[0001] Die Erfindung betrifft eine Vakuumanordnung mit einem Vakuumgerät sowie ein Verfahren
zur Erfassung von in einer Kommunikationsleitung zwischen einem Vakuumgerät und einer
zentralen Steuereinrichtung kommunizierten Daten.
[0002] Aus dem Stand der Technik (
DE 10 2006 045 024 A1) ist eine Vakuumanordnung mit einem Vakuumgerät bekannt, wobei das Vakuumgerät ein
Kommunikationsmodul aufweist sowie ein Kontrollgerät mit einem Funkmodul.
[0003] Derartige Vakuumgeräte, die mit einer zentralen Steuereinrichtung mittels einer Kommunikationsleitung
verbunden sind, weisen den Nachteil auf, dass zum Beispiel bei einer Wartung des Vakuumgerätes
keine lokalen Daten abrufbar sind.
[0004] Insbesondere bei der Inbetriebnahme oder zu Wartungszwecken ist es häufig erwünscht,
eine lokale Kontrolle wesentlicher Parameter durchführen zu können. Hierzu ist es
gemäß dem Stand der Technik erforderlich, die Kommunikation mit der zentralen Steuerung
zu unterbrechen, um lokal ein Anzeigegerät anzuschließen.
[0005] Das der Erfindung zugrunde liegende technische Problem besteht darin, eine Vakuumanordnung
mit einem Vakuumgerät anzugeben, mit der eine lokale Kontrolle des Vakuumgerätes möglich
ist. Darüber hinaus soll ein verbessertes Verfahren zur Erfassung von in einer Kommunikationsleitung
zwischen einem Vakuumgerät und einer zentralen Steuereinrichtung kommunizierten Daten
angegeben werden.
[0006] Dieses technische Problem wird durch eine Vakuumanordnung mit den Merkmalen gemäß
Anspruch 1 sowie durch ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß Anspruch 17 gelöst.
[0007] Die erfindungsgemäße Vakuumanordnung mit einem Vakuumgerät, welche eine zentrale
Steuereinrichtung für das Vakuumgerät und eine Kommunikationsleitung zwischen dem
Vakuumgerät und der zentralen Steuereinrichtung aufweist, zeichnet sich dadurch aus,
dass in und/oder an der Kommunikationsleitung eine zusätzliche Vorrichtung zum Erfassen
der in der Kommunikationsleitung kommunizierten Daten angeordnet ist.
[0008] Unter Vakuumanordnung im Sinne der vorliegenden Erfindung wird eine Anordnung mit
einem Vakuumgerät verstanden, die zusätzlich eine zentrale Steuereinrichtung für das
Vakuumgerät aufweist. Zu der Vakuumanordnung gehört auch eine Kommunikationsleitung
zwischen dem Vakuumgerät und der zentralen Steuereinrichtung.
[0009] Die zusätzliche Vorrichtung, die in und/oder an der Kommunikationsleitung zum Erfassen
der in der Kommunikationsleitung kommunizierten Daten angeordnet ist, erlaubt die
Erfassung der lokalen Daten des entsprechenden Vakuumgerätes, so dass die wesentlichen
Parameter, wie zum Beispiel Drehzahl, Druck, Leistung, Softwarestand, Temperatur und
dergleichen abgefragt werden können. Diese Erfassung ist insbesondere bei der Inbetriebnahme
oder zu Wartungszwecken vorteilhaft, um die lokale Kontrolle des Vakuumgerätes zu
erzielen.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die Vorrichtung zusätzlich
als eine Daten auswertende und/oder Daten anzeigende Vorrichtung ausgebildet. Hierdurch
ist es möglich, die lokal erfassten Daten unmittelbar anzuzeigen, beispielsweise für
die Inbetriebnahme oder Wartung des Vakuumgerätes. Eine Auswertung der Daten kann
ebenfalls sinnvoll sein, damit bei der Wartung oder Inbetriebnahme Fehler leicht ermittelt
werden können.
[0011] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Vorrichtung
als eine die Daten während einer unterbrechungsfreien Kommunikation zwischen dem Vakuumgerät
und der zentralen Steuereinrichtung erfassende Vorrichtung ausgebildet.
[0012] Die Erfindung wird gemäß dieser Ausführungsform zeitweise oder dauerhaft in und/oder
an der Kommunikationsleitung zwischen dem Vakuumgerät und der zentralen Steuerung
angeordnet. Die Vorrichtung liest die vorbeikommenden Daten mit. Es kann eine Auswahl
getroffen werden, welche der Daten in der Vorrichtung lokal angezeigt werden sollen.
[0013] Der besondere Vorteil dieser Ausführungsform liegt darin, dass die Kommunikation
zwischen dem Vakuumgerät und der zentralen Steuereinrichtung nicht unterbrochen wird,
sondern dass diese unbeeinflusst weiter durchgeführt wird und dass die Vorrichtung
gemäß der Erfindung sämtliche oder nur ausgewählte, in der Kommunikationsleitung kommunizierten
Daten erfasst und nach den Wünschen des Benutzers weiter verarbeitet, das heißt auswertet
und/oder anzeigt.
[0014] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen,
dass bei ausbleibender Kommunikation zwischen der zentralen Steuereinrichtung und
dem Vakuumgerät die Vorrichtung zusätzlich als eine Daten abfragende und/oder das
Vakuumgerät steuernde Vorrichtung ausgebildet ist. Die Kommunikation bleibt beispielsweise
aus, wenn die zentrale Steuerungseinrichtung noch nicht angeschlossen oder projektiert
ist. Auch bei einem Ausfall der zentralen Steuereinrichtung bleibt die Kommunikation
aus. In diesem Fall der ausbleibenden Kommunikation kann die erfindungsgemäße Vorrichtung
selbst zeitweise automatisch oder manuell Daten bei dem Vakuumgerät abfragen und/oder
Einstellungen an dem Vakuumgerät vornehmen. In diesem Fall verhält sich die erfindungsgemäße
Vorrichtung wie ein normales Bediengerät. Sobald die Kommunikation mit der zentralen
Steuerung einsetzt, was abhängig von der Topologie - in oder an der Kommunikationsleitung
- durch direkten Empfang oder Beurteilung der Signalqualität erfolgen kann, erfolgt
keine aktive Teilnahme mehr an der Kommunikation, das heißt, es werden von der erfindungsgemäßen
Vorrichtung keine Telegramme mehr gesendet, sondern nur wie gemäß der Hauptausführungsform
der Erfindung vorgesehen, die vorbeikommenden Daten beobachtet und/oder ausgewertet.
Das bedeutet, dass die Vorrichtung ausschließlich bei ausbleibender Kommunikation
zwischen dem Vakuumgerät und der zentralen Steuereinrichtung selbst aktiv Daten bei
dem Vakuumgerät abfragt und/oder Einstellungen an dem Vakuumgerät vornimmt.
[0015] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung kann der Anschluss
in oder an der Kommunikationsleitung galvanisch erfolgen. Hierbei erfolgt ein direkter
Anschluss an die Kommunikationsleitung, wodurch einfache Komponenten verwendbar sind
oder eine Filterung und Bearbeitung des Datenverkehrs möglich ist.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist entweder ein zusätzlicher
Teilnehmer (ein Anschluss) oder eine eingeschleifte Vorrichtung (zwei unabhängige
Ports) vorgesehen.
[0017] Ist der Anschluss als eingeschleifte Vorrichtung ausgebildet, wird die durchgehende
Kommunikationsleitung unterbrochen und durch einen Umweg wieder geschlossen, das heißt,
die Umwegleitung wird in die durchgehende Leitung eingeschleift.
[0018] Es besteht auch die Möglichkeit, andere galvanische Anschlüsse vorzusehen.
[0019] Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung kann die Vorrichtung
auch einen nicht-galvanischen Anschluss aufweisen. Bei der galvanischen Trennung liegt
eine elektrische Trennung zwischen zwei leitfähigen Gegenständen, beispielsweise Stromkreisen,
vor. Über entsprechende Kopplungsglieder werden zwischen den leitfähigen Gegenständen
elektrische Leistungen oder Signale übertragen. In diesem Fall besteht die Möglichkeit,
dass die Vorrichtung als eine die Daten der Kommunikationsleitung induktiv oder kapazitiv
erfassende Vorrichtung ausgebildet ist. Hierbei ist kein direkter Anschluss an die
Kommunikationsleitung erforderlich.
[0020] Die Kommunikationsleitung kann gemäß der Erfindung als RS485 oder als Profibus ausgebildet
sein. Aufgrund der symmetrischen Signalübertragung ist RS485 durch eine hohe Toleranz
gegenüber elektromagnetischen Störungen gekennzeichnet. Andere Arten von Kommunikationsleitungen
sind ebenfalls möglich.
[0021] Die Vorrichtung gemäß der Erfindung kann gemäß einer weiteren Ausführungsform der
Erfindung als eine die kommunizierten Daten ändernde Vorrichtung ausgebildet sein.
Die Vorrichtung kann also bei geeigneter Anschaltung auch die laufende Kommunikation
beeinflussen, zum Beispiel Telegramme filtern, Dateninhalte um Informationen ergänzen
oder ändern.
[0022] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann die Vorrichtung auch den
Datenverkehr und/oder die Daten aufzeichnen. Hierdurch ist die Protokollierung möglicher
Fehler durchführbar.
[0023] Vorteilhaft weist die Vorrichtung Bedienelemente und/oder eine optische Anzeigevorrichtung
und/oder eine akustische Anzeigevorrichtung auf. Im einfachsten Fall können Indikatoren,
zum Beispiel LED's zur Anzeige von Daten oder Betriebszuständen vorgesehen sein. Zusätzlich
können Bedienelemente wie Taster oder Schalter vorgesehen sein, um beispielsweise
einen Betriebsmodus oder die anzuzeigenden Daten zu wählen. Darüber hinaus können
auch Displays zur Anzeige von Zeichen oder Grafiken Verwendung finden bis hin zum
reinen Betriebsmodus in üblichen Bedien- und Anzeigegeräten. Es ist auch möglich,
gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung, akustische Signale vorzusehen,
zum Beispiel zur Warnung bei Überschreitung voreingestellter Werte.
[0024] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Vakuumgerät
als Vakuumpumpe oder als Vakuummessmittel, beispielsweise als Messröhre, ausgebildet.
Insbesondere bei diesen Geräten ist der Einsatz einer eine Kommunikation zwischen
zentraler Steuereinrichtung und Vakuumgerät nicht unterbrechenden Vorrichtung von
Vorteil.
[0025] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Erfassung von in einer Kommunikationsleitung zwischen
einem Vakuumgerät und einer zentralen Steuereinrichtung kommunizierten Daten zeichnet
sich dadurch aus, dass die Daten ohne Unterbrechung der Kommunikation zwischen dem
Datengerät und der zentralen Steuereinrichtung von einer Vorrichtung erfasst werden.
[0026] Das erfindungsgemäße Verfahren weist den Vorteil auf, dass die Kommunikation zwischen
der zentralen Steuereinrichtung und dem Vakuumgerät ungehindert weiter fortgeführt
werden kann und trotzdem die Daten ohne Unterbrechung der Kommunikation lokal erfasst
werden. Diese Daten können zum Beispiel zusätzlich ausgewertet oder angezeigt werden.
Dieses Verfahren ist insbesondere bei der Inbetriebnahme oder Wartung eines Vakuumgerätes
vorteilhaft einsetzbar, da in diesem Fall lediglich die erforderlichen, das heißt
gewünschten Daten, die ohnehin zwischen der zentralen Steuerungseinrichtung und dem
Vakuumgerät mittels der Kommunikationsleitung kommuniziert werden, von der Vorrichtung
erfasst und bei Bedarf angezeigt oder ausgewertet werden.
[0027] Damit ist es möglich, ein Vakuumgerät lokal in Betrieb zu nehmen oder zu warten.
[0028] Sollte die Kommunikation zwischen Vakuumgerät und der zentralen Steuereinrichtung
ausbleiben, ist es möglich, dass die Vorrichtung ausschließlich bei ausbleibender
Kommunikation automatisch oder manuell Daten des Vakuumgerätes abfragt und/oder das
Vakuumgerät steuert. Die Kommunikation kann ausbleiben, wenn eine zentrale Steuereinrichtung
noch nicht angeschlossen oder projektiert ist, oder wenn die zentrale Steuereinrichtung
einen Fehler aufweist. In diesem Fall ist es möglich, dass die Vorrichtung Aufgaben
der zentralen Steuereinrichtung übernimmt, um das Vakuumgerät zu steuern.
[0029] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung werden die Daten über einen
galvanischen Anschluss an der Kommunikationsleitung erfasst. Der galvanische Anschluss
kann beispielsweise als zusätzlicher Teilnehmer ausgebildet sein, das heißt, es ist
ein Anschluss in der Kommunikationsleitung vorgesehen. Bei dieser Ausführung sind
einfache Komponenten verwendbar. Es kann auch ein Anschluss vorgesehen sein, der als
eine eingeschleifte Vorrichtung mit zwei unabhängigen Ports ausgebildet ist. Durch
diese Art des Anschlusses ist die Filterung und Bearbeitung des Datenverkehrs möglich.
[0030] Es ist auch möglich, die Daten über einen nicht-galvanischen Anschluss zu erfassen.
Das bedeutet, dass eine galvanische Trennung zwischen der Erfassungsvorrichtung und
der Kommunikationsleitung vorliegt. Diese Ausführungsform weist den Vorteil auf, dass
keine zusätzlichen Steckverbinder notwendig sind. Die Ankopplung ist an jeder geeigneten
Stelle ohne Eingriff in die Kommunikationsleitung möglich und es ist darüber hinaus
die größte Rückwirkungsfreiheit erzielbar. In diesem Fall werden die Daten der Kommunikationsleitung
beispielsweise induktiv oder kapazitiv erfasst.
[0031] Diese Erfassungsarten haben sich als vorteilhaft wegen der zuverlässigen Arbeitsweise
herausgestellt.
[0032] Als Kommunikationsleitung wird vorzugsweise ein RS485-Standard oder ein Profibus
verwendet. Andere Arten der Kommunikationsleitung sind gemäß der Erfindung auch möglich.
[0033] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung kann die Vorrichtung
die kommunizierten Daten während der Kommunikation zwischen dem Vakuumgerät und der
zentralen Steuereinrichtung verändern. Bei geeigneter Anschaltung der Vorrichtung
kann die Vorrichtung die laufende Kommunikation beeinflussen, zum Beispiel Telegramme
filtern, Dateninhalte um Informationen ergänzen oder ändern. Eine Aufzeichnung des
Datenverkehrs und/oder der Daten ist ebenfalls denkbar und vorteilhaft, um die Abläufe
über einen kürzeren oder längeren Zeitraum zu protokollieren.
[0034] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass als Vakuumgerät
eine Vakuumpumpe oder ein Vakuummessmittel, beispielsweise eine Messröhre verwendet
wird. Das erfindungsgemäße Verfahren ist bei diesen Geräten besonders vorteilhaft
einsetzbar.
[0035] Die erfindungsgemäße Vakuumanordnung wie auch das erfindungsgemäße Verfahren ist
auf Vakuumanwendungen beschränkt. Das Verfahren und die Vakuumanordnung weisen den
Vorteil gegenüber dem Stand der Technik auf, dass sie kompakte und günstige Bauformen
zum vorteilhaften Einsatz bei Inbetriebnahme und bei dem Betrieb von Vakuumanlagen
und Vakuumanwendungen möglich machen.
[0036] Die Vakuumanordnung mit einem Vakuumgerät und der Vorrichtung zum Erfassen der in
der Kommunikationsleitung kommunizierten Daten kann, wie schon ausgeführt, eine Anzeige
aufweisen. Diese Anzeige kann beispielsweise in Form von Indikatoren, zeichenbasierten,
grafischen oder gemischten Displays, als akustische Geber, als digitale oder analoge
Ausgänge und/oder als Relais ausgebildet sein.
[0037] Die Einflussnahme der erfindungsgemäßen Vakuumanordnung auf die Anzeige oder die
Bedienung kann beispielsweise durch automatisches Durchrollen aller relevanten Werte
durch eine manuelle Auswahl durch Tasten und/oder durch Änderung der Betriebsart ausgebildet
sein.
[0038] Die erfindungsgemäße Vakuumanordnung wie auch das erfindungsgemäße Verfahren erlauben
eine lokale und rückwirkungsfreie Erfassung von Daten in Vakuumanlagen, das heißt
in Vakuumanordnungen mit einem Vakuumgerät. Diese lokal und rückwirkungsfrei erfassten
Daten können ebenfalls lokal und rückwirkungsfrei ausgewertet und angezeigt werden.
[0039] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich anhand der zugehörigen Zeichnung,
in der mehrere Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Vakuumanordnung nur beispielhaft
dargestellt sind. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vakuumanordnung;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer nicht-galvanischen Ankopplung an die Kommunikationsleitung;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer galvanischen Ankopplung an einer Kommunikationsleitung;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung einer 2-Port-Ankopplung.
[0040] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vakuumanordnung. An einem Rezipienten 8 ist ein
Vakuumgerät 1 angeschlossen. Im gezeigten Beispiel handelt es sich um eine Vakuumpumpe
1a mit angeflanschter Steuerelektronik 1b. Die Steuerelektronik 1b kann wahlweise
angeflanscht oder räumlich getrennt und über ein Kabel mit der Vakuumpumpe 1a verbunden
sein. Es kann sich bei dem Vakuumgerät 1 auch um ein steuerbares Ventil, eine Messröhre
oder dergleichen handeln. Das Vakuumgerät 1 weist ein Kommunikationsmodul 2 auf, welches
im gezeigten Beispiel direkt an der Steuerelektronik 1b angeordnet ist. Es kann jedoch
auch getrennt von diesem sein, beispielsweise in einem benachbarten Schaltschrank,
und dann über ein Kabel mit dem Vakuumgerät 1 in Verbindung stehen.
[0041] Die Steuerelektronik 2 ist über eine Kommunikationsleitung 7 mit einer zentralen
Steuereinrichtung 5 verbunden. An der zentralen Steuereinrichtung 5 können weitere
Vakuumgeräte (nicht dargestellt) über weitere Kommunikationsleitungen (ebenfalls nicht
darstellt) verbunden sein.
[0042] Über einen Anschluss 3 ist eine Vorrichtung 4 an der Kommunikationsleitung 7 angekoppelt.
Die Vorrichtung 4 erfasst Daten, die in der Kommunikationsleitung 7 zwischen dem Vakuumgerät
1 und der zentralen Steuereinrichtung 5 ausgetauscht werden. Die Erfassung erfolgt,
ohne dass die Kommunikation zwischen dem Vakuumgerät 1 und der zentralen Steuereinrichtung
5 unterbrochen wird.
[0043] Die Vorrichtung 4 erfasst die in der Kommunikationsleitung 7 kommunizierten Daten
entweder zeitweise oder dauerhaft. Die Vorrichtung 4 erfasst hierzu die wesentlichen
Parameter wie Drehzahl, Druck, Leistung, Temperatur, Softwarestand und dergleichen.
Die Vorrichtung 4 kann auch Steuerdaten wie beispielsweise Stellbefehle, die an das
Vakuumgerät gesendet werden, beispielsweise "An/Aus", "Beschleunigen" und dergleichen
versenden, nämlich wenn die Kommunikation von der zentralen Steuerung 5 ausbleibt.
Dies kann der Fall sein, wenn die zentrale Steuerung ausfällt oder noch nicht angeschlossen
oder projektiert ist.
[0044] In diesem Fall kann die Vorrichtung 4 auch automatisch oder manuell Daten bei dem
Kommunikationsmodul 2 abfragen und wie schon ausgeführt, gegebenenfalls Einstellungen
vornehmen. In diesem Falle verhält sich die Vorrichtung 4 wie ein normales Bediengerät.
Sobald die Kommunikation mit der zentralen Steuereinrichtung 5 einsetzt, erfolgt keine
aktive Teilnahme mehr an der Kommunikation, das heißt, es werden durch die Vorrichtung
4 keine Telegramme gefiltert, Dateninhalte um Informationen ergänzt oder geändert,
sondern nur die in der Kommunikationsleitung 7 kommunizierten Daten werden erfasst,
beobachtet und/oder ausgewertet.
[0045] Durch diese erfindungsgemäße Vakuumanordnung ist eine lokale Überwachung der Vakuumpumpe
1 zeitweise oder dauerhaft ohne Rückwirkung auf die Kommunikation zwischen dem Vakuumgerät
1 und der zentralen Steuereinrichtung 5 möglich. Dies ist besonders vorteilhaft bei
der Inbetriebnahme und der Wartung von Vakuumanlagen.
[0046] Fig. 2 zeigt die Kommunikationsleitung 7, an der die Vorrichtung 4 mittels einer
Ankopplung 3, die als nicht-galvanische Ankopplung 6 ausgebildet ist, angeschlossen
ist. Bei der nicht-galvanischen Ankopplung 6 sind keine zusätzlichen Steckverbinder
notwendig. Die Anschaltung ist an jeder geeigneten Stelle der Kommunikationsleitung
7 möglich. Hierdurch wird die größte Rückwirkungsfreiheit erzielt.
[0047] Bei der nicht-galvanischen Ankopplung werden die Daten aus der Kommunikationsleitung
7 kontaktlos, wie zum Beispiel induktiv oder kapazitiv erfasst, ohne dass das Buskabel
7 aufgetrennt werden muss. Es ist auch eine Anbindung per Funk denkbar.
[0048] Gemäß Fig. 3 ist die Vorrichtung 4 über die Ankopplung 3, die als galvanische Ankopplung
9 ausgebildet ist, an der Kommunikationsleitung 7 angeschlossen. Die galvanische Ankopplung
9 bedeutet, dass analog ein weiterer Teilnehmer an der Kommunikationsleitung 7 angeschlossen
ist. Diese Variante weist den Vorteil auf, dass die Ankopplung mittels einfacher Komponenten
erfolgt.
[0049] Fig. 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel, bei dem die Vorrichtung 4 mittels
einer 2-Port-Ankopplung 10 in der Kommunikationsleitung 7 eingeschleift ist. Mit diesem
Ausführungsbeispiel ist eine Filterung und Bearbeitung des Datenverkehrs möglich.
Bezugszahlen
[0050]
- 1
- Vakuumgerät
- 1a
- Vakuumpumpe
- 1b
- Steuerelektronik
- 2
- Kommunikationsmodul
- 3
- Ankopplung
- 4
- Vorrichtung
- 5
- zentrale Steuereinrichtung
- 6
- nicht-galvanische Ankopplung
- 7
- Kommunikationsleitung
- 8
- Rezipient
- 9
- galvanische Ankopplung
- 10
- 2-Port-Ankopplung
1. Vakuumanordnung mit einem Vakuumgerät, welche eine zentrale Steuereinrichtung für
das Vakuumgerät und eine Kommunikationsleitung zwischen dem Vakuumgerät und der zentralen
Steuereinrichtung aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass in und/oder an der Kommunikationsleitung (7) eine zusätzliche Vorrichtung (4) zum
Erfassen der in der Kommunikationsleitung (7) kommunizierten Daten angeordnet ist.
2. Vakuumanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (4) als eine Daten auswertende und/oder anzeigende Vorrichtung (4)
ausgebildet ist.
3. Vakuumanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (4) als eine die Daten während einer unterbrechungsfreien Kommunikation
zwischen dem Vakuumgerät (1) und der zentralen Steuereinrichtung (5) erfassende Vorrichtung
(4) ausgebildet ist.
4. Vakuumanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei ausbleibender Kommunikation zwischen der zentralen Steuereinrichtung (5) und
dem Vakuumgerät (1) die Vorrichtung (4) zusätzlich als eine Daten abfragende und/oder
das Vakuumgerät (1) steuernde Vorrichtung (4) ausgebildet ist.
5. Vakuumanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (4) einen galvanischen Anschluss (9) an die Kommunikationsleitung
(7) aufweist.
6. Vakuumanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschluss (9) als zusätzlicher Teilnehmer ausgebildet ist.
7. Vakuumanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschluss (10) als eingeschleifte Vorrichtung (4) mit zwei unabhängigen Ports
ausgebildet ist.
8. Vakuumanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (4) einen nicht-galvanischen Anschluss (6) aufweist.
9. Vakuumanordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (4) als eine die Daten der Kommunikationsleitung (7) induktiv oder
kapazitiv erfassende Vorrichtung (4) ausgebildet ist.
10. Vakuumanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kommunikationsleitung (7) als RS485 oder als Profibus ausgebildet ist.
11. Vakuumanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (4) als eine die kommunizierten Daten ändernde Vorrichtung (4) ausgebildet
ist.
12. Vakuumanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (4) als eine die Daten und/oder einen Datenverkehr aufzeichnende
Vorrichtung (4) ausgebildet ist.
13. Vakuumanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (4) Bedienelemente und/oder eine optische Anzeigevorrichtung und/oder
eine akustische Anzeigevorrichtung aufweist.
14. Vakuumanordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedienelemente als Taster oder Schalter ausgebildet sind.
15. Vakuumanordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die optische Anzeige als Indikatoren oder als wenigstens ein Display ausgebildet
ist.
16. Vakuumanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vakuumgerät (1) als Vakuumpumpe oder als Vakuummessmittel ausgebildet ist.
17. Verfahren zur Erfassung von in einer Kommunikationsleitung zwischen einem Vakuumgerät
und einer zentralen Steuereinrichtung kommunizierten Daten,
dadurch gekennzeichnet, dass die Daten ohne Unterbrechung der Kommunikation zwischen dem Vakuumgerät (1) und der
zentralen Steuereinrichtung (5) von einer Vorrichtung (4) erfasst werden.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (4) zusätzlich zur Erfassung der Daten die Daten auswertet und/oder
anzeigt.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (4) ausschließlich bei ausbleibender Kommunikation zwischen Vakuumgerät
(1) und der zentralen Steuereinrichtung (5) automatisch oder manuell Daten des Vakuumgerätes
(1) abfragt und/oder das Vakuumgerät (1) steuert.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten über einen galvanischen Anschluss (9) an der Kommunikationsleitung (7)
von der Vorrichtung (4) erfasst werden.
21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten über einen zusätzlichen Teilnehmer (9) erfasst werden.
22. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten über eine eingeschleifte Vorrichtung mit zwei unabhängigen Ports (10) erfasst
werden.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten über einen nicht-galvanischen Anschluss (6) erfasst werden.
24. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten der Kommunikationsleitung (7) induktiv oder kapazitiv erfasst werden.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass als Kommunikationsleitung (7) ein RS485 oder ein Profibus verwendet wird.
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (4) die kommunizierten Daten während der Kommunikation zwischen dem
Vakuumgerät (1) und der zentralen Steuereinrichtung (5) verändert.
27. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (4) die kommunizierten Daten und/oder den Datenverkehr aufzeichnet.
28. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass als Vakuumgerät (1) eine Vakuumpumpe oder ein Vakuummessmittel verwendet wird.