[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Container aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung
mit einem Behälterkörper, der einen Aufnahmeraum ausbildet, und einem eine Behälteröffnung
definierenden, am Behälterkörper ausgebildeten Flanschrand, wobei der Behälterkörper
sowohl auf einer Außenseite seiner Behälterwandung als auch auf einer Innenseite seiner
Behälterwandung mit einer Aluminiumoxidschicht versehen ist, und die Aluminiumoxidschicht
auf der Außenseite durch Anlagerung von Farbpartikeln adsorptiv gefärbt ist. Des Weiteren
betrifft die Erfindung ein Vorprodukt zur Herstellung eines derartigen Containers
sowie ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Containers.
[0002] Container der eingangs genannten Art, die einen Behälterkörper aus Aluminium oder
einer Aluminiumlegierung aufweisen, finden vielfältige Einsatzzwecke, wobei die besonderen
Materialeigenschaften des als Ausgangsmaterial verwendeten Aluminiums derartige Container
besonders für Einsatzzwecke nutzbar macht, bei denen es auf eine diffusionsdichte
Aufnahme der im Aufnahmeraum aufgenommenen Stoffe oder Flüssigkeiten ankommt. Auf
diese Art und Weise wird sichergestellt, dass es nicht zu einem Qualitätsverlust oder
möglicherweise sogar zu einem Wirkungsverlust der im Aufnahmeraum aufgenommenen Stoffe
kommen kann.
[0003] Derartige Container werden daher beispielsweise bereits zur Aufnahme von Tabak oder
Kaffee verwendet, wobei die bekannten Container die darin enthaltenen Stoffe konsumfertig
bereit halten. Im Falle der Tabakkapseln werden Tabak enthaltende oder dem Tabak verwandte
Stoffe in dem Container durch eine Siegelfolie abgedichtet aufgenommen, und die Container
können in eine Vorrichtung, die häufig auch als "elektronische Zigarette" bezeichnet
wird, eingesetzt werden. Zum Konsum bzw. zur Freisetzung des Tabakaromas werden die
Container beheizt und im Bereich der Siegelfolie perforiert, sodass die infolge der
Erwärmung gasförmigen Aromastoffe durch die perforierte Siegelfolie entweichen und
mittels der "elektronischen Zigarette" extrahiert bzw. inhaliert werden können.
[0004] Bei dieser Verwendung ist zum einen die bereits vorstehend erwähnte Diffusionsdichtigkeit
des aus Aluminium bestehenden Behälterkörpers von Vorteil. Zum anderen eignet sich
der Werkstoff aufgrund seiner hohen Wärmeleitfähigkeit für einen effektiven Wärmeübergang
auf den im Aufnahmeraum des Behälterkörpers aufgenommenen Aromastoff.
[0005] Die bekannten als "Tabakkapsel" verwendeten Container sind sowohl auf der Außenseite
der Behälterwandung des Behälterkörpers als auch auf der Innenseite der Behälterwandung
des Behälterkörpers mit einer Farbbeschichtung versehen, die aus Farbpartikeln besteht,
die sich auf der infolge des Eloxierens porösen Aluminiumoxidoberfläche der Behälterwandung
eingelagert haben. Obwohl die Aluminiumoxidschicht regelmäßig durch eine Beheizung
der Behälterwandung in einem beheizten Wasserbad eine Oberflächenverdichtung erfährt,
mit der Folge, dass die Farbpartikel im Wesentlichen abgedichtet in der Behälterwandung
aufgenommen werden, kann nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, dass es bei
der Umwandlung des im Behälterkörper aufgenommenen Aromastoffs in einen gasförmigen
Zustand und der dazu erforderlichen Beheizung des Behälterkörpers zu einer Migration
von Farbpartikeln aus der Behälterwandung in den Behälterinnenraum kommen kann. Die
möglicherweise daraus resultierenden gesundheitsschädlichen Folgen infolge des Konsums
der in den Kapseln aufgenommen Aromastoffe sind derzeit nicht kalkulierbar.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die bekannte vorteilhafte
Verwendung von Containern aus Aluminium zur Aufnahme bzw. zum Konsum von Tabakaromastoffen
hinsichtlich eines weitestgehenden Ausschlusses eines Gesundheitsrisikos zu verbessern.
[0007] Diese Aufgabe wird durch einen Container mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Der erfindungsgemäße Container, der sowohl auf einer Außenseite seiner Behälterwandung
als auch auf einer Innenseite seiner Behälterwandung mit einer Aluminiumoxidschicht
versehen ist, weist die in der Aluminiumoxidschicht eingelagerten Farbpartikel lediglich
auf seiner Außenseite auf und ist daher auf der Innenseite frei von Farbpartikeln.
[0009] Damit ist es möglich, in bekannter Weise außen farblich gestaltete Container herzustellen,
ohne dass es infolge auf der Innenseite der Behälterwandung angeordneter Farbpartikel
zu einer Migration von Farbpartikeln in den Behälterinnenraum kommen könnte. Hinsichtlich
ihrer äußeren Anmutung unterscheiden sich somit erfindungsgemäße Container nicht von
den bekannten, außen farblich gestalteten Containern. Eine derartige äußere Farbgestaltung
kann also weiterhin zur Differenzierung unterschiedlicher Aromastoffe bzw. Aromaausrichtungen
der in den Containern enthaltenen Stoffe verwendet werden. Gesundheitliche Risiken
infolge einer Migration von Farbpartikeln oder Bestandteilen dieser Farbpartikel in
dem Behälterinnenraum können jedoch ausgeschlossen werden, da sich die Farbpartikel
lediglich auf der Außenseite der Behälterwandung befinden und das Aluminium der Behälterwandung
als solches eine Diffusion von Farbpartikeln der Außenseite in den Behälterinnenraum
als wirksame Barriere verhindert.
[0010] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Flanschrand des Behälterkörpers eine Siegelfläche
zur Anbringung einer den Aufnahmeraum hermetisch versiegelnden Abdeckung aufweist
und der Flanschrand zumindest im Bereich der Siegelfläche keine Farbpartikel aufweist.
Somit kann auch für den Fall, dass es infolge einer Zerstörung der Siegelfolie zu
einer Freilegung des Flanschrands kommt, sicher ausgeschlossen werden, dass aus dem
Flanschrand Farbpartikel in den Behälterinnenraum migrieren könnten.
[0011] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Flanschrand des Behälterkörpers eine den Flanschrand
radial oder axial begrenzende Randkante aufweist, deren Oberfläche keine Farbpartikel
aufweist. Somit kann selbst im Fall einer unzureichend abgedichteten Aufnahme des
Containers in einer für den Konsum der im Container aufgenommenen Aromastoffe vorgesehenen
Vorrichtung, also beispielsweise der "elektronischen Zigarette", verhindert werden,
dass aus der Peripherie des Flanschrands Farbpartikel in den Gasführungsbereich der
Vorrichtung gelangen könnten.
[0012] Zur Herstellung eines derartigen Containers eignet sich in ganz besonderer Weise
ein Vorprodukt, bei dem der Behälterkörper an seinem Flanschrand einen hülsenförmig
ausgebildeten und sich in Richtung einer Behälterachse axial erstreckenden Haltefortsatz
aufweist, an den das Vorprodukt während des Eloxierens der Aluminiumoberfläche des
Behälterkörpers und des Einfärbens der Außenseite der Behälterwandung des Behälterkörpers
so gehalten werden kann, dass kein Farbpigment auf die Innenseite des Behälterkörpers
gelangen kann.
[0013] Erfindungsgemäß wird daher zur Herstellung eines Containers ein Verfahren nach Anspruch
5 auf Basis des Vorprodukts ausgeführt, bei dem das Vorprodukt an dem am Flanschrand
des Behälterkörpers hülsenförmig ausgebildeten und sich in Richtung einer Behälterachse
axial erstreckenden Haltefortsatz mittels eines Handhabungswerkzeugs gehalten wird
und zur Beaufschlagung sowohl der Außenseite als auch der Innenseite der Behälterwandung
vollständig in ein Elektrolyt eingetaucht und anodisch oxidiert wird. Nachfolgend
wird der Behälterkörper lediglich bis zum Haltefortsatz in ein Farbpartikel enthaltendes
Farbbad eingetaucht, damit lediglich die Außenseite des Behälterkörpers eingefärbt
und die Innenseite frei von Farbpartikeln bleibt. Mit der nachfolgenden Temperaturbeaufschlagung,
die vorzugsweise durch Eintauchen des eloxierten Behälterkörpers in ein temperiertes
Wasserbad erfolgt, wird sowohl die Außenseite als auch die Innenseite des Behälterkörpers
mit Temperatur beaufschlagt, insbesondere vollständig in das Wasserbad eingetaucht,
sodass die gewünschte keramikartige, versiegelte Aluminiumoxidoberfläche des Behälterkörpers
sowohl auf der Außenseite als auch auf der Innenseite des Behälterkörpers ausgebildet
wird. Die Ausbildung des Containers aus dem Vorprodukt erfolgt dann durch Abtrennung
des Haltefortsatzes, nachdem die Oberflächenbehandlung des Behälterkörpers abgeschlossen
ist, sodass der fertig gestellte Container im Unterschied zum Vorprodukt eine den
Flanschrand radial oder axial begrenzende Randkante aufweist.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform weist der erfindungsgemäße Container die bereits
beschriebene, auf einer Siegelfläche des Flanschrands angeordnete und den Aufnahmeraum
hermetisch versiegelnde Abdeckung auf, die den Container für die Aufnahme von Stoffen,
wie beispielsweise Tabak oder Kaffee in besonderer Weise prädestiniert.
[0015] Eine weitere bevorzugte Verwendung des Containers wird möglich, wenn der Container
als Pharmacontainer ausgebildet ist, der beispielsweise ein Aerosol aufnimmt und aufgrund
der farbpartikelfreien Ausgestaltung der Innenseite der Behälterwandung ausschließt,
dass Farbpartikel bzw. Bestandteile der Farbpartikel in das Aerosol gelangen und mit
diesem reagieren könnten.
[0016] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen des Containers anhand der Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- ein Vorprodukt zur Herstellung eines Containers, der zur Aufnahme von Aromastoffen,
wie beispielsweise Tabak oder dergleichen geeignet ist;
- Fig. 2:
- einen ausgehend von dem in Fig. 1 dargestellten Vorprodukt hergestellten Container;
- Fig. 3:
- ein Vorprodukt eines Containers, der zur Verwendung als Pharmacontainer geeignet ist;
- Fig. 4:
- einen auf Basis des in Fig. 3 dargestellten Vorprodukts hergestellten Pharmacontainer.
[0017] Fig. 1 zeigt ein Vorprodukt 10 für einen in
Fig. 2 dargestellten Container 11, wobei das Vorprodukt 10 einen Behälterkörper 12 mit einer
Behälterwandung 13 aufweist, die am oberen Ende des Behälterkörpers 12 einen Flanschrand
14 ausbildet, der kreisringförmig ausgebildet ist und durch einen Übergangsbereich
15 mit reduziertem Behälterquerschnitt von einem Aufnahmeraum 16 des Behälterkörpers
12 abgeteilt ist.
[0018] An den Flanschrand 14 schließt ein hülsenförmig ausgebildeter Haltefortsatz 17 an,
der sich in Richtung einer Behälterachse 18 erstreckt und, wie in
Fig. 1 dargestellt, durch Greifarme 19 eines Handhabungswerkzeugs 20 an einer Innenwand
21 des Haltefortsatzes 17 gehalten wird.
[0019] Zur Eloxierung des in
Fig. 1 dargestellten Behälterkörpers 12 wird dieser mittels des Haltewerkzeugs 20 vollständig
in ein Elektrolyt eingetaucht, sodass sowohl eine Innenseite 22 als auch eine Außenseite
23 der Behälterwandung 13 mit dem Elektrolyt zur Ausbildung einer Aluminiumoxidschicht
auf der Innenseite und der Außenseite beaufschlagt werden.
[0020] Zur nachfolgenden Einfärbung des Behälterkörpers 12 wird dieser nicht vollständig
in ein hierzu bereit gestelltes Farbbad eingetaucht, sondern lediglich so weit, dass
ausschließlich eine Beaufschlagung der Außenseite 23 der Behälterwandung 13 mit Farbpartikeln
erfolgt.
[0021] Nachfolgend erfolgt ein Abtrennen des Haltefortsatzes, beispielsweise durch Laserbeaufschlagung
des Flanschrands 14, derart, dass durch eine Schneidkante infolge der Laserbeaufschlagung
eine Randkante 24 an dem Flanschrand 14 ausgebildet wird. Der in
Fig. 2 dargestellte Container weist daher die gewünschte Aluminiumoxidschicht sowohl auf
seiner Außenseite 23 als auch auf seiner Innenseite 22 auf, wohingegen Farbpartikel
in der Aluminiumoxidschicht lediglich auf der Außenseite 23 angeordnet sind und die
Innenseite 22 der Behälterwandung 13 ebenso wie eine Siegelfläche 25 des Flanschrands
14 und die Randkante 24 frei von Farbpartikeln sind.
[0022] In den
Fig. 3 und
4, die ein Vorprodukt 26 eines in
Fig. 4 dargestellten Containers 27 zur Aufnahme eines Aerosols zeigen, weist das Vorprodukt
26 im Unterschied zu dem in
Fig. 1 dargestellten Vorprodukt einen hülsenförmigen Haltefortsatz 28 auf, der an einem
Flanschrand 29 eines Behälterkörpers 30 angeordnet ist und an seiner Außenseite 31
von Greifarmen 32 eines Handhabungswerkzeugs 33 gehalten wird.
[0023] Im Nachgang zu dem bereits unter Bezugnahme auf die
Fig. 1 und
2 beschriebenen Verfahren zur Erzeugung der Aluminiumoxidschicht auf einer Innenseite
34 und einer Außenseite 35 einer Behälterwandung 36 des Vorprodukts 26 und einer Beaufschlagung
lediglich der Außenseite 35 der Behälterwandung 36 mit Farbpartikeln erfolgt auch
hier ein Abtrennen des Haltefortsatzes 28 zur Erzeugung einer Randkante 37, die im
vorliegenden Fall im Unterschied zu der in
Fig. 2 dargestellten Randkante 24 des Containers 11 nicht radial außenliegend, sondern radial
innenliegend am Flanschrand 29 ausgebildet ist.
1. Container aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung mit einem Behälterkörper, der
einen Aufnahmeraum ausbildet, und einem eine Behälteröffnung definierenden, am Behälterkörper
ausgebildeten Flanschrand, wobei der Behälterkörper sowohl auf einer Außenseite seiner
Behälterwandung als auch auf einer Innenseite seiner Behälterwandung mit einer Aluminiumoxidschicht
versehen ist, und die Aluminiumoxidschicht auf der Außenseite durch Anlagerung von
Farbpartikeln adsorptiv gefärbt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aluminiumoxidschicht auf der Innenseite keine Farbpartikel aufweist.
2. Container nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Flanschrand des Behälterkörpers eine Siegelfläche zur Anbringung einer den Aufnahmeraum
hermetisch versiegelnden Abdeckung aufweist, und der Flanschrand zumindest im Bereich
der Siegelfläche keine Farbpartikel aufweist.
3. Container nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Flanschrand des Behälterkörpers eine den Flanschrand radial oder axial begrenzende
Randkante aufweist, deren Oberfläche keine Farbpartikel aufweist.
4. Vorprodukt für einen Container nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Behälterkörper an seinem Flanschrand einen hülsenförmig ausgebildeten und sich
in Richtung einer Behälterachse axial erstreckenden Haltefortsatz aufweist.
5. Verfahren zur Herstellung eines Containers nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Vorprodukt des Containers an einem am Flanschrand des Behälterkörpers hülsenförmig
ausgebildeten und sich in Richtung einer Behälterachse axial erstreckenden Haltefortsatz
mittels eines Handhabungswerkzeugs gehalten und zur Beaufschlagung sowohl der Außenseite
als auch der Innenseite der Behälterwandung vollständig in ein Elektrolyt eingetaucht
und anodisch oxidiert wird, nachfolgend zum Einfärben der Außenseite der Behälterwandung
der Behälterkörper bis zum Haltefortsatz in ein Farbpartikel enthaltendes Farbbad
eingetaucht wird, nachfolgend eine Temperaturbeaufschlagung zur Versiegelung sowohl
der Außenseite als auch der Innenseite erfolgt, und nachfolgend durch Abtrennung des
Haltefortsatzes die Ausbildung einer den Flanschrand radial oder axial begrenzenden
Randkante erfolgt.
6. Container nach Anspruch 2 oder 3,
gekennzeichnet durch
eine auf der Siegelfläche des Flanschrands angeordnete, den Aufnahmeraum hermetisch
versiegelnde Abdeckung.
7. Container nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abdeckung aus einer vorzugsweise als Aluminiumfolie ausgebildeten Siegelfolie
ausgebildet ist.
8. Container nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Container als Aufnahmekapsel für konsumierbare Aromastoffe ausgebildet ist.
9. Container nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Container als Tabakkapsel ausgebildet ist.
10. Container nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Container als Kaffeekapsel ausgebildet ist.
11. Container nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Container als Pharmacontainer ausgebildet ist.