[0001] Die Erfindung betrifft eine Zuführeinrichtung für eine Siebmaschine. Die Zuführeinrichtung
umfasst eine Förderrinne mit einem Rinnenboden, einem Aufgabebereich und einer längsseitigen
Abwurfkante sowie ein mit der Förderrinne gekoppeltes Schwingungsgebersystem.
[0002] Siebmaschinen weisen üblicherweise ein oder mehrere, gegebenenfalls übereinander
gestapelte und horizontal oder schräg geneigt ausgerichtete Siebdecks auf. Die Siebdecks
haben typischerweise einen rechteckigen Grundrahmen, der im Wesentlichen über seine
gesamte Fläche mit Siebgewebe, auch Siebbelag bezeichnet, bespannt ist. Es wird so
eine durchgängige und spaltfreie, großflächig benutzbare Siebfläche bereitgestellt.
Üblicherweise wird zumindest das Siebgewebe, gegebenenfalls das gesamte Siebdeck durch
einen Schwingungsgeber, z.B. Unwucht-Motoren, in Schwingungen versetzt, durch die
der Siebprozess effektiver und der Durchsatz an Siebgut erhöht wird. Zudem wird, entweder
hervorgerufen durch eine stärkere Neigung des Siebgewebes gegenüber der Horizontalen
oder durch eine Schwingungsbewegung mit einer Schwingungskomponente schräg zur Ausdehnungsebene
der Siebfläche erreicht, das aufgegebenes Siebgut entlang der Längsausrichtung der
Siebfläche bewegt wird. In einem solchen Fall wird das Siebgut als Schüttgut an einer
der Querseiten der Siebmaschine durch einen Zufuhrschacht auf das oder die Siebdecks
aufgegeben, wobei gesiebtes Feinkorn im Siebdurchgang und ungesiebtes Grobkorn auf
der der Zufuhrseite gegenüberliegenden Querseite der Siebmaschine im Überlauf klassiert
wird.
[0003] Um einen effektiven Betrieb der Siebmaschine mit hohem Durchsatz bei gleichzeitig
guter Siebqualität zu gewährleisten, ist eine gleichmäßige Zufuhr des zu siebenden
Schüttgutes über die Breite der Querseite der Siebmaschine erforderlich.
[0004] In einer beispielsweise aus der Druckschrift
DE 71 08 278 bekannten Ausgestaltung einer Zuführeinrichtung der oben genannten Art weist diese
eine schmale und lange Förderrinne auf, die quer zur Siebmaschine an deren Zufuhrseite
der Siebmaschine vorgelagert ist. Im Bereich des Zufuhrschachts der Siebmaschine weist
die Förderrinne der Zuführeinrichtung eine oder mehrere schräg verlaufende Abwurfkanten
auf. Seitlich steht die Förderrinne über die Seitenbegrenzung der Siebmaschine hinaus
und weist in dem von der Abwurfkante gegenüberliegenden Endbereich einen Aufgabebereich
für das Schüttgut auf. Die Förderrinne ist mit Schwingungsgebern, beispielsweise Unwucht-Motoren
gekoppelt, sodass im Aufgabebereich aufgebrachtes Schüttgut in Richtung der Abwurfkanten
transportiert wird. Auf dem Weg von dem Aufgabebereich bis zum Beginn der schrägen
Abwurfkanten verbreitet sich das aufgegebene Schüttgut nach Möglichkeit vollständig
über die gesamte Breite der Förderrinne und wird so an den schrägen Abwurfkanten ebenfalls
gleichmäßig über die gesamte Breite des Siebdecks verteilt. Nachteilig an dieser Ausgestaltung
ist ein erhöhter Platzbedarf für die Siebmaschine, da die Zufuhreinrichtung seitlich
über die Begrenzungskanten der Siebmaschine hinausragt. Entsprechend können Siebmaschinen
nicht unmittelbar nebeneinanderliegend aufgestellt werden, woraus ein erhöhter Platzbedarf
und damit erhöhte Gesamtkosten für den Betreiber der Siebmaschine resultieren. Zudem
ist es notwendig die Abwurfkanten manuell, teilweise in Abhängigkeit des Aufgabegutes,
einzustellen. Dies kann nur während des Maschinenstillstandes geschehen und erfordert
somit mehrere iterative Schritte bis das gewünschte Ergebnis erzielt wird.
[0005] Aus der Druckschrift
DE 44 17 162 C1 ist ein Schwingförderer bekannt, bei der ein auf einer eingehenden Förderinne zugeführter
Materialstrom wahlweise auf eine von mehreren ausgehenden Förderrinnen geleitet wird.
Die wahlweise Förderung zu einer der ausgehenden Förderrinnen wird durch zwei Unwucht-motoren
erreicht, deren Phasenlage zueinander elektronisch durch eine entsprechende Motoransteuerung
variiert werden kann.
[0006] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Zuführeinrichtung für eine
Siebmaschine der eingangs genannten Art zu schaffen, die bei kompakten Abmessungen
eine homogene Materialabwurfrate entlang ihrer Abwurfkante erreicht und die somit
gut an eine Siebmaschine angebaut oder mit einer Siebmaschine kombiniert werden kann,
ohne die Anforderung an dem Platzbedarf beim Aufstellen einer Siebmaschine wesentlich
zu erhöhen und keine weiteren Einstellarbeiten erfordert.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Zuführeinrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
[0008] Erfindungsgemäß zeichnet sich eine Zuführeinrichtung für eine Siebmaschine der eingangs
genannten Art dadurch aus, dass durch das Schwingungsgebersystem angeregte Schwingungen
der Förderrinne Komponenten in Längsrichtung und in Querrichtung des Rinnenbodens
sowie in einer zum Rinnenboden senkrechten Richtung haben, wobei die Komponenten in
Längsrichtung und Querrichtung zueinander phasenverschoben sind. Dabei ist das Schwingungsgebersystem
derart mit der Förderrinne gekoppelt, dass eine von dem Schwingungsgebersystem erzeugte
dynamische Kraft beabstandet von einer Hauptträgheitsachse der Förderrinne auf diese
einwirkt.
[0009] Dadurch, dass die Schwingungskomponenten in Längs- und Querrichtung des Rinnenbodens
der Förderrinne phasenverschoben sind, vollführt die Förderrinne in der Ebene des
Rinnenbodens eine elliptische Schwingung. Zusammen mit der Schwingungskomponente in
der zum Rinnenboden senkrechten Richtung führt die Förderrinne räumlich gesehen damit
eine Schwingung in Form eines triachsialen Ellipsoids durch. Die Hauptachse der Schwingungsellipse
in der Ebene des Rinnenbodens bestimmt dabei die Fördererrichtung des Materials. In
der Richtung der Nebenachse der Schwingungsellipse ergibt sich ein Auseinanderfließen
des Materials quer zur Förderrichtung. Auf dem Weg vom Aufgabebereich zur Abwurfkante
wird der Materialstrom dadurch derart verbreitert, dass auch bei kompakten Abmessungen
der Förderrinne eine gleichmäßige Abgaberate entlang der Abwurfkante erreicht wird.
[0010] Hauptträgheitsachsen der Förderrinne sind solche, die entlang ausgezeichneter Symmetrierichtungen
der Förderrinne verlaufen und durch ihren Massenschwerpunkt gehen. Bei einer rechtwinkligen
Förderrinne verlaufen die Hauptträgheitsachsen beispielsweise in Längs- und in Querrichtung
in der Ebene der Förderrinne sowie in einer Richtung senkrecht dazu, jeweils durch
den Massenschwerpunkt. Ein Schwingungsgebersystem, dessen Krafteinwirkung nicht entlang
einer dieser Hauptträgheitsachsen auf die Förderrinne einwirkt, übt einen Drehmoment
um eine der Hauptträgheitsachsen auf die Förderrinne auf. Auch eine lineare Schwingungskraft,
die das Schwingungsgebersystem abgibt, führt dann zu einer Schwingung der Förderrinne
mit Komponenten in Längs- und Querrichtung derselben. Auf die genannte Art kann somit
mit einem Schwingungsgebersystem, das nur eine lineare Schwingung erzeugt, die erfindungsgemäße
räumlich-ellipsenförmige Schwingungsanregung der Förderrinne erfolgen. In einer bevorzugten
Ausgestaltung weist das Schwingungsgebersystem zwei Unwucht-Motoren auf. Dadurch kann
auf eine bekannte und etablierte Art zur Erzeugung einer linearen Schwingung zurückgegriffen
werden, um die erfindungsgemäße elliptische Schwingung in der Ebene des Rinnenbodens
zu erzeugen. Alternative Antriebe könnten aber u.a. auch Magnetantriebe und Richterreger
sein.
[0011] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Zuführeinrichtung ist der Aufgabebereich
in einer von der Abwurfkante entfernten Ecke des Rinrienbodens ausgebildet. Bei dieser
Ausgestaltung kann die Hauptförderrichtung diagonal über den Rinnenboden führen. Die
Länge des Förderwegs wird so bei gegebenen Ausmaßen der Förderrinne maximiert. Mit
der Länge des Förderwegs steigt die zur Verbreiterung des Materialstroms zur Verfügung
stehende Wegstrecke. Auf diese Weise kann auch bei kompakten Ausmaßen eine bestmögliche
Homogenisierung des Abgabestroms entlang der Abgabekante erreicht werden.
[0012] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Zuführeinrichtung ist der Aufgabebereich
durch ein Staublech, das beabstandet von einem Rinnenboden der Förderrinne angeordnet
ist, von einem benachbarten Bereich der Förderrinne abgetrennt, wobei in diesem benachbarten
Bereich die Abwurfkante angeordnet ist. Es werden so Schwankungen bei der Schüttgutaufgabemenge
ausgeglichen und die Homogenität der Abgaberate entlang der Abgabekante weiter verbessert.
[0013] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Zuführeinrichtung ist ein schräg,
bzw. diagonal über den Rinnenboden verlaufendes Leitblech vorgesehen. Dieses Leitblech
verhindert ein Ausbreiten des Materialstroms in die der Abwurfkante und dem Aufgabebereich
gegenüberliegenden Ecke des Rinnenbodens. So wird verhindert, dass sich dort Material
ansammelt. Bevorzugt bilden das Staublech und das Leitblech gemeinsam mit der Abwurfkante
ein Dreieck, dessen längste Seite die Abwurfkante bildet.
[0014] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Zuführeinrichtung ist eine in
der Längsrichtung des Rinnenbodens verlaufende Stützstruktur mit der Förderrinne verbunden,
wobei das Schwingungsgebersystem an der Stützstruktur befestigt ist. Das Schwingungsgebersystem
kann durch Verschieben entlang der Stützstruktur bestmöglich positioniert werden.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mithilfe von sieben
Figuren näher erläutert. Die Figuren zeigen:
- Fig. 1 bis 3
- verschiedene perspektivische Darstellungen einer Zuführeinrichtung;
- Fig. 4 und 5
- verschiedene schematische Ansichten der Zuführeinrichtung der Fig. 1 bis 3;
- Fig. 6
- ein Diagramm, in dem die Abhängigkeit eines Förderwinkels von der Position eines Schwingungsgebersystems
wiedergegeben ist und
- Fig. 7
- eine schematisch perspektivische Darstellung einer Siebmaschine mit angekoppelter
Zuführeinrichtung.
[0016] In den Fig. 1 bis 5 ist ein Ausführungsbeispiel einer Zuführeinrichtung 1 für eine
Siebmaschine 2 jeweils in schematischer Darstellung gezeigt. Die Fig. 1 und 2 geben
die Zuführeinrichtung 1 in verschiedenen perspektivischen Ansichten von vorne und
schräg oben wieder. Fig. 3 zeigt eine perspektivische Rückansicht von schräg oben.
In den Fig. 4 und 5 ist die Zuführeinrichtung 1 in einer schematischen Vorderansicht
(Fig. 4) bzw. Draufsicht (Fig. 5) dargestellt. In allen Figuren kennzeichnen gleiche
Bezugszeichen gleiche Elemente.
[0017] Die Zuführeinrichtung 1 weist eine Förderrinne 10 mit einem rechteckigen Rinnenboden
11 auf. An den Querseiten ist der Rinnenboden 11 von Seitenteilen 12 begrenzt. An
einer der gegenüber den Querseiten längeren Längsseiten ist die Förderrinne 10 offen.
Die entsprechende Längskante des Rinnenbodens 11 bildet hier eine Abwurfkante 14 für
die Zuführeinrichtung 1. Zur Stabilisierung des Rinnenbodens 11 kann dieser im Bereich
der Abwurfkante 14 ebenso wie auf der in der Figur nicht sichtbaren Unterseite mit
Verstärkungsrippen verschraubt sein. Die Richtungen des Rinnenbodens 11, in der die
Längsseiten bzw. die Querseiten der Förderrinne 10 verlaufen, werden im Folgenden
auch als x-Richtung bzw. y-Richtung bezeichnet. Die senkrecht zu der Ebene, in der
sich der Rinnenboden 11 erstreckt, verlaufende Richtung wird als z-Richtung bezeichnet.
[0018] Ein in einer Ecke zwischen einem der Seitenteile 12 und der Rückwand 13 gelegener
Teil des Rinnenbodens 11 stellt einen Aufgabenbereich 15 dar, in den im Betrieb der
Zuführeinrichtung 1 das zu siebende Material als Schüttgut eingebracht wird. Von anderen
Abschnitten des Rinnenbodens 11 ist der Aufgabebereich 15 durch ein quer über und
beabstandet zum Rinnenboden 11 verlaufendes Staublech 16 abgetrennt. Im dargestellten
Beispiel verläuft das Staublech 16 von einer der vorderen Ecken, bzw. dem der Abwurfkante
14 zugewandten Ende des einen Seitenteils 12, des Rinnenbodens 11 in etwa einem Winkel
von 45° Grad zur Abwurfkante 14 bis zur gegenüberliegenden Rückwand 13. Zwischen dem
Staublech 16 und dem Rinnenboden 11 ist ein paralleler Spalt einer Spalthöhe d gebildet.
Dieser Spalt ist beispielsweise in der Vorderansicht der Fig. 4 sichtbar. Bevorzugt
ist das Staublech 16 so über Winkellaschen mit dem Seitenteil 12 und der Rückwand
13 verbunden, dass die Spalthöhe d kontinuierlich oder in vorgegebenen Stufen einstellbar
ist. Die Verstellbarkeit der Spalthöhe d des Staublechs ist in der Fig. 4 durch den
Pfeil mit dem Bezugszeichen 23 symbolisiert. Auch eine automatische Anpassung der
Spalthöhe d, z.B. in Abhängigkeit der Aufgabemenge, kann vorgesehen sein.
[0019] Von der dem Aufgabebereich 15 diagonal gegenüberliegenden Ecke des Rinnenbodens 11
verläuft ein Leitblech 17 ebenfalls quer über den Rinnenboden 11 bis zur Rückwand
13. An der Rückwand 13 ist das Leitblech 17 benachbart zum Staublech 16 befestigt.
Das Leitblech 17 sitzt möglichst spaltlos auf dem Rinnenboden 11 auf und ist, wie
beispielsweise in Fig. 3 sichtbar ist, bevorzugt mit dem Rinnenboden 11 verbunden.
[0020] Entsprechend einer hohen Materialbelastung im Betrieb der Zuführeinrichtung, zum
Einen durch die nachfolgend näher erläuterte Schwingungsbewegung und zum Anderen durch
abrasiv wirkende aufgegebene und transportierte Materialien, ist die Förderrinne 10
bevorzugt aus Stahlblechen und/oder -profilen gefertigt, die miteinander verschraubt,
vernietet oder verschweißt sind.
[0021] Die Zuführeinrichtung 1 ist schwingfähig auf einem hier nicht dargestellten Gestell
gelagert. Zu diesem Zweck sind, wie in den Fig. 2 und 3 ersichtlich, im Bereich der
Ecken der Zuführeinrichtung 1 Schwingungslagerungen 18, beispielsweise Gummi/Metall-Puffer
vorgesehen. Unterhalb des Rinnenbodens 11 ist zwischen den Seitenteilen 12 eine Traverse
19 angeordnet, an denen ein Schwingungsgebersystem 20 montiert ist. Die Traverse verläuft
entlang der Längsrichtung der Zuführeinrichtung (X-Richtung). Bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel ist das Schwingungsgebersystem 20 durch zwei benachbarte Unwucht-Motoren
21 realisiert. Die beiden Unwucht-Motoren 21 werden gegenläufig synchron betrieben,
sodass eine senkrecht zur Längsausdehnung der Traverse 19 ausgerichtete dynamische
Kraft, im Folgenden auch als Schwingungskraft bezeichnet, auf die Traverse 19 ausgeübt
wird. Die Unwucht-Motoren 21 können beispielsweise durch eine mechanische Kopplung
oder durch eine Selbst-Synchronisation synchronisiert werden.
[0022] Die Traverse 19 und mit ihr das Schwingungsgebersystem 20 sind um die x-Achse gedreht,
sodass der Kraftvektor der dynamisch erzeugten Schwingungskraft in der yz-Ebene liegt
und von null verschiedene y- und z-Komponenten aufweist. Der entsprechende Kraftvektor
steht somit schräg auf dem Rinnenboden 11 und weist vom Rinnenboden 11 aus betrachtet
nach oben und nach vorne in Richtung der Abwurfkante 14. Im Betrieb werden durch die
Unwucht-Motoren 21 Schwingungsbewegungen mit Frequenzen im Bereich von etwa 60 Hertz
und Schwingungsamplituden im Bereich von einigen Millimetern bei Beschleunigungen
von mehreren Erdbeschleunigungen g erreicht. Die genannten Größen der Schwingungsparameter
sind lediglich beispielhaft und nicht einschränkend für die Erfindung zu verstehen.
[0023] Die Ebene, in der die dynamische Kraft des Schwingungsgebersystems 20 wirkt, ist
in Fig. 4 mit dem Bezugszeichen 22 versehen eingezeichnet. Sie verläuft parallel zur
yz-Ebene und verläuft mittig zwischen den Unwucht-Motoren 21. Weiterhin ist in der
Fig. 4 der Schwerpunkt S der Zuführeinrichtung 1 angegeben. Bezüglich der Längsrichtung
(x-Richtung) liegt dieser im Wesentlichen mittig, wobei mögliche kleinere Abweichungen
durch die Masse des Schwingungsgebersystems 20 in dieser schematischen Darstellung
nicht berücksichtigt sind.
[0024] Das Schwingungsgebersystem 20 ist anmeldungsgemäß so an der Traverse 19 angeordnet,
dass sich ein von null verschiedener Abstand x
S zwischen der Ebene der Krafteinwirkung 22 und einer durch den Schwerpunkt verlaufenden
Hauptträgheitsachse ergibt. Mit anderen Worten ist das Schwingungsgebersystem 20 so
angeordnet, dass die von ihm ausgehende dynamische Kraft nicht am Schwerpunkt S angreift,
sondern um den Abstand x
S beabstandet davon.
[0025] Würde die Kraft am Schwerpunkt S angreifen, beispielsweise dadurch, dass die Unwucht-Motoren
21 mittig an der Traverse 19 oder symmetrisch um den Mittelpunkt der Traverse 19 montiert
sind, würde sich eine Schwingung der Förderrinne 10 einstellen, die Schwingungskomponenten
in z- und in y-Richtung aufweist, jedoch keine Schwingungskomponenten in x-Richtung.
Durch die gewählte Anordnung des Schwingungsgebersystems 20 stellen sich jedoch zusätzliche
Schwingungskomponenten in x-Richtung ein. Diese zusätzlichen Schwingungskomponenten
in x-Richtung führen zu einer Transportrichtung t für das aufgegebene Material, die
quer über die Förderrinne 11 verläuft, wie dieses in der Draufsicht der Fig. 5 angegeben
ist. Die Transportrichtung t wird im Folgenden durch einen Förderwinkel α beschrieben,
den sie in der xy-Ebene, also in der Ebene des Rinnenbodens 11, gegenüber der x-Achse,
also der Längsrichtung der Förderrinne 10, einnimmt. Die Schwingungskomponenten in
x- und y-Richtung sind dabei abhängig von den Positionen der Unwucht-Motoren 21 mehr
oder weniger phasenverschoben zueinander, so dass sich eine elliptische Schwingung
in der xy-Ebene, als der Ebene des Rinnenbodens 11 einstellt. Zusammen mit der Schwingung
in z-Richtung ergibt sich das Schwingungsbild eines triachsialen Ellipsoids.
[0026] Das in den Aufgabebereich 15 aufgegebene Material verteilt sich im Betrieb der Zuführeinrichtung
1 zunächst im Aufgabebereich 15 und wird von diesem unter dem Staublech 16 her in
Transportrichtung t gefördert. Durch den über seiner Länge parallelen Spalt unter
dem Staublech 16 der Höhe d bildet sich eine Materialschicht auf der Förderrinne hinter
dem Staublech 16 einer gleichmäßigen Schichtdicke d aus. Diese Schicht wird durch
die kombinierte Schwingungsbewegung in Längs- und Querrichtung in der Förderrichtung
t über den Rinnenboden 11 transportiert. Eventuelle Inhomogenitäten in der Materialschichtdicke
werden entlang des Förderwegs durch die seitliche Transportkomponente ausgeglichen.
Dieser seitliche Materialausgleich wird durch die elliptische Bewegung des Rinnenbodens
11 in seiner xy-Ebene erreicht. Die Hauptachse der Ellipse legt dabei die Förderrichtung
t fest, die Nebenachse bestimmt das Auseinanderfließen des Materials quer zur Förderrichtung
t. Dabei verhindert das Leitblech 17 ein Verbreitern der Schicht in den dem Aufgabebereich
15 gegenüberliegenden hinteren Bereich der Förderrinne 10 (in der Fig. 5 der Bereich
oben rechts).
[0027] Eine beim Verlassen des Aufgabebereichs 15 inhomogene Schichtdicke kann sich beispielsweise
durch einen unkontrollierten Überlauf von Material aus dem Aufgabebereich 15 ergeben,
wenn deutlich mehr Material in den Aufgabebereich 15 gebracht wird als von der Zuführeinrichtung
1 abgeworfen wird. Im umgekehrten Fall, wenn weniger Material in den Aufgabebereich
15 gegeben wird als von der Zuführeinrichtung 1 abgeworfen wird, kann die Schichtdicke
im Aufgabebereich 15 bereichsweise unter den Spaltabstand d fallen, wodurch sich ebenfalls
Schichtdicken-Inhomogenitäten einstellen können. Für den Betrieb der Zuführeinrichtung
1 hat sich eine Betriebsführung als vorteilhaft für eine möglichst homogene Schichtdicke
erwiesen, bei der die Materialzufuhr in den Aufgabebereich 15 so eingestellt wird,
dass ständig ein geringer Überlauf von beispielsweise einigen Prozent an transportiertem
Material einstellt. Das entlang der Förderrichtung t transportierte Material fällt
mit einer entsprechend der homogenen Schichtdicke über die gesamte Länge der Abwurfkante
14 konstanten Rate von der Zuführeinrichtung 1 in eine nachgeordnete Siebmaschine,
um diese gleichmäßig zu beschicken.
[0028] In der Fig. 6 ist in Form eines Diagramms die Abhängigkeit des Förderwinkels α von
dem Abstand x
S zwischen dem Kraftvektor und dem Schwerpunkt S wiedergegeben. Der Abstand x
S ist in willkürlichen Einheiten angegeben. Die dargestellten Punkte sind gemessene
Werte, die durch die Messpunkte gelegte Linie ist eine Trennlinie.
[0029] Wie erwartet ergibt sich bei einer symmetrischen Anordnung der Unwucht-Motoren 21
um den Schwerpunkt S, also für den Fall x
S= 0, ein Förderwinkel α von 90°, also eine Förderung in y-Richtung senkrecht auf die
Abwurfkante 14 zu. Mit steigendem Abstand x
S fällt der Förderwinkel α kontinuierlich auf einen Wert von hier etwa 30°. Der einzustellende
optimale Förderwinkel ergibt sich aus der hinteren Ecke des Staubleches hin zu einer
vorderen Ecke, gebildet aus Abwurfkante und dem Seitenteil, das der Aufgabe gegenüberliegt.
[0030] In Fig. 7 ist eine Anordnung einer Zuführeinrichtung 1 an einer Siebmaschine 2 dargestellt.
In diesem Ausführungsbeispiel beträgt die Längsausdehnung der Zuführeinrichtung 1
in etwa die halbe Breite der Siebmaschine 2. Zur vollständigen Befüllung der Siebmaschine
2 sind daher zwei nebeneinander angeordnete Zuführeinrichtungen 1 vorgesehen, von
denen in der Fig. 7 aus Gründen der Übersichtlichkeit nur eine dargestellt ist.
[0031] Die Zuführeinrichtung 1 ist so angeordnet, dass die Abwurfkante 14 über einem Zuführschacht
3 der Siebmaschine 2 positioniert ist. Es ist in der Fig. 7 ersichtlich, dass die
anmeldungsgemäße Zuführeinrichtung 1 so kompakt ausgestaltet ist, dass sie insbesondere
nicht über die seitliche Begrenzung der Siebmaschine 2 hinausragt. Von notwendigen
Abständen für Montage- und Wartungszwecke abgesehen, können somit mehrere Siebmaschinen
2 unmittelbar nebeneinander angeordnet werden. Gegenüber den vorherigen Figuren ist
die Zuführeinrichtung 1 dieser Figur um eine Staubhaube 24 ergänzt, in die ein Aufgaberohrstutzen
25 eingesetzt ist, durch den im Betrieb das Siebgut in den Aufgabebereich 15 der Förderrinne
10 gebracht wird.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Zuführeinrichtung
- 2
- Siebmaschine
- 3
- Zufuhrschacht
- 10
- Förderrinne
- 11
- Rinnenboden
- 12
- Seitenteil
- 13
- Rücken
- 14
- Abwurfkante
- 15
- Aufgabebereich
- 16
- Staublech
- 17
- Leitblech
- 18
- Schwingungslagerung
- 19
- Traverse
- 20
- Schwingungsgebersystem
- 21
- Unwucht-Motor
- 22
- Ebene des Kraftvektors
- 23
- Pfeil
- 24
- Staubhaube
- 25
- Aufgaberohrstutzen
1. Zuführeinrichtung (1) für eine Siebmaschine (2), aufweisend eine Förderrinne (10)
mit einem Rinnenboden (11), einem Aufgabebereich (15) und einer Abwurfkante (14) sowie
ein mit der Förderrinne (10) gekoppeltes Schwingungsgebersystem (20), wobei durch
das Schwingungsgebersystem (20) angeregte Schwingungen der Förderrinne (10) Komponenten
in Längsrichtung (x) und in Querrichtung (y) des Rinnenbodens (11) sowie in einer
zum Rinnenboden (11) senkrechten Richtung (z) haben, wobei die Komponenten in Längsrichtung
(x) und Querrichtung (y) zueinander phasenverschoben sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwingungsgebersystem (20) derart mit der Förderrinne (10) gekoppelt ist, dass
eine von dem Schwingungsgebersystem (20) erzeugte dynamische Kraft beabstandet von
einer Hauptträgheitsachse der Förderrinne (10) auf diese einwirkt.
2. Zuführeinrichtung nach Anspruch 1, bei der das Schwingungsgebersystem (20) zwei Unwucht-Motoren
(21) aufweist.
3. Zuführeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei der der Aufgabebereich (15)
in einer von der Abwurfkante (14) entfernten Ecke des Rinnenbodens (11) ausgebildet
ist.
4. Zuführeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der der Aufgabebereich (15)
durch ein Staublech (16), das beabstandet von dem Rinnenboden (11) der Förderrinne
(10) angeordnet ist, von einem benachbarten Bereich der Förderrinne (10) abgetrennt
ist, wobei in diesem benachbarten Bereich die Abwurfkante (14) angeordnet ist.
5. Zuführeinrichtung nach Anspruch 4, bei der das Staublech (16) in seiner Höhe über
dem Rinnenboden (11), die eine Spalthöhe (d) festlegt, einstellbar ist.
6. Zuführeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der ein schräg, ggf. diagonal
über den Rinnenboden (11) verlaufendes Leitblech (17) vorgesehen ist.
7. Zuführeinrichtung nach Anspruch 6, bei der das Staublech (16) und das Leitblech (17)
gemeinsam mit der Abwurfkante (14) ein Dreieck bilden, dessen längste Seite die Abwurfkante
(14) bildet.
8. Zuführeinrichtung nach Anspruch 6 oder 7, bei der das Leitblech parallel zu einer
Hauptförderrichtung (t), entlang der Material über den Rinnenboden (11) transportiert
wird, verläuft.
9. Zuführeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei der eine in Längsrichtung
(x) des Rinnenbodens (11) verlaufende Stützstruktur mit der Förderrinne (10) verbunden
ist, wobei das Schwingungsgebersystem (20) an der Stützstruktur befestigt ist.
1. A supply device (1) for a screening machine (2), comprising a conveying channel (10)
with a channel bottom (11), a feed region (15) and an ejection edge (14), as well
as a vibration transducer system (20) coupled to the conveying channel (10), wherein
vibrations of the conveying channel (10) excited by the vibration transducer system
(20) have components in a longitudinal direction (x) and in a transverse direction
(y) of the channel bottom (11) and in a direction (z) perpendicular to the channel
bottom (11), wherein the components are phase-shifted in the longitudinal direction
(x) and transverse direction (y) in relation to each other, characterized in that the vibration transducer system (20) is coupled to the conveying channel (10) such
that a dynamic force generated by the vibration transducer system (20) spaced from
a main axis of inertia of the conveying channel (10) acts thereon.
2. A supply device according to claim 1, wherein the vibration transducer system (20)
comprises two unbalance motors (21).
3. A supply device according to one of the claims 1 or 2, wherein the loading area (15)
is formed in a corner of the channel bottom (11) remote from the ejection edge (14).
4. A supply device according to one of the claims 1 to 3, wherein the loading area (15)
is separated from an adjacent region of the conveying channel (10) by a baffle plate
(16) which is spaced from the channel bottom (11) of the conveying channel (10), wherein
the ejection edge (14) is arranged in this adjacent area.
5. A supply device according to claim 4, wherein the baffle plate (16) is adjustable
in its height above the channel bottom (11) which defines a gap height (d).
6. A supply device according to one of the claims 1 to 5, wherein a guide plate (17)
is provided, which extends obliquely, optionally diagonally over the channel bottom
(11).
7. A supply device according to claim 6, wherein the baffle plate (16) and the guide
plate (17) together with the ejection edge (14) form a triangle whose longest side
forms the ejection edge (14).
8. A supply device according to claim 6 or 7, wherein the guide plate extends parallel
to a main conveying direction (t), along which material is transported over the channel
bottom (11).
9. A supply device according to one of the claims 1 to 8, wherein a support structure
extending in the longitudinal direction (x) of the channel bottom (11) is connected
to the conveying channel (10), with the vibration transducer system (20) being fastened
to the support structure.
1. Installation d'alimentation (1) pour une machine de tamisage (2), comprenant une rigole
de transport (10) avec un fond de rigole (11), une zone de dépose (15) et un bord
de déversement (14) ainsi qu'un système générateur de vibrations (20) couplé à la
rigole de transport (10), dans laquelle les vibrations de la rigole de transport (10)
provoquées par le système générateur de vibrations (20) comportent des composantes
dans le sens longitudinal (x) et dans le sens transversal (y) du fond de rigole (11)
ainsi que dans un sens vertical (z) par rapport au fond de rigole (11), les composantes
dans le sens longitudinal (x) et le sens transversal (y) étant déphasées les unes
par rapport aux autres, caractérisé en ce que le système générateur de vibrations (20) est couplé avec la rigole de transport (10)
de telle manière qu'une force dynamique générée par le système générateur de vibrations
(20) agisse sur la rigole de transport (10) à distance de l'axe d'inertie principal
de celle-ci.
2. Installation d'alimentation selon la revendication 1, dans laquelle le système générateur
de vibrations (20) présente deux moteurs déséquilibrés (21).
3. Installation d'alimentation selon l'une des revendications 1 ou 2, dans laquelle la
zone de dépose (15) est formée dans un coin du fond de rigole (11) éloigné du bord
de déversement (14).
4. Installation d'alimentation selon l'une des revendications 1 à 3, dans laquelle la
zone de dépose (15) est séparée d'une zone voisine de la rigole de transport (10)
par une chicane de retenue (16) disposée à distance du fond de rigole (11) de la rigole
de transport (10) et dans laquelle le bord de déversement (14) est disposé dans cette
zone voisine.
5. Installation d'alimentation selon la revendication 4, dans laquelle la chicane de
retenue (16) peut être réglée à une hauteur au-dessus du fond de rigole (11) qui définit
une hauteur d'interstice (d).
6. Installation d'alimentation selon l'une des revendications 1 à 5, dans laquelle est
prévue une chicane de déflection (17) qui s'étend à l'oblique, éventuellement en diagonale,
au-dessus du fond de rigole (11).
7. Installation d'alimentation selon la revendication 6, dans laquelle la chicane de
retenue (16) et la chicane de déflection (17) forment avec le bord de déversement
(14) un triangle dont le côté le plus long est le bord de déversement (14).
8. Installation d'alimentation selon la revendication 6 ou 7, dans laquelle la chicane
de déflection s'étend parallèlement à un sens de transport principal (t) le long duquel
de la matière est transportée par-dessus le fond de rigole (11).
9. Installation d'alimentation selon l'une des revendications 1 à 8, dans laquelle une
structure de d'appui qui s'étend dans le sens longitudinal (x) du fond de rigole (11)
est assemblée avec la rigole de transport (10), le système générateur de vibrations
(20) étant fixé à la structure d'appui.