[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Druckübertragungsplatte zur Druckübertragung
eines Bondingdrucks beim Thermokompressionsbonden, von einer Druckbeaufschlagungseinrichtung
auf einen Wafer gemäß Anspruch 1 sowie eine Verwendung gemäß Anspruch 7.
[0002] Eine der unzähligen Bondverfahren ist das Thermokompressionsbonden. Bei diesem Bondingverfahren
werden zwei Wafer bei sehr hohen Drücken und Temperaturen zueinander permanent verbunden/gebonded.
Um ein möglichst homogenes Bondinginterface zu erhalten, werden die Werkzeuge, die
Bondchucks (Bond Probenhalter) und die Druckplatten (pressure discs) mit möglichst
geringen Oberflächenrauigkeiten gefertigt. Mit Vorzug haben diese Werkzeuge überhaupt
keine Oberflächenrauigkeit, sind perfekt planar und haben möglichst keine Fehlstellen.
Zum Ausgleich etwaiger makroskopischer Unebenheiten und/oder Welligkeiten können auf
einer oder auf beiden Seiten der Druckplatten Ausgleichsplatten, beispielsweise Graphitplatten,
befestigt werden. Diese Ausgleichsplatten sind weich und verformbar. Die Ausgleichsplatten
befinden sich im Bondprozess demnach zwischen der pressure-disc und dem dahinterliegenden
Werkzeug und/oder der Oberseite eines zu bondenden Wafers.
[0003] Die Druckschrift
US 2007/181633 offenbart einen Bondingmechanismus mit einem elastischen Interface. Die Druckschrift
WO 80/01967 offenbart eine Vorrichtung zum Thermokompressionsbonden mit Spannungspuffern aus
Kupfer.
[0004] Für die meisten Bondingverfahren erfüllen die Ausgleichsplatten ihre Aufgabe, Unebenheiten
auszugleichen. Dies tun sie vor allem durch eine effiziente Auffüllung des Raumes
zwischen Ausgleichsplatte und Wafer Allerdings entsteht beim Thermokompressionsbonden
das Problem, dass die Kompensation der Unebenheiten durch diese Auffüllung aufgrund
der hohen Drücke und Temperaturen mittlerweile so effizient ist, dass die Wafer an
der pressure-disc oder der Ausgleichsplatte hängen bleiben. Wird die Bondkammer nach
dem Bondvorgang geöffnet, kommt es somit vor, dass der Wafer hierdurch beschädigt
wird. Die Beschädigung erfolgt hauptsächlich dadurch, dass der Wafer beim Öffnen der
Bondkammer an der Oberfläche der pressure-disc oder der Ausgleichsplatte haftet und
nach einigen Millisekunden bis Sekunden spontan die Adhäsion verliert. Dadurch fällt
der Wafer zurück, schlägt auf und wird beschädigt.
[0005] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Druckübertragungsplatte
anzugeben, mit der Beschädigungen beim Bonden vermieden werden können, insbesondere
bei der Entnahme des gebondeten Wafers aus der Bondingvorrichtung.
[0006] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen der Ansprüche 1 und 7 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, durch Anbringung einer gegenüber Wafern
gering adhäsiven Druckübertragungsplatte an der Druckbeaufschlagungseinrichtung, mithin
zwischen der Druckübertragungsplatte und dem Wafer, das Ablösen des Wafers von der
Druckbeaufschlagungseinrichtung zu erleichtern und dadurch Beschädigungen zu vermeiden.
Durch die Reduzierung der Adhäsion kann der Wafer nach dem Bonden von der jeweiligen
Druckplatte gelöst werden, ohne dass durch Anhaften eine Beschädigung des Wafers,
beispielsweise durch Herunterfallen, erfolgt. Erfindungsgemäß wird ein verlässliches
Lösen von der Druckübertragungsplatte bei Beibehaltung der restlichen, vorteilhaften
Eigenschaften gewährleistet.
[0008] Mit Adhäsionsfähigkeit ist erfindungsgemäß insbesondere eine bestimmte Haltekraft
pro m
2 bezeichnet, die erfindungsgemäß möglichst gering sein sollte, so dass der weit überwiegende
Teil der Fixierung des Substrats an der Aufnahmefläche durch Fixiermittel im Fixierabschnitt
bewirkt wird.
[0009] Möchte man die Adhäsion zwischen zwei miteinander verbundenen Festkörpern bestimmen,
kann man die Energie messen, die benötigt wird, um einen Riss durch den Festkörper
zu treiben. In der Halbleiterindustrie wird der sogenannte "Rasierklingentest" oder
"Maszara Rasierklingentest" häufig verwendet. Bei diesem Test handelt es sich streng
genommen um eine Methode, um die Bindungsenergie zwischen zwei Festkörpern zu bestimmen.
Meistens sind die Festkörper miteinander verschweißt. Um nun die Adhäsionsfähigkeit
einer Schicht zu bestimmen, welche gegenüber möglichst vielen anderen Materialien
niedrigadhäsiv sein soll, werden erfindungsgemäß bevorzugt andere Messmethoden verwendet.
Die am häufigsten eingesetzte Messmethode ist die Kontaktwinkelmethode.
[0010] Die Kontaktwinkelmethode wird zusammen mit der Youngschen Gleichung verwendet, um
eine Aussage über die Oberflächenenergie eines Festkörpers, durch die Verwendung einer
Prüfflüssigkeit, zu erhalten.
[0011] Diese qualifiziert die Oberflächenenergie einer Oberfläche durch eine gewisse Prüfflüssigkeit,
meistens durch Wasser. Dem Fachmann sind entsprechende Messmethoden, sowie die Auswertungsmethoden
bekannt. Der mit der Kontaktwinkelmethode ermittelte Kontaktwinkel kann auf eine Oberflächenenergie
in N/m oder in J/m
2 umgerechnet werden. Für Relativvergleiche unterschiedlicher Oberflächen bei gleicher
Prüfflüssigkeit reichen allerdings schon die Angaben der Kontaktwinkel aus, um eine
(relative) Abschätzung der Adhäsionsfähigkeit der Oberfläche zu erhalten. So kann
man durch die Verwendung von Wasser als Prüfflüssigkeit sagen, dass benetzte Oberflächen,
die einen Kontaktwinkel am Wassertropfen von ca. 30° erzeugen, eine höhere Adhäsion
(streng genommen nur zu Wasser) besitzen, als Oberflächen, deren Kontaktwinkel am
Wassertropfen ca. 120° besitzt.
[0012] Die erfindungsgemäße Ausführungsform wird vorzugsweise zur Druckbeaufschlagung von
Si-Waferns verwendet werden. Daher wäre eine Ermittlung der Oberflächenenergie einer
beliebigen, erfindungsgemäß verwendeten Niedrigadhäsionsschicht zu Si wünschenswert.
Da Si bei Raumtemperatur nicht flüssig ist, wird, wie oben erwähnt, eine Prüfflüssigkeit
verwendet um die erfindungsgemäße Niedrigadhäsionsschicht bezüglich dieser Prüfflüssigkeit
zu charakterisieren. Alle folgenden Kontaktwinkelwerte und/oder Oberflächenenergien
sind damit Werte, welche die erfindungsgemäße Niedrigadhäsionsschicht bezüglich einer
Prüfflüssigkeit quantifizieren und zumindest eine relative Aussage über die Adhäsionsfähigkeit
zu anderen Substanzen, vorzugsweise Festkörpern, noch bevorzugter Si, erlauben.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass die Adhäsionsfähigkeit
durch eine Oberflächenenergie von kleiner 0,1 J/m
2, insbesondere kleiner 0,01 J/m
2, vorzugsweise kleiner 0,001 J/m
2, noch bevorzugter kleiner 0,0001 J/m
2, idealerweise kleiner 0,00001 J/m
2 definiert ist.
[0014] Alternativ oder zusätzlich ist es gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung
vorgesehen, dass die Adhäsionsfähigkeit der Kontaktfläche mit einem Kontaktwinkel
größer 20°, insbesondere größer 50°, vorzugsweise größer 90°, noch bevorzugter größer
150°, definiert ist. Die Adhäsionsfähigkeit einer Oberfläche zu einem anderen Material
kann mit Hilfe der oben genannten Kontaktwinkelmethode bestimmt werden. Dabei wird
ein Tropfen einer bekannten Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser (erfindungsgemäße Werte
bezogen auf Wasser), (alternativ Glyzerin oder Hexadekan), auf der zu messenden Oberfläche
abgeschieden. Mit Hilfe eines Mikroskops wird der Winkel von der Seite exakt vermessen,
nämlich der Winkel zwischen der Tangente an den Tropfen und der Oberfläche.
[0015] Gemäß der Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Druckübertragungsplatte
als Gitternetz, insbesondere mit einer Maschenweite M kleiner 2mm, vorzugsweise kleiner
1mm, bevorzugter kleiner 0,5mm, noch bevorzugter kleiner 0.1mm, am bevorzugtesten
kleiner 0,01mm ausgebildet ist. Für einen Fachmann auf dem Gebiet ist klar, dass die
optimale Maschenweite auch vom Durchmesser und der Dicke des Wafers abhängen kann
und insbesondere durch Versuche empirisch ermittelt wird. Die Antihaftwirkung wird
durch die sehr geringe, aber endliche Maschenweite M hervorgerufen. Die Maschenweite
M ist erfindungsgemäß gering genug, um die homogene Druckverteilung der Druckübertragungseinrichtung
bestmöglich an eine Oberfläche des Wafers zu übertragen, verringert gleichzeitig die
absolute Kontaktfläche derart, dass eine Adhäsion des Wafers an der Druckübertragungseinrichtung,
insbesondere an einem oberen Werkzeug, nicht mehr möglich ist beziehungsweise zumindest
geringer ist als die Gewichtskraft des Wafers.
[0016] Alternativ oder zusätzlich hierzu ist in Weiterbildung der Erfindung vorgesehen,
dass zumindest die Kontaktfläche der zweiten Druckseite eine, insbesondere durch Kugelstrahlen,
Sandstrahlen, Schleifen, Ätzen und/oder Polieren erzeugte, Oberflächenrauigkeit zwischen
100nm und 100µm, insbesondere zwischen 1µm und 10µm, noch bevorzugter zwischen 3µm
und 5µm. Die Oberflächenrauhigkeit kann im speziellen auch auf die Waferdicke und/oder
den Waferdurchmesser bezogen werden. Es kann sich ergeben, dass für einen gewissen
Waferduchmesser und/oder eine gewisse Waferdicke eine optimale Rauhigkeit existiert.
Diese wird erfindungsgemäß dann entsprechend empirisch ermittelt. In einer bevorzugten
Ausführungsform wird die Oberflächenrauigkeit nasschemisch hergestellt. Durch den
Einsatz von Säuren wird die Oberfläche gezielt erodiert. Durch die angegebenen Verfahren
Kugelstrahlen, Sandstrahlen, Schleifen und/oder Polieren mit entsprechend großen Körnungen
wird eine Oberfläche mit entsprechender Rauigkeit hergestellt. Der dadurch entstehende
Effekt der Antihaftwirkung ist ähnlich dem Effekt des Gitternetzes, nur dass in diesem
Fall keine regelmäßige Maschenstruktur, sondern eine unregelmäßige Oberfläche den
gewünschten Effekt der Niedrigadhäsion hervorruft.
[0017] Aus der Nanotechnik ist bekannt, dass gerade Niedrigadhäsionsoberflächen im Mikro-
und/oder Nanobereich extreme Unebenheiten besitzen, deren Morphologie gerade zur Niedrigadhäsion
beiträgt oder sie sogar hervorruft. Ein Beispiel, welches dem Fachmann bekannt ist,
ist der sogenannte "Lotusblüteneffekt".
[0018] Soweit die Druckübertragungsplatte aus einem Material gebildet ist, das bis mindestens
400°C, insbesondere bis mindestens 800°C, vorzugsweise bis mindestens 1200°C, noch
bevorzugter bis mindestens 2000°C, noch bevorzugter bis mindestens 3000°C, thermodynamisch
stabil ist, ist die Druckübertragungsplatte mit Vorteil beim Thermokompressionsbonden
einsetzbar.
[0019] Erfindungsgemäß ist es, wenn die Druckübertragungsplatte aus einem Material gebildet
ist, das, insbesondere über einen großen Temperaturbereich, eine gleichbleibende und
hohe Druckfestigkeit, insbesondere bei Temperaturen über 400°C, insbesondere größer
500MPa, vorzugsweise größer 1000MPa, noch bevorzugter größer 2000MPa aufweist. Die
Druckfestigkeit kann insbesondere durch Begrenzungsmittel am seitlichen Umfang der
Druckplatte, erhöht werden (mindestens zweiaxiale Druckfestigkeit).
[0020] Denkbare Materialklassen wären insbesondere
Hochtemperaturkunststoffe,
Keramiken, SiC, SiN, etc.
Metalle,
Refraktärmetalle,
Warmfestigkeitsstähle,
allgemeine Werkzeugstähle
oder eine beliebige Kombination der vorher genannten Materialien.
[0021] Erfindungsgemäß weist die Druckübertragungsplatte mit Vorteil eine gewisse Elastizität/Verformbarkeit
auf, damit Unebenheiten oder eine Welligkeit des Wafers und/oder der Druckübertragungseinrichtung
bei der Druckbeaufschlagung ausgeglichen werden.
[0022] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Druckübertragungsplatte eine Dicke d kleiner
15mm und größer 1mm aufweist.
[0023] Weiterhin ist es von Vorteil, wenn in Weiterbildung der Erfindung zumindest die zweite
Druckseite, vorzugsweise die gesamte Druckübertragungsplatte, aus einem Material gebildet
ist, das gegenüber dem Wafer bei den gegebenen Bedingungen inert ist und oder nicht
mit dem Wafermaterial reagiert und/oder nicht gegenüber dem Wafermaterial löslich
ist. Besonders bei Wafern, die Logikfamilien besitzen, welche hochsensibel gegen metallische
Verunreinigungen sind, ist die Konzentration der entsprechenden chemischen Elemente
zumindest an der zweiten Druckseite, vorzugsweise in der gesamten Druckübertragungsplatte,
erfindungsgemäß unter den vorgegebenen Grenzwerten. Im Spezialfall der CMOS Kompatibilität
ist der Werkstoff der Druckübertragungsplatte vorzugsweise frei von den Legierungselementen
Au, Cu, Ag.
[0024] Eine Verringerung und/oder Einstellung einer geringen Adhäsionsfähigkeit ist erfindungsgemäß
auch, insbesondere in Kombination mit den anderen erfindungsgemäßen Maßnahmen, durch
gezielte Definierung von Luftkanälen entlang der Oberfläche, damit die Ausbildung
von Vakuum an der Kontaktfläche minimiert oder verhindert wird.
In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform weist die Ausgleichsplatte eine
raue Oberfläche für den Zugang von Gasmolekülen zwischen den Wafer und der Ausgleichsplatte
auf. Erfindungsgemäß wird damit durch eine Erzeugung einer rauen Oberfläche durch
oben genannte Methoden ein Vakuum zwischen dem Wafer und der Ausgleichsplatte verhindert.
[0025] Die zur Druckübertragungsplatte beschriebenen Merkmale sollen auch als Merkmale der
beschriebenen Verwendung als offenbart gelten und umgekehrt.
[0026] Als eigenständige Erfindung wird auch eine Verwendung der vorbeschriebenen Druckübertragungsplatte
zum Bonden, insbesondere Thermokompressionsbonden, offenbart.
[0027] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnungen; diese
zeigen jeweils in schematischer Ansicht:
- Figur 1
- eine schematische Querschnittsansicht einer Bondvorrichtung unter Verwendung einer
erfindungsgemäßen Druckübertragungsplatte,
- Figur 2a
- eine Aufsicht auf eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Druckübertragungsplatte,
- Figur 2b
- eine schematische Querschnittsansicht der ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Druckübertragungsplatte,
- Figur 3a
- eine Aufsicht auf eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Druckübertragungsplatte
und
- Figur 3b
- eine schematische Querschnittsansicht der zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Druckübertragungsplatte.
[0028] In den Figuren sind Vorteile und Merkmale der Erfindung mit diese jeweils identifizierenden
Bezugszeichen gemäß Ausführungsformen der Erfindung gekennzeichnet, wobei Bauteile
beziehungsweise Merkmale mit gleicher oder gleichwirkender Funktion mit identischen
Bezugszeichen gekennzeichnet sind.
[0029] In den Figuren sind die erfindungsgemäßen Merkmale nicht maßstabsgetreu dargestellt,
um die Funktion der einzelnen Merkmale überhaupt darstellen zu können. Auch die Verhältnisse
der einzelnen Bauteile sind teilweise unverhältnismäßig.
[0030] Figur 1 zeigt eine Bondvorrichtung zum Bonden eines ersten Wafers 5 mit einem zweiten
Wafer 6, die zu diesem Zweck auf einer Aufnahmeeinrichtung, hier ein Chuck 7, aufgenommen
und insbesondere durch Vakuumbahnen, Klemmen etc. fixiert sind.
[0031] Die Bondvorrichtung kann insbesondere auch eine Bondkammer aufweisen, in der die
in Figur 1 gezeigten Bauteile aufgenommen oder aufnehmbar sind und in der eine definierte
Atmosphäre, insbesondere hohe Temperaturen und hohe Drücke oder Unterdruck (Vakuum),
hergestellt werden kann.
[0032] Oberhalb des Waferpaares aus dem ersten Wafer 5 und dem zweiten Wafer 6 ist eine
Druckbeaufschlagungseinrichtung 1 angeordnet, die gegenüber dem Waferpaar ausrichtbar
ist und mit der ein Bonddruck oder eine Bondkraft auf das Waferpaar aufgebracht werden
kann. Entsprechende Steuereinrichtungen zur gegenüberliegenden Ausrichtung und gleichmäßiger
Druckbeaufschlagung sind dem Fachmann bekannt.
[0033] An der dem Waferpaar zugewandten Seite 1o der Druckbeaufschlagungseinrichtung 1 wird
durch Fixiermittel 2 eine, insbesondere als Graphitplatte ausgebildete, Ausgleichsplatte
3 an der Druckbeaufschlagungseinrichtung 1 fixiert. Die Ausgleichsplatte 3 dient dazu,
Unebenheiten der Wafer 5, 6 beziehungsweise des Waferpaares auszugleichen. An der
von der Druckbeaufschlagungseinrichtung 1 abgewandten Seite 3o der Ausgleichsplatte
3 wird, insbesondere ebenfalls durch die Fixiermittel 2, eine erfindungsgemäße Druckübertragungsplatte
4 fixiert. Die Druckübertragungsplatte weist eine erste Druckseite 4d auf, mit der
sie in Kontakt zu der Seite 3o steht. Weiterhin weist die Druckübertragungsplatte
4 eine von der ersten Druckseite 4d abgewandte zweite Druckseite 4o zur Kontaktierung
des Waferpaars, hier des Wafers 5 an dessen Oberfläche 5o, auf.
[0034] Bei der gezeigten Ausführungsform weisen die Ausgleichsplatte 3 und die Druckübertragungsplatte
4 an ihrem Seitenumfang im wesentlichen identische Abmessungen auf, die im wesentlichen
mit den Abmessungen der Wafer 5, 6 übereinstimmen, diese allenfalls geringfügig überragen
oder unterschreiten.
[0035] Die Fixiermittel 2 fixieren die Ausgleichsplatte 3 und die Druckübertragungsplatte
4 von deren Seitenumfang her, wobei auch eine Klemmung am Seitenrand der zweiten Druckseite
4o denkbar ist.
[0036] Der Bereich der zweiten Druckseite 4o, der mit dem Wafer 5 in Kontakt tritt, ist
die wirksame Kontaktfläche 4k, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel im Wesentlichen
mit der zweiten Druckseite 4o übereinstimmt.
[0037] Bevorzugt weisen erfindungsgemäße Druckübertragungsplatten 4, 4' Durchmesser von
4 Zoll, 6 Zoll, 8 Zoll, 12 Zoll oder 18 Zoll auf, damit diese mit den gängigen Industriemaßen
von Wafern korrespondieren. Auch beliebig andere Durchmesser sind denkbar.
[0038] In der in Figur 2a gezeigten Ausführungsform der Druckübertragungsplatte 4, die im
Querschnitt in Figur 2b gemäß Vergrößerung A aus Figur 1 vergrößert dargestellt ist,
ist diese als Gitternetz ausgebildet. Die Antihaftwirkung beziehungsweise geringe
Adhäsionskraft wird durch eine sehr geringe, aber endliche Maschenweite M hervorgerufen.
Die Maschenweite M ist gering genug um eine homogene Druckverteilung der Ausgleichsplatte
3 bestmöglich an die Oberfläche 5o des Wafers 5 weiterzuleiten. Durch die gezeigte
Ausführungsform wird die absolute Kontaktfläche zwischen der Druckübertragungsplatte
4 und dem Wafer 5 beziehungsweise die wirksame Kontaktfläche 4k verringert, so dass
die Adhäsionswirkung der Druckübertragungsplatte 4 gegenüber dem Wafer 5 minimiert
wird und durch entsprechende Materialwahl so klein wird, dass ein Anhaften des Waferpaares
an der Druckübertragungsplatte 4 nicht mehr erfolgt.
[0039] In der in Figur 3a und 3b gezeigten Ausführungsform der Druckübertragungsplatte 4',
insbesondere als Blech oder Folie ausgebildet, weist die zweite Druckseite 4o' eine
hohe Oberflächenrauigkeit auf. Die Oberflächenrauigkeit kann insbesondere nasschemisch
hergestellt werden. Durch den gezielten Einsatz von Säure wird die Oberfläche 4o'
erodiert. Insbesondere anschließend oder ausschließlich kann durch Kugelstrahlen,
Sandstrahlen, Schleifen und/oder Polieren mit entsprechend großen Körnungen eine dezidierte
Oberflächenrauigkeit hergestellt werden.
[0040] Im Zusammenwirken der Druckübertragungsplatte 4' mit der Ausgleichsplatte 3 wird
trotzdem eine gute Druckverteilung und homogene Bondkraftbeaufschlagung ermöglicht.
[0041] Dabei ist die Druckübertragungsplatte 4' elastisch genug, um sich an Unebenheiten
der darüber liegenden Ausgleichsplatte 3 und/oder des mit Bondkraft zu beaufschlagenden
Wafers 5 anzupassen.
[0042] Als Material für erfindungsgemäße Druckübertragungsplatten 4, 4' kommen insbesondere
Stähle und/oder Refraktärmetalle, insbesondere deren Legierungen, zum Einsatz. Vorzugsweise
werden warmfeste Stähle verwendet.
[0043] Die Druckübertragungsplatten 4, 4' weisen eine Dicke d auf, um eine ausreichende
Biegesteifigkeit zur Fixierung von deren Seite her, nämlich über die Fixiermittel
2, zu ermöglichen. Die Fixiermittel 2 weisen insbesondere Fixierelemente auf, die
am Umfang der Druckübertragungsplatte 4, 4' verteilt angeordnet sind.
[0044] Als Fixiermittel kommt auch eine direkte Verbindung mit der Ausgleichsplatte 3 in
Frage, insbesondere durch Hochtemperaturkleber und/oder Einbetten des Materials der
Druckübertragungsplatte 4, 4' in eine Graphitmatrix der Ausgleichsplatte 3. Gemäß
einer weiteren Ausführungsform wird das Gitternetz gemäß Ausführungsform der Figuren
2a und 2b und die Graphitschicht 3 einen, in Druckrichtung betrachteten, Seriellverbund,
insbesondere durch Einbetten des, insbesondere metallischen, Gitternetzes in die weichere
Graphitschicht 3.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1
- Druckbeaufschlagungseinrichtung
- 1o
- Seite
- 2
- Fixiermittel
- 3
- Ausgleichsplatte
- 3o
- Seite
- 4, 4'
- Druckübertragungsplatte
- 4o, 4o'
- Zweite Druckseite
- 4d
- Erste Druckseite
- 4k
- Kontaktfläche
- 5
- Erster Wafer
- 5o
- Oberfläche
- 6
- Zweiter Wafer
- 7
- Chuck
- d
- Dicke
- M
- Maschenweite
- M'
- Oberflächenrauhigkeit
1. Druckübertragungsplatte (4, 4') zur Druckübertragung eines Bondingdrucks beim Thermokompressionsbonden,
von einer Druckbeaufschlagungseinrichtung (1) auf einen Wafer (5) mit:
- einer ersten Druckseite (4d) zur Kontaktierung der Druckbeaufschlagungseinrichtung
(1),
- einer von der ersten Druckseite (4d) abgewandten zweiten Druckseite (4o, 4o') mit
einer wirksamen Kontaktfläche (4k) zur Kontaktierung und Druckbeaufschlagung des Wafers
(5), wobei zumindest die wirksame Kontaktfläche (4k) eine geringe Adhäsionsfähigkeit
gegenüber dem Wafer (5) aufweist, wobei die Druckübertragungsplatte (4, 4') als Gitternetz
ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckübertragungsplatte (4, 4') eine Dicke d kleiner 15mm und größer 1mm aufweist,
wobei das Material der Druckübertragungsplatte (4, 4') eine Druckfestigkeit größer
500 MPa aufweist.
2. Druckübertragungsplatte gemäß Patentanspruch 1, bei der die Adhäsionsfähigkeit definiert
ist durch eine Oberflächenenergie kleiner 0,1 J/m2, insbesondere kleiner 0,01 J/m2, vorzugsweise kleiner 0,001 J/m2, noch bevorzugter kleiner 0,0001 J/m2, idealerweise kleiner 0,00001 J/m2.
3. Druckübertragungsplatte nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, bei der die
Adhäsionsfähigkeit der Kontaktfläche (4k) mit einem Kontaktwinkel größer 20°, insbesondere
größer 50°, vorzugsweise größer 90°, noch bevorzugter größer 150° definiert ist,
4. Druckübertragungsplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Gitternetz
eine Maschenweite M kleiner 2mm, bevorzugt kleiner 1mm, bevorzugter kleiner 0.5mm,
noch bevorzugter kleiner 0.1mm, am bevorzugtesten kleiner 0.01mm aufweist.
5. Druckübertragungsplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Druckübertragungsplatte
(4, 4') aus einem Material gebildet ist, das bis mindestens 400°C, insbesondere bis
mindestens 800°C, vorzugsweise bis mindestens 1200°C, noch bevorzugter bis mindestens
2000°C, noch bevorzugter bis mindestens 3000°C, thermodynamisch stabil ist.
6. Druckübertragungsplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der zumindest
die zweite Druckseite (4o, 4o'), vorzugsweise die gesamte Druckübertragungsplatte
(4, 4'), aus einem Material gebildet ist, das gegenüber dem Wafer (5) bei den gegebenen
Bedingungen inert ist und oder nicht mit dem Wafermaterial reagiert und/oder nicht
gegenüber dem Wafermaterial löslich ist,
7. Verwendung einer Druckübertragungsplatte (4, 4') gemäß einem der vorhergehenden Patentansprüche
beim Thermokompressionsbonden.
1. A pressure transfer disk (4, 4') for transfer of a bonding pressure in thermocompression
bonding from a pressurization apparatus (1) to a wafer (5) with the following:
- a first pressure side (4d) for making contact with the pressurization apparatus
(1),
- a second pressure side (4o, 4o') facing away from the first pressure side (4d) with
an effective contact area (4k) for making contact with the wafer (5) and pressurizing
it, at least the effective contact area (4k) having a low adhesiveness relative to
the wafer (5), characterized in that the pressure transfer disk (4, 4') is made as a lattice network, wherein the pressure
transfer disk (4, 4') has a thickness d less than 15mm and greater than 1mm, wherein
the material of the pressure transfer disk (4, 4') has a compressive strength greater
than 500 MPa.
2. The pressure transfer disk as claimed in Claim 1, wherein the adhesiveness is defined
by a surface energy of less than 0.1 J/m2, especially less than 0.01 J/m2, preferably less than 0.001 J/m2, even more preferably less than 0.0001 J/m2, ideally less than 0.00001 J/m2.
3. The pressure transfer disk as claimed in one of the preceding claims, wherein the
adhesiveness of the contact area (4k) is defined with a contact angle greater than
20°, especially greater than 50°, preferably greater than 90°, even more preferably
greater than 150°.
4. The pressure transfer disk as claimed in one of the preceding claims, wherein the
lattice network has a mesh width M less than 2 mm, preferably less than 1 mm, more
preferably less than 0.5 mm, even more preferably less than 0.1 mm, most preferably
less than 0.01 mm.
5. The pressure transfer disk as claimed in one of the preceding claims, wherein the
pressure transfer disk (4, 4') is formed from a material which is thermodynamically
stable up to at least 400°C, especially up to at least 800°C, preferably up to at
least 1200°C, even more preferably up to at least 2000°C, still more preferably up
to at least 3000°C.
6. The pressure transfer disk as claimed in one of the preceding claims, wherein at least
the second pressure side (4o, 4o'), preferably the entire pressure transfer disk (4,
4'), is formed from a material which is inert relative to the wafer (5) under given
conditions and/or does not react with the wafer material and/or is not soluble relative
to the wafer material.
7. An application of a pressure transfer disk (4, 4') as claimed in one of the preceding
claims during thermocompression bonding.
1. Plaque de transfert de pression (4, 4') pour le transfert de pression d'une pression
de collage dans le collage par thermocompression, d'un dispositif d'application de
pression (1) sur une tranche (5) comprenant :
- une première face de compression (4d) pour la mise en contact du dispositif d'application
de pression (1),
- une seconde face de compression (4o, 4o') détournée de la première face de compression
(4d) avec une surface de contact active (4k) pour la mise en contact et l'application
de compression sur la tranche (5), dans laquelle au moins la surface de contact active
(4k) présente une capacité d'adhérence faible par rapport à la tranche (5), dans laquelle
la plaque de transfert de pression (4, 4') est formée en tant que quadrillage,
caractérisé en ce que la plaque de transfert de pression (4, 4') présente une épaisseur d inférieure à
15mm et supérieure à 1mm, dans laquelle le matériau de la plaque de transfert de pression
(4, 4') présente une résistance à la pression supérieure à 500 MPa.
2. Plaque de transfert de pression selon la revendication 1, dans laquelle la capacité
d'adhérence est définie par une énergie de surface inférieure à 0,1 J/m2, en particulier inférieure à 0,01 J/m2, de préférence inférieure à 0,001 J/m2, plus encore de préférence inférieure à 0,0001 J/m2, idéalement inférieure à 0,00001 J/m2.
3. Plaque de transfert de pression selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle
la capacité d'adhérence de la surface de contact (4k) est définie par un angle de
contact supérieur à 20°, en particulier supérieur à 50°, de préférence supérieur à
90°, plus encore de préférence supérieur à 150°.
4. Plaque de transfert de pression selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle
le quadrillage présente une largeur de maille M inférieure à 2mm, de préférence inférieure
à 1mm, encore de préférence inférieure à 0,5mm, plus encore de préférence inférieure
à 0,1mm, de la manière préférée entre toutes inférieure à 0,01 mm.
5. Plaque de transfert de pression selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle
la plaque de transfert de pression (4, 4') est formée dans un matériau qui est thermodynamiquement
stable jusqu'au moins 400°C, en particulier jusqu'au moins 800°C, de préférence jusqu'au
moins 1200°C, plus encore de préférence jusqu'au moins 2000°C, plus encore de préférence
jusqu'au moins 3000°C.
6. Plaque de transfert de pression selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle
au moins la seconde face de compression (4o, 4o'), de préférence toute la plaque de
transfert de pression (4, 4') est formée dans un matériau qui est inerte par rapport
à la tranche (5) dans les conditions données ou ne réagit par avec le matériau de
la tranche et/ou n'est pas soluble par rapport au matériau de la tranche.
7. Emploi d'une plaque de transfert de pression (4, 4') selon l'une des revendications
de brevet précédentes dans le collage par thermocompression.