[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines direktbedruckten
Dekorpaneels ohne Gegenzug. Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung ein
Dekorpaneel, welches nach einem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten wurde.
[0002] Unter dem Begriff Dekorpaneel sind im Sinne der Erfindung Wand-, Decken, oder Bodenpannele
zu verstehen, welche ein auf eine Trägerplatte aufgebrachtes Dekor aufweisen. Dekorpaneele
werden dabei in vielfältiger Weise sowohl im Bereich des Innenausbaus von Räumen,
als auch zur dekorativen Verkleidung von Bauten, beispielsweise im Messebau verwendet.
Eine der häufigsten Einsatzbereiche von Dekorpaneelen ist deren Nutzung als Fußbodenbelag.
Die Dekorpaneele weisen dabei vielfach ein Dekor auf, welches einen Naturwerkstoff
nachempfinden soll.
[0003] Beispiele für solche nachempfundenen Naturwerkstoffe sind Holzart wie z.B. Ahorn,
Eiche, Birke, Kirsche, Esche, Nussbaum, Kastanie, Wenge oder auch exotische Hölzer
wie Panga-Panga, Mahagoni, Bambus und Bubinga. Darüber hinaus werden vielfach Naturwerkstoffe
wie Steinoberflächen oder Keramikoberflächen nachempfunden.
[0004] Bisher werden solche Dekorpaneele vielfach als Laminate hergestellt, bei welchen
auf eine Trägerplatte ein mit einem gewünschten Dekor vorbedrucktes Dekorpapier aufgebracht
wird, auf welches dann wiederum ein sogenanntes Overlay aufgebracht wird. Zur Vermeidung
der Verformung der Dekorpaneele, dem sogenannten Schüsseln, durch Schrumpfungseffekte
des aufgebrachten Dekorpapiers wird nachdem auf der dem Dekorpapier gegenüberliegenden
Seite der Trägerplatte ein Gegenzugpapier aufgebracht und der erhaltene Schichtenaufbau
unter Verwendung geeigneter druck- und/oder wärmeaktivierter Klebemittel fest miteinander
verbunden. Die durch den Gegenzug auf die Trägerplatte einwirkenden Kräfte sollen
dabei den das Schüsseln verursachenden Zugkräften entgegenwirken.
[0005] Das Aufbringen des Gegenzuges bedingt dabei einen weiteren Arbeitsschritt und damit
einhergehend weitere Produktionskosten.
[0006] In Abhängigkeit des gewünschten Einsatzbereiches der Dekorpaneele können diese aus
unterschiedlichen Materialen gefertigt sein. Insbesondere kann dabei das Material
des Trägers in Abhängigkeit des Einsatzbereichs gewählt sein. So kann der Träger beispielsweise
aus einem Holzwerkstoff bestehen, sofern das Dekorpaneele keiner übermäßigen Feuchtigkeit
oder Witterungsbedingungen ausgesetzt ist. Soll das Paneel hingegen z.B. in Feuchträumen
oder im Außenbereich eingesetzt werden, kann der Träger beispielsweise aus einem Kunststoff
bestehen.
[0007] Holzwerkstoffe im Sinne der Erfindung sind dabei neben Vollholzwerkstoffen auch Materialien
wie z.B. Brettsperrholz, Brettschichtholz, Stabsperrholz, Funiersperrholz, Furnierschichtholz,
Funierstreifenholz und Biegesperrholz. Darüber hinaus sind unter Holzwerkstoffen im
Sinne der Erfindung auch Holzspanwerkstoffe wie z.B. Spanpressplatten, Strangpressplatten,
Grobspanplatten (Oriented Structural Board, OSB) und Spanstreifenholz sowie auch Holzfaserwerkstoffe
wie z.B. Holzfaserdämmplatten (HFD), mittelharte und harte Faserplatten (MB, HFH),
sowie insbesondere mitteldichte Faserplatten (MDF) und hochdichte Faserplatten (HDF)
zu verstehen. Auch moderne Holzwerkstoffe wie Holz-Polymer-Werkstoffe (Wood Plastic
Composite, WPC) - insbesondere WPC auf Basis thermoplastischer Kunststoffe wie z.B.
PVC -, Sandwichplatten aus einem leichten Kernmaterial wie Schaumstoff, Hartschaum
oder Papierwaben und einer darauf aufgebrachten Holzschicht, sowie mineralisch, z.B.
mit Zement, gebundene Holzspanplatten bilden Holzwerkstoffe im Sinne der Erfindung.
Auch Kork stellt dabei einen Holzwerkstoff im Sinne der Erfindung dar.
[0008] Kunststoffe, welche bei der Herstellung entsprechender Paneele eingesetzt werden
können, sind beispielsweise thermoplastische Kunststoffe, wie Polyvinylchlorid (PVC),
Polyolefine (beispielsweise Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyamide (PA), Polyurethane
(PU), Polystyrol (PS), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polymethylmethacrylat (PMMA),
Polycarbonat (PC), Polyethylenterephthalat (PET), Polyetheretherketon (PEEK) oder
Mischungen oder Co-Polymerisate dieser. Die Kunststoffe können übliche Füllstoffe
enthalten, beispielsweise Kalziumcarbonat (Kreide), Aluminiumoxid, Kieselgel, Quarzmehl,
Holzmehl, Gips. Auch können sie in bekannter Weise eingefärbt sein.
[0009] Unter dem Begriff "Direktdruck" wird im Sinne der Erfindung das Aufbringen eines
Dekors direkt auf den Träger eines Paneels oder auf eine auf dem Träger aufgebrachte
nicht bedruckte Faserwerkstoffschicht verstanden. Entgegen der konventionellen Verfahren,
bei welchen auf einen Träger eine zuvor mit einem gewünschten Dekor bedruckte Dekorschicht
aufgebracht wird, erfolgt beim Direktdruck das Aufdrucken des Dekors unmittelbar im
Zuge der Oberflächenbeschichtung bzw. der Paneel-Herstellung. Dabei können unterschiedliche
Drucktechniken, wie beispielsweise Flexo-Druck, Offset-Druck oder Siebdruck zum Einsatz
gelangen. Insbesondere können dabei Digitaldrucktechniken, wie beispielsweise Inkjet-Verfahren
oder Laserdruck-Verfahren eingesetzt werden.
[0010] Im Sinne der Erfindung sind unter dem Begriff Faserwerkstoffe Materialien wie z.B.
Papier und Vliese auf Basis pflanzlicher, tierische, mineralischer oder auch künstlicher
Fasern zu verstehen, ebenso wie Pappen. Beispiele sind Faserwerkstoffe aus pflanzlichen
Fasern sind neben Papieren und Vliesen aus Zellstofffasern, Platten aus Biomasse wie
Stroh, Maisstroh, Bambus, Laub, Algenextrakte, Hanf, Baumwolle oder Ölpalmenfasern.
Beispiele für tierische Faserwerkstoffe sind keratinbasierte Materialien wie z.B.
Wolle oder Rosshaar. Beispiele für mineralische Faserwerkstoffe sind aus Mineralwolle
oder Glaswolle.
[0011] Zum Schutz der aufgebrachten Dekorschicht sind in der Regeln Verschleiß- oder Deckschichten
oberhalb der Dekorschicht aufgebracht. Eine Verschleiß- und/oder Deckschicht im Sinne
der Erfindung ist eine als äußerer Abschluss aufgebrachte Schicht, welche insbesondere
die Dekorschicht vor Abnutzung oder Beschädigung durch Schmutz, Feuchtigkeitseinfluss
oder mechanische Einwirkungen, wie beispielsweise Abrieb, schützt. Die im Stand der
Technik eingesetzten Verschleiß- und/oder Deckschichten üben dabei häufig ebenfalls
einen Zugeffekt auf die Trägerplatte aus, welche durch eine entsprechende Auslegung
des Gegenzug kompensiert werden muss, um das zuvor bereits erwähnte Schüsseln des
Dekorpaneels zu verhindern.
[0012] Vielfach ist es vorgesehen, dass in solche Verschleiß- oder Deckschichten eine mit
dem Dekor übereinstimmende Oberflächenstrukturierung eingebracht ist. Unter einer
mit dem Dekor übereinstimmenden Oberflächenstrukturierung ist zu verstehen, dass die
Oberfläche des Dekorpaneels eine haptisch wahrnehmbare Struktur aufweist, welche in
ihrer Form und ihrem Muster dem aufgebrachten Dekor entspricht, um so eine möglichst
originalgetreue Nachbildung eines natürlichen Werkstoffes auch hinsichtlich der Haptik
zu erhalten.
[0013] Ein Problem, welches beim direkten Bedrucken von Dekorpaneelen auftreten kann, ist,
dass die zu bedruckende Oberfläche des Dekorpaneels keinen optimalen Druckuntergrund
darstellt, auf welchen ein entsprechendes Dekor aufgebracht werden kann. Dabei besteht
das Problem, dass ein als Druckuntergrund auf eine Trägerplatte eines Dekorpaneels
aufgebrachte Papier- oder Vliesschicht durch das zur Aufbringung verwendete Harz derart
penetriert wird, dass das zur Befestigung aufgetragene Harz auf der zur Bedruckung
vorgesehenen Seite des Papiers oder Vlies durchschlägt und dort zu Haftungsproblemen
der Druckfarbe führen kann. Zur Überwindung dieses Problem kann es vorgesehen sein,
dass Papier oder Vlies mit einer Sperrschicht zur versehen, die ein Durchschlagen
des Harzes verhindert. Eine solche Sperrschicht führt jedoch vielfach dazu, dass die
beim Druck aufgebrachte Tinte nicht oder nicht hinreichend auf das Papier oder Vlies
aufzieht, sondern auf der Oberfläche stehenbleibt, was sich nachteilig auf die Qualität
des Druckes auswirkt. Desweiteren kann es vorgesehen sein, dass das Papier oder Vlies
vor dem Aufbringen auf die Trägerplatte auf der zu bedruckenden Seite mit einer Farbaufnahmeschicht
versehen wird, auf welche dann gedruckt wird. Das so hergestellte Dekorpapier wird
dann auf die Trägerplatte aufgebracht. Bei der anschließenden Aufbringung einer Deck-
oder Verschleißschicht kann es jedoch zu Haftungsproblemen kommen, so dass der letztendliche
Laminatverbund keine ausreichende Stabilität aufweist und es z.B. zur Aufspaltung
des Laminats in der Dekorpapierschicht kommt.
[0014] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung eines
direktbedruckten Dekorpaneels anzugeben, welches frei von einem Gegenzug ist. Darüber
hinaus ist es die Aufgabe der Erfindung, ein entsprechendes gegenzugfreies Dekorpaneel
anzugeben.
[0015] Gelöst wir diese Aufgabe durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 sowie ein Dekorpaneel
gemäß Anspruch 13. Ausgestaltungen der Erfinden sich in den abhängigen Ansprüchen
sowie der weiteren Beschreibung.
[0016] Erfindungsgemäß wird somit ein Verfahren zur Herstellung eines Druckuntergrundes
zum Direktdruck auf einem Dekorpaneel vorgeschlagen, aufweisend die Verfahrensschritt:
- a) Bereitstellen eines plattenförmigen Trägers;
- b) Aufbringen einer Harzschicht auf den plattenförmigen Träger;
- c) Aufbringen einer unbedruckten Papier- oder Vliesschicht auf den plattenförmigen
Träger; und
- d) Kalandrieren des entstandenen Schichtenaufbaus bei einer Temperatur zwischen ≥
40° und ≤ 250°C;
- e) Aufbringen einer Dekorschicht auf den Druckuntergrund mittels Direktdruck; und
- f) Aufbringen eines Verschleißschutzes auf die Dekorschicht, wobei das Verfahren dadurch
gekennzeichnet ist, dass nach dem Kalandrieren eine Harzzusammensetzung aufgebracht
wird, welche zwischen ≥5 Gew.-% und ≤ 85 Gew.-%, vorzugsweise zwischen ≥10 Gew.-%
und ≤ 80 Gew.-%, noch bevorzugter zwischen ≥35 Gew.-% und ≤ 75 Gew.-% eines Feststoffes
mit einem mittleren Korndurchmesser d50 zwischen ≥0,1 µm und ≤120µm, vorzugsweise zwischen ≥1µm und ≤100µm aufweist.
[0017] Überraschender Weise hat sich gezeigt, dass die Aufbringung eines Druckuntergrundes
mit einem entsprechenden Feststoffanteil nach dem Aufkalandrieren einer unbedruckten
Papier- oder Vliesschicht geeignet ist, ein für einen anschließenden Direktdruck hervorragend
geeignete Oberfläche bereitzustellen, welche darüber hinaus eine sehr gute Haftung
zu einer anschließend aufgebrachten Deck- oder Verschleißschicht aufweist, so dass
ein unter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestelltes Laminat eine hohe
Stabilität aufweist. Der angegebene Feststoffanteil der Harzzusammensetzung bezieht
sich dabei auf die flüssige Harzzusammensetzung. Erfindungsgemäß kann es dabei insbesondere
vorgesehen sein, dass die nach dem Kalandrieren aufgetragene Harzzusammensetzung die
aufgebrachte Papier- oder Vliesschicht zumindest teilweise soweit penetriert, dass
die Harzzusammensetzung bis auf den plattenförmigen Träger bzw. die auf diesen aufgebrachte
Harzschicht durchschlägt. Darüber hat sich überraschender Weise gezeigt, dass mittels
eines solchen Herstellungsverfahrens auf die Aufbringung eines Gegenzugs zur Vermeidung
des Schüsseln der Dekorplatte verzichtet werden. Dies führt zu deutlichen ökonomischen
Vorteilen, da zum einen auf den entsprechenden Arbeitsschritt verzichtet werden kann,
zum anderen entsprechende Materialeinsparungen resultieren.
[0018] Der erfindungsgemäß bereitgestellte Druckuntergrund ist sowohl für Flexo-Druck, Offset-Druck
oder Siebdruckverfahren, als auch insbesondere für Digitaldrucktechniken, wie beispielsweise
Inkjet-Verfahren oder Laserdruck-Verfahren geeignet.
[0019] Gemäß einer Ausgestaltung des Verfahrens wird nach dem Kalandrieren der Papier- oder
Vliesschicht auf den plattenförmigen Träger eine Harzzusammensetzung aufgebracht,
welche als Feststoff wenigstens eine Verbindung der Gruppe bestehend aus Titandioxid,
Bariumsulfat, Bariumoxid, Bariumchromat, Zirconium(IV)oxid, Siliciumdioxid, Aluminiumhydroxid,
Aluminiumoxid, Eisenoxid, Eisen(III)hexacyanoferrat, Chromoxid, Cadmiumoxid, Cadmiumsulfid,
Cadmiumselenit, Cobaldoxid, Cobaldphosphat, Cobaldaluminat, Vanadiumoxid, Bismutvanadiumoxid,
Zinnoxid, Kupferoxid, Kupfersulfat, Kupfercarbonat, Bleiantimonat, Bleichromat, Bleioxid,
Bleicarbonat, Calciumcarbonat, Calciumsulfat, Calciumaluminiatsulfat, Zinkoxid, Zinksulfid,
Arsensulfid, Quecksilbersulfid, Ruß, Graphit, oder Mischungen dieser aufweist. Durch
die Verwendung solcher Feststoffe kann insbesondere ein farbiger Druckuntergrund bereitgestellt
werden, dessen Farbgebung eine den Dekordruck unterstützende Eigenschaft aufweist.
So kann beispielsweise bei einer Dekorgestaltung, welche eine dunkle Holzart repräsentieren
soll ein Druckuntergrund mit einem braunen oder bräunlichen Grundton aufgebracht werden,
während bei einer Dekorgestaltung, welche eine helle Holzart oder einen hellen Stein
repräsentieren soll ein Druckuntergrund mit einem gelben oder weißen Grundton aufgebracht
werden.
[0020] Insbesondere kann es dabei erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass nach dem Kalandrieren
eine Harzzusammensetzung aufgebracht wird, welche wenigstens ein organisches oder
anorganisches Pigment ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Berlinerblau, Brillantgelb,
Cadmiumgelb, Cadmiumrot, Chromoxidgrün, Cobaltblau, Cobaltcölinblau, Cobaltviolett,
Irgazinrot, Eisenoxidschwarz, Manganviolett, Phthalocyaninblau, Terra di Siena, Titanweiß,
Ultramarinblau, Ultramarinrot, Umbra, Kaolin, Zirkonium-Silicat-Pigmente, Monoazogelb
und Monoazoorange, Thioindigo, beta-Naphthol-Pigmente, Naphthol AS-Pigmente, Pyrazolon-Pigmente,
N-Acetessigsäureanilid-Pigmente, Azometallkomplex-Pigmente, Diaryl-Gelb-Pigmente,
Chinacridon-Pigmente, Diketopyrrolo-pyrrol-Pigmente (DPP), Dioxazin-Pigmente, Perylen-Pigmente,
Isoindolinon-Pigmente, Kupfer-Phthalocyanin-Pigmente und Mischungen dieser aufweist.
[0021] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens kann es vorgesehen sein, dass nach
dem Kalandrieren eine Harzzusammensetzung aufgebracht wird, welche als Harzkomponente
wenigstens eine Verbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Melaminharz, Formaldehydharz,
Harnstoffharz, Phenolharz, Epoxidharz, ungesättigtes Polyesterharz, Diallylphthalat
oder Mischungen dieser aufweist. Es hat sich überraschender Weise gezeigt, dass bei
der Verwendung einer entsprechenden Harzkomponente in Kombination mit dem Feststoffanteil
in der Harzzusammensetzung ein Druckuntergrund bereitgestellt werden kann, welcher
eine deutlich verbesserte Haftung einer abschließend aufgebrachten Deck- und/oder
Verschleißschicht ermöglicht, was zu einer verbesserten Stabilität des Laminates führt.
Die Harzzusammensetzung kann dabei beispielsweise einen Harzanteil zwischen ≥15 Gew.-%
und ≤95 Gew.-%, vorzugsweise zwischen ≥20 Gew.-% und ≤90 Gew.-%, noch bevorzugter
zwischen ≥25 Gew.-% und ≤65 Gew.-% aufweisen.
[0022] Desweiteren kann es in einer Ausgestaltung des Verfahrens vorgesehen sein, dass nach
dem Kalandrieren eine Harzzusammensetzung aufgebracht wird, welche einen Härter aufweist,
wobei der Härter in der Harzzusammensetzung beispielsweise in einer Konzentration
zwischen ≥0,05 Gew.-% und ≤3,0 Gew.-%, vorzugsweise ≥0,15 Gew.-% und ≤2,0 Gew.-%,
noch bevorzugter zwischen ≥0,5 Gew.-% und ≤2,0 Gew.-% enthalten ist. Das Vorsehen
eines Härters in der Harzzusammensetzung erlaubt es, das Abbinde- bzw. Aushärteverhalten
der Harzzusammensetzung in Abhängigkeit zum auf den plattenförmigen Träger aufgebrachten
Papier zu optimieren.
[0023] Gemäß einer Ausgestaltung des Verfahrens kann der Härter dabei beispielsweise eine
Lösung organischer Salze seine. Bevorzugt weist der Härter dabei einen sauren pH-Wert,
vorzugsweise zwischen ≥ pH 0,5 und < pH 7, vorzugsweise > pH 0,5 und ≤ pH 6 auf.
[0024] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird als Härter ein sogenannter
latenter Härter eingesetzt. Latente Härter zeichnen sich dadurch aus, dass nach ihrem
Zusatz zum Harz einerseits eine ausreichende Verarbeitungszeit bei Zimmertemperatur,
andererseits eine möglichst kurze Härtungszeit bei den anschließenden Verarbeitungstemperaturen
erzielt wird. Die Wirkung der latenten Härter beruht darauf, dass sie bei gewöhnlicher
Temperatur unwirksam sind und erst bei erhöhter Wärme oder aufgrund einer chemischen
Reaktion eine Säure freisetzen, die den Härtungsvorgang beschleunigt. Beispiele für
latente Härter sind unter anderem Alkyl- oder Alkanolaminsalze der schwefeligen Säure,
Amidosulfonsäure, 3-Chlor-1,2-propandiol, p-Toluolsulfonsäure, Morpholin, Ammoniumsulfat,
Ammoniumchlorid, Ammoniumsulfit, Ammoniumnitrat, Ethanolaminhydrochlorid, Dimethylethanolammoniumsulfit,
oder Diethanolammoniumsulfamat.
[0025] Insbesondere kann es sich bei dem Härter um eine wässrige, bevorzugt nichtionogene
Lösung handeln. Ein Beispiel für einen geeigneten Härter ist MH-180 B (Melatec AG,
Schweiz).
[0026] Die Harzzusammensetzung kann nach dem Kalandrieren beispielsweise mit einer Auftragsmenge
zwischen ≥5 g/m
2 und ≤200 g/m
2, vorzugsweise ≥10 g/m
3 und ≤120 g/m
2 aufgetragen werden. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann die Harzzusammensetzung
dabei auch in wenigstens zwei Auftragungsstufen aufgetragen wird.
[0027] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens kann es insbesondere vorgesehen
sein, dass nach dem Kalandrieren eine Harzzusammensetzung mit einer Viskosität, die
einer Auslaufzeit zwischen ≥7 s und ≤200 s, ≥10 s und ≤120 s vorzugsweise aus einem
Normauslaufbecher entspricht, aufgetragen wird. Die Viskosität ist bei gemäß DIN 53211
mittels eines Auslaufbechers mit einer Auslaufdüsenweite von 4mm bestimmt. Dabei kann
es in einer Ausgestaltung der Erfindung bevorzugt vorgesehen sein, dass die Harzzusammensetzung
in wenigstens zwei Auftragungsstufen aufgetragen wird, wobei die Harzzusammensetzung
in den verschiedenen Auftragsstufen eine unterschiedliche Viskosität bzw. Auslaufzeit
aufweist. Dabei ist es bevorzugt, dass die Harzzusammensetzung in einer ersten Auftragsstufe
eine geringere Viskosität aufweist als die Harzzusammensetzung in einer zweiten Auftragsstufe.
[0028] Nach dem Auftrag der Harzzusammensetzung im Anschluss an das Kalandrien folgt bevorzugt
ein Trocknungsschritt, bei welchem die anschließend zu bedruckende Oberfläche zumindest
teilweise getrocknet wird. Dazu kann es vorgesehen sein, dass auf der Oberfläche,
auf welche die Harzzusammensetzung aufgetragen wurde, eine Oberflächentemperatur zwischen
≥75°C und ≤125 °C, vorzugsweise zwischen ≥80°C und ≤110 °C, insbesondere zwischen
≥90°C und ≤100 °C erzeugt wird. Zur Erzeugung einer entsprechenden Oberflächentemperatur
sind beispielsweise IR-Strahler, NIR-Strahler, Düsentrockner oder vergleichbare Einrichtungen
geeignet. Die genannte Oberflächentemperatur wird dabei bevorzugt für einen Zeitraum
zwischen ≥1 s und ≤600 s, vorzugsweise zwischen ≥5s und ≤400s, noch bevorzugter zwischen
≥10 s und ≤300 s eingestellt.
[0029] Die nach dem Kalandrieren aufgebrachte Harzzusammensetzung kann neben den zuvor genannten
Bestandteilen weiter Bestandteile bzw. Additive wie beispielsweise Rheologiemittel
zur Einstellung der Viskosität, Wasser, Fließverbesserer, Konservierungsmittel, Tenside,
Schaumverhinderer oder dergleichen enthalten.
[0030] In dem erfindungsgemäßen Verfahren kann sowohl der Auftrag einer Harzzusammensetzung
auf den plattenförmigen Träger, als auch der Auftrag einer Harzzusammensetzung auf
das auf den plattenförmigen Träger aufgebrachte Papier oder Vlies nach dem Kalandrien
mittels Auftragswalzen, einer Sprüheinrichtung, Rakeln, Blade-Coating, Luftbürsten,
Gussstricheinrichtungen, Schlitzdüsen, Gießvorhang oder anderer geeigneter Vorrichtungen
erfolgen.
[0031] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird vor dem Aufbringen
der Harzschicht in Schritt b) ein Härter auf den plattenförmigen Träger aufgebracht.
Dabei wird weiter bevorzugt ein saurer Härter, beispielsweise mit einem pH-Wert zwischen
≥ pH 0,5 und < pH 7, bevorzugt > pH 0,5 und ≤ pH 6 auf den plattenförmigen Träger
aufgebracht. Der Härter ist reaktive gegenüber bzw. nimmt Einfluss auf die Aushärtungsreaktion
der im Anschluss aufzubringenden Harzzusammensetzung, mit welcher eine Papier- oder
Vliesschicht auf dem plattenförmigen Träger befestigt werden soll.
[0032] Weiter kann es vorgesehen sein, dass nach dem Auftrag des Härters auf den plattenförmigen
Träger eine Wärmebehandlung erfolgt, durch welcher die Temperatur der Oberfläche des
plattenförmigen Trägers erhöht wird, vorzugsweise auf eine Temperatur zwischen ≥35°C
und ≤90°C. Eine solche Wärmebehandlung kann beispielsweise mittel IR-Strahlern oder
auch NIR-Strahlern (Nah-Infrarot) erfolgen.
[0033] Zur Aufbringung der Harzschicht in Schritt b) kann es vorzugsweise vorgesehen sein,
dass eine Harzzusammensetzung aufgebracht wird, welche als Harzkomponente wenigstens
eine Verbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Melaminharz, Formaldehydharz,
Harnstoffharz, Phenolharz, Epoxidharz, ungesättigtes Polyesterharz, Diallylphthalat
oder Mischungen dieser aufweist. Dabei kann die Harzzusammensetzung beispielsweise
in einer Auftragsmenge zwischen ≥5g/m
2 und ≤50g/m
2, vorzugsweise ≥10g/m
2 und ≤40g/m
2 aufgetragen werden. Besonders bevorzugt wird die Auftragsmenge der Harzzusammensetzung
dabei so gewählt, dass das im anschließenden Schritt c) aufgebrachte Papier oder Vlies
nicht vollständig mit der Harzzusammensetzung durchtränkt wird. Dazu kann es beispielsweise
auch vorgesehen sein, dass die Harzzusammensetzung in Schritt b) mit einer kinematischen
Viskosität, die einer Auslaufzeit zwischen ≥ 10s und ≤ 40s aus einem Norm-Auslaufbecher
(gemessen gemäß DIN 53211) entspricht, aufgetragen wird.
[0034] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens wird in Schritt c) ein Papier oder
Vlies mit einer Grammatur zwischen ≥30 g/m
2 und ≤80 g/m
2, vorzugsweise zwischen ≥40 g/m
2 und ≤70 g/m
2 auf den plattenförmigen Träger aufgebracht.
[0035] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird auf der der Dekorseite
gegenüberliegenden Seite ein Gegenzug aufgebracht. Dabei ist es insbesondere Bevorzugt,
dass der Gegenzug in einem gemeinsamen Kalandrierschritt mit den Papier oder Vlies
auf der Dekorseite aufgebracht wird.
[0036] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass ein Gegenzug
erst nach dem aufbringen des Dekorbildes auf die der Dekorschicht gegenüberliegenden
Seite des plattenförmigen Trägers aufgebracht wird. Dabei kann es insbesondere vorgesehen
sein, dass der Gegenzug in einem gemeinsamen Arbeitsschritt mit der Aufbringung eines
Overlays als Deck- und/oder Verschleißschicht aufgebracht wird.
[0037] Nach der Aufbringung des Druckuntergrundes auf die Dekorseite kann ein Dekor mittels
geeigneter Druckverfahren aufgebracht werden, wobei Flexo-Druck, Offset-Druck oder
Siebdruckverfahren, als auch insbesondere Digitaldrucktechniken, wie beispielsweise
Inkjet-Verfahren oder Laserdruck-Verfahren geeignet.
[0038] Bevorzugt wird zur Aufbringung der Dekorschicht mittels Direktdruckverfahren eine
strahlungshärtbare Farbe und/oder Tinte eingesetzt. Strahlungshärtbar bedeutet dabei
im Sinne der Erfindung, dass die Farbe und/oder Tinte mit elektromagnetischer Strahlung,
wie z.B. UV-Strahlung oder Elektronenstrahlung gehärtet wird. Dabei kann es insbesondere
vorgesehen sein, dass die Farbe und/oder Tinte entsprechende strahlungs- bzw. photoinduziert
polymerisierende Bestandteile aufweist. Beispiele für geeignete Bestandteile sind
Acrylate, Epoxide oder cyclische Amine, wie z.B. Ethylenimin.
[0039] Zum Schutz der aufgebrachten Dekorschicht kann eine Verschleiß- oder Deckschicht
oberhalb der Dekorschicht in einem nachfolgenden Verfahrensschritt aufgebracht werden,
welche insbesondere die Dekorschicht vor Abnutzung oder Beschädigung durch Schmutz,
Feuchtigkeitseinfluss oder mechanische Einwirkungen, wie beispielsweise Abrieb, schützt.
Dabei kann es vorgesehen sein, dass die Verschleißschicht Hartstoffe wie beispielsweise
Titannitrid, Titancarbid, Siliciumnitrid, Siliciumcarbid, Borcarbid, Wolframcarbid,
Tantalcarbid, Aluminiumoxid (Korund), Zirconiumoxid oder Mischungen dieser aufweist,
um die Verschleißfestigkeit der Schicht zu erhöhen. Dabei kann es vorgesehen sein,
dass der Hartstoff in einer Menge zwischen 5 Gew.-% und 40 Gew.-%, vorzugsweise zwischen
15 Gew.-% und 25 Gew.-% in der Verschleißschichtzusammensetzung enthalten ist. Vorzugsweise
weist der Hartstoff dabei einen mittleren Korndurchmesser zwischen 10µm und 250µm,
weiter vorzugsweise zwischen 10µm und 100µm auf. Hierdurch wird vorteilhafter Weise
erreicht, dass die Verschleißschichtzusammensetzung eine stabile Dispersion ausbildet
und eine Entmischung bzw. ein Absetzten des Hartstoffes in der Verschleißschichtzusammensetzung
vermieden werden kann. Zur Ausbildung einer entsprechenden Verschleißschicht ist es
in einer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die Hartstoff enthaltende und
strahlungshärtbare Zusammensetzung in einer Konzentration zwischen 10g/m
2 und 300g/m
2, vorzugsweise zwischen 50g/m
2 und 250g/m
2 aufgetragen wird. Dabei kann die Auftragung beispielsweise mittels Walzen, wie Gummiwalzen
oder mittels Gießvorrichtungen aufgetragen werden. In einer weiteren Ausgestaltung
der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass der Hartstoff zum Zeitpunkt des Auftrages
der Verschleißschichtzusammensetzung nicht in der Zusammensetzung enthalten ist, sondern
als Partikel auf die aufgetragenen Verschleißschichtzusammensetzung aufgestreut wird
und diese im Anschluss gehärtet wird.
[0040] Desweiteren kann es vorgesehen, dass in die Verschleiß- oder Deckschicht eine mit
dem Dekor übereinstimmende Oberflächenstrukturierung eingebracht wird. Dabei kann
es vorgesehen sein, dass die Trägerplatte bereits eine Strukturierung aufweist und
eine Ausrichtung eines Druckwerkzeuges zur Aufbringung des Dekors und der Trägerplatte
zueinander in Abhängigkeit mittels der mittels optischer Verfahren erfassten Strukturierung
der Trägerplatte erfolgt. Zur Ausrichtung des Druckwerkzeuges und der Trägerplatte
zueinander kann es dabei vorgesehen sein, dass eine zur Ausrichtung notwendige Relativbewegung
zwischen Druckwerkzeug und Trägerplatte zueinander durch eine Verschiebung der Trägerplatte
oder durch eine Verschiebung des Druckwerkzeugs erfolgt. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung
der Erfindung ist es vorgesehen, dass eine Strukturierung der Dekorpaneele nach dem
Auftrag der Deck- und/oder Verschleißschicht erfolgt. Hierzu kann es bevorzugt vorgesehen
sein, dass als Deck- und/oder Verschleißschicht eine härtbare Zusammensetzung aufgetragen
wird und ein Aushärtungsprozess nur in dem Maße erfolgt, dass lediglich eine Teilhärtung
der Deck- und/oder Verschleißschicht erfolgt. In die so teilgehärtete Schicht wird
mittels geeigneter Werkzeuge, wie beispielsweise einer Hartmetall-Strukturwalz oder
eines Stempels, eine gewünschte Oberflächenstruktur eingeprägt. Dabei erfolgt die
Prägung in Übereinstimmung mit dem aufgebrachten Dekor. Zur Gewährleistung einer hinreichenden
Übereinstimmung der einzubringenden Struktur mit dem Dekor kann es vorgesehen sein,
dass die Trägerplatte und das Prägewerkzeug durch entsprechende Relativbewegungen
zueinander ausgerichtet werden. Im Anschluss an die Einbringung der gewünschten Struktur
in die teilgehärtete Deck- und/oder Verschleißschicht erfolgt eine weitere Härtung
der nun strukturierten Deck- und/oder Verschleißschicht.
[0041] Darüber hinaus kann es vorgesehen sein, dass die Verschleiß- und/oder Deckschicht
als strahlungshärtebare oder zumindest teilweise strahlungshärtebare Zusammensetzung,
beispielsweise auf Basis einen Acrylat-Lackes, eines Epoxid-Lackes, oder eines Urethanacrylates
aufgetragen wird. Dabei kann es insbesondere bevorzugt sein, dass die Zusammensetzung
nach dem Auftrag auf die Dekorschicht in einem ersten Schritt strahlungsinduziert
nur teilweise gehärtet wird und in teilgehärtete Schicht in der zuvor beschriebenen
Weise eine mit dem Dekor übereinstimmende Oberflächenstrukturierung eingebracht wird.
[0042] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann die Deck- und/oder Verschleißschicht
Mittel zur Verringerung der statischen (elektrostatischen) Aufladung des letztendlichen
Laminates aufweisen. Beispielsweise kann es dazu vorgesehen sein, dass die Deck- und/oder
Verschleißschicht Verbindungen wie z.B. Cholinchlorid aufweist. Das Antistatikmittel
kann dabei beispielsweise in einer Konzentration zwischen ≥0,1 Gew.-% und ≤40,0 Gew.-%,
bevorzugt zwischen ≥1,0 Gew.-% und ≤30,0 Gew.-% in der Deck- und/oder Zusammensetzung
zur Ausbildung Verschleißschicht enthalten sein.
[0043] In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann es vorgesehen
sein, dass die Strukturierung im Zuge des Druckverfahrens erzeugt wird. Hierzu kann
es beispielsweise vorgesehen sein, dass ein mehrfacher Farbauftrag in der Weise erfolgt,
dass über den Druckuntergrund erhabene Bereiche entstehen, welche eine gewünschte
dreidimensionale Struktur ergeben. Auf die so erzeugte Struktur kann dann eine Verschleiß-
und/oder Deckschicht aufgebracht werden.
[0044] Darüber hinaus wird mit der vorliegenden Erfindung ein direkt bedrucktes Dekorpaneel
vorgeschlagen, aufweisend einen plattenförmigen Träger, eine auf den plattenförmigen
Träger aufgebrachte Harzschicht, eine Schicht aus einen nicht imprägnierten und unbedruckten
Papier oder Vlies, ein auf die Papier- oder Vliesschicht aufgebrachten Druckuntergrund,
eine auf den Druckuntergrund aufgebrachte Farbschicht und eine zumindest auf die Farbschicht
aufgebrachte Deck- und/oder Verschleißschicht, welches dadurch gekennzeichnet ist,
dass der Druckuntergrund aus einer Harzzusammensetzung gebildet ist, welche zwischen
≥5 Gew.-% und ≤85 Gew.-%, vorzugsweise zwischen ≥10 Gew.-% und ≤80 Gew.-% eines Feststoffes
mit einem mittleren Korndurchmesser d
50 zwischen ≥0, 1µm und ≤120µm aufweist, wobei die Harzzusammensetzung als Harzkomponente
wenigstens eine Verbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Melaminharz, Formaldehydharz,
Harnstoffharz, Phenolharz, Epoxidharz, ungesättigtes Polyesterharz, Diallylphthalat
oder Mischungen dieser in einer Konzentration zwischen ≥15 Gew.-% und ≤95 Gew.-%,
vorzugsweise zwischen ≥20 Gew.-% und ≤90 Gew.-% und einen Härter in einer Konzentration
zwischen ≥0,05 Gew.-% und ≤2,0 Gew.-%, vorzugsweise ≥0,15 Gew.-% und ≤1,0 Gew.-% aufweist.
[0045] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann der plattenförmige Träger zumindest
in einem Randbereich eine Profilierung aufweisen. Dabei kann es insbesondere vorgesehen
sein, dass das Dekor auch im Bereich der Profilierung aufgebracht ist, so dass die
Profilierung vor dem Aufbringen der Dekorschicht auf den plattenförmigen Träger erfolgt.
Alternativ oder Ergänzend kann eine Profilierung auch nach dem Aufbringen der Dekorschicht
erfolgen. Bei einer Profilierung im Sinne der Erfindung ist es vorgesehen, dass mittels
geeigneter materialabhebender Werkzeuge zumindest in einen Teil der Kanten des Dekorpaneels
ein dekoratives und/oder funktionales Profil eingebracht wird. Dabei ist unter einem
funktionalen Profil beispielsweise die Einbringung eines Nut- und/oder Federprofils
in eine Kante zu verstehen, um Dekorpaneele über die eingebrachten Profilierungen
miteinander verbindbar zu gestalten. Ein dekoratives Profil im Sinne der Erfindung
ist beispielsweise eine im Kantenbereich des Dekorpaneels eingebrachte Fase, um beispielsweise
zwischen zwei miteinander verbundenen Paneelen nach deren Verbindung eine Fuge zu
simulieren, wie sie beispielsweise bei sogenannten Landhausdielen auftritt.
[0046] Bei einer teilweisen Profilierung des Dekorpaneels werden nicht bereits alle in dem
letztendlichen Paneel vorzusehenden Profile eingebracht, sondern nur ein Teil der
vorzusehenden Profile, während weitere Profile in einem anschließenden Schritt eingebracht
werden. So kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass das in einem Paneel vorzusehende
dekorative Profil, wie beispielsweise eine Fase, in einem Arbeitsschritt eingebracht
wird, während das funktionale Profil, beispielsweise Nut/Feder in einem nachgelagerten
Arbeitsschritt eingebracht wird.
[0047] Durch eine Aufbringung des Dekors erst nach dem zumindest teilweisen Profilieren
des Trägers, etwa durch die vorbeschriebenen Verfahren wie beispielsweise Direktdruckverfahren,
wird ein Abtragen oder Beschädigen des Dekors im Zuge der Profilierung in vorteilhafter
Weise vermieden. Dadurch entspricht das Dekor auch in den Bereichen der Profilierung
in detailgetreuer Weise der gewünschten Imitation beispielsweise eines Naturwerkstoffes.
[0048] Fig. 1 zeigt den schematischen Aufbau einer Ausgestaltung eines Dekorpaneels gemäß
der Erfindung.
[0049] Fig. 1 zeigt den schematischen Aufbau einer Ausgestaltung eines Dekorpaneels 100
gemäß der Erfindung. Auf einen plattenförmigen Träger 110, auf welchen zunächst ein
Härter (hier nicht sichtbar) aufgebracht wurde, ist eine Harzschicht 120 angeordnet,
mit welcher eine Papier- oder Vliesschicht 130 auf dem plattenförmigen Träger 110
befestigbar ist. Auf die Papier- oder Vliesschicht 130 ist ein Druckuntergrund 140
aufgebracht. Dabei wird der Druckuntergrund 140 aus einer Harzzusammensetzung gebildet,
welche zwischen ≥5 Gew.-% und ≤85 Gew.-%, vorzugsweise zwischen ≥15 Gew.-% und ≤80
Gew.-% eines Feststoffes mit einem mittleren Korndurchmesser d
50 zwischen ≥0, 1µm und ≤120µm aufweist. Als Feststoff kann dabei wenigstens eine Verbindung
der Gruppe bestehend aus Titandioxid, Bariumsulfat, Bariumoxid, Bariumchromat, Zirconium(IV)oxid,
Siliciumdioxid, Aluminiumhydroxid, Aluminiumoxid, Eisenoxid, Eisen(III)hexacyanoferrat,
Chromoxid, Cadmiumoxid, Cadmiumsulfid, Cadmiumselenit, Cobaldoxid, Cobaldphosphat,
Cobaldaluminat, Vanadiumoxid, Bismutvanadiumoxid, Zinnoxid, Kupferoxid, Kupfersulfat,
Kupfercarbonat, Bleiantimonat, Bleichromat, Bleioxid, Bleicarbonat, Calciumcarbonat,
Calciumsulfat, Calciumaluminiatsulfat, Zinkoxid, Zinksulfid, Arsensulfid, Quecksilbersulfid,
Ruß, Graphit, oder Mischungen dieser in der Harzzusammensetzung enthalten sein. Besonders
bevorzugt enthält die Harzzusammensetzung zumindest Titandioxid als Feststoff. Der
Druckuntergrund 140 ist auf das erfindungsgemäße Dekorpaneel 100 erst im Anschluss
an einen Kalandrierschritt aufgebracht, in welchem die Papier- oder Vliesschicht 130
unter Einwirkung von Druck und/oder Wärme auf die auf den plattenförmigen Träger 110
aufgebrachte Harzschicht 120 aufgepresst wird. Dabei dringt die Harzzusammensetzung
der Harzschicht 120 bevorzugt lediglich teilweise in die Papier- oder Vliesschicht
130 ein und penetriert diese nicht vollständig. Auf den so hergestellten Druckuntergrund
ist eine Farbschicht 150 aufgebracht, welche ein Dekor ausbildet. Auf die Farbschicht
150 ist eine Deck- und/oder Verschleißschicht 160 aufgebracht. Dabei kann die Deck-
und/oder Verschleißschicht haptisch wahrnehmbare Strukturen 170 aufweisen, welche
bevorzugt mit dem durch die Farbschicht 150 ausgebildeten Dekor in der Weise übereinstimmen,
dass der Eindruck eines naturähnlichen Materials entsteht.
Bezugszeichen:
[0050]
- 100
- Dekorplatte
- 110
- plattenförmiger Träger
- 120
- Harzschicht
- 130
- Papier-/Vliesschicht
- 140
- Druckuntergrund
- 150
- Farbschicht
- 160
- Deck-/Verschleißschicht
- 170
- Struktur
1. Verfahren zur Herstellung eines Druckuntergrundes zum Direktdruck auf einem Dekorpaneel,
aufweisend die Verfahrensschritt:
a) Bereitstellen eines plattenförmigen Trägers;
b) Aufbringen einer Harzschicht auf den plattenförmigen Träger;
c) Aufbringen einer Papier- oder Vliesschicht auch den plattenförmigen Träger; und
d) Kalandrieren des entstandenen Schichtenaufbaus bei einer Temperatur zwischen ≥
40° und ≤ 250°C,
e) Aufbringen einer Dekorschicht auf den Druckuntergrund mittels Direktdruck; und
f) Aufbringen eines Verschleißschutzes auf die Dekorschicht,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Kalandrieren eine Harzzusammensetzung aufgebracht wird, welche zwischen
≥5 Gew.-% und ≤85 Gew.-%, vorzugsweise zwischen ≥10 Gew.-% und ≤80 Gew.-% eines Feststoffes
mit einem mittleren Korndurchmesser d50 zwischen ≥0,1 µm und ≤120 µm aufweist.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei nach dem Kalandrieren eine Harzzusammensetzung aufgebracht
wird, welche als Feststoff wenigstens eine Verbindung der Gruppe bestehend aus Titandioxid,
Bariumsulfat, Bariumoxid, Bariumchromat, Zirconium(IV)oxid, Siliciumdioxid, Aluminiumhydroxid,
Aluminiumoxid, Eisenoxid, Eisen(III)hexacyanoferrat, Chromoxid, Cadmiumoxid, Cadmiumsulfid,
Cadmiumselenit, Cobaldoxid, Cobaldphosphat, Cobaldaluminat, Vanadiumoxid, Bismutvanadiumoxid,
Zinnoxid, Kupferoxid, Kupfersulfat, Kupfercarbonat, Bleiantimonat, Bleichromat, Bleioxid,
Bleicarbonat, Calciumcarbonat, Calciumsulfat, Calciumaluminiatsulfat, Zinkoxid, Zinksulfid,
Arsensulfid, Quecksilbersulfid, Ruß, Graphit, oder Mischungen dieser aufweist.
3. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Dekorschicht in Schritt
e) mittels Flexo-Druck, Offset-Druck, Siebdruckverfahren, Inkjet-Verfahren oder Laserdruck-Verfahren
aufgebracht wird.
4. Verfahren gemäß Anspruch 3, wobei zur Aufbringung der Dekorschicht eine strahlungshärtbare
Farbe und/oder Tinte auf die Papier- oder Vliesschicht aufgetragen wird.
5. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei als Deck- und/oder Verschleißschicht
eine zumindest teilweise strahlungshärtbare Zusammensetzung aufgebracht wird.
6. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei nach dem Kalandrieren eine
Harzzusammensetzung aufgebracht wird, welche wenigstens ein organisches oder anorganisches
Pigment ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Berlinerblau, Brillantgelb, Cadmiumgelb,
Cadmiumrot, Chromoxidgrün, Cobaltblau, Cobaltcölinblau, Cobaltviolett, Irgazinrot,
Eisenoxidschwarz, Manganviolett, Phthalocyaninblau, Terra di Siena, Titanweiß, Ultramarinblau,
Ultramarinrot, Umbra, Kaolin, Zirkonium-Silicat-Pigmente, Monoazogelb und Monoazoorange,
Thioindigo, beta-Naphthol-Pigmente, Naphthol AS-Pigmente, Pyrazolon-Pigmente, N-Acetessigsäureanilid-Pigmente,
Azometallkomplex-Pigmente, Diaryl-Gelb-Pigmente, Chinacridon-Pigmente, Diketopyrrolo-pyrrol-Pigmente
(DPP), Dioxazin-Pigmente, Perylen-Pigmente, Isoindolinon-Pigmente, Kupfer-Phthalocyanin-Pigmente
und Mischungen dieser aufweist.
7. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei nach dem Kalandrieren die
Harzzusammensetzung mit einer Auftragsmenge zwischen ≥5 g/m2 und ≤200 g/m2, vorzugsweise ≥10 g/m2 und ≤120 g/m2 aufgetragen wird.
8. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei nach dem Kalandrieren eine
Harzzusammensetzung mit einer Viskosität aufgetragen wird, welche einer Auslaufzeit
zwischen ≥7 s und ≤ 200 s, vorzugsweise zwischen ≥10 s und ≤ 120 s aus einem Norm-Auslaufbecher
entspricht.
9. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei vor dem Aufbringen einer
Harzschicht auf den plattenförmigen Träger in Schritt b) ein Härter auf den plattenförmigen
Träger aufgebracht wird.
10. Verfahren gemäß Anspruch 9, wobei als Härter mit einem sauren pH-Wert, vorzugsweise
zwischen ≥ pH 0,5 und < pH 7 Härter aufgetragen wird.
11. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 9 oder 10, wobei die mit dem Härter beaufschlagte
Oberfläche des plattenförmigen Trägers erwärmt wird, vorzugsweise auf eine Oberflächentemperatur
zwischen ≥35°C und ≤90°C.
12. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in Schritt c) ein Papier
oder Vlies mit einer Grammatur zwischen ≥30 g/m2 und ≤80 g/m2, vorzugsweise zwischen ≥40 g/m2 und ≤70 g/m2 auf den plattenförmigen Träger aufgebracht wird.
13. Direkt bedrucktes Dekorpaneel, aufweisend einen plattenförmigen Träger, eine auf den
plattenförmigen Träger aufgebrachte Harzschicht, eine Schicht aus einem zumindest
nicht vollständig imprägnierten und unbedruckten Papier oder Vlies, ein auf die Papier-
oder Vliesschicht aufgebrachten Druckuntergrund, eine auf den Druckuntergrund aufgebrachte
Farbschicht und eine zumindest auf die Farbschicht aufgebrachte Deck- und/oder Verschleißschicht,
dadurch gekennzeichnet, dass der Druckuntergrund aus einer Harzzusammensetzung gebildet ist, welche zwischen ≥
5 Gew.-% und ≤ 85 Gew.-%, vorzugsweise zwischen ≥10 Gew.-% und ≤80 Gew.-% eines Feststoffes
mit einem mittleren Korndurchmesser d50 zwischen ≥0,1µm und ≤120µm aufweist, wobei die Harzzusammensetzung als Harzkomponente
wenigstens eine Verbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Melaminharz, Formaldehydharz,
Harnstoffharz, Phenolharz, Epoxidharz, ungesättigtes Polyesterharz, Diallylphthalat
oder Mischungen dieser in einer Konzentration zwischen ≥15 Gew.-% und ≤ 95 Gew.-%,
vorzugsweise zwischen ≥20 Gew.-% und ≤90 Gew.-% und einen Härter in einer Konzentration
zwischen ≥0,05 Gew.-% und ≤2,0 Gew.-%, vorzugsweise ≥0,15 Gew.-% und ≤1,0 Gew.-% aufweist.
14. Direkt bedrucktes Dekorpaneel gemäß Anspruch 13, wobei dieses auf der der bedruckten
Seite gegenüberliegenden Seite des plattenförmigen Trägers frei von einem Gegenzug
ist.
15. Dekorpaneel gemäß Anspruch 13 oder 14, wobei dieser zumindest in einen Randbereich
des plattenförmigen Trägers eine Profilierung aufweist.