[0001] Die Erfindung betrifft zuvorderst ein Verfahren zum Betrieb eines Staubsaugers zum
Rückreinigen eines von dem Staubsauger umfassten Filterelements beim Betrieb des Staubsaugers.
Ein Verfahren zum Betrieb eines Staubsaugers zum Rückreinigen eines von dem Staubsauger
umfassten Filterelements beim Betrieb des Stausaugers wird im Folgenden mitunter auch
kurz als Verfahren zum Rückreinigen des Filterelements oder als Verfahren zur Filterreinigung
bezeichnet. Die Erfindung betrifft im Weiteren einen Staubsauger mit Mitteln zur insbesondere
automatischen Durchführung des Verfahrens sowie einen Staubsauger, bei dem die Reinigung
des Filterelements durch einen Benutzer der Staubsaugers ausgelöst werden kann.
[0002] Handelsübliche Haushaltsstaubsauger umfassen in einem Staubraum ein Filterelement,
an dem sich beim Betrieb des Staubsaugers aufgenommener Staub anlagert. Beutellose
Haushaltsstaubsauger umfassen einen Fliehkraftabscheider und ein dem Fliehkraftabscheider
nachgeschaltetes Filterelement. Das Filterelement speichert die Emission des Fliehkraftabscheiders,
nämlich die den Fliehkraftabscheider passierende Staubfraktion. Sowohl der Fliehkraftabscheider
als auch das Filterelement befinden sich vor dem Staubsaugergebläse. Bei sogenannten
Zentralfiltersystemen, einer speziellen Ausführungsform eines Fliehkraftabscheiders,
befindet sich das Filterelement als sogenanntes Zentralfilter innerhalb des Fliehkraftabscheiders.
[0003] Unabhängig von der konkreten Ausführung des Staubsaugers muss im Verlauf von dessen
Nutzung das Filterelement regelmäßig und in mitunter relativ kurzen Abständen vom
Staub befreit und gereinigt werden, um die Saugleistung des Staubsaugers weitgehend
konstant zu halten.
[0004] Bei einem Fliehkraftabscheider mit einem Filterelement in Form eines Zentralfilters
kommt dafür ein im Inneren des Zentralfilters angeordneter motorisch betriebener Abstreifer
zum Einsatz, der den Staub von den Filterfalten abschlägt, wie dies zum Beispiel in
der
WO 2011/12479 A beschrieben ist. Nachteilig bei diesem Ansatz zum Rückreinigen des von dem Staubsauger
umfassten Filterelements ist allerdings die mechanische Belastung der Filterfalten
durch den Abstreifer infolge der Verformung der Filterfalten sowie das vergleichsweise
intensive Betriebsgeräusch des Abstreifers in Form eines "Knatterns" bei der Drehung.
Ferner ist als ungünstig anzusehen, dass beim Rückreinigen des Filters der Staubsauger
ausgeschaltet werden muss und der Benutzer damit gegebenenfalls den Saugvorgang unterbrechen
muss.
[0005] Aus der
DE 10 2010 029 518 A ist eine Lösung zur Rückreinigung eines Filterelements in einem Industriestaubsauger
bekannt geworden. Der dort beschriebene Ansatz basiert auf einer Umkehr des Luftstroms
in dem Industriebstaubsauger, so dass kurzfristig das Filterelement in einer zur beim
Saugbetrieb normalen Strömungsrichtung umgekehrten Strömungsrichtung durchströmt wird
und so am Filterelement angelagerter Staub gelöst wird. Diese Lösung ist allerdings
nicht für Haushaltsstaubsauger geeignet, weil zur Umkehr der Strömungsrichtung ein
verhältnismäßig großes und als Unterdruckspeicher fungierendes Volumen erforderlich
ist, wie dies nur bei Industriestaubsaugern mit den dortigen großvolumigen Staubräumen
gegeben ist. Wollte man den Ansatz der
DE 10 2010 029 518 A auf einen Haushaltsstaubsauger mit einem kleinvolumigen Staubraum oder einen Haushaltsstaubsauger
mit einem Fliehkraftabscheider übertragen, ergäbe sich aufgrund der geringen Eignung
des dortigen Staubraums oder des Innenvolumens des Fliehkraftabscheiders als Unterdruckspeicher
möglicherweise noch eine ganz kurzzeitige Strömungsumkehr, aber jedenfalls keine ausreichende
Luftströmung durch das Filterelement und damit keine ausreichende Reinigungswirkung
zur Rückreinigung des jeweiligen Filterelements.
[0006] Der Erfindung stellt sich somit das Problem, für Haushaltsstaubsauger, insbesondere
für handelsübliche beutellose Staubsauger, eine Lösung zur effizienten, aber gleichzeitig
materialschonenden Rückreinigung eines von dem jeweiligen Staubsauger umfassten Filterelements
anzugeben.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Verfahren zum Betrieb eines Staubsaugers
sowie einem Staubsauger mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0008] Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betrieb eines Staubsaugers zum Rückreinigen
eines von dem Staubsauger umfassten Filterelements beim Betrieb des Stausaugers ist
vorgesehen, dass ein Druckmesswert eines einem Volumen, in dem sich das Filterelement
befindet, zugeordneten Drucksensors erfasst und mit einem Schwellwert verglichen wird
sowie dass ein stromabwärts des Filterelements angeordnetes Reingasventil in Abhängigkeit
von einer Überschreitung des Schwellwerts zur Umgebungsluft geöffnet wird.
[0009] Das Volumen, in dem sich das Filterelement befindet, ist entweder der Staubraum des
jeweiligen Staubsaugers oder, bei einem beutellosen Staubsauger mit Zentralfilter,
der von einem solchen Staubsauger umfasste Fliehkraftabscheider, der im Folgenden
häufig auch nur kurz als Abscheider bezeichnet wird. Angaben zur Strömungsrichtung
beziehen sich, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist, auf die normale
Richtung der Luftströmung im Staubsauger beim Saugbetrieb aufgrund des vom Gebläse
des Staubsaugers erzeugten Unterdrucks. Dies gilt auch für die obige Positionsangabe
des Reingasventils.
[0010] Das Verfahren zur Rückreinigung des Filterelements basiert also, ähnlich wie der
in der
DE 10 2010 029 518 A beschriebene Ansatz, auf einer zumindest kurzzeitigen Umkehr der Luftströmung durch
das Filterelement und einer damit bewirkten "Rückspülung" des Filters, die dazu führt,
dass am Filterelement angelagerter Staub abgeworfen und das Filterelement damit gereinigt
(regeneriert) wird.
[0011] Bei dem Verfahren wird ein Druckmesswert erfasst und mit einem vorgegebenen oder
vorgebbaren Schwellwert verglichen. Der Druckmesswert zeigt entweder einen ausreichenden
Unterdruck in dem Volumen, in dem sich das Filterelement befindet, also im Staubraum
oder im Inneren des Abscheiders, oder einen hohen Verschmutzungsgrad des Filterelements
oder beides an. Im Interesse einer besseren Lesbarkeit der nachfolgenden Erläuterungen
wird anstelle des Ausdrucks "Volumen, in dem sich das Filterelement befindet" nur
noch auf einen Abscheider als Beispiel für ein solches Volumen Bezug genommen. Andere
Volumina, in denen sich das Filterelement befinden kann, also zum Beispiel der Staubraum
eines Staubsaugers, sind bei jeder Erwähnung eines Abscheiders sinngemäß mitzulesen.
[0012] Wenn ein ausreichender Unterdruck besteht, zum Beispiel weil ein aerodynamisch dichter
Bodenbelag abgesaugt wird oder weil eine Rohgaszufuhr zum Abscheider in sonst geeigneter
Art und Weise blockiert ist, kann die Rückreinigung des Filterelements durch Umkehr
der Strömungsrichtung durch das Filterelement erfolgen. Dafür wird das stromabwärts
des Filterelements angeordnete Reingasventil geöffnet und zwar in Abhängigkeit von
einer Überschreitung des oben genannten Schwellwerts. Wenn das Reingasventil zur Umgebungsluft
geöffnet wird, wird aufgrund des Unterdrucks im Abscheider Umgebungsluft in den Abscheider
gesaugt. Dies bewirkt die Umkehr der Luftströmung durch das Filterelement. Das Filterelement
wird mit Umgebungsluft quasi gespült. Diese Filterrückspülung löst am Filterelement
angelagerten Staub und das Filterelement wird regeneriert.
[0013] Normalerweise ist das Reingasventil dabei so ausgeführt und angeordnet, dass dieses
bei einer Öffnung zur Umgebungsluft den Luftweg zum Staubsaugergebläse blockiert.
Dies gewährleistet eine vollständige Umkehr der Luftströmung und führt damit zu einer
besonders effizienten Rückreinigung des Filterelements.
[0014] Eine erste Variante eines erfindungsgemäßen Staubsaugers, der ein Filterelement in
einem das Filterelement umgebenden Volumen, also zum Beispiel in einem Abscheider,
sowie ein Reingasventil und ein Rohgasventil umfasst, zeichnet sich im Weiteren dadurch
aus, dass mittels des Rohgasventils beim Saugbetrieb des Staubsaugers ein Zustrom
von Rohgas in das Volumen/den Abscheider blockierbar ist, wobei sich das Rohgasventil
stromaufwärts des Abscheiders befindet, und dass mittels des Reingasventils ein Luftweg
im Staubsauger zwischen einem Luftweg zu einem Gebläse des Staubsaugers und einem
Luftweg zur Umgebungsluft umschaltbar ist, wobei sich das Reingasventil stromabwärts
des Abscheiders und stromaufwärts des Gebläses befindet.
[0015] Eine zweite Variante eines erfindungsgemäßen Staubsaugers, der ein Filterelement
in einem das Filterelement umgebenden Volumen, also zum Beispiel in einem Abscheider,
sowie ein Reingasventil und einen Drucksensor umfasst, zeichnet sich im Weiteren dadurch
aus, dass mittels des Reingasventils ein Luftweg im Staubsauger zwischen einem Luftweg
zu einem Gebläse des Staubsaugers und einem Luftweg zur Umgebungsluft umschaltbar
ist, wobei sich das Reingasventil stromabwärts des Abscheiders und stromaufwärts des
Gebläses befindet, und dass das Reingasventil in Abhängigkeit von einem vom Drucksensor
gelieferten Druckmesswert ansteuerbar ist.
[0016] Die beiden Varianten unterscheiden sich durch das Rohgasventil und den Drucksensor.
[0017] Die beiden Varianten sind kombinierbar, lösen allerdings auch jeweils für sich genommen
die oben genannte Aufgabe.
[0018] Bei dem Staubsauger mit einem Reingasventil und einem Rohgasventil kann mittels des
Rohgasventils der Zustrom von Rohgas in den Abscheider blockiert werden. Dies gewährleistet
einen für eine Filterrückspülung der oben skizzierten Art ausreichenden Unterdruck
im Abscheider. Eine Messung des tatsächlichen Unterdrucks mittels eines Drucksensors
oder dergleichen ist nicht notwendig, gleichwohl aber optional möglich. Nach Blockierung
der Rohgaszufuhr mittels des Rohgasventils kann das Reingasventil zur Umgebungsluft
geöffnet werden, insbesondere derart, dass dabei der Luftweg zum Gebläse blockiert
wird. Der Unterdruck im Abscheider bewirkt die Strömungsumkehr und die Filterspülung.
[0019] Bei dem Staubsauger mit einem Drucksensor ist ein Rohgasventil nicht notwendig, gleichwohl
aber optional möglich. Mittels des Drucksensors wird erfasst, ob im Abscheider ein
für eine Filterspülung ausreichender Unterdruck herrscht. Dies kann sich dadurch ergeben,
dass ein Saugmund einer Bodendüse des Staubsaugers manuell blockiert wird oder dass
ein aerodynamisch dichter Bodenbelag abgesaugt wird. Der Verschließen des Saugmunds
oder der dichte Bodenbelag wirken wie ein geschlossenes Rohgasventil. Sobald ein ausreichender
Unterdruck besteht, kann das Reingasventil so angesteuert werden, dass dieses den
Luftweg im Staubsauger zur Umgebungsluft öffnet, insbesondere derart, dass dabei der
Luftweg zum Gebläse blockiert wird. Der Unterdruck im Abscheider bewirkt dann erneut
die Strömungsumkehr und die Filterspülung.
[0020] Bei der obigen ersten Variante des Staubsaugers kann die Filterspülung manuell oder
automatisch ausgelöst werden. Bei einer manuellen Auslösung der Filterspülung schließt
ein Benutzer des Staubsaugers zunächst das Rohgasventil, um die Rohgaszufuhr zu blockieren
und um auf diese Weise einen ausreichenden Unterdruck im Abscheider zu gewährleisten.
Dann öffnet der Benutzer nach einer gewissen kurzen Wartezeit das Reingasventil, so
dass es zur Rückspülung des Filterelements kommt. Anschließend stellt der Benutzer
die beiden Ventile wieder in ihre Ausgangsstellung. Die Filterspülung kann auch automatisch
ausgelöst werden. Dazu betätigt ein Benutzer zum Beispiel ein zur Rückspülung / Regenerierung
des Filterelements vorgesehenes Bedienelement. Diese Bedienhandlung des Benutzers
setzt eine automatische Auslösung der Filterspülung in Gang, indem zunächst automatisch
das Rohgasventil geschlossen wird, dann - nach einer gewissen vorgegebenen oder vorgebbaren
Wartezeit - ebenfalls automatisch das Reingasventil zur Umgebungsluft geöffnet wird,
um die Filterspülung auszulösen und abschließend die beiden Ventile automatisch wieder
in ihrer Ausgangsstellung gestellt werden. Anstelle der Auslösung der automatischen
Filterspülung mittels einer Bedienhandlung des Benutzers oder zusätzlich, aber unabhängig
von einer solchen Bedienhandlung, kann die Filterspülung vollautomatisch erfolgen,
indem diese zum Beispiel jeweils nach dem Verstreichen einer vorgegebenen oder vorgebbaren
Betriebsdauer des Staubsaugers automatisch ausgelöst wird.
[0021] Bei der obigen zweiten Variante des Staubsaugers wird die Filterspülung normalerweise
automatisch, nämlich in Abhängigkeit von dem vom Drucksensor gelieferten Druckmesswert,
ausgelöst. Das dann automatisch ablaufende Verfahren zur automatischen Filterreinigung
durch Umkehr der Strömungsrichtung ist das oben schon beschriebene Verfahren.
[0022] Der hier und im Folgenden beschriebene Ansatz kommt speziell für Haushaltsstaubsauger
in Betracht, eignet sich jedoch grundsätzlich für alle Staubsaugerarten, also auch
für Industriestaubsauger. Des Weiteren kommt der hier beschriebene Ansatz grundsätzlich
auch zur Anwendung in verfahrenstechnischen Anlagen, zum Beispiel in Anlagen zur Luftabsaugung
oder dergleichen, in Betracht, um dort verwendete Filterelemente zu reinigen. Allgemein
kommt der hier beschriebene Ansatz besonders für Geräte oder Anlagen, also insbesondere
für Staubsauger und dergleichen in Betracht, bei denen das jeweilige Filterelement
als Oberflächenfilter fungiert, weil sich Staub und dergleichen bei solchen Oberflächenfiltern
nicht in der Tiefe einlagert und damit bei einer Strömungsumkehr besonders leicht
und effizient abgeworfen werden kann. Bei anderen Filterelementen kann zumindest der
auch dort an der Oberfläche angelagerte Staub abgeworfen werden.
[0023] Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, dass bei einer Anwendung
in einem Staubsauger dieser zum Regenerieren des Filterelements nicht ausgeschaltet
und damit ein eventueller Saugvorgang nicht unterbrochen werden muss, dass eine mechanische
Belastung der Filterfalten, wie sie sich bei einer Rückreinigung mittels eines an
die Filterfalten anschlagenden rotierenden Abstreifers ergibt, vollständig vermieden
wird und dass der Rückreinigungsvorgang insgesamt sehr leise ist, denn nur das Schalten
eines Ventils oder gegebenenfalls zweier Ventile ist akustisch wirksam. Gleiches gilt
entsprechend für andere Anwendungsmöglichkeiten des hier vorgestellten Ansatzes.
[0024] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
nachfolgenden Unteransprüchen. Dabei verwendete Rückbeziehungen weisen auf die weitere
Ausbildung des Gegenstandes des Hauptanspruches durch die Merkmale des jeweiligen
Unteranspruches hin. Sie sind nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines selbständigen,
gegenständlichen Schutzes für die Merkmalskombinationen der rückbezogenen Unteransprüche
zu verstehen. Des Weiteren ist im Hinblick auf eine Auslegung der Ansprüche bei einer
näheren Konkretisierung eines Merkmals in einem nachgeordneten Anspruch davon auszugehen,
dass eine derartige Beschränkung in den jeweils vorangehenden Ansprüchen nicht vorhanden
ist.
[0025] Bei einer Ausführungsform des Verfahrens gemäß einer ersten Variante wird bei einer
Überschreitung des Schwellwerts vor dem Öffnen des Reingasventils ein stromaufwärts
des Filterelements angeordnetes Rohgasventil geschlossen. Bei dieser Variante des
Verfahrens deutet die Überschreitung des Schwellwerts aufgrund eines entsprechenden
Druckabfalls über dem Filterelement auf einen hohen Verschmutzungsgrad des Filterelements
hin. Dann wird die Filterspülung eingeleitet, indem das Rohgasventil geschlossen und
anschließend zur Filterspülung das Reingasventil zur Umgebungsluft geöffnet wird.
[0026] Bei einer Ausführungsform des Verfahrens gemäß einer zweiten Variante wird ein stromaufwärts
des Filterelements angeordnetes Rohgasventil geschlossen und im Anschluss daran das
Reingasventil in Abhängigkeit von einer Überschreitung des Schwellwerts zur Umgebungsluft
geöffnet. Bei dieser Variante des Verfahrens deutet die Überschreitung des Schwellwerts
auf einen ausreichenden Unterdruck im Abscheider aufgrund des mittels des geschlossenen
Rohgasventils blockierten Zustroms von Rohgas in den Abscheider hin. Sobald ein für
die Filterspülung ausreichender Unterdruck festgestellt wird, kann die Filterspülung
eingeleitet werden, indem das Reingasventil zur Umgebungsluft geöffnet wird.
[0027] Bei einer besonderen Ausführungsform des oben skizzierten Verfahrens und seiner Varianten
wird das Reingasventil bei einer Überschreitung des Schwellwerts mehrfach hintereinander
für jeweils eine vorgegebene Zeitspanne geöffnet. Die Rückreinigung des Filterelements
durch Filterspülung erfolgt dann mittels einzelner Spülluftimpulse. Dadurch wird ein
Hin- und Herschwingen des Filterelements oder dessen Filtermediums ausgelöst. Dies
führt zu einem noch wirkungsvolleren Abwerfen von an dem Filterelement angelagertem
Staub. Die Filterreinigung und die damit bewirkte Regeneration des Filterelements
sind auf diese Wiese besonders wirksam und effizient.
[0028] Bei einer Ausführungsform des Verfahrens zur Filterreinigung mittels einzelner Spülluftimpulse
kann vorgesehen sein, dass das Rohgasventil geschlossen wird, bevor das Reingasventil
das erste Mal geöffnet wird, und geschlossen bleibt, bis das Reingasventil, nachdem
dieses zum letzten Mal zur Umgebungsluft geöffnet wurde, wieder in seine Ausgangsstellung
gestellt wird. Alternativ kann das Rohgasventil bei einer mehrfach hintereinander
erfolgenden Öffnung des Reingasventils antizyklisch ebenfalls geöffnet und geschlossen
werden. Speziell bei der letzten Variante wird das Filtermedium des Filterelements
nicht nur in mehrfach wechselnden Richtungen durchströmt, sondern der jeweilige Luftdruck
bewirkt auch eine mehrfach wechselnde Verformung des Filtermediums und damit ein besonders
wirksames Abwerfen von angelagertem Staub.
[0029] Als Mittel zur Ausführung des Verfahrens zum Rückreinigen des Filterelements wie
hier und im Folgenden beschrieben kommt eine von dem jeweiligen Gerät, also zum Beispiel
einem Staubsauger, umfasste Steuerungseinrichtung in Betracht. Diese umfasst zum Beispiel
eine Verarbeitungseinheit in Form von oder nach Art eines Mikroprozessors sowie einen
Speicher, in den ein mittels der Verarbeitungseinheit ausführbares Steuerungsprogramm
geladen ist, das bei seiner Ausführung mittels der Verarbeitungseinheit alle Schritte
des Verfahrens verwirklicht. Die Erfindung ist dabei bevorzugt in Software implementiert.
Die Erfindung ist damit einerseits auch ein Steuerungsprogramm mit durch ein Computersystem,
nämlich die Steuerungseinrichtung und dessen Verarbeitungseinheit, ausführbaren Programmcodeanweisungen
und andererseits ein Speichermedium mit einem derartigen Steuerungsprogramm, also
ein Computerprogrammprodukt mit Programmcodemitteln oder sonstigen computer-ausführbaren
Instruktionen, die so angepasst sind, dass sie in einem Computersystem die Ausführung
eines Verfahrens wie hier beschrieben veranlassen, sowie schließlich auch eine Steuerungseinrichtung,
in deren Speicher als Mittel zur Durchführung des Verfahrens und seiner Ausgestaltungen
ein solches Steuerungsprogramm geladen oder ladbar ist. Alternativ zu einer Ausführung
des Steuerungsprogramms in Software kommt auch eine Ausführung in Soft-und Hardware,
Firmware, Soft- und Firmware und so weiter in Betracht, zum Beispiel indem die Überprüfung
auf Überschreitung des Schwellwerts durch den jeweiligen Druckmesswert mittels eines
in Hardware ausgeführten Komparators erfolgt.
[0030] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Einander entsprechende Gegenstände oder Elemente
sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0031] Das oder jedes Ausführungsbeispiel ist nicht als Einschränkung der Erfindung zu verstehen.
Vielmehr sind im Rahmen der vorliegenden Offenbarung auch Änderungen und Modifikationen
möglich, die zum Beispiel durch Kombination oder Abwandlung von einzelnen in Verbindung
mit den im allgemeinen oder speziellen Beschreibungsteil beschriebenen sowie in den
Ansprüchen und/oder der Zeichnung enthaltenen Merkmalen für den Fachmann im Hinblick
auf die Lösung der Aufgabe entnehmbar sind und durch kombinierbare Merkmale zu einem
neuen Gegenstand oder zu neuen Verfahrensschritten bzw. Verfahrensschrittfolgen führen.
[0032] Es zeigen
- Figur 1
- einen Staubsauger in einer Ausführungsform als Bodenstaubsauger,
- Figur 2A, 2B
- ein Filterelement aus dem Staubsauger in Figur 1 in einer Seitenansicht bzw. einer
Draufsicht mit einem drehbaren Abstreifer als Reinigungsaktorik zum Rückreinigen des
Filterelements,
- Figur 3A, 3B
- eine im Stand der Technik bekannte, alternative Möglichkeit zum Rückreinigen eines
Filterelements mittels Spülluft,
- Figur 4
- eine Ausführungsform eines Staubsaugers mit Mitteln zum Rückreinigen eines Filterelements
mittels Spülluft gemäß der Erfindung,
- Figur 5A, 5B
- eine Darstellung zur Veranschaulichung des in Figur 4 gezeigten Prinzips,
- Figur 6
- eine alternative Ausführungsform eines Staubsaugers mit Mitteln zum Rückreinigen eines
Filterelements mittels Spülluft gemäß der Erfindung,
- Figur 7
- Kennlinien zur Erläuterung des in Figur 6 gezeigten Prinzips sowie
- Figur 8A, 8B
- eine Darstellung zur Veranschaulichung des in Figur 6 gezeigten Prinzips.
[0033] Die Darstellung in Figur 1 zeigt in einer schematisch vereinfachten Darstellung einen
Schnitt durch einen Staubsauger 10 in einer Ausführungsform als Bodenstaubsauger,
wobei der im Folgenden erläuterte neue Ansatz für alle Arten von Staubsaugern 10 in
Betracht kommt und nicht auf Bodenstaubsauger beschränkt ist.
[0034] Der Staubsauger 10 umfasst in an sich bekannter Art in einem Staubraum 12 einen Abscheider
14 mit einem wiederum in dem Abscheider 14 angeordneten Filterelement 16. Das Filterelement
16 ist bei der Darstellung in Figur 1 in Form einer Filterkartusche ausgeführt und
fungiert in dem Staubsauger als Zentralfilter. Beim Betrieb des Staubsaugers 10 wird
in an sich bekannter Art und Weise Rohgas 18 angesaugt und der im Rohgas 18 enthaltene
Staub 20 wird hauptsächlich an dem Filterelement 16 abgeschieden. Die dafür notwendige
Strömungsluft wird in an sich bekannter Art und Weise mittels eines Gebläses 22 erzeugt
und tritt durch einen Saugschlauch 24, von dem hier nur ein zum Anschluss des Saugschlauchs
24 am Staubsauger 10 vorgesehener Anschlussstutzen 24 gezeigt ist, in den Staubsauger
10 ein. Das mittels des Filterelements 16 gereinigte Rohgas 18 verlässt den Staubsauger
10 als Reingas 26 durch einen optionalen Motorfilter 28.
[0035] Die Darstellung in Figur 2A zeigt das Filterelement 16 aus Figur 1 in einer schematisch
vereinfachten, vergrößerten und geschnittenen Seitenansicht. Die Darstellung in Figur
2B zeigt dasselbe Filterelement 16 in einer schematisch vereinfachten und geschnittenen
Ansicht von oben. In den Darstellungen ist erkennbar, dass das Filterelement 16 ein
gefaltetes/plissiertes Filtermedium 30 umfasst, das sich mittels eines als Reinigungsmechanismus
fungierenden, drehbaren Abstreifers 32 reinigen lässt, wie dies zum Beispiel in der
WO 2011/12479 A beschrieben ist. Der Abstreifer 32 wird üblicherweise mittels eines Elektromotors
(nicht gezeigt) betrieben und in Rotation versetzt. Dazu ist der Abstreifer 32 an
einer Achse 34 angeformt, die in einem Filterdeckel 36 und einem Filterboden 38 des
Filterelements 16 drehbar gelagert ist. Aufgrund der Faltung/Plissierung des Filtermediums
30 weist dieses Filterfalten 40 auf, in die der Abstreifer 32 eingreift. Beim Drehen
des Abstreifers 32 werden die Filterfalten 40 verformt und - analog zum Zupfen einer
Gitarrensaite - in Schwingung versetzt. Auf diese Weise wird auf der Oberfläche des
Filtermediums 30 angelagerter Staub 20 (Figur 1) von den Filterfalten 40 abgeworfen.
Die Verformung der Filterfalten 40 stellt allerdings eine mechanische Belastung des
Filtermediums 30 dar, so dass langfristig Beschädigungen des Filtermediums 30 nicht
ausgeschlossen sind. Zudem wir die Reinigung des Filtermediums 30 mittels eines Abstreifers
32 vom Benutzer als mitunter störendes Knattergeräusch wahrgenommen. Schließlich muss
der Staubsauger 10 ausgeschaltet sein, wenn der Reinigungsmechanismus aktiviert wird,
damit der abgeworfene Staub 20 nicht wieder zurück an das Filterelement 16 gesaugt
wird, so dass der Benutzer entsprechende Bedienhandlungen vornehmen und gegebenenfalls
den Saugvorgang unterbrechen muss.
[0036] Die Darstellungen in Figur 3A und Figur 3B veranschaulichen einen alternativen und
ebenfalls, nämlich bei Industriestaubsaugern, (zum Beispiel aus der
DE 10 2009 029 518 A) bekannten Ansatz zum Reinigen eines Filterelements 16. Dieser Ansatz basiert auf
einer Zuführung von Spülluft 44. Dazu wird mittels eines als Spülluftöffnung fungierenden
Reingasventils 46, das stromabwärts des Staubraums 12, also reingasseitig hinter dem
Staubraum 12, angeordnet ist, Spülluft 44, also Umgebungsluft, entgegen der Strömungsrichtung
des Roh- und Reingases 18, 26 zugeführt, um das Filterelement 16 vom Staub 20 zu befreien.
[0037] Prinzipiell handelt es sich dabei um eine Filterrückspülung. Im Saugbetrieb wird
im Staubraum 12, im Saugschlauch 24 und in einem jeweiligen Vorsatzgerät (nicht gezeigt)
ein vom Gebläse 22 (Figur 1) erzeugter Unterdruck aufgebaut. Durch das Öffnen des
Reingasventils 46 wird beispielsweise für einige 100 Millisekunden dem Staubraum 12
impulsartig Spülluft 44 zugeführt und dadurch der Luftdruck im Staubraum 12 erhöht.
Dies führt dazu, dass sich die Strömung durch das Filterelement 16 schlagartig umkehrt.
Der bei Industriestaubsaugern in der Regel sehr große Staubraum 12 von beispielsweise
ca. 30 Litern fungiert dabei als Druckspeicher. Je größer der Druckspeicher ist und
je schneller das Reingasventil 46 geöffnet und geschlossen wird, desto intensiver
ist die Reinigung des Filterelements 16.
[0038] Dieser Ansatz ist allerdings nicht ohne Weiteres auf Staubsauger 10 in Form von Haushaltsstaubsaugern
(Figur 1) übertragbar, denn der dortige vergleichsweise kleine Staubraum 12 mit einem
Volumen in einer Größenordnung von ca. 8 bis 10 Litern reicht nicht aus, um in ausreichendem
Maße Spülluft 44 anzusaugen, um das Filterelement 16 zufriedenstellend zu reinigen.
[0039] Die nachfolgenden Darstellungen zeigen Ausführungsformen entsprechend der Erfindung,
wobei eine Lösung vorgeschlagen wird, mit der sich auch bei einem Staubsauger 10 (Figur
1) in Form eines Haushaltsstaubsaugers, also einem Bodenstaubsauger, einem Stabstaubsauger
oder einem Hand- oder Tischstaubsauger, eine Reinigung eines von dem Staubsauger 10
umfassten Filterelements 16 mittels Filterspülung erreichen lässt.
[0040] Die Darstellung in Figur 4 zeigt in schematisch vereinfachter Form die Luftströmung
in einem Staubsauger 10. Der Strömungsweg beginnt in der Darstellung ganz links mit
dem dort durch den Saugschlauch 24 (Figur 1) zuströmenden Rohgas 18, das in den Abscheider
14 (oder allgemein in einen Staubraum 12) gelangt und aus dem Filterelement 16 als
Reingas 26 austritt. Der dafür erforderliche Unterdruck wird mittels eines Gebläses
22 erzeugt und insoweit wird auf die Darstellung in Figur 1 und die dortigen Erläuterungen
Bezug genommen.
[0041] Bei dem in Figur 4 gezeigten Staubsauger 10 befinden sich im Strömungsweg zwei Ventile,
nämlich ein reingasseitiges Ventil 46 / Reingasventil 46 sowie ein rohgasseitiges
Ventil 48 / Rohgasventil 48. Das Rohgasventil 48 befindet sich im Strömungsweg stromaufwärts
des Abscheiders 14 (oder bei einem Staubsauger 10 ohne Abscheider 14 stromaufwärts
des Staubraums 12), in der gezeigten Ausführungsform unmittelbar stromaufwärts des
Abscheiders 14. Das Reingasventil 46 befindet sich im Strömungsweg stromabwärts des
Abscheiders 14 (oder bei einem Staubsauger 10 ohne Abscheider 14 stromabwärts des
Staubraums 12), in der gezeigten Ausführungsform unmittelbar stromabwärts des Abscheiders
14. Die beiden Ventile 46, 48 befinden sich demzufolge auch strömungsmäßig vor und
hinter dem im Abscheider 14 angeordneten Filterelement 16 oder allgemein vor und hinter
dem im Staubraum 12 angeordneten Filterelement 16.
[0042] Das Rohgasventil 48 dient zum Verschließen des zum Abscheider 14/Staubraum 12 führenden
Strömungswegs. Das Rohgasventil 48 kann demzufolge als Einwegventil ausgeführt sein.
Das Reingasventil 46 ist als Zweiwegventil ausgeführt und mittels des Reingasventils
46 wird entweder der Strömungsweg zum Gebläse 22 oder ein Strömungsweg zum Einleiten
von Spülluft 44 in den Abscheider 14/Staubraum 12 freigeschaltet. Durch das Verschließen
des rohgasseitigen Strömungswegs mittels des Rohgasventils 48 wird im Abscheider 14/Staubraum
12 der maximale Unterdruck des Gebläses 22 aufgebaut.
[0043] Die nachfolgende Beschreibung wird im Interesse der besseren Lesbarkeit anhand der
dargestellten Ausführungsform eines Staubsaugers 10 mit einem Abscheider 14 fortgesetzt.
[0044] Es versteht sich, dass bei einem Staubsauger 10 ohne einen solchen Abscheider 14
funktional an die Stelle des Abscheiders 14 der das Filterelement 16 umgebende Staubraum
12 tritt. Insofern ist hier und im Folgenden bei jeder Erwähnung des Abscheiders 14
auch der Staubraum 12 als mögliches Volumen zur Einleitung der Spülluft 44 beim Rückspülen
des Filterelements 16 mitzulesen.
[0045] Zum Rückreinigen des Filterelements 16 wird das Rohgasventil 48 geschlossen und anschließend
einmal oder mehrfach jeweils kurzzeitig das Reingasventil 46 geöffnet, damit aufgrund
des Unterdrucks im Abscheider 14 Spülluft 44 in das Innenvolumen des Abscheiders 14
strömt, nämlich in das Innenvolumen des Abscheiders 14 gesaugt wird. Die im Wege des
so stattfindenden Druckausgleichs angesaugte Spülluft 44 durchströmt dabei das Filterelement
16 in einer zur Strömungsrichtung des Roh- und Reingases 18, 26 umgekehrten Richtung,
so dass eine Rückspülung des Filterelements 16 (Filterrückspülung) erreicht wird.
Diese Filterspülung oder Filterrückspülung wird auch als Rückreinigung des Filterelements
16 bezeichnet. Bei der Filterspülung / Rückreinigung wird der an der Oberfläche des
Filtermediums 30 des Filterelements 16 angelagerte Staub 20 abgeworfen. Das Filtermedium
30 ist damit regeneriert oder zumindest in weitem Umfang regeneriert.
[0046] Das Rückreinigen des Filterelements 16 kann auch automatisch ausgelöst werden. Dazu
ist zwischen den beiden Ventilen 48, 46 ein ansonsten optionaler analoger Drucksensor
50 oder auch ein Druckschalter 50 angeordnet, der den jeweiligen Druckverlust über
dem Filterelement 16 als Maß für dessen Verschmutzungsgrad erfasst.
[0047] Zum automatischen Rückreinigen des Filterelements 16 ist dann Folgendes vorgesehen:
Kontinuierlich oder zumindest regelmäßig wird der vom Drucksensor 50 gemessene Unterdruck
überwacht. Überschreitet ein vom Drucksensor 50 gelieferter Druckmesswert (Unterdruckmesswert)
einen vorgegebenen oder vorgebbaren Schwellwert, wird zunächst automatisch durch eine
entsprechende Ansteuerung des Rohgasventils 48 das Rohgas 18 vom Abscheider 14 abgetrennt.
Dadurch wird im Abscheider 14 der maximale Gebläseunterdruck aufgebaut. Nach einer
vorgegebenen oder vorgebbaren Zeitspanne, deren Verstreichen im Anschluss an die Ansteuerung
des Rohgasventils 48 abgewartet wird, zum Beispiel einer Zeitspanne in einer Größenordnung
von circa einer Sekunde, wird über eine entsprechende Ansteuerung des Reingasventils
46 die Spülluft 44 zugeschaltet. Das Zuschalten der Spülluft 44 mittels einer entsprechenden
Ansteuerung des Reingasventils 46 erfolgt ebenfalls für eine dafür vorgegebene oder
vorgebbare Zeitspanne (Rückspülzeit) und gegebenenfalls mehrfach hintereinander, wobei
zwischen jeweils einer Ansteuerung des Reingasventils 46 zum Zuschalten der Spülluft
44 eine vorgegebene oder vorgebbare Intervallzeit abgewartet wird. Nach dem Rückspülen
des Filterelements 16 wird automatisch das Rohgasventils 48 durch eine entsprechende
Ansteuerung wieder geöffnet.
[0048] Die Darstellungen in Figur 5A und Figur 5B zeigen die schematisch vereinfachte Darstellung
eines Staubsaugers 10 in Figur 4 mit Symbolen der Elektrotechnik. Entsprechend sind
dort die beiden Ventile 48, 46 als Umschalter dargestellt. Das oben beschriebene Verfahren,
also die Überwachung des Druckmesswerts des Drucksensors 50, das Schließen des Rohgasventils
48 bei Überschreitung des Schwellwerts, das anschließende und eventuell mehrfache
kurzzeitige Öffnen des Reingasventils 46 und das abschließende Schließen des Rohgasventils
48 erfolgt unter Kontrolle einer dafür vorgesehenen Steuerungseinrichtung 52. Bei
dieser kann es sich um eine separate Steuerungseinrichtung 52, aber auch um eine zur
Steuerung und/oder Überwachung anderer Funktionen des Staubsaugers 10 vorgesehene
Einrichtung oder um eine Funktionalität innerhalb einer solchen Einrichtung handeln.
[0049] Bei einem mehrfachen Rückspülen des Filterelements 16 durch entsprechende Ansteuerung
des Reingasventils 46 zum Zuschalten der Spülluft 44 kann das Rohgasventil 48 während
des Rückspülens dauerhaft geschlossen sein oder jeweils antizyklisch mit der Öffnung
des Reingasventils 46 zum Zuschalten der Spülluft 44 zwischenzeitlich jeweils kurzfristig
wieder geöffnet werden. Auch dies erfolgt automatisch mittels einer entsprechenden
Ansteuerung der Ventile 48, 46 mittels der Steuerungseinrichtung 52.
[0050] Die Darstellung in Figur 5A zeigt mit den dort in Form von Umschaltern dargestellten
Ventilen 48, 46 die Situation beim normalen Saugbetrieb, wenn also das Rohgas 18 über
das geöffnete Rohgasventil 48 und das am Ausgang des Filterelements 16 austretende
Reingas 26 aufgrund des zum Gebläse 22 hin geöffneten Reingasventils 46 schließlich
den Stausauger 10 wieder verlässt. Die Darstellung in Figur 5B zeigt mit den dort
ebenfalls in Form von Umschaltern dargestellten Ventilen 48, 46 die automatische Ansteuerung
der Ventile 48, 46 mittels der Steuerungseinrichtung 52 aufgrund eines mittels der
Steuerungseinrichtung 52 ausgewerteten und zuvor unter Kontrolle der Steuerungseinrichtung
52 beim Drucksensor 50 erfassten Druckmesswerts. Die Ansteuerung ist durch die beiden
Blockpfeile veranschaulicht. Die mit den durchgezogenen Linien gezeigte Schaltstellung
entspricht der in Figur 5A gezeigten Situation. Die mit gepunkteten Linien gezeigte
Schaltstellung wird beim Rückspülen des Filterelements 16 aktiviert.
[0051] Bei der Darstellung in Figur 5A ist noch gezeigt, dass die Steuerungseinrichtung
52 eine Verarbeitungseinheit 54 in Form von oder nach Art eines Mikroprozessors sowie
einen Speicher 56 umfasst. In den Speicher 56 ist ein mittels der Verarbeitungseinheit
54 ausführbares Steuerungsprogramm 58 geladen, das bei seiner Ausführung durch die
Verarbeitungseinheit 54 sämtliche Schritte des jeweiligen Verfahrens zum Rückreinigen
des Filterelements 16 verwirklicht. Diese detaillierte Darstellung der Steuerungseinrichtung
52 ist in den nachfolgenden Figuren aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht wiederholt,
gilt jedoch auch dort. In dem Speicher 56 ist zum Beispiel in einer dafür vorgesehenen
Speicherstelle ein Maß für eine vorgegebene oder vorgebbare Wartezeit zwischen einer
Ansteuerung des Rohgasventils 48 und einer (ersten) Ansteuerung des Reingasventils
46 hinterlegt. Entsprechendes gilt für alle anderen Zeiten und Parameter, die im Rahmen
des Verfahrens berücksichtigt werden.
[0052] Die Darstellung in Figur 6 zeigt eine spezielle Ausführungsform eines Staubsaugers
10 entsprechend dem hier vorgeschlagenen Ansatz. Bei dieser Ausführungsform ist kein
Rohgasventil 48 (Figur 4, 5A, 5B) vorhanden oder ein vorhandenes Rohgasventil 48 wird
nicht angesteuert. Vielmehr wird unter Kontrolle der Steuerungseinrichtung 52 nur
das Reingasventil 46 angesteuert. Dabei erfolgt dessen Ansteuerung mittels der Steuerungseinrichtung
52 automatisch und in Abhängigkeit von einem jeweils mit einem Vorsatzgerät, zum Beispiel
einer Bodendüse 62, besaugten Bodenbelag 64, 66 sowie in Abhängigkeit vom Verschmutzungsgrad
des Filterelements 16. Der Bodenbelag 64, 66 und der Verschmutzungsgrad des Filterelements
16 werden mittels des Drucksensors 50 erfasst. Dieser ist bei der in Figur 6 gezeigten
Ausführungsform als Absolutwertsensor ausgeführt.
[0053] Der Bodenbelag 64, 66 kann als Glattboden oder Teppichboden vorliegen. Je nach Bodenbelag
64, 66 und dem Verschmutzungsgrad des Filterelements 16 stellen sich in einer in Figur
7 gezeigten Systemkennlinienschar Δp = f (q) verschiedene Arbeitspunkte P1, P2, P3
ein. Die Systemkennlinien Δp = f (q) sind dabei über dem Volumenstrom q aufgetragen.
Der mit P3 bezeichnete Arbeitspunkt symbolisiert das Saugen auf einem Glattboden bei
neuem oder regeneriertem Filterelement 16, der mit P1 bezeichnete Arbeitspunkt zeigt
die aerodynamischen Verhältnisse bei Teppichboden und neuem oder gereinigtem Filterelement
16 und der mit P2 bezeichnete Arbeitspunkt zeigt den Zustand bei gesättigtem/verschmutztem
Filterelement 16 und Saugen auf Teppichboden. Eine aerodynamische Dichtigkeit eines
Systems, das einerseits den Staubsauger 10 und andererseits den Bodenbelag 64, 66
umfasst, hängt vor allem von der aerodynamischen Dichtigkeit des Bodenbelags 64, 66
ab. Dichter Flor eines Teppichbodens führt also im Vergleich zu einem Glattboden zu
einer deutlich höheren aerodynamischen Dichtigkeit des Gesamtsystems. Mit der jeweiligen
aerodynamischen Dichtigkeit sind auch der Druckverlust und der Unterdruck im System
korreliert, so dass aus einer höheren aerodynamischen Dichtigkeit auch ein höherer
Unterdruck im System resultiert. Auf der anderen Seite geht mit einer höheren aerodynamischen
Dichtigkeit ein entsprechend geringerer Volumenstrom q einher.
[0054] In der Darstellung in Figur 7 entspricht die Differenz zwischen den dort gezeigten
Druckwerten Δp2 und Δp1 dem Druckverlust über dem Filterelement 16 in verschmutztem
Zustand und der Druckwert Δp2 dem sich dabei einstellenden Gebläseunterdruck auf einem
Teppichboden und bei verschmutztem Filterelement 16. Der mit P2 bezeichnete Arbeitspunkt
kommt einem Betriebszustand, wie er sich bei einem geschlossenem Rohgasventil 48 (Figur
5A, 5B) ergibt, sehr nahe.
[0055] Das Verfahren, nach dem der Staubsauger 10 in Figur 6 zur Rückreinigung des Filterelements
16 arbeitet, ist in Figur 8A und Figur 8B gezeigt, wobei das Reingasventil 46 wieder
(vgl. Figuren 5A, 5B) als Umschalter dargestellt ist, um die Umschaltung zwischen
dem Luftweg zum Gebläse 22 beim normalen Saugbetrieb und dem Luftweg zum Einleiten
von Spülluft 44 beim Rückspülen des Filterelements 16 zu veranschaulichen. Das Schalten
des Reingasventils 46 mittels der Steuerungseinrichtung 52 erfolgt aufgrund der Größe
Δp2. Wird mittels eines von Drucksensor 50 gelieferten Druckmesswerts erkannt, dass
beim Reinigen eines Teppichbodens oder eines aerodynamisch sehr dichten Bodenbelags
ein durch die Größe Δp2 festgelegter Schwellwert erreicht oder überschritten ist,
wird durch entsprechende Ansteuerung mittels der Steuerungseinrichtung 52 das Reingasventil
46 geöffnet. Dann strömt Spülluft 44 in den Abscheider 14 und durch die so bewirkte
Rückspülung des Filterelements 16 wird dieses regeneriert.
[0056] Die Darstellung in Figur 8A zeigt dabei eine Situation mit angehobener Bodendüse
62. In dieser Situation kann sich normalerweise keine Überschreitung des oben genannten
Schwellwertes ergeben. Die Darstellung in Figur 8B zeigt bei gleichem Bodenbelag 66,
nämlich einem aerodynamisch dichten Bodenbelag 66, zum Beispiel Teppichboden, die
Situation mit auf dem Bodenbelag 66 aufliegender Bodendüse 62. Aufgrund der aerodynamischen
Dichtigkeit wirkt der Bodenbelag 66 wie ein Verschließen des Saugmunds der Bodendüse
62, also letztlich wie ein Schließen eines Ventils (siehe oben: Rohgasventil 48; Figur
4) im Luftweg zum Filterelement 16 und der Volumenstrom q zum Filterelement 16 bricht
zusammen. Im Abscheider 14 wird damit nach kürzester Zeit der maximale Unterdruck
des Gebläses 22 aufgebaut. Wenn in dieser Situation unter Kontrolle der Steuerungseinrichtung
52 das Reingasventil 46 so angesteuert wird, dass dieses zur Umgebungsluft hin öffnet
und den Zustrom von Spülluft 44 erlaubt, wird der Unterdruck im Abscheider 14 durch
die zuströmende Spülluft 44 ausgeglichen und dabei das Filterelement 16 so wie oben
bereits beschrieben durch Rückspülen gereinigt.
[0057] Einzelne im Vordergrund stehende Aspekte der hier vorgelegten Beschreibung lassen
sich damit kurz wie folgt zusammenfassen: Angegeben werden ein Verfahren zum Betrieb
eines Staubsaugers 10 zum Rückreinigen eines von dem Staubsauger 10 umfassten Filterelements
16 beim Betrieb des Stausaugers 10, wobei ein Druckmesswert eines einem Volumen 12,
14, in dem sich das Filterelement 16 befindet, zugeordneten Drucksensors 50 erfasst
und mit einem Schwellwert verglichen wird und wobei ein stromabwärts des Filterelements
16 angeordnetes Reingasventil 46 in Abhängigkeit von einer Überschreitung des Schwellwerts
zur Umgebungsluft geöffnet wird, sowie ein entsprechender Staubsauger 10.
Bezugszeichenliste
[0058]
- 10
- Staubsauger
- 12
- Staubraum
- 14
- Fliehkraftabscheider / Abscheider
- 16
- Filterelement
- 18
- Rohgas
- 20
- Staub
- 22
- Gebläse
- 24
- Saugschlauch
- 26
- Reingas
- 28
- Motorfilter
- 30
- Filtermedium
- 32
- Abstreifer
- 34
- Abstreiferachse
- 36
- Filterdeckel
- 38
- Filterboden
- 40
- Filterfalten
- 44
- Spülluft
- 46
- Reingasventil
- 48
- Rohgasventil
- 50
- Drucksensor (oder Druckschalter)
- 52
- Steuerungseinrichtung
- 54
- Verarbeitungseinheit
- 56
- Speicher
- 58
- Steuerungsprogramm
- 62
- Bodendüse
- 64
- Bodenbelag
- 66
- Bodenbelag
- P1
- Arbeitspunkt Filterelement im Neuzustand / Teppichboden
- P2
- Arbeitspunkt Filterelement verschmutzt / Teppichboden
- P3
- Arbeitspunkt Filterelement im Neuzustand / Glattboden
1. Verfahren zum Betrieb eines Staubsaugers (10) zum Rückreinigen eines von dem Staubsauger
(10) umfassten Filterelements (16) beim Betrieb des Stausaugers (10), wobei ein Druckmesswert
eines einem Volumen (12, 14), in dem sich das Filterelement (16) befindet, zugeordneten
Drucksensors (50) erfasst und mit einem Schwellwert verglichen wird und
wobei ein stromabwärts des Filterelements (16) angeordnetes Reingasventil (46) in
Abhängigkeit von einer Überschreitung des Schwellwerts zur Umgebungsluft geöffnet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei bei einer Überschreitung des Schwellwerts vor dem
Öffnen des Reingasventils (46) ein stromaufwärts des Filterelements (16) angeordnetes
Rohgasventil (48) geschlossen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein stromaufwärts des Filterelements (16) angeordnetes
Rohgasventil (48) geschlossen wird und wobei im Anschluss daran das Reingasventil
(46) in Abhängigkeit von einer Überschreitung des Schwellwerts zur Umgebungsluft geöffnet
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei das Reingasventil (46) bei einer Überschreitung
des Schwellwerts mehrfach hintereinander für jeweils eine vorgegebene Zeitspanne geöffnet
wird.
5. Verfahren nach Anspruch einem der Ansprüche 1, 2 oder 3 und Anspruch 4, wobei das
Rohgasventil (48) geschlossen wird, bevor das Reingasventil (46) das erste Mal geöffnet
wird, und geschlossen bleibt, bis das Reingasventil (46), nachdem dieses zum letzten
Mal geöffnet wurde, wieder geschlossen wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3 und Anspruch 4, wobei das Rohgasventil
(48) bei einer mehrfach hintereinander erfolgenden Öffnung des Reingasventils (46)
antizyklisch ebenfalls geöffnet und geschlossen wird.
7. Staubsauger (10) mit einem Filterelement (16) in einem das Filterelement (16) umgebenden
Volumen (12, 14), einem Reingasventil (46) und einem Rohgasventil (48),
wobei mittels des Rohgasventils (48) beim Saugbetrieb des Staubsaugers (10) ein Zustrom
von Rohgas (18) in das Volumen (12, 14) blockierbar ist,
wobei sich das Rohgasventil (48) stromaufwärts des das Filterelement (16) umfassenden
Volumens (12, 14) befindet,
wobei mittels des Reingasventils (46) zwischen einem Luftweg im Staubsauger (10) zu
einem Gebläse (22) des Staubsaugers (10) und einem Luftweg zur Umgebungsluft umschaltbar
ist und
wobei sich das Reingasventil (46) stromabwärts des das Filterelement (16) umfassenden
Volumens (12, 14) und stromaufwärts des Gebläses (22) befindet.
8. Staubsauger (10) mit einem Filterelement (16) in einem das Filterelement (16) umgebenden
Volumen (12, 14), einem Reingasventil (46) und einem Drucksensor (50),
wobei mittels des Reingasventils (46) zwischen einem Luftweg im Staubsauger (10) zu
einem Gebläse (22) des Staubsaugers (10) und einem Luftweg zur Umgebungsluft umschaltbar
ist,
wobei sich das Reingasventil (46) stromabwärts des das Filterelement (16) umfassenden
Volumens (12, 14) und stromaufwärts des Gebläses (22) befindet und
wobei das Reingasventil (46) in Abhängigkeit von einem vom Drucksensor (50) gelieferten
Druckmesswert ansteuerbar ist.
9. Staubsauger (10) nach Anspruch 7 mit einem Drucksensor (50),
wobei das Reingasventil (46) und das Rohgasventil (48) in Abhängigkeit von einem vom
Drucksensor (50) gelieferten Druckmesswert ansteuerbar sind.
10. Staubsauger (10) nach Anspruch 9 mit Mitteln (46, 48, 50, 52) zur Durchführung eines
Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6.
11. Staubsauger (10) nach Anspruch 10 mit einer Steuerungseinrichtung (52) als eines der
Mittel zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei die Steuerungseinrichtung (52) in einem Speicher (56) ein Steuerungsprogramm
(58) aufweist, das bei seiner Ausführung alle Schritte des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 6 verwirklicht und
wobei in dem Speicher (56) in einer ersten Speicherstelle ein Maß für eine vorgegebene
oder vorgebbare Wartezeit zwischen einer Ansteuerung des Rohgasventils (48) und einer
Ansteuerung des Reingasventils (46) hinterlegt ist.
12. Staubsauger (10) nach Anspruch 11, wobei in dem Speicher (56) in einer zweiten Speicherstelle
ein Zahlenwert für eine vorgegebene oder vorgebbare Anzahl von aufeinanderfolgenden
Umschaltvorgängen des Reingasventils (46),
in einer dritten Speicherstelle ein Maß für eine vorgegebene oder vorgebbare Dauer
einer Öffnung des Reingasventils (46) zur Umgebungsluft und
in einer vierten Speicherstelle ein Maß für eine vorgegebene oder vorgebbare Wartezeit
zwischen zwei Umschaltvorgängen des Reingasventils (46) hinterlegt ist.