[0001] Die Erfindung betrifft eine Henkelbearbeitungsvorrichtung zum Einsatz in einer Anlage
zur Herstellung von keramischen Gegenständen mit Henkel, zum Beispiel Tassen mit Henkel.
[0002] Die keramischen Gegenstände liegen im lederharten Zustand vor und werden in weiteren
Arbeitsschritten komplettiert, glasiert und gebrannt.
[0003] Zur Komplettierung von lederharten Tassen vorgesehene lederharte Henkel bilden zunächst
einen Henkelverbundkörper, der mehrere zu einem Ringkörper verbundene lederharte Henkel
umfasst, die mittels einer Trenneinrichtung vereinzelt werden. Die lederharten Henkel
weisen nach dem Abtrennen einen Henkelüberstand auf, der passgenau entfernt werden
muss. Die Bearbeitung der Henkel wird manuell mittels einer Schneidvorrichtung ausgeführt,
die ein Messer und eine Kunststoff-Gegenmatrize umfasst. Das Messer und die Kunststoff-Gegenmatrize
müssen mit einem passenden Schneidspalt zueinander eingestellt werden.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Henkelbearbeitungsvorrichtung
anzugeben, die insbesondere den Arbeitsschritt des Abtrennens des Henkelüberstandes
vereinfacht und hinsichtlich der Passgenauigkeit verbessert.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit dem Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst. Es
wird eine Henkelbearbeitungsvorrichtung zum Einsatz in einer Anlage zur Herstellung
von keramischen Gegenständen mit Henkel, zum Beispiel Tassen mit Henkel, vorgeschlagen,
mit einer Henkelbeschneidvorrichtung zum Abtrennen eines Henkelüberstands von einem
lederharten Henkel. Die Henkelschneidvorrichtung weist eine maschinelle Henkelkonturschneidstation
und eine Henkelhalteeinrichtung auf. Wesentlich ist, dass die Henkelkonturschneidstation
eine Konturschneidmessereinrichtung mit zwei Schneidmessern aufweist, wobei jedes
der Schneidmesser mindestens eine Klinge aufweist, und die Klingen der beiden Schneidmesser
mindestens ein Klingenpaar bilden. Vorzugsweise ist die Oberfläche der Schneidmesser
ein Abschnitt eines Rotationskörpers, der der Außenfläche eines lederharten keramischen
Gegenstands entspricht, an den der Henkel angesetzt wird. Die Schneidmesser sind hierbei
so bewegbar gelagert, dass sie von einer Offenstellung in eine Schnittstellung aufeinander
zu schwenkbar sind, in der sie in der Längsmittelachse des Arms des Henkels den Längsmittelachsen
der Arme des Henkels aufeinander zur Anlage kommen.
[0006] Die vorgeschlagene Vorrichtung weist den Vorteil auf, dass wegen der gegensinnig
aufeinander zubewegten Schneidmesser der Henkelüberstand nicht abgestützt werden muss
und sich lediglich in der nach dem Ansetzen des Henkels an den keramischen Gegenstand
unsichtbarer Schnittgrat bildet, der in der Symmetrieachse der Schnittfläche des Henkelüberstands
liegt.
[0007] Es kann vorgesehen sein, dass jedes von den beiden Schneidmessern gebildete Klingenpaar
jeweils einem Henkelüberstand zugeordnet ist.
[0008] Jedes Schneidmesser kann mindestens eine Klinge und mindestens einen Anschlagsabschnitt
aufweisen.
[0009] Weiter kann vorgesehen sein, dass jedes Schneidmesser an mindestens einer Stirnseite
zwei voneinander beabstandete Klingen aufweist, zwischen denen ein Anschlagsabschnitt
angeordnet ist. Der Anschlagsabschnitt verhindert, dass die Klingen in der Endlage
der Schnittstellung der Schneidmesser beschädigt werden.
[0010] Jedes der beiden Schneidmesser kann jeweils mindestens zwei Klingen aufweisen, die
an einer vorderen und an einer hinteren Stirnseite angeordnet sind. Dadurch ist es
möglich, bei Verschleiß eines Klingenpaars durch Drehen der Schneidmesser um 180°
das andere Klingenpaar einzusetzen.
[0011] Es kann vorgesehen sein, dass die mindestes zwei Klingen eines Schneidmessers am
Umfang um einen Winkelbetrag gegeneinander versetzt sind.
[0012] Die Henkelkonturschneidstation weist eine Lagereinrichtung auf, in der die Schneidmesser
um eine Achse der Konturschneidmessereinrichtung schwenkbar gelagert sind.
[0013] Es kann vorgesehen sein, dass jedes der Schneidmesser mit dem Abtrieb eines jeweils
separaten oder gemeinsamen Antriebsmotors starr verbunden ist. Zwischen dem Abtrieb
des Antriebsmotors und dem Schneidmesser kann ein Getriebe angeordnet sein, das beispielsweise
die Drehzahl des Antriebsmotors untersetzt und/oder einen Winkel zwischen dem Abtrieb
des Antriebsmotors und der Längsachse des Schneidmessers ausgleicht.
[0014] Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass die Schneidmesser über eine Getriebeeinrichtung
verbunden sind, die die Schneidmesser bewegungsmäßig miteinander verbindet. Es kann
vorgesehen sein, dass nur eines der Schneidmesser mit dem Abtrieb des Antriebsmotors
verbunden ist. Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, dass die beiden Schneidmesser über
einen gemeinsamen Antrieb angetrieben sind und dass die Henkelhalteeinrichtung als
eine Henkelklemmeinrichtung ausgebildet ist.
[0015] Die Drehrichtung der Abtriebe der Antriebsmotore ist gegensinnig, so dass die Schneidmesser
im Betrieb aufeinander zu- bzw. voneinander wegbewegt werden.
[0016] Es kann vorgesehen sein, dass die Henkelhalteeinrichtung als eine Henkelklemmeinrichtung
ausgebildet ist.
[0017] In einer vorteilhaften Ausbildung kann vorgesehen sein, dass die Henkelhalteeinrichtung
eine Klemmmatrize aufweist, die so ausgebildet ist, dass der Henkelüberstand des geklemmten
Henkels aus der Klemmmatrize hervorragt.
[0018] Es kann vorgesehen sein, dass die Klemmmatrize aus einem gummielastischen Material
ausgebildet ist. Es kann sich dabei beispielsweise um Silikongummi handeln, der den
Vorteil aufweist, dass er durch Gießen formbar ist.
[0019] Weiter kann vorgesehen sein, dass bei geschlossener Henkelhalteeinrichtung eine Grundplatte
der Henkelhalteeinrichtung auf der Unterseite der Klemmmatrize aufliegt.
[0020] Die Henkelhalteeinrichtung kann mit einem Arm des Industrieroboters starr verbunden
sein.
[0021] Es kann vorgesehen sein, dass ein Kopfteil der Henkelhalteeinrichtung mit einem Arm
des Industrieroboters starr verbunden ist oder dass die Grundplatte der Henkelhalteeinrichtung
mit einem Arm des Industrieroboters starr verbunden ist. Bei beiden Ausbildungsvarianten
ist die Relativbewegung zwischen Kopfteil und Grundplatte gleich. Das Kopfteil weist
eine Aufnahmeausnehmung für die Klemmmatrize auf. Wegen der freien Programmierbarkeit
des Industrieroboters ist eine passgenaue Zuordnung zwischen dem in der Henkelhalteeinrichtung
eingespannten Henkel und dem Konturschneidmesser ohne zusätzlichen mechanischen Aufwand
möglich. Die aktuelle Lage beider vorgenannter Komponenten kann beispielsweise durch
Lagesensoren und/oder eine Kameraeinrichtung bestimmt werden. Bei beiden Ausbildungsvarianten
ist die Relativbewegung zwischen Kopfteil und Grundplatte gleich.
[0022] Es kann eine Henkelbereitstellungsvorrichtung vorgesehen sein, die eine Aufnahmeeinrichtung
zur Aufnahme eines oder mehrerer Henkelverbundkörper und eine Trenneinrichtung zum
Abtrennen eines Henkels von dem Henkelverbundkörper aufweist, wobei die Henkelhalteeinrichtung
des Industrieroboters der Trenneinrichtung derart zuordenbar ist, dass sie den durch
die Trenneinrichtung abgetrennten Henkel aufnimmt.
[0023] Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Bearbeitungsstation für Henkel, umfassend eine erfindungsgemäße Henkelkonturschneidstation
in einer schematischen Darstellung;
- Fig. 2
- einen Ausschnitt der Bearbeitungsstation in Fig. 1 in einer ersten Arbeitsposition
in einer schematischen Vorderansicht;
- Fig. 3
- den Ausschnitt in Fig. 2 in einer schematischen Draufsicht;
- Fig. 4
- den Ausschnitt in Fig. 2 in einer zweiten Arbeitsposition;
- Fig. 5
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines mit der Bearbeitungsstation in Fig. 1 bearbeitbaren
Henkels, angesetzt an einen Tassengrünling;
- Fig. 6
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines mit der Bearbeitungsstation in Fig. 1 bearbeitbaren
Henkels, angesetzt an einen Tassengrünling;
- Fig. 7
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Konturschneidmessers in einer Vorderansicht;
- Fig. 8
- das Konturschneidmesser in Fig. 7 in einer Schnittansicht längs der Schnittlinie VIII-VIII
in Fig. 7;
- Fig. 9
- das Konturschneidmesser in Fig. 7 in einer Schnittansicht längs der Schnittlinie IX-IX
in Fig. 7;
- Fig. 10
- das Konturschneidmesser in Fig. 7 in einer perspektivischen Darstellung;
- Fig. 11
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Konturschneidmessers in einer perspektivischen
Darstellung.
[0024] Fig. 1 zeigt eine Bearbeitungsstation für Henkel 11, die als Grünlinge, das heißt
als ungebrannte keramische Formteile ausgebildet sind. Bei den Henkeln 11 handelt
es sich vorzugsweise um Tassenhenkel, die nach Abschluss der Bearbeitung mittels Schlicker
oder eines keramischen Klebers an einem Tassengrünling 12 befestigt werden.
[0025] Die Bearbeitungsstation umfasst ein Aufnahmekarussell 1, eine Trenneinrichtung 2,
und eine Henkelbeschneidvorrichtung 3. Die Henkelbeschneidvorrichtung 3 umfasst eine
Henkelhalteeinrichtung 4, einen Industrieroboter 5 und eine Henkelkonturschneidstation
6.
[0026] Jeweils mehrere Henkel 11 sind zunächst durch Verbindungsstege miteinander verbunden
und bilden einen ringförmigen Henkelverbundkörper 12. Erweist in dem in Fig. 1 dargestellten
Ausführungsbeispiel zwölf Henkel 11 auf. Der Henkelverbundkörper 12 ist auf einem
drehbaren Aufnahmeteller 13 des Aufnahmekarussells 1 gelagert. Der Aufnahmeteller
13 ist entsprechend der Anzahl n der am Henkelverbundkörper 12 angeordneten Henkel
11 in n Taktschritten drehbar, wobei jeder Taktschritt einen Drehwinkel von 360°/n
überstreicht.
[0027] Der Aufnahmeteller 13 positioniert die am Henkelverbundkörper 12 angeordneten Henkel
11 nacheinander unter der Trenneinrichtung 2. Die
[0028] Trenneinrichtung 2 weist ein in eine Messeraufnahme 22 eingespanntes Trennmesser
21 auf, das senkrecht von einer Ruheposition (siehe Fig. 2) in eine Schnittposition
(siehe Fig. 4) verfahrbar ist.
[0029] Der von dem Aufnahmekarussell 1 zum Trennen bereitgestellte Henkel 11 ist in der
Henkelhalteeinrichtung 4 angeordnet, die mit einem Arm des Industrieroboters 5 starr
verbunden ist und von diesem zwischen der Trenneinrichtung 2 und der Henkelkonturschneidstation
6 (siehe Fig. 5 und 7) verfahrbar ist. Der von dem Aufnahmekarussell 1 bereitgestellte
Henkel 11 wird von einer gummielastischen Klemmmatrize 42 der geöffneten Henkelhalteeinrichtung
4 übergriffen (siehe Fig. 2).
[0030] Sodann wird die Henkelhalteeinrichtung 4 geschlossen, indem eine Grundplatte 41 gegen
die Unterseite der Klemmmatrize 42 gefahren wird, sodass der Henkel 11 durch die Klemmmatrize
42 auf der Grundplatte 41 fixiert ist (siehe Fig. 5). Die Klemmmatrize 42 ist in einer
Aufnahmeausnehmung eines Kopfteils 43 angeordnet. An dem Kopfteil 43 ist ein Stellmotor
44 abgestützt, dessen Linearabtrieb mit der Grundplatte 41 starr verbunden ist. Die
Grundplatte 41 ist so relativ zu dem Kopfteil 43, das mit dem Arm des Industrieroboters
5 starr verbunden ist, von einer Offenstellung in eine Schließstellung verfahrbar.
Es kann aber auch vorgesehen sein, dass die Grundplatte 41 der Henkelhalteeinrichtung
4 mit dem Arm des Industrieroboters 5 starr verbunden ist. Die Anordnung des Stellmotors
44 kann gleich ausgeführt sein, das heißt, der Stellmotor 44 kann auf den Kopfteil
43 und sein Linearabtrieb auf der Grundplatte 41 abgestützt sein. Bei beiden Ausbildungsvarianten
ist die Relativbewegung zwischen Kopfteil 43 und Grundplatte 41 gleich.
[0031] Nach dem Schließen der Henkelhalteeinrichtung 4 verfährt das Trennmesser 21 der Trenneinrichtung
2 aus der Ruheposition (siehe Fig. 2) in die Schnittposition (siehe Fig. 4) und trennt
dabei den Henkel 11 von dem Henkelverbundkörper 12 ab. Dabei verbleibt an den Armen
des Henkels 11 ein Henkelüberstand (11 u), der an der Henkelkonturschneidstation 6
passgenau abgetrennt wird, wie weiter unten beschrieben. Die Klemmmatrize (42) ist
so ausgebildet, dass der Henkelüberstand (11 u) des geklemmten Henkels (11) aus der
Klemmmatrize (42) hervorragt.
[0032] Im folgenden Arbeitsschritt fährt der Industrieroboter 5 die Henkelhalteeinrichtung
4 zurück und positioniert sodann den in der Henkelhalteeinrichtung 4 fixierten Henkel
11 an der Henkelkonturschneidstation 6.
[0033] Die Henkelkonturschneidstation 6 weist eine Konturschneidmessereinrichtung 61 mit
einem ersten Schneidmesser 611 und einem zweiten Schneidmesser 612 auf, die gegensinnig
um eine Mittelachse schwenkbar sind und mit dem Abtrieb jeweils eines Antriebsmotors
verbunden sind. Die Antriebsmotore sind in der Fig. 1 nicht dargestellt.
[0034] Die Fig. 7 bis 10 zeigen den Aufbau der Konturschneidmessereinrichtung 61 im Einzelnen.
Die Konturschneidmessereinrichtung 61 ist aus einem hohlen Rotationskörper gefertigt,
dessen oberer und unterer Endabschnitt zylinderförmig ausgebildet ist und dessen zwischen
den Endabschnitten erstreckter Mittenabschnitt die Außenkontur eines Tassengrünlings
14 (siehe Fig. 5 und 6) aufweist. Der Rotationskörper ist in zwei Teile aufgetrennt,
die jeweils aus einem Endabschnitt und einem Teil des Mittenabschnitts bestehen. Der
Mittenabschnitt ist jeweils durch Auftrennen entlang von Mantellinien erhalten und
jeder Mittenabschnitt erstreckt sich über einen Rotationswinkelbereich von 90°. Zwischen
den beiden Mittenabschnitten ist jeweils ein freier Ausschnitt von 90°. An den Mittenabschnitten
sind jeweils entlang der Mantellinien Klingen 62 und ein Anschlagabschnitt 63 so ausgebildet,
dass die Klingen 62 und Anschlagabschnitte 63 der beiden Mittenabschnitte einander
gegenüberstehen. Diese beiden Teile, die jeweils aus einem zylindrischen Endabschnitt
und einem Mittenabschnitt bestehen, bilden Schneidmesser 611 und 612. Die Klingen
62 jedes Schneidmessers weisen eine solche Länge auf und sind so voneinander beabstandet,
dass sie beim Schließen des Konturschneidmessers 61 durch gegensinnige Rotation der
Schneidmesser den Überstand an den beiden Armen des Henkels beseitigen. Die Anschlagabschnitte
63 zwischen den Klingen 62 verhindern, dass beim Schnittvorgang Schneidkanten der
Klingen 62 beschädigt werden.
[0035] Wie Fig. 9 zeigt, weist jedes der beiden Schneidmesser 611, 612 zwei Klingenpaare
auf, die an der vorderen und an der hinteren Stirnseite angeordnet sind. Da zum Schneiden
nur eine Stirnkante benötigt wird, sind die an der anderen Stirnkante spiegelbildlich
ausgebildeten Klingen als Reserve vorgesehen, die durch Wenden der Schneidmesser 611,
612 um 180° nutzbar sind.
[0036] Wie Fig. 7 zeigt, sind die Schneidmesser 611 und 612 so zu dem Henkel 11 positioniert,
dass beim Schwenken der Schneidmesser 611, 612 von einer Offenstellung in eine Schnittstellung
die beiden Schneidmesser 611 und 612 in der Längsmittelachse des Henkels 11 aufeinander
zur Anlage kommen. Folglich entsteht an den Schnittflächen der Henkelarme nur längs
der Längsmittelachse ein Schnittgrat, der beim Ansetzen des Henkels 11 an den Tassengrünling
14 egalisiert wird.
[0037] Fig. 11 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel der Konturschneideinrichtung 61. Die
in Fig. 11 dargestellte Konturschneideinrichtung 61 weist Klingenpaare auf, deren
Klingen 62 am Umfang um einen Winkelbetrag gegeneinander versetzt sind. Auf diese
Weise ist es möglich, Henkel 11 zu beschneiden, deren Arme nicht in einer Ebene liegen,
wie in Fig. 6 dargestellt.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 1
- Aufnahmekarussell
- 2
- Trenneinrichtung
- 3
- Henkelbeschneidvorrichtung
- 4
- Henkelhalteeinrichtung
- 5
- Industrieroboter
- 6
- Henkelkonturschneidstation
- 11
- Henkel
- 11u
- Henkelüberstand
- 12
- ringförmiger Henkelverbundkörper
- 13
- Aufnahmeteller
- 14
- Tassengrünling
- 21
- Trennmesser
- 22
- Messeraufnahme
- 41
- Grundplatte
- 42
- Klemmmatrize
- 43
- Kopfteil
- 44
- Stellmotor
- 61
- Konturschneidmessereinrichtung
- 62
- Klinge
- 63
- Anschlagsabschnitt
- 611
- erstes Schneidmesser
- 612
- zweites Schneidmesser
1. Henkelbearbeitungsvorrichtung zum Einsatz in einer Anlage zur Herstellung von keramischen
Gegenständen mit Henkel, zum Beispiel Tassen mit Henkel,
mit einer Henkelbeschneidvorrichtung (3) zum Abtrennen eines Henkelüberstands (11
u) von einem lederharten Henkel (11), umfassend eine maschinelle Henkelkonturschneidstation
(6) und eine Henkelhalteeinrichtung (4),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Henkelkonturschneidstation (6) eine Konturschneidmessereinrichtung (61) mit zwei
Schneidmessern (611, 612) aufweist, wobei jedes der Schneidmesser (611, 612) jeweils
mindestens eine Klinge (62) aufweist, und die Klingen (62) der beiden Schneidmesser
(611,612) mindestens ein Klingenpaar bilden, und dass die Schneidmesser (611, 612)
von einer Offenstellung in eine Schnittstellung aufeinander zu schwenkbar sind, in
der sie in den Längsmittelachsen der Arme des Henkels (11) aufeinander zur Anlage
kommen.
2. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberfläche der Schneidmesser (611, 612) ein Abschnitt eines Rotationskörpers
ist, der der Außenfläche eines lederharten keramischen Gegenstands (14) entspricht,
an den der Henkel (11) angesetzt wird.
3. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass jedes von den beiden Schneidmessern (611,612) gebildete Klingenpaar jeweils einem
Henkelüberstand (11 u) zugeordnet ist.
4. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass jedes Schneidmesser (611,612) mindestens eine Klinge (62) und mindestens einen Anschlagsabschnitt
(63) aufweist.
5. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass jedes Schneidmesser (611, 612) an mindestens einer Stirnseite zwei voneinander beabstandete
Klingen (62) aufweist, zwischen denen ein Anschlagsabschnitt (63) angeordnet ist.
6. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass jedes der beiden Schneidmesser (611, 612) jeweils mindestens zwei Klingen (62) aufweist,
die an einer vorderen und an einer hinteren Stirnseite angeordnet sind.
7. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Henkelkonturschneidstation (6) eine Lagereinrichtung aufweist, in der die Schneidmesser
(611,612) um eine Achse der Konturschneidmessereinrichtung (61) schwenkbar gelagert
sind.
8. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass jedes der Schneidmesser (611, 612) mit dem Abtrieb eines jeweils separaten oder gemeinsamen
Antriebsmotors starr verbunden ist.
9. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehrichtung der Abtriebe der Antriebsmotore gegensinnig ist.
10. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schneidmesser über eine Getriebeeinrichtung verbunden sind, die die Schneidmesser
bewegungsmäßig miteinander verbindet.
11. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Henkelhalteeinrichtung (4) als eine Henkelklemmeinrichtung ausgebildet ist.
12. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Henkelhalteeinrichtung eine Klemmmatrize (42) aufweist, die so ausgebildet ist,
dass der Henkelüberstand (11 u) des geklemmten Henkels (11) aus der Klemmmatrize (42)
hervorragt.
13. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei geschlossener Henkelhalteeinrichtung (4) eine Grundplatte (41) der Henkelhalteeinrichtung
(4) auf der Unterseite der Klemmmatrize (42) aufliegt.
14. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Henkelhalteeinrichtung (4) mit einem Arm eines Industrieroboters (5) starr verbunden
ist.
15. Henkelbearbeitungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Henkelbereitstellungsvorrichtung vorgesehen ist, die eine Aufnahmeeinrichtung
(1) zur Aufnahme eines oder mehrerer Henkelverbundkörper (12) und eine Trenneinrichtung
(2) zum Abtrennen eines Henkels (11) von dem Henkelverbundkörper (12) aufweist und
dass die Henkelhalteeinrichtung (4) des Industrieroboters (5) der Trenneinrichtung
(2) derart zuordenbar ist, dass sie den durch die Trenneinrichtung (2) abgetrennten
Henkel (11) aufnimmt.