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(11) |
EP 2 838 671 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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06.09.2017 Patentblatt 2017/36 |
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Anmeldetag: 06.03.2013 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2013/054510 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2013/156196 (24.10.2013 Gazette 2013/43) |
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VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR HERSTELLUNG EINER STRUKTURIERTEN LACKOBERFLÄCHE
METHOD AND APPARATUS FOR PRODUCING A STRUCTURED VARNISH SURFACE
PROCÉDÉ ET DISPOSITIF DESTINÉS À PRODUIRE UNE SURFACE PEINTE STRUCTURÉE
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
20.04.2012 DE 102012103491
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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25.02.2015 Patentblatt 2015/09 |
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Patentinhaber: Fritz Egger GmbH & Co. OG |
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6380 St. Johann in Tirol (AT) |
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Erfinder: |
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- WIEGELMANN, André
59939 Olsberg (DE)
- DODDS, Royce
59494 Soest (DE)
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Vertreter: Cohausz & Florack |
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Patent- & Rechtsanwälte
Partnerschaftsgesellschaft mbB
Bleichstraße 14 40211 Düsseldorf 40211 Düsseldorf (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 2 275 261 DE-U1-202004 018 710 GB-A- 2 322 597
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DE-A1-102007 034 877 DE-U1-202007 014 736
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer strukturierten, zumindest
teilweise optisch transparenten Lackoberfläche auf einer ein Dekor aufweisenden Oberfläche
einer Trägerplatte, vorzugsweise einer Holzwerkstoffplatte, bei dem transparenter
oder zumindest teilweise transparenter Lack zur Erzeugung der strukturierten Lackoberfläche
auf eine Auftragswalze aufgebracht und mittels der Auftragswalze auf die ein Dekor
aufweisende Oberfläche der Trägerplatte übertragen wird. Ferner betrifft die Erfindung
ein Vorrichtung zur Herstellung einer strukturierten, zumindest teilweise optisch
transparenten Lackoberfläche auf einer ein Dekor aufweisenden Oberfläche einer Trägerplatte,
mit einer Auftragswalze zum Übertragen einer strukturierten Lackoberfläche auf die
ein Dekor aufweisende Oberfläche der Trägerplatte.
[0002] Zur Herstellung von Fußboden-, Wand- oder Deckenpaneelen und Möbelbauplatten mit
dekorativen Oberflächen existieren verschiedene Verfahren. Neben Verfahren, bei dem
dekorative Oberflächen auf Holzwerkstoffplatten durch Beschichten derselben mit bedruckten,
harzgetränkten Papieren (Dekorpapieren) hergestellt werden, sind auch Verfahren zum
direkten Aufdrucken eines Dekors, insbesondere Holzdekors, auf Holzwerkstoffplatten
bekannt.
[0003] Zum Beispiel ist in der auf die Anmelderin zurückgehenden
WO 2006/002917 A2 ein Verfahren zum Herstellen einer Holzwerkstoffplatte mit einer ein Dekor aufweisenden
Oberfläche beschrieben. Bei diesem bekannten Verfahren wird eine bereits geschliffene,
mit einem Dekor, insbesondere Holzdekor zu versehene Oberfläche der Holzwerkstoffplatte
grundiert, danach geglättet und anschließend zum Erzeugen des Dekors mittels Druckwalzen
(Druckzylinder) im Tiefdruckverfahren direkt bedruckt.
[0004] Zum Herstellen von Paneelen mit dekorativen Oberflächen werden neben Walzendruckverfahren
auch Digitaldruckverfahren verwendet. So ist zum Beispiel aus der
WO 98/26936 A1 ein Verfahren zum Herstellen von harzgetränkten Dekorpapieren zur Beschichtung von
Trägerplatten bekannt. Dabei wird ein Papier mittels eines Digitaldruckers, insbesondere
Laserdruckers bedruckt. Das Dekorpapier wird in einer Heißpresse, z.B. einer Kurztaktpresse,
auf die Trägerplatte aufgepresst, wobei das Harz, mit dem das Papier imprägniert worden
ist, ausgehärtet wird. Die mit dem Dekorpapier beschichteten Trägerplatten (Laminate)
sind insbesondere für den Möbelbau bestimmt.
[0005] Um das Dekor vor Abriebverschleiß zu schützen, wird das Dekorpapier bzw. das auf
die Trägerplatte direkt aufgedruckte Dekor mit einer transparenten Versiegelungsschicht
versehen. Die Versiegelungsschicht der so hergestellten dekorativen Oberflächen wird
üblicherweise strukturiert, so dass sie schließlich eine dreidimensionale Oberflächenstruktur
aufweist. Die dreidimensionale Struktur verbessert die haptische Wirkung der dekorativen
Oberfläche. Der haptische Eindruck, den die strukturierte dekorative Oberfläche bewirkt,
entspricht somit der zu imitierenden Oberflächenbeschaffenheit, beispielsweise einer
porigen Holzoberfläche.
[0006] Zur Herstellung strukturierter Oberflächen auf mit einem Dekor versehenen Holzwerkstoffplatten
werden im Stand der Technik strukturierte Pressbleche, strukturierte Pressbänder oder
Prägewalzen verwendet. Des Weiteren werden hierzu auch strukturierte Lackauftragswalzen
verwendet. Die Herstellung dieser Bleche, Bänder und Walzen ist mit erheblichen Kosten
verbunden. Zudem ist ein Wechsel dieser Bleche, Bänder und Walzen sehr zeitaufwendig,
was im Falle einer einzelnen Produktionsanlage, auf der Holzwerkstoffplatten mit unterschiedlichen
Dekoren und entsprechend unterschiedlichen Oberflächenstrukturen hergestellt werden
sollen, von Nachteil ist.
[0007] Zur Lösung dieses Problems wurde vorgeschlagen, die Oberflächenstrukturen durch direkten
Lackauftrag auf die plattenförmigen Werkstücke mittels digitaler Druckköpfe zu erzeugen.
Die Druckköpfe arbeiten dabei nach einer Strahldrucktechnik, wie sie von Tintenstrahldruckern
bekannt ist. Sie werden hierzu in einer oder mehreren Reihen quer zur Vorschubrichtung
des Werkstücks und in relativ geringem Abstand oberhalb desselben angeordnet (vgl.
DE 10 2009 044 802 A1 und
EP 2 218 520 A2).
[0008] Ein Problem beim Betrieb dieser bekannten digitalen Auftragsvorrichtungen besteht
jedoch in der Gefahr von Kollisionen, die an den digitalen Druckköpfen bei Unebenheiten
der plattenförmigen Werkstücke, beispielsweise bei einer Schüsselung der Platten,
und/oder bei Fremdkörpern auf den Platten auftreten können.
[0009] Die
EP 2 275 261 A1 offenbart ein Verfahren zum Bedrucken von starren Werkstücken mit einem Muster, vorzugsweise
mit einem Holzmaserungs-Dekor, bei dem das Muster auf eine eine weich eingestellte
Oberfläche aufweisende Auftragswalze durch digitalen Aufdruck aufgebracht und das
Muster durch Abrollen der Auftragswalze auf eine bereits strukturierte oder profilierte
Oberfläche eines Werkstückes, beispielsweise einer profilierten Fußbodenleiste übertragen
wird.
[0010] Des Weiteren sind aus der
GB 2 322 597 A eine Vorrichtung und ein Verfahren bekannt, mit der bzw. bei dem ein Bild unter Verwendung
von durch Strahlungsenergie härtbarer Tinte mittels Tintenstrahldüsen auf ein Zwischensubstrat,
z.B. in Form einer Auftragswalze aufgebracht, mittels Strahlungsenergie vorgetrocknet
und anschließend auf ein Empfangssubstrat übertragen wird.
[0011] Davon ausgehend lag der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, die die oben genannten
Nachteile vermeiden.
[0012] Zur Lösung dieser Aufgabe werden ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1
und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 10 vorgeschlagen.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass der Lack mittels
einer Vielzahl digital gesteuerter Gasdüsen auf der Auftragswalze in eine eine Struktur
definierende Verteilung umgeformt wird.
Dementsprechend ist die erfindungsgemäße Vorrichtung mit einer Vielzahl digital gesteuerter
Gasüsen versehen, die ausgebildet sind, um einen transparenten oder zumindest teilweise
transparenten Lack, der in Form eines Lackfilms auf die Auftragswalze aufgetragen
wurde, auf der Auftragswalze in eine eine Struktur definierende Verteilung umzuformen.
[0014] Dabei werden Bereiche in dem Lackfilm mittels Gasstrahlen verdrängt, so dass eine
dreidimensionale Struktur entsteht. Hierzu sind eine Vielzahl von Gasdüsen, z.B. Druckluftdüsen,
vorzugsweise in mehreren Reihen entlang der Auftragswalzenachse angeordnet und unabhängig
voneinander ansteuerbar. Die Düsen benachbarter Reihen sind dabei vorzugsweise axial
versetzt zueinander angeordnet. In jedem Fall wird so ermöglicht, dass die von den
Düsen erzeugten Gas- oder Luftstrahlen in einem schaltbaren Raster auf die Auftragswalze
bzw. einen darauf aufgebrachten Lackfilm einwirken können.
[0015] Die erfindungsgemäße Lösung, bei der ein auf die Auftragswalze aufgetragener Film
aus zumindest teilweise transparentem Lack in eine eine dreidimensionale Struktur
definierende Verteilung mittels digital gesteuerter Gasdüsen, z.B. Druckluftdüsen,
bzw. Gas- oder Druckluftstrahlen umgeformt wird, hat gegenüber nach der Tintenstrahldrucktechnik
arbeitenden Digitaldruckköpfen mehrere Vorteile. Ein erheblicher Vorteil besteht insbesondere
darin, dass Gasdüsen (z.B. Druckluftdüsen) im Vergleich zu Lackstrahldruckköpfen nicht
verschleißanfällig sind bzw. kaum einem Verschleiß unterliegen und somit sehr wartungsfreundlich
sind. Bei Lackstrahldruckköpfen besteht dagegen eine erhebliche Verstopfungsgefahr.
Auch ist ihre Verschleißanfälligkeit relativ hoch. Die gezielte örtliche Verdrängung
eines auf die Auftragswalze aufgetragenen Lackfilms mittels Gas- oder Druckluftstrahlen
gemäß der erfindungsgemäßen Lösung ermöglicht den Zusatz von die Abriebfestigkeit
erhöhenden Partikeln in dem zur Herstellung der dreidimensionalen Oberflächenstruktur
verwendeten Lack. Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht dementsprechend
vor, dass der Lack Hartpartikel, vorzugsweise Korundpartikel enthält. Bei Lackstrahldruckköpfen
ist dagegen die Verwendung eines Hartpartikel enthaltenden Lackes wegen des dadurch
erhöhten Druckkopfverschleißes und der Verstopfungsgefahr kaum möglich. Ferner sind
für die erfindungsgemäße Lösungsvariante geeignete digitale Gas- oder Druckluftdüsen
erheblich kostengünstiger erhältlich als digitale Lackstrahldruckköpfe. Des Weiteren
haben Versuche gezeigt, dass die durch die Verwendung digitaler Gas- oder Druckluftdüsen
gekennzeichnete erfindungsgemäße Lösung deutlich höhere Druckgeschwindigkeiten ermöglicht
als eine ausschließlich herkömmliche Lackstrahldruckköpfe verwendende Ausführungsform.
[0016] Da die Düsen erfindungsgemäß nicht in geringem Abstand oberhalb des plattenförmigen
Werkstücks angeordnet sind, sondern der Auftrag der strukturierten Lackoberfläche
über die Auftragswalze erfolgt, sind die Düsen vor Kollisionen geschützt, die bei
ihrer Anordnung in geringem Abstand oberhalb des plattenförmigen Werkstücks auftreten
können, wenn die plattenförmigen Werkstücke uneben, beispielsweise geschüsselt sind,
oder Fremdkörper auf den Werkstücken vorhanden sind.
[0017] Während es insbesondere bei der Verwendung von strukturierten Prägewalzen typischerweise
zu einer Wiederholung der damit erzeugbaren Oberflächenstruktur auf dem plattenförmigen
Werkstück kommt, ermöglicht die erfindungsgemäße Lösung im Grunde die Herstellung
einer "endlosen", sich nicht wiederholenden dreidimensionalen Oberflächenstruktur,
Die Länge einer keine Wiederholungen aufweisenden Oberflächenstruktur, die sich nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren herstellen lässt, ist praktisch nur durch die maximale
Länge des plattenförmigen Werkstücks begrenzt.
[0018] Zudem ermöglicht die vorliegende Erfindung die Verwendung einer glatten Standard-Auftragswalze,
d.h. einer Auftragswalze, die eine glatte oder leicht strukturierte Mantelfläche,
typischerweise regelmäßig strukturierte Mantelfläche aufweist. Eine solche glatte
Standard-Auftragswalze ist erheblich kostengünstiger als ein strukturiertes Pressblech
oder eine gravierte Lackauftragswalze.
[0019] Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Lack in eine solche
Verteilung auf der Auftragswalze umgeformt wird, dass die aus dieser Verteilung resultierende
Struktur der auf der Oberfläche der Trägerplatte erzeugten strukturierten Lackoberfläche
Poren definiert, die zu dem Dekorbild des Dekors passen. Auf diese Weise ergibt sich
auf dem plattenförmigen Werkstück eine dreidimensionale Oberflächenstruktur, die auf
das Dekor, beispielsweise ein Holzdekor, Fliesendekor oder Natursteindekor abgestimmt
ist.
[0020] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass vor der Übertragung
des Lacks auf die Trägerplatte das Dekorbild des Dekors oder eine auf der Trägerplatte
angebrachte Steuermarke mittels einer optischen Abtastvorrichtung erfasst wird und
von der Abtastvorrichtung erzeugte Messsignale zur Steuerung der digital gesteuerten
Düsen genutzt werden. Auf diese Weise lässt sich eine automatische Anpassung der dreidimensionalen
Oberflächenstruktur an das Dekorbild insbesondere auch dann erzielen, wenn sich das
Dekorbild selbst nach einem Zufallsprinzip ändert. Beispielsweise kann das Dekor,
vorzugsweise Holzdekor, erfindungsgemäß mittels einer digitale Druckköpfe, insbesondere
Tintenstrahldruckköpfe aufweisenden Druckervorrichtung aufgedruckt werden, wobei die
Druckköpfe von einem Computer oder dergleichen derart angesteuert werden, dass das
Dekorbild als Ganzes oder mindestens ein Dekorbildbereich nach einem Zufallsprinzip
variiert.
[0021] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
dass als digital gesteuerte Gasdüsen Druckluftdüsen verwendet werden. Mittels solcher
Druckluftdüsen lässt sich ein auf die Auftragswalze aufgetragener Film aus zumindest
teilweise transparentem Lack in eine eine dreidimensionale Struktur definierende Verteilung
umformen. Dabei werden Bereiche in dem Lackfilm mittels Druckluftstrahlen verdrängt,
so dass eine dreidimensionale Struktur entsteht.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
dass der auf die Auftragswalze aufgetragene Lack auf derselben vorgetrocknet oder
vorgehärtet wird, bzw. dass der Auftragswalze eine Strahlenquelle oder Heizvorrichtung
zugeordnet wird, die ausgebildet ist, um den auf die Auftragswalze aufgetragenen Lack
auf derselben vorzutrocknen oder vorzuhärten. Hierdurch lässt sich einem Verlaufen
(Zerfließen) der auf der Auftragswalze erzeugten dreidimensionalen Lackstruktur entgegenwirken,
wodurch die Auflösung der auf dem plattenförmigen Werkstück hergestellten strukturierten
Lackoberfläche verbessert werden kann.
[0022] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Auftragswalze
gummiert und/oder bombiert ausgebildet ist. Diese Ausgestaltung trägt ebenfalls zur
Verbesserung der Auflösung der auf den plattenförmigen Werkstücken hergestellten strukturierten
Lackoberfläche bei. Ein aus Gummi oder einem gummiartigen Werkstoff bestehender Auftragswalzenmantel
wirkt einem Zerfließen der auf der Auftragswalze erzeugten Lackstruktur entgegen und
kann Unebenheiten des zu bedruckenden plattenförmigen Werkstücks kompensieren. Eine
bombierte Ausgestaltung der Auftragswalze begünstigt die Erzielung einer gleichmäßigen
Lackstrukturhöhenverteilung über die Breite der Auftragswalze.
[0023] Weitere bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen.
[0024] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer verschiedene Ausführungsbeispiele darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine mehrere Druckstationen aufweisende Vorrichtung bzw. Anlage zur Herstellung plattenförmiger
Produkte mit einer ein Dekor aufweisenden Oberfläche, in Seitenansicht;
- Fig. 2
- eine Auftragsvorrichtung; und
- Fig. 3
- ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung.
[0025] In Fig. 1 ist eine Vorrichtung bzw. Anlage zur Herstellung von plattenförmigen Produkten,
beispielsweise von Möbelbauplatten oder Fußboden-, Wand- oder Deckenpaneelen, mit
einer ein Dekor aufweisenden Oberfläche, dargestellt.
[0026] Mehrere plattenförmige Werkstücke 1 sind auf einem Förderband 2 angeordnet, die einzeln
der Reihe nach verschiedenen Bearbeitungsstationen 3,4, 5 und 6 zugeführt werden.
Die Vorschubrichtung der Werkstücke 2 ist mit einem Pfeil angedeutet und verläuft
von links nach rechts. Anstelle mehrerer einzelner Werkstücke 1 kann auch ein großflächiges
Werkstück oder ein endlos hergestelltes Werkstück bearbeitet werden, das nach der
im Folgenden beschriebenen Bearbeitung in einzelne Platten (Zuschnitte) zerteilt wird.
Die Förderband- bzw. Vorschubgeschwindigkeit der Werkstücke 1 liegt beispielsweise
im Bereich von 1 bis 120 m/min.
[0027] Das plattenförmige Werkstück 1 dient als Träger und kann daher auch als Trägerplatte
bezeichnet werden.
[0028] Das Werkstück oder die Trägerplatte 1 ist aus Holzwerkstoff, aus Schichtstoff und/oder
aus mindestens einer Compactplatte hergestellt. Compactplatten werden aus harzgetränkten
Zellulosebahnen hergestellt, die unter großem Druck und bei hohen Temperaturen in
Laminatpressen verpresst werden. Vorzugsweise handelt es sich bei den Trägerplatten
1 jedoch um geschliffene Holzwerkstoffplatten, beispielsweise um Spanplatten, mitteldichte
Faserplatten (MDF-Platten), hochdichte Faserplatten (HDF-Platten) oder Hartfaserplatten.
[0029] Nach einer optionalen (nicht dargestellten) Bürststation, die etwaige Verunreinigungen
oder Schleifstaub entfernt, wird vorzugsweise mittels (nicht gezeigter) Auftragswalzen
mehrstufig Füller aufgebracht, wobei nach jeder Stufe eine Zwischentrocknung erfolgt.
Auf die so vorliegende Trägerplatte 1 wird dann wiederum mehrstufig eine im Grundfarbton
eines nachfolgend aufgedruckten Dekors gehaltene Grundierung mittels (nicht gezeigter)
Walzen aufgetragen, wobei wieder nach jedem Auftrag eine teilweise Trocknung erfolgt.
[0030] Sodann wird die grundierte Trägerplatte 1 vorzugsweise geglättet. Dies erfolgt beispielsweise
mittels beheizter, polierter Stahlwalzen (nicht gezeigt), die unter Anpressen gegen
die Trägerplatte 1 mit einer Umfangsdrehgeschwindigkeit, welche größer oder niedriger
als die Vorschubgeschwindigkeit der Trägerplatten 1 ist, über die Breite der Trägerplatte
1 betrieben werden. Die so behandelte Trägerplatte 1 weist dann über ihre gesamte
Oberseite eine in Farbe, Glanzgrad und Struktur ebene bzw. gleichmäßige Oberfläche
auf.
[0031] Unmittelbar an die optionale (nicht dargestellte) Glättvorrichtung wird auf die Trägerplatte
1 ein Dekor (Dekorbild), beispielsweise ein Holz-, Naturstein- oder Fliesendekor aufgedruckt.
Das Aufdrucken des Dekorbildes erfolgt vorzugsweise mittels eines oder mehrerer Druckwalzenwerke
3.1, 4.1. Das jeweilige Druckwalzenwerk 3.1,4.1 ist typischerweise aus einer gravierten
Druckwalze (Druckzylinder) 3.11,4.11 mit Farb- und Feuchtwalzen und einem Gummituchzylinder
3.12, 4.12 mit Gegendruckzylinder aufgebaut. Dieses Druckverfahren wird auch als indirekter
Tiefdruck bezeichnet.
[0032] Anstelle eines oder mehrerer Druckwalzenwerke 3.1, 4.1 kann erfindungsgemäß auch
eine digitale Druckervorrichtung (nicht gezeigt), insbesondere eine Tintenstrahldruckvorrichtung,
verwendet werden, um ein gewünschtes Dekorbild auf die Trägerplatten 1 aufzudrucken.
Die digitale Druckervorrichtung wird vorzugsweise so angesteuert, dass das Dekorbild
derart variiert wird, dass keine oder praktisch keine Trägerplatten 1 mit identischen
Dekorbildern erzeugt werden. Hierzu ist die digitale Druckervorrichtung beispielsweise
an einem Computer angeschlossen, der die Größe, Form und/oder Position eines oder
mehrerer Dekorbildelemente, z.B. das Bild einer Holzmaserung, von Kern- und Splintholz,
eines Astes (Astquerschnittes), von Harzgallen, Maserknollen, Jahresringen, Fraßgängen
(z.B. Holzwurmlöcher/-gänge), Nagel- und/oder Schraubköpfen, etc., nach dem Zufallsprinzip
variiert und die digitalen Druckköpfe der Druckervorrichtung entsprechend ansteuert.
[0033] Der digitalen Druckervorrichtung bzw. den Druckwalzenwerken 3.1, 4.1 sind Nachbearbeitungsvorrichtungen
3.2,4.2 nachgeordnet, Die jeweilige Nachbearbeitungsvorrichtung 3.2,4.2 kann beispielsweise
mittels eines Warmluftstroms oder mittels einer energiereichen und/oder elektromagnetischen
Strahlung, insbesondere UV-Strahlung eine Trocknung bzw. Teiltrocknung des aufgedruckten
Dekorbildes bewirken.
[0034] Auf die digitale Druckervorrichtung oder das Druckwalzenwerk 4.1 bzw. die Nachbearbeitungsvorrichtung
4.2 folgt optional mindestens eine Bearbeitungsstation 5, mittels der auf das Dekor
eine Versiegelungsschicht (Verschleißschutzschicht) aufgebracht wird.
[0035] Als Versiegelung des Dekors wird vorzugsweise eine mit UV-Strahlung härtbare, transparente
Lackbeschichtung in mindestens zwei Stufen aufgebracht. Der Versiegelungslack kann
Korundpartikel und/oder andere die Abriebfestigkeit erhöhende Partikel enthalten.
Handelt es sich bei den herzustellenden dekorativen Platten 1 um solche, die keiner
hohen Abriebbeanspruchung ausgesetzt werden, beispielsweise um Möbelteile, insbesondere
um Rückwände für Schränke, so kann der Versiegelungslack auch frei von Korundpartikeln
oder sonstigen die Abriebfestigkeit erhöhenden Partikeln sein. Alternativ oder ergänzend
zu Abriebfestigkeit erhöhenden Partikeln kann der Versiegelungslack noch weitere Additive
enthalten, beispielsweise die Kratzfestigkeit erhöhende Additive und/oder Antistatika.
[0036] In der Bearbeitungsstation 5 wird eine im Wesentlichen vollflächige Beschichtung
aus einem UV-härtbaren, transparenten Versiegelungslack aufgebracht. Hierzu weist
die Bearbeitungsstation 5 eine Auftragswalze 5.1 auf, die eine gleichmäßige Schicht
aus Lack auf die Oberseite der mit dem Dekor bedruckten Trägerplatte 1 aufbringt.
In der nachgeschalteten Nachbearbeitungsvorrichtung 5.2 wird die aufgebrachte Beschichtung
zumindest teilweise getrocknet und ausgehärtet.
[0037] Auf die das Dekor aufweisenden Oberfläche der Trägerplatte 1, deren Dekorbild vorzugsweise
mit einer transparenten Versiegelung beschichtet wurde, wird in einer weiteren Bearbeitungsstation
6 eine zumindest teilweise optisch transparente, dreidimensional strukturierte Lackschicht
1.1 aufgetragen. Dies erfolgt erfindungsgemäß indirekt mittels einer Vielzahl digital
gesteuerter Düsen 6.1 in Kombination mit einer Auftragswalze 6.2. Der hierzu verwendete
Lack ist vorzugsweise ein UV-härtbarer Lack.
[0038] Mittels einer auf die Auftragswalze 6.2 folgenden Nachbearbeitungsvorrichtung 6.3
wird dann die zuletzt aufgebrachte Lackschicht 1.1 zumindest teilweise ausgehärtet,
so dass die dreidimensionale Struktur fixiert ist. Mit 1' ist die fertig beschichtete
Trägerplatte bezeichnet. Die Bearbeitungsstation 6 zur Herstellung der strukturierten,
zumindest teilweise optisch transparenten Lackoberfläche 1.1 kann in verschiedenen
Ausführungsformen realisiert werden.
[0039] Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel sind der Auftragswalze 6.2 eine
Vielzahl von digital gesteuerten Düsen 6.1 in Form von Druckköpfen (Lackstrahldüsen)
zugeordnet. Die Düsen bzw. Druckköpfe 6.1 sind in mindestens einer Reihe angeordnet
und decken vorzugsweise die komplette Walzenbreite (axiale Walzenlänge) ab. Je nach
gewünschter Druckgeschwindigkeit können auch mehrere Reihen von Druckköpfen vorgesehen
sein, was in den Figuren 1 und 2 durch eine gepunktete Druckkopfreihe angedeutet ist.
Die Druckköpfe 6.1 einer Reihe sind dabei vorzugsweise versetzt zu den Druckköpfen
6.1' der parallel dazu verlaufenden Druckkopfreihe, d.h. in den Lücken zwischen den
Druckköpfen der parallel dazu verlaufenden Druckkopfreihe angeordnet. Die Druckköpfe
6.1, 6.1' sind in einem geringen Abstand über der Auftragswalze 6.2 positioniert,
wohingegen die Auftragswalze 6.2 durch Kontakt den aufgedruckten Strukturlack an die
Trägerplatte 1 abgibt. Die Mantelfläche der Auftragswalze 6.2 ist im Wesentlichen
glatt oder leicht strukturiert ausgebildet. Des Weiteren ist die Auftragswalze 6.2
vorzugsweise gummiert und bombiert. Durch die Bombierung, d.h. die gezielte fassartige
Verdickung der Auftragswalze 6.2 zu ihrer Mitte hin, wird die Durchbiegung der Walze
6.2, die bei einer rein zylindrisch geformten Walze zu einer über die Breite nicht
gleichmäßigen Auftragsdicke führen würde, kompensiert.
[0040] Analog zum indirekten Tiefdruck des Dekorbildes wird somit die dreidimensionale Struktur
nicht direkt auf Trägerplatte 1, sondern digital auf die Auftragswalze 6.2 gedruckt,
welche dann die aufgedruckte Struktur auf die Trägerplatte 1 überträgt,
[0041] Die digitalen Steuerbefehle zur Erzeugung der Struktur können in einem Datensatz
passend zum Dekorbild vorliegen oder werden anhand des mittels einer optischen Abtastvorrichtung
(nicht gezeigt) eingelesenen Dekorbildes berechnet bzw. erzeugt. Hierzu wird beispielsweise
mittels eines Kamerasystems (nicht gezeigt) das Dekorbild auf der Trägerplatte 1 lokalisiert
und der Nullpunkt zum Bedrucken des Walzenmantels der Auftragswalze 6.2 berechnet
bzw. bestimmt. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass die erzeugte dreidimensionale
Lackoberfläche 1.1 mit den darin vorhandenen Lackporen zu dem Dekorbild, beispielsweise
einem Holzdekorbild auf der Trägerplatte 1 passt. In Fachkreisen wird diesbezüglich
auch von einer "synchronen Lackpore" oder "synchronen Oberflächenstruktur" gesprochen.
[0042] In Fig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung skizziert.
Bei diesem Ausführungsbeispiel wird der Lack zur Herstellung der Oberflächenstruktur
nicht mittels Lackstrahldruckköpfen (Lackstrahldüsen), sondern mittels einer Dosierwalze
6.4 und/oder einer Rakel (nicht gezeigt) auf die Auftragswalze 6.2 aufgebracht. Die
Dosierwalze 6.4 oder Rakel erzeugt auf der Auftragswalze 6.2 einen Lackfilm 6.5 mit
definierter Schichtdicke.
[0043] Der Lackfilm 6.5 wird dann auf der Auftragswalze 6.2 mittels Gasstrahlen, vorzugsweise
Druckluftstrahlen partiell verdrängt und somit in eine dreidimensionale Struktur umgeformt.
Hierzu sind über und/oder an der Auftragswalze 6.2 digital gesteuerte Gasdüsen oder
Druckluftdüsen 6.1 angeordnet. Die Düsen 6.1 sind dabei in mindestens einer Reihe
angeordnet, die sich über die Walzenbreite, d.h. entlang der Drehachse der Auftragswalze
erstreckt. Vorzugsweise sind mehrere Düsenreihen vorhanden (vgl. Fig. 1; 6.1, 6.1'),
die ein digital schaltbares Düsenraster definieren.
[0044] Der den Lack aufnehmende Mantelflächenbereich der Auftragswalze 6.2 ist wiederum
im Wesentlichen glatt oder leicht strukturiert ausgebildet. Auch ist die Auftragswalze
vorzugsweise gummiert und/oder bombierte ausgebildet.
[0045] Der Auftragswalze 6.2 ist in Vorschubrichtung der Trägerplatte 1 eine optische Abtastvorrichtung
(nicht dargestellt) vorgeordnet, die das Dekorbild oder eine auf der Trägerplatte
1 angebrachte Steuermarke erfasst. Die Abtastvorrichtung ist an einer Steuervorrichtung
(nicht gezeigt) angeschlossen, welche die Düsen 6.1,6.1' in Abhängigkeit der von der
Abtastvorrichtung erzeugten Messsignale digital steuert.
[0046] Der Auftragswalze 6.2 kann eine Strahlenquelle oder Heizvorrichtung 6.6 zugeordnet
sein, die ausgebildet ist, um den auf die Auftragswalze 6.2 aufgetragenen und strukturierten
Lack auf derselben vorzutrocknen oder vorzuhärten.
[0047] Die Ausführung der Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr sind zahlreiche Varianten denkbar, die auch bei grundsätzlich
abweichender Gestaltung von der in den beiliegenden Ansprüchen angegebenen Erfindung
Gebrauch machen. So liegt es beispielsweise auch im Rahmen der Erfindung, das Aufbringen
des Dekors (Dekorbildes) auf die Trägerplatte 1 durch Aufpressen von harzgetränktem
Dekorpapier zu verwirklichen. Insbesondere liegt es im Rahmen der Erfindung, verschiedene
Merkmale der beschriebenen Ausführungsbeispiele miteinander zu kombinieren.
1. Verfahren zur Herstellung einer strukturierten, zumindest teilweise optisch transparenten
Lackoberfläche auf einer ein Dekor aufweisenden Oberfläche einer Trägerplatte (1),
bei dem transparenter oder zumindest teilweise transparenter Lack zur Erzeugung der
strukturierten Lackoberfläche auf eine Auftragswalze (6.2) aufgebracht und mittels
der Auftragswalze (6.2) auf die ein Dekor aufweisende Oberfläche der Trägerplatte
(1) übertragen wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Lack mittels einer Vielzahl digital gesteuerter Gasdüsen (6.1, 6.1') auf der
Auftragswalze (6.2) in eine eine Struktur definierende Verteilung umgeformt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lack in eine solche Verteilung auf der Auftragswalze (6.2) umgeformt wird, dass
die aus dieser Verteilung resultierende Struktur der auf der Oberfläche der Trägerplatte
(1) erzeugten strukturierten Lackoberfläche Poren definiert, die zu dem Dekorbild
des Dekors passen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Übertragung des Lacks auf die Trägerplatte (1) das Dekorbild des Dekors oder
eine auf der Trägerplatte angebrachte Steuermarke mittels einer optischen Abtastvorrichtung
erfasst wird und von der Abtastvorrichtung erzeugte Messsignale zur Steuerung der
digital gesteuerten Gasdüsen (6.1, 6.1') genutzt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als digital gesteuerte Gasdüsen (6.1, 6.1') Druckluftdüsen verwendet werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der auf die Auftragswalze (6.2) aufgetragene Lack auf der Auftragswalze (6.2) vorgetrocknet
oder vorgehärtet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Lack in Form eines Lackfilms (6.5) mittels einer Dosierwalze (6.4) oder einer
Rakel auf die Auftragswalze (6.2) aufgebracht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Auftragswalze eine Auftragswalze (6.2) verwendet wird, deren den Lack aufnehmender
Mantelflächenbereich glatt ausgebildet ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Auftragswalze eine gummierte oder bombierte Auftragswalze (6.2) verwendet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Lack Hartpartikel, vorzugsweise Korundpartikel enthält.
10. Vorrichtung zur Herstellung einer strukturierten, zumindest teilweise optisch transparenten
Lackoberfläche auf einer ein Dekor aufweisenden Oberfläche einer Trägerplatte (1),
mit einer Auftragswalze (6.2) zum Übertragen einer strukturierten Lackoberfläche auf
die ein Dekor aufweisende Oberfläche der Trägerplatte (1), gekennzeichnet durch eine Vielzahl digital gesteuerter Gasdüsen (6.1, 6.1'), die ausgebildet sind, um
einen transparenten oder zumindest teilweise transparenten Lack, der in Form eines
Lackfilms auf die Auftragswalze (6.2) aufgetragen wurde, auf der Auftragswalze (6.2)
in eine eine Struktur definierende Verteilung umzuformen.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die digital gesteuerten Gasdüsen (6.1, 6.1') in mindestens einer Reihe angeordnet
sind, die entlang der Drehachse der Auftragswalze (6.2) verläuft.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Auftragswalze (6.2) in Vorschubrichtung der Trägerplatte (1) eine optische Abtastvorrichtung
vorgeordnet ist, die das Dekorbild des Dekors oder eine auf der Trägerplatte (1) angebrachte
Steuermarke erfasst, wobei die Abtastvorrichtung an einer Steuervorrichtung angeschlossen
ist, welche die Gasdüsen (6.1, 6.1') in Abhängigkeit der von der Abtastvorrichtung
erzeugten Messsignale digital steuert.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die digital gesteuerten Gasdüsen (6.1, 6.1') aus Druckluftdüsen gebildet sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Auftragswalze (6.2) eine Strahlenquelle oder Heizvorrichtung (6.6) zugeordnet
ist, die ausgebildet ist, um den auf die Auftragswalze (6.2) aufgetragenen und strukturierten
Lack auf derselben vorzutrocknen oder vorzuhärten.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Auftragswalze (6.2) eine Dosierwalze (6.4) oder eine Rakel zugeordnet ist, die
ausgebildet ist, um auf der Auftragswalze (6.2) den Lackfilm (6.5) zu erzeugen.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der den Lack aufnehmende Mantelflächenbereich der Auftragswalze (6.2) glatt ausgebildet
ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragswalze (6.2) gummiert oder bombiert ausgebildet ist.
1. Method for producing a structured, at least partly optically transparent varnish surface
on the surface of a substrate board (1), preferably of a wood material board, which
has a decoration, wherein transparent or at least partly transparent varnish is applied
to an applicator roll (6.2) to produce the structured varnish surface and is transferred
to the surface of the substrate board (1) having a decoration by the applicator roll
(6.2), characterised in that the varnish is transformed on the applicator roll (6.2) by a plurality of digitally
controlled gas nozzles (6.1,6.1') into a distribution defining a structure.
2. Method according to claim 1, characterised in that the varnish is transformed into such a distribution on the applicator roll (6.2)
that the structure, resulting from this distribution, of the structured varnish surface
produced on the surface of the substrate board (1) defines pores which match the decor
image of the decoration.
3. Method according to claim 1 or claim 2, characterised in that before the varnish is transferred to the substrate board (1), the decor image of
the decoration or a guide mark placed on the substrate board is detected by an optical
scanning device, and measuring signals generated by the scanning device are used to
control the digitally controlled gas nozzles (6.1, 6.1').
4. Method according to any of claims 1 to 3, characterised in that compressed air nozzles are used as digitally controlled gas nozzles (6.1, 6.1').
5. Method according to any of claims 1 to 4, characterised in that the varnish applied to the applicator roll (6.2) is pre-dried or pre-cured on the
applicator roll (6.2).
6. Method according to any of claims 1 to 5, characterised in that the varnish is applied as a film of varnish (6.5) to the applicator roll (6.2) by
a metering roll (6.4) and/or by a doctor.
7. Method according to any of claims 1 to 6, characterised in that an applicator roll (6.2), the varnish-receiving lateral surface region of which is
substantially smooth, is used as the applicator roll.
8. Method according to any of claims 1 to 7, characterised in that a rubberised and/or bowed applicator roll (6.2) is used as the applicator roll.
9. Method according to any of claims 1 to 8, characterised in that the varnish contains hard particles, preferably corundum particles.
10. Device for producing a structured, at least partly optically transparent varnish surface
on the surface of a substrate board (1), preferably of a wood material board, which
has a decoration, comprising an applicator roll (6.2) for transferring a structured
varnish surface to the surface of the substrate board (1) having a decoration, characterised by a plurality of digitally controlled gas nozzles (6.1, 6.1') which are configured
to transform on the applicator roll (6.2) a transparent or at least partly transparent
varnish, which has been applied to the applicator roll (6.2) as a film of varnish,
into a distribution defining a structure.
11. Device according to claim 10, characterised in that the digitally controlled gas nozzles (6.1, 6.1') are arranged in at least one row
which runs along the rotational axis of the applicator roll (6.2).
12. Device according to claim 10 or claim 11, characterised in that arranged upstream of the applicator roll (6.2) in the feed direction of the substrate
board (1) is an optical scanning device which detects the decor image of the decoration
or a guide mark placed on the substrate board (1), the scanning device being connected
to a control device which digitally controls the gas nozzles (6.1, 6.1'), subject
to the measuring signals generated by the scanning device.
13. Device according to any of claims 10 to 12, characterised in that the digitally controlled gas nozzles (6.1, 6.1') are formed as compressed air nozzles.
14. Device according to any of claims 10 to 13, characterised in that associated with the applicator roll (6.2) is a radiation source or a heating device
(6.6) which is configured to pre-dry or pre-cure the varnish applied and structured
on the applicator roll (6.2) on said applicator roll.
15. Device according to any of claims 10 to 14, characterised in that associated with the applicator roll (6.2) is a metering roll (6.4) and/or a doctor,
which is/are configured to produce the film of varnish (6.5) on the applicator roll
6.2.
16. Device according to any of claims 10 to 15, characterised in that the varnish-receiving lateral surface region of the applicator roll (6.2) is substantially
smooth.
17. Device according to any of claims 10 to 16, characterised in that the applicator roll (6.2) is rubberised and/or bowed.
1. Procédé de fabrication d'une surface laquée structurée, au moins partiellement transparente
optiquement, sur une surface - présentant un décor - d'une plaque de support (1),
procédé au cours duquel une peinture transparente ou au moins partiellement transparente
servant à la production de la surface laquée structurée est appliquée sur un rouleau
applicateur (6.2) et transférée, au moyen du rouleau applicateur (6.2), sur la surface
- présentant un décor - de la plaque de support (1),
caractérisé en ce que la peinture, au moyen d'une multiplicité de buses de gaz (6.1, 6.1') pilotées numériquement,
est transformée en une répartition définissant une structure sur le rouleau applicateur
(6.2).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la peinture est transformée sur le rouleau applicateur (6.2), en une répartition
telle, que la structure - qui résulte de cette répartition - de la surface laquée
structurée, produite sur la surface de la plaque de support (1), définit des pores
qui s'adaptent à l'image du décor.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que, avant le transfert de la peinture sur la plaque de support (1), l'image du décor,
ou bien un repère de synchronisation placé sur la plaque de support, est détecté(e)
au moyen d'un dispositif de balayage optique, et des signaux de mesure produits par
le dispositif de balayage sont utilisés pour la commande des buses de gaz (6.1, 6.1')
pilotées numériquement.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'on utilise, comme buses de gaz (6.1, 6.1') pilotées numériquement, des buses à
air comprimé.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la peinture appliquée sur le rouleau applicateur (6.2) est préséchée ou prédurcie
sur le rouleau applicateur (6.2).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la peinture se présentant sous la forme d'un film de peinture (6.5) est appliquée
sur le rouleau applicateur (6.2) au moyen d'un rouleau doseur (6.4) ou d'une raclette.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'on utilise, comme rouleau applicateur, un rouleau applicateur (6.2) dont la zone
de surface latérale recevant la peinture est configuré de façon lisse.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que l'on utilise, comme rouleau applicateur, un rouleau applicateur (6.2) caoutchouté
ou de forme bombée.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que la peinture contient des particules dures, de préférence des particules de corindon.
10. Dispositif de fabrication d'une surface laquée structurée, au moins partiellement
transparente optiquement, sur une surface - présentant un décor - d'une plaque de
support (1), avec un rouleau applicateur (6.2) servant au transfert d'une surface
laquée structurée, sur une surface - présentant un décor - de la plaque de support
(1),
caractérisé par une multiplicité de buses de gaz (6.1, 6.1'), pilotées numériquement, qui sont conçues
pour transformer une peinture transparente ou au moins partiellement transparente,
qui a été appliquée sur le rouleau applicateur (6.2) sous la forme d'un film de peinture,
en une répartition définissant une structure sur le rouleau applicateur (6.2).
11. Dispositif selon la revendication 10, caractérisé en ce que les buses de gaz (6.1, 6.1') pilotées numériquement sont disposées dans au moins
une rangée qui s'étend le long de l'axe de rotation du rouleau applicateur (6.2).
12. Dispositif selon la revendication 10 ou 11,
caractérisé en ce qu'un dispositif de balayage optique est disposé en amont du rouleau applicateur (6.2),
dans la direction d'avancée de la plaque de support (1), dispositif de balayage qui
détecte l'image du décor ou bien un repère de synchronisation placé sur la plaque
de support (1), où le dispositif de balayage est raccordé à un dispositif de commande
qui pilote numériquement les buses de gaz (6.1, 6.1'), en fonction des signaux de
mesure produits par le dispositif de balayage.
13. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 10 à 12, caractérisé en ce que les buses de gaz (6.1, 6.1') pilotées numériquement sont conçues comme des buses
à air comprimé.
14. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 10 à 13, caractérisé en ce qu'est associé(e) au rouleau applicateur (6.2), une source de rayonnement ou un dispositif
de chauffage (6.6) qui est conçu(e) pour présécher ou prédurcir la peinture appliquée
sur le rouleau applicateur (6.2) et structurée sur ce même rouleau applicateur.
15. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 10 à 14, caractérisé en ce qu'est associé(e) au rouleau applicateur (6.2), un rouleau doseur (6.4) ou une raclette
qui est conçu(e) pour produire le film de peinture (6.5) sur le rouleau applicateur
(6.2).
16. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 10 à 15, caractérisé en ce que la zone de surface latérale - recevant la peinture - du rouleau applicateur (6.2)
est configurée de façon lisse.
17. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 10 à 16, caractérisé en ce que le rouleau applicateur (6.2) est conçu en étant caoutchouté ou de forme bombée.


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