| (19) |
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(11) |
EP 2 834 024 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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30.12.2020 Patentblatt 2020/53 |
| (22) |
Anmeldetag: 26.03.2013 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2013/056425 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2013/149894 (10.10.2013 Gazette 2013/41) |
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| (54) |
ROBOTERGEFÜHRTES UMFORMWERKZEUG UND UMFORMVERFAHREN
ROBOT-CONTROLLED SHAPING TOOL AND SHAPING PROCESS
OUTIL DE FORMAGE GUIDÉ PAR ROBOT ET PROCÉDÉ DE FORMAGE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
02.04.2012 DE 202012101187 U
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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11.02.2015 Patentblatt 2015/07 |
| (73) |
Patentinhaber: KUKA Systems GmbH |
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86165 Augsburg (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- KRAUS, Johann
86690 Mertingen (DE)
- SCHERER, Marion
86424 Dinkelscherben (DE)
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| (74) |
Vertreter: Ernicke, Klaus Stefan et al |
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ERNICKE Patent-und Rechtsanwälte
Beim Glaspalast 1 86153 Augsburg 86153 Augsburg (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A1-00/62955 DE-A1-102010 003 697 DE-U1-202009 005 111
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DE-A1-102004 032 392 DE-U1-202004 012 580
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein robotergeführtes Umformwerkzeug, insbesondere Falzwerkzeug
und ein Umformverfahren, insbesondere Falzverfahren mit den Merkmalen im Oberbegriff
des Verfahrens- und Vorrichtungshauptanspruchs, wie z.B. aus der
DE 20 2009 005111 U1 bekannt.
[0002] Aus der Praxis sind Falzroboter bekannt, die ein Falzwerkzeug mit einem Andrückelement,
z.B. einer Falzrolle, tragen und gegen den zu falzenden Flansch eines Werkstücks drücken
sowie entlang einer Falzbahn bewegen. Derartige Falzwerkzeuge können eine starr oder
federnd ausweichfähig gelagerte Falzrolle haben. Die Andrückkraft wird vom Roboter
aufgebracht, wobei seine Bewegungsbahn beim Falzprozess entsprechend programmiert
wird.
[0003] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Umformtechnik, insbesondere
Falztechnik, aufzuzeigen.
[0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen im Verfahrens- und Vorrichtungshauptanspruch.
[0005] Das beanspruchte robotergeführte Umformwerkzeug, insbesondere Falzwerkzeug, hat den
Vorteil, dass mit der Erfassungs- und Stelleinrichtung die auf das Werkstück wirkende
Andrückkraft eigenständig gesteuert oder geregelt werden kann. Eingriffe in die Bahnprogrammierung
des Roboters sind dabei nicht erforderlich. Dies hat den Vorteil, dass die Einstellung
der Andrückkraft auch von weniger qualifiziertem Personal vorgenommen werden kann,
das keine detaillierten Kenntnisse und Fähigkeiten für die Roboterprogrammierung hat.
[0006] Die erfindungsgemäße Umform- und Falztechnik hat insbesondere den Vorteil, dass damit
Schwankungen in der vom Roboter ausgeübten Andrückkraft kompensiert werden können.
Zum Einen kann eine Bahnprogrammierung ungenau oder fehlerhaft sein. Auch ein Werkstück,
für das ursprünglich die Bahnprogrammierung des Roboters erfolgte, kann sich im Betrieb
ändern. Vor allem ist der Roboter mit seinen Gliedern und Roboterachsen selbst ein
elastisches System und hat je nach Achsenstellung unterschiedliche Federsteifigkeiten.
Insbesondere ist ein Roboter federweich, wenn er zum Erreichen eines weiter entfernten
Prozessortes eine Strecklage einnimmt und quer zu dieser gestreckten Ausrichtung eine
Andrückkraft ausüben soll. Wenn der Prozessort sich näher am Roboter befindet und
der Roboter eine Knickstellung einnimmt, ist die Federsteifigkeit wesentlich höher.
Diese unterschiedlichen Federsteifigkeiten sind schlecht erfassbar und können bei
einer Roboterprogrammierung nicht oder nur mit einem sehr hohen Aufwand berücksichtigt
werden. Eine Kompensation über die Bahnprogrammierung ist zudem relativ ungenau.
[0007] Die beanspruchte Umform- und Falztechnik schafft hier Abhilfe. Sie wirkt in unmittelbarer
Nähe zum Prozessort und kann roboterbedingte Schwankungen in der Andrückkraft aussteuern
oder ausregeln. Diese Kompensation ist von der Ursache der Kraftschwankung unabhängig.
[0008] Die beanspruchte Umform- und Falztechnik erlaubt im Weiteren eine Prozessoptimierung
und eine Anpassung der Andrückkraft an unterschiedliche Prozesserfordernisse. Die
Andrückkraft kann insbesondere an problematischen Prozessstellen lokal erhöht werden.
Beim Falzen können dies z.B. Ecken oder Biegestellen im Falzverlauf sein, die dem
Rollfalzen einen höheren Widerstand entgegensetzen. An anderen Stellen kann die Andrückkraft
ggf. auch reduziert werden, um Beeinträchtigungen des Werkstücks, eine Roboterüberlastung
oder dergleichen zu vermeiden.
[0009] Schließlich kann die beanspruchte Andrücktechnik auch für andere Zwecke eingesetzt
werden, z.B. zur Schlupfvermeidung bei angetriebenen Andrückelementen, insbesondere
drehend angetriebenen Falzrollen. Schlupf kann zu Oberflächenschäden am Werkstück
führen. Durch eine lokale Erhöhung der Andrückkraft wird der z.B. geschwindigkeitsgeregelte
Antrieb für das Andrückelement zur Erhöhung des Drehmoments gezwungen, was einerseits
Schlupf zwischen dem Andrückelement und dem Werkstück vermeidet. Andererseits wird
ein Teil der beim Falzen für die Flanschbiegung benötigten Kraft vom Antrieb des Andrückelements
aufgebracht. Durch die Erhöhung der Andrückkraft steigt das Motor- und Antriebsmoment
in günstiger Weise. Hierbei ist auch der Umstand vorteilhaft, dass die Andrückkraft
und das Antriebsmoment in einem bestimmten Verhältnis, insbesondere in einem Proportionalverhältnis,
zueinander stehen.
[0010] Bei dem robotergeführten Umformwerkzeug, insbesondere Falzwerkzeug ist ein Andrückelement
bevorzugt als frei drehbare oder angetriebene Falzrolle ausgebildet und kann außerdem
ggf. mehrfach vorhanden sein. Das Andrückelement kann außerdem von einer Feder beaufschlagt
sein, um Ausweichbewegungen zu erlauben.
[0011] Auch die Komponenten des Umformwerkzeugs, insbesondere Falzwerkzeugs, insbesondere
die Erfassungseinrichtung und die Stelleinrichtung, können in unterschiedlicher Weise
ausgebildet sein. Eine Verbindung mit einer Robotersteuerung kann Vorteile für die
gezielte Anpassung der Andrückkraft haben, insbesondere für bahnbezogene lokale Kraftänderungen.
Eine Anzeige erleichtert einem Bediener die ggf. manuelle Einstellung und außerdem
die Überwachung und Verfolgung der Andrückkräfte im Prozess und an unterschiedlichen
Prozessstellen entlang einer programmierten Bahn.
[0012] In einer Ausführungsform verstellt die Stelleinrichtung das Andrückelement eigenständig.
[0013] Die Sensorik zur mittelbaren oder unmittelbaren Erfassung der am Andrückelement wirkenden
Andrückkraft (F) weist in einem Ausführungsbeispiel einen Kraftsensor und/oder einen
Wegsensor auf.
[0014] Eine Variante sieht vor, dass die Stelleinrichtung auf das Andrückelement direkt
oder mittelbar über eine Feder einwirkt.
[0015] Bei einer Ausführungsform weist das Falzwerkzeug einen Halter mit einem oder mehreren
Andrückelement(en) auf, wobei der Halter mit der Stelleinrichtung verbunden ist.
[0016] In den Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung angegeben.
[0017] Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielhaft und schematisch dargestellt. Im
einzelnen zeigen:
- Figur 1:
- einen Roboter mit einem Falzwerkzeug in federsteifer Knickstellung,
- Figur 2:
- den Roboter von Figur 1 in einer federweichen Streckstellung,
- Figur 3:
- eine Prinzipdarstellung von Roboter und Falzwerkzeug mit Erfassungs- und Stelleinrichtung,
- Figur 4:
- eine Variante der Anordnung von Figur 3 mit einem gefederten Andrückelement und
- Figur 5 bis 7:
- verschiedene Betriebs- und Funktionsstellungen von Roboter und Falzwerkzeug zur Generierung
einer Andrückkraft.
[0018] Die Erfindung betrifft ein Umformwerkzeug und ein Umformverfahren, bevorzugt in der
Ausbildung als Falzwerkzeug (2) und Falzverfahren. Die Erfindung betrifft außerdem
eine Bearbeitungseinrichtung (1) mit einem programmierbaren mehrachsigen Roboter (3)
und einem Umform- bzw. Falzwerkzeug (2) sowie ein Bearbeitungsverfahren. Die nachfolgenden
Ausführungsbeispiele betreffen ein Falzwerkzeug (2) und ein Falzverfahren und gelten
entsprechend auch für andere Umformwerkzeuge (2) und Umformverfahren.
[0019] Der Roboter (3) weist mehrere beweglich, insbesondere gelenkig miteinander verbundene
Roboterglieder mit angetriebenen translatorischen und/oder rotatorischen Roboterachsen
an den Verbindungsstellen auf. Die Ausbildung, Kombination und Zahl von translatorischen
und/oder rotatorischen Roboterachsen ist beliebig wählbar.
[0020] Bevorzugt kommt ein Gelenkarmroboter oder Knickarmroboter (3) zum Einsatz, der als
Basis einen Sockel und ferner eine Schwinge, einen Ausleger und ein Endglied (4),
insbesondere eine Roboterhand, mit einem drehenden Abtriebsflansch aufweist. In der
gezeigten Ausführungsform hat der Roboter (3) sechs rotatorische Achsen inklusive
einer dreiachsigen Roboterhand (4). Er kann auch weniger Achsen, z.B. fünf Achsen,
oder eine oder mehrere Zusatzachse(n), z.B. Fahrachse(n), aufweisen.
[0021] Der Roboter (3) ist mit einer Robotersteuerung (22) verbunden, die in Figur 4 schematisch
dargestellt ist. Die Robotersteuerung (22) beinhaltet einen oder mehrere Recheneinheiten
mit Prozessoren, Ein- und Ausgabemittel sowie Speicher für Daten und Programme. In
der Robotersteuerung (22) ist ein Bahnprogramm für die Bewegungen des bevorzugt positionsgesteuerten
Roboters (3) programmiert und gespeichert. Zur Durchführung des Bearbeitungsprozesses,
insbesondere Falzprozesses, führt der Roboter (3) ein Falzwerkzeug (2) entlang dieser
programmierten Bahn. Der Roboter (3) drückt dabei das Falzwerkzeug (2) mit einem Andrückelement
(10) und einer Andrückkraft (F) gegen ein in Figur 1 und 2 schematisch dargestelltes
Werkstück (5) auf einer Aufnahme (6), z.B. einem Falzbett.
[0022] Der Bearbeitungsprozess unter Aufbringung einer ziehend oder drückend ausgeübten
Andrückkraft (F) auf ein Werkstück (5) ist als Falzprozess ausgebildet. Im gezeigten
Ausführungsbeispiel kommt ein Roboterfalzen zum Einsatz, wobei mit dem Andrückelement
(10) ein Flansch eines Werkstücks (5) in einer oder mehreren Stufen nacheinander gebogen
und gefalzt wird. Das Werkstück (5) kann aus ein oder mehreren dünnen Blechen bestehen,
wobei beim Falzen auch ein weiteres Blech vom gefalzten Flansch eingeklemmt werden
kann.
[0023] Die programmierte Bearbeitungsbahn kann als Einzelstrecke oder Folge von Strecken,
alternativ oder zusätzlich aber auch punktweise oder als Folge von Punkten programmiert
sein. Beim Roboterfalzen wird z.B. das Falzwerkzeug (2) entlang eines Falzverlaufes
an einem Werkstückrand und in einer Bahnstrecke zumindest abschnittsweise kontinuierlich
bewegt.
[0024] Das Falzwerkzeug (2) ist in Figur 1 und 2 in einer beispielhaften konstruktiven Ausführungsform
dargestellt. Es weist ein Gestell (7) auf, das z.B. einen lang gestreckten, gehäuseartigen
Schaft (12), ggf. mit seitlichen Wandöffnungen, und eine zentrale Achse (8) hat. Das
Gestell (7) trägt am oberen Ende einen Roboteranschluss (9) zur festen oder lösbaren
Verbindung mit dem Abtriebselement, z.B. dem Drehflansch, des Roboter-Endglieds (4).
Wenn das Falzwerkzeug (2) gewechselt werden soll, kann eine automatische Wechselkupplung
(nicht dargestellt) zwischengeschaltet sein. Die Achse (8) kann mit der Drehachse
des besagten Abtriebselements fluchten.
[0025] Am Gestell (7) ist an geeigneter Stelle, insbesondere am unteren Ende, ein Andrückelement
(10) angeordnet, mit dem in Zug- oder Druckrichtung eine Andrückkraft (F) ausgeübt
wird. Das Andrückelement (10) kann einzeln oder mehrfach vorhanden sein. Ein oder
mehrere Andrückelemente (10) können sich an einem Halter (11) befinden, der am Gestell
(7) starr oder beweglich montiert ist. Ein Andrückelement (10) kann z.B. als um eine
Lagerachse drehbare Falzrolle mit einem den Falzerfordernissen entsprechend konturierten
Mantel ausgebildet sein. Wenn mit dem Falzwerkzeug (2) ein mehrstufiger Falzprozess,
z.B. mit Vor- und Fertigfalzen, durchgeführt wird, können mehrere Falzrollen (10)
mit unterschiedlichen Mantelgeometrien, z.B. zylindrisch und konisch, vorhanden und
an unterschiedlichen Seiten des Gestells (7) angeordnet sein. In der gezeigten Ausführungsform
befinden sich einzelne oder alle Andrückelemente bzw. Falzrollen (10) an einem Halter
(11).
[0026] Das Falzwerkzeug (2) besitzt eine Erfassungseinrichtung (14) für die Andrückkraft
(F) an der Prozessstelle (26) und eine von der Erfassungseinrichtung (14) gesteuerte
oder geregelte Stelleinrichtung (15) für die Verstellung eines beweglich am Gestell
(7) angeordneten Andrückelements (10). Die Stelleinrichtung (15) besitzt einen mit
der Erfassungseinrichtung (14) verbundenen Regler (16).
[0027] Eine Verstellbarkeit eines Andrückelements (10) kann in einer oder mehreren Achsen
bzw. Richtungen gegeben sein und kann außerdem eine wählbare Kinematik haben. In dem
gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine lineare und verschiebliche Verstellbarkeit
in Richtung der Achse (8) gegeben. Ein Andrückelement (10) kann einzeln verstellbar
am Gestell (7) gelagert sein. In der gezeigten Ausführungsform ist der Halter (11)
mit den mehreren Andrückelementen bzw. Falzrollen (10) am Gestell (7) beweglich gelagert,
vorzugsweise verschieblich entlang der Achse (8) gelagert. Die Lagerung für die besagte
ein- oder mehrachsige Beweglichkeit kann in beliebig geeigneter Weise ausgeführt sein
und ist bevorzugt reibungsarm. Es kann sich z.B. um eine Gleitlagerung handeln. Die
Details sind in den Zeichnungen nicht dargestellt.
[0028] Auf ein Andrückelement (10) oder auf einen Halter (11) mit ein oder mehreren Andrückelementen
(10) kann ferner eine Feder (13) einwirken, die z.B. längs der Achse (8) im Gestell
(7) angeordnet ist und die eine entsprechende axiale Ausweichbewegung von Andrückelement
(10) und ggf. Halter (11) ermöglicht. Die Feder (13) kann z.B. als Tellerfedern in
Paket- oder Säulenform, als Schraubenfeder oder dgl. ausgebildet sein.
[0029] Eine Falzrolle (10) kann eine frei drehbare Lagerung aufweisen. Alternativ ist es
möglich, eine Falzrolle (10) drehend anzutreiben, wofür ein in Figur 4 schematisch
angedeuteter Antrieb (24) an geeigneter Stelle, z.B. am Halter (11), angeordnet ist.
Dies kann ein elektromotorischer Drehantrieb sein, der gesteuert oder geregelt ist.
Er kann insbesondere eine Geschwindigkeits- oder Drehzahlregelung haben. Der Antrieb
(24) kann mit der Robotersteuerung (22) verbunden sein und von dieser ein Steuersignal
für die Vorgabe oder zum Einstellen eines Soll-Werts für die Drehzahl oder die Geschwindigkeit
erhalten. Hierbei kann z.B. die Abwälzgeschwindigkeit am Prozessort (26) in Abhängigkeit
von der Führungs- oder Bahngeschwindigkeit des Roboters (3) entlang des Falzverlaufs
eingestellt werden. Die Geschwindigkeiten können z.B. gleich groß gewählt werden.
Der Drehantrieb und die Versatz- oder Führungsbewegung des Roboters (3) sind dann
synchron.
[0030] Die Stelleinrichtung (15) verstellt in der vorerwähnten Weise ein Andrückelement
(10) in mindestens einer Richtung, vorzugsweise in Achsrichtung (8) und führt dabei
z.B. eine lineare Verschiebebewegung aus. Die Stelleinrichtung (15) kann das Andrückelement
(10) eigenständig verstellen, wobei die Bahnprogrammierung in der Robotersteuerung
(22) nicht verändert wird. Die Stelleinrichtung (15) bzw. die Erfassungseinrichtung
(14) kann darauf ausgelegt sein, variable Roboterelastizitäten zu kompensieren. Außerdem
ist es möglich, die Andrückkraft (F) zur eigenständigen Prozessbeeinflussung zu verstellen.
[0031] Der Roboter (3) kann je nach Stellung seiner Glieder und Roboterachsen eine unterschiedliche
Federelastizität aufweisen und weicht beim Aufbringen der Andrückkraft (F) selbst
mehr oder weniger stark federnd aus. Figur 1 zeigt hierzu eine Knickstellung mit relativ
hoher Federsteifigkeit. Bei der in Figur 2 gezeigten Streckstellung des Roboters (3)
ist die Federsteifigkeit deutlich geringer. Bei den in Figur 3 bis 6 dargestellten
schematischen Modellen wird der Roboter (3) durch eine Feder symbolisiert, die zwischen
einem schematisch dargestellten Untergrund (28) und dem Falzwerkzeug (2) angeordnet
ist.
[0032] Dem federsteifen Roboter (3) von Figur 1 entspricht die Schemadarstellung von Figur
5 mit einer großen Länge (L) der den Roboter (3) symbolisierenden Feder. Der federweiche
Roboter (3) von Figur 2 entspricht dem Schemabild von Figur 6 mit einer komprimierten
und entsprechend verkürzten Feder (3). Aus Figur 5 und 6 geht hervor, dass die am
Prozessort (26) wirkende reale Andrückkraft (F) beim weichen Roboter von Figur 2,6
geringer als beim harten Roboter von Figur 1,5 ist.
[0033] In den gezeigten Ausführungsbeispielen ist außerdem die vorerwähnte Feder (13) vorhanden,
die entsprechend der Federsteifigkeit des Roboters (3) mehr oder weniger komprimiert
wird. In diesen Ausführungsbeispielen beinhaltet das System eine Reihenschaltung von
Federn (3,13).
[0034] Die Stelleinrichtung (15) und die Erfassungseinrichtung (14) sind in der Lage, diese
Veränderung der Andrückkraft (F) zu detektieren und bedarfsweise zu verändern. Die
Stelleinrichtung (15) weist hierfür einen Aktor (18) auf, der auf das beaufschlagte
Andrückelement (10) wirkt und dabei zusätzlich eine Stellkraft und einen Stellweg
einbringt. Dieser Sachverhalt ist in Figur 7 schematisch dargestellt. Der am Gestell
(7) angeordnete Aktor (18) stützt sich über den Roboteranschluss (9) am Roboter (3)
ab und wirkt direkt oder mittelbar über die Feder (13) auf das beaufschlagte Andrückelement
(10) ein. Im gezeigten Ausführungsbeispiel wird für eine Erhöhung der Andrückkraft
(F) das Andrückelement (10) vom Aktor (18) ausgeschoben, wobei die Feder (13) zusätzlich
komprimiert wird. Durch die Verstellung des Andrückelements (10) wird der Abstand
zwischen dem Roboteranschluss (9) und dem Prozesspunkt (26) verändert, hier vergrößert.
Der Prozesspunkt (26) kann zugleich den sog. Tool-Center-Point (TCP) des Falzwerkzeugs
(2) darstellen. Der Stellantrieb (15) verändert somit die wirksame Länge des Falzwerkzeugs
(2) und die Lage des TCP.
[0035] Der Aktor (18) kann in unterschiedlicher Weise ausgebildet sein. Vorzugsweise besteht
er aus formsteifen oder inkompressiblen Medien und ermöglicht bei Ansteuerung eine
definierte Wegverstellung und Kraftänderung.
[0036] Figur 3 gibt ein allgemeines Schema für die Anordnung und Ausbildung eines Aktors
(18) wieder. Er ist am Gestell (7) angeordnet und abgestützt, wobei er sich vorzugsweise
zwischen dem Roboteranschluss (9) und dem Andrückelement (10) bzw. dem Halter (11)
befindet. In der in Figur 3 gezeigten Schemavariante fehlt eine Feder (13), sodass
der Aktor (18) direkt auf den Halter (11) oder ein Andrückelement (10) einwirkt und
dieses verstellt. Der Aktor (18) ist mit dem Regler (16) verbunden und wird von diesem
angesteuert.
[0037] Der in Figur 3 schematisch dargestellte Aktor (18) kann z.B. ein elektromotorischer
Spindeltrieb oder Zahnstangentrieb sein. Alternativ ist ein Hebel- oder Kurbeltrieb
mit einem Kraftbetätiger, z.B. einem PiezoElement, möglich.
[0038] In Figur 4 ist eine andere Variante dargestellt. Der Aktor (18) ist hier als Hydraulikeinheit
(19) ausgebildet. Diese weist am Gestell (7) einen Stellzylinder (21) auf, der mit
einem vorzugsweise inkompressiblen Fluid, z.B. einem Hydrauliköl, beaufschlagt wird
und eine Kolbenstange entsprechend weit ausfährt, die auf ein Andrückelement (10)
oder einen Halter (11) direkt oder wie in Figur 4 über die zwischengeschaltete Feder
(13) mittelbar einwirkt. Die Hydraulikeinheit (19) weist ferner einen mit dem Regler
(16) verbundenen Antrieb (20), z.B. einen Stellmotor, insbesondere einen elektrischen
Servomotor, auf, der mit einem Stellglied auf einen anderen Zylinder und dessen Kolben
einwirkt und das besagte Fluid entsprechend der Vorgabe in den Stellzylinder (21)
verdrängt. Der Antrieb (20) steuert hierüber die Verstellbewegung des Stellzylinders
(21). Die Hydraulikeinheit (19) kann am Falzwerkzeug (2) angebaut und vom Roboter
(3) mitgeführt sein. Alternativ können der Antrieb (20) und der von ihm beaufschlagte
erste Zylinder extern angeordnet und über eine Leitung mit dem werkzeugseitigen Stellzylinder
(21) verbunden sein. Figur 1 und 2 zeigen hierfür beispielhaft Leitungsanschlüsse
am Gestell (7).
[0039] Mit einer Erfassungseinrichtung (14) kann die Andrückkraft (F) bzw. die auf das Andrückelement
(10) einwirkende Reaktionskraft detektiert werden. Hierfür kann die Erfassungseinrichtung
(14) eine Sensorik (17) mit ein oder mehreren geeigneten Sensoren aufweisen. Zur Detektion
kann die Kraft gemessen werden, z.B. durch eine Kraftmessdose, Dehnmessstreifen oder
dergleichen andere Sensoren an geeigneter Stelle. Im Schemabild von Figur 3 eines
Falzwerkzeugs (2) ohne Feder (13) ist eine solche Sensorik (17) mit Kraftmessung z.B.
zwischen Aktor (18) und Andrückelement (10), z.B. am Halter (11), angeordnet. Sie
kann sich auch an anderer geeigneter Stelle befinden.
[0040] Alternativ oder zusätzlich ist eine mittelbare Detektion der Andrückkraft (F) möglich,
z.B. über den Federweg einer Feder (13) gemäß der Variante von Figur 4 bis 7. Die
Sensorik kann z.B. einen Abstandsmesser aufweisen, der am Gestell (7) starr montiert
ist und der den Abstand zu einem prozessseitigen Bezugspunkt, z.B. zum Werkstück (5),
misst. Aus dem Abstand kann auf die Federlänge (L) der vom Aktor (18) komprimierten
Feder (13) geschlossen und hieraus über die Federkennlinie die Kraft ermittelt werden.
In einer anderen Ausführungsform kann die Federlänge bzw. ihre Veränderung direkt
gemessen werden, z.B. über einen Hall-Sensor. Daneben sind weitere konstruktive und
funktionelle Varianten der Sensorik (17) möglich.
[0041] Die Erfassungseinrichtung (14) kann außerdem mit einer Anzeige (27) verbunden sein
gemäß Figur 4. Auf der Anzeige (27) können optisch oder in anderer geeigneter Weise
die gemessenen oder erfassten Werte, insbesondere die Kraftwerte, angezeigt werden.
[0042] Die Erfassungseinrichtung (14) ist ferner mit der Stelleinrichtung (15) und insbesondere
mit deren Regler (16) verbunden und speist dort den detektierten Istwert für die Andrückkraft
(F) ein.
[0043] Der Regler (16) besitzt ferner eine feste oder veränderliche Sollwert-Eingabe. Die
Stelleinrichtung (15), insbesondere der Regler (16) kann z.B. mit der Robotersteuerung
(22) verbunden sein. Die Sollwert-Eingabe kann dabei über die Robotersteuerung (22)
erfolgen.
[0044] Alternativ oder zusätzlich kann eine Sollwert-Eingabe auf andere Weise, z.B. manuell
durch einen Bediener, erfolgen. Hierfür kann am Regler (16) ein in Figur 4 gezeigtes
Eingabemittel (23) angeordnet sein, welches z.B. von einem Bediener betätigt werden
kann, z.B. einem dreh- oder Schiebeschalter. Eine Anzeige (nicht dargestellt) erlaubt
dabei eine Kontrolle der Eingabe. Alternativ ist eine Fern-Einstellung und Programmierung
des Reglers (16), z.B. durch eine Computer oder ein anderes Einstellgerät vor oder
über Distanz mit einer Leitungsverbindung, z.B. über ein Netzwerk, das Internet oder
dgl. möglich.
[0045] Das Verhältnis und die gegenseitige Beeinflussung der Sollwert-Eingabe von der Robotersteuerung
(22) und von anderer Stelle, insbesondere von Eingabemittel (23), können bedarfsweise
ausgestaltet sein. Z.B. kann das Eingabemittel (23) führend sein und die Sollwert-Eingabe
von der Robotersteuerung (22) überlagern oder ersetzen.
[0046] In einer anderen Ausführungsform kann eine Sollwert-Eingabe für die Andrückkraft
(F) von der Robotersteuerung (22) entfallen. In einem solchen Fall wird der Sollwert
nur über das Eingabemittel (23) eingestellt.
[0047] Ferner ist es möglich, von der Robotersteuerung (22) bahnbezogene Signale zur Lokalisierung
des Prozess- oder Bahnorts an den Regler (16) zu übermitteln. Bei einer solchen Ausführung
können in einem entsprechend komplex und ggf. mit eigener Intelligenz ausgerüsteten
Regler (16) auf die Bahn oder einzelne Prozessorte (26) bezogene Sollwerte für die
Andrückkraft (F) eingegeben und gespeichert werden.
[0048] In einer weiteren Variante kann der Regler (16) der Robotersteuerung (22) zugeordnet
und insbesondere dort integriert sein.
[0049] Eine ortsbezogene Sollwert-Eingabe kann sinnvoll sein, um die Andrückkraft (F) an
spezielle Prozesserfordernisse anzupassen. Dies kann z.B. an Ecken oder Biegestellen
bzw. Kurven eines Flanschverlaufs erfolgen. An solchen Stellen setzt der zu biegende
Flansch dem Andrückelement (10) einen größeren Widerstand als an geraden Bereichen
des Falzverlaufs entgegen. Mit einer entsprechenden Sollwert-Eingabe kann über die
Stelleinrichtung (15) die Andrückkraft (F) erhöht werden, um den Widerstand zu überwinden.
Ferner kann es andere Prozessstellen geben, an denen aus anderen Gründen eine erhöhte
oder ggf. auch verringerte Andrückkraft (F) erforderlich ist.
[0050] Das Falzwerkzeug (2) kann ferner eine Einrichtung (25) zur Schlupfvermeidung zwischen
einem angetriebenen Antriebselement (10), insbesondere einer angetriebenen Falzrolle,
und dem beaufschlagten Werkstück (5) aufweisen. Der Antrieb (24) des Andrückelements
(10) kann hierbei z.B. eine Geschwindigkeitsregelung aufweisen. Über die Sollwerteingabe
am Regler (16) kann der Sollwert für die Andrückkraft F erhöht werden, wodurch auch
der Widerstand für den Antrieb (24) und das bewegte Andrückmittel (10) erhöht wird.
Dies führt zu einer Verlangsamung der Antriebsbewegung, welcher der Antrieb (24) mit
einer Erhöhung des Antriebmoments entgegenwirkt. Auf diese Weise kann Schlupf verhindert
werden. Die beschriebene Maßnahme kann gezielt zur Behebung etwaig festgestellter
Schlupfprobleme und hiervon verursachter Schadstellen am Werkstück (5) eingesetzt
werden. Bei erhöhten Umform- und Falzwiderständen, z.B. an den vorerwähnten Eckbereichen
oder Kurven im Falzverlauf, kann mit der zur Widerstandsüberwindung und zur Flanschbiegung
ohnehin erhöhten Andrückkraft F das Antriebsmoment automatisch miterhöht werden.
[0051] Abwandlungen der gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind in verschiedener
Weise möglich. Die Merkmale der Ausführungsbeispiele können untereinander vertauscht
oder miteinander kombiniert werden, ohne jedoch den durch die Ansprüche definierten
Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
[0052] Das Andrückmittel (10) kann variiert werden. Es kann z.B. als Druckstempel oder als
Andrückfinger oder in anderer geeigneter Weise ausgebildet sein. Auch der Bearbeitungs-
oder Andrückprozess kann eine andere Ausbildung haben. Das Falzwerkzeug kann als anderes
Andrückwerkzeug, insbesondere als anderes Umform- oder Fügewerkzeug ausgebildet sein.
Z.B. können mit stempelförmigen Andrückelementen (10) Werkstückteile aneinander punktweise
oder streckenweise angedrückt und dabei gefügt werden, z.B. über eine Clipsverbindung,
eine Klebeverbindung oder dgl. Ein Antrieb (24) für ein Andrückelement (10) kann alternativ
am Gestell (7) angeordnet sein und eine der Verstellung des Andrückelements (10) folgende
Antriebsverbindung haben.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0053]
- 1
- Bearbeitungseinrichtung, Falzeinrichtung
- 2
- Andrückwerkzeug, Umformwerkzeug, Falzwerkzeug
- 3
- Roboter, Feder
- 4
- Endglied, Hand
- 5
- Werkstück
- 6
- Aufnahme, Bett
- 7
- Gestell
- 8
- Achse
- 9
- Roboteranschluss
- 10
- Andrückelement, Falzrolle
- 11
- Halter
- 12
- Schaft
- 13
- Feder
- 14
- Erfassungseinrichtung
- 15
- Stelleinrichtung
- 16
- Regler
- 17
- Sensorik, Wegsensor, Kraftsensor
- 18
- Aktor
- 19
- Hydraulikeinheit
- 20
- Antrieb, Stellmotor, Servomotor
- 21
- Stellzylinder
- 22
- Robotersteuerung
- 23
- Eingabemittel
- 24
- Antrieb, Drehantrieb
- 25
- Einrichtung zur Schlupfvermeidung
- 26
- Prozesspunkt, TCP
- 27
- Anzeige
- 28
- Untergrund
1. Robotergeführtes Umformwerkzeug zum Umformen, insbesondere Falzen von Werkstücken
(5), wobei das Umformwerkzeug (2) einen Roboteranschluss (9) und ein Gestell (7) mit
einem daran verstellbar geführten Andrückelement (10), insbesondere einer Falzrolle,
aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Umformwerkzeug (2) eine Erfassungseinrichtung (14) für die Andrückkraft (F) und
eine von der Erfassungseinrichtung (14) gesteuerte oder geregelte Stelleinrichtung
(15) für die Verstellung des Andrückelements (10) aufweist.
2. Umformwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (15) das Andrückelement (10) in mindestens einer Richtung, vorzugsweise
in Achsrichtung (8) des Umformwerkzeugs (2) verstellt, insbesondere linear verschiebt.
3. Umformwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (15) darauf ausgelegt ist, variable Roboterelastizitäten zu
kompensieren und/oder die Andrückkraft (F) zur eigenständigen Prozessbeeinflussung
zu verstellen.
4. Umformwerkzeug nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Umformwerkzeug (2) als Falzwerkzeug, insbesondere als Rollfalzkopf, ausgebildet
ist.
5. Umformwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Umformwerkzeug (2) eine auf das Andrückelement (10) wirkende Feder (13) aufweist.
6. Umformwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (14) eine Sensorik (17) zur mittelbaren oder unmittelbaren
Erfassung der am Andrückelement (10) wirkenden Andrückkraft (F) aufweist, wobei die
Sensorik (17) einen Kraftsensor und/oder einen Wegsensor aufweist.
7. Umformwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (15) einen auf das Andrückelement (10) wirkenden Aktor (18)
aufweist.
8. Umformwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (15) einen mit der Erfassungseinrichtung (14) und dem Aktor
(18) verbundenen Regler (16) mit fester oder veränderlicher Sollwert-Eingabe aufweist,
wobei der Regler (16) ein vom Bediener betätigbares Eingabemittel (23) für die Sollwert-Eingabe
aufweist.
9. Umformwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Umformwerkzeug (2) einen eigenen geregelten, insbesondere geschwindigkeitsgeregelten
Antrieb (24), insbesondere einen Drehantrieb, für ein Andrückelement (10), insbesondere
eine drehbare Falzrolle, aufweist.
10. Umformwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Umformwerkzeug (2) eine Einrichtung (25) zur Schlupfvermeidung für ein angetriebenes
Andrückelement (10), insbesondere eine drehbare Falzrolle, aufweist.
11. Bearbeitungseinrichtung, insbesondere Umform- oder Falzeinrichtung, mit einem programmierbaren
mehrachsigen Roboter (3) mit einer Robotersteuerung (22), wobei der Roboter (3) ein
Umformwerkzeug (2) führt, welches einen Roboteranschluss (9), ein Gestell (7) und
ein daran verstellbar geführtes Andrückelement (10) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Umformwerkzeug (2) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10 ausgebildet ist.
12. Verfahren zum Umformen, insbesondere Falzen von Werkstücken (5) mit einem von einem
Roboter (3) geführten Umformwerkzeug (2), welches einen Roboteranschluss (9) und ein
Gestell (7) mit einem daran verstellbar geführten Andrückelement (10), insbesondere
einer Falzrolle, aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass mit einer Erfassungseinrichtung (14) am Umformwerkzeug (2) die Andrückkraft (F) erfasst
wird und das Andrückelement (10) gesteuert oder geregelt mittels einer Stelleinrichtung
(15) des Umformwerkzeugs (2) verstellt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Umformwerkzeug (2) von einem positionsgesteuerten Roboter (3) entlang einer programmierten
Bahn geführt wird, wobei das Andrückelement (10) von der Stelleinrichtung (15) eigenständig
und ohne Änderung der Bahnprogrammierung verstellt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellung des Andrückelement (10) darauf ausgelegt ist, variable Roboterelastizitäten
zu kompensieren und/oder die Andrückkraft (F) zur eigenständigen Prozessbeeinflussung
zu verstellen.
15. Verfahren nach Anspruch 12, 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Falzen das Andrückelement (10) von einem eigenen Antrieb (24) drehend angetrieben
wird, wobei durch Einstellung der Andrückkraft (F) Schlupf zwischen dem Andrückelement
(10) und dem Werkstück (5) vermieden wird.
1. Robot-controlled shaping tool for shaping, in particular hemming, workpieces (5),
wherein the shaping tool (2) has a robot connection (9) and a frame (7) with a pressing
element (10), in particular a hemming roller, which is adjustably guided thereon,
characterized in that the shaping tool (2) has a sensing device (14) for the pressing force (F) and an
adjustment device (15) which is open-loop or closed-loop controlled by the sensing
device (14) and has the purpose of adjusting the pressing element (10).
2. Shaping tool according to Claim 1, characterized in that the adjustment device (15) adjusts, in particular linearly slides, the pressing element
(10) in at least one direction, preferably in the axial direction (8) of the shaping
tool (2).
3. Shaping tool according to Claim 1 or 2, characterized in that the adjustment device (15) is configured to compensate variable robot elasticities
and/or to adjust the pressing force (F) in order to influence processes autonomously.
4. Shaping tool according to Claim 1, 2 or 3, characterized in that the shaping tool (2) is embodied as a hemming tool, in particular as a roller hemming
head.
5. Shaping tool according to one of the preceding claims, characterized in that the shaping tool (2) has a spring (13) which acts on the pressing element (10) .
6. Shaping tool according to one of the preceding claims, characterized in that the sensing device (14) has a sensor system (17) for indirectly or directly sensing
the pressing force (F) which acts upon the pressing element (10), wherein the sensor
system (17) has a force sensor and/or a travel sensor.
7. Shaping tool according to one of the preceding claims, characterized in that the adjustment device (15) has an actuator (18) which acts on the pressing element
(10).
8. Shaping tool according to one of the preceding claims, characterized in that the adjustment device (15) has a regulator (16) which is connected to the sensing
device (14) and the actuator (18) and has fixed or variable inputting of setpoint
values, wherein the regulator (16) has an input means (23), which can be activated
by the operator, for inputting the setpoint values.
9. Shaping tool according to one of the preceding claims, characterized in that the shaping tool (2) has a separate, regulated, in particular speed-regulated, drive
(24), in particular a rotary drive, or a pressing element (10), in particular a rotatable
hemming roller.
10. Shaping tool according to one of the preceding claims, characterized in that the shaping tool (2) has a device (25) for avoiding the slip for a driven pressing
element (10), in particular a rotatable hemming roller.
11. Processing device, in particular a shaping or hemming device, having a programmable,
multi-axis robot (3) with a robot controller (22), wherein the robot (3) guides a
shaping tool (2) which has a robot connection (9), a frame (7) and a pressing element
(10) which is adjustably guided thereon, characterized in that the shaping tool (2) is embodied according to at least one of Claims 1 to 10.
12. Method for shaping, in particular hemming, workpieces (5) with a shaping tool (2)
which is guided by a robot (3) and has a robot connection (9) and a frame (7) with
a pressing element (10), in particular a hemming roller, which is adjustably guided
thereon, characterized in that the pressing force (F) is sensed with a sensing device (14) on the shaping tool (2),
and the pressing element (10) is adjusted in an open-loop or closed-loop controlled
manner by means of an adjustment device (15) of the shaping tool (2).
13. Method according to Claim 12, characterized in that the shaping tool (2) is guided by a position-controlled robot (3) along a programmed
path, wherein the pressing element (10) is adjusted by the adjustment device (15)
autonomously and without changing the path programming.
14. Method according to Claim 12 or 13, characterized in that the adjustment of the pressing element (10) is configured to compensate variable
robot elasticities and/or to adjust the pressing force (F) in order to influence processes
autonomously.
15. Method according to Claim 12, 13 or 14, characterized in that, when hemming is carried out, the pressing element (10) is driven in rotation by
a separate drive (24), wherein the slip between the pressing element (10) and the
workpiece (5) is avoided by adjusting the pressing force (F).
1. Outil de façonnage guidé par robot permettant de façonner, en particulier de plier,
des pièces à travailler (5), l'outil de façonnage (2) présentant un raccord pour robot
(9) et un bâti (7) doté d'un élément de pression (10), en particulier un rouleau de
pliage, guidé de manière réglable sur celui-ci, caractérisé en ce que l'outil de façonnage (2) présente un dispositif de détection (14) pour la force de
pression (F) et un dispositif de réglage (15) commandé ou régulé par le dispositif
de détection (14) pour le réglage de l'élément de pression (10).
2. Outil de façonnage selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif de réglage (15) déplace, en particulier décale de manière linéaire,
l'élément de pression (10) dans au moins une direction, de préférence dans la direction
axiale (8) de l'outil de façonnage (2).
3. Outil de façonnage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le dispositif de réglage (15) est conçu pour compenser des élasticités variables
du robot et/ou pour ajuster la force de pression (F) en vue d'une influence autonome
sur le processus.
4. Outil de façonnage selon la revendication 1, 2 ou 3, caractérisé en ce que l'outil de façonnage (2) est réalisé sous la forme d'un outil de pliage, en particulier
d'une tête de pliage à rouleaux.
5. Outil de façonnage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'outil de façonnage (2) présente un ressort (13) agissant sur l'élément de pression
(10).
6. Outil de façonnage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de détection (14) présente un ensemble de capteurs (17) pour la détection
indirecte ou directe de la force de pression (F) agissant au niveau de l'élément de
pression (10), l'ensemble de capteurs (17) présentant un capteur de force et/ou un
capteur de déplacement.
7. Outil de façonnage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de réglage (15) présente un actionneur (18) agissant sur l'élément
de pression (10).
8. Outil de façonnage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de réglage (15) présente un régulateur (16) à entrée de valeur de consigne
fixe ou variable, relié au dispositif de détection (14) et à l'actionneur (18), le
régulateur (16) présentant un moyen de saisie (23) pouvant être actionné par l'utilisateur
pour la saisie des valeurs de consigne.
9. Outil de façonnage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'outil de façonnage (2) présente son propre dispositif d'entraînement régulé (24),
en particulier régulé en vitesse, en particulier un dispositif d'entraînement rotatif,
pour un élément de pression (10), en particulier un rouleau de pliage rotatif.
10. Outil de façonnage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'outil de façonnage (2) présente un dispositif (25) d'évitement de patinage pour
un élément de pression entraîné (10), en particulier un rouleau de pliage rotatif.
11. Dispositif d'usinage, en particulier dispositif de façonnage ou de pliage, comprenant
un robot multiaxial (3) programmable doté d'une commande de robot (22), le robot (3)
guidant un outil de façonnage (2) qui présente un raccord pour robot (9), un bâti
(7) et un élément de pression (10) guidé de manière réglable sur celui-ci, caractérisé en ce que l'outil de façonnage (2) est réalisé selon au moins l'une des revendications 1 à
10.
12. Procédé permettant de façonner, en particulier de plier, des pièces à travailler (5)
avec un outil de façonnage (2) guidé par un robot (3) qui présente un raccord pour
robot (9) et un bâti (7) doté d'un élément de pression (10), en particulier un rouleau
de pliage, guidé de manière réglable sur celui-ci, caractérisé en ce qu'un dispositif de détection (14) sur l'outil de façonnage (2) détecte la force de pression
(F) et l'élément de pression (10) est déplacé de manière commandée ou régulée au moyen
d'un dispositif de réglage (15) de l'outil de façonnage (2).
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisé en ce que l'outil de façonnage (2) est guidé par un robot (3) commandé en position le long
d'une trajectoire programmée, l'élément de pression (10) étant déplacé par le dispositif
de réglage (15) de manière autonome et sans modification de la programmation de la
trajectoire.
14. Procédé selon la revendication 12 ou 13, caractérisé en ce que le déplacement de l'élément de pression (10) est conçu pour compenser des élasticités
variables du robot et/ou pour ajuster la force de pression (F) en vue d'une influence
autonome sur le processus.
15. Procédé selon la revendication 12, 13 ou 14, caractérisé en ce que lors d'un pliage, l'élément de pression (10) est entraîné en rotation par son propre
dispositif d'entraînement (24), le réglage de la force de pression (F) permettant
d'éviter tout patinage entre l'élément de pression (10) et la pièce à travailler (5)
.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente