HINTERGRUND
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Schraubenfedern
durch Federwinden mittels einer numerisch gesteuerten Federwindemaschine gemäß dem
Oberbegriff von Anspruch 1 sowie auf eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete
Federwindemaschine gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 6.
[0002] Schraubenfedern sind Maschinenelemente, die in zahlreichen Anwendungsbereichen in
großen Stückzahlen und unterschiedlichen Ausgestaltungen benötigt werden. Schraubenfedern,
die auch als gewundene Torsionsfedern bezeichnet werden, werden üblicherweise aus
Federdraht herstellt und je nach der bei der Nutzung vorliegenden Belastung als Zugfedern
oder Druckfedern ausgelegt. Druckfedern, insbesondere Tragfedern, werden beispielsweise
in großen Mengen im Automobilbau benötigt. Der Federdurchmesser ist bei zylindrischen
Schraubenfedern über die Länge der Federn konstant, er kann aber auch über die Länge
variieren, wie z.B. bei kegelförmigen oder tonnenförmigen Schraubenfedern. Auch die
Gesamtlänge der (unbelasteten) Feder kann für unterschiedliche Anwendungen stark variieren.
[0003] Schraubenfedern werden heutzutage üblicherweise durch Federwinden mit Hilfe numerisch
gesteuerter Federwindemaschinen hergestellt. Dabei wird ein Draht (Federdraht) unter
der Steuerung durch ein NC-Steuerprogramm mittels einer Zuführeinrichtung einer Umformeinrichtung
der Federwindemaschine zugeführt und mit Hilfe von Werkzeugen der Umformeinrichtung
zu einer Schraubenfeder umgeformt. Zu den Werkzeugen gehören in der Regel ein oder
mehrere bezüglich ihrer Stellung einstellbare Windestifte zur Festlegung und ggf.
zur Veränderung des Durchmessers von Federwindungen und ein oder mehrere Steigungswerkzeuge,
durch die die lokale Steigung der Federwindungen in jeder Phase des Fertigungsprozesses
bestimmt wird. Nach Abschluss einer Umformoperation wird eine fertig gestellte Schraubenfeder
unter der Steuerung durch das NC-Steuerprogramm mittels einer Schnitteinrichtung von
dem zugeführten Draht abgetrennt.
[0004] Federwindemaschinen sollen in der Regel bei hoher Stückleistung viele Federn mit
einer bestimmten Federgeometrie (Soll-Geometrie) innerhalb sehr enger Toleranzen erzeugen.
Zu den funktionswichtigen Geometrieparametern gehört u.a. die Gesamtlänge der fertigen
Schraubenfeder im unbelasteten Zustand. Durch die Gesamtlänge werden u.a. die Einbaumaße
der Feder und die Federkraft mitbestimmt.
[0005] Wenn besonders hohe Stückleistungen erzielt werden sollen, kann eine Federwindemaschine
so ausgelegt sein, dass der Draht ohne Unterbrechung kontinuierlich zugeführt wird
und eine Schnitteinrichtung mit rotierendem Schnitt zum Einsatz kommt. Dann muss die
Drahtzufuhr auch für den Schnitt nicht unterbrochen werden.
[0006] Im Hinblick auf hohe Qualitätsanforderungen, z.B. im Automobilbereich, ist es üblich,
gewisse Federgeometriedaten, wie beispielsweise den Durchmesser, die Länge und/oder
die Steigung bzw. den Steigungsverlauf der Feder, nach Fertigstellung einer Feder
zu messen und die fertigen Federn abhängig vom Ergebnis der Messung automatisch in
Gutteile (Federgeometrie innerhalb der Toleranzen) und Schlechteile (Federgeometrie
außerhalb der Toleranzen) und ggf. in weitere Kategorien zu sortieren. Diese Vorgehensweise
setzt exakte Messergebnisse voraus, um Fehlsortierungen zu vermeiden.
[0007] Es ist auch schon vorgeschlagen worden, den Durchmesser, die Länge und die Steigung
der Feder durch geeignete Messmittel während der Fertigung zu überprüfen und bei außerhalb
von Toleranzgrenzen liegenden Abweichungen Fertigungsparameter so zu verändern, dass
die Federgeometrie innerhalb der Toleranzen bleibt.
[0008] Die
DE 103 45 445 B4 zeigt eine Federwindemaschine, die ein integriertes Messsystem mit einer Videokamera
hat, die auf denjenigen Bereich der Federwindemaschine gerichtet ist, in dem die Formung
der Feder beginnt. Ein an die Videokamera angeschlossenes Bildverarbeitungssystem
mit entsprechenden Auswertealgorithmen soll es erlauben, den Durchmesser, die Länge
und die Steigung der Feder während der Fertigung zu überprüfen und es soll möglich
sein, diese Federgeometrieparameter durch Rückkopplung zu den motorisch verstellbaren
Bearbeitungswerkzeugen während der Fertigung zu verändern. Nach Fertigstellung wird
die fertige Feder mit einem vertikalen Schnitt vom Draht abgetrennt.
[0009] Die
DE 10 2010 014 385 A1 der Anmelderin beschreibt ein geregeltes Federwindeverfahren und eine dafür geeignete
Federwindemaschine. Bei dem Verfahren werden zunächst eine gewünschte Soll-Geometrie
der Schraubenfeder und ein zur Erzeugung der Soll-Geometrie geeignetes NC-Steuerprogramm
definiert. Zu mindestens einem nach dem Beginn und vor dem Ende der Herstellung der
Schraubenfeder liegenden Messzeitpunkt wird die Istposition eines ausgewählten Strukturelements
der Schraubenfeder relativ zu einem vorzugsweise maschinenfesten Referenzelement in
einem Messbereich gemessen, der in Längsrichtung der Schraubenfeder einen endlichen
Abstand von der Umformeinrichtung hat. Der Abstand ist kleiner als die Gesamtlänge
der fertig gestellten Schraubenfeder. Die gemessene Istposition wird mit einer Sollposition
des Strukturelements für den Messzeitpunkt verglichen, um eine aktuelle Positionsdifferenz
zu ermitteln, die die Differenz der Istposition zur Sollposition zum Messzeitpunkt
repräsentiert. Ein Steigungswerkzeug der Umformeinrichtung wird in Abhängigkeit von
der Positionsdifferenz gesteuert. Nach Fertigstellung der Feder wird diese mit einem
vertikalen Schnitt vom Draht abgetrennt. Mit dem Verfahren können u.a. Serien von
langen Schraubenfedern mit sehr geringer Streuung der Gesamtlänge hergestellt werden.
[0010] Geregelte automatisierte Federwindeverfahren setzen exakte Messergebnisse voraus,
um die angestrebte Güte der fertigen Federn zu erreichen.
[0011] Die gattungsgemäße
DE 10 2010 014 386 A1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Schraubenfedern durch Federwinden mittels
einer numerisch gesteuerten Federwindemaschine, worin ein Draht unter der Steuerung
durch ein NC-Steuerprogramm durch eine Zuführeinrichtung einer Umformeinrichtung der
Federwindemaschine zugeführt, mit Hilfe von Werkzeugen der Umformeinrichtung zu einer
Schraubenfeder umgeformt und eine fertiggestellte Schraubenfeder anschließend mittels
einer Schnitteinrichtung von dem zugeführten Draht abgetrennt wird. Zu mindestens
einem Messzeitpunkt während der Umformoperation wird eine Messung in der Schraubenfeder
durchgeführt. Der Draht wird dabei der Umformeinrichtung kontinuierlich zugeführt
und eine Messung an der Schraubenfeder wird bei laufender Zuführung durchgeführt.
[0012] Die
DE 10 2008 002 214 A1 beschreibt unter anderem eine Vorrichtung zum Herstellen eines schraubenförmigen
Teils durch Zuführen eines Drahtes zu einem Richtwerkzeug und Drücken des Drahtes
gegen das Richtwerkzeug, um den Draht unter Kraft zu wickeln. Die Vorrichtung hat
unter anderem eine Zuführwalze zum Zuführen des Drahtes zum Richtwerkzeug, einen Drahtzuführmotor
zum drehbaren Antreiben der Zuführwalze sowie eine Schleifsteinwerkzeugeinheit, welche
einen scheibenförmigen Schleifstein drehbar und beweglich hält, um den Draht durch
Drehen des scheibenförmigen Schleifsteins zu schneiden. Eine Steuereinheit zum Steuern
des Drahtzuführmotors und der Schleifsteinwerkzeugeinheit bewegt den scheibenförmigen
Schleifstein auf einer Ebene, welche zu einer Wicklungswachstumsrichtung des schraubenförmigen
Teils im Wesentlichen senkrecht ist, um den Draht im Wesentlichen senkrecht zu der
Wicklungswachstumsrichtung zu schneiden.
AUFGABE UND LÖSUNG
[0013] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung der gattungsgemäßen
Art so zu optimieren, dass in einem messunterstützten Federwindeprozess Federn mit
hoher Qualitat und geringer Qualitätsstreuung bei hoher Stückleistung gefertgt werden
können. Diese Vorteile sollen bei möglichst geringem Energieverbrauch realisiert werden
können.
[0014] Diese Aufgaben werden gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung von Schraubenfedern
durch Federwinden mit den Merkmalen von Anspruch 1 sowie durch eine Federwindemaschine
mit den Merkmalen von Anspruch 6.
[0015] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0016] Bei dem Verfahren wird der Draht der Umformeinrichtung kontinuierlich zugeführt und
eine Messung an der Schraubenfeder wird bei laufender Zuführung durchgeführt. Die
Drahtzufuhr wird also für die Messung nicht unterbrochen, so dass sich der Draht während
der Messung bewegt. Nach Abschluss der Umformoperation wird die fertige Schraubenfeder
durch einen rotierenden fliegenden Schnitt vom zugeführten Draht abgetrennt. Der Begriff
"rotierenden fliegenden Schnitt" bedeutet hierbei, dass das Schnittwerkzeug beim Schneiden
eine rotierende Bewegung ausführt und dass sich der Draht während des Schnitts bewegt
bzw. dass die Drahtzufuhr für den Schnitt nicht unterbrochen wird. Bei dieser Schnittart
ist es somit nicht notwendig, die Drahtzufuhr für den Schnitt zu unterbrechen.
[0017] Bei einer Federwindemaschine, die zur Durchführung des Verfahrens konfiguriert ist,
ist somit eine Messeinrichtung zur Durchführung einer Messung an der Schraubenfeder
vorgesehen und es ist weiterhin vorgesehen, dass die Schnitteinrichtung ein rotierend
antreibbares Schnittwerkzeug aufweist, das am Ende der Umformoperation die fertige
Schraubenfeder durch einen rotierenden fliegenden Schnitt zum zugeführten Draht abtrennen
kann.
[0018] Durch die kontinuierliche Drahtzufuhr, die auch für den Schnitt nicht unterbrochen
werden muss, sind bei Bedarf sehr hohe Stückleistungen möglich, es können also bei
Bedarf sehr viele fertige Schraubenfedern pro Zeiteinheit hergestellt werden. Da der
Drahtvorschub bzw. die Drahtzufuhr kontinuierlich läuft, muss auch der Drahtvorrat,
welcher die Federwindemaschine versorgt und welcher beispielsweise auf einer Haspel
vorgehalten werden kann, nicht ständig beschleunigt oder abgebremst und vor allem
nicht angehalten werden. Entsprechendes gilt auch für die Antriebe der am Umformprozess
beteiligten Maschinenachsen. Dadurch sinkt der Energiebedarf pro Feder. Zusätzlich
kann sich aufgrund des organischeren Bewegungsablaufs aller beweglichen Komponenten
die Qualität der Federn erhöhen, da ruckartige Bewegungen und damit verbundener Schlupf
etc. vermieden werden können. Diese Vorteile werden kombiniert mit der Möglichkeit,
während der Umformoperation an der Schraubenfeder eine oder mehrere Messungen durchzuführen
und Einrichtungen der Federwindemaschine unter Verarbeitung von durch die Messung
ermittelten Messsignalen der Messeinrichtung zu steuern. Beispielsweise kann eine
nachgeschaltete Sortiereinrichtung zielgenau auf Basis der Messergebnisse gesteuert
werden, um außerhalb der Toleranzen liegende Schlechtteile auszusortieren. Gegebenenfalls
kann auf Basis der Messung auch ein Regeleingriff in den Umformvorgang erfolgen.
[0019] Vorzugsweise wird der Draht mit konstanter Zufuhrgeschwindigkeit zugeführt. Es ist
auch möglich, dass die Zufuhrgeschwindigkeit kontinuierlich zwischen größeren und
kleineren Werten variiert, ohne jedoch auf Null reduziert zu werden.
[0020] Zur Durchführung des Verfahrens werden zunächst vor Beginn der Fertigung einer Serie
nominell identischer Schraubenfedern eine gewünschte Soll-Geometrie der herzustellenden
Schraubenfedern und ein entsprechendes, zur Erzeugung dieser Soll-Geometrie geeignetes
NC-Steuerprogramm definiert. Damit wird die Abfolge von koordinierten Arbeitsbewegungen
der Maschinenachsen der Federwindemaschine festgelegt, die bei der Herstellung einer
Feder zu durchlaufen sind. Im Betrieb der Federwindemaschine werden die koordinierten
Arbeitsbewegungen dann zyklisch wiederholt. Hierzu haben Steuereinrichtungen bei Ausführungsformen
erfindungsgemäßer Federwindemaschinen eine speicherprogrammierte Steuerung (SPS),
die digital programmiert werden kann. Zur Erzeugung immer wiederkehrender koordinierter
Arbeitsbewegungen ist diese Steuerung zyklusorientiert. Eine speicherprogrammierte
Steuerung hat Eingänge, Ausgänge und ein Betriebssystem, das auch als Firmware bezeichnet
wird. An die Eingänge sind Eingangskarten angeschlossen, über die z.B. Sensorsignale
über den Zustand der Maschine eingelesen weden. Aktoren an den Ausgängen der Steuerung
steuern die Maschine. Das Anwenderprogramm kann über eine Schnittstelle geladen werden.
Das Anwenderprogramm bestimmt nach einem bestimmten Zeittaktakt zyklisch die Schaltung
der Ausgänge abhängig von den Eingängen. Dabei informiert das Betriebssystem das Anwenderprogramm
wiederum zyklisch über die aktuellen Stellungen von Gebern, z.B. Sensoren. Auf diese
Weise schaltet das Anwenderprogramm die Ausgänge in der Weise, dass sich der programmierte
Funktionsablauf ergibt.
[0021] Die Zykluszeit typischer deratiger Steuerungen liegt heutzutage im Bereich einer
Hundertstel Sekunde, also im Bereich mehrerer Millisekunden. Nach den Beobachtungen
der Erfinder reicht es im Allgemeinen nicht aus, Auslösesignale für Messungen mit
diesem Takt der Steuerung zu synchronisieren. In diesem Fall kann es nämlich sein,
dass der tatsächliche Messzeitpunkt mehr oder weniger stark von demjenigen Programmzeitpunkt
abweicht, zu dem die Messung eigentlich durchgeführt werden sollte. Daher wird erfindungsgemäß
der Messzeitpunkt mit den NC-gesteuerten Bewegungen von Einrichtungen der Federwindemaschine
mit einer zeitlichen Genauigkeit synchronisiert, die größer ist als eine Zykluszeit
der Steuerung der Federwindemaschine. Erfindungsgemäß beträgt die zeitliche Genauigkeit
der Festlegung des Messzeitpunkts weniger als 10 µs. Die Genauigkeit kann im Bereich
von 1 µs liegen. Die zeitliche Genauigkeit der Festlegung des Messzeitpunkts kann
erfindungsgemäß mindestens eine Größenordnung (mindestens Faktor 10), vorzugsweise
mindestens zwei Größenordnungen (mindestens Faktor 100) genauer sein als die Zykluszeit.
Eine Genaigkeit im Bereich 1 µs ist mehr als drei Größenordnungen (mehr als Faktor
1000) genauer als eine Zykluszeit von mehreren Millisekunden der zugrundeliegenden
Steuerung. Damit ist es möglich, ein Triggersignal für die Messeinrichtung zu einem
Messzeitpunkt zu erzeugen, der sehr präzise an fast beliebigen Stellen zwischen den
Takten einer speicherprogrammierten Steuerung liegen kann.
[0022] Bei manchen Ausführungsformen wird diese zeitlich präzise Ansteuerung der Messeinrichtung
dadurch erreicht, dass der Messzeitpunkt ausgehend von Zyklusgrenzen bzw. vom Takt
der Steuerung durch ein Zeitstempelverfahren über ein (für jeden Messzeitpunkt individuell
festgelegtes bzw. festlegbares) Zeitintervall zwischen einer Zyklusgrenze der Steuerung
und dem Messzeitpunkt vorgegeben wird. Die Steuerung kann also beispielsweise eine
Anweisung enthalten, dass nach dem Beginn eines bestimmten Zyklus der zugrundeliegenden
Steuerung noch ein gewisses Zeitintervall, welches kleiner als die Zykluszeit ist,
vergehen soll, bevor das Auslösesignal bzw. der Trigger für die Messeinrichtung generiert
wird. Somit wird die zeitliche Präzision der Definierung des Messzeitpunkts unabhängig
von den Taktzeiten der zugrundeliegenden Steuerung.
[0023] Besonders vorteilhaft ist diese Vorgehensweise bei der zeitlichen Koordination einer
Messung mit dem Abtrennen einer fertigen Feder vom zugeführten Draht. Soll beispielsweise
die Gesamtlänge der fertigen Feder gemessen werden, so besteht bei einer zu frühen
Messung die Gefahr, dass die Feder zum Messzeitpunkt noch gar nicht völlig fertig
gestellt ist und dementsprechend die fertige Feder eine deutlich größere Gesamtlänge
hat als das Messergebnis angibt. Liegt der Messzeitpunkt dagegen zu spät, beispielsweise
zu einem Zeitpunkt, bei dem der Schnitt schon begonnen hat, hat eventuell schon eine
Verlagerung der gerade abgetrennten Feder stattgefunden, so dass eine Messung nicht
mehr mit der erforderlichen Genauigkeit durchgeführt werden kann.
[0024] Vorzugsweise wird bei dem Schnittwerkzeug, das eine kontinuierliche Rotationsbewegung
(normalerweise mit variierender Rotationsgeschwindigkeit) ausführt, ein Triggersignal
für die Messeinrichtung zu einem Messzeitpunkt erzeugt, der unmittelbar vor einem
Eingriff des Schnittwerkzeugs in den Draht liegt. Der geometrische Abstand zwischen
dem Draht und dem auf den Draht zubewegten Schnittwerkzeug kann beispielsweise im
Bereich des einfachen bis dreifachen des Drahtdurchmessers liegen. Der zeitliche Abstand
zwischen dem Messzeitpunkt und dem ersten Berührungskontakt zwischen Draht und Schnittwerkzeug
sollte vorzugsweise im Bereich weniger Mikrosekunden liegen, beispielsweise bei 10
µs oder weniger. Der zeitliche Abstand sollte für jeden Schnittvorgang möglichst gleich
sein, um reproduzierbare Federgeometrien zu erhalten.
[0025] Die Messung wird vorzugsweise berührungslos, insbesondere mit optischen Messmitteln
durchgeführt. Dabei könnte beispielsweise ein Lasermesssystem zum Einsatz kommen.
Vorzugsweise wird zur Messung eine Kamera mit einem zweidimensionalen Bildfeld (Gesichtsfeld,
Erfassungsbereich) verwendet und der Messbereich wird in das Bildfeld der Kamera gelegt.
Kamerabasierte Messsysteme mit leistungsfähiger Bildverarbeitungshardware und -software
sind kommerziell verfügbar und können hierfür genutzt werden.
[0026] Strukturelle Komponenten eines kamerabasierten Messsystems, welches bei geeigneter
Modifizierung der Ansteuerung zur Festlegung eines exakten Messzeitpunkts hierfür
verwendet werden kann, sind in der
DE 10 2010 014 385 A1 der Anmelderin beschrieben.
[0027] Bei dem Verfahren werden zunächst eine gewünschte Soll-Geometrie der herzustellenden
Schraubenfeder und ein entsprechendes, zur Erzeugung dieser Soll-Geometrie geeignetes
NC-Steuerprogramm definiert. Damit wird die Abfolge von koordinierten Arbeitsbewegungen
der Maschinenachsen der Federwindemaschine festgelegt, die bei der Herstellung einer
Feder zu durchlaufen sind. Die zeitliche Lage des mindestens einen Messzeitpunkts
wird in Bezug auf die Phasen der Arbeitsbewegungen bzw. auf die dadurch gegebene Programmzeitfunktion
festgelegt.
[0028] Der Begriff "Programmzeitfunktion" bezeichnet hier eine Funktion, die sich auf bestimmte
Stellen innerhalb des NC-Steuerungsprogramms bezieht. Das Erreichen eines bestimmten
NC-Satzes entspricht dabei einem bestimmten Programmzeitpunkt bzw. einem Zeitpunkt
innerhalb des Programmablaufs. Insoweit entspricht ein Programmzeitpunkt einer Ablaufposition
im sequentiellen Ablauf von Programmschritten bei der Programmabarbeitung. Wird beispielsweise
in einer bestimmten Phase der Programmabarbeitung ein Auslösesignal (Trigger) zur
Ansteuerung einer Bildaufnahme durch eine Kamera benötigt, so kann dieses Auslösesignal
durch eine an entsprechender Stelle vorliegende Programmzeile ausgelöst werden. Dieses
Signal wird dann durch die SPS ausgegeben. Hierbei können Messfehler entstehen. Vorliegende
Anmeldung lehrt, wie solche Messfehler vermieden bzw. auf ein tolerierbares Maß reduziert
werden können. Auslösesignale sind im Programm unmittelbar verknüpft mit bestimmten
Positionen der Maschinenachsen, z.B. mit der Maschinenachse des Drahtvorschubs und/oder
mit der Maschinenachse für die Position des Steigungswerkzeugs.
[0029] Ein Zeitpunkt in einer Programmzeitfunktion entspricht somit einem Ort in der Bewegungskurve
einer oder mehrerer Maschinenachsen. Aus der Programmzeitfunktion ergeben sich Zeitpunkte
(Programmzeitpunkte) innerhalb eines NC-Programms, die synchron zum Fortschritt der
Federproduktion sind. Insoweit ist die Programmzeitfunktion auch eine Wegfunktion
in Bezug auf die Bewegungen von Maschinenachsen. Insbesondere entspricht eine Programmzeitfunktion
auch einer Wegfunktion des Drahtvorschubes.
[0030] Die Erfindung bezieht sich auch auf eine numerisch gesteuerte Federwindemaschine,
die besonders zur Durchführung des Verfahrens konfiguriert ist. Sie hat eine Zuführeinrichtung
zum Zuführen von Draht zu einer Umformeinrichtung sowie eine Umformeinrichtung mit
mindestens einem Windewerkzeug, welches im Wesentlichen den Durchmesser der Schraubenfeder
an einer vorgebbaren Position bestimmt, sowie mindestens ein Steigungswerkzeug, dessen
Eingriff an der sich entwickelnden Schraubenfeder die lokale Steigung der Schraubenfeder
bestimmt. Weiterhin sind eine Schnitteinrichtung zum Abtrennen einer fertig gestellten
Schraubenfeder von dem zugeführten Draht nach Abschluss einer Umformoperation, eine
Messeinrichtung zur Durchführung einer Messung an der Schraubenfeder während der Umformoperation
und eine Steuereinrichtung zur Steuerung der Zuführeinrichtung, der Umformeinrichtung,
der Messeinrichtung und der Schnitteinrichtung auf Basis eines NC-Steuerprogramms
vorgesehen.
[0031] Die Zuführeinrichtung ist für eine kontinuierliche Zufuhr des Drahts konfiguriert,
so dass der Draht der Umformeinrichtung kontinuierlich, d.h. ohne Unterbrechung für
die Messung zugeführt wird und eine Messung an der Schraubenfeder bei laufender Zuführung
durchgeführt werden kann. Auch für den Schnitt ist keine Unterbrechung der Zufuhbewegung
nötig. Dazu hat die Schnitteinrichtung ein rotierend antreibbares Schnittwerkzeug
und die Federwindemaschine ist derart konfiguriert, dass die fertige Schraubenfeder
durch einen roterienden fliegenden Schnitt vom zugeführten Draht abgetrennt werden
kann. Die Federwindemaschine ist zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
konfiguriert. Vorzugsweise ist die Steuereinrichtung derart konfiguriert, dass ein
Triggersignal für die Messeinrichtung zu einem Messzeitpunkt erzeugt wird, der unmittelbar
vor einem Eingriff des Schnittwerkzeugs in den Draht liegt. Damit sind exakte Messergebnisse
möglich, insbesondere bezüglich der gemessenen Federlänge.
[0032] Der Messzeitpunkt wird erfindungsgemäß mit einer zeitlichen Genauigkeit vorgegeben,
die wesentlich größer ist als die Genauigkeit, die möglich wäre, wenn die Messzeitpunkte
ausschließlich an die Zykluszeit geknüpft wären. Erfindungsgemäß beträgt die zeitliche
Genauigkeit der Festlegung des Messzeitpunkts weniger als 10 µs und/oder ist mindestens
eine Größenordnung (mindestens Faktor 10) genauer als die Zykluszeit.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0033]
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Übersichtsdarstellung einer Ausführungsform einer Federwindemaschine
mit Teilen der Zuführeinrichtung und der Umformeinrichtung,
- Fig. 2
- zeigt in perspektivischer Darstellung Anbaugruppen für die in Fig. 1 gezeigte Federwindemaschine;
- Fig. 3
- zeigt eine Phase, in der eine fertige Feder mittels eines rotierenden Schnitts vom
Draht abgetrennt wird;
- Fig. 4
- zeigt schematisch das Grundprinzip der Betriebsart: kontinuierlicher Drahtvorschub
mit rotierend fliegendem Schnitt;
- Fig. 5
- zeigt ein schematisches Vorschub-Zeit-Diagramm zur Erläuterung der Ursachen für Messfehler;
und
- Fig. 6
- zeigt oben ein Geschwindigkeits-Zeitdiagramm der Vorschubgeschwindigkeit der Drahtzuführung
und unten ein zugehöriges Geschwindigkeits-Zeitdiagramm der Bewegungsgeschwindigkeit
des Schnittwerkzeugs und die zeitliche Lage eines Messzeitpunkts.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0034] Die schematische Übersichtsdarstellung in Fig. 1 zeigt einige konstruktive Elemente
einer CNC-Federwindemaschine 100 gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Figur
2 zeigt Details von in Fig. 1 nicht gezeigten Anbaugruppen. Dazu gehört eine optionale
Federführungseinrichtung 210 mit einem nach oben offenen Winkelblech 221, das längere
Federn abstützen kann.
[0035] Die Federwindemaschine 100 hat eine mit Zuführrollen 112 ausgestattete Zuführeinrichtung
110, die aufeinanderfolgende Drahtabschnitte eines von einem Drahtvorrat kommenden
und durch eine Richteinheit geführten Drahtes 115 mit numerisch gesteuertem Vorschubgeschwindigkeitsprofil
in den Bereich einer Umformeinrichtung 120 zuführen kann. Der Draht wird austrittsseitig
durch eine Drahtführung 116 geführt. Die Zuführeinrichtung kann auch als Einzugseinrichtung
bezeichnet werden, entsprechend kann der Drahtvorschub auch als Drahteinzug und die
Vorschubgeschwindigkeit als Einzugsgeschwindigkeit bezeichnet werden.
[0036] Der Draht wird mit Hilfe von numerisch gesteuerten Werkzeugen der Umformeinrichtung
zu einer Schraubenfeder umgeformt. Zu den Werkzeugen gehören zwei um 90° winkelversetzt
angeordnete Windestifte 122, 124, die in Radialrichtung zur Mittelachse 118 bzw. der
Lage der gewünschten Federachse ausgerichtet sind und dafür vorgesehen sind, den Durchmesser
der Schraubenfeder zu bestimmen. Die Position der Windestifte kann zur Grundeinstellung
für den Federdurchmesser beim Einrichten entlang der strichpunktiert gezeigten Verfahrlinien
sowie in horizontaler Richtung (parallel zur Vorschubrichtung des Einzugs 110) verändert
werden, um die Maschine für unterschiedliche Federdurchmesser einzurichten. Diese
Bewegungen können auch mit Hilfe geeigneter elektrischer Antriebe unter Kontrolle
der numerischen Steuerung vorgenommen werden.
[0037] Ein Steigungswerkzeug 130 hat eine im Wesentlichen senkrecht zur Federachse ausgerichtete
Spitze, die neben den Windungen der sich entwickelnden Feder eingreift. Das Steigungswerkzeug
ist mit Hilfe eines numerisch gesteuerten Verstellantriebs der entsprechenden Maschinenachse
parallel zur Achse 118 der sich entwickelnden Feder (d.h. senkrecht zur Zeichnungsebene)
verfahrbar. Der bei der Federherstellung vorgeschobene Draht wird vom Steigungswerkzeug
entsprechend der Position des Steigungswerkzeugs in Richtung parallel zur Federachse
abgedrängt, wobei durch die Position des Steigungswerkzeuges die lokale Steigung der
Feder im entsprechenden Abschnitt bestimmt wird. Steigungsänderungen werden durch
achsparalleles Verfahren des Steigungswerkzeugs während der Federherstellung bewirkt.
[0038] Die Umformeinrichtung hat ein weiteres, von unten vertikal zustellbares Steigungswerkzeug
140 mit einer keilförmigen Werkzeugspitze, die bei Einsatz dieses Steigungswerkzeuges
zwischen benachbarte Windungen eingeführt wird. Die Verstellbewegungen dieses Steigungswerkzeuges
verlaufen senkrecht zur Achse 118. Dieses Steigungswerkzeug ist beim gezeigten Herstellungsverfahren
nicht im Eingriff.
[0039] Oberhalb der Federachse ist eine numerisch steuerbare Schnitteinrichtung 150 mit
einem Schnittwerkzeug 152 angebracht, das nach Abschluss einer Umformoperation die
hergestellte Schraubenfeder mit einer rotierenden Arbeitsbewegung vom zugeführten
Drahtvorrat abtrennt.
[0040] Als Gegenelement für das Schnittwerkzeug dient ein Dorn 155 (Abschneidedorn), der
sich im Inneren der sich entwickelnden Feder befindet und eine schräge Schneidkante
156 aufweist, die beim Abtrennen mit dem Schneidwerkzeug zusammenwirkt.
[0041] Um hohe Stückleistungen zu ermöglichen, arbeitet die Federwindemaschine mit einem
kontinuierlichen Drahtvorschub bzw. Drahteinzug in Verbindung mit einem fliegend rotierenden
Schnitt. Die Schnitteinrichtung wird hierzu, angetrieben über eine rotatorische Maschinenachse,
in eine rotierende Arbeitsbewegung versetzt, die in einer Ebene senkrecht zur Federachse
118 verläuft und in den Fig. 1 und 3 durch umlaufende Pfeile gekennzeichnet ist. Der
Umlauf kann je nach Konstruktion z.B. kreisförmig oder elliptisch sein. Die Umlaufrichtung
(im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn) ist abhängig von der Winderichtung.
Es kann sowohl rechts als auch links gewunden werden. Im Beispielsfall rotiert das
Schnittwerkzeug im Uhrzeigersinn. Die Umlaufgeschwindigkeit ist normalerweise ungleichförmig.
[0042] Wie in Fig. 3 gezeigt, durchtrennt dabei das Schnittwerkzeug 152 den Draht 115, wenn
es sich dem unteren Umkehrpunkt der umlaufenden Arbeitsbewegung nähert. Beim Schnittvorgang
dient die Oberseite des Dorns 155 der Schnitteinrichtung als Gegenelement für das
bewegte Schnittwerkzeug und bietet eine schräge Schnittkante, die zusammen mit der
entsprechend geformten Schneidkontur des Schneidwerkzeugs einen sauberen Schnitt durch
den kontinuierlich formbewegten Draht ermöglicht.
[0043] Das Grundprinzip dieser Betriebsart (kontinuierlicher Drahtvorschub mit rotierend
fliegendem Schnitt) ist in Fig. 4 nochmals schematisch mit den gleichen Bezugszeichen
dargestellt. Der Draht 115 wird kontinuierlich mit konstanter oder variierender endlicher
Vorschubgeschwindigkeit V
Z, vorgeschoben bzw. eingezogen bzw. zugeführt. Es gibt also über die Produktion vieler
aufeinander folgender Federn keinen Stillstand der Drahtzufuhr. Dadurch steigt die
Stückleistung. Wenn der Drahtvorschub bzw. die Zufuhreinrichtung konstant läuft, muss
der Drahtvorrat 157, der z.B. auf einem Haspel vorgehalten wird, nicht andauernd beschleunigt
und abgebremst werden. Dies gilt auch für die Antriebe der Zufuhreinrichtung und der
Werkzeuge. Dadurch sinkt der Energiebedarf pro Feder im Vergleich zu Verfahren mit
stehendem Schnitt, bei denen der Drahtvorschub für den Schnittvorgang angehalten werden
muss. Zudem gibt es keinen ruckartigen Zug auf den Draht und keinen Stick-Slip-Effekt,
wodurch die Qualität der hergestellten Federn im Vergleich zu Verfahren mit stehendem
Schnitt deutlich erhöht werden kann.
[0044] Im Hinblick auf hohe Qualitätsanforderung, z.B. im Automobilbereich, ist die Federwindemaschine
dafür eingerichtet, Federdaten, wie beispielsweise Durchmesser und/oder Länge einer
Feder nach der Fertigung zu messen und die fertigen Federn abhängig vom Ergebnis der
Messung automatisch in Gutteile (Federgeometrie innerhalb der Toleranzen) und Schlechtteile
(Federgeometrie außerhalb der Toleranzen) und gegebenenfalls in weitere Kategorien
zu sortieren. Bei herkömmlichen Federwindemaschinen, die eine solche Möglichkeit vorsehen,
werden die Federn dazu direkt nach dem Federwinden kurz vor dem Abschneiden vermessen.
Dazu wird die Maschine kurz angehalten, um eine ausreichend genaue Messung zu ermöglichen.
Konventionell wird ein angehaltener Draht mit einem vertikalen Schnitt mittels eines
linear bewegbaren Schnittwerkzeugs durchtrennt.
[0045] Bei der Federwindemaschine der Ausführungsform ist es dagegen möglich, auf Unterbrechungen
des Fertigungsprozesses für die Messung zu verzichten, sondern bei kontinuierlichem
Drahtvorschub Messungen der Feder mit ausreichender Genauigkeit durchzuführen. Nachfolgend
werden die hierzu getroffenen Maßnahmen im Einzelnen erläutert.
[0046] Die Federwindemaschine ist mit einem kamerabasierten, optischen Messsystem zur berührungslosen
Echtzeiterfassung von Daten über die Geometrie einer aktuell hergestellten Feder ausgestattet.
Das Messsystem hat eine CCD-Videokameras 250, die im Beispielsfall bei einer Auflösung
von 640 x 480 Pixeln (Bildelementen) bis zu 90 Bilder pro Sekunde (frames per second)
über eine Schnittstelle an ein angeschlossenes Bildverarbeitungssystem liefern kann.
[0047] Die Bilderfassung der Einzelbilder wird jeweils über Auslösesignale (Trigger) der
Steuerung ausgelöst. Dadurch werden die Messzeitpunkte festgelegt. Die Software für
die Bildverarbeitung ist in einem Programmmodul untergebracht, welches mit der Steuereinrichtung
180 der Federwindemaschine zusammenarbeitet bzw. in diese integriert ist.
[0048] Die Kamera ist auf einer verwindungssteifen Trägerschiene 255 befestigt, die seitlich
neben der Zugfuhreinrichtung im Bereich der Führungsrollen der Zuführeinrichtung am
Maschinengestell der Federwindemaschine so befestigt ist, dass die Längsachse der
Trägerschiene parallel zur Maschinenachse 118 verläuft. Die Messkamera ist auf der
Trägerschiene längsverschieblich und an beliebig wählbaren Längspositionen fixierbar.
Eine stufenlose Verstellung in der Höheist ebenfalls möglich.
[0049] Die optische Achse der Kameraoptik ist im Beispielsfall etwa auf Höhe der Mittelachse
der Schraubenfeder (d.h. auf Höhe der Achse 118) angeordnet und verläuft senkrecht
zu dieser Achse.
[0050] Eine zweite Kamera 260 ist für die Erfassung des freien Federendes 204 bestimmt und
daher so auf der Trägerschiene positioniert, dass das freie Federende in der Endphase
der Herstellung der Schraubenfeder in den Erfassungsbereich der zweiten Kamera hineinläuft.
Es gibt auch Ausführungsformen mit nur einer Kamera.
[0051] Diametral gegenüber den Kameras ist auf Höhe der Achse 118 eine Beleuchtungseinrichtung
angebracht, die zu den von der Steuerung vorgegebenen Messzeitpunkten als Reaktion
auf Auslösesignale (Trigger) der Steuerung blitzartig aufleuchtet und eine Messung
im Durchlicht ermöglicht. Auf der Seite der Kameras kann eine Auflicht-Beleuchtungseinrichtung
vorgesehen sein, um die Sichtbarkeit interessierender Details der Feder für die Messung
zu verbessern.
[0052] Die zu den Werkzeugen gehörenden Maschinenachsen der CNC-Maschine werden durch eine
computernumerische Steuereinrichtung 180 gesteuert, die Speichereinrichtungen hat,
in denen die Steuerungssoftware residiert, zu der u.a. ein NC-Steuerprogramm für die
Arbeitsbewegungen der Maschinenachsen gehört. Diese Steuereinrichtung steuert auch
die Komponenten des Messsystems.
[0053] Bei der Einrichtung der Federwindemaschine werden die Umformwerkzeuge in ihre jeweiligen
Grundstellungen gebracht. Außerdem wird das NC-Steuerprogramm erstellt oder geladen,
welches die Stellbewegungen der Werkzeuge während des Fertigungsprozesses steuert.
Die Geometrieeingabe wird bei der Federwindemaschine durch einen Bediener an der Anzeige-
und Bedieneinheit 170 vorgenommen, welche an die Steuereinrichtung 180 angeschlossen
ist.
[0054] In der Steuereinrichtung ist eine speicherprogrammierte Steuerung (SPS) realisiert,
die zyklusorientiert arbeitet. Die Antriebspositionen der Maschinenachsen werden dabei
durch die CNC-Steuerung vorausberechnet. Die speicherprogrammierte Steuerung ist für
die Ausgänge und Eingänge zuständig und arbeitet nach einem festgelegten Zeitraster
bzw. nach einem festen Zyklus. Typische Zykluszeiten liegen häufig im Bereich einer
Hundertstel Sekunde. Im Beispielsfall beträgt die Zykluszeit der Steuerung 8 ms (Millisekunden).
[0055] Die Erfinder haben erkannt, dass es zu erheblichen Messfehlern kommen kann, wenn
die Auslösesignale (Trigger) für die Messungen unmittelbar an die Zykluszeiten der
SPS gekoppelt sind. Ein erkanntes Problem wird anhand von Fig. 5 näher erläutert.
In diesem Diagramm ist auf der Zeitachse (x-Achse) das festgelegte Zeitraster der
SPS mit einer Abfolge von Zyklen gleicher Dauer (Zykluszeit Δt
Z z.B. 8 ms) aufgetragen. Die y-Achse bezeichnet den Vorschubweg V des von der Zufuhreinrichtung
geförderten Drahtes. Bei kontinuierlicher Drahtzufuhr mit konstanter Zufuhrgeschwindigkeit
ergibt sich die schräge Gerade ZU.
[0056] Abhängig von der gewünschten Federgeometrie ergeben sich bei vorgegebener Drahtvorschubgeschwindigkeit
bestimmte Zeitpunkte (Schnittzeitpunkte), zu denen der Schnitt erfolgen muss, um die
fertige Feder vom nachgeförderten Draht abzutrennen. Diese Zeitpunkte, zu denen jeweils
eine neue Feder fertig ist, sind im Diagramm mit F1 (für erste Feder), F2 (für zweite
Feder), ... F6 gekennzeichnet. Die entsprechenden Zeitpunkte im Steuerprogramm werden
bei der Einrichtung der Maschinen bzw. bei der Erstellung des CNC-Steuerprogramms
vorausberechnet.
[0057] Im Allgemeinen fallen die Schnittzeitpunkte nicht mit den Taktzeiten der SPS zusammen.
Insbesondere ist im Allgemeinen die Fertigungszeit Δt
F, welche für die Fertigstellung einer Feder benötigt wird, kein ganzzahliges Vielfaches
der Zykluszeit Δt
Z. Hieraus ergeben sich für Messung Probleme. Wird eine Messung ausgelöst, wenn das
Schnittwerkzeug schon in Eingriff mit dem Draht ist oder die Feder sogar schon abgetrennt
hat, ist keine zuverlässige Messung möglich. Der Messzeitpunkt sollte also zeitlich
vor dem Schnittzeitpunkt liegen. Liegt der Messzeitpunkt jedoch zu weit vor dem Schnittzeitpunkt,
so ist die Feder noch nicht völlig fertig gestellt, so dass sich daraus Messfehler
ergeben, z.B. in Form eines falschen Werts für die Federlänge oder die Endstellung
des Federendes. Im Beispielsfall ist der Messfehler MF1 bei der Vermessung der ersten
Feder F1 besonders groß, da der letztmögliche Messzeitpunkt, der mit der Taktzeit
der SPS zusammenfällt (senkrechte gestrichelte Linie), fast eine komplette Zykluszeit
vor dem Schnittzeitpunkt liegt. Zum Vergleich ist bei der sechsten Feder F6 der entstehende
Messfehler MF6 deutlich kleiner, da der Schnittzeitpunkt nur etwa eine halbe Zykluszeit
bzw. wenige Millisekunden (etwa 3 bis 4 ms) hinter dem unmittelbar vorausgehenden
Taktzeitpunkt (senkrecht gestrichelte Linie) liegt.
[0058] Es ist ersichtlich, dass sich bei dieser Vorgehensweise erhebliche Messfehler ergeben
können, die in der Regel zudem noch von Feder zu Feder variieren. Durch den zeitlichen
Versatz entstehen Messfehler, die dadurch zustande kommen, dass die Länge der Feder
bis zum Schneiden aufgrund des laufenden Drahtvorschubs weiter zunimmt. Der dadurch
entstandene Messfehler ist in der Regel so groß, dass Sortierfehler auftreten können
und eine Regelung nicht mehr zuverlässig möglich ist. Wie schematisch dargestellt,
kann der Jitter mehrere Milisekunden betragen.
[0059] Um auch bei kontinuierlichem Drahtvorschub und fliegend rotierendem Schnitt eine
exakte Messung zu ermöglichen, wird bei der Ausführungsform der durch ein Auslösesignal
(Triggersignal) der Steuerung festgelegte Messzeitpunkt des Messsystems mit den numerisch
gesteuerten Bewegungen der Maschinenachsen der Federwindemaschine mit einer zeitlichen
Genauigkeit synchronisiert, die signifikant größer ist als die Zykluszeit Δt
Z der Steuerung der Federwindemaschine. Insbesondere können Triggersignale für das
Messsystem zu Messzeitpunkten erzeugt werden, die zwischen Zyklusgrenzen bzw. zwischen
den Takten der speicherprogrammierten Steuerung liegen, also innerhalb eines Zyklus.
Um dies zu erreichen und den Versatz bzw. den Messfehler möglichst gering zu halten,
ist die speicherprogrammierte Steuerung mit einer speziellen Ausgangskarte bestückt,
die mit Hilfe von Zeitstempeln auch zwischen den SPS-Takten den Ausgang für das Auslösesignal
der Kamera ansteuern kann. Geeignete Ausgangskarten sind kommerziell verfügbar. Beispielsweise
kann eine Ausgangskarte aus dem Bereich der Lasertechnik mit einer Genauigkeit von
ca. 1µs verwendet werden.
[0060] Durch Nutzung eines Zeitstempelverfahrens in der SPS können die Ausgänge der SPS
auch zwischen den Zyklen gesetzt werden. Bei der Generierung des CNC-Codes für das
Federprogramm beim Einrichten der Federwindemaschine werden die benötigten Steuerbefehle
für das Triggersignal anhand der programmierten Federgeometrie eingefügt. Abhängig
vom verwendeten Kamerasystem können diese dann automatisch angepasst werden. Damit
ist es möglich, das Auslösesignal bzw. den Messzeitpunkt im Ablauf der Federfertigung
so genau zu positionieren, dass die Bildaufnahmen unmittelbar vor dem Aufsetzen des
Schnittmessers auf den Draht erfolgen können. Durch eine gezielte Rückkopplung kann
noch eine Regelung der Werkzeugpositionen vorgenommen werden
[0061] Ein typischer Ablauf eines Messvorgangs unmittelbar vor dem fliegend rotierenden
Schnitt wird anhand der Fig. 3 und 6 näher erläutert. Im vergrößerten Detail von Fig.
3 ist das rotierend angetriebene Schnittwerkzeug 152 zu drei aufeinanderfolgenden
Zeitpunkten unmittelbar vor und während des Schnitteingriffs dargestellt. Zum Zeitpunkt
t
1 nähert sich das Schnittwerkzeug dem durchlaufenden Draht 115 in einer beschleunigten
Bewegung an. Zum späteren Zeitpunkt t
2 setzt das Schnittwerkzeug gerade auf dem Draht auf, der Schnittvorgang beginnt. Zum
Zeitpunkt t
3 hat das Schnittwerkzeug den Draht vollständig durchtrennt und hat seinen unteren
Umkehrpunkt auf seiner runden Bewegungsbahn erreicht.
[0062] Fig. 6 zeigt in der oberen Teilfigur ein Geschwindigkeits-Zeitdiagramm der Vorschubgeschwindigkeit
bzw. Einzugsgeschwindigkeit V
Z der Drahtzuführung. Nach einer anfänglichen Beschleunigungsphase bleibt die Drahtzufuhrgeschwindigkeit
während der Herstellung vieler aufeinanderfolgender Federn konstant und wird erst
nach Abschluss einer Serie von Federn wieder heruntergefahren. Das Geschwindigkeits-Zeitdiagramm
in der unteren Teilfigur zeigt die Bewegungsgeschwindigkeit V
s des Schnittwerkzeugs während der kontinuierlichen Drahtzufuhr. Die senkrecht gestrichelten
Linien geben dabei jeweils die Zeitpunkte t
2 an, zu denen das Schnittwerkzeug auf dem Draht aufsetzt und der Schnitt beginnt.
Es ist ersichtlich, dass das Schnittwerkzeug nicht gleichförmig rotiert, sondern eine
zyklische Bewegung mit Beschleunigungsphasen und Verzögerungsphasen durchläuft, wobei
das Schnittwerkzeug vor dem Schnitt in Richtung Draht beschleunigt und nach dem Schnitt
wieder auf eine sehr geringe Bewegungsgeschwindigkeit verzögert wird. Das Schnittwerkzeug
ist normalerweise ständig in Bewegung, auch wenn zwischen den einzelnen Schnitten
die Bewegungsgeschwindigkeit sehr gering ist. Dadurch wird ein ruckfreier Betrieb
mit relativ geringem Energieverbrauch erreicht.
[0063] Der mit Hilfe des Zeitstempelverfahrens festgelegte Messzeitpunkt t
M bzw. das zugehörige enge Zeitfenster liegt unmittelbar vor dem Eingriff des Schnittwerkzeugs
in dem Draht, z.B. zwischen den Zeitpunkten t
1 und t
2 in Fig. 3. Zu diesem Zeitpunkt ist die volle Länge der fertigen Feder praktisch erreicht,
so dass insoweit Messfehler auf ein Minimum reduziert sind. Dadurch wird die gemessene
Federlänge der tatsächlichen Federlänge der fertigen Feder im Rahmen der Messgenauigkeit
entsprechen. Somit ist beispielsweise eine sehr zuverlässige Sortierung der Federn
im Hinblick auf das Kriterium Federlänge möglich.
[0064] Durch die Nutzung der Erfindung kann bei einigen Maschinentypen die Leistung bei
bestimmten Federn im Vergleich zu herkömmlichen Systemen mit stehendem Schnitt annähernd
verdoppelt werden. Dabei sinkt der Energieverbrauch pro Feder um bis zu 40% und die
Qualität der Federn nimmt zu. Als weitere Vorteile ergeben sich wesentlich geringere
Belastungen der Mechanik und damit eine höhere Standfestigkeit.
[0065] Die Erfindung kann mit unterschiedlichen Messsystemen und für unterschiedliche Messverfahren
umgesetzt werden. Ein geeignetes Verfahren ist in der
DE 10 2010 014 385 A1 der Anmelderin beschrieben. Die Messzeitpunkte können dort wie in der vorliegenden
Anmeldung beschrieben festgelegt werden.
1. Verfahren zur Herstellung von Schraubenfedern durch Federwinden mittels einer numerisch
gesteuerten Federwindemaschine, worin ein Draht unter der Steuerung durch ein NC-Steuerprogramm
durch eine Zuführeinrichtung einer Umformeinrichtung der Federwindemaschine zugeführt,
mit Hilfe von Werkzeugen der Umformeinrichtung zu einer Schraubenfeder umgeformt und
eine fertig gestellte Schraubenfeder anschließend mittels einer Schnitteinrichtung
von dem zugeführten Draht abgetrennt wird,
wobei zu mindestens einem Messzeitpunkt während der Umformoperation eine Messung an
der Schraubenfeder durchgeführt wird, wobei der Draht der Umformeinrichtung kontinuierlich
zugeführt wird und eine Messung an der Schraubenfeder bei laufender Zuführung durchgeführt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass die fertige Schraubenfeder durch einen rotierenden fliegenden Schnitt vom zugeführten
Draht abgetrennt wird, wobei der Messzeitpunkt mit numerisch gesteuerten Bewegungen
von Einrichtungen der Federwindemaschine mit einer zeitlichen Genauigkeit synchronisiert
wird, die größer ist als eine Zykluszeit einer Steuerung der Federwindemaschine, wobei
die zeitliche Genauigkeit der Festlegung des Messzeitpunkts weniger als 10 µs beträgt
und/oder die zeitliche Genauigkeit der Festlegung des Messzeitpunkts mindestens eine
Größenordnung, d.h. mindestens Faktor 10, genauer ist als die Zykluszeit.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zeitliche Genauigkeit der Festlegung des Messzeitpunkts mindestens zwei Größenordnungen,
d.h. mindestens Faktor 100, genauer ist als die Zykluszeit.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Triggersignal für die Messeinrichtung zu einem Messzeitpunkt erzeugt wird, der
zwischen Takten der Steuerung liegt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Messzeitpunkt ausgehend von Takten der Steuerung durch ein Zeitstempelverfahren
über ein für jeden Messzeitpunkt individuell festlegbares Zeitintervall zwischen einem
Takt der Steuerung und dem Messzeitpunkt vorgegeben wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schnittwerkzeug eine kontinuierliche Rotationsbewegung ausführt und ein Triggersignal
für die Messeinrichtung zu einem Messzeitpunkt erzeugt wird, der unmittelbar vor einem
Eingriff des Schnittwerkzeugs in den Draht liegt.
6. Federwindemaschine (100) zur Herstellung von Schraubenfedern (200) durch Federwinden
umfassend:
eine Zuführeinrichtung (110) zum Zuführen von Draht (115) zu einer Umformeinrichtung
(120),
wobei die Umformeinrichtung mindestens ein Windewerkzeug (122, 124) sowie mindestens
ein Steigungswerkzeug (130) aufweist,
eine Schnitteinrichtung (150) zum Abtrennen einer fertig gestellten Schraubenfeder
von dem zugeführten Draht nach Abschluss einer Umformoperation ;
eine Messeinrichtung zur Durchführung einer Messung an der Schraubenfeder während
der Umformoperation; und
eine Steuereinrichtung (180) zur Steuerung der Zuführeinrichtung, der Umformeinrichtung,
der Messeinrichtung und der Schnitteinrichtung auf Basis eines NC-Steuerprogramms,
wobei die Zuführeinrichtung für eine kontinuierliche Zufuhr des Drahts konfiguriert
ist und die Schnitteinrichtung (150) ein rotierend antreibbares Schnittwerkzeug (152)
aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Federwindemaschine derart konfiguriert ist, dass die fertige Schraubenfeder durch
einen roterienden fliegenden Schnitt vom zugeführten Draht abgetrennt wird, wobei
die Federwindemaschine zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1
bis 5 konfiguriert ist.
7. Federwindemaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung derart konfiguriert ist, dass ein Triggersignal für die Messeinrichtung
zu einem Messzeitpunkt erzeugt wird, der unmittelbar vor einem Eingriff des Schnittwerkzeugs
in den Draht liegt.
1. Method for producing helical springs by spring winding by means of a numerically controlled
spring winding machine, wherein a wire is supplied by a supply device to a forming
device of the spring winding machine under the control by an NC control program, is
formed with the aid of tools of the forming device into a helical spring, and a finished
helical spring is then separated from the supplied wire by means of a cutting device,
wherein a measurement is taken on the helical spring at least at one measurement time
during the forming operation,
wherein the wire is supplied continuously to the forming device and a measurement
is taken on the helical spring as the wire is supplied,
characterized in that
the finished helical spring is separated from the supplied wire by a rotating flying
cut,
wherein the measurement time is synchronized with numerically controlled movements
of devices of the spring winding machine with a temporal accuracy that is greater
than a cycle time of a controller of the spring winding machine,
wherein the temporal accuracy of the determination of the measurement time is less
than 10 µs, and/or in that the temporal accuracy of the determination of the measurement time is at least one
order of magnitude, i.e. at least factor 10, more accurate than the cycle time.
2. Method according to claim 1, characterized in that the temporal accuracy of the determination of the measurement time is at least two
orders of magnitude, i.e. at least factor 100, more accurate than the cycle time.
3. Method according to any of the preceding claims, characterized in that a trigger signal for the measuring device is generated at a measurement time that
lies between cycles of the controller.
4. Method according to any of the preceding claims, characterized in that the measurement time is predefined starting from cycles of the controller by a timestamp
method over a time interval determinable individually for each measurement time between
a cycle of the controller and the measurement time.
5. Method according to any of the preceding claims, characterized in that the cutting tool performs a continuous rotatory movement and a trigger signal for
the measuring device is generated at a measurement time that is directly before an
engagement of the cutting tool with the wire.
6. Spring winding machine (100) for producing helical springs (200) by spring winding,
comprising:
a supply device (110) for supplying wire (115) to a forming device (120),
wherein the forming device has at least one winding tool (122, 124) and at least one
pitch tool (130),
a cutting device (150) for separating a finished helical spring from the supplied
wire after completion of a forming operation;
a measuring device for carrying out a measurement on the helical spring during the
forming operation; and
a control device (180) for controlling the supply device, the forming device, the
measuring device and the cutting device on the basis of an NC control program,
wherein the supply device is configured for a continuous supply of the wire and the
cutting device (150) has a cutting tool (152) which can be driven in rotation,
characterized in that
the spring winding machine is configured in such a way that the finished helical spring
is separated from the supplied wire by a rotating flying cut, wherein the spring winding
machine is configured to carry out the method as claimed in any of claims 1 to 5.
7. Spring winding machine according to claim 6, characterized in that the control device is configured in such a way that a trigger signal is generated
for the measuring device at a measurement time that is directly before an engagement
of the cutting tool with the wire.
1. Procédé de fabrication de ressorts hélicoïdaux par enroulement au moyen d'une machine
d'enroulement à commande numérique, dans lequel on fournit un fil à un dispositif
de déformation de la machine d'enroulement via un dispositif d'alimentation sous la
commande d'un programme de commande NC, on le déforme en un ressort hélicoïdal à l'aide
d'outils du dispositif de déformation et on sépare ensuite un ressort hélicoïdal terminé
du fil fourni au moyen d'un dispositif de coupe, dans lequel on effectue à au moins
un instant de mesure une mesure sur le ressort hélicoïdal pendant l'opération de déformation,
dans lequel on fournit le fil en continu au dispositif de déformation et on effectue
une mesure sur le ressort hélicoïdal au cours de l'alimentation, caractérisé en ce que l'on sépare le ressort hélicoïdal terminé du fil fourni par une coupe rotative volante,
dans lequel on synchronise l'instant de mesure avec des mouvements à commande numérique
de dispositifs de la machine d'enroulement avec une précision temporelle qui est plus
grande qu'un temps de cycle d'une commande de la machine d'enroulement, dans lequel
la précision temporelle de la fixation de l'instant de mesure vaut moins de 10 µs
et/ou la précision temporelle de la fixation de l'instant de mesure est d'au moins
un ordre de grandeur, c'est-à-dire d'au moins un facteur 10, plus précise que le temps
de cycle.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la précision temporelle de la fixation de l'instant de mesure est d'au moins deux
ordres de grandeur, c'est-à-dire d'au moins un facteur 100, plus précise que le temps
de cycle.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on produit un signal de déclenchement pour le dispositif de mesure à un instant
de mesure qui est situé entre des impulsions de la commande.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on prédétermine l'instant de mesure à partir d'impulsions de la commande par un
procédé de marquage temporel sur un intervalle de temps pouvant être fixé individuellement
pour chaque instant de mesure entre une impulsion de la commande et l'instant de mesure.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'outil de coupe exécute un mouvement de rotation continu et on produit un signal
de déclenchement pour le dispositif de mesure à un instant de mesure, qui est situé
immédiatement avant une attaque de l'outil de coupe dans le fil.
6. Machine d'enroulement (100) pour la fabrication de ressorts hélicoïdaux (200) par
enroulement, comprenant:
un dispositif d'alimentation (110) pour fournir du fil (115) à un dispositif de déformation
(120),
dans laquelle le dispositif de déformation présente au moins un outil d'enroulement
(122, 124) ainsi qu'au moins un outil de pas (130),
un dispositif de coupe (150) pour séparer un ressort hélicoïdal terminé du fil fourni,
après la fin de l'opération de déformation;
un dispositif de mesure pour effectuer une mesure sur le ressort hélicoïdal pendant
l'opération de déformation; et
un dispositif de commande (180) pour la commande du dispositif d'alimentation, du
dispositif de déformation, du dispositif de mesure et du dispositif de coupe sur la
base d'un programme de commande NC,
dans laquelle le dispositif d'alimentation est configuré pour une fourniture continue
du fil et le dispositif de coupe (150) présente un outil de coupe (152) pouvant être
entraîné en rotation,
caractérisée en ce que la machine d'enroulement est configurée de telle manière que le ressort hélicoïdal
terminé soit séparé du fil fourni au moyen d'une coupe rotative volante, dans laquelle
la machine d'enroulement est configurée pour l'exécution du procédé selon l'une quelconque
des revendications 1 à 5.
7. Machine d'enroulement selon la revendication 6, caractérisée en ce que le dispositif de commande est configuré de façon à produire un signal de déclenchement
pour le dispositif de mesure à un instant de mesure, qui se situe immédiatement avant
une attaque de l'outil de coupe dans le fil.