[0001] Die Erfindung betrifft eine Gießvorrichtung mit einer einen Hohlraum für ein Gussteil
bildenden Formkavität, einer Gießkammer für eine metallische Schmelze und einem Angusssystem.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Gießverfahren zur Herstellung von Gussteilen
mit dieser Gießvorrichtung.
[0002] Zum Gießen bestimmte Schmelzen geben, insbesondere wenn sie metallischer Art sind,
viel Wärme an ihre Umgebung ab. Um eine gute Gießqualität zu erreichen, muss ein zu
starkes Abkühlen während des Gießvorgangs vermieden werden. Dazu gießt man in Kaltkammer-Druckgussverfahren
mit hoher Geschwindigkeit und unter hohem Druck. Der Formfüllvorgang der die Formkavität
bildenden Druckgussform dauert dabei je nach Größe des Gussteils und dessen minimaler
Wandstärke typischerweise einige Millisekunden.
[0003] Für jeden Schmelzetyp sind bestimmte Anschnittgeschwindigkeiten und Angusssysteme
geeignet. Da eine maximale Anschnittgeschwindigkeit nicht überschritten werden darf,
muss der Querschnitt der Anschnittfläche und damit der Teil des Angusssystems, der
nach dem Gießvorgang die Abtrennung des Angussteils von der Druckgussform ermöglicht,
hinreichend groß dimensioniert sein. Diese Anforderung führt bei flächigen und dünnwandigen
Gussteilen zu einem hohen Anteil an Umlaufmaterial, dessen Masse in der Größenordnung
der Gussteilmasse selbst liegen kann. Das Umlaufmaterial wird anschließend wieder
geschmolzen, was eine erhebliche externe Energiezufuhr erfordert.
[0004] Während des gesamten Füllvorgangs muss zudem sichergestellt sein, dass die Schmelze
an keiner Stelle des schmelzeführenden Systems erstarrt. Dies kann durch hinreichend
große Querschnitte der Angusskanäle sichergestellt sein. Große Angusskanäle lassen
allerdings die Abgussmasse wachsen, so dass ein größerer Teil der Schmelze verloren
ist. Großflächige Gussteile mit mehreren Anschnittbereichen oder besonders dünnwandige
Gussteile benötigen daher in der Regel mehrere Angusskanäle als Gießläufe, um eine
Erstarrung in der Formkavität zu verhindern, bevor diese vollständig gefüllt ist.
[0005] Um die Umlaufmaterialmenge zu reduzieren, schlägt
EP 1 201 335 B1 ein Warmkammer-Druckgießverfahren mit einem Fächer- oder Tangentialanguss als Angusssystem
vor. Dieses Angusssystem kann die Formkavität gleichmäßig füllen, führt aber, insbesondere
wenn Mehrfachformen verwendet werden, einerseits zu einem komplexen Aufbau der Gießvorrichtung
und erfordert andererseits, dass die Vielzahl von Gießläufen alle einzeln beheizt
werden müssen. Während das Gussteil abkühlt, erfolgt ein ständiges Weiterbeheizen
der dünnwandigen Gießläufe, was insbesondere bei sehr verzweigten Angusssystemen,
wie sie für großflächige Bauteile erforderlich sind, wiederum mit erheblicher Energiezufuhr
verbunden ist.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, den Stand der Technik zu verbessern und
insbesondere eine Gießvorrichtung für ein Druckgussverfahren bereitzustellen, die
die vorstehend genannten Nachteile vermeidet. Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung,
ein Gussverfahren für metallische Schmelzen zu entwickeln, das den Anteil des Umlaufmaterials
auch bei dünnwandigen und großflächigen Bauteilen gering hält und gleichzeitig unter
Einhaltung der maximalen Anschnittgeschwindigkeit die Energie minimiert, die erforderlich
ist, um die Schmelze flüssig zu halten.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Gießvorrichtung, die eine einen Hohlraum für ein
Gussteil bildende Formkavität, eine Gießkammer für eine metallische Schmelze und ein
Angusssystem aufweist, wobei die Gießkammer über zwei Ringleitungsanschlüsse mit einer
Ringleitung für die Schmelze verbunden und die Ringleitung über das Angusssystem mit
der Formkavität verbindbar ist.
[0008] Die Ringleitung führt die metallische Schmelze bis unmittelbar an das Gussteil, so
dass das Angusssystem selbst, das durch von der Ringleitung zum Gussteil abzweigende,
relativ dünne Angusskanäle gebildet wird, nur kleine Querschnitte und kurze Angusskanäle
erfordert. Die Ringleitung ist daher in der Regel deutlich länger als die Länge der
Angusskanäle; häufig wird ihre Länge auch die Summe der Angusskanallängen übertreffen.
Der Materialanteil, der mit dem Gussteil ggf. in den Angusskanälen erstarrt oder zumindest
erkaltet, wird auf ein Minimum reduziert. Die notwendige Kühlleistung im Werkzeug
vor dem Entformen wird dadurch deutlich gesenkt. Insbesondere muss weniger frei werdende
Schmelzeenergie abgeführt werden.
[0009] Durch die räumlich nahe Führung der Ringleitung an der Formkavität können die Angusskanäle
nicht nur sehr kurz ausfallen, sondern es lassen sich auch relativ viele Angusskanäle
von der Ringleitung abzweigen, so dass eine gleichmäßigere Formfüllung möglich ist.
[0010] Wenn die Gießläufe des Angusssystems in Form der Angusskanäle sehr kurz gehalten
sind, ist in vielen Fällen eine Beheizung der Angusskanäle nicht erforderlich. Das
ermöglicht ein kostengünstigeres, feiner verzweigtes Angusssystem mit mehr Angusskanälen,
was sich wiederum positiv auf die Formfüllung auswirkt, ohne dass der zentral einzuleitende
Gießdruck erhöht werden muss.
[0011] Insbesondere für große, dünnwandige Gussteile oder Gussteile, die eine komplexe räumliche
Struktur aufweisen, können mehrere Ringleitungen vorgesehen sein, die über jeweils
eigene Ringleitungsanschlüsse verfügen. Alternativ zu Doppel- oder Mehrfachringleitungen,
können auch Ringleitungszweige mit möglicherweise abweichendem Durchmesser vorgesehen
sein, die vor der Rückführung der Schmelze wieder in die Hauptleitung zurückgeführt
werden oder über einen eigenen Ringleitungsanschluss verfügen. Im zuletzt genannten
Fall entspricht die Anzahl der schmelzeabführenden Ringleitungsanschlüsse nicht mehr
der Anzahl der schmelzezuführenden Ringleitungsanschlüsse. Nachfolgend wird die Erfindung
am Beispiel einer Ringleitung weiter beschrieben.
[0012] In einer Ausgestaltung der Gießvorrichtung weisen alle oder ein Teil der Angusskanäle
Gießventile auf. Die Gießventile trennen nach dem Gießvorgang die flüssige Schmelze
der Ringleitung von der gussteilseitigen Schmelze, die mit dem Gussteil erstarrt.
Zur erneuten Formfüllung für das nächste Gussteil wird das Gießventil oder werden
die Gießventile erneut geöffnet.
[0013] Bei der vorgeschlagenen Gießvorrichtung sind die Anschnittbereiche unmittelbar am
Gussteil gebildet, so dass die Masse des Angusssystems klein gegen die Gussteilmasse
ausfällt. Dabei sind auch bei flächigen Strukturteilen Angussmassen von weniger als
20% der Gussteilmasse erreichbar. Gleichzeitig kann das Angusssystem kompakt ausfallen.
Das Angussmaterial kann als Umlaufmaterial wiederverwendet werden. Dadurch dass weniger
Angussmaterial aufgeschmolzen werden muss und die heiße Schmelze in der Ringleitung
stets formkavitätnah zur Verfügung steht, wird auch weniger Zeit für den Gießzyklus
benötigt, so dass die Taktung verbessert wird.
[0014] Die Ringleitung kann einen im Vergleich zu den Angusskanälen relativ großen Durchmesser
aufweisen, so dass die Wärmeleitungs- und Wärmestrahlungsverluste der durch sie transportierten
Schmelze gering gehalten werden können. Mittels einer erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Zirkulation in der Ringleitung während des Gießens oder zumindest in der Phase, in
der das Gussteil erkaltet, kann ein Auskühlen der Schmelze zusätzlich vermindert werden.
[0015] Bei geeigneter Abstimmung kann die Zirkulation als alleinige Maßnahme ausreichend
sein, ein Erstarren der Schmelze zu unterbinden, bevor ein Umlauf in der Ringleitung
abgeschlossen ist. Die Schmelze erreicht dann die Gießkammer oder eine andere heiße
Zelle im noch flüssigen Zustand. Dadurch können unter Umständen externe Heizungen
der Ringleitung entfallen.
[0016] In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist die Ringleitung zumindest abschnittsweise
beheizbar. Dadurch ist sichergestellt, dass auch bei verhältnismäßig langen Ringleitungen
ein Erstarren der verwendete Schmelze zuverlässig unterbunden wird und die Schmelze
ausreichend dünnflüssig ist, um auch entfernte Angusskanäle zeitnah zu erreichen.
[0017] Während der zweiten Gießphase ist die Ringleitung mit metallischer Schmelze befüllt
und druckbeaufschlagt. Zwischen den einzelnen Gießphasen kann die Schmelze in der
Ringleitung zirkulieren, um in ein möglichst kompaktes Becken wie die Gießkammer zurückgeführt
und dort wieder aufgeheizt zu werden. Dazu weist die Ringleitung zwei Ringleitungsanschlüsse
auf, die mit derselben Gießkammer verbunden sind. Anstelle oder zusätzlich zu der
Gießkammer kann auch eine andere heiße Zelle für eine Schmelzeversorgung oder zur
Zwischenspeicherung der Schmelze vorgesehen sein.
[0018] Ebenfalls realisierbar ist, dass die Ringleitung mit ihren beiden Anschlüssen in
unterschiedliche heiße Zellen mündet, wobei die heißen Zellen zumindest für die Zeit
des Gießens gemeinsam unter Druck setzbar sind, also ein gemeinsames, miteinander
kommunizierendes System bilden.
[0019] In einer Ausführungsform wird die Ringleitung allein aufgrund des Gießdrucks mit
Schmelze gefüllt. Alternativ sind zusätzliche Mechanismen wie Pumpmittel vorgesehen,
die die Schmelze in die Ringleitung leiten oder den Schmelzefluss in der Ringleitung
beschleunigen können. Die Pumpmittel lassen sich frei an der oder um die Ringleitung
anordnen, sind allerdings bevorzugt an den Ringleitungsanschlüssen und damit endseitig
im Übergangsbereich zur Gießkammer angeordnet. Mehrere Pumpmittel können räumlich
getrennt angeordnet sein und in Reihe geschaltet werden, um die Pumpleistung zu erhöhen.
[0020] Die Pumpmittel lassen sich im Falle metallischer Schmelzen als Spulen ausbilden.
Die durch die Spulen erzeugbaren elektromagnetischen Wechselfelder induzieren Wirbelströme
in der elektrisch leitenden Schmelze und können daher kotaktlos auf die Schmelze einwirken.
Nach dem Prinzip des Linearmotors kann durch den Induktor ein elektromagnetisches
Wanderfeld erreicht werden. Die Schmelze bildet den Läufer des Linearmotors. Auf die
Wirbelströme übt das Magnetfeld Kräfte aus, deren Stärke von der räumlichen Änderung
der magnetischen Flussdichte abhängt. Die Schmelze erfährt daher eine zur geringeren
magnetischen Flussdichte gerichtete Kraft. Analog zur auf einen festen Körper wirkenden
Lorentzkraft, die diesen räumlich verschiebt, wird der Schmelzestrom beschleunigt.
[0021] Damit die Spulenabmessungen nicht zu groß werden, können Feldformer verwendet werden,
die die Krafteinwirkung auf einen bestimmten Bereich konzentrieren. Ein Feldformer
ist beispielsweise als ein längs zur Spulenachse geschnittener Leiter ausgebildet,
der mit kurzen Strompulsen versetzt wird. Die kurzen Impulse dringen aufgrund des
Skineffekts kaum in den Leiter selbst ein und können daher auf die dicht vorbeiströmende
Schmelze mit einer sehr hohen Feldstärke einwirken.
[0022] Die Pumpmittel sind bevorzugt unabhängig voneinander steuerbar oder regelbar und
können idealerweise die Schmelze sowohl in die Ringleitung als auch aus der Ringleitung
befördern. So lässt sich beispielsweise erreichen, dass der Schmelzefluss kurzzeitig
aus beiden Ringleitungsanschlüssen über die Ringleitung zur Formkavität erfolgt. Infolge
der Wirkungsgradverluste des Pumpmittelbetriebs beheizen die Pumpmittel die Schmelze
zusätzlich, was einen willkommenen Nebeneffekt darstellt, um das vorzeitige Auskühlen
der Schmelze zu verhindern. In einer weiteren Betriebsart beheizen die Pumpmittel
die Schmelze lediglich.
[0023] In einer vorteilhaften Ausgestaltung können die Pumpmittel die Schmelze in die Ringleitung
auch ohne den externen Druck eines Gießkolbens befördern. Insbesondere aber im Zusammenwirken
mit einem externen Druck ist das erstmalige Befüllen oder Wiederbefüllen der Ringleitung
nach einem Formwechsel dadurch beschleunigt und damit erleichtert. Weist die Ringleitung
eigene Heizmittel auf, ist es vorteilhaft, die Ringleitung bereits vor dem ersten
Befüllen zu beheizen.
[0024] Um die Ringleitung schnell befüllen zu können, kann diese ein oder mehrere Entlüftungsventile
aufweisen. Das in der Ringleitung zunächst befindliche Gas, Schutzgas oder Gasgemisch
kann über die Entlüftungsventile entweichen. Das durch die Entlüftungsventile entweichende
Gas kann in einer Sammelleitung geführt werden, die ebenfalls gussteilnah verlaufen
und ringleitungsförmig ausgebildet sein kann.
[0025] Analog zum Befüllen können die Pumpmittel auch dazu vorgesehen sein, die Ringleitung
möglichst schnell aktiv zu entleeren. Die Schmelze strömt dann nicht nur aufgrund
der Schwerkraft in die meist tiefer gelegene heiße Zelle, sondern wird durch die Pumpmittel
aktiv unterstützt. Ein Umschalten der Pumprichtung kann zweckmäßig sein, um die Entleerungszeit
zu verkürzen, ist aber nicht unbedingt erforderlich, da die Aufrechthaltung der Zirkulation
bei gleichzeitigem Sperren des Zulaufs ausreichend ist. Dann können auch Pumpmittel
eingesetzt werden, die keine Richtungsumkehr zulassen.
[0026] Das Entleeren der Schmelze in die heiße Zelle erleichtert es, die Schmelze auf Temperatur
zu halten, da diese in einem kompakten Sammelbehältnis ein günstigeres Oberflächen-Volumen-Verhältnis
einnehmen kann. Die Ringleitung kann nach dem Entleeren abgedockt werden.
[0027] Die Gießvorrichtung weist eine Gießkammer auf, die aus einem Schmelzereservoir befüllbar
ist. Die Gießkammer kann horizontal orientiert sein und ist mit einem horizontal verfahrenden
Gießkolben druckbeaufschlagbar. In dieser Ausgestaltung ist sie vorzugsweise von unten
befüllbar und über ein Schmelzeventil vom Schmelzereservoir trennbar. Die Gießkammer
kann auch senkrecht orientiert sein; das Schmelzeventil ist dann bevorzugt seitlich
angeordnet und der Gießkolben von unten in die Gießkammer verfahrend.
[0028] Die Gießkammer weist zwei Ringleitungsanschlüsse als Mündungen der Ringleitung auf.
Die Ringleitungsanschlüsse sind Endpunkte zweier Anschlusskanäle A und B, die an ihrem
der Gießkammer abgewandten Ende miteinander verbunden sind. Die gesamte Ringleitung
einschließlich der Ringleitungsanschlüsse ist druckfest ausgeführt.
[0029] Die Ringleitungsanschlüsse münden vorzugsweise in unterschiedlichen Höhen in die
Gießkammer, so dass beim erstmaligen Befüllen der Ringleitung eine Entlüftung über
nur einen, den oberen, Ringleitungsanschluss erfolgt.
[0030] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind beide Ringleitungsanschlüsse
an derselben Stirnseite der Gießkammer angeordnet, um die Länge der Ringleitung möglichst
kurz auszuführen, Umlenkstücke zu vermeiden und dadurch den Strömungswiderstand gering
zu halten.
[0031] Die Gießkammer mit den Ringleitungsanschlüssen bildet vorzugsweise den tiefsten Punkt
des druckbeaufschlagten Systems, so dass die Schmelze in Abwesenheit eines extern
einwirkenden Drucks tendiert, in die Gießkammer zurückzuströmen. Besonders geeignet
ist dazu eine Ringleitung, die ein kontinuierliches Gefälle in Richtung der Gießkammer
aufweist. In einer Variante sind die Ringleitungsanschlüsse so ausgeführt, dass eine
restlose Entleerung der Ringleitung erfolgen kann. Dazu ist die Ringleitung unmittelbar
nach den Ringleitungsanschlüssen so angeordnet, dass sie stets oberhalb des Gießkammerniveaus
verläuft.
[0032] Die Ringleitung weist ein oder mehrere Kupplungsanschlüsse für die Angusskanäle auf,
die die Ringleitung mit Formkavität verbinden. Die Kupplungsanschlüsse sind ebenfalls
druckfest ausgeführt. Die weitere Funktionsweise der erfindungsgemäßen Gießvorrichtung
wird im Zusammenhang mit dem ebenfalls vorgeschlagenen Gießverfahren erläutert.
[0033] Die Aufgabe wird ferner gelöst durch ein Gießverfahren unter Einsatz der vorstehend
genannten Gießvorrichtung, wobei die Schmelze während des Gießens oder zwischen den
Gießvorgängen in der Ringleitung zirkuliert. Unter einer Zirkulation wird verstanden,
dass sich die Schmelze in der Ringleitung nicht nur lokal bewegt, sondern auch ein
Massevorschub der Schmelze erfolgt.
[0034] Um die Zirkulation sicherzustellen, ist die Ringleitung vorzugsweise, wie zuvor beschrieben,
mit Pumpmitteln versehen. Sie kann auch zumindest teilweise externen Heizquellen ausgesetzt
sein, um eine Randschichterstarrung zu vermeiden oder um während eines Schmelzeumlaufs
eine gleichbleibend geringe Viskosität sicherzustellen.
[0035] Die Pumpmittel arbeiten in den einzelnen Gießphasen bevorzugt wie folgt: Zunächst
erfolgt ein schnelles, erstes Befüllen der Ringleitung. Dazu fördern beide Pumpmittel
die Schmelze aus der Gießkammer mit möglichst hoher Leistung in die Ringleitung. Um
den Gießvorgang insgesamt zu beschleunigen, ist ein Schmelzeventil, das zwischen der
Gießkammer und einem Schmelzereservoir angeordnet ist, geöffnet, so dass ausreichend
Schmelze nachströmen kann. Das spätere Nachfüllen der für das jeweilige Gussteil entnommenen
Schmelzemenge kann über das gleiche Schmelzeventil erfolgen.
[0036] Nach dem Befüllen der Ringleitung kann eines der Pumpmittel die Schmelze in die Ringleitung
und das andere Pumpmittel die Schmelze aus der Ringleitung befördern. Vorzugsweise
fördert aber eines der Pumpmittel die Schmelze mit einer größeren Leistung in die
Ringleitung als das andere Pumpmittel. Das Pumpmittel des zweiten Anschlusskanals
fördert ebenfalls in die Ringleitung, um den Schmelzestrom an keiner Stelle abreißen
zu lassen. Durch den so aufgebauten Differenzdruck, beginnt die Schmelze in der Ringleitung
zu zirkulieren. Die Zirkulation ist desto schneller, je größer die Leistungsdifferenz
ist, mit der die Pumpmittel betrieben werden. Um diesen Effekt optimal zu nutzen,
kann der Anschlusskanal A auch mit einem leistungsfähigeren Pumpmittel, also einem
Pumpmittel, das eine höhere Maximalleistung aufnimmt oder eine größere Anzahl Pumpmittel
als Anschlusskanal B aufweist, versehen werden. Sind die Anschlussleistungen der Pumpmittel
gleich, fördert beispielsweise das Pumpmittel an Anschlusskanal A mit 100% seiner
Leistung, während das Pumpmittel an Anschlusskanal B mit maximal 50% seiner Anschlussleistung
betrieben wird.
[0037] Im Falle zweier in unterschiedlichen Höhen mündender Anschlusskanäle fördert vorzugsweise
das Pumpmittel des höher gelegenen Anschlusskanals A mit größerer Leistung als das
des tiefer gelegenen Anschlusskanals B.
[0038] Die Zirkulation erfasst das gesamte in den Gießvorgang involvierte Gießsystem bestehend
aus der Ringleitung und der Gießkammer, die mittels eines Gießkolbens beaufschlagt
wird, um den erforderlichen Gießdruck zu erzeugen. Zusätzlich oder anstelle der Gießkammer
kann eine heiße Zelle im Gießsystem angeordnet sein, das in die Zirkulation involviert
ist. Durch die Zirkulation wird in vorteilhafter Weise eine gleichmäßige Wärmeverteilung
in der Schmelze bewirkt, so dass ein Erstarren auch in längeren Ringleitungen und
während länger andauernder Zwischenphasen zuverlässig verhindert wird. Die in der
Ringleitung sich abkühlende und in die Gießkammer zurück strömende Schmelze kann dort
über eine heiße Zelle oder mittels externer Wärmezufuhr wieder erwärmt werden.
[0039] Zu Beginn der zweiten Gießphase wird das Schmelzeventil geschlossen, und die Gießkammer
und die angeschlossene Ringleitung werden durch einen vorfahrenden Gießkolben mit
Druck beaufschlagt. Die zur Bewegung des Gießkolbens aufzubringende Kraft wird vorzugsweise
durch ein hydraulisches Antriebsaggregat erzeugt, das über eine Kupplung mit dem Gießkolben
in Verbindung steht.
[0040] Während der zweiten Gießphase wird die Formkavität über geöffnete Gießventile mit
der Schmelze befüllt. Die zum Befüllen vorgesehene Schmelzemenge wird durch den vorfahrenden
Gießkolben nachgeschoben, wobei sichergestellt ist, dass das Schmelzeventil nicht
durch den Gießkolben überfahren wird. Dadurch verbleibt stets eine Mindestmenge an
Schmelze in der Gießkammer, so dass die Zirkulation der Schmelze zu jedem Zeitpunkt,
insbesondere nach Abschluss der zweiten Gießphase, aufrechterhalten werden kann. Ebenfalls
kann vorgesehen sein, dass während der Formfüllung der Schmelzefluss kurzzeitig aus
mehreren oder allen Ringleitungsanschlüssen in die Ringleitung erfolgt.
[0041] Die durch den Gießvorgang verbrauchte Schmelze kann vor dem nächsten Gießvorgang
nachgefüllt werden, indem das Schmelzeventil wieder geöffnet wird und der Gießkolben
zurückfährt.
[0042] Nach Abschluss der Gießproduktion kann die Ringleitung sehr schnell entleert werden.
Zum Entleeren der Ringleitung ist vorgesehen, dass die Pumpmittel aller Ringleitungsanschlüsse
die Schmelze aus der Ringleitung zunächst in die Gießkammer und über das geöffnete
Schmelzeventil in das Schmelzereservoir befordern können. Die Anschlusskanäle sind
so angeordnet, dass sich die Schmelze aus dem Schmelzereservoir nicht von sich aus
über diese entleeren kann. Daher kann die Ringleitung gefahrlos im entleerten Zustand
abgedockt werden. Dennoch ist es aus Sicherheitsgründen zu empfehlen, das Schmelzeventil
vor dem Abdocken zu schließen.
[0043] Das Verfahren und die Gießvorrichtung wurde anhand des Druckgießens beschrieben,
ist aber auf andere Gießverfahren übertragbar. Prinzipiell lassen sich statt metallischer
Schmelzen auch nicht-metallische Schmelzen in entsprechend angepassten Gießvorrichtungen
gießen.
[0044] Nachfolgend werden die erfindungsgemäße Gießvorrichtung und das erfindungsgemäße
Arbeitsverfahren zum Betreiben der Gießvorrichtung anhand von Zeichnungen näher beschrieben.
Die einzelnen Figuren zeigen:
Figur 1 einen ersten Teil einer erfindungsgemäßen Gießvorrichtung mit einer Ringleitung
für die Schmelze und einer Formkavität im Längsschnitt,
Figur 2 einen Querschnitt des in Figur 1 dargestellten ersten Teils der Gießvorrichtung
in Richtung der Ringleitungsanschlüsse gesehen,
Figur 3 einen Längsschnitt eines zweiten Teils der Gießvorrichtung mit der Gießkammer
und zwei Ringleitungsanschlüssen sowie
Figur 4 einen Querschnitt des in Figur 3 dargestellten zweiten Teils der Gießvorrichtung
mit dem Schmelzereservoir.
[0045] Figur 4 zeigt einen Teil einer Gießvorrichtung 1 zum Druckgießen von Metallschmelzen
wie Magnesium- oder Aluminiumschmelzen. Die Schmelze 2 wird aus einem Schmelzereservoir
7 über eine mittels eines Schmelzeventils 19 absperrbare Zuführleitung 8 in eine Gießkammer
4 geleitet. Die Gießkammer 4 ist horizontal orientiert und durch einen hydraulisch
bewegten, in der Waagerechte vorfahrenden Gießkolben 6 (Figur 3) druckbeaufschlagbar.
An der dem Gießkolben 6 gegenüberliegenden Stirnseite 10 weist die Gießkammer 4 genau
zwei Ringleitungsanschlüsse A und B auf, die die Enden einer Ringleitung 11 bilden.
[0046] Wie Figur 1 zeigt, ist die Ringleitung 11 nahe der Formkavität 3 geführt und durch
zwei im Wesentlichen parallel verlaufende, druckfeste Anschlusskanäle 12, 13 gebildet.
Die Anschlusskanäle 12, 13 münden in der Gießkammer 4 in Ringleitungsanschlüssen A
und B, wobei der Ringleitungsanschluss A oberhalb des Ringleitungsanschlusses B angeordnet
ist. An ihren der Gießkammer 4 abgewandten Enden 14 sind die Anschlusskanäle 12, 13
miteinander verbunden. Zur Verminderung des Strömungswiderstands sind die Anschlusskanäle
12, 13 als im Wesentlichen gerade Rohrleitungen ausgeführt und weisen mit dem abgewandten
Ende 14 im Längsschnitt ein U-Profil auf.
[0047] Endseitig an den Ringleitungsanschlüssen A und B sind Pumpmittel 21, 22 in Form von
Spulen angeordnet, die jeweils auf drei verschiedene Weisen betrieben werden können.
In der ersten Betriebsart "vorwärts" fördert ein Pumpmittel 21, 22 die metallische
Schmelze 2 in die Ringleitung 11 hinein, in der zweiten Betriebsart "rückwärts" wirkt
es einem Eindringen der Schmelze 2 entgegen bzw. befördert diese aus der Ringleitung
11 heraus, und in der dritten Betriebsart erhitzt es die Schmelze 2 und entfaltet
keine Förderwirkung.
[0048] Die Schmelze 2 kann die Gießkammer 4 über beide Anschlusskanäle 12, 13 verlassen
und in die Formkavität 3 über mehrere ein Angusssystem 5 bildende Angusskanäle 17
strömen, die über Gießventile 18 absperrbar sind. Die Formkavität 3 selbst wird durch
zwei Gussformhalbschalen 15, 16 gebildet und ist in bekannter Weise durch das um das
Schwindmaß vergrößerte Negativform des herzustellenden Gussteils 23 gebildet. Beide
Gussformhalbschalen 15, 16 weisen eine Trennfläche 9 zur späteren Entnahme des Gussteils
23 auf. Da die Angusskanäle 17 nur mit der Formkavität 3 und der Ringleitung 11 und
nicht direkt mit der Gießkammer 4 verbunden sind, muss die Schmelze 2 daher zunächst
in die Ringleitung 11 geleitet werden, um in die Formkavität 3 zu gelangen.
[0049] Die Formkavität 3 weist eine dünnwandige, flächige und komplexe Struktur auf sowie
Bereiche deutlich unterschiedlichen Durchmessers. Zur schnellen und gleichmäßigen
Befüllung sind mehrere Angusskanäle 17 gussteilspezifisch an unterschiedlichen Positionen
der Ringleitung 11 angeordnet. Die einzelnen Angusskanäle 17 weisen in Abhängigkeit
der Struktur der Formkavität 3 unterschiedliche Längen und unterschiedliche Durchmesser
auf, die so aufeinander abgestimmt sind, dass ein optimaler Füllvorgang der Formkavität
3 erreicht wird.
[0050] Der Betrieb der in den Fig. 1 bis Fig. 4 dargestellten Gießvorrichtung gliedert sich
in sechs verschiedene Phasen. In der ersten Phase, der Ausgangsstellung, ist die als
Gießkammer 4 ausgebildete heiße Zelle leer und vorbeheizt. Das Schmelzeventil 19 und
der Ablassstopfen 24, über den die Zuführleitung 8 entleert werden kann, sind geschlossen.
Je nach Schmelzetyp wird die Gießvorrichtung 1 mit Schutzgas betrieben. Das Schmelzereservoir
7 wird mittels eines nicht dargestellten Dosierlöffels oder eines Dosierofens (ebenfalls
nicht dargestellt) mit einer Schmelzemenge befüllt, die einem Schmelzeniveau H
leer in dem Schmelzereservoir 7 entspricht. Das Schmelzeniveau H
leer ist so bemessen, dass das Schmelzevolumen im Schmelzereservoir 7 mit der angeschlossenen
Zuführleitung 8 zumindest dem Volumen des schmelzeführenden Systems bestehend aus
der Gießkammer 4, der Ringleitung 11, dem Angusssystem 5 und dem Volumen eines Gussteils
23 entspricht zuzüglich der Gusschargenmenge. Die Gusschargenmenge entspricht dem
Volumen der gewünschten Anzahl von Gussteilen, also mindestens einem, das erforderlich
ist, damit das Schmelzeniveau H
min im Schmelzereservoir 7 noch oberhalb der Gießkammer 4 liegt, ohne dass dem Schmelzereservoir
7 weitere Schmelze 2 zugeführt wird. Dadurch kann die Gießkammer 4 allein durch den
hydrostatischen Druck der Schmelze 2 im Schmelzereservoir 7 gefüllt werden.
[0051] Durch Öffnen des Schmelzeventils 19 bewirkt die Schwerkraft, dass die Gießkammer
4 mit der Schmelze 2 befüllt wird. Die Entlüftung der Gießkammer 4 kann über den oberen
Ringkanal A erfolgen, der ein Entlüftungsventil 20 aufweist, das zu diesem Zeitpunkt
geöffnet werden kann. Mit dem Öffnen des Schmelzeventils 19 werden die Pumpmittel
21, 22 in dem Betriebsmodus "rückwärts" betrieben, so dass ein Überlaufen der Schmelze
2 an den Ringleitungsanschlüssen A und B in die Anschlusskanäle 12, 13 trotz des stets
höheren Schmelzeniveaus im Schmelzereservoir 7 nicht möglich ist. Ist die Gießkammer
4 vollständig erstbefüllt, ist das Schmelzeniveau auf die Höhe H
max gesunken. Zum Abschluss dieser Phase des ersten Befüllens wird das Schmelzeventil
19 gesperrt.
[0052] In der zweiten, an die erste anschließenden Phase erfolgt das Befüllen der Ringleitung
11. Die Ringleitung 11 wird über das Entlüftungsventil 20 entlüftet, bis sie evakuiert
ist. Die Gießventile 18 sind dabei geschlossen. Nach der Entlüftung wird das Entlüftungsventil
20 geschlossen und das Schmelzeventil 19 geöffnet, wobei gleichzeitig die Pumpmittel
21, 22 in Richtung "vorwärts" geschaltet werden. Die Ringleitung 11 wird dadurch schnell
mit einem Druck von bis zu 5 bar mit Schmelze 2 aus dem Schmelzereservoir 7 befüllt.
Sobald die Ringleitung 11 vollständig gefüllt ist, schaltet das Pumpmittel 22 des
Ringleitungsanschlusses B auf eine Leistung von ca. 20% "vorwärts", während das Pumpmittel
21 am Ringleitungsanschluss A weiterhin mit 100% "vorwärts" fördert. Durch den dadurch
aufgebauten Differenzdruck beginnt die Schmelze 2 in der Ringleitung 11 zu zirkulieren
und ständig in der Ringleitung 11 mit der angeschlossenen Gießkammer 4 umzulaufen.
Eine Entleerung der Ringleitung 11 in diesem Zustand ist ausgeschlossen. Nach Abschluss
dieser zweiten Phase ist die Gießvorrichtung für den Formfüllvorgang (dritte Phase)
vorbereitet.
[0053] In der dritten Phase wird das Schmelzeventil 19 geschlossen und somit die Gießkammer
4 vom Schmelzereservoir 7 getrennt. Dadurch kann durch das Gießantriebsaggregat Druck
aufgebaut und über den Gießkolben 6 in die Gießkammer 4 und die Ringleitung 11 eingeleitet
werden. Der Abguss erfolgt durch Öffnen der Gießventile 18, wobei die erforderliche
Schmelzemenge durch den Gießkolben 6 nachgeschoben wird. Dadurch dass Schmelze 2 in
die Formkavität 3 abfließt, strömt die Schmelze 2 nun nicht nur durch den Ringleitungsanschluss
A, sondern auch durch den Ringleitungsanschluss B. Um zu hohen Fließgeschwindigkeiten
in der Ringleitung 11 entgegenzuwirken, kann das Pumpmittel 22 des Ringleitungsanschlusses
B kurzzeitig während der Formfüllzeit mit größerer Leistung "vorwärts" betrieben werden,
aber immer noch mit geringerer als das Pumpmittel 21 am Ringleitungsanschluss A, so
dass die Umlaufschaltung und damit die Zirkulation erhalten bleibt. Nach Abschluss
des Formfüllvorgangs werden die Gießventile 18 geschlossen, und das Gussstück 23 kann
erkalten.
[0054] Während das Gussstück 23 erstarrt, wird die Gießkammer 4 für einen neuen Formfüllvorgang
vorbereitet. In dieser vierten Phase fährt der Gießkolben 6 in seine Ausgangsposition,
wobei das Schmelzeventil 19 geöffnet wird. Dadurch wird Schmelze 2 aus dem Schmelzereservoir
7 angesaugt, was durch den hydrostatischen Druck der Schmelzesäule in dem Schmelzereservoir
7 unterstützt ist. In dieser Zeit des Nachladens der Gießkammer 4 bleibt die Umlaufschaltung
in der Ringleitung 11 bestehen. Ist die Gießkammer 4 vollständig gefüllt, kann mit
erneuerter Formkavität 3 ein weiterer Formfüllvorgang erfolgen.
[0055] Eine exakte Dosierung der Schmelzemenge ist nicht nur erforderlich, damit die Formkavität
3 einerseits vollständig gefüllt wird und andererseits der dann entstandene Pressrest
nicht platzt, sondern auch, um das minimale Schmelzeniveau H
min stets oberhalb der Gießkammer 4 zu halten, damit diese stets vollständig befüllbar
ist. Das Schmelzeniveau in dem Schmelzereservoir ist während der beiden Phasen drei
und vier also immer zwischen H
min und H
max gehalten. Die Höhendifferenz zwischen H
min und H
max, die durch den Pfeil 25 dargestellt ist, entspricht dem möglichen Entnahmevolumen
für ein oder mehrere Gussteile 23. Ein Nachfüllen des Schmelzereservoirs 7 kann je
nach Gießvorrichtung 1 während der dritten Phase, in der nachfolgenden vierten Phase
oder erst nach der fünften Phase erfolgen.
[0056] Wenn nach Abschluss aller Formfüllvorgänge keine weiteren Gussteile 23 hergestellt
werden sollen, erfolgt ein Entleeren der Ringleitung 11 als fünfte Phase. Dazu werden
bei geschlossenen Gießventilen 18 beide Pumpmittel 21, 22 in Richtung "rückwärts"
betrieben und das Schmelzeventil 19 geöffnet, so dass die Schmelze 2 durch die Pumpmittel
21, 22 in die zum Schmelzereservoir 7 führende Zuführleitung 8 gepumpt wird. Ist die
Ringleitung 11 entleert, wird sie durch das Schließen des Schmelzeventils 19 vom Schmelzereservoir
7 getrennt und kann von der Formkavität 3 entkuppelt werden und aus der Presse ausfahren.
[0057] In der sechsten Phase, die den Abschluss der fünften Phase voraussetzt, wird auch
die Gießkammer 4 von der Schmelze 2 befreit, so dass keine Schmelze 2 mehr in der
heißen Zelle der Gießvorrichtung 1 verbleibt. Dazu wird das Schmelzereservoir 7 über
einen Ablassstopfen 24 entleert. Nachdem das Schmelzereservoir 7 entleert wurde oder
während seiner Entleerung wird das Schmelzeventil 19 geöffnet, so dass auch aus der
Gießkammer 4 die Schmelze 2 über die Zuführleitung 8 und den Ablassstopfen 24 in einen
nicht dargestellten Tiegel strömen kann.
Bezugszahlenliste
[0058]
- 1
- Gießvorrichtung
- 2
- Schmelze
- 3
- Formkavität
- 4
- Gießkammer
- 5
- Angusseinheit
- 6
- Gießkolben
- 7
- Schmelzereservoir
- 8
- Zuführleitung
- 9
- Trennfläche
- 10
- Stirnseite der Gießkammer
- 11
- Ringleitung
- 12
- (oberer) Anschlusskanal
- 13
- (unterer) Anschlusskanal
- 14
- Ende
- 15
- Gussformhalbschale
- 16
- Gussformhalbschale
- 17
- Angusskanal
- 18
- Gießventil
- 19
- Schmelzeventil
- 20
- Entlüftungsventil
- 21
- Pumpmittel
- 22
- Pumpmittel
- 23
- Gussteil
- 24
- Ablassstopfen
- 25
- Pfeil
- A
- oberer Ringleitungsanschluss
- B
- unterer Ringleitungsanschluss
- Hmin
- minimales Schmelzeniveau
- Hmax
- maximales Schmelzeniveau
- Hleer
- Schmelzeniveau mit leerer Ringleitung
1. Gießvorrichtung (1), aufweisend
- eine einen Hohlraum für ein Gussteil (23) bildende Formkavität (3),
- eine Gießkammer (4) für eine metallische Schmelze (2) und
- ein Angusssystem (5)
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Gießkammer (4) über zwei Ringleitungsanschlüsse (A, B) mit einer Ringleitung
(11) für die Schmelze (2) verbunden ist, wobei die Ringleitung (11) über das Angusssystem
(5) mit der Formkavität (3) verbindbar ist.
2. Gießvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Angusssystem (5) mehrere Angusskanäle (17) aufweist, die die Ringleitung (11)
mit der Formkavität (3) verbinden.
3. Gießvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Angusssystem (5) ein Gießventil (18) zur Trennung der Schmelze (2) in der Ringleitung
(11) von dem in der Formkavität (3) erstarrenden Teil der Schmelze (2) aufweist.
4. Gießvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringleitung (11) zumindest abschnittsweise beheizt ist.
5. Gießvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringleitung (11) ein Entlüftungsventil (20) aufweist.
6. Gießvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Ringleitungsanschlüssen (A, B) Pumpmittel (21, 22) angeordnet sind, über welche
die Schmelze (2) in die oder aus der Ringleitung (11) beförderbar ist.
7. Gießvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gießkammer (4) am tiefsten Punkt der Ringleitung (11) angeordnet ist.
8. Verfahren zum Gießen mittels einer Gießvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelze (2) während des Gießens oder zwischen den Gießvorgängen in der Ringleitung
(11) zirkuliert.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass während der Formfüllung kurzzeitig Schmelze (2) über beide Ringleitungsanschlüsse
(A, B) aus der Gießkammer (4) in die Ringleitung (11) fließt.
10. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass nach Abschluss des Gießvorgangs die in der Ringleitung (11) verbleibende Schmelze
(2) in die Gießkammer (4) entleert wird.