(19)
(11) EP 2 829 661 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.01.2015  Patentblatt  2015/05

(21) Anmeldenummer: 13177343.4

(22) Anmeldetag:  22.07.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E02D 5/80(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: F.J. Aschwanden AG
3250 Lyss (CH)

(72) Erfinder:
  • Keller, Thomas
    1132 Lully (CH)

(74) Vertreter: BOVARD AG 
Optingenstrasse 16
3000 Bern 25
3000 Bern 25 (CH)

   


(54) Erd- und Felsanker


(57) Ein Erd- und Felsanker (3) umfasst ein längsstabiles flexibles Zugelement (1), einen Verankerungsteil (2), in welchem das Zugelement (1) mit dem einen Endbereich (4) fixiert werden kann, und einer Ankerkopfeinrichtung, in welchem das Zugelement (1) mit dem anderen Endbereich (6) gehalten ist. Der Verankerungsteil (2) ist dazu bestimmt, in eine Erd- oder Felsbohrloch eingeführt und dort verankert zu werden. Das längsstabile flexible Zugelement (1) ist mindestens am einen Endbereich (4), der im Verankerungsteil (2) fixiert ist, mit mindestens einer ersten Schlaufe (5) versehen. Der Verankerungsteil (2) ist ein im Wesentlichen prismatischer oder zylindrischer Längskörper (8), der durch eine aushärtbare Masse gebildet ist, von welcher die mindestens eine erste Schlaufe (5) des längsstabilen flexiblen Zugelementes (1) umschlossen ist. Durch diese Ausgestaltung lassen sich die Kräfte in optimaler Weise übertragen.







Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Erd- und Felsanker, umfassend ein längsstabiles flexibles Zugelement, einen Verankerungsteil, in welchem das Zugelement mit dem einen Endbereich fixiert ist, und einer Ankerkopfeinrichtung, in welchem das Zugelement mit dem anderen Endbereich gehalten ist, welcher Verankerungsteil dazu bestimmt ist, in ein Erd- oder Felsbohrloch eingeführt und dort verankert zu werden.

[0002] Derartige Erd- und Felsanker dienen insbesondere dazu, Hänge und Felswände zu stabilisieren, indem die vom Verankerungsteil im Oberflächenbereich der zu stabilisierenden Erd- und Felsmassen aufzunehmenden Kräfte in tieferliegende stabile Bodenschichten eingeleitet werden. Zur Übertragung dieser Kräfte vom Verankerungsteil in die tieferliegenden Bodenschichten dient ein Zugelement, das üblicherweise aus einem Stab oder aus Drahtlitzen gebildet ist, die in den tieferen Bodenschichten verankert werden. Hierzu werden diese Stäbe bzw. Litzen über eine in das entsprechende Bohrloch initiierte Mörtelmasse fixiert. Über die Ankerkopfeinrichtung lässt sich das Zugelement spannen, über eine Verankerungsplatte, auf der sich eine Longarine abstützt, kann das oberflächige Erdreich oder die Felsmassen entsprechend stabilisiert werden.

[0003] Derartige Erd- und Felsanker sollen dauerhaft eingesetzt werden, was bedeutet, dass die entsprechenden Bauteile der Erd- und Felsanker insbesondere gegen Korrosion geschützt sein müssen. Hierzu sind verschiedenste Methoden bekannt, beispielsweise kann das Zugelement in eine Kunststoffhülle eingesetzt sein, die Zugelemente können auch in Kunststoffrohren untergebracht werden, die beispielsweise mit Fett gefüllt sind.

[0004] Die Herstellung derartig korrosionsgeschützter Erd- und Felsanker ist relativ aufwändig, insbesondere ist es auch erforderlich, dass solche Erd- und Felsanker im eingebauten Zustand überprüft werden müssen, um feststellen zu können, ob eine Korrosion eingesetzt hat, was sich auf die Festigkeit von derartigen Erd- und Felsankern sehr negativ auswirken kann. Derartige Kontrollvorgänge werden beispielsweise in bekannter Weise durch Widerstandsmessungen ausgeführt, was ebenfalls aufwändig ist.

[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, einen Erd- und Felsanker zu schaffen, der einfach in der Herstellung ist, und bei welchem insbesondere die Verankerung im Bohrloch und auch am Verankerungsteil in optimaler Weise erfolgen kann.

[0006] Erfindungsgemäss erfolgt die Lösung dieser Aufgabe dadurch, dass das längsstabile flexible Zugelement mindestens am einen Endbereich, der im Verankerungsteil fixiert ist, mindestens eine erste Schlaufe aufweist, und dass der Verankerungsteil ein im Wesentlichen prismatischer oder zylindrischer Längskörper ist, der durch eine aushärtbare Masse gebildet ist, von welchem die mindestens eine erste Schlaufe des längsstabilen flexiblen Zugelementes umschlossen ist.

[0007] Der Verankerungsteil mit der darin fixierten mindestens einen ersten Schlaufe des längsstabilen flexiblen Zugelementes wird vorfabriziert, sodass gewährleistet ist, dass die Fixierung dieser Schlaufe im Verankerungsteil optimal ist. Dieser aus einer aushärtbaren Masse gebildete Längskörper mit dem fixierten Zugelement wird in das Bohrloch eingesetzt, durch Initiieren einer weiteren aushärtbaren Masse in das Bohrloch wird der Längskörper in optimaler Weise im Bohrlochgrund verankert und gehalten.

[0008] In vorteilhafter Weise ist das längsstabile flexible Zugelement aus einem faserverstärkten Kunststoff gebildet, vorzugsweise kohlefaserverstärkten Kunststoff, wodurch eine Korrosion ausgeschlossen werden kann. Ein derartiges Zugelement hat zudem den Vorteil, dass es biegsam ist, das flexible Zugelement kann beispielsweise zum Transport des Erd- und Felsankers aufgerollt werden, was eine Platzeinsparung der Längenausdehnung derartiger Felsanker zur Folge hat. Durch die Möglichkeit des Aufrollens oder Umbiegens des längsstabilen flexiblen Zugelementes ist der Platzbedarf vor dem Bohrloch beim Einsetzen des Erd- und Felsankers gering.

[0009] In vorteilhafter Weise besteht das längsstabile flexible Zugelement aus mehreren Lagen, wobei im einen Endbereich, der im Verankerungsteil fixiert ist, jede Lage oder ein Bündel von Lagen jeweils eine separate erste Schlaufe bildet, welche separaten ersten Schlaufen jeweils unterschiedliche Längen aufweisen. Dadurch erfolgt eine stufenweise Fixierung dieses Zugelementes im Verankerungsteil, wodurch die Verankerung und die Kraftaufnahme wesentlich verbessert wird.

[0010] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die aushärtbare Masse, aus welcher der Verankerungsteil gebildet ist, eine mörtelartige Masse ist. Diese mörtelartige Masse lässt sich in eine Form giessen, in welcher der eine Endbereich des flexiblen Zugelementes eingelegt ist, wodurch eine feste Verbindung zwischen mörtelartiger Masse nach deren Aushärtung und den ersten Schlaufen des flexiblen Zugelementes gewährleistet ist.

[0011] In vorteilhafter Weise ist die Oberfläche des Verankerungsteils mit Strukturen versehen, welche in der Form, in welcher der Verankerungsteil hergestellt wird und in welchem die ersten Schlaufen eingegossen sind, vorgesehen werden können, wodurch zwischen der Oberfläche des Verankerungsteils und der in das Bohrloch initiierten aushärtbaren Masse eine optimale Verbindung entsteht.

[0012] In vorteilhafter Weise bestehen die Strukturen aus über die Oberfläche des Verankerungsteils vorstehenden Rippen, welche im Wesentlichen quer zur Zugrichtung der Kraft, die auf das Zugelement und auf den Verankerungsteil wirksam ist, ausgerichtet sind, was eine optimale Fixierung ergibt.

[0013] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass der Verankerungsteil mindestens über Teilbereiche seiner Länge mit Spannringen umschlossen ist. Durch diese Spannringe wird vermieden, dass der aus einer mörtelartigen Masse ausgehärtete Längskörper in diesen Bereichen ausbrechen kann.

[0014] In vorteilhafter Weise ist ein Spannring im Eintrittsbereich des Zugelementes in den Verankerungsteil angeordnet, da in diesem Bereich die Kraftaufnahme sehr gross ist.

[0015] In vorteilhafter Weise sind diese Spannringe jeweils im Bereich der Enden der ersten Schlaufen des Zugelementes im Verankerungsteil angeordnet, da in diesen Bereichen die Ausbruchgefahr am grössten ist.

[0016] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass der andere Endbereich des Zugelementes als zweite Schlaufe ausgebildet ist. Das Zugelement lässt sich somit als Endlosschlaufe herstellen, was sich positiv auf deren Festigkeit auswirkt.

[0017] In vorteilhafter Weise ist in der Ankerkopfeinrichtung ein quer zur Zugrichtung angeordneter Bolzen vorgesehen, über diesen Bolzen lässt sich die zweite Schlaufe des Zugelementes in einfacher Weise auflegen, die Halterung des Zugelementes in der Ankerkopfeinrichtung ist optimal.

[0018] Der Bolzen ist in einer Spanneinrichtung angebracht, die in der Ankerkopfeinrichtung angeordnet ist, wodurch sich das Zugelement in einfacher Weise durch Verschieben des Bolzens mehr oder weniger spannen lässt.

[0019] Eine Ausführungsform der Erfindung wird nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnung beispielhaft näher erläutert.

[0020] Es zeigt:

Figur 1 in räumlicher Darstellung ein Zugelement eines Erd- und Felsankers, eingesetzt in den Verankerungsteil;

Figur 2 in räumlicher Darstellung das Zugelement mit mehreren ersten Schlaufen und der zweiten Schlaufe;

Figur 3 eine Schnittdarstellung durch den Verankerungsteil mit eingesetztem Zugelement und Spannringen entlang Linie III-III gemäss Figur 5;

Figur 4 eine Schnittdarstellung durch den Verankerungsteil mit eingesetztem Zugelement und Spannringen entlang Linie IV-IV gemäss Figur 5;

Figur 5 eine Schnittdarstellung durch den Verankerungsteil mit eingesetztem Zugelement entlang Linie V-V gemäss Figur 4;

Figur 6 die Darstellung eines erfindungsgemässen Erd- und Felsankers im in den Untergrund eingesetzten Zustand;

Figur 7 eine Schnittdarstellung des erfindungsgemässen Erd- und Felsankers, im in den Untergrund eingesetzten Zustand;

Figur 8 eine Schnittdarstellung einer Ankerkopfeinrichtung im eingesetzten Zustand; und

Figur 9 den Verankerungsteil mit eingesetzten Zugelement im in den Untergrund eingesetzten Zustand.



[0021] Aus Figur 1 ist ein längsstabiles flexibles Zugelement 1 mit dem Verankerungsteil 2 eines Erd- und Felsankers 3 ersichtlich. Der eine Endbereich 4 dieses Zugelementes 1 ist im Verankerungsteil 2 fixiert. Der Verankerungsteil 2 besteht aus einer aushärtbaren Masse, insbesondere eine mörtelartige Masse, die Verbindung zwischen Verankerungsteil 2 und Zugelement 1 wird dadurch erreicht, dass der eine Endbereich 4 des Zugelementes 1 in eine Form oder Schalung eingelegt wird, welche Form oder Schalung durch die aushärtbare Masse ausgegossen wird. Nach dem aushärten dieser Masse kann die Form oder Schale entfernt werden, man erhält einen Verankerungsteil 2, in welchem der eine Endbereich 4 des Zugelementes in optimaler Weise fixiert und gehalten ist. Dieser Verankerungsteil 2 wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch einen Längskörper 8 gebildet, der eine zylindrische Form aufweist. Selbstverständlich wäre es auch denkbar, diesem Längskörper 8 eine prismatische oder eine andere geeignete Form zu geben. Hierbei ist der eine Endbereich 4 des Zugelementes 1 als erste Schlaufe 5 ausgebildet; wie später noch beschrieben wird, kann das Zugelement 1 mehrere erste Schlaufen 5 aufweisen.

[0022] Der andere Endbereich 6 des Zugelementes 1 ist als zweite Schlaufe 7 ausgebildet, die in einer nicht dargestellten Ankerkopfeinrichtung befestigt werden kann, wie später noch beschrieben wird.

[0023] In Figur 2 ist das längsstabile flexible Zugelement 1 dargestellt. Dieses Zugelement 1 ist aus einem faserverstärkten Kunststoff gebildet, vorzugsweise aus einem kohlefaserverstärkten Kunststoff, wobei aber auch glasfaserverstärkte Kunststoffe oder andere geeignete verstäkte Kunsstoffe denkbar sind. Zur Herstellung dieses Zugelementes 1 können mehrere Lagen aus kohlefaserverstärkten Kunststoff verwendet werden, wobei jede dieser Lagen oder ein Bündel von Lagen eine Endlosschlaufe bildet. Die innerste Lage bzw. Bündel von Lagen bildet die erste Schlaufe 5', die zweite bzw. mittlere Lage bzw. Bündel von Lagen bildet die erste Schlaufe 5", die äusserste Lage bzw. Bündel von Lagen bildet die erste Schlaufe 5"', diese drei ersten Schlaufen 5', 5" und 5"' weisen unterschiedliche Längen auf. Im Bereich der zweiten Schlaufe 7 sind alle diese Lagen aufeinanderliegend ausgebildet, sodass eine einzige zweite Schlaufe 7 gebildet wird. Im mittleren Bereich des Zugelementes 1 sind sämtliche Lagen, die die Schlaufen bilden, aufeinanderliegend angeordnet, jede dieser Lagen bildet ein Band, im mittleren Bereich 9 besteht somit das Zugelement 1 aus mehreren übereinanderliegenden Bändern. Diese Bänder können über die ganze Länge laminiert sein, sie können auch nur bereichsweise alternierend laminiert sein. Selbstverständlich kann auch eine andere Anzahl von Lagen und Schlaufen gewählt werden, je nach Einsatzart des Erd- und Felsankers. Die Lagen können auch übereinanderliegend und/oder nebeneinanderliegend angeordnet werden, sodass auch nebeneinander angeordnete Schlaufen mit unterschiedlichen Längen denkbar sind. Grosse Längen aufweisende Schlaufen können zusätzlich noch mit Einschnürungen versehen sein.

[0024] Aus den Figuren 3 und 4 ist der Längskörper 8 ersichtlich, der den Verankerungsteil 2 bildet. Insbesondere Figur 4 zeigt die ersten Schlaufen 5', 5" und 5"', wie sie in der ausgehärteten Masse, die den Längskörper 8 bildet, eingelagert sind. Durch diese Anordnung der ersten Schlaufen 5', 5" und 5"' wird eine optimale Fixierung im Längskörper 8 erhalten, der durch die mörtelartige Masse gebildet ist. Üblicherweise wird eine bekannte, hochfeste mörtelartige Masse eingesetzt. Dieser mörtelartigen Masse kann zu deren zusätzlichen Verstärkung in bekannter Weise noch Fasermaterial beigemischt werden.

[0025] Wie ebenfalls aus den Figuren 3 und 4 ersichtlich ist, ist die Oberfläche 10 des den Verankerungsteil 2 bildenden Längskörpers 8 mit über die Oberfläche 10 vorstehenden Strukturen 11 versehen. Im hier dargestellten Ausführungsbeispiel sind diese Strukturen 11 als Rippen 12 ausgebildet, die im Wesentlichen quer zur Zugrichtung der Kraft, die auf das Zugelement 1 wirkt, ausgerichtet sind und beispielsweise als spiralförmig umlaufende Rippen 12 ausgebildet sein können. Diese Strukturen 11 bzw. Rippen 12 sind in die Oberfläche der Giessform eingearbeitet, beim Herstellen des Längskörpers 8 durch den Giessvorgang werden diese auf der Oberfläche 10 desLängskörpers abgebildet.

[0026] Im Bereich der Enden der ersten Schlaufen 5', 5" und 5"' und im Eintrittsbereich des Zugelementes 1 in den Verankerungsteil 2 ist der Längskörper 8 jeweils mit einem Spannring 13 umschlossen, wie später noch im Detail beschrieben wird. Diese Spannringe 13 dienen der Verstärkung des Längskörpers 8 insbesondere im Eintrittsbereich des Zugelementes 1 in den Verankerungsteil 2 und im Bereich der ersten Schlaufen 5', 5" und 5"'. In diesen Bereichen wird dadurch bei Belastung des Erd- und Felsankers die Gefahr eines Ausbrechens der mörtelartigen Masse minimiert.

[0027] Aus Figur 5 ist ein Querschnitt durch den Längskörper 8, der den Verankerungsteil 2 bildet, ersichtlich. In diesem aus der Mörtelmasse bestehenden Längskörper 8 ist eine erste Schlaufe 5' bzw. 5" bzw. 5"' eingebettet. Um den Längskörper 8 ist im Bereich der Schlaufenenden, wie vorgängig beschrieben worden ist, jeweils ein Spannring 13 eingesetzt. Dieser Spannring 13, der ebenfalls aus einem kohlefaserverstärkten Kunststoff bestehen kann, umschliesst den Längskörper 8 im Bereich der ersten Schlaufen 5', 5" und 5"', in diesen Bereichen wird das Ausbrechen der mörtelartigen Massen unterdrückt, was zur Verstärkung des Verankerungsteils 2 dient. Aus Figur 5 sind auch die Rippen 12 ersichtlich, die über die Oberfläche 10 des Längskörpers 8 vorstehend sind.

[0028] Aus den Figuren 6 und 7 ist der erfindungsgemässe Erd- und Felsanker 3 im in den zu stabilisierenden Untergrund 14 eingesetzten Zustand ersichtlich. Hierzu wird der eine Endbereich 4 mit dem Verankerungsteil 2 des Zugelementes 1 in eine im Untergrund 14 angebrachte Bohrung 15 eingeführt. Zum Einführen können in bekannter Weise Hilfsmittel verwendet werden, wie beispielsweise Stäbe zum Einstossen des Längskörpers 8 in die Bohrung 15. Nach dem genauen Positionieren des Verankerungsteils 2 in der Bohrung 15 kann in bekannter Weise in den Hohlraum um den Verankerungsteil 2 und der Wandung der Bohrung 15 eine aushärtbare Masse initiiert werden, nach dem Aushärten dieses Füllmaterials wird eine optimale Verbindung zwischen Verankerungsteil 2 und Untergrund 14 erreicht.

[0029] Der andere Endbereich 6 des Erd- und Felsankers 3, der als zweite Schlaufe 7 ausgebildet ist, wird in einer Ankerkopfeinrichtung 16 befestigt, die, wie später noch gesehen wird, als Spanneinrichtung ausgebildet ist. Ein derartig eingesetzter Erd- und Felsanker 3 kann Längen von bis zu 70 Meter oder mehr aufweisen. Bei derartigen Längen kann es zweckmässig sein, das Zugelement 1 in mehrere Teilstücke zu unterteilen und diese über Kupplungsmittel zu verbinden, was das Handling vereinfacht. Der Längskörper 8 kann ohne Weiteres eine Länge von 6 Metern haben, wodurch eine optimale Verankerung in der Bohrung 15 des zu stabilisierenden Untergrund 14 erreicht werden kann.

[0030] Aus Figur 8 ist die Ankerkopfeinrichtung 16 ersichtlich, mit welchem der andere Endbereich 6 des Zugelementes 1 des Erd- und Felsankers 3 gehalten wird. Die Ankerkopfeinrichtung 16 besteht aus einem Tragbügel 17, der mit zwei Längsschlitzen 18 versehen ist. In diese Längsschlitze 18 eingelegt ist ein Bolzen 19. Über diesen Bolzen 19 ist die zweite Schlaufe 7 des Zugelementes 1 gelegt. Der Bolzen 19 lässt sich zusammen mit der zweiten Schlaufe 7 des Zugelementes 1 in Richtung der Längsschlitze 18 spannen. Hierzu sind Spannschrauben 20 vorgesehen, die in den Bolzen 19 eingeschraubt sind, und die auf dem Tragbügel 17 abgestützt sind. Dadurch lässt sich das Zugelement 1 in einfacher Weise auf die gewünschte Spannkraft spannen. Der Tragbügel 17 stützt sich auf einer entsprechend geformten, Neigungen aufnehmenden Longarine 21 ab, diese Tragplatte ist auf eine weitere Platte 22 aufgelegt, die beispielsweise aus Beton bestehen kann, und über welche der Untergrund im Oberflächenbereich stabilisiert wird. Die Ankerkopfeinrichtung 16 wird in bekannter, nicht dargestellter Weise gegen Korrosion geschützt.

[0031] Figur 9 zeigt nochmals den einen Endbereich 4 mit dem Längskörper 8 des Erd- und Felsankers 3 und dem im Untergrund verankerten Verankerungsteil 2. Das durch die Bohrung 15 geführte Zugelement 1 kann freigehalten werden, es ist auch denkbar, die Bohrung mit einer entsprechenden aushärtbaren Masse bis oben aufzufüllen.

[0032] Ein derartiger Erd- und Felsanker lässt sich auf einfache Weise herstellen, die Krafteinleitung über den Verankerungsteil in den zu stabilisierenden Untergrund ist optimal, das Zugelement ist keiner Korrosion unterworfen, somit kann auf entsprechende Kontrollen verzichtet werden. Derartige Erd- und Felsanker lassen sich auf einfache Weise in den Untergrund einsetzen, sie können auch einfach transportiert werden, da das Zugelement flexibel ist und aufgewickelt werden kann, wodurch auch eine grosse Platzersparnis erreicht wird. Zudem zeichnet sich das Zugelement auch durch ein sehr geringes Gewicht aus. Das Zugelement lässt sich entsprechend dimensionieren, indem das Band breiter und/oder dicker ausgebildet sein kann, je nachdem, welche Kräfte aufgenommen werden müssen.


Ansprüche

1. Erd- und Felsanker, umfassend ein längsstabiles flexibles Zugelement (1), einen Verankerungsteil (2), in welchem das Zugelement (1) mit dem einen Endbereich (4) fixiert ist, und einer Ankerkopfeinrichtung(16), in welchem das Zugelement (1) mit dem anderen Endbereich (6) gehalten ist, welcher Verankerungsteil (2) dazu bestimmt ist, in ein Erd- oder Felsbohrloch (15) eingeführt und dort verankert zu werden, dadurch gekennzeichnet, dass das längsstabile flexible Zugelement (1) mindestens am einen Endbereich (4), der im Verankerungsteil (2) fixiert ist, mindestens eine erste Schlaufe (5', 5", 5"') aufweist, und dass der Verankerungsteil (2) ein im Wesentlichen prismatischer oder zylindrischer Längskörper (8) ist, der durch eine aushärtbare Masse gebildet ist, von welcher die mindestens eine erste Schlaufe (5', 5", 5'") des längsstabilen flexiblen Zugelementes (1) umschlossen ist.
 
2. Erd- und Felsanker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das längsstabile flexible Zugelement (1) aus einem faserverstärkten Kunststoff gebildet ist.
 
3. Erd- und Felsanker nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das längsstabile flexible Zugelement (1) aus mehreren Lagen besteht, wobei im einen Endbereich (4), der im Verankerungsteil (2) fixiert ist, jede Lage oder ein Bündel von Lagen jeweils eine separate erste Schlaufe (5'; 5"; 5'") bildet, welche separaten ersten Schlaufen (5'; 5"; 5'") jeweils unterschiedliche Längen aufweisen.
 
4. Erd- und Felsanker nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die aushärtbare Masse, aus welcher der Verankerungsteil (2) gebildet ist, eine mörtelartige Masse ist.
 
5. Erd- und Felsanker nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (10) des Verankerungsteils (2) mit Strukturen (11) versehen ist.
 
6. Erd- und Felsanker nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturen (11) aus über die Oberfläche (10) des Verankerungsteils (2) vorstehenden Rippen (12) bestehen, welche im Wesentlichen quer zur Zugrichtung der Kraft, die auf das Zugelement (1) und auf den Verankerungsteil (2) wirksam ist, ausgerichtet sind.
 
7. Erd- und Felsanker nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Verankerungsteil (2) mindestens über Teilbereiche seiner Länge mit Spannringen (13) umschlossen ist.
 
8. Erd- und Felsanker nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spannring (13) im Eintrittsbereich des Zugelementes (1) in den Verankerungsteil (2) angeordnet ist.
 
9. Erd- und Felsanker nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannringe (13) jeweils im Bereich der Enden der ersten Schlaufen (5'; 5"; 5'") des Zugelementes (1) im Verankerungsteil (2) angeordnet sind.
 
10. Erd- und Felsanker nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der andere Endbereich (6) des Zugelementes (1) als zweite Schlaufe (7) ausgebildet ist.
 
11. Erd- und Felsanker nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass in der Ankerkopfeinrichtung (16) ein quer zur Zugrichtung angeordneter Bolzen (19) vorgesehen ist,
 
12. Erd- und Felsanker nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass über den Bolzen (19) die zweite Schlaufe (7) gelegt ist.
 
13. Erd- und Felsanker nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Bolzen (19) in einer Spanneinrichtung, die in der Ankerkopfeinrichtung (16) angeordnet ist, angebracht ist.
 




Zeichnung



















Recherchenbericht









Recherchenbericht