[0001] Die Erfindung betrifft ein Unterwasserarbeitssystem mit mindestens einem autonomen
Unterwasserfahrzeug und einem unbemannten, an der Wasseroberfläche schwimmenden, Relaisfahrzeug,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren
zum Betrieb eines Unterwasserwasserarbeitssystems, wobei mindestens ein autonomes
Unterwasserfahrzeug intern mit einem unbemannten, an der Wasseroberfläche schwimmenden
und angetriebenen Relaisfahrzeug kommuniziert und das Relaisfahrzeug über eine Funkantenne
extern kommuniziert.
[0002] Unbemannte Unterwasserfahrzeuge eröffnen eine Vielzahl von Möglichkeiten für Unterwasserarbeiten
und können im Vergleich zu bemannten Unterwasserfahrzeugen größere Arbeitstiefen erreichen
und in Umgebungen arbeiten, die zu gefährlich für bemannte Systeme oder Taucher sind.
Autonome Unterwasserfahrzeuge (AUV = "Autonomous Underwater Vehicle") umfassen eine
eigene Stromversorgung und erfordern keine Kommunikation mit einer menschlichen Bedienperson
während einer Mission. Sie folgen vielmehr einem vorgegebenen Missionsprogramm. Nach
Durchführung des Missionsprogramms taucht das autonome Unterwasserfahrzeug ebenfalls
selbständig auf und wird geborgen, beispielsweise von einem Mutterschiff.
[0003] Das autonome Unterwasserfahrzeug ist üblicherweise mit geeigneten Sensoren ausgestattet,
beispielsweise Sonarsensoren. Im Unterschied zu ferngelenkten Unterwasserfahrzeugen
(ROV = "Remotely Operated Vehicle"), die sich insbesondere für Missionen mit örtlich
begrenzten Untersuchungen, beispielsweise an konkreten Gegenständen unter Wasser,
unter Echtzeitbedingungen eignen, sind autonome Unterwasserfahrzeuge in der Regel
von einem Heckpropeller angetrieben und eignen sich insbesondere für großräumige oder
großflächige Aufklärung unter Wasser. Beispielsweise werden autonome Unterwasserfahrzeuge
vorteilhaft zur Kabel- und Pipeline-Inspektion oder auch zur Minensuche eingesetzt.
[0004] Es ist bekannt, während der Mission eines autonomen unbemannten Unterwasserfahrzeugs
die Messergebnisse während der Mission des autonomen Unterwasserfahrzeugs aufzuzeichnen
und gegebenenfalls kabellos zum Mutterschiff zu übermitteln. Die Übermittlung von
Information während der Mission vom getauchten Unterwasserfahrzeug ist jedoch begrenzt
und nur bei geringen Entfernungen des autonomen Unterwasserfahrzeugs zum Mutterschiff
möglich.
[0005] Um die Reichweite der Datenübertragung zum Mutterschiff zu erhöhen, ist für ferngesteuerte
Unterwasserfahrzeuge (ROV) aus der
JP 62008895 A ein Unterwasserarbeitssystem bekannt, bei dem eine Versorgungs- und Steuerleitung
eines unbemannten ferngelenkten Unterwasserfahrzeugs (ROV) mit einer an der Wasseroberfläche
schwimmenden Funkboje verbunden ist. Die Funkboje ist mit einer Funkantenne sowie
einer Empfangs- und Sendeeinheit ausgestattet. Über die Funkverbindung der Funkboje
und die Versorgungsleitung zwischen der Funkboje und dem Unterwasserfahrzeug ist das
Unterwasserfahrzeug von dem Mutterschiff fernsteuerbar.
[0006] Durch die Vermittlung der Verbindung zwischen Mutterschiff und dem ferngelenkten
Unterwasserfahrzeug über die Funkboje kann das ferngelenkte Unterwasserfahrzeug in
seinem örtlich begrenzten Arbeitsraum in größerer Entfernung vom Mutterschiff arbeiten,
als bei einer direkten Verbindung vom Unterwasserfahrzeug zum Mutterschiff möglich
wäre.
[0007] WO 91/13800 offenbart ein System für Unterwassererkundungen mit autonomen Unterwasserfahrzeugen,
welche baugleich ausgebildet sind und jeweils einen Verbrennungsmotor und einen elektrischen
Motor sowie eine Batterie aufweisen. Eines der Unterwasserfahrzeuge befindet sich
an der Wasseroberfläche, wobei der Verbrennungsmotor die Batterie auflädt. Während
dieser Phase ist das an der Oberfläche befindliche Unterwasserfahrzeug in Funkverbindung
mit einem Mutterschiff. Das andere Unterwasserfahrzeug arbeitet unter Wasser und wird
über seinen elektrischen Motor angetrieben. Die beiden Unterwasserfahrzeuge kommunizieren
kabellos über eine akustische oder optische Verbindung. Sobald die Batterie des aktiven,
abgetauchten Unterwasserfahrzeugs erschöpft ist, tauschen die Unterwasserfahrzeuge
ihre Plätze. Über die kabellose Verbindung werden Bilder vom aktiven Unterwasserfahrzeug
zum Mutterschiff übertragen, nämlich zunächst über die kabellose Verbindung zum aufgetauchten
Unterwasserfahrzeug und anschließend über die Funkverbindung des aufgetauchten Unterwasserfahrzeugs.
[0008] Das bekannte Unterwasserarbeitssystem ist zur örtlichen Untersuchung der Unterwasserwelt
vorgesehen, beispielsweise zur Erkundung eines Wracks. Für eine großflächige Aufklärung
unter Wasser, beispielsweise zur Aufklärung eines Unterwassergebiets im Rahmen der
Mienenbekämpfung oder zur Inspektion langer Pipelines, ist das stationär arbeitende
bekannte Unterwasserarbeitssystem ungeeignet.
[0009] Die
WO 2012/037174 A2 offenbart eine Boje und ein System zur Überwachung von Tauchern und anderen Unterwasserobjekten.
Dabei kann die Boje einen Taucher überwachen und Positionsinformationen über den Taucher
erhalten und diese Informationen verwenden, um sich entsprechend der weiteren Überwachung
zu positionieren.
[0010] Die Boje kann sich zur Kommunikation mit dem Taucher einer akustischen Kommunikationseinrichtung
bedienen, und die Taucherposition, biometrische und andere Daten ermitteln.
[0011] In einer Ausführungsform umfasst die Boje ein Antriebssystem und über ein akustisches
Kommunikationsmodul kann der Taucher die Boje zu einem Wirkbereich steuern.
[0012] Die lediglich akustische Kommunikation ist zwingend vorgegeben, da eine etwaige physische
Verbindung beispielsweise mittels eines Seils oder Schlauchs aus Gefährdungsgründen
nicht zulässig ist. Andererseits ist eine Datenübermittlungsrate durch die akustische
Kommunikation beschränkt, sodass eine Echtzeitfähigkeit nicht gewährleistet werden
kann.
[0013] Die
JP S57 196309 A offenbart ein indirektes Kontrollsystem für ein Unterwasserfahrzeug zur Überwachung
und Behandlung von explosiven Stoffen, bei dem ein Mutterüberwasserschiff zunächst
die Position einer explosiven Substanz im Meer detektiert und anschließend ein zweites
Überwasserboot zu dieser Position leitet. Mittels einer Winde am Heck des Überwasserbootes
wird ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug (ROV) an einem Kabel auf eine vorgegebene
Tiefe in der Nähe zur explosiven Substanz ins Meer abgelassen. Kontrollsignale werden
vom Mutterüberwasserschiff drahtlos per Funk zum Überwasserboot und vom Überwasserboot
über das Kabel zum ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug übertragen.
[0014] Die
US 5,396,859 A offenbart ein Unterwassersystem zur Verbindung von Glasfaserkabeln, bei welchem ein
U-Boot am Heck über ein erstes Glasfaserkabel mit dem Heck eines ferngesteuerten Unterwasserfahrzeuges
verbunden ist. Ein zweites Glasfaserkabel ist zwischen einer Ankerboje und einem Torpedo
im Wasser verbunden. Gesteuert vom U-Boot kann sich das Unterwasserfahrzeug derart
an die Ankerboje annähern, dass die beiden Glasfaserkabel zum Starten des Torpedos
verbunden werden.
[0015] Die
DE 10 2004 062 124 B3 offenbart eine Einrichtung zum Tracken eines Unterwasserfahrzeuges mittels einer
getauchten Plattform unter Verwendung eines akustischen Positionierungssystems. Ergänzend
zur Trackeinrichtung können Lenksignale von der Plattform über einen Lenkdraht an
die Antriebs- und Steuereinrichtung des Unterwasserfahrzeugs übertragen werden.
[0016] Die
WO 03/045776 A1 offenbart ein ferngesteuertes Minenjagdsystem, welches aus einem Unterwasserfahrzeug
mit einer über die Wasseroberfläche ausfahrbaren Antenne und einem ferngesteuerten
Unterwasserfahrzeug (ROV) besteht, welche von einer externen Kontrollstation auf einem
Überwasserschiff per Funkt gesteuert werden, wobei das ferngesteuerte Unterwasserfahrzeug
(ROV) über ein Antriebs- und Fernüberwachungskabel mit dem Unterwasserfahrzeug verbunden
ist.
[0017] Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Unterwasserarbeitssystem
mit mindestens einem autonomen unbemannten Unterwasserfahrzeug und einem unbemannten,
an der Wasseroberfläche schwimmenden Relaisfahrzeug sowie ein Verfahren zum Betrieb
eines solchen Unterwasserarbeitssystems zu schaffen, welche eine erhöhte Leistungsfähigkeit
des bei der großräumigen Unterwasseraufklärung mit kurzen Missionszeiten und eine
echtzeitfähige Datenübertragung bereitstellen.
[0018] Gelöst wird die Aufgabe durch ein Unterwasserarbeitssystem mit mindestens einem autonomen
unbemannten Unterwasserfahrzeug und einem unbemannten, an der Wasseroberfläche schwimmenden
Relaisfahrzeug, welches eine Funkantenne zur externen Kommunikation und einen Antrieb
aufweist, wobei das autonome unbemannte Unterwasserfahrzeug physikalisch über eine
Koppelverbindung mit dem Relaisfahrzeug verbunden ist, wobei die Koppelverbindung
eine interne Kommunikationseinrichtung umfasst oder die Koppelverbindung ein Bestandteil
der Kommunikationseinrichtung ist, und das Relaisfahrzeug, das autonome Unterwasserfahrzeug
und/oder die Koppelverbindung derart ausgestaltet sind, dass das Relaisfahrzeug mittels
einer Steuereinheit, insbesondere unter Berücksichtigung von Navigationsinformationen,
über das autonome Unterwasserfahrzeug führbar ist.
[0019] Somit können bidirektional zwischen dem Relaisfahrzeug und dem Unterwasserfahrzeug
Daten mit höheren Datenraten als bei einer akustischen Datenübermittlung übertragen
werden. Somit kann eine akustikfreie Kommunikation oder Datenübertragung bereitgestellt
werden.
[0020] Insbesondere kann auf plötzlich auftretende Ereignisse durch beispielsweise vor dem
Unterwasserfahrzeug auftretendes natürliches (z.B. Fische) oder technisches Objekt
(U-Boot) schnell reagiert werden.
[0021] Auch kann über die Koppelverbindung eine Energieversorgung des Unterwasserfahrzeugs
erfolgen.
[0022] Die "Koppelverbindung" verbindet physikalisch das Unterwasserfahrzeug mit dem Relaisfahrzeug.
Diese Koppelverbindung kann durch einen Schlauch oder auch ein Kabel erfolgen. Physikalisch
ist insbesondere als Gegensatz zu Funk oder Schall zu verstehen.
[0023] Weiterhin kann auf das Unterwasserfahrzeug jederzeit physikalisch zugegriffen werden,
sodass bei "Verlust" des Unterwasserfahrzeugs aufwändige Suchmanöver des Relaisfahrzeugs
unterbleiben können.
[0024] Erfindungsgemäß wird das an der Wasseroberfläche schwimmende unbemannte Relaisfahrzeug
von einer Steuereinheit unter Berücksichtigung von Navigationsinformation über das
mindestens eine autonome unbemannte Unterwasserfahrzeug geführt, wodurch das autonome
unbemannte Unterwasserfahrzeug mit quasi unbeschränkter Reichweite unter Wasser operieren
kann.
[0025] Die Steuereinheit kann einen Kurs für das Relaisfahrzeug ermitteln und kann dessen
Antrieb entsprechend ansteuern, so dass die Fahrzeuge des Unterwasserarbeitssystems
stets in einer gewünschten Position relativ zueinander stehen. Das Relaisfahrzeug
und das mindestens eine zugeordnete Unterwasserfahrzeug bilden somit insbesondere
ein autonomes Unterwasserarbeitssystem, welche als autonome Gruppe navigiert werden.
Dabei werden insbesondere vom unbemannten Unterwasserfahrzeug die während der Mission
durch die Sensoren des autonomen Unterwasserfahrzeugs erfassten Missionsinformationen
in Echtzeit zum Relaisfahrzeug vermittelt.
[0026] Unter Navigationsinformation des autonomen Unterwasserfahrzeugs ist dabei Information
über das Fahrtverhalten und die Position des autonomen unbemannten Unterwasserfahrzeugs
zu verstehen, beispielsweise die Absolutgeschwindigkeit, die Geschwindigkeit über
Grund, die Ausrichtung des Unterwasserfahrzeugs, die Tauchtiefe und die Entfernung
vom Relaisfahrzeug und/oder auch Sonarinformationen.
[0027] In vielen Missionssituationen reicht für eine zuverlässige Führung des Relaisfahrzeugs
diejenige Navigationsinformation aus, welche durch Navigationssensoren des abgetauchten
autonomen Unterwasserfahrzeugs erfasst werden und der Steuereinheit zugeführt werden.
Zusätzliche Navigationsinformation über das Relaisfahrzeug und auch das autonome Unterwasserfahrzeug
kann durch Sensoren an Bord des Relaisfahrzeugs erfasst und für die Navigation herangezogen
werden.
[0028] Vorteilhaft ist die Steuereinheit, welche das Relaisfahrzeug führt, an Bord des Relaisfahrzeugs
angeordnet, wobei die im abgetauchten Unterwasserfahrzeug erfasste Navigationsinformation
über die interne Kommunikationseinrichtung zum Relaisfahrzeug vermittelt wird.
[0029] Es ist jedoch auch eine Führung des Relaisfahrzeugs durch eine an Bord des autonomen
Unterwasserfahrzeugs angeordnete Steuereinrichtung möglich, wobei Steuerbefehle für
den Antrieb des Relaisfahrzeugs über die interne Kommunikationseinrichtung geleitet
werden. Die Anordnung der Steuereinheit, welche das Relaisfahrzeug steuert, an Bord
des Relaisfahrzeugs, hat den Vorteil, dass an Bord des schwimmfähigen Relaisfahrzeugs
grundsätzlich mehr Bauraum für eine leistungsfähige Steuereinheit zur Verfügung steht.
Ferner wird durch die Anordnung von Energie verbrauchenden Systemen, welche Information
von und für das autonome Unterwasserfahrzeug verarbeiten, an Bord des Relaisfahrzeugs
der Energiebedarf des Unterwasserfahrzeugs reduziert.
[0030] Umfasst das Unterwasserarbeitssystem mehrere autonome Unterwasserfahrzeuge, welche
einem gemeinsamen Relaisfahrzeug zugeordnet sind und jeweils über eine interne Kommunikationseinrichtung
mit dem Relaisfahrzeug verbunden sind, so ermittelt die Steuereinheit unter Berücksichtigung
der Navigationsinformation aller beteiligten Unterwasserfahrzeuge einen Kurs für das
Relaisfahrzeug, bei dem eine optimale Positionierung des Relaisfahrzeugs relativ zu
den angeschlossenen Unterwasserfahrzeugen gegeben ist.
[0031] In einer Ausführungsform ist die Kommunikationseinrichtung derart ausgestaltet, dass
diese echtzeitfähig ist. Echtzeitfähigkeit ist insbesondere dann gegeben, wenn die
Ausbreitungsgeschwindigkeit der Übertragung größer ist als bei einer akustischen Kommunikation.
Insbesondere Ausbreitungsgeschwindigkeiten oberhalb von 2000m pro Sekunde sind mit
umfasst. Insbesondere ist dann Echtzeitfähigkeit gewährleistet, wenn Sonarinformationen
unterhalb der Wiederholraten des Sonars an das Relaisfahrzeug übermittelbar sind.
[0032] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind eine Steuereinheit des
Relaisfahrzeugs und eine Steuereinheit des autonomen Unterwasserfahrzeugs derart ausgebildet,
dass über die interne Kommunikationseinrichtung Navigationsinformation in Richtung
des Relaisfahrzeugs und in der anderen Richtung Steuerbefehle für das Unterwasserfahrzeug
austauschbar ist. Auf diese Weise kann das erfindungsgemäße Unterwasserarbeitssystem
neben der Übertragung von Missionsinformation in Echtzeit von einer menschlichen Bedienperson
bedarfsweise direkt gesteuert werden, wenn dies gewünscht wird.
[0033] Das Unterwasserarbeitssystem mit der Möglichkeit der ständigen Informationsübertragung
in beiden Richtungen zwischen dem Unterwasserfahrzeug und einer Trägerplattform ermöglicht
eine Überwachung des autonom operierenden Unterwasserarbeitssystems, wobei jederzeit
ein Steuereingriff durch die Bedienperson erfolgen kann ("supervised autonomous system").
Das überwachte autonome Unterwasserarbeitssystem reduziert die Missionszeit und steigert
die Effektivität der Mission indem eine Bedienperson erkennen kann, wenn das Unterwasserfahrzeug
einer falschen Spur gefolgt sein sollte. In diesem Fall wird durch einen steuernden
Eingriff in das autonome Missionsprogramm der Verlust von Missionszeit verhindert,
was bei einem Weiterverfolgen nicht Zielführender und auf einem Irrtum beruhender
Untersuchungen die Folge wäre.
[0034] Über die interne Kommunikationseinrichtung werden vorteilhaft dem Unterwasserfahrzeug
Informationen über seine augenblickliche Position zugeleitet. Eine verlässliche Information
über die Position steht dabei im Relaisfahrzeug zur Verfügung, welches genaue Positionsdaten
über seine Funkantenne beziehen kann, beispielsweise per GPS. Dabei kann dem autonomen
Unterwasserfahrzeug diese per GPS ermittelte Position des Relaisfahrzeugs mitgeteilt
werden, so dass das Unterwasserfahrzeug mit der Kenntnis der Position des Relaisfahrzeugs
navigiert. Darüber hinaus kann eine Verarbeitung der GPS-Daten an Bord des Relaisfahrzeugs
erfolgen und dem Unterwasserfahrzeug unter Berücksichtigung der im Relaisfahrzeug
zur Verfügung stehenden Navigationsinformation des Unterwasserfahrzeugs dessen genaue
Position mitgeteilt werden.
[0035] Vorteilhaft umfasst die interne Kommunikationseinrichtung ein Lichtwellenleiterkabel,
welches das Relaisfahrzeug mit dem Unterwasserfahrzeug verbindet. Über das Lichtwellenleiterkabel
ist eine leistungsfähige Datenübertragung möglich. Die Steuereinheit des Relaisfahrzeugs
führt das Relaisfahrzeug unter Berücksichtigung von Navigationsinformation des autonomen
Unterwasserfahrzeugs derart, dass eine Zugbelastung auf das Lichtwellenleiterkabel
vermieden wird. Dabei kann es vorteilhaft sein, wenn die Steuereinheit, welche das
Relaisfahrzeug führt, auf Informationen über die Zugbelastung im Lichtwellenleiterkabel
zurückgreifen kann und bei zu hoher Zugbelastung das Relaisfahrzeug entsprechend steuert.
Zu diesem Zweck kann dem Lichtwellenleiterkabel eine Einrichtung zur Messung der Zugbelastung
zugeordnet sein.
[0036] In vorteilhafter Ausführungsform der Erfindung wird das Relaisfahrzeug dem Unterwasserfahrzeug
nachgeführt, wodurch die Zugbelastung des Lichtwellenleiterkabels reduziert oder ausgeschlossen
wird. Dabei wird beispielsweise das Relaisfahrzeug mit dem gleichen Kurs gesteuert
wie das Unterwasserfahrzeug, dessen Kurs sich aus der übertragenen Navigationsinformation
ergibt.
[0037] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist das Relaisfahrzeug Mittel
zur Bestimmung der Entfernung des Unterwasserfahrzeugs vom Relaisfahrzeug auf. Das
Relaisfahrzeug wird dabei auf der Grundlage der Navigationsinformation des Unterwasserfahrzeugs,
welche während der Mission vom Unterwasserfahrzeug geliefert werden kann, und der
aktuellen Entfernung geführt.
[0038] Dabei kann mit den Navigationsinformation des Unterwasserfahrzeugs und der Kenntnis
der Entfernung die tatsächliche Position des Unterwasserfahrzeugs eindeutig bestimmt
und der Kurs des Relaisfahrzeugs optimal abgestimmt werden, beispielsweise das Relaisfahrzeug
dem Unterwasserfahrzeug auf gleichem Kurs nachgeführt werden. Vorteilhaft wird die
Entfernung zwischen dem Unterwasserfahrzeug und dem Relaisfahrzeug mittels eines akustischen
Sendekopfes ("pinger") erfasst. Hierzu weist das Unterwasserfahrzeug und/oder das
Relaisfahrzeug einen akustischen Sendekopf auf.
[0039] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird die Navigation des Unterwasserfahrzeugs
von der Steuereinheit des Relaisfahrzeugs unterstützt oder übernommen, wodurch die
erforderliche Rechenkapazität der Steuereinheit an Bord des Unterwasserfahrzeugs und
damit der Strombedarf des Unterwasserfahrzeugs reduziert sind.
[0040] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist das Relaisfahrzeug ein mit
seiner Steuereinheit verbundenes Sonar auf, das heißt zur Ortung von Gegenständen
im Raum und unter Wasser mithilfe ausgesandter Schallimpulse geeignete Einrichtungen.
Dabei ist die Steuereinheit derart ausgebildet, dass bei Feststellen von Hindernissen
durch das Sonar Ausweichmanöver steuerbar sind.
[0041] Die Steuereinheit des Relaisfahrzeugs erkennt dabei über das Sonar Hindernisse im
Kurs des Relaisfahrzeugs und leitet Ausweichmanöver, beispielsweise durch ein seitliches
Passieren des Hindernisses, ein. In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform
ist das Relaisfahrzeug tauchfähig ausgebildet, wodurch das Relaisfahrzeug bedarfsweise
einem sehr breiten Gegenstand, wie beispielsweise einem treibenden Netz, durch Abtauchen
und Unterfahren des Hindernisses ausweicht.
[0042] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst das Relaisfahrzeug eine Datenverarbeitungseinrichtung,
welcher Information vom Unterwasserfahrzeug eingebbar ist. Dabei erfolgt an Bord des
Relaisfahrzeugs vor der Vermittlung der Information zur Trägerplattform eine Vorverarbeitung.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst das Relaisfahrzeug eine Kodiereinrichtung,
mittels welcher die über die Funkantenne zu sendende bzw. empfangene Information kodierbar
oder dekodierbar ist. Die Information, welche das Unterwasserfahrzeug intern zu dem
Relaisfahrzeug überträgt, wird dabei vor der externen Kommunikation nach vorgegebenen
Datenverarbeitungskriterien vorverarbeitet.
[0043] Dabei kann beispielsweise aus den vorhandenen Daten eine Auswahl der über die Funkstrecke
zu sendenden Information erfolgen oder eine Komprimierung. Auch wird die Information
durch eine Kodierung auf der Funkstrecke geschützt.
[0044] Besonders vorteilhaft wird solche Information, welche für die Überwachung des Unterwasserarbeitssystems
bzw. der Mission des autonomen Unterwasserfahrzeugs durch eine Bedienperson nicht
erforderlich oder erwünscht ist, an Bord des Relaisfahrzeugs gespeichert. Diese Information
kann nach Abschluss der Mission und Bergung des Unterwasserfahrzeugs ausgelesen werden
und wird in einer vorteilhaften Ausführungsform während der Mission für einen bedarfsweisen
Abruf per Funk bereitgehalten.
[0045] Weiterhin kann die Aufgabe gelöst werden durch ein Verfahren zum Betrieb eines Unterwasserarbeitssystems,
wobei mindestens ein autonomes, unbemanntes Unterwasserfahrzeug intern mit einem unbemannten,
an der Wasseroberfläche schwimmenden und angetriebenen Relaisfahrzeug kommuniziert,
wobei das Relaisfahrzeug über eine Funkantenne extern kommuniziert, wobei eine Steuereinheit
das Relaisfahrzeug unter Berücksichtigung von Navigationsinformation über das mindestens
eine autonome unbemannte Unterwasserfahrzeug führt.
[0046] In einer diesbezüglichen Ausführungsform führt die Steuereinheit das Relaisfahrzeug
dem Unterwasserfahrzeug nach.
[0047] Zudem kann das Relaisfahrzeug auf der Grundlage der Navigationsinformation des Unterwasserfahrzeugs
und der aktuellen Entfernung zwischen dem Unterwasserfahrzeug und dem Relaisfahrzeug
geführt werden, wobei die Entfernung insbesondere mittels eines akustischen Sendekopfs
am Unterwasserfahrzeug und/oder am Relaisfahrzeug erfasst wird.
[0048] In einer weiteren Ausführungsform wird die Navigation des Unterwasserfahrzeugs von
einer Steuereinheit des Relaisfahrzeugs unterstützt oder übernommen.
[0049] Um die Kommunikation zu effektivieren, kann die vom Unterwasserfahrzeug zum Relaisfahrzeug
intern übertragene Information nach vorgegebenen Kriterien vorverarbeitet wird, insbesondere
zum Teil gespeichert und zum Teil gesendet werden.
[0050] In einer weiteren Ausgestaltungsform erkennt die Steuereinheit (16) des Relaisfahrzeugs
(4) über ein Sonar (19) Hindernisse (20) im Kurs des Relaisfahrzeugs (4) und leitet
ein Ausweichmanöver durch seitliches Passieren des Hindernisses (20) und/oder Abtauchen
und Unterfahren des Hindernisses (20) ein.
[0051] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus den
Ausführungsbeispielen, welche nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert sind.
Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Unterwasserarbeitssystem mit einem autonomen Unterwasserfahrzeug und einem unbemannten
Relaisfahrzeug,
- Fig. 2
- ein Schaubild zur Kommunikation zwischen dem Relaisfahrzeug und dem unbemannten Unterwasserfahrzeug
gemäß Fig. 1.
[0052] Fig. 1 zeigt ein Unterwasserarbeitssystem 1 mit einem autonomen unbemannten Unterwasserfahrzeug
2 und einem unbemannten, an der Wasseroberfläche 3 schwimmenden Relaisfahrzeug 4.
Das Relaisfahrzeug 4 weist eine Funkantenne 5 auf, über die das Relaisfahrzeug 4 mit
einer Trägerplattform kommuniziert. Die Trägerplattform ist im gezeigten Ausführungsbeispiel
ein Seeschiff 6, welches zur Kommunikation mit dem Unterwasserarbeitssystem 1 gleichfalls
eine Funkantenne 7 trägt. Anstelle eins bemannten Seeschiffes 6 kann auch ein Leitstand
an Land oder eine andere bemannte Trägerplattform vorgesehen sein, von der aus menschliches
Bedienpersonal per Funkverbindung auch aus größerem Abstand zum Relaisfahrzeug 4 mit
dem Unterwasserarbeitssystem 1 kommunizieren kann. Das autonome unbemannte Unterwasserfahrzeug
2 ist über eine interne Kommunikationseinrichtung mit dem Relaisfahrzeug 4 verbunden,
wobei sich der Begriff "intern" auf die Kommunikation innerhalb des Unterwasserarbeitssystems
1 bezieht. Die Kommunikationseinrichtung umfasst sowohl am Relaisfahrzeug 4 als auch
am Unterwasserfahrzeug 2 jeweils eine Einrichtung zum Senden und Empfangen von Daten
sowie im Ausführungsbeispiel ein Lichtwellenleiterkabel 8. Das Lichtwellenleiterkabel
8 verbindet das Relaisfahrzeug 4 mit dem Unterwasserfahrzeug 2 bzw. verbindet die
in den jeweiligen Fahrzeugen angeordneten Einrichtungen zum Senden und Empfangen von
Information.
[0053] Das Relaisfahrzeug 4 vermittelt eine Kommunikation zwischen dem Seeschiff und dem
abgetauchten Unterwasserfahrzeug 2 während der Mission. Dabei wird über das Lichtwellenleiterkabel
8 und die Funkverbindung des Relaisfahrzeugs 4 zum Mutterschiff 6 in Echtzeit während
der Mission Missionsinformation 9 von dem autonom operierenden Unterwasserfahrzeugs
2 übertragen. Das Unterwasserfahrzeug 2 ist mit einer Kamera 10 und anderen Sensoren
zur Erfassung seiner Umwelt, im Ausführungsbeispiel ein Sonar 11, ausgestattet, deren
laufend erfasste Daten als Teil der Missionsinformation 9 über das Lichtwellenleiterkabel
8 zum Relaisfahrzeug 4 übertragen werden. Das Unterwasserfahrzeug 2 umfasst ferner
Navigationssensoren 12, welche einer Steuereinheit 13 des Unterwasserfahrzeugs 2 eingegeben
werden und der autonomen Navigation des Unterwasserfahrzeugs 2 zugrunde gelegt werden.
[0054] Das autonome unbemannte Unterwasserfahrzeug 2 folgt einem vorgegebenen Missionsprogramm
und kann unter der Führung durch seine Steuereinheit 13 unabhängig im Unterwasserraum
operieren. Über die Funkantenne 5 des Relaisfahrzeugs 4 kann jedoch eine Bedienperson
des Unterwasserarbeitssystems 1 Steuerinformation 14 zuführen, welche vom Relaisfahrzeug
4 über das Lichtwellenleiterkabel 8 an das Unterwasserfahrzeug 2 weitergeleitet wird.
Das Unterwasserarbeitssysteml kann somit autonom arbeiten, ist dabei jedoch ständig
durch die externe Kommunikation mit dem Seeschiff 6 überwachbar. Dabei kann eine Bedienperson
des Unterwasserarbeitssystems jederzeit die Steuerung des unbemannten Unterwasserfahrzeugs
übernehmen. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn sich bei der Überwachung des Unterwasserarbeitssystems
1 herausstellt, dass das Unterwasserfahrzeug 2 auf der Grundlage des vorgegebenen
autonomen Missionsprogramms einem Irrtum unterlag, beispielsweise ein Unterwasserobjekt
irrtümlich erkannt bzw. identifiziert hat.
[0055] Die Steuerinformation 14 für das Unterwasserfahrzeug 2 umfasst jedoch nicht nur vom
menschlichen Bediener angewiesene Steuerbefehle, sondern auch andere Information,
welche auf dem Relaisfahrzeug 4 für eine Verwendung auf dem autonomen Unterwasserfahrzeug
aufbereitet wird, insbesondere Information für die Navigation. Beispielsweise ist
eine regelmäßige Übermittlung einer Positionsinformation vorteilhaft, welche an Bord
des Relaisfahrzeugs 4 zur Verfügung steht und beispielsweise sehr genau per GPS über
die Funkantenne 5 ermittelbar ist.
[0056] Das Relaisfahrzeug 4 ist als Überwasserschiff ausgebildet, um ständig Funkkontakt
mit der Trägerplattform aufrechtzuerhalten und weist einen Antrieb 15 auf. Das Relaisfahrzeug
4 umfasst ferner eine Steuereinheit 16, welche das Relaisfahrzeug 4 führt und dem
Antrieb 15 entsprechend dem vorgesehenen Kurs und Geschwindigkeit ansteuert. Bei der
Führung des Relaisfahrzeugs 4 berücksichtigt die Steuereinheit 16 Navigationsinformation
über das autonome Unterwasserfahrzeug 2, welche über das Lichtwellenleiterkabel 8
in Richtung der Missionsinformation 9 zum Relaisfahrzeug 4 übertragen wird. Zusätzlich
zu der an Bord des Unterwasserfahrzeugs 2 durch die Navigationssensoren 12 ermittelten
Navigationsinformation kann zusätzliche Information über das Unterwasserfahrzeug 2
durch Sensoren an Bord des Relaisfahrzeugs 4 ermittelt werden. Hierzu sind in einem
vorteilhaften Ausführungsbeispiel Ortungsmittel an Bord des Relaisfahrzeugs 4 vorgesehen.
[0057] Zur Ermittlung einer Entfernung zwischen dem Relaisfahrzeug 4 und dem Unterwasserfahrzeug
2 ist an einem der beiden Fahrzeuge ein akustischer Sendekopf 18, ein sogenannter
"pinger", angeordnet. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der akustische Sendekopf
18 an dem unbemannten Unterwasserfahrzeug 2 angeordnet, so dass die Entfernungsbestimmung
und die dazu erforderlichen Rechenoperationen an Bord des Relaisfahrzeugs 4 erfolgen
können. An Bord des Unterwasserfahrzeugs 2 muss daher keine zusätzliche Energie für
die Entfernungsbestimmung zur Verfügung gestellt werden, welche an Bord des autonomen
Unterwasserfahrzeugs grundsätzlich begrenzt ist. Das Relaisfahrzeug 4 weist ferner
ein Sonar 19 in seinem Bugbereich auf, mit dem im Wasser treibende Hindernisse 20
rechtzeitig erkannt werden können. Wird bei der Auswertung der Signale des Sonars
19 ein Hindernis im Kurs des Relaisfahrzeugs 4 detektiert, so leitet die Steuereinheit
16 ein entsprechendes Ausweichmanöver durch seitliches Passieren ein oder veranlasst
das Relaisfahrzeug 4 zu einem Abtauchen und Unterfahren des Hindernisses 20. Hierzu
ist das Relaisfahrzeug 4 im gezeigten Ausführungsbeispiel für kurzzeitige Tauchmanöver
ausgestaltet.
[0058] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist das Relaisfahrzeug 4 ein Unterwasserfahrzeug,
welches als Relaisfahrzeug 4 an der Wasseroberfläche 3 verwendet wird. Durch Unterfahren
des Hindernisses 20 kann verhindert werden, dass breite, unter Wasser treibende Hindernisse
wie Netze und dergleichen das empfindliche Lichtwellenleiterkabel 8 zerstören. Nach
dem Unterfahren des Hindernisses 20 taucht das Relaisfahrzeug 4 unmittelbar wieder
auf und nimmt die Funkverbindung zum Seeschiff 6 wieder auf.
[0059] Die Steuereinheit 16 bestimmt den Kurs des Relaisfahrzeugs 4 nach Auswertung der
Navigationsinformation des unbemannten Unterwasserfahrzeugs derart, dass die Entfernung
zwischen den beiden Fahrzeugen vorgegebene Grenzwerte nicht überschreitet. Die Steuereinheit
16 bestimmt dabei den Kurs des Relaisfahrzeugs 4 derart, dass das Relaisfahrzeug 4
dem Unterwasserfahrzeug 2 nachgeführt wird. Wird bei der Bestimmung der Entfernung
zwischen dem Relaisfahrzeug 4 und dem Unterwasserfahrzeug 2 ein zu großer Abstand
festgestellt, so ermittelt die Steuereinheit einen neuen Kurs, mit dem das Relaisfahrzeug
4 dem Unterwasserfahrzeug 2 nachgeführt wird. Das Unterwasserfahrzeug 2 kann somit
autonom operieren, während das Relaisfahrzeug 4 an der Wasseroberfläche 3 nachgeführt
wird und stets die externe Kommunikation des Unterwasserarbeitssystems 1 mit dem Seeschiff
6 aufrechterhält.
[0060] Die interne Kommunikation zwischen der Steuereinheit 16 des Relaisfahrzeugs 4 und
der Steuereinheit 13 des autonomen unbemannten Unterwasserfahrzeugs 2 ist nachstehend
einschließlich der externen Kommunikation über das Relaisfahrzeug 4 anhand von Fig.
2 näher erläutert. Über die interne Kommunikationseinrichtung 21, welche das Lichtwellenleiterkabel
8 gemäß Fig. 1 umfasst, wird von der Steuereinheit 13 des Unterwasserfahrzeugs 2 Missionsinformation
9 übertragen, welche während der Mission von der Kamera 10 und anderen Sensoren zur
Erfassung der Umwelt aufgenommen wird. Mit der in Echtzeit übertragenen Missionsinformation
9 überträgt die Steuereinheit 13 Navigationsinformation 17 über das autonome Unterwasserfahrzeug
2 zur Steuereinheit 16 des Relaisfahrzeugs 4. Die Navigationsinformation 17 kann dabei
sowohl Rohdaten der Navigationssensoren 12 des Unterwasserfahrzeugs 2 umfassen als
auch bereits aufbereitete Navigationsinformation, welche die Steuereinheit 13 des
Unterwasserfahrzeugs 2 für ihre eigene autonome Navigation während der Mission aus
den Rohdaten der Navigationssensoren 12 zur Verfügung hat. Je nach Konfiguration des
Unterwasserarbeitssystems 1 kann die zum Relaisfahrzeug übertragene Navigationsinformation
17 auch eine Kombination aus Rohdaten und aus den Rohdaten bereits im Unterwasserfahrzeug
bestimmter Navigationsinformation sein. Besonders vorteilhaft wird die Steuereinheit
13 des Unterwasserfahrzeugs 2 mit der Steuereinheit 16 des Relaisfahrzeugs 4 derart
verknüpft, dass die Navigation des Unterwasserfahrzeugs 2 von der Steuereinheit 16
des Relaisfahrzeugs 4 unterstützt oder übernommen wird. Dabei wird die Navigationsinformation
bzw. die von den Navigationssensoren erfassten Messwerte vom Unterwasserfahrzeug 2
direkt zur Steuereinheit 16 des Relaisfahrzeugs 4 übertragen. Die Steuereinheit 16
des Relaisfahrzeugs 4 leitet nach Auswertung der eingegangenen Navigationsinformation
17 der Steuereinheit 13 des Unterwasserfahrzeugs entsprechende Steuerinformation 14
zu.
[0061] Im Fall, dass die Bedienperson an Bord des Seeschiffs 6 die Steuerung übernimmt oder
andere Befehle an das Unterwasserfahrzeug 2 weiterleiten will, empfängt das Relaisfahrzeug
4 über die Funkverbindung entsprechende Befehle und leitet eine entsprechende Steuerinformation
14 an die Steuereinheit 13 des Unterwasserfahrzeugs 2 weiter.
[0062] Die Steuereinheit 16 bestimmt aus einer Auswertung des Pingersignals des akustischen
Sendekopfes 18 (Fig. 1) des Unterwasserfahrzeugs 2 die Entfernung des Unterwasserfahrzeugs
2 vom Relaisfahrzeug 4. Mit Kenntnis der genauen Entfernung ergibt sich die genaue
Position des Unterwasserfahrzeugs 2 relativ zum Relaisfahrzeug 4. Die Steuereinheit
16 des Relaisfahrzeugs 4 empfängt ferner über die Funkantenne 5 GPS-Positionssignale
22, so dass die Steuereinheit 16 die tatsächliche Position des Relaisfahrzeugs 4 präzise
bestimmen kann. Durch Verknüpfung der tatsächlichen Position des Relaisfahrzeugs mit
der relativen Position des Unterwasserfahrzeugs wird die tatsächliche Position des
Unterwasserfahrzeugs ermittelt, welche dem Unterwasserfahrzeug als Bestandteil der
Steuerinformation 14 zur Verfügung gestellt wird. Damit kann die autonome Navigation
des Unterwasserfahrzeugs beim Ablauf des Missionsprogramms auf die genaue Position
des Unterwasserfahrzeugs zurückgreifen, welche das autonome Unterwasserfahrzeug während
seiner Mission unter Wasser nicht zuverlässig bestimmen kann.
[0063] Erkennt die Steuereinheit 16 des Relaisfahrzeugs eine zu große Entfernung zwischen
dem Relaisfahrzeug 4 und dem Unterwasserfahrzeug 2, so wird eine Kurskorrektur vorgenommen,
um das Relaisfahrzeug 4 dem Unterwasserfahrzeug 2 nachzuführen. Die Steuereinheit
16 ermittelt entsprechende Steuerbefehle 23 für den Antrieb 15 des Relaisfahrzeugs
4. Bei der Navigation des Relaisfahrzeugs 4 berücksichtigt die Steuereinheit 16 die
eingehenden Messwerte des Sonars 19 des Relaisfahrzeugs 4, wobei gegebenenfalls Ausweichmanöver
bei voraus liegenden Hindernissen 20 gesteuert werden. Zur Verbesserung der Genauigkeit
der Navigation sind in dem Relaisfahrzeug 4 weitere Navigationssensoren 24 angeordnet,
welche der Steuereinheit 16 bei der Führung des Relaisfahrzeugs 4 weitere Information
bereit stellen. Der Steuereinheit 16 des Relaisfahrzeugs 4 ist eine Datenverarbeitungseinrichtung
25 zugeordnet, in der die zur externen Kommunikation 26 vorgesehene Information vorverarbeitet
wird. Dabei kann eine Auswahl der zur externen Kommunikation 26 gewünschten Information
erfolgen, beispielsweise ausschließlich Missionsinformation 9 in Echtzeit übertragen
werden. Die Datenverarbeitungseinrichtung kann darüber hinaus zur Speicherung von
Information genutzt werden, so dass entsprechende Einrichtungen an Bord des Unterwasserfahrzeugs
2 nicht erforderlich sind bzw. die Stromversorgung des Unterwasserfahrzeugs 2 entlastet
ist.
[0064] Die externe Kommunikation 26 erfolgt im gezeigten Ausführungsbeispiel über eine Kodiereinrichtung
27, welche die zur externen Kommunikation 26 vorgesehene Information kodiert bzw.
die über die Antenne empfangene Information dekodiert und der Steuereinheit 6 zur
Verfügung stellt. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass bei der externen Kommunikation
26 des Unterwasserarbeitssystems über die Funkantenne 5 verschlüsselte Information
übertragen wird.
1. Unterwasserarbeitssystem (1) mit mindestens einem autonomen unbemannten Unterwasserfahrzeug
(2) und einem unbemannten, an der Wasseroberfläche (3) schwimmenden Relaisfahrzeug
(4), welches eine Funkantenne (5) zur externen Kommunikation (26) und einen Antrieb
(15) aufweist, wobei das autonome unbemannte Unterwasserfahrzeug (2) physikalisch
über eine Koppelverbindung mit dem Relaisfahrzeug (4) verbunden ist, wobei die Koppelverbindung
eine interne Kommunikationseinrichtung (21) umfasst oder die Koppelverbindung ein
Bestandteil der Kommunikationseinrichtung (21) ist, wobei das Relaisfahrzeug (4),
das autonome Unterwasserfahrzeug (2) und/oder die Koppelverbindung derart ausgestaltet
sind, dass das Relaisfahrzeug (4) mittels einer Steuereinheit (16), unter Berücksichtigung
von Navigationsinformationen, über das autonome Unterwasserfahrzeug (2) führbar ist,
sodass das autonome unbemannte Unterwasserfahrzeug (2) mit quasi unbeschränkter Reichweite
unter Wasser operierbar ist.
2. Unterwasserarbeitssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kommunikationseinrichtung derart ausgestaltet ist, dass diese echtzeitfähig ist.
3. Unterwasserarbeitssystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuereinheit (16) des Relaisfahrzeugs (4) und eine Steuereinheit (13) des Unterwasserfahrzeugs
(2) derart ausgebildet sind, dass über die interne Kommunikationseinrichtung (21)
Navigationsinformation (17) für das Relaisfahrzeug (4) und Steuerinformation (22)
für das Unterwasserfahrzeug (2) austauschbar sind.
4. Unterwasserarbeitssystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelverbindung mittels eines Lichtwellenleiterkabels (8) erfolgt, welches das
Relaisfahrzeug (4) mit dem Unterwasserfahrzeug (2) physikalisch verbindet.
5. Unterwasserarbeitssystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Relaisfahrzeug (4) und/oder das Unterwasserfahrzeug (2) Mittel zur Bestimmung
der Entfernung des Unterwasserfahrzeugs (2) vom Relaisfahrzeug (4) aufweist oder aufweisen.
6. Unterwasserarbeitssystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterwasserfahrzeug (2) und/oder das Relaisfahrzeug (4) einen akustischen Sendekopf
(18) aufweist oder aufweisen.
7. Unterwasserarbeitssystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Relaisfahrzeug (4) und/oder das Unterwasserfahrzeug (2) ein Sonar (19) aufweist
oder aufweisen, wobei insbesondere das Relaisfahrzeug (4) und/oder das Unterwasserfahrzeug
(2) derart ausgebildet sind, dass bei Erfassung von Hindernissen (20) durch das Sonar
(19) Ausweichmanöver des Unterwasserfahrzeugs (2) und/oder Relaisfahrzeugs (4) steuerbar
sind, wobei das Steuern insbesondere durch das jeweils nicht ausweichende Fahrzeug
(2,4) erfolgt.
8. Unterwasserarbeitssystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Relaisfahrzeug (4) tauchfähig ausgebildet ist.
9. Unterwasserarbeitssystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Relaisfahrzeug (4) eine Datenverarbeitungseinrichtung (25) umfasst, in welche
Information (9, 17) vom Unterwasserfahrzeug (2) eingebbar ist.
10. Unterwasserarbeitssystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Relaisfahrzeug (4) eine Kodiereinrichtung (27) umfasst, mittels welcher über
die Funkantenne (5) zu sendende oder zu empfangene Information kodierbar oder dekodierbar
ist.
1. Underwater working system (1) with at least one autonomous unmanned underwater vehicle
(2) and an unmanned relay vehicle (4) floating on the water surface (3), which relay
vehicle has a radio antenna (5) for external communication (26) and a drive (15),
wherein the autonomous unmanned underwater vehicle (2) is connected physically to
the relay vehicle (4) by a coupling connection, wherein the coupling connection comprises
an internal communication device (21) or the coupling connection is a constituent
of the communication device (21), wherein the relay vehicle (4), the autonomous underwater
vehicle (2) and/or the coupling connection are configured so that the relay vehicle
(4) can be guided by the autonomous underwater vehicle (2) by means of a control unit
(16), taking navigation information into account, so that the autonomous unmanned
underwater vehicle (2) is operable with quasi unlimited range under water.
2. Underwater working system according to claim 1,
characterised by that the communication device is configured so that this is real-time capable.
3. Underwater working system according to one of the preceding claims,
characterised by that a control unit (16) of the relay vehicle (4) and a control unit (13) of the
underwater vehicle (2) are formed so that navigation information (17) for the relay
vehicle (4) and control information (22) for the underwater vehicle (2) can be exchanged
via the internal communication device.
4. Underwater working system according to any one of the preceding claims,
characterised by that the coupling connection is realised by an optical fibre cable (8), which physically
connects the relay vehicle (4) to the underwater vehicle (2).
5. Underwater working system according to any one of the preceding claims,
characterised by that the relay vehicle (4) and/or the underwater vehicle (2) has or have means for
determining the distance of the underwater vehicle (2) from the relay vehicle (4).
6. Underwater working system according to any one of the preceding claims,
characterised by that the underwater vehicle (2) and/or the relay vehicle (4) has or have an acoustic
transmitting head (18).
7. Underwater working system according to any one of the preceding claims,
characterised by that the relay vehicle (4) and/or the underwater vehicle (2) has or have a sonar
(19), wherein in particular the relay vehicle (4) and/or the underwater vehicle (2)
are formed so that upon detection of obstacles (20) by the sonar (19), evasive manoeuvres
of the underwater vehicle (2) and/or relay vehicle (4) are controllable, wherein the
controlling takes place in particular by the non-evading vehicle (2, 4) in each case.
8. Underwater working system according to any one of the preceding claims,
characterised by that the relay vehicle (4) is formed to be submersible.
9. Underwater working system according to any one of the preceding claims,
characterised by that the relay vehicle (4) comprises a data processing device (25), in which information
(9, 17) can be entered by the underwater vehicle (2).
10. Underwater working system according to any one of the preceding claims,
characterised by that the relay vehicle (4) comprises a coding device (27), by means of which information
to be transmitted or received via the radio antenna (5) can be coded or decoded.
1. Système de travail sous-marin (1) comprenant au moins un véhicule sous-marin (2) autonome
sans équipage et un véhicule relais (4) sans équipage flottant à la surface de l'eau
(3), qui comporte une antenne radioélectrique (5) pour la communication externe (26)
et un entraînement (15), le véhicule sous-marin (2) autonome sans équipage étant relié
de manière physique au véhicule relais (4) par une liaison de couplage, la liaison
de couplage comprenant un dispositif de communication (21) interne ou la liaison de
couplage étant un constituant du dispositif de communication (21), le véhicule relais
(4), le véhicule sous-marin (2) autonome et/ou la liaison de couplage étant configurés
de telle manière que le véhicule relais (4) peut être guidé au moyen d'une unité de
commande (16), en tenant compte d'informations de navigation concernant le véhicule
sous-marin (2) autonome, de sorte que le véhicule sous-marin (2) autonome sans équipage
est manoeuvrable sous l'eau avec une portée presque illimitée.
2. Système de travail sous-marin selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif de communication est configuré de manière à être apte à fonctionner
en temps réel.
3. Système de travail sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une unité de commande (16) du véhicule relais (4) et une unité de commande (13) du
véhicule sous-marin (2) sont réalisées de telle manière que des informations de navigation
(17) pour le véhicule relais (4) et des informations de commande (22) pour le véhicule
sous-marin (2) peuvent être échangées par le biais du dispositif de communication
(21) interne.
4. Système de travail sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la liaison de couplage est effectuée au moyen d'un câble à fibres optiques (8), qui
relie le véhicule relais (4) au véhicule sous-marin (2) de manière physique.
5. Système de travail sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le véhicule relais (4) et/ou le véhicule sous-marin (2) comporte ou comportent des
moyens destinés à déterminer la distance entre le véhicule sous-marin (2) et le véhicule
relais (4).
6. Système de travail sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le véhicule sous-marin (2) et/ou le véhicule relais (4) comporte ou comportent un
émetteur acoustique (18).
7. Système de travail sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le véhicule relais (4) et/ou le véhicule sous-marin (2) comporte ou comportent un
sonar (19), le véhicule relais (4) et/ou le véhicule sous-marin (2) étant en particulier
réalisés de telle manière que, lors de la détection d'obstacles (20) par le sonar
(19), des manoeuvres d'évitement du véhicule sous-marin (2) et/ou du véhicule relais
(4) peuvent être commandées, la commande étant effectuée en particulier par le véhicule
(2, 4) qui, respectivement, ne réalise pas l'évitement.
8. Système de travail sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le véhicule relais (4) est réalisé submersible.
9. Système de travail sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le véhicule relais (4) comprend un dispositif de traitement de données (25), dans
lequel des informations (9, 17) peuvent être entrées par le véhicule sous-marin (2).
10. Système de travail sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le véhicule relais (4) comprend un dispositif de chiffrement (27), au moyen duquel
des informations à envoyer ou à recevoir par le biais de l'antenne radioélectrique
(5) peuvent être chiffrées ou déchiffrées.