[0001] Die Erfindung betrifft eine Ventilanordnung für eine Kraftstoffversorgungsanlage
einer Brennkraftmaschine. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Kraftstoffversorgungsanlage
mit einer solchen Ventilanordnung.
[0002] Der grundsätzliche Aufbau einer Common-Rail Kraftstoffversorgungsanlage ist aus der
DE 101 57 135 B4 bekannt. So umfasst eine Common-Rail Kraftstoffversorgungsanlage je Zylinder der
Brennkraftmaschine jeweils mindestens einen Injektor. Über die Injektoren ist in jeden
der Zylinder der Brennkraftmaschine Kraftstoff einspritzbar. Die Common-Rail Kraftstoffversorgungsanlage
umfasst weiterhin eine mindestens eine Niederdruckpumpe, mindestens eine Hochdruckpumpe
und mindestens einen Hochdruckspeicher, um Kraftstoff von einem Niederdruckbereich
der Common-Rail Kraftstoffversorgungsanlage in einen Hochdruckbereich derselben zu
fördern, wobei im Hochdruckbereich zwischen der Pumpeinrichtung und den Injektoren
ein permanent unter Hochdruck stehendes Druckspeichersystem vorgesehen ist. Das permanent
unter Hochdruck stehende Druckspeichersystem, welches auch als Common-Rail bezeichnet
wird, weist eine oder mehrere Speichereinheiten auf. Die Speichereinheiten sind mit
der Pumpeinrichtung sowie untereinander über permanent unter Hochdruck stehende Hochdruckleitungen
verbunden. Das Druckspeichersystem, nämlich die Speichereinheiten, sind weiterhin
über abhängig vom Einspritztakt zeitweise unter Hochdruck stehende Hochdruckleitungen
mit den Injektoren verbunden. Den abhängig vom Einspritztakt zeitweise unter Hochdruck
stehenden Hochdruckleitungen, welche die Injektoren mit den Speichereinheiten verbinden,
sind Schaltventile zugeordnet, die abhängig vom Einspritztakt den Injektoren Kraftstoff
zuleiten.
[0003] Es ist es aus der
DE 101 57 135 B4 bekannt, dass einer der Speichereinheiten des Druckspeichersystems ein Sicherheitsventil
und ein Spülventil zugeordnet ist. Das Sicherheitsventil und das Spülventil bilden
zusammen eine Entlastungseinrichtung, wobei Sicherheitsventil und Spülventil auch
von einem einzigen Ventilelement realisiert sein können. Über das Spülventil kann
nach Abschalten des Motors die Kraftstoffversorgungsanlage in Richtung auf einen Tank
entleert werden, wobei nach der
DE 101 57 135 B4 die Ansteuerung des Spülventils über ein eigenes Steuermedium erfolgt, entweder pneumatisch,
hydraulisch oder elektromagnetisch.
[0004] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine neuartige
Ventilanordnung für eine Kraftstoffversorgungsanlage sowie eine Kraftstoffversorgungsanlage
mit einer solchen Ventilanordnung zu schaffen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Ventilanordnung nach Anspruch 1 gelöst. Die erfindungsgemäße
Ventilanordnung weist ein Vorsteuerventil, ein Hauptventil und ein Druckregelventil
auf, wobei das Hauptventil mit Druckanschlüssen an einen Hochdruckbereich der Kraftstoffversorgungsanlage
anschließbar ist, und wobei sowohl das Vorsteuerventil als auch das Druckregelventil
mit Druckanschlüssen an einen Niederdruckbereich der Kraftstoffversorgungsanlage anschließbar
sind, nämlich derart, dass das Vorsteuerventil, das Hauptventil und das Druckregelventil
abhängig vom Druck im Niederdruckbereich und/oder abhängig vom Druck im Hochdruckbereich
automatisch ansteuerbar sind.
[0006] Die erfindungsgemäße Ventilanordnung ermöglicht eine automatische Entlastung des
Hochdruckbereichs der Kraftstoffversorgungsanlage nach Abstellen der Brennkraftmaschine
bzw. nach Abstellen einer Niederdruckpumpe der Kraftstoffversorgungsanlage, und zwar
auf mechanische Art und Weise, ohne dass hierzu eine pneumatische oder eine elektromagnetische
oder eine andersartige Ansteuerung erforderlich ist.
[0007] Somit wird eine selbsttätige Druckentlastung der Kraftstoffversorgungsanlage nach
Abschalten des Motors ohne Ansteuerung durch eine Steuereinrichtung ermöglicht. Als
Steuermedium wird der ohnehin in der Kraftstoffversorgungsanlage anliegende Druck
des Kraftstoffs genutzt. Die Druckentlastung der Kraftstoffversorgungsanlage kann
mit Hilfe der erfindungsgemäßen Ventilanordnung innerhalb weniger Sekunden erfolgen.
Die Injektoren der Kraftstoffversorgungsanlage können so effektiv vor Verschleiß geschützt
werden.
[0008] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung ist das Druckregelventil mit einem Druckanschluss
derart an den Niederdruckbereich der Kraftstoffversorgungsanlage anschließbar, dass
bei Anliegen des Betriebsdrucks im Niederdruckbereich das Druckregelventil entgegen
einer einstellbaren Federkraft eines Federelements automatisch öffnet. Das Vorsteuerventil
ist mit einem ersten Druckanschluss an den Niederdruckbereich der Kraftstoffversorgungsanlage
und mit einem zweiten Druckanschluss unter Zwischenschaltung mindestens einer Drossel
an den Hochdruckbereich der Kraftstoffversorgungsanlage derart anschließbar, dass
bei Anliegen des Betriebsdrucks im Niederruckbereich und bei Anliegen des Betriebsdrucks
im Hochruckbereich das Vorsteuerventil automatisch schließt. Das Hauptventil ist mit
einem Druckanschluss an den Hochruckbereich der Kraftstoffversorgungsanlage derart
anschließbar, dass vor Anliegen des Betriebsdrucks im Hochruckbereich das Hauptventil
automatisch schließt. Dann, wenn der Betriebsdruck im Niederruckbereich der Kraftstoffversorgungsanlage
durch Abstellen einer Niederdruckpumpe abfällt, öffnen das Vorsteuerventil und das
Hauptventil automatisch, sodass der Hochdruckbereich in einen Kraftstofftank entleerbar
ist. Diese Verschaltung von Vorsteuerventil, Hauptventil und Druckregelventil ist
bevorzugt und erlaubt mit geringem Aufwand eine automatische, selbsttätige Druckentlastung
des Kraftstoffeinspritzsystems nach Abschalten der Brennkraftmaschine bzw. der Niederdruckpumpe
der Kraftstoffversorgungsanlage ohne externe Ansteuerung über ein Steuergerät.
[0009] Die erfindungsgemäße Kraftstoffversorgungsanlage ist in Anspruch 9 definiert.
[0010] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf
beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1:
- ein Schema einer erfindungsgemäßen Ventilanordnung für eine Kraftstoffversorgungsanlage.
[0011] Die hier vorliegende Erfindung betrifft eine Ventilanordnung für eine Kraftstoffversorgungsanlage
und eine Kraftstoffversorgungsanlage, insbesondere eine Common-Rail Kraftstoffversorgungsanlage,
einer vorzugsweise als Großdieselmotor oder Schiffsdieselmotor ausgebildeten Brennkraftmaschine.
[0012] Der grundsätzliche Aufbau einer als Common-Rail Kraftstoffversorgungsanlage ausgebildeten
Kraftstoffversorgungsanlage einer Brennkraftmaschine ist dem hier angesprochenen Fachmann
geläufig und bereits aus der
DE 101 57 135 B4 bekannt. Die hier vorliegende Erfindung betrifft eine Ventilanordnung für eine derartige
Kraftstoffversorgungsanlage, die beim Starten der Brennkraftmaschine sowie nach dem
Anlaufen derselben sowohl im Niederdruckbereich als auch im Hochdruckbereich der Kraftstoffversorgungsanlage
die Einstellung definierter Betriebsdrücke unterstützt, und die nach Abstellen des
Motors bzw. der Niederdruckpumpe eine automatische, selbsttätige Druckentlastung der
Kraftstoffversorgungsanlage ermöglicht.
[0013] Fig. 1 zeigt ein Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Ventilanordnung 10 für eine
Kraftstoffversorgungsanlage, insbesondere für ein Common-Rail Kraftstoffversorgungsanlage
einer als Schiffsdieselmotor ausgebildeten Brennkraftmaschine, wobei die Ventilanordnung
10 ein Vorsteuerventil 11, ein Hauptventil 12 und ein Druckregelventil 13 umfasst.
Die Ventilanordnung 10 der Fig. 1 ist sowohl an einen Niederdruckbereich 14 als auch
an einen Hochdruckbereich 15 der Kraftstoffversorgungsanlage der Brennkraftmaschine
anbindbar.
[0014] Das Hauptventil 12, welches im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 als 2/2-Wegeventil
ausgebildet ist, verfügt über zwei Druckanschlüsse 16 und 17. Mit beiden Druckanschlüssen
16 und 17 ist das Hauptventil 12 an den Hochdruckbereich 15 der Kraftstoffversorgungsanlage
anschließbar, wobei sich die beiden Druckanschlüsse 16 und 17 hinsichtlich ihrer Druckflächen
unterscheiden. So verfügt der erste Druckanschluss 16, der unter Zwischenschaltung
einer Drossel 18 an den Hochdruckbereich 15 der Kraftstoffversorgungsanlage anschließbar
ist, über eine größere Druckfläche als der zweite Druckanschluss 17 des Hauptventils
12, über welchen das Hauptventil 12 unmittelbar ohne Zwischenschaltung einer Drossel
an den Hochdruckbereich 15 der Kraftstoffversorgungsanlage anschließbar ist. Dann,
wenn der Hochdruckbereich 15 der Kraftstoffversorgungsanlage drucklos ist, drückt
ein Federelement 19 das Hauptventil 12 in die in Fig. 1 gezeigte Schließstellung,
wobei dieses Federelement 19 mit einer relativ geringen Federkraft ausgeführt sein
kann, da das Federelement 19 im Wesentlichen nur der Positionierung des Hauptventils
12 im drucklosen Zustand dient. Dann, wenn im Hochdruckbereich 15 über mindestens
ein Hochdruckpumpe ein Betriebsdruck aufgebaut ist, wird bedingt dadurch, dass der
erste Druckanschluss 16 des Hauptventils 12 eine größere Druckfläche aufweist als
der Druckanschluss 17, das Hauptventil 12 ebenfalls in die in Fig. 1 gezeigte Schließstellung
gedrückt.
[0015] Das Vorsteuerventil 11 sowie das Druckregelventil 13 sind mit Druckanschlüssen 20,
21 an den Niederdruckbereich 14 der Kraftstoffversorgungsanlage anschließbar, wobei
eine Drossel 22 des Niederdruckbereichs 14 Druckschwingungen im Niederdruckbereich
14 dämpft. Dann, wenn der Niederdruckbereich 14 drucklos ist, wird das Vorsteuerventil
11 von einem Federelement 23 in die in Fig. 1 gezeigte Schließstellung gedrückt, wobei
das Federelement 23 des Vorsteuerventils 11 ebenso wie das Federelement 19 des Hauptventils
12 mit einer geringen Federkraft ausgeführt ist und im Falle des Vorsteuerventils
11 ausschließlich dazu dient, das Vorsteuerventil 11 im drucklosen Zustand zu positionieren.
Gegebenenfalls kann auf das Federelement 23 vollständig verzichtet werden.
[0016] Das Vorsteuerventil 11, welches im gezeigten Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ebenso
wie das Hauptventil 12 als 2/2-Wegeventil ausgeführt ist, verfügt neben dem Druckanschluss
21, über welches das Vorsteuerventil 11 an den Niederdruckbereich 14 der Kraftstoffversorgungsanlage
anschließbar ist, über einen weiteren Druckanschluss 24, über welchen das Vorsteuerventil
11 an den Hochdruckbereich 15 anbindbar ist, und zwar unter Zwischenschaltung mindestens
einer Drossel. In Fig. 1 ist zwischen den Druckanschluss 24 des Vorsteuerventils 11
und den Hochdruckbereich 15 die bereits erwähnte Drossel 18 und eine weitere Drossel
25 geschaltet. Die beiden Druckanschlüsse 21 und 24 des Vorsteuerventils 11 verfügen
wiederum über unterschiedliche Druckflächen, wobei die Druckfläche des ersten Druckanschlusses
21 größer ist als die Druckfläche des zweiten Druckanschluss 24, und zwar derart,
dass dann, wenn im Niederdruckbereich 14 und im Hochdruckbereich 15 jeweils der entsprechende
Betriebsdruck aufgebaut ist, das Vorsteuerventil 11 in die in Fig. 1 gezeigte Schließstellung
gedrückt ist.
[0017] Wie oben bereits ausgeführt, ist das Druckregelventil 13 über den Druckanschluss
20 an den Niederdruckbereich 14 anschließbar, wobei dann, wenn der Niederdruckbereich
14 drucklos ist, ein hinsichtlich seiner Federkraft einstellbares Federelement 26
das Druckregelventil 13 in die in Fig. 1 gezeigte Schließstellung drückt. Dann, wenn
im Niederdruckbereich 14 ein Betriebsdruck aufgebaut ist, liegt derselbe am Druckanschluss
20 an und dückt abhängig von der eingestellten Federkraft des Federelements 26 das
Druckregelventil 13 aus der Schließstellung heraus, nämlich derart, dass sich an den
Druckanschlüssen 20 und 21 von Druckregelventil 13 und Vorsteuerventil 11 ein konstanter
Druck einstellt. Mit Hilfe des Druckregelventils 13 und dem einstellbaren Federelement
26 kann demnach auch bei Druckschwankungen im Kraftstoffversorgungssystem ein konstanter
Öffnungsdruck für das Hauptventil 12 gewährleistet werden, in dem ein zu hoher Druck
am Druckanschluss 20 damit auch am Druckanschluss 21 zum Öffnen des Druckregelventils
13 führt, und zwar solange, bis der Druck an einer Drossel 27 des Druckregelventils
13 auf einen gewünschten Wert gefallen ist. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen,
dass das Druckregelventil 13 in den Kolben des Vorsteuerventils 11 integriert sein
kann.
[0018] Bei abgeschalteter Brennkraftmaschine, also dann, wenn infolge einer stillstehenden
Niederdruckpumpe des Niederdruckbereichs 17 und stillstehender Hochdruckpumpen des
Hochdruckbereichs 15 die Kraftstoffversorgungsanlage drucklos ist, nehmen die Ventile
11, 12 und 13 der Ventilanordnung 10 die in Fig. 1 gezeigte Position ein.
[0019] Beim Starten der Brennkraftmaschine sowie beim Starten der Niederdruckpumpe des Niederdruckbereichs
14 der Kraftstoffversorgungsanlage wird an den Druckanschlüssen 20 und 21 von Druckregelventil
13 und Vorsteuerventil 11 ein Druck aufgebaut, der über das Druckregelventil 13 konstant
gehalten wird und das Vorsteuerventil 11 in die in Fig. 1 gezeigte Schließstellung
drückt. Beim Starten der Brennkraftmaschine läuft auch die oder jede Hochdruckpumpe
des Hochdruckbereichs 15 an, wobei bedingt durch die Ausgestaltung der Druckanschlüsse
16 und 17 das Hauptventil 12 den Hochdruckbereich 15 der Kraftstoffversorgungsanlage
bei Anliegen des Betriebsdrucks im Hochdruckbereich 15 geschlossen hält. Wie bereits
ausgeführt, werden Druckschwankungen im Niederdruckbereich 14 der Kraftstoffversorgungsanlage
über die Drossel 22 gedämpft, wobei das Druckregelventil 13 den Öffnungsdruck für
das Hauptventil 12 bei Druckschwankungen in der Kraftstoffversorgungsanlage konstant
hält.
[0020] Nach dem Anlaufen der Brennkraftmaschine und dem entsprechenden Aufbauen des Betriebsdrucks
im Niederdruckbereich 14 sowie im Hochdruckbereich 15 über die Niederdruckpumpe des
Niederdruckbereichs 14 sowie die oder jede Hochdruckpumpe des Hochdruckbereichs 15
steht an nicht gezeigten Injektoren der Kraftstoffversorgungsanlage ein entsprechender
Einspritzdruck an. Über die Drossel 18 wird der Druckanschluss 16 des Hauptventils
12 befüllt, wobei, wie bereits erwähnt, der Druckanschluss 16 eine größere Druckfläche
aufweist als der Druckanschluss 17, sodass das Hauptventil 12 nach Anlaufen der Brennkraftmaschine
sicher geschlossen gehalten wird.
[0021] Der Druckanschluss 16 des Hauptventils 12 ist nicht vollkommen dicht, sodass eine
gewisse Kraftstoffmenge aufgrund einer sogenannten Spaltführung des Hauptventils 12
in Richtung auf einen Kraftstofftank bzw. Rücklauftank 28 verlorengeht. Die Undichtheit
des Druckanschlusses 16 des Hauptventils 12 ist in Fig. 1 schematisiert über eine
Drossel 29 dargestellt, wobei es sich hierbei jedoch nicht um eine konstruktiv ausgeführte
Drossel handelt, sondern lediglich um einen Kraftstoffverlust aus dem zweiten Druckanschluss
16 in Richtung auf den Rücklauftank 28 infolge der Undichtheit des Druckanschlusses
16 des Hauptventils 12. Über die Drossel 18 wird jedoch mehr Kraftstoff nachgeführt,
als im Sinne der prinzipiellen Drossel 29 infolge der Undichtheit des Druckanschlusses
16 in Richtung auf den Rücklauftank 28 abgeführt wird, sodass der Druck am Druckanschluss
16 des Hauptventils 12 aufrechterhalten werden kann und so der Hochdruckbereich 15
der Kraftstoffversorgungsanlage geschlossen gehalten werden kann.
[0022] Dann, wenn die Brennkraftmaschine abgestellt wird und demnach die Niederdruckpumpe
des Niederdruckbereichs 14 sowie die oder jede Hochdruckpumpe des Hochdruckbereichs
15 abgestellt wird, baut sich der Druck in der Kraftstoffversorgungsanlage schnell
ab. Dadurch sinkt der Druck am Druckanschluss 21 des Vorsteuerventils 11, wobei dann
infolge des noch anliegenden, höheren Drucks im Hochdruckbereich 15 der Kraftstoffversorgungsanlage,
der unter Zwischenschaltung der Drosseln 18 und 25 am Druckanschluss 24 des Vorsteuerventils
11 anliegt, das Vorsteuerventil 11 automatisch geöffnet wird. Hiermit kann dann durch
Ausnutzen der Druckverhältnisse in der Kraftstoffversorgungsanlage der Niederdruckbereich
14 automatisch innerhalb weniger Sekunden nach Abstellen der Brennkraftmaschine in
Richtung auf den Rücklauftank 28 entleert bzw. entlüftet werden.
[0023] In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die Drossel 25 größer als die Drossel
18, sodass über die Drossel 25 mehr Kraftstoff aus dem Druckanschluss 16 abfließen
kann, als über die Drossel 18 in denselben nachgefördert wird.
[0024] Durch diese Reduzierung des Drucks am Druckanschluss 16 des Hauptventils 12 kann
auch das Hauptventil 12 über den Druck am Druckanschluss 17 automatisch geöffnet werden,
um dann auch den Hochdruckbereich 15 der Kraftstoffversorgungsanlage nach dem Abstellen
bzw. Abschalten der Brennkraftmaschine innerhalb weniger Sekunden automatisch und
selbsttätig in Richtung auf den Rücklauftank 28 zu entleeren bzw. zu belüften.
[0025] Die in Fig. 1 gezeigte Drossel 30 stellt den Druckverlust zum Rücklauftank 28 dar.
[0026] Die erfindungsgemäße Ventilanordnung 10 nutzt demnach die Druckverhältnisse im Niederdruckbereich
14 und Hochdruckbereich 15 der Kraftstoffversorgungsanlage aus, um beim Starten bzw.
Anlaufen der Brennkraftmaschine das Vorsteuerventil 11 und das Hauptventil 12 selbsttätig
zu schließen und nach Abschalten der Brennkraftmaschine das Vorsteuerventil 11 und
das Hauptventil 12 innerhalb weniger Sekunden automatisch zu öffnen. Hierdurch wird
eine selbsttätige Druckentlastung der Kraftstoffversorgungsanlage nach Abschalten
der Brennkraftmaschine ohne Ansteuerung über ein separates Steuergerät gewährleistet.
Es ist keine pneumatische oder hydraulische Druckluftversorgung oder elektromagnetische
oder andersartige Ansteuerung erforderlich. Das Steuermedium entspricht dem Arbeitsmedium,
also dem Kraftstoff, sodass es zu keinen unterwünschten Durchmischungen verschiedener
Medien kommen kann, so zum Beispiel bei einer pneumatischen Ansteuerung zur Durchmischung
von Kraftstoff und Druckluft. Das Öffnen von Vorsteuerventil 11 und Hauptventil 12
der erfindungsgemäßen Ventilanordnung 10 nach Abschalten des Motors und damit die
Druckentlastung der Kraftstoffversorgungsanlage erfolgt innerhalb weniger Sekunden,
sodass zum Beispiel Kraftstoffinjektoren schnell entlastet werden können. Die Federelemente
19 und 23 von Hauptventil 12 und Vorsteuerventil 11 sind mit geringen Federkräften
ausgeführt, da dieselben im drucklosen Zustand im Wesentlichen nur der Positionierung
der entsprechenden Ventile 11, 12 dienen.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 10
- Ventilanordnung
- 11
- Vorsteuerventil
- 12
- Hauptventil
- 13
- Druckregelventil
- 14
- Niederdruckbereich
- 15
- Hochdruckbereich
- 16
- Druckanschluss
- 17
- Druckanschluss
- 18
- Drossel
- 19
- Federelement
- 20
- Druckanschluss
- 21
- Druckanschluss
- 22
- Drossel
- 23
- Federelement
- 24
- Druckanschluss
- 25
- Drossel
- 26
- Federelement
- 27
- Drossel
- 28
- Rücklauftank
- 29
- Drossel
- 30
- Drossel
1. Ventilanordnung (10) für eine Kraftstoffversorgungsanlage, insbesondere für eine Common-Rail
Kraftstoffversorgungsanlage einer als Schiffsdieselmotor ausgebildeten Brennkraftmaschine,
mit einem Vorsteuerventil (11), einem Hauptventil (12) und einem Druckregelventil
(13), wobei das Hauptventil (12) mit Druckanschlüssen (16, 17) an einen Hochdruckbereich
(15) der Kraftstoffversorgungsanlage anschließbar ist, und wobei sowohl das Vorsteuerventil
(11) als auch das Druckregelventil (13) mit Druckanschlüssen (20, 21) an einen Niederdruckbereich
(4) der Kraftstoffversorgungsanlage anschließbar sind, nämlich derart, dass das Vorsteuerventil
(11), das Hauptventil (12) und das Druckregelventil (13) abhängig vom Druck im Niederdruckbereich
(14) und/oder abhängig vom Druck im Hochdruckbereich (15) automatisch ansteuerbar
sind.
2. Ventilanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckregelventil (13) mit einem Druckanschluss (20) derart an den Niederdruckbereich
(14) anschließbar ist, dass bei Anliegen des Betriebsdrucks im Niederruckbereich (14)
das Druckregelventil (13) entgegen einer einstellbaren Federkraft eines Federelements
(26) unter Gewährleistung eines konstanten Betriebsdrucks im Niederruckbereich (14)
automatisch öffnet.
3. Ventilanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorsteuerventil (11) mit einem ersten Druckanschluss (21) an den Niederdruckbereich
(14) der Kraftstoffversorgungsanlage und mit einem zweiten Druckanschluss (24) unter
Zwischenschaltung mindestens einer Drossel (18, 25) an den Hochdruckbereich (15) der
Kraftstoffversorgungsanlage derart anschließbar ist, dass bei Anliegen des Betriebsdrucks
im Niederruckbereich (14) und bei Anliegen des Betriebsdrucks im Hochruckbereich (15)
das Vorsteuerventil (11) automatisch schließt.
4. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Hauptventil (12) mit zwei Druckanschlüssen (16, 17) an den Hochruckbereich (15)
der Kraftstoffversorgungsanlage derart anschließbar ist, dass bei Anliegen des Betriebsdrucks
im Hochruckbereich (15) das Hauptventil (12) automatisch schließt.
5. Ventilanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster, in Schließrichtung wirkender Druckanschluss (16) des Hauptventils (12),
der eine relativ große Druckfläche aufweist, unter Zwischenschaltung mindestens einer
Drossel (18) an den Hochdruckbereich (15) der Kraftstoffversorgungsanlage anschließbar
ist.
6. Ventilanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweiter, in Öffnungsrichtung wirkender Druckanschluss (17) des Hauptventils (12),
der eine relativ kleine Druckfläche aufweist, unmittelbar an den Hochdruckbereich
(15) der Kraftstoffversorgungsanlage anschließbar ist.
7. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn der Betriebsdruck im Niederruckbereich (14) der Kraftstoffversorgungsanlage
abfällt, das Vorsteuerventil (11) und das Hauptventil (12) automatisch öffnen, sodass
der Niederdruckbereich (11) und der Hochdruckbereich (2) in einen Kraftstofftank (28)
entleerbar sind.
8. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das das Vorsteuerventil (11) und das Hauptventil (12) als 2/2-Wegeventile ausgebildet
sind.
9. Kraftstoffversorgungsanlage, insbesondere Common-Rail Kraftstoffversorgungsanlage
einer als Schiffsdieselmotor ausgebildeten Brennkraftmaschine, mit einem Niederdruckbereich
(14) und mit einem Hochdruckbereich (15), gekennzeichnet durch eine Ventilanordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8.