[0001] Die Erfindung betrifft eine Presse zur Herstellung eines Presslings aus pulverförmigem
Material, umfassend einen Pressenrahmen und eine in dem Pressenrahmen angeordnete
Presseinheit mit mindestens einem oberen Pressstempel und/oder mindestens einem unteren
Pressstempel sowie mindestens einer Aufnahme für durch den oberen und/oder unteren
Pressstempel zu verpressendes pulverförmiges Material, mindestens zwei obere Antriebseinheiten
mit jeweils einem oberen elektrischen Antriebsmotor zum Verfahren des oberen Pressstempels
in vertikaler Richtung, wobei die oberen Antriebseinheiten jeweils einen durch den
jeweiligen elektrischen Antriebsmotor angetriebenen oberen Spindeltrieb mit einer
oberen Spindel und einer oberen Spindelmutter umfassen und/oder mindestens zwei untere
Antriebseinheiten mit jeweils einem unteren elektrischen Antriebsmotor zum Verfahren
des unteren Pressstempels und/oder der Aufnahme in vertikaler Richtung, wobei die
unteren Antriebseinheiten jeweils einen durch den jeweiligen elektrischen Antriebsmotor
angetriebenen unteren Spindeltrieb mit einer unteren Spindel und einer unteren Spindelmutter
umfassen, wobei die oberen Antriebseinheiten über eine sich in horizontaler Richtung
erstreckende obere Kraftübertragungsbrücke seitlich versetzt auf den mindestens einen
oberen Pressstempel wirken und/oder wobei die unteren Antriebseinheiten über eine
sich in horizontaler Richtung erstreckende untere Kraftübertragungsbrücke seitlich
versetzt auf den mindestens einen unteren Pressstempel und/oder die Aufnahme wirken.
[0002] Eine Presse zur Herstellung eines Presslings aus pulverförmigem Material ist beispielsweise
bekannt aus
EP 2 479 022 A1. Dabei sind beispielsweise zwischen einem mit zwei parallel entlang einer Vertikalachse
wirkenden Antriebsmitteln verbundenen Zwischenglied und den Antriebsmitteln flexible
Verbindungsmittel vorgesehen. Weiterhin können flexible Verbindungsmittel zwischen
dem Zwischenglied und einer Matrizenplatte oder einem weiteren Zwischenglied vorgesehen
sein. Durch die flexiblen Verbindungsmittel sollen Schiefstellungen von entlang der
Pressenvertikalachse verfahrbaren und geführten Teile vermieden werden. Insbesondere
soll eine weitestgehend synchrone Verfahrbewegung der Antriebe erreicht werden.
[0003] In der nicht vorveröffentlichten parallelen deutschen Patentanmeldung
10 2012 010 767.6 der Anmelderin wird darüber hinaus vorgeschlagen, zwischen Kraftübertragungsbrücken,
an denen Antriebseinheiten seitlich versetzt angreifen, und den Antriebseinheiten
sich bei einem Pressvorgang verformende Federelemente anzuordnen. Die Antriebseinheiten
können insbesondere Spindeltriebe mit Spindeln und Spindelmuttern umfassen. Durch
die Federelemente werden Einflüsse eines Verbiegens von Komponenten der Presse auf
das Pressergebnis weitgehend minimiert. Insbesondere werden auf die Spindelmuttern
wirkende Biegemomente verringert.
[0004] Im Betrieb von Pressen der oben bezeichneten Art kommt es zu erheblichen Biegemomenten
auf Antriebskomponenten, insbesondere gegebenenfalls vorgesehene Spindeltriebe. Dies
gilt insbesondere, wenn die Antriebe auf gegenüberliegende Seiten einer sich in horizontaler
Richtung erstreckenden Kraftübertragungsbrücke wirken. Aufgrund der enormen Presskräfte
kann es zu einem merklichen Verbiegen der Kraftübertragungsbrücken und damit zu den
angesprochenen Biegemomenten kommen. Diese Problematik wird durch die im Stand der
Technik vorgesehenen Federelemente nicht oder zumindest nicht vollständig gelöst.
[0005] Ausgehend von dem Stand der Technik lag der Erfindung daher die Aufgabe zugrunde,
eine Presse der eingangs genannten Art bereitzustellen, bei der die Auswirkungen von
Biegemomenten während des Pressens auf die Antriebe weiter minimiert werden.
[0006] Die Erfindung löst die Aufgabe durch den Gegenstand von Anspruch 1. Vorteilhafte
Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung und den
Figuren.
[0007] Für eine Presse der eingangs genannten Art löst die Erfindung die Aufgabe dadurch,
dass die oberen Spindelmuttern oder mit den oberen Spindelmuttern jeweils verbundene
obere Befestigungselemente jeweils durch mindestens ein oberes Ausgleichselement mit
der oberen Kraftübertragungsbrücke verbunden sind, wobei die Ausgleichselemente jeweils
drehbar an den oberen Spindelmuttern oder den oberen Befestigungselementen einerseits
und an der oberen Kraftübertragungsbrücke andererseits gelagert sind und/oder dass
die unteren Spindelmuttern oder mit den unteren Spindelmuttern jeweils verbundene
untere Befestigungselemente jeweils durch mindestens ein unteres Ausgleichselement
mit der unteren Kraftübertragungsbrücke verbunden sind, wobei die Ausgleichselemente
jeweils drehbar an den unteren Spindelmuttern oder den unteren Befestigungselementen
einerseits und an der unteren Kraftübertragungsbrücke andererseits gelagert sind.
[0008] Die erfindungsgemäße Presse besitzt einen Pressenrahmen, der mittels Füßen oder direkt
auf dem Untergrund aufsteht. In dem Pressenrahmen ist eine Presseinheit mit mindestens
einem oberen Pressstempel und/oder mindestens einem unteren Pressstempel angeordnet.
Die Presseinheit besitzt darüber hinaus eine Aufnahme, in die zu verpressendes Pulver
vor dem Verpressen durch den oder die Pressstempel gefüllt wird. Bei dem pulverförmigen
Material kann es sich beispielsweise um Metall- oder Keramikpulver handeln. Die Aufnahme
ist zwischen dem Oberstempel und dem Unterstempel angeordnet. In der Regel umfasst
die Presse mindestens einen Ober- und mindestens einen Unterstempel, die in der Aufnahme
zum Verpressen des eingefüllten Pulvers zusammenwirken. Es ist jedoch grundsätzlich
auch denkbar, eine Verpressung beispielsweise nur von oben mit nur einem Oberstempel
vorzunehmen, wenn die Aufnahme einen geschlossenen Boden besitzt.
[0009] Die oberen und/oder unteren Pressstempel können an einer oberen bzw. einer unteren
Stempelplatte angeordnet sein. Zum vertikalen Bewegen der Ober- und/oder Unterstempel
im Zuge des Pressvorgangs sind obere und/oder untere Antriebseinheiten mit oberen
und/oder unteren elektrischen Antriebsmotoren vorgesehen. Insbesondere sind mindestens
zwei obere Antriebseinheiten und mindestens zwei untere Antriebseinheiten vorgesehen.
Die oberen bzw. unteren Antriebseinheiten können symmetrisch auf einander gegenüberliegenden
Seiten des Pressenrahmens angeordnet sein. Wie erläutert, können die unteren Antriebseinheiten
einen unteren Pressstempel oder eine Aufnahme in vertikaler Richtung antreiben. Es
ist also ein Betrieb der Presse sowohl im Ausstoßverfahren möglich, bei der die Aufnahme
stationär ist und die Ober- und Unterstempel gegenüber der Aufnahme verfahren werden,
als auch im Abzugsverfahren, bei dem der Unterstempel stationär ist und die Aufnahme
sowie der Oberstempel verfahrbar sind. Grundsätzlich lässt sich bei der erfindungsgemäßen
Presse die Anzahl der Pressachsen und damit der parallel hergestellten Presslinge
in weiten Grenzen erhöhen. Die Presseinheit kann ein Modul bilden, welches als Ganzes
aus der Presse entnommen und gegen eine andere ebenfalls ein Modul bildende Presseinheit
ausgetauscht werden kann. Die Aufnahme kann in einer Matrizenplatte ausgebildet sein.
Sie kann fest an dem Pressenrahmen angeordnet sein.
[0010] Die oberen Antriebseinheiten wirken über eine beispielsweise balkenförmige obere
Kraftübertragungsbrücke seitlich versetzt auf den mindestens einen oberen Pressstempel.
Entsprechend wirken die unteren Antriebseinheiten über eine beispielsweise balkenförmige
untere Kraftübertragungsbrücke seitlich versetzt auf den mindestens einen unteren
Pressstempel und/oder die Aufnahme. Die Antriebseinheiten wirken also dezentral auf
die Pressstempel bzw. die Aufnahme. Die Bewegungsrichtung (bzw. Kraftrichtung) der
Antriebseinheiten ist in der Regel parallel beabstandet zu der Bewegungsrichtung (bzw.
Kraftrichtung) des Oberstempels und des Unterstempels bzw. der Aufnahme. Die Antriebseinheiten
greifen also nicht-koaxial an der Presseinheit an. Die Kraftübertragungsbrücken können
beispielsweise mittig mit dem oberen Pressstempel bzw. einer den oberen Pressstempel
tragenden oberen Stempelplatte bzw. mit dem unteren Pressstempel bzw. einer den unteren
Pressstempel tragenden unteren Stempelplatte oder der Aufnahme verbunden sein. Dabei
kann zwischen den Kraftübertragungsbrücken und den Pressstempeln bzw. der Aufnahme
jeweils mindestens ein weiteres Kraftübertragungselement vorgesehen sein. Natürlich
können grundsätzlich auch mehr als zwei, beispielsweise vier obere und/oder mehr als
zwei, beispielsweise vier untere Antriebseinheiten vorgesehen sein. In diesem Fall
können je zwei Antriebseinheiten an einem Ende der jeweiligen Kraftübertragungsbrücke
angreifen.
[0011] Die zwei oberen bzw. zwei unteren Antriebseinheiten wirken jeweils synchron auf die
obere bzw. untere Kraftübertragungsbrücke. Dazu umfassen die oberen bzw. unteren Antriebseinheiten
weiterhin jeweils einen durch den oberen bzw. unteren Antriebsmotor angetriebenen
oberen bzw. unteren Spindeltrieb mit einer oberen bzw. unteren Spindel und einer oberen
bzw. unteren Spindelmutter. Die oberen bzw. unteren Spindelmuttern sind jeweils mit
der oberen bzw. unteren Kraftübertragungsbrücke verbunden, so dass bei einem Verfahren
der Spindeln in den Spindelmuttern die obere bzw. untere Kraftübertragungsbrücke gemeinsam
mit den jeweiligen Spindelmuttern in Axialrichtung bewegt wird.
[0012] Die von den Antriebseinheiten ausgeübte Kraft wird über die jeweilige Kraftübertragungsbrücke
auf die Presseinheit übertragen. Aufgrund des versetzten Angreifens der Antriebseinheiten
kann es bei den im Zuge des Pressvorgangs auftretenden sehr hohen Kräften zu einem
Verbiegen der Kraftübertragungsbrücken kommen, die im Stand der Technik zu einem Biegemoment
auf die Spindelmuttern und damit einer Beeinträchtigung der Funktion der Spindeltriebe
führen können. Zur Lösung dieses Problems sieht die Erfindung vor, dass die oberen
bzw. unteren Spindelmuttern oder mit den oberen bzw. unteren Spindelmuttern jeweils
verbundene obere bzw. untere Befestigungselemente jeweils durch mindestens ein oberes
bzw. unteres Ausgleichselement mit der oberen bzw. unteren Kraftübertragungsbrücke
verbunden sind. Die Ausgleichselemente sind einerseits drehbar an den oberen bzw.
unteren Spindelmuttern oder den oberen bzw. unteren Befestigungselementen gelagert.
Andererseits sind die Ausgleichselemente drehbar an der oberen bzw. unteren Kraftübertragungsbrücke
gelagert. Dabei stellen die Ausgleichselemente insbesondere die ausschließliche Verbindung
zwischen den Spindelmuttern bzw. den Befestigungselementen und der jeweiligen Kraftübertragungsbrücke
her.
[0013] Die Ausgleichselemente können eine längliche Form besitzen und können dann mit gegenüberliegenden
Enden drehbar an der jeweiligen Kraftübertragungsbrücke einerseits und an der jeweiligen
Spindelmutter bzw. dem jeweiligen Befestigungselement andererseits gelagert sein.
Die Ausgleichselemente bilden also ein Doppelgelenk. Die Kraftübertragungsbrücken
in Kombination mit jeweils mindestens zwei Doppelgelenken verringern im Vergleich
zum Stand der Technik eine Übertragung von im Betrieb auftretenden Biegemomenten auf
die Spindeltriebe, insbesondere die Spindelmuttern, weiter. Jede Verkürzung der Kraftübertragungsbrücke
aufgrund eines Verbiegens und damit auch eine Verkürzung des Abstandes zwischen den
Lagerstellen der Ausgleichselemente an den Kraftübertragungsbrücken wird durch ein
Drehen der Ausgleichselemente um die Lagerstellen kompensiert. Durch ein Verbiegen
der Kraftübertragungsbrücken entstehende Biegemomente werden also nicht auf die Spindeltriebe,
insbesondere die Spindelmuttern, übertragen.
[0014] Nach der Entlastung nach Ende des Pressvorgangs bewegen sich die Komponenten in ihre
Ausgangslage zurück. Verbleibende Kräfte und Momente auf die Spindelmuttern ergeben
sich lediglich über schräge Kraftvektoren/Querkräfte sowie Reibmomente der Drehlager.
Die erfindungsgemäßen Ausgleichselemente sind im Wesentlichen nicht flexibel. Anders
als im Stand der Technik sind keine flexiblen Elemente erforderlich, sondern der Ausgleich
von Kippmomenten erfolgt über das durch die Drehlager ermöglichte Verkippen der Ausgleichselemente.
[0015] Die Spindeltriebe erzeugen Drehmomente, insbesondere gegenläufige Drehmomente, die
über die Ausgleichselemente auf die Kraftübertragungsbrücke wirken können. Solche
Drehmomente sind grundsätzlich unerwünscht. Daher kann eine Drehmomentstütze bzw.
Verdrehsicherung vorgesehen sein, die eine Übertragung der Drehmomente auf die Kraftübertragungsbrücken
verhindert, eine Durchbiegung der Kraftübertragungsbrücken jedoch zulässt. Als in
der Praxis geeignet hat sich zum Beispiel eine mit den Spindelmuttern jeweils verbundene,
beispielsweise verschraubte, Versteifungsplatte erwiesen, die beispielsweise in einer
horizontalen Ebene angeordnet sein kann. Die Versteifungsplatte kann über ein oder
mehrere Abstützelemente mit der Kraftübertragungsbrücke verbunden sein, beispielsweise
ebenfalls verschraubt sein.
[0016] Wie erwähnt, können die Ausgleichselemente entweder an den Spindelmuttern oder an
mit den Spindelmuttern verbundenen Befestigungselementen drehbar gelagert sein. Derartige
Befestigungselemente sind optional. Sie können wie die Spindelmuttern scheiben- oder
ringförmig ausgebildet sein und zwischen einer jeweiligen Spindelmutter und der jeweiligen
Kraftübertragungsbrücke angeordnet sein. Es ist jedoch auch möglich, dass die Spindelmuttern
jeweils zwischen einem solchen Befestigungselement und der jeweiligen Kraftübertragungsbrücke
angeordnet sind.
[0017] Nach einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass jede der oberen Spindelmuttern
bzw. jedes der mit den oberen Spindelmuttern verbundene obere Befestigungselement
jeweils durch zwei obere Ausgleichselemente mit der oberen Kraftübertragungsbrücke
verbunden ist und/oder dass jede der unteren Spindelmuttern bzw. jedes der mit den
unteren Spindelmuttern verbundene untere Befestigungselement jeweils durch zwei untere
Ausgleichselemente mit der unteren Kraftübertragungsbrücke verbunden ist. Die Ausgleichselemente
können jeweils auf gegenüberliegenden Seiten der Kraftübertragungsbrücke angeordnet
sein. Durch das Vorsehen von vier Ausgleichselementen je Kraftübertragungsbrücke wird
die Ausgleichswirkung weiter optimiert.
[0018] Die Lagerstellen für die drehbare Lagerung der Ausgleichselemente können im Ruhezustand
der Presse, also vor einem Pressvorgang, jeweils in vertikaler Richtung übereinander
angeordnet sein. Die drehbare Lagerung der Ausgleichselemente erfolgt also an vertikal
übereinander angeordneten Abschnitten der jeweiligen Kraftübertragungsbrücken und
der jeweiligen Spindelmuttern bzw. Befestigungselemente. Kommt es im Zuge des Verpressens
zu einem Verbiegen der Kraftübertragungsbrücken, verkippen die Ausgleichselemente,
so dass die Lagerstellen nunmehr entlang einer unter einem Winkel zur Vertikalen verlaufenden
Linie angeordnet sind. Es ergibt sich eine besonders gleichmäßige Ausgleichswirkung.
[0019] Grundsätzlich sind beliebige Drehlager für die Ausgleichselemente denkbar. Beispielsweise
kann die drehbare Lagerung der Ausgleichselemente jeweils durch Wälzlager oder Gleitlager
erfolgen. Die Drehlager können jeweils Lagerbolzen umfassen, die an der jeweiligen
Kraftübertragungsbrücke und der jeweiligen Spindelmutter bzw. dem jeweiligen Befestigungselement
befestigt sind. An den Ausgleichselementen können dann zu den Lagerbolzen korrespondierende
Lager vorgesehen sein. Es ist jedoch auch eine kinematische Umkehr möglich, bei der
die Lagerbolzen an den Ausgleichselementen ausgebildet sind und die Lager entsprechend
an den Kraftübertragungsbrücken und den Spindelmuttern bzw. den Befestigungselementen.
[0020] Weiterhin können die mindestens zwei oberen Antriebseinheiten an gegenüberliegenden
Enden der oberen Kraftübertragungsbrücke angreifen. Entsprechend können die mindestens
zwei unteren Antriebseinheiten an gegenüberliegenden Enden der unteren Kraftübertragungsbrücke
angreifen. Diese Ausgestaltung ist für den Pressvorgang besonders gut geeignet. Andererseits
wirken dabei besonders hohe Biegemomente auf die Kraftübertragungsbrücke, die erfindungsgemäß
jedoch durch die Ausgleichselemente sicher ausgeglichen werden können.
[0021] Nach einer weiteren Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die oberen Spindeln
und/oder die oberen Spindelmuttern und/oder die oberen Befestigungselemente die obere
Kraftübertragungsbrücke in einem Ruhezustand der Presse und während eines Pressvorgangs
nicht berühren und/oder dass die die unteren Spindeln und/oder die unteren Spindelmuttern
und/oder die unteren Befestigungselemente die untere Kraftübertragungsbrücke in einem
Ruhezustand der Presse und während eines Pressvorgangs nicht berühren. Es ist bei
dieser Ausgestaltung also ein Verbiegen der jeweiligen Kraftübertragungsbrücke zumindest
bis zu einer bestimmten Grenze möglich, ohne dass die jeweilige Kraftübertragungsbrücke
mit der Spindel und/oder der ihr benachbarten Spindelmutter bzw. soweit vorhanden
mit dem ihr benachbarten Befestigungselement in direkten Kontakt kommt. Ein solcher
Kontakt würde zu einem Übertragen der Biegemomente auf die Spindelmutter und damit
möglicherweise zu einem Verkippen der Spindeltriebe führen. Durch geeignete konstruktive
Ausgestaltung der Pressenkomponenten kann die angesprochene Grenze des Verbiegens
der jeweiligen Kraftübertragungsbrücke so gewählt werden, dass auch während der im
Rahmen eines Pressvorgangs auftretenden Kräfte keine unerwünschte Berührung der Komponenten
und damit ein Kippmoment auf die Spindeltriebe erfolgt.
[0022] Es kann vorgesehen sein, dass zwischen einer Unterseite oder einer Oberseite der
oberen Kraftübertragungsbrücke und einer Oberseite bzw. einer Unterseite der oberen
Spindelmuttern bzw. der oberen Befestigungselemente ein Freiraum gebildet ist und/oder
dass zwischen einer Unterseite oder einer Oberseite der unteren Kraftübertragungsbrücke
und einer Oberseite bzw. einer Unterseite der unteren Spindelmuttern bzw. der unteren
Befestigungselemente ein Freiraum gebildet ist. Der Freiraum ist dabei zwischen den
jeweils direkt zu der Kraftübertragungsbrücke benachbarten Komponenten gebildet. Dies
kann wie oben erläutert die jeweilige Spindelmutter sein. Es kann jedoch auch ein
mit der Spindelmutter verbundenes Befestigungselement sein.
[0023] Nach einer weiteren Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die obere Kraftübertragungsbrücke
an ihren gegenüberliegenden Enden jeweils eine jeweils eine obere Spindel aufnehmende
zylindrische Durchgangsbohrung besitzt, wobei zwischen den Innenseiten der Durchgangsbohrungen
der oberen Kraftübertragungsbrücke und den Außenseiten der oberen Spindeln jeweils
ein ringförmiger Spalt gebildet ist und/oder dass die untere Kraftübertragungsbrücke
an ihren gegenüberliegenden Enden jeweils eine jeweils eine untere Spindel aufnehmende
zylindrische Durchgangsbohrung besitzt, wobei zwischen den Innenseiten der Durchgangsbohrungen
der unteren Kraftübertragungsbrücke und den Außenseiten der unteren Spindeln jeweils
ein ringförmiger Spalt gebildet ist.
[0024] Nach einer diesbezüglich alternativen Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass mit
den oberen Spindelmuttern jeweils ein zylindrischer oberer Ansatz verbunden ist, wobei
die obere Kraftübertragungsbrücke an ihren gegenüberliegenden Enden jeweils eine jeweils
einen oberen Ansatz aufnehmende zylindrische Durchgangsbohrung besitzt, wobei zwischen
den Innenseiten der Durchgangsbohrungen der oberen Kraftübertragungsbrücke und den
Außenseiten der oberen Ansätze jeweils ein ringförmiger Spalt gebildet ist und/oder
dass mit den unteren Spindelmuttern jeweils ein zylindrischer unterer Ansatz verbunden
ist, wobei die untere Kraftübertragungsbrücke an ihren gegenüberliegenden Enden jeweils
eine jeweils einen unteren Ansatz aufnehmende zylindrische Durchgangsbohrung besitzt,
wobei zwischen den Innenseiten der Durchgangsbohrungen der unteren Kraftübertragungsbrücke
und den Außenseiten der unteren Ansätze jeweils ein ringförmiger Spalt gebildet ist.
[0025] Bei den beiden letztgenannten Ausgestaltungen bilden die Enden der Kraftübertragungsbrücken
jeweils Lagerabschnitte mit zylindrischen Durchgangsbohrungen. Die Durchmesser der
zylindrischen Durchgangsbohrungen sind bei diesen Ausgestaltungen um einen vorgegebenen
Wert größer als die Durchmesser der (zylindrischen) Spindeln bzw. der zylindrischen
Ansätze der Spindelmutter. Hierdurch wird der ringförmige Spalt gebildet.
[0026] Bei den vorgenannten Ausgestaltungen bestehen umlaufend um die Spindeln bzw. um die
Ansätze der Spindelmuttern und zwischen den Spindelmuttern bzw. Befestigungselementen
und den Kraftübertragungsbrücken Freiräume. Es handelt sich dabei um besonders praxisgemäße
Ausgestaltungen, um die vorerwähnten Berührungen im Betrieb sicher zu vermeiden. Die
Spalte bzw. Freiräume können entsprechend groß genug gewählt werden, so dass auch
eine im Zuge des Verpressens maximal auftretende Verbiegung der Kraftübertragungsbrücke
nicht zu einer unerwünschten Berührung und damit einem Kippmoment auf die Spindeltriebe
führt. Die Freiräume zwischen den Kraftübertragungsbrücken und den Spindelmuttern
bzw. den Befestigungselementen können zum Beispiel eine Breite von 1 bis 10 mm, vorzugsweise
2 bis 5 mm, besitzen. Entsprechend können die ringförmigen Spalte zwischen den Spindeln
bzw. den zylindrischen Ansätzen der Spindelmuttern und den zylindrischen Durchgangsbohrungen
der Kraftübertragungsbrücken eine Breite von 1 bis 10 mm, vorzugsweise 2 bis 5 mm,
besitzen.
[0027] Der Pressenrahmen kann gemäß einer besonders praxisgemäßen Ausgestaltung eine obere
und eine untere Halteplatte aufweisen, die durch mehrere vertikale Abstandhalter miteinander
verbunden sind. Hierdurch wird eine besonders hohe Stabilität erreicht. Die Antriebsmotoren
der oberen Antriebseinheiten können weiterhin an der oberen Halteplatte des Pressenrahmens
befestigt sein und die Antriebsmotoren der unteren Antriebseinheiten können an der
unteren Halteplatte des Pressenrahmens befestigt sein. Die Antriebsmotoren sind also
an dem Pressenrahmen angeordnet, so dass sie sich bei einer vertikalen Bewegung der
Pressstempel bzw. der Aufnahme nicht in vertikaler Richtung mitbewegen. Hierdurch
wird die Stabilität erhöht und das Pressergebnis verbessert. Zwischen der oberen und
unteren Halteplatte des Pressenrahmens kann ein an den vertikalen Abstandhaltern des
Pressenrahmens angeordnetes Tragelement vorgesehen sein. Das Tragelement kann beispielsweise
einstückig ausgebildet sein. Die Aufnahme kann an dem Tragelement angeordnet sein.
Wie bereits erwähnt, kann die Aufnahme in einer Matrizenplatte ausgebildet sein. Die
Matrizenplatte kann separat von dem Tragelement ausgebildet sein und zum Beispiel
an dem Tragelement befestigt sein. Die Ober- und Unterstempel können dann relativ
zu dem Tragelement und damit zu der Matrizenplatte mit der Aufnahme beweglich sein.
Für eine besonders hohe Stabilität kann das Tragelement eine U-Form besitzen, die
in einer senkrecht zur Längsachse des Pressenrahmens orientierten Ebene, insbesondere
einer horizontalen Ebene, liegt.
[0028] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand von Figuren näher erläutert.
Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Presse in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 2
- ein Detail der in Fig. 1 gezeigten Presse in einem ersten Betriebszustand,
- Fig. 3
- das Detail aus Fig. 2 in einem zweiten Betriebszustand,
- Fig. 4
- eine ausschnittsweise vergrößerte Darstellung eines Teils der Darstellung aus Fig.
2.
[0029] Soweit nichts anderes angegeben ist, bezeichnen in den Figuren gleiche Bezugszeichen
gleiche Gegenstände. Die erfindungsgemäße Presse besitzt einen Pressenrahmen 10 mit
einer oberen Halteplatte 12 und einer unteren Halteplatte 14. Über in dem gezeigten
Beispiel vier in vertikaler Richtung verlaufende Abstandhalter 16 sind die oberen
und unteren Halteplatten 12, 14 miteinander und mit einem zwischen der oberen und
unteren Halteplatte 12, 14 etwa mittig angeordneten Tragelement 18 verbunden. Das
Tragelement 18 ist in dem gezeigten Beispiel einstückig ausgebildet und besitzt eine
in einer horizontalen Ebene, einer Anordnungs- und Erstreckungsebene, liegendes U-Profil.
Die untere Halteplatte 14 steht über vier Stützbeine 20 auf dem Untergrund auf. Die
Presse besitzt darüber hinaus eine obere Stempelplatte 22 mit einem nicht gezeigten
Oberstempel und eine untere Stempelplatte 24 mit einem ebenfalls nicht gezeigten Unterstempel.
Zwischen der oberen Stempelplatte 22 und der unteren Stempelplatte 24 ist in dem gezeigten
Beispiel eine Matrizenplatte 26 angeordnet mit einer nicht gezeigten Aufnahme für
durch die Ober- und Unterstempel zu verpressendes Pulver, beispielsweise Metall- oder
Keramikpulver. Die obere Stempelplatte 22, die untere Stempelplatte 24 und die Matrizenplatte
26 sind in dem gezeigten Beispiel über vier vertikale Führungssäulen 28 miteinander
verbunden. Die Matrizenplatte 26 ist in dem gezeigten Beispiel an dem Tragelement
18 direkt befestigt.
[0030] Die erfindungsgemäße Presse umfasst darüber hinaus zwei obere Antriebseinheiten zum
vertikalen Verfahren der oberen Stempelplatte 22 und zwei untere Antriebseinheiten
zum vertikalen Verfahren der unteren Stempelplatte 24. Die oberen und unteren Antriebseinheiten
sind jeweils auf gegenüberliegenden Seiten des Pressenrahmens 10 angeordnet. Die oberen
Antriebseinheiten umfassen jeweils einen auf der oberen Halteplatte 12 angeordneten
oberen elektrischen Antriebsmotor 30, 31 und jeweils einen oberen Spindeltrieb. Die
oberen Spindeltriebe umfassen jeweils ein oberes Festlager 32, 33, die jeweils direkt
an der Oberseite des Tragelements 18 befestigt sind. Die elektrischen oberen Antriebsmotoren
30, 31 treiben jeweils eine axial feststehende obere Spindel 34, 35 drehend an. Auf
den oberen Spindeln 34, 35 ist jeweils eine obere Spindelmutter 36, 37 axial beweglich
angeordnet. Bei einer Drehung der oberen Spindeln 34, 35 kommt es somit zu einer axialen
Bewegung der jeweiligen oberen Spindelmutter 36, 37. Die oberen Spindelmuttern 36,
37 sind in unten noch näher zu erläuternder Weise an gegenüberliegenden Enden einer
oberen balkenförmigen Kraftübertragungsbrücke 38 befestigt, die mittig über ein weiteres
Kraftübertragungselement 40 mit der oberen Stempelplatte 22 verbunden ist. Die oberen
Antriebseinheiten mit ihren oberen Antriebsmotoren 30, 31 wirken über die Kraftübertragungsbrücke
38 also seitlich versetzt auf die obere Stempelplatte 22 und damit den Oberstempel.
[0031] Der Aufbau der beiden unteren Antriebseinheiten ist insoweit identisch zu dem Aufbau
der beiden oberen Antriebseinheiten. So weisen die unteren Antriebseinheiten jeweils
einen an der unteren Halteplatte 14 angeordneten unteren elektrischen Antriebsmotor
42, 43 auf, die jeweils eine axial feststehende untere Spindel 44, 45 drehend antreiben.
Jeweils ein unteres Festlager 46, 47 der unteren Spindeln 44, 45 ist an der Unterseite
des Tragelements 18 direkt befestigt. Wiederum ist auf den unteren Spindeln 44, 45
jeweils eine axial bewegliche untere Spindelmutter 50, 51 angeordnet. Die unteren
Spindelmuttern 50, 51 sind wiederum an gegenüberliegenden Enden einer unteren balkenförmigen
Kraftübertragungsbrücke 52 angeordnet, die über ein weiteres Kraftübertragungselement
54 mittig mit der unteren Stempelplatte 24 verbunden ist. Treiben die unteren elektrischen
Antriebsmotoren 42, 43 die unteren Spindeln 44, 45 drehend an, kommt es wiederum zu
einer axialen Bewegung der unteren Spindelmuttern 50, 51, die in noch zu erläuternder
Weise über die untere Kraftübertragungsbrücke 52 und das Kraftübertragungselement
54 auf die untere Stempelplatte 24 übertragen wird, so dass diese in vertikaler Richtung
bewegt wird. Wiederum wirken die unteren Antriebseinheiten mit ihren unteren Antriebsmotoren
42, 43 also über die untere Kraftübertragungsbrücke 52 seitlich versetzt auf die untere
Stempelplatte 24 und damit den Unterstempel.
[0032] Die Verbindung der oberen Spindelmuttern 36, 37 mit der oberen Kraftübertragungsbrücke
38 erfolgt in dem gezeigten Beispiel über insgesamt vier Ausgleichselemente, von denen
in Fig. 1 bei den Bezugszeichen 56, 58 zwei zu sehen sind. Korrespondierende und in
ihrer Funktion gleichwirkende Ausgleichselemente sind auf der in Fig. 1 verdeckten
Rückseite der Presse jeweils gegenüberliegend zu den Ausgleichselementen 56, 58 angeordnet.
Entsprechend sind die unteren Spindelmuttern 50, 51 über insgesamt vier Ausgleichselemente
mit der unteren Kraftübertragungsbrücke 52 verbunden, von denen in Fig. 1 wiederum
bei den Bezugszeichen 60, 62 zwei zu erkennen sind. Wiederum befinden sich auf der
in Fig. 1 nicht zu erkennenden Rückseite der Presse zwei weitere Ausgleichselemente,
jeweils gegenüberliegend zu den Ausgleichselementen 60, 62, die hinsichtlich Ausgestaltung
und Funktion identisch zu den Ausgleichselementen 60, 62 sind.
[0033] Die länglichen Ausgleichselemente 56, 58, 60, 62 sind über jeweils erste Drehlager
64, 66, 68, 70 jeweils drehbar an der oberen Kraftübertragungsbrücke 38 bzw. der unteren
Kraftübertragungsbrücke 52 gelagert. Über zweite Drehlager 72, 74, 76, 78 sind die
Ausgleichselemente 56, 58, 60, 62 jeweils an den oberen bzw. unteren Spindelmuttern
drehbar gelagert. Es ist zu erkennen, dass die Drehlager eines Ausgleichselements
in der in Fig. 1 gezeigten Ruhestellung der Presse jeweils in vertikaler Richtung
übereinander angeordnet sind. Die länglichen Ausgleichselemente 56, 58, 60, 62 erstrecken
sich mit ihrer Längsachse in diesem Ruhezustand ebenfalls in Vertikalrichtung.
[0034] Anhand der Figuren 2 und 3 soll die Funktion der Ausgleichselemente beispielhaft
für die obere Kraftübertragungsbrücke 38 erläutert werden. Es versteht sich, dass
die Funktion der Ausgleichselemente für die untere Kraftübertragungsbrücke 52 insoweit
identisch ist. In dem in Fig. 2 gezeigten Ausschnitt aus Fig. 1 ist wie in Fig. 1
der Ruhezustand der Presse gezeigt. Im Zuge eines Pressvorgangs treten enorme Kräfte
auf. Diese können zu einem Verbiegen der Kraftübertragungsbrücken 38, 52 führen, wie
in Fig. 3 für die Kraftübertragungsbrücke 38 zur Veranschaulichung übertrieben gezeigt.
Wie in Fig. 3 zu erkennen, führt dieses Verbiegen der Kraftübertragungsbrücke 38 zu
einem Kippen der Ausgleichselemente 56, 58, ermöglicht durch eine Drehung um die Drehlager
64, 72 bzw. 66, 74. Es verringert sich der Abstand zwischen den an der Kraftübertragungsbrücke
38 vorgesehenen Drehlagern 64, 66 zueinander, während der Abstand zwischen den Drehlagern
72, 74 im Wesentlichen konstant bleibt. Wie in den Figuren 2 und 3 außerdem zu erkennen,
besteht zwischen der Oberseite der Spindelmuttern 36, 37 und der zugeordneten Unterseite
der oberen Kraftübertragungsbrücke 38 ein Freiraum, der ausreichend groß ist, so dass
es im Zuge des in Fig. 3 dargestellten Verbiegens nicht zu einer direkten Berührung
zwischen den Spindelmuttern 36, 37 und der Kraftübertragungsbrücke 38 kommt. Außerdem
ist zu erkennen, dass die Spindeln 34, 35 in Durchgangsbohrungen aufgenommen sind,
die wiederum in Lagerabschnitten an gegenüberliegenden Enden der Kraftübertragungsbrücke
38 ausgebildet sind. Der Außendurchmesser der Spindeln 34, 35 ist dabei um einen vorgegebenen
Betrag kleiner als der Innendurchmesser der Durchgangsbohrungen der Kraftübertragungsbrücke
38. Es besteht folglich ein ringförmiger Spalt zwischen der Außenseite der Spindeln
34, 35 und der Innenseite der Durchgangsbohrungen der Kraftübertragungsbrücke 38.
Dieser ringförmige Spalt ist ebenfalls ausreichend groß, so dass es in dem in Fig.
3 gezeigten Zustand nicht zu einem direkten Kontakt der Spindeln mit der Kraftübertragungsbrücke
38 kommt. Es versteht sich, dass die Ausgestaltung des unteren Teils der in Fig. 1
gezeigten Presse, insbesondere die Verbindung zwischen den Spindeltrieben und der
Kraftübertragungsbrücke 52 insoweit identisch ist. Die vorgenannte Ausgestaltung mit
den Ausgleichselementen 56, 58, 60, 62 stellt sicher, dass keine relevanten Biegemomente
auf die Spindeltriebe, insbesondere die Spindelmutter 36, 37, 50, 51 wirken.
[0035] In den Figuren, insbesondere der vergrößerten Darstellung der Figur 4, ist außerdem
eine Drehmomentstütze bzw. Verdrehsicherung der erfindungsgemäßen Presse zu erkennen.
Sie umfasst eine mit den Spindelmuttern 36, 37, 50, 51 jeweils verschraubte Versteifungsplatte
76, die vorliegend in einer horizontalen Ebene angeordnet ist. Die entsprechenden
Schraubverbindungen sind bei dem Bezugszeichen 79 zu erkennen. Die Versteifungsplatte
76 ist in dem gezeigten Beispiel über zwei Abstützelemente 80 mit der Kraftübertragungsbrücke
38 verschraubt. Die entsprechenden Schraubverbindungen sind bei dem Bezugszeichen
82 zu erkennen. Die Drehmomentstütze sichert gegen ein unerwünschtes Verdrehen. Es
versteht sich, dass entsprechende Drehmomentstützen bzw. Verdrehsicherungen an sämtlichen
Spindelmuttern 36, 37, 50, 51 vorgesehen sind.
1. Presse zur Herstellung eines Presslings aus pulverförmigem Material, umfassend
- einen Pressenrahmen (10) und eine in dem Pressenrahmen (10) angeordnete Presseinheit
mit mindestens einem oberen Pressstempel und/oder mindestens einem unteren Pressstempel
sowie mindestens einer Aufnahme für durch den oberen und/oder unteren Pressstempel
zu verpressendes pulverförmiges Material,
- mindestens zwei obere Antriebseinheiten mit jeweils einem oberen elektrischen Antriebsmotor
(30, 31) zum Verfahren des oberen Pressstempels in vertikaler Richtung, wobei die
oberen Antriebseinheiten jeweils einen durch den jeweiligen elektrischen Antriebsmotor
(30, 31) angetriebenen oberen Spindeltrieb mit einer oberen Spindel (34, 35) und einer
oberen Spindelmutter (36, 37) umfassen und/oder mindestens zwei untere Antriebseinheiten
mit jeweils einem unteren elektrischen Antriebsmotor (42, 43) zum Verfahren des unteren
Pressstempels und/oder der Aufnahme in vertikaler Richtung, wobei die unteren Antriebseinheiten
jeweils einen durch den jeweiligen elektrischen Antriebsmotor (42, 43) angetriebenen
unteren Spindeltrieb mit einer unteren Spindel (44, 45) und einer unteren Spindelmutter
(50, 51) umfassen,
- wobei die oberen Antriebseinheiten über eine sich in horizontaler Richtung erstreckende
obere Kraftübertragungsbrücke (38) seitlich versetzt auf den mindestens einen oberen
Pressstempel wirken und/oder wobei die unteren Antriebseinheiten über eine sich in
horizontaler Richtung erstreckende untere Kraftübertragungsbrücke (52) seitlich versetzt
auf den mindestens einen unteren Pressstempel und/oder die Aufnahme wirken,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die oberen Spindelmuttern (36, 37) oder mit den oberen Spindelmuttern (36, 37) jeweils
verbundene obere Befestigungselemente jeweils durch mindestens ein oberes Ausgleichselement
(56, 58) mit der oberen Kraftübertragungsbrücke (38) verbunden sind, wobei die Ausgleichselemente
(56, 58) jeweils drehbar an den oberen Spindelmuttern (36, 37) oder den oberen Befestigungselementen
einerseits und an der oberen Kraftübertragungsbrücke (38) andererseits gelagert sind
und/oder dass die unteren Spindelmuttern (50, 51) oder mit den unteren Spindelmuttern
(50, 51) jeweils verbundene untere Befestigungselemente jeweils durch mindestens ein
unteres Ausgleichselement (60, 62) mit der unteren Kraftübertragungsbrücke (52) verbunden
sind, wobei die Ausgleichselemente (60, 62) jeweils drehbar an den unteren Spindelmuttern
(50, 51) oder den unteren Befestigungselementen einerseits und an der unteren Kraftübertragungsbrücke
(52) andererseits gelagert sind.
2. Presse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede der oberen Spindelmuttern (36, 37) bzw. jedes der mit den oberen Spindelmuttern
(36, 37) verbundenen oberen Befestigungselemente jeweils durch zwei obere Ausgleichselemente
(56, 58) mit der oberen Kraftübertragungsbrücke (38) verbunden ist und/oder dass jede
der unteren Spindelmuttern (50, 51) bzw. jedes der mit den unteren Spindelmuttern
(50, 51) verbundenen unteren Befestigungselemente jeweils durch zwei untere Ausgleichselemente
(60, 62) mit der unteren Kraftübertragungsbrücke (52) verbunden ist.
3. Presse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichselemente (56, 58, 60, 62) jeweils auf gegenüberliegenden Seiten der
Kraftübertragungsbrücke (38, 52) angeordnet sind.
4. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerstellen für die drehbare Lagerung der Ausgleichselemente (56, 58, 60, 62)
im Ruhezustand der Presse jeweils in vertikaler Richtung übereinander angeordnet sind.
5. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die drehbare Lagerung der Ausgleichselemente (56, 58, 60, 62) jeweils durch Wälzlager
oder Gleitlager erfolgt.
6. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei oberen Antriebseinheiten an gegenüberliegenden Enden der oberen
Kraftübertragungsbrücke (38) angreifen und/oder dass die mindestens zwei unteren Antriebseinheiten
an gegenüberliegenden Enden der unteren Kraftübertragungsbrücke (52) angreifen.
7. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die oberen Spindeln (34, 35) und/oder die oberen Spindelmuttern (36, 37) und/oder
die oberen Befestigungselemente die obere Kraftübertragungsbrücke (38) in einem Ruhezustand
der Presse und während eines Pressvorgangs nicht berühren und/oder dass die die unteren
Spindeln (44, 45) und/oder unteren Spindelmuttern (50, 51) und/oder die unteren Befestigungselemente
die untere Kraftübertragungsbrücke (52) in einem Ruhezustand der Presse und während
eines Pressvorgangs nicht berühren.
8. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einer Unterseite oder einer Oberseite der oberen Kraftübertragungsbrücke
(38) und einer Oberseite bzw. einer Unterseite der oberen Spindelmuttern (36, 37)
bzw. der oberen Befestigungselemente ein Freiraum gebildet ist und/oder dass zwischen
einer Unterseite oder einer Oberseite der unteren Kraftübertragungsbrücke (52) und
einer Oberseite bzw. einer Unterseite der unteren Spindelmuttern (50, 51) bzw. der
unteren Befestigungselemente ein Freiraum gebildet ist.
9. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Kraftübertragungsbrücke (38) an ihren gegenüberliegenden Enden jeweils
eine jeweils eine obere Spindel (34, 45) aufnehmende zylindrische Durchgangsbohrung
besitzt, wobei zwischen den Innenseiten der Durchgangsbohrungen der oberen Kraftübertragungsbrücke
(38) und den Außenseiten der oberen Spindeln (34, 35) jeweils ein ringförmiger Spalt
gebildet ist und/oder dass die untere Kraftübertragungsbrücke (52) an ihren gegenüberliegenden
Enden jeweils eine jeweils eine untere Spindel (44, 45) aufnehmende zylindrische Durchgangsbohrung
besitzt, wobei zwischen den Innenseiten der Durchgangsbohrungen der unteren Kraftübertragungsbrücke
(52) und den Außenseiten der unteren Spindeln (44, 45) jeweils ein ringförmiger Spalt
gebildet ist.
10. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass mit den oberen Spindelmuttern (36, 37) jeweils ein zylindrischer oberer Ansatz verbunden
ist, wobei die obere Kraftübertragungsbrücke (38) an ihren gegenüberliegenden Enden
jeweils eine jeweils einen oberen Ansatz aufnehmende zylindrische Durchgangsbohrung
besitzt, wobei zwischen den Innenseiten der Durchgangsbohrungen der oberen Kraftübertragungsbrücke
(38) und den Außenseiten der oberen Ansätze jeweils ein ringförmiger Spalt gebildet
ist und/oder dass mit den unteren Spindelmuttern jeweils ein zylindrischer unterer
Ansatz verbunden ist, wobei die untere Kraftübertragungsbrücke (52) an ihren gegenüberliegenden
Enden jeweils eine jeweils einen unteren Ansatz aufnehmende zylindrische Durchgangsbohrung
besitzt, wobei zwischen den Innenseiten der Durchgangsbohrungen der unteren Kraftübertragungsbrücke
(52) und den Außenseiten der unteren Ansätze jeweils ein ringförmiger Spalt gebildet
ist.
11. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Pressenrahmen (10) eine obere und eine untere Halteplatte (12, 14) aufweist,
die durch mehrere vertikale Abstandhalter (16) miteinander verbunden sind.
12. Presse nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsmotoren (30, 31) der oberen Antriebseinheiten an der oberen Halteplatte
(12) des Pressenrahmens (10) befestigt sind, und dass die Antriebsmotoren (42, 43)
der unteren Antriebseinheiten an der unteren Halteplatte (14) des Pressenrahmens (10)
befestigt sind.
13. Presse nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der oberen (12) und unteren Halteplatte (14) ein an den vertikalen Abstandhaltern
(16) des Pressenrahmens (10) angeordnetes Tragelement (18) vorgesehen ist.
14. Presse nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme an dem Tragelement (18) angeordnet ist.