[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausgeben von fließfähigen Stoffen, insbesondere
von Klebstoffen, Farben, Lacken und Trennmitteln.
[0002] Derartige Vorrichtungen werden z.B. dafür verwendet, portionsweise Klebstoffe auf
ein Substrat aufzubringen. Die Auftragung der Klebstoffe erfolgt dabei gesteuert über
ein Dosierventil, wobei insbesondere eine Linien-, Punkt-, Sprüh-, Spiral- oder Flächenauftrag
möglich ist.
[0003] Problematisch ist bei der Verarbeitung von fließfähigen Stoffen mit Dosierventilen,
dass sich Rückstände des Stoffes am Auslass des Dosierventils ansammeln können und,
insbesondere wenn sie dort aushärten, den nachfolgenden Betrieb der Vorrichtung stören
oder gar zum Erliegen bringen können.
[0004] Zur Vermeidung derartiger Schwierigkeiten wird in der
DE 41 13 445 A1 eine Vorrichtung vorgeschlagen, die gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs
1 ausgebildet ist.
[0005] Bei dieser Vorrichtung weist das Stellmittel einen Schieber auf, dessen Ende über
eine Austrittsöffnung der Düse schiebbar ausgebildet ist und diese unmittelbar öffnet
oder verschließt. Bei dem Schieber handelt es sich um eine im Querschnitt rechteckige,
längliche Metallplatte, die in einem Schiebergehäuse angeordnet ist, in dem sich eine
Rückholfeder befindet, die den Schieber in Schließstellung hält. Den eigentlichen
Verschluss bildet dabei ein in einer Ausnehmung am verschlussseitigen Ende des Schiebers
befindliches Verschlussstück, das aus einem in Öl bzw. Antihaftmittel getränkten Silikonschwamm
oder aus einem keilförmigen, zur Austrittsöffnung der Düse hin geneigten Kunststoffteil
besteht. Das Schiebergehäuse ist mit einem Tragarm fest verbunden, an dem auch eine
Aufnahmehalterung für ein Dosierventil, das die Düse aufweist, befestigt ist. Am Tragarm
befindet sich ferner ein Druckluftanschluss, bei dessen Beaufschlagung der Schieber
in die Öffnungsstellung geschoben wird und dabei die Öffnung im Schieber unter die
Austrittsöffnung gelangt, wodurch die Stoffe auf das Substrat aufgetragen werden können.
Beim Überführen des Verschlussstücks in dessen Schließstellung gelangt eine Vorlaufkante
des Verschlussstücks zunächst in Anlage mit dem freien Düsenende, bevor das Verschlussstück
mit seiner dem Düsenende zugewandten Fläche flächig das freie Düsenende kontaktiert
und die Austrittsöffnung der Düse verschließt. Diese Einwirkung des freien Düsenendes
auf die Vorlaufkante bei jedem Schließvorgang des Verschlussstücks führt zu einem
erhöhten Verschleiß der Vorlaufkante und damit zu einer reduzierten Standzeit der
Vorrichtung. Abgesehen hiervon benötigt das bei der Vorrichtung Verwendung findende
Stellmittel relativ großen Bauraum. Dies ist insbesondere dann von Nachteil, wenn
mehrere Vorrichtungen, somit mehrere Düsen relativ dicht seitlich nebeneinander anzuordnen
sind und deshalb wenig Platz in dieser Richtung der Anordnung von Vorrichtungen zur
Verfügung steht.
[0006] Eine Vorrichtung zum Ausgeben von fließfähigen Stoffen ist ferner in der
DE 199 36 670 C1 beschrieben. Diese Vorrichtung weist einen feststehenden Träger, ein mit dem Träger
verbundenes Dosierventil mit Austrittsdüse für die fließfähigen Stoffe, ferner ein
äußeres Verschlussteil zum Verschließen der Austrittsöffnung der Düse auf. Hierbei
ist das Verschlussteil stationär angeordnet und es wird das Dosierventil bzw. die
Düse relativ zum Verschlussteil geschwenkt. Auch bei dieser Gestaltung kontaktiert
eine Vorlaufkante des Verschlussteils beim jeweiligen Schließvorgang die Düse im Bereich
des freien Düsenendes, mit dem beschriebenen Nachteil des erhöhten Verschleißes des
Verschlussteils im Bereich der Vorlaufkante. Auch diese Vorrichtung baut wegen der
schwenkbaren Anordnung des Dosierventils wenig kompakt.
[0007] Eine Vorrichtung zum Ausgeben von fließfähigen Stoffen mit einer Düse und einem Verschlussteil
für die Düse ist ferner aus der
EP 0 719 592 A2 bekannt. Auch bei dieser Vorrichtung kontaktiert eine Vorlaufkante des Verschlussteils
beim Überführen des Verschlussteils in dessen Schließstellung die Düse im Bereich
deren freien Düsenendes.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Ausgeben von fließfähigen
Stoffen, die die Merkmale des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 aufweist, so weiter
zu bilden, dass das Verschlussteil in einer nicht linearen Bewegung von der Öffnungsstellung
in die Schließstellung überführt werden kann, bei kompakter Gestaltung des Stellmittels
in Richtung senkrecht zur Bewegungsrichtung des Verschlussteils.
[0009] Gelöst wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung, die gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs
1 ausgebildet ist.
[0010] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Stellmittel aufweist:
- einen Rahmen,
- ein Formschluss erzeugendes, Räder aufweisendes Übertragungsmedium, das eine Winkelsynchronität
von im Rahmen schwenkbar gelagerten Rädern erzeugt,
- einen Antrieb für das Übertragungsmedium, zum Schwenken des jeweiligen Rades in einer
Schwenkrichtung und einer hierzu entgegengesetzten Schwenkrichtung,
- ein in Rädern schwenkbar gelagertes Lagerelement für das Verschlussteil, wobei das
Lagerelement um Schwenkachsen in diesen Rädern gelagert ist, wobei diese Schwenkachsen
parallel zu den Schwenkachsen dieser Räder im Rahmen angeordnet sind,
wobei das Verschlussteil im Lagerelement gelagert ist.
[0011] Die Bewegung des Verschlussteils von der Öffnungsstellung in die Schließstellung
und von der Schließstellung in die Öffnungsstellung wird somit mittels des Übertragungsmediums
bewerkstelligt. Dieses benötigt in Richtung senkrecht zur Bewegungsrichtung des Verschlussteils
nur wenig Bauraum, da es in dieser Richtung kompakt gestaltet ist. Dies ermöglicht
es, mehrere Vorrichtungen, demnach mehrere Düsen aufweisende Dosiereinheiten relativ
dicht seitlich nebeneinander anzuordnen. Das Übertragungsmedium ist ein robuster,
dauerhaft sicher wirkender Antrieb zum Bewegen des Verschlussteils. Mittels Rädern
des Übertragungsmediums ist das Lagerelement definiert schwenkbar in diesen Rädern
gelagert, womit eine präzise Führung des Lagerelements gewährleistet ist. Dies stellt
ein präzises Verfahren des Verschlussteils zwischen Öffnungsstellung und Schließstellung
sicher.
[0012] Die Lagerung des Lagerelements in den Rädern bewirkt, dass das Lagerelement und damit
das im Lagerelement gelagerte Verschlussteil eine nicht lineare Bewegung bei betätigtem
Antrieb vollführen. Die Lagerachsen des Lagerelements in den Rädern bewegen sich,
entsprechend den Schwenkbewegungen der Räder auf einer Kreisbahn, womit sich das Verschlussteil
auch auf einer Kreisbahn bewegt. Dies ermöglicht es grundsätzlich, das Verschlussteil
so bezüglich der Düse zu positionieren, dass eine Vorlaufkante des Verschlussteils
nicht in Anlage mit der Düse gelangt, sondern an der Düse vorbeibewegt wird, so dass
sich das Verschlussteil erst hinter der Vorlaufkante flächig auf die Austrittsöffnung
der Düse auflegt.
[0013] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht ein einfaches Bewegen des Verschlussteils
von der Öffnungsstellung in die Schließstellung und umgekehrt. Bedingt wird diese
Bewegung durch das Antreiben des Übertragungsmediums in entgegengesetzten Richtungen,
wodurch Räder, zum Überführen des Verschlussteils von der Öffnungsstellung in die
Schließstellung, in einer Schwenkrichtung und, zum Überführen von der Schließstellung
in die Öffnungsstellung, in die hierzu entgegengesetzte Schwenkrichtung bewegt werden.
[0014] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass der Antrieb
einen linear wirkenden Aktuator und eine Feder aufweist. Mittels des Aktuators ist
das Übertragungsmedium in einer Laufrichtung zustellbar und mittels der Feder das
Übertragungsmedium in der entgegengesetzten Laufrichtung rückstellbar. Insbesondere
ist vorgesehen, dass das Verschlussteil mittels des Aktuators in dessen Öffnungsstellung
und mittels der Feder in dessen Schließstellung verstellbar ist. Der Aktuator ist
beispielsweise als pneumatisch wirkender Zylinder ausgebildet.
[0015] Im Rahmen ist vorzugsweise der Antrieb für das Übertragungsmedium gelagert. Hierbei
weist der Antrieb insbesondere ein hin- und her verfahrbares Verbindungselement auf,
das mit dem Übertragungsmedium verbunden ist. Mit diesem Verbindungselement wirkt
der Antrieb zusammen. Beispielsweise wirkt der pneumatisch wirksame Zylinder, wenn
er mit Luft beaufschlagt wird, in dem Sinne auf das Verbindungselement, dass es in
die eine Laufrichtung bewegt wird. Ist der pneumatisch wirksame Zylinder drucklos,
wirkt die Feder insbesondere auf den Zylinder unmittelbar ein, so dass der Zylinder
zurückgestellt wird und hierbei das Verbindungselement in die Ausgangsstellung zurückverfahren
wird.
[0016] Bevorzugt ist das Verbindungselement mit einem geraden Abschnitt des Übertragungsmediums
verbunden und geradlinig in entgegengesetzten Richtungen verfahrbar. Das Verbindungselement
greift somit in demjenigen Bereich des Übertragungsmediums an diesem an, in dem ein
dem Verbindungselement zugeordneter Abschnitt des Übertragungsmediums geradlinig ausgebildet
ist.
[0017] Der Antrieb für das Übertragungsmedium kann beispielsweise auch als Schwenkantrieb
ausgeführt sein, der insbesondere direkt eines der Räder des Übertragungsmediums antreibt.
[0018] Baulich besonders kompakt ist die Vorrichtung ausgebildet, wenn der Rahmen zwei parallel
zueinander angeordnete plattenförmige Rahmenabschnitte aufweist, zwischen denen das
Übertragungsmedium angeordnet ist. Die beiden Rahmenabschnitte dienen der Lagerung
des Übertragungsmediums und können demzufolge mit einer relativ geringen Wandstärke
ausgeführt sein. Hierdurch ergibt sich eine besonders kompakte Gestaltung des Rahmens
im Bereich der Rahmenabschnitte in Erstreckungsrichtung der Achsen der Räder des Übertragungsmediums.
[0019] Das Übertragungsmedium weist insbesondere einen Riementrieb oder eine die Räder verbindende,
in den Rädern schwenkbar gelagerte Stange oder einen Getriebesatz auf. Beispielsweise
umschlingt beim Riementrieb ein Riemen, insbesondere Zahnriemen, Stahlband, Kette
oder dergleichen die Räder des Riementriebs. Alternativ weist das Übertragungsmedium
zwei Räder auf, die mittels der Stange als Bestandteil des Übertragungsmediums verbunden
sind oder mit einer gemeinsamen, Bestandteil des Übertragungsmediums bildenden Zahnstange
kämmen, oder, bei Ausbildung als Getriebesatz, drei miteinander kämmende, das Übertragungsmedium
bildende Räder, von denen das erste und dritte Rad dieselbe Schwenkrichtung aufweisen
und in denen das Lagerelement gelagert ist.
[0020] Durch diese Gestaltung ist eine eindeutige kinematische Beziehung zwischen den das
Lagerelement aufnehmenden Rädern gewährleistet.
[0021] Unter dem Aspekt einer besonders günstigen Anlage des Verschlussteils an die Austrittsöffnung
der Düse wird es als besonders vorteilhaft angesehen, wenn, bezogen auf eine die Schwenkachsen
von Rädern im Rahmen verbindende Gerade, die Schwenkachsen des Lagerelements in den
Rädern derart angeordnet sind, dass die Schwenkachsen des Lagerelements in der Offenstellung
auf der einen Seite der Gerade und in der Schließstellung auf der anderen Seite der
Gerade angeordnet sind. Die Konsequenz ist, dass das Lagerelement und damit das mit
dem Lagerelement verbundene Verschlussteil aus einer Übertotpunktlage, die mit der
Öffnungsstellung des Verschlussteils korreliert, in eine Totpunktlage und über diese
hinaus in eine Übertotpunktlage, die mit der Schließstellung des Verschlussteils korreliert,
bewegt werden kann. Dies ermöglicht auf kinematisch einfache Art und Weise das Verschließen
der Austrittsöffnung der Düse bei unmittelbar flächigem Auflegen des Verschlussteils
auf die Austrittsöffnung, somit ohne anfänglich die Düse im Bereich der Vorlaufkante
des Verschlussteils zu kontaktieren.
[0022] Insbesondere ist die Anordnung der Lagerung des Lagerelements in den Rädern derart
gewählt, dass, in der Schließstellung, eine Verbindungsgerade zwischen der Schwenkachse
des jeweiligen Rades und der Schwenkachse des Lagerelements in diesem Rad einen Winkel
mit der Gerade, die die Schwenkachse der Räder verbindet, von 5 bis 25°, vorzugsweise
10 bis 20°, insbesondere 15° einschließt. Demzufolge wird das Lagerelement und damit
das Verschlussteil über einen Winkel von 5 bis 25°, vorzugsweise 10 bis 20°, insbesondere
15° über den Totpunkt hinaus in die Übertotpunktlage verschwenkt.
[0023] Es wird als bevorzugt angesehen, wenn mittels des Antriebes das der Aufnahme des
Lagerelements dienende jeweilige Rad um einen Winkel von 50 bis 70°, vorzugsweise
55 bis 65°, insbesondere 61° schwenkbar ist. Dieser Winkel entspricht somit dem Winkel
von der Öffnungsstellung in die Schließstellung des Verschlussteils bzw. von der Schließstellung
in die Öffnungsstellung des Verschlussteils.
[0024] Unter dem Aspekt der kompakten Gestaltung des Stellmittels in Richtung senkrecht
zur Bewegungsrichtung des Verschlussteils wird es als besonders vorteilhaft angesehen,
wenn das Lagerelement zwei plattenförmige Lagerelementabschnitte und diese verbindende
Verbindungselemente aufweist. Hierbei sind die Lagerelementabschnitte parallel zu
den Rahmenabschnitten angeordnet. Diese plattenförmige Ausbildung der Lagerelementabschnitte
gewährleistet eine nur relativ geringe Erstreckung dieser Lagerelementabschnitte in
Richtung senkrecht zur Bewegungsrichtung des Verschlussteils.
[0025] Als besonders vorteilhaft wird es in diesem Zusammenhang angesehen, wenn die Rahmenabschnitte
zwischen den Lagerelementabschnitten angeordnet sind. Der Rahmen ist somit im Wesentlichen
innerhalb des Lagerelements angeordnet.
[0026] Hinsichtlich der Ausbildung des Verschlussteils wird es als besonders vorteilhaft
angesehen, wenn das Verschlussteil im Bereich eines Endes einen Lagerabschnitt, der
mit dem Lagerelement verbunden ist, und im Bereich eines entgegengesetzten Endes einen
Verschlussteilabschnitt zum Kontaktieren der Austrittsöffnung, sowie einen den Lagerabschnitt
und den Verschlussteilabschnitt verbindenden Verbindungsarm aufweist. Hierbei wird
es als besonders vorteilhaft angesehen, wenn das Verschlussteil Federeigenschaft aufweist.
Diese Eigenschaft ermöglich es, das Verschlussteil, nach Kontakt mit der Austrittsöffnung
der Düse, mit einer gewissen Vorspannung gegen die Düse zu drücken und damit einen
sicheren Verschluss der Austrittsöffnung zu ermöglichen.
[0027] Grundsätzlich ist es möglich, dass das Verschlussteil einstückig ausgebildet ist,
somit insbesondere keine unterschiedliche Materialeigenschaften im Bereich einer Verschlussteilfläche,
die in der Schließstellung dem Düsenende, das die Austrittsöffnung verschließt, zugewandt
ist sowie im verbleibenden Bereich des Verschlussteils, insbesondere einem Lagerbereich
des Verschlussteils aufweist. In diesem Fall besteht das Verschlussteil vorzugsweise
aus Metall oder Kunststoff.
[0028] Es wird als bevorzugt angesehen, wenn ein Verschlussteilabschnitt des Verschlussteils
ein Basiselement und eine vom Basiselement aufgenommene Platte aufweist, wobei die
Platte auf deren dem Basiselement abgewandten Seite die Verschlussteilfläche aufweist,
die dem Verschließen der Austrittsöffnung der Düse dient. Das Basiselement stellt
das Trägerelement für die Platte dar, die eine andere Materialeigenschaft als das
Basiselement aufweist. Vorzugsweise ist die Platte elastisch verformbar, weist insbesondere
gummielastische Eigenschaften auf.
[0029] Das Verschlussteil ist insbesondere plattenförmig ausgebildet und weist eine Erstreckung
in Achsrichtung der Räder auf, die geringer ist als die Erstreckung des Lagerelements
in dieser Richtung. Auch diese Gestaltung des Verschlussteils trägt somit zu einer
kompakten Ausbildung des Stellmittels in Richtung senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Verschlussteils bei.
[0030] Als besonders bevorzugt wird es unter dem Aspekt der Bewegung des Verschlussteils
von der Offenstellung des Verschlussteils in dessen Schließstellung angesehen, wenn
die Verschlussteilfläche in der Offenstellung neben der Düse und auf einem Niveau
stromaufwärts der Austrittsöffnung, bezogen auf die Strömungsrichtung der Stoffe durch
die Düse, angeordnet ist, und mittels des Stellmittels das Verschlussteil derart von
der Öffnungsstellung in die Schließstellung bewegbar ist, dass die Vorlaufkante der
Verschlussteilfläche an dem freien Düsenende vorbeibewegt wird. Die Düse ist in Richtung
des Düsenendes vorzugsweise verjüngend ausgebildet.
[0031] Demnach kontaktiert das Verschlussteil beim Überführen des Verschlussteils von der
Öffnungsstellung in die Schließstellung nicht mit der Vorlaufkante zunächst die Düse
im Bereich deren freien Düsenendes, sondern es wird die Vorlaufkante an dem Düsenende
vorbeigeführt, womit das Verschlussteil hinter der Vorlaufkante in anfänglichen Kontakt
mit der Düse gelangt. Damit ist eine Beschädigung der Vorlaufkante beim Bewegen des
Verschlussteils von der Öffnungsstellung in die Schließstellung ausgeschlossen. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn das Verschlussteil, bei Kontakt mit der Düse, möglichst großflächig
das freie Düsenende kontaktiert, womit unmittelbar ein Verschluss der Austrittsöffnung
der Düse stattfindet. Durch die Bewegung des Verschlussteils wird die Austrittsöffnung
der Düse gereinigt.
[0032] Die Bewegung des Verschlussteils relativ zur Düse im Bereich der Austrittsöffnung
ist vorzugsweise so gewählt, dass das Verschlussteil mit einer Bewegungskomponente
senkrecht zur Strömungsrichtung der Stoffe durch diese Düse bezüglich der Austrittsöffnung
bewegt wird. In der Konsequenz bedingt diese Bewegung bei hohem Wirkungsgrad, dass
das Verschlussteil Stoffreste, die sich im Bereich der Austrittsöffnung der Düse angesammelt
haben, nahezu vollständig zur Seite mitnimmt, somit die Düse im Bereich der Austrittsöffnung
von Stoffresten befreit.
[0033] Vorzugsweise ist die Verschlussteilfläche, beim Überführen des Verschlussteils von
der Öffnungsstellung in die Schließstellung und umgekehrt, senkrecht zu der die Räder
verbindenden Gerade und parallel zu den Schwenkachsen der Räder angeordnet. Demzufolge
wird die Verschlussteilfläche, von der Öffnungsstellung in die Schließstellung und
umgekehrt, parallel verfahren. Insbesondere ist vorgesehen, dass das Verschlussteil
senkrecht zur Austrittsachse der Düse angeordnet ist. Die Verschlussteilfläche ist
beispielsweise eben.
[0034] Vorzugsweise ist die die Düse aufweisende Auftragsvorrichtung mit einem integrierten
Führungsschuh versehen, der ein sich unterhalb der Düse bewegendes Substrat führt.
Hierbei ermöglicht eine schmale und dünne Ausgestaltung des Verschlussteils einen
geringen Abstand zwischen Austrittsöffnung der Düse und Substrat, beispielsweise einen
Abstand von maximal 5 mm, insbesondere 3 mm. Weiterhin ermöglicht die Kinematik, dass
die Düse in ihrer Dosierposition verbleiben kann, wenn das Vorschlussteil in seine
Schließstellung überführt wird.
[0035] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der Beschreibung der
Zeichnung der Figuren und den Figuren selbst dargestellt, wobei bemerkt wird, dass
alle Einzelmerkmale und alle Kombinationen von Einzelmerkmalen erfindungswesentlich
sind.
[0036] In den Figuren ist die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele dargestellt,
ohne hierauf beschränkt zu sein. Es zeigt:
- Figur 1
- für ein erstes Ausführungsbeispiel, eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
wobei mit strichlierter Linie ein Gehäuse eines eine Düse aufweisenden Dosierventils
mit veranschaulicht ist (in einer Ansicht I gemäß Figur 2), wobei ein Verschlussteil
der Vorrichtung in einer Öffnungsstellung veranschaulicht ist,
- Figur 2
- eine Ansicht der Vorrichtung gemäß Pfeil II in Figur 1,
- Figur 3
- eine Ansicht der Vorrichtung gemäß Pfeil III in Figur 1,
- Figur 4
- die Vorrichtung in einer geschnittenen Darstellung gemäß der Linie IV-IV in Figur
3,
- Figur 5
- die Vorrichtung in einer Darstellung gemäß Figur 1, somit ohne Gehäuse des Dosierventils
veranschaulicht, allerdings veranschaulicht für das in Schließstellung befindliche
Verschlussteil,
- Figur 6
- die Vorrichtung gemäß Figur 5 in einer Schnittdarstellung gemäß Figur 4,
- Figuren 7 bis 10
- die Vorrichtung, somit ohne Gehäuse des Dosierventils gezeigt, bei in Öffnungsstellung
befindlichem Verschlussteil, in unterschiedlichen räumlichen Ansichten veranschaulicht,
- Figur 11
- eine Detaildarstellung des Verschlussteils im Bereich dessen dem Verschließen der
Austrittsöffnung der Düse des Dosierventils dienenden Endes, veranschaulicht in vergrößerter
Darstellung für die Öffnungsstellung und die Schließstellung des Verschlussteils,
in Bezug zu dem dem Verschlussteil zugewandten Ende der Düse,
- Figur 12
- eine Seitenansicht der Anordnung gemäß Figur 1, mit zusätzlich veranschaulichtem Führungsschuh,
- Figur 13
- die Anordnung gemäß Figur 12 in einer Ansicht gemäß Pfeil 13 in Figur 12,
- Figur 14
- für ein zweites Ausführungsbeispiel die Vorrichtung, somit ohne Gehäuse des Dosierventils
gezeigt, bei in Öffnungstellung befindlichem Verschlussteil, in einer räumlichen Ansicht
gemäß der Darstellung der Figur 7 betreffend das erste Ausführungsbeispiel veranschaulicht,
- Figur 15
- eine Schnittdarstellung der Vorrichtung gemäß Figur 14, veranschaulicht für das in
Öffnungsstellung befindliche Verschlussteil der Vorrichtung,
- Figur 16
- eine Schnittdarstellung der Vorrichtung gemäß Figur 14, veranschaulicht für das in
Schließstellung befindliche Verschlussteil der Vorrichtung,
- Figur 17
- für ein drittes Ausführungsbeispiel die Vorrichtung, somit ohne Gehäuse des Dosierventils
gezeigt, bei in Öffnungstellung befindlichem Verschlussteil, in einer räumlichen Ansicht
gemäß der Darstellung der Figur 7 betreffend das erste Ausführungsbeispiel veranschaulicht,
- Figur 18
- eine Schnittdarstellung der Vorrichtung gemäß Figur 17, veranschaulicht für das in
Öffnungsstellung befindliche Verschlussteil der Vorrichtung,
- Figur 19
- eine Schnittdarstellung der Vorrichtung gemäß Figur 17, veranschaulicht für das in
Schließstellung befindliche Verschlussteil der Vorrichtung,
[0037] Die erfindungsgemäße Vorrichtung, die bezüglich des ersten Ausführungsbeispiels in
den Figuren 1 bis 13 gezeigt ist, dient dem Ausgeben von fließfähigen Stoffen, insbesondere
von Klebstoffen, Farben, Lacken und Trennmitteln zwecks Auftrag auf ein Substrat.
Die Ausgabe der fließfähigen Stoffe erfolgt dabei gesteuert über ein Dosierventil,
das nur bezüglich dessen Gehäuse 1 stark vereinfacht mittels der strichlierten Linie
und der im Gehäuse 1 gelagerten Düse 2 in der Figur 1 veranschaulicht ist. In den
anderen Figuren ist das Gehäuse 1 nicht gezeigt, sondern nur die Düse 2.
[0038] Über das Dosierventil sind verschiedene Auftragsarten von Klebstoffen auf ein Substrat
möglich, zum Beispiel Linien-, Punkt-, Sprüh-, Spiral- oder Flächenauftrag möglich.
[0039] Die Düse weist im Bereich ihres freien Düsenendes 3 eine Austrittsöffnung 4 zum Ausgeben
der Stoffe aus der Düse 2 auf. Außerhalb der Düse 2 ist ein Verschlussteil 5 angeordnet,
das durch ein Stellmittel 6 verfahrbar ist. Das Verschlussteil 5 gibt in seiner Öffnungsstellung,
wie sie in den Figuren 1 bis 4 und 7 bis 10 veranschaulicht ist, die Austrittsöffnung
4 frei und verschließt in der in den Figuren 5 und 6 veranschaulichten Schließstellung
die Austrittsöffnung 4.
[0040] Das Stellmittel 6 weist einen Rahmen 7 auf. Dieser Rahmen 7 ist an das Gehäuse 1
mittels Schrauben 8 angeschraubt. Das Gehäuse 1 ist stationär. Der Rahmen 7 weist
ein Gehäuse 10 eines als Pneumatikzylinder ausgebildeten Aktuators 11 und auf der
dem Gehäuse 1 abgewandten Seite zwei parallel zueinander angeordnete plattenförmige
Rahmenabschnitte 12 auf. Der Aktuator 11 weist einen Anschluss 13 zum Zuführen von
Druckluft und einen im Gehäuse 10 zugeordneten Zylinderraum 14 zur verschieblichen
Aufnahme eines Kolbens 15 auf. Der Kolben 15 ist unter Einwirkung von Druckluft entgegen
der Kraft einer Feder 16 verschieblich.
[0041] Die Rahmenabschnitte 12 sind im Bereich der Enden des Gehäuses 10, denen der Anschluss
13 und die Feder 16 zugeordnet sind, mit an dem Gehäuse 10 angebrachten Laschen 39
verschraubt.
[0042] Im Rahmen 7, konkret in den beiden Rahmenabschnitten 12, ist ein Übertragungsmedium
17 gelagert, das als Riementrieb ausgebildet ist. Dieser weist zwei als Zahnräder
ausgebildete Räder 18, 19 und einen diese umschlingenden Riemen 20, der als Zahnriemen
ausgebildet ist, auf. Die beiden Räder 18 und 19 sind identisch ausgebildet und es
verbindet die Lagerachsen 21 der Räder 18 und 19 eine Gerade 22, die parallel zur
Hubrichtung des Kolbens 15 angeordnet ist. Demzufolge verlaufen Riemenabschnitte 23
zwischen den beiden Rädern 18, 19 parallel zur Gerade 22 und zur Längsachse des Kolbens
15.
[0043] Mit dem Kolben 15 ist ein Verbindungselement 24 verbunden, das radial angeordnet
ist und ein Langloch 25 im Gehäuse 10 durchsetzt, wobei das aus dem Gehäuse 10 heraustretende
Ende des Verbindungselements 24 mit dem Riemen 20 im Bereich des einen, dem Gehäuse
10 zugewandten Riemenabschnitts 23 fest verbunden ist. Demnach führt eine Hubbewegung
des Kolbens 15 unter Einwirkung von Druckluft zu einem Bewegen des Riemens 20 um eine
entsprechende Strecke entgegen dem Uhrzeigersinn und die Rückstellbewegung des Kolbens
außer Einwirkung von Druckluft und unter Einwirkung der Feder 16 zur Rückstellbewegung
des Riemens 20 um die entsprechende Hubstrecke des Kolbens 15. Mittels des pneumatischen
Antriebs bzw. der Feder werden somit die Räder 18 und 19 in einer Schwenkrichtung
und in einer hierzu entgegengesetzten Schwenkrichtung jeweils um denselben Schwenkwinkel
verschwenkt.
[0044] In den beiden Rädern 18, 19 ist ein Lagerelement 26 für das Verschlussteil 5 in Abstand
zu den Schwenkachsen der Räder 18, 19 schwenkbar gelagert. Hierbei ist das Lagerelement
26 um Achsen 27 der Räder 18, 19 schwenkbar gelagert, die parallel zu den Schwenkachsen
21 der Räder 18, 19 angeordnet sind. Das Lagerelement 26 weist zwei plattenförmige
Lagerelementabschnitte 28 und diese verbindende Verbindungselemente 29 auf. Die Lagerabschnitte
28 sind parallel zu den Rahmenabschnitten 23 angeordnet, ferner sind die Rahmenabschnitte
23 zwischen den Lagerelementabschnitten 28 angeordnet. Die beiden Rahmenabschnitte
12 nehmen das Übertragungsmedium 17 bzw. die Räder 18, 19 mit geringem Axialspiel
auf und es ist der jeweilige Lagerelementabschnitt 28 in geringem Abstand zum zugeordneten
Rahmenabschnitt 12 angeordnet. Dies ist insbesondere der Darstellung der Figur 2 zu
entnehmen, die veranschaulicht, dass das Stellmittel 6 in Richtung der Lagerachsen
21 sehr kompakt gestaltet ist.
[0045] Das Verschlussteil 5 weist im Bereich eines Endes einen Lagerabschnitt 30 auf, der
mit dem Lagerelement 26 im Bereich der dem Rad 19 benachbarten Verbindungselemente
29 verbunden ist. Im Bereich des entgegengesetzten Endes weist das Verschlussteil
5 einen Verschlussteilabschnitt 31 zum Kontaktieren der Austrittsöffnung 4 auf. Ferner
weist das Verschlussteil 5 einen den Lagerabschnitt 30 und den Verschlussteilabschnitt
31 verbindenden Verbindungsarm 32 auf. Das Verschlussteil 5 ist plattenförmig ausgebildet
und weist eine Erstreckung in Achsrichtung der Räder, somit in Erstreckung der Lagerachsen
21 auf, die geringer ist als die Erstreckung des Lagerelements 26 in dieser Richtung.
[0046] Bei Vergleich der Figuren 1 und 5 bzw. 4 und 6 und der Detaildarstellung gemäß Figur
11 ist zu entnehmen, dass die Verschlussteilfläche 33, somit diejenige Fläche des
Verschlussteilabschnitts 31, die dem Verschließen der Austrittsöffnung 4 der Düse
2 in der Schließstellung des Verschlussteils 5 dient, in der Offenstellung neben der
Düse 2 und auf einem Niveau stromaufwärts der Austrittsöffnung 4, bezogen auf die
Strömungsrichtung der Stoffe durch die Düse 2, angeordnet ist. Ferner ist zu entnehmen,
dass mittels des Stellmittels 6 das Verschlussteil 5 derart von der Öffnungsstellung
in die Schließstellung bewegbar ist, dass eine Vorlaufkante 34 der Verschlussteilfläche
33 an dem konisch zulaufenden, freien Düsenende 3 vorbeibewegt wird. Hierbei schließt,
in der Schließstellung des Verschlussteils 5, eine Verbindungsgerade zwischen der
Schwenkachse des jeweiligen Rades und der Schwenkachse des Lagerelements in diesem
Rad, veranschaulicht für das eine Rad 18 durch die Verbindungsgerade 35, einen Winkel
mit der Geraden 22, die die Schwenkachsen 21 der Räder 18, 19 verbindet, von 5 bis
25°, vorzugsweise 10 bis 20°, insbesondere 15° ein. Dieser Winkel α ist in Figur 11
für den Bereich der Düse 2 veranschaulicht, wobei der Winkel α dort, zur besseren
Veranschaulichung, deutlich größer dargestellt ist. Insgesamt ist mittels des Antriebs
das jeweilige Rad 18, 19 um einen Winkel von 50 bis 70°, vorzugsweise 55 bis 65°,
insbesondere 61° schwenkbar. Dieser Schwenkwinkel β ist, wieder für den Bereich der
Düse 2, in Figur 11 veranschaulicht.
[0047] Der Verschlussteilabschnitt 31 weist ein Basiselement 36 und eine vom Basiselement
36 aufgenommene Platte 37 auf. Die Platte 37 weist auf deren dem Basiselement 36 abgewandten
Seite die Verschlussteilfläche 33 auf. Die Platte 37 ist elastisch verformbar, insbesondere
weist sie gummielastische Eigenschaften auf. Das Basiselement 36, der Verbindungsarm
32 und der Lagerabschnitt 30 bestehen aus Metall und weisen Federeigenschaft auf.
[0048] Die Verschlussteilfläche 33 ist eben. Beim Überführen des Verschlussteils 5 von der
Offenstellung in die Schließstellung und umgekehrt ist die Verschlussteilfläche 33
senkrecht zu der die Räder verbindenden Gerade 22 und parallel zu den Schwenkachsen
21 der Räder 18, 19 angeordnet. Demzufolge wird die Verschlussteilfläche beim Verfahren
von der Offenstellung in die Schließstellung und umgekehrt parallel verfahren. Die
Verschlussteilfläche 33 ist dabei senkrecht zur Austrittsachse 9 der Austrittsöffnung
4 der Düse 2 angeordnet.
[0049] Die Vorlaufkante 34 der Verschlussteilfläche 33 stimmt mit einer Vorlaufkante 38
des Basiselements 36 überein.
[0050] Wie der Darstellung der Figuren 1 und 4 zu entnehmen ist, befindet sich das Verschlussteil
5 im Bereich deren Verschlussteilfläche 33 in der Offenstellung neben dem sich verjüngenden,
insbesondere konisch verjüngenden Düsenende 3. Aufgrund der Kinematik des Stellmittels
6 wird, ausgehend von dieser Offenstellung, das Verschlussteil 5 so bewegt, dass die
Vorlaufkante 34 an dem freien Düsenende vorbeibewegt wird. Es legt sich somit die
Platte 37 erst hinter der Vorlaufkante 34 an die Düse 2 im Bereich des Düsenendes
3 an. Kontaktiert die Verschlussteilfläche 33 die Düse 2 wird das Verschlussteil 5
und damit die Verschlussteilfläche 33 weiter mit einer Bewegungskomponente senkrecht
zur Austrittsachse 9 der Austrittsöffnung 4 der Düse 2 relativ zu dieser bewegt. Die
Bewegung führt dazu, dass die Platte 37 Stoffreste, die sich im Bereich der Austrittsöffnung
4 der Düse 2 angesammelt haben, zur Seite mitnimmt, somit die Düse 2 im Bereich der
Austrittsöffnung 4 von Stoffresten befreit.
[0051] Die Platte 37 ist somit mittels des Stellmittels 6 derart parallel verfahrbar, dass
die Verschlussteilfläche 33 aus der Offenstellung in die Schließstellung bogenförmig
bewegt wird, konkret, ausgehend von einer Übertotpunktlage in der Öffnungsstellung,
in eine Totpunktlage vor Kontaktierung der Düse 2 mittels der Platte 37 und von dort
in eine Übertotpunktlage in der Schließstellung der Platte 37. Die Federeigenschaft
des Verschlussteils 5 stellt hierbei sicher, dass die Verschlussteilfläche 33, nach
Kontakt mit der Austrittsöffnung 4 der Düse, mit einer gewissen Vorspannung gegen
die Düse 2 gedrückt wird und hierdurch ein sicherer Verschluss der Austrittsöffnung
4 gewährleistet ist. Hierzu trägt auch die elastisch verformbare Ausbildung der Platte
37 bei.
[0052] Die Figuren 12 und 13 zeigen, dass die in den Figuren 1 bis 11 veranschaulichte Vorrichtung
zusätzlich mit einem integrierten Führungsschuh 40 versehen ist, der dazu vorgesehen
ist, ein sich unterhalb der Düse 2 bewegendes Substrat im Bereich der Unterseite 41
des Führungsschuhs 40 zu führen. Hierbei ermöglicht die schmale und dünne Ausgestaltung
des Verschlussteils 5, insbesondere im Bereich des Verschlussteilabschnitts 31 einen
geringen Abstand zwischen der Austrittsöffnung der Düse 2 und dem an der Unterseite
41 anliegenden Substrat, beispielsweise einen Abstand von max. 5 mm, insbesondere
3 mm. Weiterhin ermöglicht die Kinematik des Verschlussteils 5, dass die Düse 2 in
ihrer Dosierposition verbleiben kann, wenn das Verschlussteil in seine Schließstellung
überführt wird. Auch der Führungsschuh 40 ist, wie insbesondere der Darstellung der
Figur 13 zu entnehmen ist, recht schmal gestaltet und weißt insbesondere eine konstante
Stärke auf, so dass sich eine quasi plattenförmige Gestaltung des Führungsschuhs 40
ergibt.
[0053] Das zweite Ausführungsbeispiel gemäß der Figuren 14 bis 16 und das dritte Ausführungsbeispiel
gemäß der Figuren 17 bis 19 unterscheidet sich jeweils vom ersten Ausführungsbeispiel,
wie es in den Figuren 1 bis 13 beschrieben ist, nur durch die Ausbildung des Übertragungsmediums
17, das die Winkelsynchronität der im Rahmen 7 schwenkbar gelagerten Räder 18, 19
erzeugt. Um Wiederholungen betreffend die Beschreibung des zweiten und dritten Ausführungsbeispiels
zu vermeiden, sind mit dem ersten Ausführungsbeispiel übereinstimmende Bauteile der
Einfachheit halber mit denselben Bezugsziffern bezeichnet.
[0054] Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel gemäß der Figuren 14 bis 16 werden die beiden
Räder 18, 19 nicht von einem Riemen 20 umschlungen, sondern es ist statt des Riemens
zwischen den Rädern 18 und 19, die als Zahnräder ausgebildet sind, ein weiteres Rad
42, das gleichfalls als Zahnrad ausgebildet ist, angeordnet. Dieses Bestandteil des
Übertragungsmediums 17 bildende Rad 42 ist um eine Lagerachse 43 schwenkbar im Rahmen
7, konkret im Rahmenabschnitt 12 gelagert, wobei diese Lagerachse 43 senkrecht zu
den Lagerachsen 21 der Räder 18 und 19 angeordnet ist. Der Raddurchmesser des Rades
42 ist deutlich geringer als der Durchmesser des jeweiligen Rades 18, 19. Die Räder
18, 19 sind identisch ausgebildet, somit als identische Zahnräder ausgebildet, womit
mittels des Rades 18 das Rad 22 und mittels dieses Rades 22 das Rad 19 synchron antreibbar
ist. Diese Ausbildung des Übertragungsmediums 17 als Getriebesatz bewirkt somit dieselbe
synchrone Bewegung der Räder 18 und 19 wie die Ausbildung des Übertragungsmediums
17 bei dem ersten Ausführungsbeispiel, das den Riementrieb aufweist.
[0055] Angetrieben wird das Rad 18 mittels des Aktuators 11, wobei das mit dem Kolben 15
verbundene Verbindungselement 24 schwenkbar mit einer Stange 24 verbunden ist, die
schwenkbar mit dem Rad 18 verbunden ist. Die Lagerachse 45 von Verbindungselement
24 und Stange 44 sowie die Lagerachse 46 von Stange 44 und Rad 18 sind jeweils parallel
zu den Lagerachsen 21 angeordnet.
[0056] Figur 14 und Figur 15 zeigen die Anordnung des Aktuators 11, des Verbindungselements
24 und der Stange 44 in der Öffnungsstellung des Verschlussteils 5.
[0057] Figur 16 zeigt die Anordnung des Aktuators 11, des Verbindungselements 24 und der
Stange 44 in der Schließstellung des Verschlussteils 5.
[0058] Das dritte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem ersten Ausführungsbeispiel
dadurch, dass statt eines Riemens 20, insbesondere Zahnriemens, der die Räder 18,
19, insbesondere Zahnräder, umschlingt, die beiden identisch ausgebildeten Zahnräder
18, 19 in Eingriff mit einer Zahnstange 47 sind, die Bestandteil des Übertragungsmediums
17 bildet. Diese Zahnstange ist mittels des Verbindungselements 24 mit dem Aktuator
11 verbunden. Die Zahnstange 47 bewirkt die synchrone Drehbewegung der Räder 18, 19.
Verfahren wird die Zahnstange mittels des Aktuators 11 in der Verfahrrichtung des
Kolbens 15.
[0059] Figuren 17 und 18 zeigen die Zahnstange 47 in deren einen Endstellung, in der sich
das verfahrbare Verschlussteil 5 in der Öffnungsstellung befindet. Figur 19 zeigt
die Zahnstange 47 in der anderen Endstellung, in der sich das Verschlussteil 5 in
seiner Schließstellung befindet.
Bezugszeichenliste
[0060]
- 1
- Gehäuse
- 2
- Düse
- 3
- Düsenende
- 4
- Austrittsöffnung
- 5
- Verschlussteil
- 6
- Stellmittel
- 7
- Rahmen
- 8
- Schraube
- 9
- Austrittsachse
- 10
- Gehäuse
- 11
- Aktuator
- 12
- Rahmenabschnitt
- 13
- Anschluss
- 14
- Zylinderraum
- 15
- Kolben
- 16
- Feder
- 17
- Übertragungsmedium
- 18
- Rad
- 19
- Rad
- 20
- Riemen
- 21
- Lagerachse
- 22
- Gerade
- 23
- Riemenabschnitt
- 24
- Verbindungselement
- 25
- Langloch
- 26
- Lagerelement
- 27
- Schwenkachse
- 28
- Lagerelementabschnitt
- 29
- Verbindungselement
- 30
- Lagerabschnitt
- 31
- Verschlussteilabschnitt
- 32
- Verbindungsarm
- 33
- Verschlussteilfläche
- 34
- Vorlaufkante
- 35
- Verbindungsgrade
- 36
- Basiselement
- 37
- Platte
- 38
- Vorlaufkante
- 39
- Lasche
- 40
- Führungsschuh
- 41
- Unterseite
- 42
- Rad
- 43
- Lagerachse
- 44
- Stange
- 45
- Lagerachse
- 46
- Lagerachse
- 47
- Zahnstange
1. Vorrichtung zum Ausgeben von fließfähigen Stoffen, mit einer Düse (2), die im Bereich
eines freien Düsenendes (3) eine Austrittsöffnung (4) zum Ausgeben der Stoffe aus
der Düse (2) aufweist, sowie mit einem außerhalb der Düse (2) angeordneten, durch
ein Stellmittel (6) verfahrbaren Verschlussteil (5), das in einer Öffnungsstellung
die Austrittsöffnung (4) frei gibt und in einer Schließstellung die Austrittsöffnung
(4) verschließt,
dadurch gekennzeichnet, dass das Stellmittel (6) aufweist:
- einen Rahmen (7),
- ein Formschluss erzeugendes, Räder (18, 19) aufweisendes Übertragungsmedium (17),
das eine Winkelsynchronität von im Rahmen (7) schwenkbar gelagerten Rädern (18, 19)
erzeugt,
- einen Antrieb (11, 16) für das Übertragungsmedium (17), zum Schwenken des jeweiligen
Rades (18, 19) in einer Schwenkrichtung und einer hierzu entgegengesetzten Schwenkrichtung,
- ein in Rädern (18, 19) schwenkbar gelagertes Lagerelement (26) für das Verschlussteil
(5), wobei das Lagerelement (26) um Schwenkachsen (27) in diesen Rädern (18, 19) schwenkbar
gelagert ist, wobei diese Schwenkachsen (27) parallel zu den Schwenkachsen (21) dieser
Räder (18, 19) im Rahmen (7) angeordnet sind,
wobei das Verschlussteil (5) im Lagerelement (26) gelagert ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (11, 16) einen linear wirkenden Aktuator (11) und eine Feder (16) aufweist,
wobei mittels des Aktuators (11) das Übertragungsmedium (17) in einer Laufrichtung
zustellbar und mittels der Feder (16) das Übertragungsmedium (17) in der entgegengesetzten
Laufrichtung rückstellbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Rahmen (7) der Antrieb (11, 16) für das Übertragungsmedium (17) gelagert ist,
wobei der Antrieb (11, 16) ein hin- und her verfahrbares Verbindungselement (24) aufweist,
das mit dem Übertragungsmedium (17) verbunden ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (24) mit einem geraden Abschnitt des Übertragungsmediums (17)
verbunden ist und geradlinig in entgegengesetzten Richtungen verfahrbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen (7) zwei parallel zueinander angeordnete plattenförmige Rahmenabschnitte
(12) aufweist, zwischen denen das Übertragungsmedium (17) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Übertragungsmedium (17) einen Riementrieb (17) oder eine die Räder (18, 19) verbindende,
in den Rädern (18, 19) schwenkbar gelagerte Stange, oder eine mit den Rädern (18,
19) kämmende Zahnstange (47), oder einen Getriebesatz (18, 19, 42) aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Übertragungsmedium (17) als Riementrieb (17) ausgebildet ist und die Räder (18,
19) als Zahnräder und der Riemen (20) als Zahnriemen ausgebildet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass, bezogen auf eine die Schwenkachsen (21) von Rädern (18, 19) im Rahmen (7) verbindende
Gerade (22), die Schwenkachsen (27) des Lagerelements (26) in den Rädern (18, 19)
derart angeordnet sind, dass die Schwenkachsen (27) des Lagerelements (26) in der
Offenstellung auf der einen Seite der Gerade (22) und in der Schließstellung auf der
anderen Seite der Gerade (22) angeordnet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in der Schließstellung eine Verbindungsgerade (35) zwischen der Schwenkachse (21)
des jeweiligen Rades (18 bzw. 19) und der Schwenkachse des Lagerelements (26) in diesem
Rad (18 bzw. 19) einen Winkel mit der Geraden (22), die die Schwenkachsen (21) der
Räder (18, 19) verbindet, von 5 bis 25°, vorzugsweise 10 bis 20°, insbesondere 15°
einschließt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Antriebs (11, 16) das jeweilige Rad (18 bzw. 19) um einen Winkel von
50 bis 70°, vorzugsweise 55 bis 65°, insbesondere 61° schwenkbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Lagerelement (26) zwei plattenförmige Lagerelementabschnitte (28) und diese verbindende
Verbindungselemente (29) aufweist, wobei die Lagerelementabschnitte (28) parallel
zu den Rahmenabschnitten (12) angeordnet sind, sowie die Rahmenabschnitte (12) zwischen
den Lagerelementabschnitten (28) angeordnet sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlussteil (5) im Bereich eines Endes einen Lagerabschnitt (30), der mit
dem Lagerelement (26) verbunden ist, und im Bereich eines entgegengesetzten Endes
einen Verschlussteilabschnitt (31) zum Kontaktieren der Austrittsöffnung (4), sowie
einen den Lagerabschnitt (30) und den Verschlussteilabschnitt (31) verbindenden Verbindungsarm
(32) aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlussteil (5) plattenförmig ausgebildet ist und eine Erstreckung in Achsrichtung
der Räder (18, 19) aufweist, die geringer ist als die Erstreckung des Lagerelements
(26) in dieser Richtung.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine dem Verschließen der Austrittsöffnung (4) dienende Verschlussteilfläche (33)
des Verschlussteils (5) in der Öffnungsstellung neben der Düse (2) und auf einem Niveau
stromaufwärts der Austrittsöffnung (4), bezogen auf die Strömungsrichtung der Stoffe
durch die Düse (2), angeordnet ist, und mittels des Stellmittels (6) das Verschlussteil
(5) derart von der Öffnungsstellung in die Schließstellung bewegbar ist, dass eine
Vorlaufkante (34) der Verschlussteilfläche (33) an dem freien Düsenende (3) vorbei
bewegt wird.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass beim Überführen des Verschlussteils (5) von der Öffnungsstellung in die Schließstellung
und umgekehrt, die Verschlussteilfläche (33) senkrecht zu der die Räder verbindenden
Geraden (22) und parallel zu der Schwenkachse (21) des jeweiligen Rades (18 bzw. 19)
angeordnet ist.