[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern einer Wärmepumpe gemäß Patentanspruch
1, ein Steuergerät gemäß Patentanspruch 12 und eine Wärmepumpe gemäß Patentanspruch
13.
Stand der Technik
[0002] Im Stand der Technik ist es aus
DE 10 2007 038 614 A1 bekannt, eine Wärmepumpe zu überwachen. Bei dem bekannten Verfahren wird ein Kompressionskältekreis
mit zumindest einem Verdichter, einem Kondensator, einer Drossel und einem Verdampfer
in der Weise überwacht, dass der Druck auf der Hochdruckseite zwischen Verdichter
und Drossel erfasst wird, die Siedetemperatur auf der Hochdruckseite als Funktion
des Drucks auf der Hochdruckseite und des Kältemediums berechnet wird, die Temperatur
zwischen Kondensator und Drossel erfasst wird, die Temperaturdifferenz zwischen der
Siedetemperatur auf der Hochdruckseite und der Temperatur zwischen Kondensator und
Drossel gebildet wird, und in dem Fall, in dem die Temperaturdifferenz einen vorgegebenen
Grenzwert erstmals unterschreitet, ein Fehlerstatus aktiviert wird, und in dem Fall,
in dem die Temperaturdifferenz den vorgegebenen Grenzwert wiederholt mit einer vorgegebenen
Anzahl unterschreitet, der Kompressionskältekreislauf abgeschaltet wird.
Offenbarung der Erfindung
[0003] Die Erfindung besteht darin, ein verbessertes Verfahren zum Steuern einer Wärmepumpe
bereitzustellen.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung wird durch das Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst. Weiterhin
wird die Aufgabe der Erfindung durch das Steuergerät gemäß Patentanspruch 12 und durch
die Wärmepumpe gemäß Patentanspruch 13 gelöst.
[0005] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0006] Im Folgenden wird unter Wärmepumpe kontextabhängig auch eine reversible Wärmepumpe,
eine Kältemaschine oder eine Kälteanlage verstanden. Ein Kältemedium wird auch ein
Kältemittel genannt.
[0007] Ein Vorteil des beschriebenen Verfahrens besteht darin, dass die Temperatur des Kompressors
erfasst wird und abhängig von der Temperatur des Kompressors eine Funktion der Wärmepumpe
gesteuert wird. Auf diese Weise kann eine effiziente Steuerung der Wärmepumpe erreicht
werden. Insbesondere kann eine Überlastung des Kompressors oder eine Beschädigung
des Kompressors vermieden werden. Die Temperatur des Kompressors kann beispielsweise
dazu verwendet werden, um einen Start des Kompressors zu unterbinden, wenn die Temperatur
des Kompressors unter einem ersten Grenzwert liegt. Auf diese Weise wird eine Beschädigung
des Kompressors vermieden. Abhängig von der gewählten Ausführungsform sollte die Temperatur
des Kompressors mindestens einen vorgegebenen Wert höher sein als die Temperatur der
Umgebung. Beispielsweise dürften 10°C als Differenz zwischen der Umgebungstemperatur
und der Temperatur des Kompressors ausreichen.
[0008] In einer weiteren Ausführungsform wird abhängig von der Temperatur des Kompressors
ein Öffnungsquerschnitt der Drossel festgelegt, insbesondere ein Öffnungsquerschnitt
der Drossel begrenzt. Auf diese Weise kann eine weitere Abkühlung des Kompressors
vermieden werden. Die Überwachung der Temperatur des Kompressors weist z.B. den Vorteil
auf, dass ein Lösen des Kältemediums der Wärmepumpe im Öl des Kompressors vermieden
wird. Das Kältemedium kann sich im Öl des Kompressors lösen, wenn das Öl des Kompressors
zu kalt ist. Durch die Aufnahme des Kältemediums im Öl werden die Eigenschaften des
Öls beeinträchtigt, insbesondere kann die Schmierfähigkeit des Öls reduziert werden.
[0009] In einer weiteren Ausführungsform wird ein Betreiben des Kompressors unterbunden,
wenn die Temperatur des Kompressors unter einem zweiten Grenzwert liegt. Auch durch
diese Funktion wird eine Fehlfunktion des Kompressors vermieden.
[0010] In einer weiteren Ausführungsform wird die Temperatur des Kältemediums in Strömungsrichtung
vor dem Kompressor erfasst, und die Förderleistung des Kompressors wird abhängig von
dem erfassten Wert gesteuert. Beispielsweise kann die Förderleistung des Kompressors
reduziert oder der Kompressor abgeschaltet werden, wenn die Temperatur des Kältemediums
unter einem vorgegebenen Wert liegt. Dadurch wird sichergestellt, dass der Kompressor
nicht durch flüssiges Kältemedium beschädigt wird.
[0011] In einer weiteren Ausführungsform wird die Temperatur des Kältemediums in Strömungsrichtung
nach dem Kompressor erfasst und abhängig von dem erfassten Wert wird die Förderleistung
des Kompressors gesteuert, insbesondere die Förderleistung reduziert bzw. der Kompressor
abgeschaltet. Beispielsweise wird die Förderleistung des Kompressors reduziert, wenn
der erfasste Temperaturwert unter einem vorgegebenen Grenzwert liegt. Auch auf diese
Weise wird die Gefahr der Beschädigung des Kompressors reduziert.
[0012] Abhängig von der gewählten Ausführungsform kann zusätzlich zum erfassten Wert eine
Zeitdauer vorgesehen sein, während der der erfasste Wert der Temperatur unter dem
vorgegebenen Grenzwert liegen muss, bevor ein Eingriff in die Funktion des Kompressors,
insbesondere eine Reduzierung der Förderleistung des Kompressors oder ein Abschalten
des Kompressors erfolgt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass kurzzeitige unkritische
Temperaturschwankungen nicht zu einem Eingriff in die Funktion des Kompressors führen.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform werden Sensoren, insbesondere Temperatursensoren,
die zur Erfassung der Temperatur des Kompressors dienen, in Bezug auf eine Fehlfunktion
überwacht. Wird eine Fehlfunktion festgestellt, so wird wenigstens ein Fehlersignal
ausgegeben und/oder der Kompressor wird abgeschaltet. Damit kann eine Fehlfunktion
der Wärmepumpe oder eine Beschädigung des Kompressors vermieden werden.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform wird ein Drehmoment des Kompressors überwacht,
wobei bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzwertes ein Fehlersignal erzeugt und/oder
die Leistung des Kompressors wenigstens beschränkt wird. Vorzugsweise wird der Kompressor
bei Überschreiten des Grenzwertes abgeschaltet. Diese Vorgehensweise verhindert eine
Beschädigung des Kompressors bei Auftreten eines zu großen Drehmomentes.
[0015] In einer weiteren Ausführungsform wird das Drehmoment des Kompressors bei einer Startphase
des Kompressors überwacht. Diese Situation kann beispielsweise auftreten, wenn der
Kompressor vereist ist. Bei einem vereisten Kompressor sollte ein Start vermieden
werden. Die Startphase wird abgebrochen, wenn das Drehmoment des Kompressors über
einem vorgegebenen Wert liegt. Auf diese Weise wird eine Überlastung oder eine Beschädigung
des Kompressors während der Startphase sicher vermieden. In einer weiteren Ausführungsform
wird das Betreiben des Kompressors unterbunden und ein Fehlersignal ausgegeben, wenn
mehr als eine vorgegebene Anzahl von abgebrochenen Startphasen erfolgt sind. Somit
wird eine unnötige Wiederholung von Startphasen vermieden. Dadurch wird der Kompressor
nicht unnötig belastet.
[0016] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen
Figur 1 eine schematische Darstellung einer Wärmepumpe, und
Figur 2 ein Diagramm für einen Arbeitskreislauf der Wärmepumpe.
[0017] Die Erfindung wird im folgenden am Beispiel einer Wärmepumpe erläutert. Die Erfindung
ist jedoch ebenfalls auf eine reversible Wärmepumpe, eine Kältemaschine oder Kälteanlage
entsprechend anwendbar.
[0018] Figur 1 zeigt in einer schematischen Darstellung einen Aufbau einer Wärmepumpe 1.
Die Wärmepumpe 1 weist einen Verdampfer 2, einen Kompressor 3, einen Kondensator 4
und eine Drossel 5 auf. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein Ausgang des
Verdampfers 2 über eine erste Leitung 6 an ein Schaltventil 7 angeschlossen. In der
dargestellten Schaltposition des Schaltventils 7 ist die erste Leitung 6 über eine
zweite Leitung 8 mit einem Abscheider 9 verbunden. Der Abscheider 9 ist vorgesehen,
um Flüssigkeit aus dem Kältemedium abzuscheiden. Der Abscheider 9 ist über eine dritte
Leitung 10 mit einem Eingang des Kompressors 3 verbunden. Abhängig von der gewählten
Ausführungsform kann auch auf den Abscheider 9 verzichtet werden. Ein Ausgang des
Kompressors 3 steht über eine vierte Leitung 11 mit dem Schaltventil 7 in Verbindung.
Die vierte Leitung 11 ist in der dargestellten Schaltposition des Schaltventils 7
mit einer fünften Leitung 12 verbunden, die zu einem Eingang des Kondensators 4 geführt
ist. Abhängig von der gewählten Ausführungsform kann auf das Schaltventil 7 verzichtet
werden, wobei die Leitungen entsprechend direkt miteinander verbunden sind. Ein Ausgang
des Kondensators 4 ist über eine sechste Leitung 13 an die Drossel 5 angeschlossen.
Die Drossel 5 ist vorzugsweise als steuerbare Drossel mit variablem Öffnungsquerschnitt
ausgebildet. Ein Ausgang der Drossel 5 ist über eine siebte Leitung 14 mit einem Reservoir
15 für flüssiges Kältemedium verbunden. Das Reservoir 15 ist über eine achte Leitung
16 über ein erstes Ventil 18 an eine Einspritzleitung 17 angeschlossen. Die Einspritzleitung
17 ist mit dem Kompressor 3 verbunden und ausgebildet, um Kältemedium des Kreislaufes
dem Kompressor 3 zuzuführen bzw. der Kompressor 3 ist ausgebildet, um über die Einspritzleitung
17 Kältemedium anzusaugen. Zudem ist eine Bypassleitung 19 vorgesehen, über die die
achte Leitung 16 an ein zweites Ventil 20 angeschlossen ist. Das zweite Ventil 20
ist über eine neunte Leitung 21 an einen Eingang des Verdampfers 2 angeschlossen.
Dem Verdampfer 2 ist ein Gebläse 22 zugeordnet.
[0019] Am Verdampfer 2 ist ein erster Temperatursensor 23 vorgesehen. In der zweiten Leitung
8 sind ein zweiter Temperatursensor 24 und ein erster Drucksensor 25 vorgesehen. Weiterhin
ist am Kompressor ein dritter Temperatursensor 26 vorgesehen, der vorzugsweise mit
einem Ölreservoir des Kompressors 3 in Verbindung steht. Zudem ist ein zweiter Drucksensor
27 und ein vierter Temperatursensor 28 an der vierten Leitung 11 vorgesehen.
[0020] Am Kondensator 4 ist ein fünfter Temperatursensor 29 vorgesehen. An der sechsten
Leitung 13 ist ein sechster Temperatursensor 30 vorgesehen. An der neunten Leitung
21 ist ein siebter Temperatursensor 31 vorgesehen. Weiterhin ist ein Steuergerät 32
vorgesehen, das mit den Temperatursensoren 23, 24, 26, 28, 29, 30, 31 und mit den
Drucksensoren 25, 27 in Verbindung steht. Zusätzlich stehen die steuerbaren Ventile
18, 20, die steuerbare Drossel 5 und das Schaltventil 7 mit dem Steuergerät 32 in
Verbindung. Weiterhin steht das Steuergerät 32 mit dem Kompressor 3 in Verbindung,
wobei das Steuergerät 32 ausgebildet ist, um den Kompressor 3 zu starten, mit einer
wählbaren Förderleistung zu betreiben, das Drehmoment des Kompressors zu begrenzen
und/oder die Förderleistung des Kompressors zu reduzieren bzw. den Kompressor abzuschalten.
Weiterhin kann das Gebläse 22 in der Leistung regelbar sein und die Leistung vom Steuergerät
32 vorgegeben werden können. In der dargestellten Schaltposition des Schaltventils
7 wird über den Verdampfer 2 Wärme aufgenommen und über den Kondensator 4 Wärme abgegeben.
[0021] Das Steuergerät 32 ist ausgebildet, um die Wärmepumpe 1 in einem inversen Zustand
zu schalten. Dazu schaltet das Steuergerät 32 das Schaltventil 7 in eine zweite Schaltposition
um, in der die fünfte Leitung 12 mit der zweiten Leitung 8 verbunden ist und die erste
Leitung 6 mit der vierten Leitung 11 verbunden ist. In dem zweiten Schaltzustand des
Schaltventils 7 wird der Verdampfer 2 als Kondensator und der Kondensator 4 als Verdampfer
betrieben. Der inverse Zustand wird beispielsweise eingesetzt, um einen vereisten
Kondensator 4 aufzuwärmen und zu enteisen.
[0022] Der Kreislauf der Wärmepumpe 1 ist mit dem Kältemedium gefüllt. Das Kältemedium wird
im Verdampfer 2 durch Aufnahme von Wärme beispielsweise aus der Luft über eine Beströmung
durch das Gebläse 22 aufgeheizt und in ein gasförmiges Kältemedium überführt, das
über die erste Leitung 6, das Schaltventil 7 und die zweite Leitung 8 einem Eingang
des Kompressors 3 zugeführt wird. In der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform
ist vor dem Eingang des Kompressors 3 der Abscheider 9 vorgesehen, der Flüssigkeit
aus dem Kältemedium abscheidet bzw. das gasförmige Kältemedium weiter trocknet, bevor
das gasförmige Kältemedium über die dritte Leitung 10 in den Kompressor 3 gelangt.
Auf den Abscheider 9 kann gemäß dem beschriebenen Verfahren auch verzichtet werden
und die zweite Leitung 8 direkt mit der dritten Leitung 10 und damit mit dem Eingang
des Kompressors 3 verbunden werden.
[0023] Der Kompressor 3 verdichtet das gasförmige Kältemedium und gibt das verdichtete,
erhitzte gasförmige Kältemedium über die vierte Leitung 11, das Schaltventil 7 und
die fünfte Leitung 12 an den Kondensator 4 weiter. Im Kondensator 4 kondensiert das
gasförmige Kältemedium und gibt dabei Wärme ab. Das kondensierte, abgekühlte und flüssige
Kältemedium wird vom Kondensator 4 über die sechste Leitung 13 an die Drossel 5 geführt.
Nach der Drossel 5 entspannt sich das gasförmige Kältemedium. Nach der Drossel 5 wird
das verflüssigte Kältemedium über die siebte Leitung 14 dem Reservoir 15 zugeführt.
Im Reservoir 15 ist ein Vorratsvolumen an flüssigem Kältemedium vorgesehen. Das flüssige
Kältemedium wird über die achte Leitung 16 und das zweite Ventil 20 und die neunte
Leitung 21 dem Verdampfer 2 zugeführt. Ist das erste Ventil 18 durch das Steuergerät
32 geöffnet, so kann flüssiges Kältemedium über die Einspritzleitung 17 dem Kompressor
3 zugeführt werden. Abhängig von der gewählten Ausführungsform kann auf die Einspritzleitung
17 auch verzichtet werden.
[0024] Der erste Temperatursensor 23 ist vorgesehen, um die Umgebungstemperatur im Bereich
des Verdampfers 2 zu erfassen und an das Steuergerät 32 weiterzuleiten. Der zweite
Temperatursensor 24 ist vorgesehen, um die Temperatur des gasförmigen Kältemediums
im Ansaugbereich des Kompressors zu erfassen. Der dritte Temperatursensor 26 ist vorgesehen,
um die Temperatur des Kompressors 3, beispielsweise die Gehäusetemperatur des Kompressors
3 oder die Öltemperatur des Kompressors 3 zu erfassen. Der vierte Temperatursensor
28 ist vorgesehen, um die Temperatur des verdichteten, heißen gasförmigen Kältemediums
in Strömungsrichtung nach dem Kompressor 3 zu erfassen.
[0025] Der fünfte Temperatursensor 29 ist vorgesehen, um die Temperatur am Kondensator 4
zu erfassen, damit eine Vereisung des Kondensators 4 vom Steuergerät 32 festgestellt
werden kann. Der sechste Temperatursensor 30 ist vorgesehen, um die Temperatur des
wenigstens teilweise flüssigen, unterkühlten Kältemediums zu erfassen. Der siebte
Temperatursensor 31 ist vorgesehen, um im Zulauf zum Verdampfer 2 die Temperatur des
unterkühlten, flüssigen Kältemediums zu erfassen. Der erste Drucksensor 25 ist vorgesehen,
um im Niedrigdruckbereich den Druck des gasförmigen Kältemediums in Strömungsrichtung
vor dem Kompressor 3 zu erfassen. Der zweite Drucksensor 27 ist vorgesehen, um im
Hochdruckbereich in Strömungsrichtung nach dem Kompressor 3 den Druck des gasförmigen
Kältemediums zu erfassen.
[0026] Abhängig von der gewählten Ausführungsform kann der Öffnungsquerschnitt der Drossel
5 abhängig von der Temperatur gesteuert werden, die vom sechsten Temperatursensor
6 erfasst wird. Weiterhin kann der Öffnungsquerschnitt des zweiten Ventils 20 abhängig
von der Temperatur gesteuert werden, die vom zweiten Temperatursensor 24 erfasst wird.
[0027] Während eines inversen Betriebes, bei dem der Kondensator 4 beispielsweise für eine
Enteisung aufgeheizt wird und Wärme über den Verdampfer 2 abgegeben wird, wird der
Öffnungsquerschnitt der Drossel 5 in Abhängigkeit von der Temperatur des zweiten Temperatursensors
24 gesteuert. Zudem wird der Öffnungsquerschnitt des zweiten Ventils 20 in Abhängigkeit
von der Temperatur des siebten Temperatursensors 31 gesteuert. Zudem kann abhängig
von der gewählten Ausführungsform der Öffnungsquerschnitt des ersten Ventils 18 in
Abhängigkeit von der Temperatur gesteuert werden, die vom vierten Temperatursensor
28 erfasst wird.
[0028] Im Folgenden werden Verfahren erläutert, mit denen das Steuergerät 32 die Wärmepumpe
1, insbesondere den Kompressor 3 gegen eine Überlastung oder Beschädigung schützen
kann.
[0029] Beim Betrieb der Wärmepumpe 1 erfasst das Steuergerät 32 über den zweiten Temperatursensor
24 die Temperatur des Kältemediums in der zweiten Leitung 8 im Zulauf zum Kompressor
3. Zudem wird vom Steuergerät 32 über den ersten Drucksensor 25 der Druck in der zweiten
Leitung 8 erfasst. Abhängig vom verwendeten Kältemedium wird die Überhitzung des Gases
gegenüber der Taulinie in der zweiten Leitung 8 vom Steuergerät 32 ermittelt. Dies
kann beispielsweise anhand des Diagramms der Figur 2 durchgeführt werden. Dazu sind
entsprechende Tabellen, Werte und Kennlinien im Speicher 33 des Steuergerätes 32 abgelegt.
[0030] Figur 2 zeigt in einer schematischen Darstellung einen Arbeitsprozess der Wärmepumpe
1, wobei auf der Ordinate ein logarithmischer Druck p und auf der Abszisse eine spezifische
Enthalpie h aufgetragen sind. Zudem ist eine Taulinie 34 in das Diagramm eingezeichnet.
Weiterhin ist ein kritischer Punkt 35 auf der Taulinie eingezeichnet, der bei maximalem
Druck eines Nassdampfgebietes 37 eine Siedelinie 36 von der Taulinie 34 trennt. Die
Taulinie 34 trennt das Nassdampfgebiet 37 vom Gebiet des überhitzten Gases. Die Siedelinie
36 trennt das Gebiet der unterkühlten Flüssigkeit vom Nassdampfgebiet. Nach dem Verdampfer
2 liegt das Kältemedium am Punkt A gasförmig vor. Die Temperaturdifferenz zwischen
dem Punkt A und dem Zustand des Kältemediums bei gleichem Druck auf der Taulinie 34
entspricht einer Überhitzugstemperatur. Die Überhitzungstemperatur stellt einen Wert
für eine Überhitzung des Gases dar. Die Überhitzungstemperatur sollte einen Mindestwert
aufweisen, um die Gefahr des Auftretens von flüssigem Kältemedium im Kompressor auszuschließen.
Nach dem Kompressor liegt das Kältemedium am Punkt B ebenfalls gasförmig bei einem
höheren Druck und bei einer höheren Temperatur vor. Nach dem Kondensator befindet
sich das Kältemedium in einem flüssigen Zustand am Punkt C. Nach der Drossel liegt
das Kältemedium teilweise flüssig und teilweise gasförmig am Punkt D vor.
[0031] Der Abstand zwischen dem Punkt B und der Taulinie 34 bei gleichem Druck wie bei Punkt
B bestimmt eine zweite Überhitzungstemperatur und kann für eine Beeinflussung der
Leistung des Kompressors verwendet werden. Die erste Überhitzungstemperatur des Kältemediums
vor dem Kompressor und/oder die zweite Überhitzungstemperatur nach dem Kompressor
sollten bestimmte Grenzwerte nicht unterschreiten. Diese Grenzwerte sind beispielsweise
in einem Speicher 33 des Steuergerätes 32 abgelegt. Ergibt die Überprüfung durch das
Steuergerät 32, dass die erste Überhitzungstemperatur, d.h. die Temperatur des Kältemediums
vor dem Kompressor und/oder die zweite Überhitzungstemperatur, d.h. die Temperatur
des Kältemediums nach dem Kompressor unter einem vorgegebenen Grenzwert vorzugsweise
für eine vorgegebene Zeitdauer wie beispielsweise 5 Minuten liegen, so kann das Steuergerät
32 die Leistung des Kompressors reduzieren, insbesondere den Kompressor abschalten.
Dazu sind entsprechende Programme oder Verfahren im Speicher 33 des Steuergerätes
32 abgelegt, die angeben, bei welchen Temperaturwerten welche Steuerung des Kompressors
vorzunehmen ist.
[0032] In einem weiteren Verfahren überwacht das Steuergerät 32 die Funktionsweise der Temperatursensoren
und/oder der Drucksensoren. Wird beispielsweise eine Fehlfunktion des ersten und/oder
des zweiten Drucksensors 25, 27 vom Steuergerät 32 festgestellt, so kann das Steuergerät
32 die Leistung des Kompressors 3 reduzieren oder insbesondere den Kompressor 3 abschalten,
um eine Fehlfunktion der Wärmepumpe und insbesondere eine Überlastung oder Beschädigung
des Kompressors zu vermeiden.
[0033] In einem weiteren Verfahren erfasst das Steuergerät 32 mithilfe des dritten Temperatursensors
26 die Temperatur des Kompressors 3, beispielsweise die Temperatur des Gehäuses des
Kompressors 3 und/oder die Temperatur eines Ölreservoirs des Kompressors 3. Die Temperatur
kann vom Steuergerät 32 erfasst werden, wenn eine Heizung des Kompressors 3 nicht
aktiv ist. Die vom Steuergerät 32 erfasste Temperatur des Kompressors kann beispielsweise
dazu verwendet werden, um einen Start des Kompressors zu unterdrücken. Für einen Start
des Kompressors kann es beispielsweise vorgeschrieben sein, dass die Temperatur des
Kompressors 3 wenigstens über einem vorgegebenen Grenzwert liegt. Weiterhin kann es
für einen Start des Kompressors beispielsweise vorgeschrieben sein, dass die Temperatur
des Kompressors 3 wenigstens um einen Differenzwert von beispielsweise 10°C größer
sein muss als eine Umgebungstemperatur. Abhängig von der gewählten Ausführungsform
können auch andere Grenzwerte verwendet werden.
[0034] In einem weiteren Verfahren kann das Steuergerät 32 in Abhängigkeit von der Temperatur
des Kompressors 3 ein Öffnungsverhalten der Drossel 5 beeinflussen. Beispielsweise
kann die Zeitdauer und/oder ein Öffnungsquerschnitt der Drossel 5 in Abhängigkeit
von der Temperatur des Kompressors 3 gesteuert oder geregelt werden. Dazu können entsprechende
Tabellen oder Diagramme oder Kennlinien im Speicher 33 des Steuergerätes 32 abgelegt
sein, die den Öffnungsquerschnitt in Abhängigkeit von der Temperatur des Kompressors
festlegen.
[0035] In einem weiteren Verfahren kann die Temperatur des Kompressors 3 vom Steuergerät
32 in der Weise berücksichtigt werden, dass die Leistung des Kompressors 3 reduziert
wird oder der Kompressor 3 vollständig abgeschaltet wird. Dazu können Kennlinien oder
Grenzwerte abgelegt sein. Beispielsweise kann die Leistung des Kompressors 3 reduziert
werden, insbesondere der Kompressor 3 abgeschaltet werden, wenn die Temperatur des
Kältemediums nach dem Kompressor 3 im Vergleich zur Temperatur des Kältemediums vor
dem Kompressor 3 eine Differenz aufweist, die größer als ein vorgegebener Grenzwert
ist. Dazu können entsprechende Werte oder Kennlinien oder Tabellen im Speicher 33
des Steuergerätes 32 abgelegt sein.
[0036] Abhängig von dem gewählten Verfahren kann das Steuergerät 32 den Arbeitsprozess der
Wärmepumpe 1 auch umdrehen, indem das Schaltventil 7 in einen zweiten Zustand geschaltet
wird, in dem das Schaltventil 7 die fünfte Leitung 12 mit der zweiten Leitung 8 und
die vierte Leitung 11 mit der ersten Leitung 6 verbindet. In der zweiten Schaltposition
wird der Verdampfer 2 als Kondensator verwendet und der Kondensator 4 als Verdampfer.
Bevor jedoch diese Umschaltung vom Steuergerät 32 vorgenommen wird, wird vorzugsweise
der Kondensator 4 über ein Öffnen der Drossel 5 vollständig in das Reservoir 15 entleert,
das heißt das im Kondensator 4 befindliche flüssige Kältemedium wird vollständig in
das Reservoir 15 entleert. Auf diese Weise wird vermieden, dass flüssiges Kältemedium
in den Kompressor gelangt und den Kompressor beim Verdichtungsvorgang beschädigt.
Anschließend wird das Schaltventil 7 in die zweite Position geschaltet. Für diese
Ausführungsform ist es erforderlich, dass das Reservoir 15 ein ausreichendes Volumen
aufweist, um das aus dem Kondensator 4 entleerte Kältemedium vollständig aufzunehmen.
Abhängig von der gewählten Ausführungsform wird die Drossel 5 vor dem Umschalten bereits
dann zum Entleeren des Kondensators 4 geöffnet, wenn die Drehzahl des Kompressors
zum Umschalten langsam auf eine Leistung für den inversen Betrieb reduziert wird.
[0037] In einem weiteren Verfahren überwacht das Steuergerät 32 beim Starten des Kompressors,
das heißt beim Hochfahren des Kompressors 3 auf eine gewünschte Verdichtungsleistung
bzw. Drehzahl das vom Kompressor 3 erzeugte Drehmoment. Das Drehmoment kann beispielsweise
mit einem Drehmomentsensor gemessen oder über eine entsprechende elektrische Leistung,
die der Kompressor 3 aufnimmt, abgeschätzt werden. Während der Startphase vergleicht
das Steuergerät 32 das vom Kompressor 3 aufgebrachte Drehmoment mit einem Grenzwert.
Ist das aufgebrachte Drehmoment größer als der Grenzwert, so bricht das Steuergerät
32 die Startphase ab, und startet nach einer vorgegebenen Zeitdauer beispielsweise
einige Sekunden später erneut eine Startphase. Abhängig von der gewählten Ausführungsform
kann nach einer vorgegebenen Anzahl von abgebrochenen Startphasen ein Fehlersignal
vom Steuergerät 32 erzeugt werden und beispielsweise über Ausgabemittel 38 ausgegeben
werden. Zudem kann zusätzlich eine Inbetriebnahme des Kompressors 3 vom Steuergerät
32 unterbunden werden bzw. erst nach einer Eingabe durch eine Bedienperson wieder
erlaubt werden. Auf diese Weise wird eine Beschädigung des Kompressors 3 beispielsweise
durch Vorliegen von flüssigem Kältemedium im Kompressor 3 oder bei einem eingefrorenen
Kompressor 3 vermieden werden.
[0038] Abhängig von der gewählten Ausführungsform kann auch während des normalen Betriebes
der Wärmepumpe 1 das Steuergerät 32 das Drehmoment des Kompressors 3 überwachen und
die Leistung des Kompressors 3 wenigstens reduzieren oder den Kompressor 3 abschalten,
wenn das überwachte Drehmoment größer als ein vorgegebener Grenzwert ist. Auf diese
Weise wird auch während des Betriebes des Kompressors 3 eine Beschädigung des Kompressors
3 beispielsweise durch das Eindringen von Flüssigkeit in den Kompressor 3 vermieden.
[0039] In einem weiteren Verfahren kann ein Grenzwert für die Temperatur vor dem Kompressor,
ein Grenzwert für die Temperatur nach dem Kompressor und zusätzlich eine Zeitdauer
für eine Unterschreitung der zwei Temperaturen abgespeichert sein. Liegt beispielsweise
die Temperatur vor dem Kompressor unter der Grenztemperatur von 2°C und die Temperatur
nach dem Kompressor unter einer zweiten Grenztemperatur von 20°C über eine vorgegebene
Zeitdauer von beispielsweise 10 Minuten, so wird vom Steuergerät 32 eine Fehlfunktion
erkannt und eine Leistung des Kompressors reduziert oder der Kompressor abgeschaltet.
[0040] In einem weiteren Verfahren reduziert das Steuergerät 32 einen Öffnungsquerschnitt
der Drossel 5, wenn die Temperatur des Kompressors nicht mehr als 10°C über einer
erwarteten Kondensationstemperatur liegt, die im Speicher 33 des Steuergerätes 32
abgelegt ist. Weist der Kompressor eine Temperatur auf, die im Bereich der Umgebungstemperatur
liegt, so wird die Drossel 5 auf einen minimalen Querschnitt reduziert und anschließend
langsam vergrößert, bis die Temperatur des Kompressors wieder auf einen Bereich von
etwa 15°C über die Umgebungstemperatur gestiegen ist. Während des inversen Betriebes,
bei dem der Kondensator als Verdampfer und der Verdampfer als Kondensator betrieben
werden, wird die Drossel so lange im Öffnungsquerschnitt begrenzt, bis die Temperatur
des Kompressors auf die Temperatur des Kältemediums am Ausgang des Kompressors angestiegen
ist.
[0041] In einem weiteren Verfahren wird eine Startphase abgebrochen, wenn der Kompressor
während einer vorgegebenen Zeitdauer von beispielsweise 5 Sekunden mehr als ein vorgegebenes
maximales Drehmoment erzeugt. Das Drehmoment kann mit einem Drehmomentsensor gemessen
oder durch ein Leistungsaufnahme des elektrisch betriebenen Kompressors abgeschätzt
werden. Bevor ein neuer Startvorgang aktiviert wird, wird eine Pause von 10 s eingelegt.
Anschließend wird erneut ein Startvorgang versucht. Beispielsweise kann nach fünf
erfolglosen Startvorgängen vom Steuergerät 32 ein Alarmsignal erzeugt und ausgegeben
werden.
1. Verfahren zum Steuern einer Wärmepumpe mit einem Kompressor, einem Kondensator, einer
Drossel und einem Verdampfer, wobei die Temperatur des Kompressors erfasst wird und
abhängig von der Temperatur des Kompressors eine Funktion der Wärmepumpe gesteuert
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Temperatur des Kompressors im Stillstand des
Kompressors erfasst wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Start des Kompressors
unterbunden wird, wenn die erfasste Temperatur unter einem ersten Grenzwert liegt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei abhängig von der gemessenen
Temperatur ein Öffnungsquerschnitt der Drossel festgelegt, insbesondere begrenzt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Betreiben des Kompressors
unterbunden wird, wenn die erfasste Temperatur unter einem zweiten Grenzwert liegt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Temperatur eines Kältemediums
in Strömungsrichtung vor dem Kompressor erfasst wird, und wobei eine Förderleistung
des Kompressors abhängig von dem erfassten Wert gesteuert, insbesondere reduziert
wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Temperatur eines Kältemediums
in Strömungsrichtung nach dem Kompressor erfasst wird, und wobei eine Förderleistung
des Kompressors abhängig von dem erfassten Wert gesteuert, wenigstens reduziert wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei die Temperatur mit einem Sensor
erfasst wird, wobei eine Funktion des Sensors überwacht wird, und wobei bei einer
Fehlfunktion des Sensors wenigstens die Leistung des Kompressors reduziert wird, wobei
vorzugsweise der Kompressor abgeschaltet wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Drehmoment des Kompressors
überwacht wird, und wobei bei Überschreiten eines vorgegebenen Drehmomentes ein Fehlersignal
erzeugt und/oder die Leistung des Kompressors wenigstens beschränkt wird, wobei insbesondere
der Kompressor abgeschaltet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das Drehmoment bei einer Startphase des Kompressors
überwacht wird, wobei die Startphase abgebrochen wird, wenn das Drehmoment einen vorgegebenen
Wert überschreitet.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei nach einem Abbruch der Startphase erneut eine Startphase
durchgeführt wird, und wobei nach einer vorgegebenen Anzahl an abgebrochenen Startphasen
der Start des Kompressors unterbunden wird und ein Fehlersignal erzeugt wird.
12. Steuergerät, das ausgebildet ist, ein Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche
auszuführen.
13. Wärmepumpe (1) mit einem Kompressor (3), einem Kondensator (4), einer Drossel (5)
und einem Verdampfer (2), mit einem Steuergerät(32), mit einem Temperatursensor (26),
der ausgebildet ist, um eine Temperatur des Kompressors (3) zu erfassen und an das
Steuergerät (32) zu übermitteln, wobei das Steuergerät (32) ausgebildet ist, um abhängig
von der Temperatur des Kompressors (3) eine Funktion der Wärmepumpe zu steuern.