[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Erd- und Felsanker, umfassend ein
längsstabiles flexibles Zugelement, einen Verankerungsteil, in welchem das Zugelement
mit dem einen Endbereich fixiert ist, und einer Ankerkopfeinrichtung, in welchem das
Zugelement mit dem anderen Endbereich gehalten ist, welcher Verankerungsteil dazu
bestimmt ist, in ein Erd- oder Felsbohrloch eingeführt und dort verankert zu werden.
[0002] Derartige Erd- und Felsanker dienen insbesondere dazu, Hänge und Felswände zu stabilisieren,
indem die vom Verankerungsteil im Oberflächenbereich der zu stabilisierenden Erd-
und Felsmassen aufzunehmenden Kräfte in tieferliegende stabile Bodenschichten eingeleitet
werden. Zur Übertragung dieser Kräfte vom Verankerungsteil in die tieferliegenden
Bodenschichten dient ein Zugelement, das üblicherweise aus einem Stab oder aus Drahtlitzen
gebildet ist, die in den tieferen Bodenschichten verankert werden. Hierzu werden diese
Stäbe bzw. Litzen über eine in das entsprechende Bohrloch initiierte Mörtelmasse fixiert.
Über die Ankerkopfeinrichtung lässt sich das Zugelement spannen, über eine Verankerungsplatte,
auf der sich eine Longarine abstützt, kann das oberflächige Erdreich oder die Felsmassen
entsprechend stabilisiert werden.
[0003] Derartige Erd- und Felsanker sollen dauerhaft eingesetzt werden, was bedeutet, dass
die entsprechenden Bauteile der Erd- und Felsanker insbesondere gegen Korrosion geschützt
sein müssen. Hierzu sind verschiedenste Methoden bekannt, beispielsweise kann das
Zugelement in eine Kunststoffhülle eingesetzt sein, die Zugelemente können auch in
Kunststoffrohren untergebracht werden, die beispielsweise mit Fett gefüllt sind.
[0004] Die Herstellung derartig korrosionsgeschützter Erd- und Felsanker ist relativ aufwändig,
insbesondere ist es auch erforderlich, dass solche Erd- und Felsanker im eingebauten
Zustand überprüft werden müssen, um feststellen zu können, ob eine Korrosion eingesetzt
hat, was sich auf die Festigkeit von derartigen Erd- und Felsankern sehr negativ auswirken
kann. Derartige Kontrollvorgänge werden beispielsweise in bekannter Weise durch Widerstandsmessungen
ausgeführt, was ebenfalls aufwändig ist.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, einen Erd- und Felsanker
zu schaffen, der einfach in der Herstellung ist, und bei welchem insbesondere die
Verankerung im Bohrloch und auch am Verankerungsteil in optimaler Weise erfolgen kann.
[0006] Erfindungsgemäss erfolgt die Lösung dieser Aufgabe dadurch, dass das längsstabile
flexible Zugelement mindestens am einen Endbereich, der im Verankerungsteil fixiert
ist, mindestens eine erste Schlaufe aufweist, und dass der Verankerungsteil ein im
Wesentlichen prismatischer oder zylindrischer Längskörper ist, der durch eine aushärtbare
Masse gebildet ist, von welchem die mindestens eine erste Schlaufe des längsstabilen
flexiblen Zugelementes umschlossen ist.
[0007] Der Verankerungsteil mit der darin fixierten mindestens einen ersten Schlaufe des
längsstabilen flexiblen Zugelementes wird vorfabriziert, sodass gewährleistet ist,
dass die Fixierung dieser Schlaufe im Verankerungsteil optimal ist. Dieser aus einer
aushärtbaren Masse gebildete Längskörper mit dem fixierten Zugelement wird in das
Bohrloch eingesetzt, durch Initiieren einer weiteren aushärtbaren Masse in das Bohrloch
wird der Längskörper in optimaler Weise im Bohrlochgrund verankert und gehalten.
[0008] In vorteilhafter Weise ist das längsstabile flexible Zugelement aus einem faserverstärkten
Kunststoff gebildet, vorzugsweise kohlefaserverstärkten Kunststoff, wodurch eine Korrosion
ausgeschlossen werden kann. Ein derartiges Zugelement hat zudem den Vorteil, dass
es biegsam ist, das flexible Zugelement kann beispielsweise zum Transport des Erd-
und Felsankers aufgerollt werden, was eine Platzeinsparung der Längenausdehnung derartiger
Felsanker zur Folge hat. Durch die Möglichkeit des Aufrollens oder Umbiegens des längsstabilen
flexiblen Zugelementes ist der Platzbedarf vor dem Bohrloch beim Einsetzen des Erd-
und Felsankers gering.
[0009] In vorteilhafter Weise besteht das längsstabile flexible Zugelement aus mehreren
Lagen, wobei im einen Endbereich, der im Verankerungsteil fixiert ist, jede Lage oder
ein Bündel von Lagen jeweils eine separate erste Schlaufe bildet, welche separaten
ersten Schlaufen jeweils unterschiedliche Längen aufweisen. Dadurch erfolgt eine stufenweise
Fixierung dieses Zugelementes im Verankerungsteil, wodurch die Verankerung und die
Kraftaufnahme wesentlich verbessert wird.
[0010] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die aushärtbare
Masse, aus welcher der Verankerungsteil gebildet ist, eine mörtelartige Masse ist.
Diese mörtelartige Masse lässt sich in eine Form giessen, in welcher der eine Endbereich
des flexiblen Zugelementes eingelegt ist, wodurch eine feste Verbindung zwischen mörtelartiger
Masse nach deren Aushärtung und den ersten Schlaufen des flexiblen Zugelementes gewährleistet
ist.
[0011] In vorteilhafter Weise ist die Oberfläche des Verankerungsteils mit Strukturen versehen,
welche in der Form, in welcher der Verankerungsteil hergestellt wird und in welchem
die ersten Schlaufen eingegossen sind, vorgesehen werden können, wodurch zwischen
der Oberfläche des Verankerungsteils und der in das Bohrloch initiierten aushärtbaren
Masse eine optimale Verbindung entsteht.
[0012] In vorteilhafter Weise bestehen die Strukturen aus über die Oberfläche des Verankerungsteils
vorstehenden Rippen, welche im Wesentlichen quer zur Zugrichtung der Kraft, die auf
das Zugelement und auf den Verankerungsteil wirksam ist, ausgerichtet sind, was eine
optimale Fixierung ergibt.
[0013] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass der Verankerungsteil
mindestens über Teilbereiche seiner Länge mit Spannringen umschlossen ist. Durch diese
Spannringe wird vermieden, dass der aus einer mörtelartigen Masse ausgehärtete Längskörper
in diesen Bereichen ausbrechen kann.
[0014] In vorteilhafter Weise ist ein Spannring im Eintrittsbereich des Zugelementes in
den Verankerungsteil angeordnet, da in diesem Bereich die Kraftaufnahme sehr gross
ist.
[0015] In vorteilhafter Weise sind diese Spannringe jeweils im Bereich der Enden der ersten
Schlaufen des Zugelementes im Verankerungsteil angeordnet, da in diesen Bereichen
die Ausbruchgefahr am grössten ist.
[0016] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass der andere
Endbereich des Zugelementes als zweite Schlaufe ausgebildet ist. Das Zugelement lässt
sich somit als Endlosschlaufe herstellen, was sich positiv auf deren Festigkeit auswirkt.
[0017] In vorteilhafter Weise ist in der Ankerkopfeinrichtung ein quer zur Zugrichtung angeordneter
Bolzen vorgesehen, über diesen Bolzen lässt sich die zweite Schlaufe des Zugelementes
in einfacher Weise auflegen, die Halterung des Zugelementes in der Ankerkopfeinrichtung
ist optimal.
[0018] Der Bolzen ist in einer Spanneinrichtung angebracht, die in der Ankerkopfeinrichtung
angeordnet ist, wodurch sich das Zugelement in einfacher Weise durch Verschieben des
Bolzens mehr oder weniger spannen lässt.
[0019] Eine Ausführungsform der Erfindung wird nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnung
beispielhaft näher erläutert.
[0020] Es zeigt:
Figur 1 in räumlicher Darstellung ein Zugelement eines Erd- und Felsankers, eingesetzt
in den Verankerungsteil;
Figur 2 in räumlicher Darstellung das Zugelement mit mehreren ersten Schlaufen und
der zweiten Schlaufe;
Figur 3 eine Schnittdarstellung durch den Verankerungsteil mit eingesetztem Zugelement
und Spannringen entlang Linie III-III gemäss Figur 5;
Figur 4 eine Schnittdarstellung durch den Verankerungsteil mit eingesetztem Zugelement
und Spannringen entlang Linie IV-IV gemäss Figur 5;
Figur 5 eine Schnittdarstellung durch den Verankerungsteil mit eingesetztem Zugelement
entlang Linie V-V gemäss Figur 4;
Figur 6 die Darstellung eines erfindungsgemässen Erd- und Felsankers im in den Untergrund
eingesetzten Zustand;
Figur 7 eine Schnittdarstellung des erfindungsgemässen Erd- und Felsankers, im in
den Untergrund eingesetzten Zustand;
Figur 8 eine Schnittdarstellung einer Ankerkopfeinrichtung im eingesetzten Zustand;
und
Figur 9 den Verankerungsteil mit eingesetzten Zugelement im in den Untergrund eingesetzten
Zustand.
[0021] Aus Figur 1 ist ein längsstabiles flexibles Zugelement 1 mit dem Verankerungsteil
2 eines Erd- und Felsankers 3 ersichtlich. Der eine Endbereich 4 dieses Zugelementes
1 ist im Verankerungsteil 2 fixiert. Der Verankerungsteil 2 besteht aus einer aushärtbaren
Masse, insbesondere eine mörtelartige Masse, die Verbindung zwischen Verankerungsteil
2 und Zugelement 1 wird dadurch erreicht, dass der eine Endbereich 4 des Zugelementes
1 in eine Form oder Schalung eingelegt wird, welche Form oder Schalung durch die aushärtbare
Masse ausgegossen wird. Nach dem aushärten dieser Masse kann die Form oder Schale
entfernt werden, man erhält einen Verankerungsteil 2, in welchem der eine Endbereich
4 des Zugelementes in optimaler Weise fixiert und gehalten ist. Dieser Verankerungsteil
2 wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch einen Längskörper 8 gebildet, der
eine zylindrische Form aufweist. Selbstverständlich wäre es auch denkbar, diesem Längskörper
8 eine prismatische oder eine andere geeignete Form zu geben. Hierbei ist der eine
Endbereich 4 des Zugelementes 1 als erste Schlaufe 5 ausgebildet; wie später noch
beschrieben wird, kann das Zugelement 1 mehrere erste Schlaufen 5 aufweisen.
[0022] Der andere Endbereich 6 des Zugelementes 1 ist als zweite Schlaufe 7 ausgebildet,
die in einer nicht dargestellten Ankerkopfeinrichtung befestigt werden kann, wie später
noch beschrieben wird.
[0023] In Figur 2 ist das längsstabile flexible Zugelement 1 dargestellt. Dieses Zugelement
1 ist aus einem faserverstärkten Kunststoff gebildet, vorzugsweise aus einem kohlefaserverstärkten
Kunststoff, wobei aber auch glasfaserverstärkte Kunststoffe oder andere geeignete
verstäkte Kunsstoffe denkbar sind. Zur Herstellung dieses Zugelementes 1 können mehrere
Lagen aus kohlefaserverstärkten Kunststoff verwendet werden, wobei jede dieser Lagen
oder ein Bündel von Lagen eine Endlosschlaufe bildet. Die innerste Lage bzw. Bündel
von Lagen bildet die erste Schlaufe 5', die zweite bzw. mittlere Lage bzw. Bündel
von Lagen bildet die erste Schlaufe 5", die äusserste Lage bzw. Bündel von Lagen bildet
die erste Schlaufe 5"', diese drei ersten Schlaufen 5', 5" und 5"' weisen unterschiedliche
Längen auf. Im Bereich der zweiten Schlaufe 7 sind alle diese Lagen aufeinanderliegend
ausgebildet, sodass eine einzige zweite Schlaufe 7 gebildet wird. Im mittleren Bereich
des Zugelementes 1 sind sämtliche Lagen, die die Schlaufen bilden, aufeinanderliegend
angeordnet, jede dieser Lagen bildet ein Band, im mittleren Bereich 9 besteht somit
das Zugelement 1 aus mehreren übereinanderliegenden Bändern. Diese Bänder können über
die ganze Länge laminiert sein, sie können auch nur bereichsweise alternierend laminiert
sein. Selbstverständlich kann auch eine andere Anzahl von Lagen und Schlaufen gewählt
werden, je nach Einsatzart des Erd- und Felsankers. Die Lagen können auch übereinanderliegend
und/oder nebeneinanderliegend angeordnet werden, sodass auch nebeneinander angeordnete
Schlaufen mit unterschiedlichen Längen denkbar sind. Grosse Längen aufweisende Schlaufen
können zusätzlich noch mit Einschnürungen versehen sein.
[0024] Aus den Figuren 3 und 4 ist der Längskörper 8 ersichtlich, der den Verankerungsteil
2 bildet. Insbesondere Figur 4 zeigt die ersten Schlaufen 5', 5" und 5"', wie sie
in der ausgehärteten Masse, die den Längskörper 8 bildet, eingelagert sind. Durch
diese Anordnung der ersten Schlaufen 5', 5" und 5"' wird eine optimale Fixierung im
Längskörper 8 erhalten, der durch die mörtelartige Masse gebildet ist. Üblicherweise
wird eine bekannte, hochfeste mörtelartige Masse eingesetzt. Dieser mörtelartigen
Masse kann zu deren zusätzlichen Verstärkung in bekannter Weise noch Fasermaterial
beigemischt werden.
[0025] Wie ebenfalls aus den Figuren 3 und 4 ersichtlich ist, ist die Oberfläche 10 des
den Verankerungsteil 2 bildenden Längskörpers 8 mit über die Oberfläche 10 vorstehenden
Strukturen 11 versehen. Im hier dargestellten Ausführungsbeispiel sind diese Strukturen
11 als Rippen 12 ausgebildet, die im Wesentlichen quer zur Zugrichtung der Kraft,
die auf das Zugelement 1 wirkt, ausgerichtet sind und beispielsweise als spiralförmig
umlaufende Rippen 12 ausgebildet sein können. Diese Strukturen 11 bzw. Rippen 12 sind
in die Oberfläche der Giessform eingearbeitet, beim Herstellen des Längskörpers 8
durch den Giessvorgang werden diese auf der Oberfläche 10 desLängskörpers abgebildet.
[0026] Im Bereich der Enden der ersten Schlaufen 5', 5" und 5"' und im Eintrittsbereich
des Zugelementes 1 in den Verankerungsteil 2 ist der Längskörper 8 jeweils mit einem
Spannring 13 umschlossen, wie später noch im Detail beschrieben wird. Diese Spannringe
13 dienen der Verstärkung des Längskörpers 8 insbesondere im Eintrittsbereich des
Zugelementes 1 in den Verankerungsteil 2 und im Bereich der ersten Schlaufen 5', 5"
und 5"'. In diesen Bereichen wird dadurch bei Belastung des Erd- und Felsankers die
Gefahr eines Ausbrechens der mörtelartigen Masse minimiert.
[0027] Aus Figur 5 ist ein Querschnitt durch den Längskörper 8, der den Verankerungsteil
2 bildet, ersichtlich. In diesem aus der Mörtelmasse bestehenden Längskörper 8 ist
eine erste Schlaufe 5' bzw. 5" bzw. 5"' eingebettet. Um den Längskörper 8 ist im Bereich
der Schlaufenenden, wie vorgängig beschrieben worden ist, jeweils ein Spannring 13
eingesetzt. Dieser Spannring 13, der ebenfalls aus einem kohlefaserverstärkten Kunststoff
bestehen kann, umschliesst den Längskörper 8 im Bereich der ersten Schlaufen 5', 5"
und 5"', in diesen Bereichen wird das Ausbrechen der mörtelartigen Massen unterdrückt,
was zur Verstärkung des Verankerungsteils 2 dient. Aus Figur 5 sind auch die Rippen
12 ersichtlich, die über die Oberfläche 10 des Längskörpers 8 vorstehend sind.
[0028] Aus den Figuren 6 und 7 ist der erfindungsgemässe Erd- und Felsanker 3 im in den
zu stabilisierenden Untergrund 14 eingesetzten Zustand ersichtlich. Hierzu wird der
eine Endbereich 4 mit dem Verankerungsteil 2 des Zugelementes 1 in eine im Untergrund
14 angebrachte Bohrung 15 eingeführt. Zum Einführen können in bekannter Weise Hilfsmittel
verwendet werden, wie beispielsweise Stäbe zum Einstossen des Längskörpers 8 in die
Bohrung 15. Nach dem genauen Positionieren des Verankerungsteils 2 in der Bohrung
15 kann in bekannter Weise in den Hohlraum um den Verankerungsteil 2 und der Wandung
der Bohrung 15 eine aushärtbare Masse initiiert werden, nach dem Aushärten dieses
Füllmaterials wird eine optimale Verbindung zwischen Verankerungsteil 2 und Untergrund
14 erreicht.
[0029] Der andere Endbereich 6 des Erd- und Felsankers 3, der als zweite Schlaufe 7 ausgebildet
ist, wird in einer Ankerkopfeinrichtung 16 befestigt, die, wie später noch gesehen
wird, als Spanneinrichtung ausgebildet ist. Ein derartig eingesetzter Erd- und Felsanker
3 kann Längen von bis zu 70 Meter oder mehr aufweisen. Bei derartigen Längen kann
es zweckmässig sein, das Zugelement 1 in mehrere Teilstücke zu unterteilen und diese
über Kupplungsmittel zu verbinden, was das Handling vereinfacht. Der Längskörper 8
kann ohne Weiteres eine Länge von 6 Metern haben, wodurch eine optimale Verankerung
in der Bohrung 15 des zu stabilisierenden Untergrund 14 erreicht werden kann.
[0030] Aus Figur 8 ist die Ankerkopfeinrichtung 16 ersichtlich, mit welchem der andere Endbereich
6 des Zugelementes 1 des Erd- und Felsankers 3 gehalten wird. Die Ankerkopfeinrichtung
16 besteht aus einem Tragbügel 17, der mit zwei Längsschlitzen 18 versehen ist. In
diese Längsschlitze 18 eingelegt ist ein Bolzen 19. Über diesen Bolzen 19 ist die
zweite Schlaufe 7 des Zugelementes 1 gelegt. Der Bolzen 19 lässt sich zusammen mit
der zweiten Schlaufe 7 des Zugelementes 1 in Richtung der Längsschlitze 18 spannen.
Hierzu sind Spannschrauben 20 vorgesehen, die in den Bolzen 19 eingeschraubt sind,
und die auf dem Tragbügel 17 abgestützt sind. Dadurch lässt sich das Zugelement 1
in einfacher Weise auf die gewünschte Spannkraft spannen. Der Tragbügel 17 stützt
sich auf einer entsprechend geformten, Neigungen aufnehmenden Longarine 21 ab, diese
Tragplatte ist auf eine weitere Platte 22 aufgelegt, die beispielsweise aus Beton
bestehen kann, und über welche der Untergrund im Oberflächenbereich stabilisiert wird.
Die Ankerkopfeinrichtung 16 wird in bekannter, nicht dargestellter Weise gegen Korrosion
geschützt.
[0031] Figur 9 zeigt nochmals den einen Endbereich 4 mit dem Längskörper 8 des Erd- und
Felsankers 3 und dem im Untergrund verankerten Verankerungsteil 2. Das durch die Bohrung
15 geführte Zugelement 1 kann freigehalten werden, es ist auch denkbar, die Bohrung
mit einer entsprechenden aushärtbaren Masse bis oben aufzufüllen.
[0032] Ein derartiger Erd- und Felsanker lässt sich auf einfache Weise herstellen, die Krafteinleitung
über den Verankerungsteil in den zu stabilisierenden Untergrund ist optimal, das Zugelement
ist keiner Korrosion unterworfen, somit kann auf entsprechende Kontrollen verzichtet
werden. Derartige Erd- und Felsanker lassen sich auf einfache Weise in den Untergrund
einsetzen, sie können auch einfach transportiert werden, da das Zugelement flexibel
ist und aufgewickelt werden kann, wodurch auch eine grosse Platzersparnis erreicht
wird. Zudem zeichnet sich das Zugelement auch durch ein sehr geringes Gewicht aus.
Das Zugelement lässt sich entsprechend dimensionieren, indem das Band breiter und/oder
dicker ausgebildet sein kann, je nachdem, welche Kräfte aufgenommen werden müssen.
1. Erd- und Felsanker, umfassend ein längsstabiles flexibles Zugelement (1), einen Verankerungsteil
(2), in welchem das Zugelement (1) mit dem einen Endbereich (4) fixiert ist, und einer
Ankerkopfeinrichtung(16), in welchem das Zugelement (1) mit dem anderen Endbereich
(6) gehalten ist, welcher Verankerungsteil (2) dazu bestimmt ist, in ein Erd- oder
Felsbohrloch (15) eingeführt und dort verankert zu werden, dadurch gekennzeichnet, dass das längsstabile flexible Zugelement (1) mindestens am einen Endbereich (4), der
im Verankerungsteil (2) fixiert ist, mindestens eine erste Schlaufe (5', 5", 5"')
aufweist, und dass der Verankerungsteil (2) ein im Wesentlichen prismatischer oder
zylindrischer Längskörper (8) ist, der durch eine aushärtbare Masse gebildet ist,
von welcher die mindestens eine erste Schlaufe (5', 5", 5'") des längsstabilen flexiblen
Zugelementes (1) umschlossen ist.
2. Erd- und Felsanker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das längsstabile flexible Zugelement (1) aus einem faserverstärkten Kunststoff gebildet
ist.
3. Erd- und Felsanker nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das längsstabile flexible Zugelement (1) aus mehreren Lagen besteht, wobei im einen
Endbereich (4), der im Verankerungsteil (2) fixiert ist, jede Lage oder ein Bündel
von Lagen jeweils eine separate erste Schlaufe (5'; 5"; 5'") bildet, welche separaten
ersten Schlaufen (5'; 5"; 5'") jeweils unterschiedliche Längen aufweisen.
4. Erd- und Felsanker nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die aushärtbare Masse, aus welcher der Verankerungsteil (2) gebildet ist, eine mörtelartige
Masse ist.
5. Erd- und Felsanker nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (10) des Verankerungsteils (2) mit Strukturen (11) versehen ist.
6. Erd- und Felsanker nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturen (11) aus über die Oberfläche (10) des Verankerungsteils (2) vorstehenden
Rippen (12) bestehen, welche im Wesentlichen quer zur Zugrichtung der Kraft, die auf
das Zugelement (1) und auf den Verankerungsteil (2) wirksam ist, ausgerichtet sind.
7. Erd- und Felsanker nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Verankerungsteil (2) mindestens über Teilbereiche seiner Länge mit Spannringen
(13) umschlossen ist.
8. Erd- und Felsanker nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spannring (13) im Eintrittsbereich des Zugelementes (1) in den Verankerungsteil
(2) angeordnet ist.
9. Erd- und Felsanker nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannringe (13) jeweils im Bereich der Enden der ersten Schlaufen (5'; 5"; 5'")
des Zugelementes (1) im Verankerungsteil (2) angeordnet sind.
10. Erd- und Felsanker nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der andere Endbereich (6) des Zugelementes (1) als zweite Schlaufe (7) ausgebildet
ist.
11. Erd- und Felsanker nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass in der Ankerkopfeinrichtung (16) ein quer zur Zugrichtung angeordneter Bolzen (19)
vorgesehen ist,
12. Erd- und Felsanker nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass über den Bolzen (19) die zweite Schlaufe (7) gelegt ist.
13. Erd- und Felsanker nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Bolzen (19) in einer Spanneinrichtung, die in der Ankerkopfeinrichtung (16) angeordnet
ist, angebracht ist.