erfindung sein können. Auch wenn keine
Einsätze 36 oder dergleichen in die Schichtelemente 3, 4 eingesetzt sind, die Ausformungen
34 daher nur Ausnehmungen im Beton selbst darstellten, gelten diese Ausformungen im
Rahmen der vorliegenden Erfindung als Formteile. Durch die ballige Ausgestaltung der
Ausformungen 34 bzw. Einsätze ist der rotatorische Freiheitsgrad gegenüber den vorbeschriebenen
Lösungen nochmals verbessert. Das Lastaufnahmemittel 10 ist hier nach Art einer Zange
37 realisiert, die zwischen die Innenseiten 5 der Schichtelemente 3 und 4 eingeführt
und in den Ausformungen 34 platziert wird. Zur besseren Aufnahme des Wandelements
1 sind an den Schenkeln 38 der Zange 37 ebenfalls ballige Formteile 39 angebracht,
die in ihrer Größe und Form den balligen Ausformungen 34 entsprechen. Bei beginnender
Lastaufnahme spreizt sich die Zange 37 und die Schenkel 38 werden mit ihren balligen
Formteilen 39 in die balligen Ausformungen 34 eingedrückt, so dass ein hinreichender
Formschluß zum Transport des Wandelements 1 zustande kommt. Die rotatorisch erforderlichen
Freiheitsgrade bleiben dabei ebenso erhalten, wie bei den bereits vorgestellten Ausführungsformen.
Damit die Zange 37 leichter zwischen die Innenseiten 5 des Wandelements 1 eingeführt
werden kann, sind Rastelemente 40 vorhanden, mit deren Hilfe die Zange 37 zur Einführung
arretiert werden kann.
[0032] Ein weiteres Ausführungsbeispiel ist in den Fig. 7 und 8 gezeigt. In den Innenseiten
5 der Schichtelemente 3 und 4 sind Ausformungen 41 eingearbeitet oder durch entsprechende
Einsätze eingepasst, wobei zumindest in einem der Schichtelemente 3 zusätzliche Formschrägen
42 vorgesehen sind, die ein Einfädeln eines kippbaren Lastaufnahmemittels 10 in Form
eines Schwenkkörpers 43 ermöglichen. Der Schwenkkörper 43 ist um eine Querachse 44
schwenkbar an einem freien Ende 45 des Lastaufnahmemittels 10 gelagert. Zum Einführen
des Schwenkkörpers 43 in. den Zwischenraum 12 des Wandelements 1 liegt dessen Längsachse
parallel zur Längsachse des freien Endes 45 des Lastaufnahmemittels 10. Nach dem Einführungsvorgang
wird die Hebebewegung des Lastaufnahmemittels 10 eingeleitet und der Schwenkkörper
43 legt sich um seine Querachse 44 schwenkend an die Formschräge 42 an der Innenseite
5 des Schichtelements 3 an. Bei fortschreitender Hebebewegung stellt sich der Schwenkkörper
43 vollständig quer und liegt passgenau in den Ausformungen 41 an, welche die Aufgabe
eines Transportankers übernehmen. Dabei rastet ein Stift 46 in eine Ausnehmung 47
ein, die sich am Grund der Ausformung 41 befindet. Durch die rotations-symmetrische
Gestaltung der Ausformungen 41 und des Schwenkkörpers 43 sind die für einen gefahrlosen
Transport notwendigen Freiheitsgrade auch bei diesem Ausführungsbeispiel gegeben.
Der in der Ausnehmung 47 eingerastete Stift 46 blockiert das ungewollte Lösen der
Verbindung. Zum gezielten Lösen der Verbindung wird der Stift 46 zurück in den Schwenkkörper
43 bewegt, beispielsweise durch einen fernausgelösten elektromagnetischen Impuls.
Anschließend kann das Lastaufnahmemittel 10 in den Zwischenraum 12 hinab gelassen
werden, der Schwenkkörper 43 wird um seine Querachse 44 verdreht und gleitet auf der
Formschräge 42 in eine Lage parallel zur Längsachse des Last-aufnahmemittels 10 und
kann aus dem Zwischenraum 12 entfernt werden.
[0033] In Fig. 9 ist eine weitere Ausführungsform der Erfindung dargestellt, bei welcher
der Transportanker wiederum aus zwei vorzugsweise metallischen, hülsenförmigen Formteilen
9 besteht, welche zum Teil in den Schichtelementen 3, 4 einbetoniert sind und über
deren Innenseiten 5 nach innen vorstehen, voneinander aber beabstandet sind. Die beiden
Formteile 9 sind über einem Kunststoffrohr 48 angeordnet, z.B. an diesem angespritzt,
das eine geringere Wärmeleitung als die metallischen Formteile 9 aufweist. Das Kunststoffrohr
48 kann mit seinen Enden mehr oder weniger weit oder auch gar nicht in den Schichtelementen
3, 4 aufgenommen sein. An einem Lastaufnahmemittel in Form eines Lasthakens 49 befindet
sich eine schwenkbar gelagerte, federbelastete Sicherungsklappe 50, um ein ungewolltes
Lösen des Lasthakens 49 vom Transportanker zu verhindern.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Wandelement
- 2
- Haken
- 3
- Schichtelement
- 4
- Schichtelement
- 5
- Innenseiten
- 6
- Außenseiten
- 7
- Stirnseiten
- 8
- Abstandshalter
- 9
- Formteil
- 10
- Lastaufnahmemittel
- 11
- Halbschale
- 12
- Zwischenraum
- 13
- Stege
- 14
- Arretierstift
- 15
- Baugruppe
- 16
- Manschette
- 17
- Anschläge
- 18
- Verankerungselemente
- 19
- Distanzhalter
- 20
- Schalungsoberfläche
- 21
- Bewehrung
- 22
- Beton
- 23
- Baugruppe
- 24
- Kappen
- 25
- Stege
- 26
- Sacklöcher
- 27
- Hülse
- 28
- Bolzen
- 29
- keilförmiger Steg
- 30
- Hebel
- 31
- Feder
- 32
- Öse
- 33
- Drehachse
- 34
- Ausförmung
- 35
- Bewehrungselemente
- 36
- Einsätze
- 37
- Zange
- 38
- Schenkel
- 39
- Formteile
- 40
- Rastelemente
- 41
- Ausformungen
- 42
- Formschräge
- 43
- Schwenkkörper
- 44
- Querachse
- 45
- freies Ende des Lastaufnehmers
- 46
- Stift
- 47
- Ausnehmung
- 48
- Kunststoffrohr
- 49
- Lasthaken
- 50
- Sicherungsklappe
1. Wandelement für die Erstellung von baulichen Anlagen mit wenigstens zwei im Wesentlichen
parallel zueinander beabstandeten, jeweils Innen- und Außenseiten aufweisenden Schichtelementen,
welche miteinander durch Abstandshalter verbunden sind, wobei die Schichtelemente
Transportanker aufweisen, die mit Lastaufnahmemitteln zum Manipulieren der Bauteile
verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass als Transportanker wenigstens zwei voneinander trennbare oder beabstandete Formteile
(9, 24, 26, 34, 36, 41) vorhanden sind, die an und/oder in den Innen-(5) und/oder
Außenseiten (6) der Bauteile (1) angeordnet sind.
2. Wandelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportanker rotationssymmetrische Formteile (9, 24, 26, 34, 36) aufweisen.
3. Wandelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Formteile (9) als zylindrische Buchsen (9) ausgebildet und in den Schichtelementen
(3, 4) verankert sind, und dass sie über die Innenseiten (5) der Schichtelemente (3,
4) hinausragen.
4. Wandelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Formteile (24) zylindrische Sacklöcher (26) aufweisen, die in den Innenseiten
(5) der Schichtelemente (3, 4) angeordnet sind.
5. Wandelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Formteile (9, 24, 26, 34, 41) Verankerungselemente (18) und/oder Distanzhalter
(19) aufweisen.
6. Wandelement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Formteile (9) exakt fluchtend und mit Hilfe einer Manschette (16) bzw. einem
Rohr (48), die bzw. das ggf. aus isolierendem Werkstoff besteht und/oder entfernbar
ist, als Baugruppe (15) in vorbestimmbarem Abstand gegebenenfalls trennbar miteinander
verbunden sind.
7. Wandelement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Formteile (24) exakt fluchtend und mit Hilfe von ggf. aus isolierendem Werkstoff
bestehenden und/oder entfernbaren Stegen (25) als Baugruppe (23) in vorbestimmtem
Abstand gegebenenfalls trennbar miteinander verbunden sind.
8. Wandelement nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Formteile (9, 24, 26, 34, 41) die Ebene einer gegebenenfalls vorhandenen Bewehrung
(21, 35) durchdringen.
9. Wandelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportanker Ausformungen (34, 41) in den Innenseiten (5) der Schichtelemente
(3, 4) sind.
10. Wandelement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Formteile (34, 41) als ballige Sacklöcher (34, 41) in den Innenseiten (5) der
Schichtelemente (3, 4) ausgebildet sind.
11. Wandelement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausformungen (41) Führungsflächen (42) aufweisen, die so ausgebildet sind, dass
sie die Lastaufnahmemittel (10, 43) arretierend aufnehmen.
12. Vorrichtung zum Manipulieren von mehrschaligen flächigen Bauteilen für die Erstellung
von baulichen Anlagen, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung Wandelemente nach einem der Ansprüche 1 bis 11 aufweist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Lastaufnahmemittel (10) mit den Formteilen (9, 24, 26, 34, 36, 41) mittels Formschluss
korrespondieren.
14. Lastaufnahmemittel zum Manipulieren von mehrschaligen flächigen Bauteilen für die
Herstellung von baulichen Anlagen, wobei das Lastaufnahmemittel mit einer Hebevorrichtung
wie einem Kran zum Heben oder Transportieren des mehrschaligen flächigen Bauteils
verbindbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Lastaufnahmemittel (10) Formteile (11, 27, 28, 43) aufweist, die mit den Formteilen
(9, 24, 26, 34, 36, 41) der Transportanker gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 korrespondieren.
15. Lastaufnahmemittel nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass dessen Formteile (11, 27, 28, 43) wieder verwendbar und/oder entsprechend den unterschiedlichen
Abständen der Schichtelemente (3, 4) austauschbar sind.