[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Regalbediengerät zum Einsatz in einer Regalgasse,
die zwischen zwei sich in einer Querrichtung gegenüberstehenden Regalen definiert
ist, mit einem oberen Fahrwerk, einem unteren Fahrwerk, mindestens einem Mast und
einem Lastaufnahmemittel. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Regalanordnung
mit einem entsprechenden Regalbediengerät.
[0002] Das europäische Patent
EP 2 022 732 B1 offenbart im Absatz [0055] ein Regalbediengerät (nachfolgend auch als "RBG" abgekürzt)
mit einem vertikalen Mast, der ein oberes und unteres Fahrwerk aufweist. Das RBG koppelt
über die Fahrwerke jeweils an eine kopfseitige bzw. fußseitige Führungsschiene. Um
Schwingungen des Masts in einer Querrichtung Z der Regalgasse zu reduzieren, wird
eine Führung (Rolle) in mittlerer Höhe vorgeschlagen, die sich an einem der Regale
der Regalgasse abstützt und die mit dem Mast steif verbunden ist.
[0003] Wie in der Intralogistik üblich, werden nachfolgend eine Längsrichtung der Regalgasse
bzw. Gasse als X-Richtung, eine Querrichtung als Z-Richtung und eine Höhenrichtung
als Y-Richtung bezeichnet (XYZ bilden ein kartesisches Koordinatensystem). Generell
gilt, dass ein RBG Belastungen bzw. Kräfte in der Z-Richtung erfährt, wenn Lagergüter
in eines der Regale der Gasse eingelagert oder aus einem der Regale ausgelagert werden,
die die Gasse zwischen sich definieren. Um ein Lagergut ein- oder auslagern zu können,
wird das RBG zuerst vor einem entsprechenden Regalplatz bzw. Regalfach positioniert.
Zu diesem Zweck fährt das RBG in der Längsrichtung X bis zu einer Regalspalte, in
der das entsprechende Regalfach vorgesehen ist. Während der Fahrt in der Längsrichtung
X oder nach dem Erreichen der entsprechenden Regalspalte wird ein Lastaufnahmemittel
(nachfolgend auch kurz als "LAM" bezeichnet) auf eine entsprechende Höhe (mittels
eines Hubwerks) verfahren.
[0004] Während des eigentlichen Lagerguttransfers der Lagerguts in der Querrichtung Z ermittelt
sich eine Verformung des RBG bzw. dessen Masts nach der Formel:

wobei V [mm] die Verformung, P [N] die einwirkende Kraft, L [mm] eine Masthöhe, E
[N/mm
2] der Elestizitätsmodul und I [mm
4] das Flächenmoment 2. Grades bzw. die Steifigkeit des Masts der RBG ist. V stellt
also ein Maß für einen Weg dar, um den ein (Biege-)Balken ausgelenkt wird, wenn man
die Enden des Balkens fixiert und mit einer Kraft senkrecht auf den Balken einwirkt,
wobei die Kraft idealerweise mittig zwischen den Enden des Balkens eingeleitet wird.
Beim Transfer des Lagerguts ergeben sich "Belastungen" (Schwingungen) aus der Beschleunigung
der Massen (Gewicht des Lagerguts und Eigengewicht des LAM) und aus den Kräften, die
beim Einlagern oder Auslagern des Lagerguts durch Reibung mit dem Regal entstehen.
Wenn beispielsweise ein Lagergut mit einem Gewicht von 2 x 50 kg mit einer Beschleunigung
a = 2m/s
2 und einem Reibwert von µ = 0,2 ausgelagert werden soll, wobei das LAM 30 kg wiegt,
ergibt sich eine Kraft F von ca. 476 N, die in der Querrichtung Z während des Transfers
des Lagerguts auf den Mast des RBG wirkt. Diese Kraft erzeugt Schwingungen des Masts
in der Querrichtung Z. Oft kommt es vor, dass sich eine zweite Bewegungsänderung (z.B.
ein Abbremsen des LAM nach dem anfänglichen Beschleunigen) zur Schwingung der ersten
Belastung aufaddiert (Resonanzfall). Die Schwingungen des Masts in der Querrichtung
Z werden dann immer stärker. Dies kann zu unerwünschten Positionsänderungen von eingelagerten
Lagergütern innerhalb des Regals führen. Ein- und Auslagerungsprozesse verlangsamen
sich, weil man länger warten muss, bis die Schwingungen innerhalb akzeptabler Toleranzen
liegen, um das RBG in der Gasse zu verfahren.
[0005] Koppelt man den Mast, wie z.B. oben in der
EP 2 022 732 B1 in Form einer steifen Führung in mittlerer Höhe vorgeschlagen an das Regal, übertragen
sich die Schwingungen auch auf den Regalbau. Im schlimmsten Fall fängt das Regal an
zu schwingen oder verformt sich. Die Schwingungen des Regals können dazu führen, dass
die Lagergüter innerhalb des Regals wandern. Wenn die Lagergüter über eine zulässige
Positionstoleranz hinauswandern, können sie nicht mehr ausgelagert werden, weil sie
nicht mehr dort stehen, wo eine Lagerverwaltung sie erwartet. Weiterhin können derartige
dynamische Belastungen am Regal zu Lebensdauerproblemen führen, welche teure Reparaturen
oder Nachbesserungen erforderlich machen.
[0006] Ein RBG für automatisierte Kleinteilelager (AKL) kann gleichzeitig bis zu vier Lagergüter
mit einem jeweiligen Gewicht von bis zu 50 kg handhaben. Ein Verhältnis des Gewichts
des gassengebundenen RBG (2 bis 7 t, je nach Höhe des RBG) zur Nutzlast (z.B. 4 x
50 kg) ist relativ schlecht, insbesondere unter energetischen Gesichtspunkten, weil
viel Energie zum Bewegen einer hohen Gesamtmasse benötigt wird. Dieses Problem hat
sich in jüngster Vergangenheit verstärkt, weil Betreiber von Regalanordnungen immer
mehr Regalplätze bei einer gleichbleibenden Anzahl von RBG im Lager wünschen, was
nur durch höhere Regale realisierbar ist. Je höher das Regal wird, desto höher muss
also auch der Mast des RBG werden. Um Verformungsgrenzen einzuhalten, muss nach der
o.g. Formel die Maststeifigkeit I mit zunehmender Höhe in der dritten Potenz wachsen.
Um ein derartiges Wachstum realisieren zu können, braucht man deutlich größere Mastquerschnitte.
Mit einem ansteigenden Mastquerschnitt erhöht sich aber wiederum das Gewicht des RBG.
Diese Erkenntnis steht im Widerspruch zu dem Erfordernis, höhere RBG bei gleichbleibendem
Mastquerschnitt zu bauen. Dies bedeutet mit anderen Worten, dass hohe RBG in einer
Leichtbauweise gewünscht sind. Ebenso sind Regale in einer Leichtbauweise gewünscht.
[0007] Durch die oben in der
EP 2 022 732 B1 erwähnte, steife seitliche Führung reduziert sich die Verformung durch die Halbierung
der Masthöhe um den Faktor 8, weil (L/2)
3 = 1/8 x L
3. Die Schwingungen werden dort aber vollständig an das Regal übertragen und können
so, ein unerwünschtes Wandern der Lagergüter verursachen, wenn der Regalbau nicht
entsprechend dimensioniert, d.h. massiv ausgebildet, ist.
[0008] Die
EP 2 239 226 A1 offenbart ein Regalbediengerät mit einer Stabilisierungseinrichtung, die in einer
mittleren Höhe angebracht ist. Die Stabilisierungseinrichtung verspannt das Regalbediengerät
beim Ein- und Auslagern zwischen den benachbarten Regalen.
[0009] Das Dokument
US 3,184,083 A offenbart ein Regalbediengerät mit einem oberen, einem mittleren und einem unteren
Fahrwerk, wobei das mittlere Fahrwerk an einem Stabilisierungsarm angeordnet ist.
[0010] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Regalanordnung mit zusätzlicher
(seitlicher) mittiger Führung des RBG vorzusehen, wobei ein Mastquerschnitt unabhängig
von einer Regalhöhe konstant gehalten werden kann und wobei bei einem Lagerguttransfer
die Kräfte vom RBG aufgenommen werden können und nicht vom Regal aufgenommen werden
müssen, so dass das Regal ebenfalls in Leichtbauweise gefertigt werden kann. Ferner
ist es gewünscht, dass bei einer Fahrt des RBG in der Längsrichtung der Gasse möglichst
keine Kraft auf die mittlere Führung ausgeübt wird.
[0011] Diese Aufgabe wird durch ein Regalbediengerät gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0012] Die Dämpfungseinheit ist in der Lage, langsame Schwingungen des Masts in der Z-Richtung
zuzulassen, ohne Kräfte zu übertragen, wohingegen schnelle Schwingungen gedämpft werden,
indem Gegenkräfte erzeugt werden. Die (schnellen) Schwingungen werden also möglichst
stark gedämpft, um die Schwingungsamplituden so schnell wie möglich unter die zulässigen
Verformungswerte zu bringen. Die Dämpfung kann rein mechanisch erfolgen, d.h. also
passiv. Eine aufwendige Steuerung (Regelung) ist nicht erforderlich. Es können leichte,
energiesparende Mastkonstruktionen zusammen mit leichten Regalkonstruktionen eingesetzt
werden, ohne dass sich Zwängungen und Belastungen für das Regal ergeben.
[0013] Die Verformung V reduziert sich bei der Erfindung aufgrund der Dämpfung um den Faktor
2 bis 8, selbst wenn man das RBG und das Regal in Leichtbauweise herstellt. Bei der
Erfindung wird die Auslenkung bzw. Verformung des RBG in der Querrichtung Z während
des Lagerguttransfers gedämpft.
[0014] Die gedämpfte Führung des Masts am Regal - mit Spiel - ermöglicht es, keine bzw.
nur sehr geringe Kräfte in den Regalbau einzuleiten. Die tatsächliche Dämpfung ist
im Wesentlichen während eines Lagerguttransfers aktiv. Technisch ist dies möglich,
da die Z-Bewegungen des RBG bei Fahrten in der Längsrichtung der Regalgasse sehr viel
langsamer als die Schwingungen des Masts in der Querrichtung Z beim Lagerguttransfer
ablaufen. Die Schwingungen des Masts bleiben aus und können sich nicht kumulativ aufsummieren.
[0015] Die Dämpfungseinheit gibt bei hohen Geschwindigkeiten (z.B. beim Lagerguttransfer)
hohe Kräfte an das Regal weiter und gibt bei geringeren Änderungen des Abstands (Regal
zu RBG) beim Fahren des RBG so gut wie keine Belastung an das Regal weiter.
[0016] Vorzugsweise ist das Dämpfungsglied ein passiver, ungeregelter Dämpfer.
[0017] Insbesondere ist der passive Dämpfer ein Zylinder, der eine geschlossene, mit einem
Fluid gefüllte Kammer und einen Kolben mit einem Kolbenboden aufweist, wobei der Kolben
hin und her beweglich in der Kammer gelagert ist und ein oder mehrere Durchgangsöffnungen
für das Fluid aufweist, wobei eine Anzahl und Größe der Durchgangsöffnungen so gewählt
ist, dass das Fluid zähflüssig (viskos) wirkt.
[0018] Bei dem Dämpfer kann es sich z.B. um einen Hydraulikdämpfer handeln. Wenn kleine
Kräfte auf den Kolben wirken, kann sich der Kolben nahezu ohne Widerstand durch die
Kammer bewegen. Bei größeren Kräften kann das Fluid aufgrund seiner Viskosität nicht
so schnell durch die Durchgangsöffnungen fließen, so dass der Kolben nur gehemmt bewegt
werden kann. In diesem Fall baut sich innerhalb der Kammer ein Widerstand auf, der
dazuführt, dass auf den Kolben eine entsprechende Gegenkraft wirkt. Diese Gegenkraft
wirkt auf den Regalbau, wenn die ursächliche Kraft durch das LAM hervorgerufen wird,
welches einen Lagerguttransfer durchführt.
[0019] Bei einer weiteren besonderen Ausgestaltung koppelt das mittlere Fahrwerk derart
lose an die mittlere Führungsschiene, dass das mittlere Fahrwerk während einer Fahrt
des Regalbediengeräts in der Längsrichtung durch die Regalgasse nicht permanent kraftschlüsig
mit der mittleren Führungsschiene verbunden ist.
[0020] Zwischen dem mittleren Fahrwerk und der mittleren Fahrschiene herrscht ein gewisses
Spiel. Üblicherweise ist das mittlere Fahrwerk nicht in Kontakt mit der mittleren
Führungsschiene. Das RBG koppelt also nur in Ausnahmefällen an das Regal. Es herrscht
keine feste Führung zwischen dem Mast und dem Regal. Dies erlaubt es, dass die mittlere
Führungsschiene Verformungen aufweisen darf, die nicht sofort zu einer Ausübung einer
Kraft auf das Regal führen (Zwangsführung). Dadurch wird ein Wandern der Lagergüter
unterdrückt. Das RBG gibt bei Längsfahrten so gut wie keine Kräfte an das Regal ab.
[0021] Vorzugsweise weist das mittlere Fahrwerk ein oder mehrere Laufräder sowie einen oder
mehrere Stützräder auf.
[0022] Weiter ist es von Vorteil, wenn der Ausleger einen ersten Arm und einen zweiten Arm
aufweist, wobei die Arme über das Dämpfungsglied gegeneinander beweglich verbunden
sind und wobei einer der Arme entlang des anderen Arms geführt gelagert ist.
[0023] Insbesondere ist eine Steuerung und ein Sensor vorgesehen, wobei der Sensor einen
Wert erfasst und an die Steuerung ein Signal liefert, der einen momentanen Abstand
des zumindest einen Masts in der Querrichtung relativ zu einem der Regale entspricht,
wobei das Dämpfungsglied ein aktiv geregelter Aktuator ist, der von der Steuerung
auf Basis des Werts des Sensors 102 derart betätigt wird, dass der Aktuator einer
Schwingung des zumindest einen Masts in der Querrichtung entgegenwirkt.
[0024] Weiter ist es von Vorteil, wenn das Dämpfungsglied eine Bremse aufweist.
[0025] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist der Ausleger im Wesentlichen
horizontal orientiert.
[0026] Die oben genannte Aufgabe wird ferner durch eine Regalanordnung mit mindestens einer
Regalgasse, die zwischen jeweils zwei Regalen definiert ist, und mit einem Regalbediengerät
gemäß der Erfindung gelöst.
[0027] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0028] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in
der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Sicht in eine Regalgasse einer Regalanordnung, in welcher ein Regalbediengerät
gemäß der Erfindung betrieben wird;
- Fig. 2
- eine Vergrößerung des Kreises II der Fig. 1 in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 3
- eine schematisierte Darstellung einer mittleren Führung;
- Fig. 4
- ein abgewandeltes Dämpfungsglied in isolierter Darstellung;
- Fig. 5
- einen Ausschnitt einer Sicht in eine Regalgasse mit einer abgewandelten Dämpfungseinheit;
und
- Fig. 6
- ein Kraft-Weg-Diagramm eines einstellbaren Schwingungsdämpfers gemäß Fig. 2.
[0029] Wenn im Nachfolgenden von vertikalen und/oder horizontalen Orientierungen gesprochen
wird, versteht es sich von selbst, dass die Orientierungen jederzeit durch eine entsprechende
Drehung miteinander vertauscht werden können und deshalb nicht einschränkend zu verstehen
sind. Wie in der (Intra-)Logisitik üblich, werden in einem Lager die Längsrichtung
mit "X", die Querrichtung mit "Z" und Höhenrichtung mit "Y" bezeichnet. Die Richtungen
XYZ definieren ein kartesisches Koordinatensystem, wie es exemplarisch in Fig. 2 gezeigt
ist.
[0030] Unter einem Regalbediengerät (auch als "RBG" abgekürzt) wird nachfolgend ein Förderzeug
bzw. Bediengerät verstanden, das in einer Regalgasse zwischen zwei Regalen, meist
schienengeführt, verfahren wird. Üblicherweise weist ein RBG ein Fahrwerk, einen oder
mehrere Masten, ein Hubwerk sowie mindestens ein Lastaufnahmemittel (auch als "LAM"
abgekürzt) auf. Der Mast kann an einer oberen/unteren Führungsschiene geführt und/oder
am Boden mit einer Traverse verbunden sein, die die Kräfte über Stütz- und Führungsrollen
übertragen. Antriebe werden oft als Reibantriebe oder Zahnriemenantriebe ausgeführt.
Ein Hubantrieb des RBG erfolgt häufig mittels umlaufender Zugmittel, wie z.B. mittels
Zahnriemen, Ketten oder Seilen. Für größere Beschleunigungen ist ein mitfahrender
Omega-Fahrantrieb geeignet, bei dem sich das RBG mit Omega-förmig angeordneten Rollen
an einem Zahnriemen entlang zieht. Die Lastaufnahme erfolgt bei Paletten z.B. über
eine teleskopierbare Gabel und bei Behältern z.B. durch Umwälzen mittels Gurtförderern
oder Einziehen mit Zugeinrichtungen (z.B. Haken, Lasso oder Schwenkarm).
[0031] Unter einer Lagereinheit wird nachfolgend eine Handhabungseinheit innerhalb eines
Lagers verstanden, die insbesondere mit Regalen eingesetzt wird. Eine Lagereinheit
ist typischerweise artikelrein (sortenrein), kann aber auch gemischt vorliegen (mehrere
Artikel unterschiedlicher Sorten/Typen). Die Lagereinheit kann ein Lagerhilfsmittel
sowie das Lagergut selbst umfassen. Die Lagereinheit kann aber auch nur das Lagergut
sein, wenn das Lagerhilfsmittel weggelassen wird. Als Lagerhilfsmittel werden üblicherweise
Ladehilfsmittel eingesetzt, wie z.B. Paletten, Gitterboxen, Container, Behälter, Kartons,
Tablare, etc. Lagergüter umfassen Stückgüter, Schüttgüter, Flüssigkeiten oder Gase.
Schüttgüter, Flüssigkeiten und Gase benötigen ggf. zur weiteren Handhabung Packmittel,
um Packstücke zu definieren. Im Nachfolgenden werden exemplarisch leere und gefüllte
Behälter oder Kartons als Lagergüter betrachtet werden.
[0032] Eine Lageranordnung (z.B. ein Regallager) umfasst üblicherweise eine Vielzahl von
Regalen, die meist parallel in Form von Einzelregalen oder Doppelregalen angeordnet
sind. Doppelregale sind Einzelregale, die Rücken an Rücken aufgestellt sind. Zwischen
den Regalen sind Regalgassen definiert, die üblicherweise in Längsrichtung der Regale
entlang deren Längsseiten verlaufen und als Aktionsraum für das RBG dienen. Die Regale
enden an ihren, sich jeweils gegenüberliegenden Stirnseiten, die wiederum in einer
Ebene senkrecht zur Längsrichtung der Regalgasse orientiert sind. Die Regale selbst
weisen eine Vielzahl von (Regal-)Lagerplätzen bzw. Stellplätzen auf, die in Form von
übereinanderliegenden Regalebenen angeordnet sind. Eine Regalspalte erstreckt sich
in vertikaler Richtung innerhalb eines Regals und weist üblicherweise so viele Lager-
bzw. Stellplätze übereinander auf, wie Regalebenen vorhanden sind.
[0033] Fig. 1 zeigt eine Sicht entlang der Längsrichtung X in eine Regalgasse 14 einer Regalanordnung
10. In der Regalgasse 14 ist ein RBG 12 vorgesehen. Die Regalgasse 14 ist zwischen
einem ersten Regal 16-1 und einem zweiten Regal 16-2 definiert. Die Regale 16 weisen
einen Regalbau 18 auf, der wiederum Regalsteher 20, nicht näher gezeigte Querträger,
Regalböden 22 oder andere Haltelemente sowie (optionale) Querverbindungen 28 aufweisen
kann. Die Regalböden 22 definieren jeweils ein Regalfach bzw. einen Regalplatz 24
zur einfach- oder mehrfachtiefen Lagerung von Lagergütern 26. In der Fig. 1 ist eine
einfachtiefe Lagerung gezeigt. Im linken Regal 16-1 sind die beiden unteren Regalfächer
24 mit jeweils einem der Lagergüter 26 belegt. Im rechten Regal 16-2 ist lediglich
das unterste Regalfach mit einem der Lagergüter 26 belegt. Die restlichen Regalfächer
24 sind z.B. frei, d.h. nicht belegt.
[0034] Das RBG 12 weist ein Lastaufnahmemittel (LAM) 30 auf, das höhenverstellbar ist (vergleiche
Pfeil 32). Das LAM 30 kann einen nicht näher bezeichneten und gezeigten Greifmechanismus
aufweisen, der ein- oder ausfahrbar ist, wie es durch einen Doppelpfeil 34 angedeutet
ist. Das LAM 30 ist an einem nicht näher bezeichneten Hubtisch befestigt. Das RBG
12 weist ferner einen oder mehrere vertikal orientierte Masten 36 auf. Aus Gründen
einer vereinfachten Beschreibung wird nachfolgend von einem einzigen Mast 36 pro RBG
12 ausgegangen. Der Hubtisch verfährt vertikal entlang des Masts 36 und ist durch
den Mast 36 vertikal geführt. Der Mast 36 ist hier exemplarisch mit einem unteren
Fahrwerk 38 und einem oberen Fahrwerk 40 ausgestattet. Das untere Fahrwerk 38 koppelt
an eine untere Führungsschiene 42. Das obere Fahrwerk 40 koppelt an eine obere Führungsschiene
44. Es versteht sich, dass nur eines oder beide der Fahrwerke 38 und 40 angetrieben
sein kann bzw. können. Ein nicht angetriebenes Fahrwerk dient allein der Führung,
nicht aber der Fortbewegung des RBG 12 in der Gasse 14. Die Koppelung der Fahrwerke
38 und 40 an die Schienen 42 und 44 erfolgt jeweils über ein oder mehrere Führungsräder
46. Die untere Führungsschiene 42 ist exemplarisch in einem Hallenboden befestigt.
Die obere Führungsschiene 44 ist exemplarisch am Regalbau 18 befestigt. Die untere
Führungsschiene 42 kann ebenfalls am Regalbau 18 befestigt sein. Die obere Führungsschiene
44 kann an einer Hallendecke befestigt sein. Die Art der Befestigung der Schienen
42 und 44 hat Auswirkungen auf eine Übertragung von Schwingungen des RBG 12, insbesondere
des Masts 36, auf das oder die Regale 16.
[0035] In einer mittleren Höhe des Masts 36 ist ferner eine Dämpfungseinheit 50 vorgesehen,
die ein Dämpfungsglied 52 und einen Ausleger 54 aufweist. Die Dämpfungseinheit 50
kann ferner ein (mittleres) Fahrwerk 56 aufweisen. Die Dämpfungseinheit 50 koppelt
mit ihrem Fahrwerk 56 an eine mittlere Führungsschiene 58, die sich im Wesentlichen
horizontal in der Längsrichtung X der Regalgasse 14 erstreckt und die am Regalbau
18 (hier am Regal 16-2) befestigt ist. Durch Herstellungstoleranzen bei der Führungsschiene
58 kann es zu leichten Abweichungen von der horizontalen Ausrichtung in der Längsrichtung
X kommen. Eine exemplarische Gestalt der mittleren Führungsschiene 58 wird unter Bezugnahme
auf Fig. 3 noch näher erläutert werden.
[0036] Die Dämpfungseinheit 50 der Fig. 1 ist fest mit dem Mast 36 verbunden und koppelt
über die mittlere Führungsschiene 58 an den Regalbau 18. Die Dämpfungseinheit 50 und
die mittlere Führungsschiene 58 sind in einem mittleren Höhenbereich der Regalgasse
14 bzw. des Masts 36 bzw. der Regale 16 angeordnet. Der Ausleger 54 ist im Wesentlichen
horizontal orientiert. Leichte Winkelabweichungen gegenüber der Waagrechten sind möglich.
[0037] In Fig. 2 ist eine perspektivische Vergrößerung des mit "II" bezeichneten und mit
einer Strichlinie dargestellten Kreises der Fig. 1 gezeigt. Das Dämpfungsglied 52
der Dämpfungseinheit 50 ist z.B. in Form eines Zylinders (z.B. Hydraulikdämpfer) implementiert,
der ein Gehäuse 62, eine Kammer 64 und einen Kolben 66 aufweist. Der Kolben 66 ist
in der Kammer 64 axial hin und her beweglich gelagert. Der Kolben 66 ist, vorzugsweise
starr, mit einem Lagerbock 68 verbunden, der wiederum mit einem ersten Arm 70 des
Auslegers 54 verbunden ist. Der erste Arm 70 ist über eine Montageplatte 72 mit dem
Mast 36 verbunden. Der erste Arm 70 kann über eine Schraubverbindung 74 mit der Montageplatte
72 verbunden sein. Der erste Arm 70 kann um eine Drehachse 76 schwenkbar (vergleiche
Pfeil 78) am Mast 36 gelagert sein. Die Drehachse 76 stellt hier eine imaginäre Verlängerung
einer Längsrichtung der Schraubverbindung 74 dar. Wenn der Ausleger 54 schwenkbar
gelagert ist, darf das Regal 16 bzw. die mittlere Führungsschiene 58 in der Höhe Y
variieren. Üblicherweise variiert eine Höhe der Führungsschiene 58 in einer Größenordnung
von +/- 30 mm. Wenn das Regal 16 z.B. stark beladen ist, kann sich die effektive Höhe
der Schiene 58 z.B. um 20 mm absenken. Durch die schwenkbare Lagerung des Auslegers
54 kann das RBG 12 dieser Höhenvariation problemlos folgen.
[0038] Der Ausleger 54 kann des Weiteren einen zweiten Arm 80 aufweisen, der kraftübertragend
nur über den Zylinder 60 mit dem ersten Arm 70 verbunden ist. Der erste Arm 70 und
der zweite Arm 80 sind nicht direkt miteinander verbunden. Sie können sich aber gegenseitig
führen. Der zweite Arm 80 ist z.B. so gelagert, dass er entlang des ersten Arms 70
beweglich geführt ist, wie es durch einen Pfeil 82 in der Fig. 2 angedeutet ist. Der
zweite Arm 80 kann innerhalb des ersten Arms 70 mechanisch geführt sein.
[0039] Der zweite Arm 80 kann mit einem Gestell 88 verbunden sein, welches dem ersten Arm
70 gegenüberliegt und welches das mittlere Fahrwerk 56 aufweist. Das mittlere Fahrwerk
56 kann ein oder mehrere Laufräder 84 und ein oder mehrere Stützräder 86 aufweisen,
um an die mittlere Führungsschiene 58 zu koppeln.
[0040] Bezug nehmend auf Fig. 3 ist der zweite Arm 80 mit seinem dem ersten Arm 70 gegenüberliegenden
Ende stark vereinfacht gezeigt, um die Kopplung des mittleren Fahrwerks 56 an die
mittlere Führungsschiene 58 zu verdeutlichen. Die mittlere Führungsschiene 58 hat
z.B. eine nach unten offene, U-förmige Gestalt und kann einen horizontal orientierten
Laufschenkel 90 sowie einen senkrecht dazu orientierten, vertikalen Stützschenkel
92 aufweisen. Der vertikale Stützschenkel 92 ist vorzugsweise parallel zu einem weiteren
vertikalen (Befestigungs-)Schenkel 94 orientiert, der wiederum senkrecht zum Laufschenkel
90 orientiert ist. Die mittlere Führungsschiene 58 ist z.B. über den Schenkel 94 am
Regal 16 (nicht dargestellt) befestigt. Der Laufschenkel 90 dient einer vertikalen
Führung der Laufräder 84. Die Laufräder 84 folgen dem Laufschenkel 90 bei einer Fahrt
des RBG 12 durch die Gasse 14 in der vertikalen Richtung Y. Der Stützschenkel 92 dient
der horizontalen Führung der ein oder mehreren Stützräder 86 in der Querrichtung Z,
während das RBG 12 in der Gasse 14 steht oder fährt.
[0041] In der Fig. 3 sind exemplarisch ein Laufrad 84 und zwei Stützräder 86-1 und 86-2
gezeigt. Die Räder 84 und 86 sind vorzugsweise elastisch gelagert. Die Räder 86 können
horizontal verstellbar gelagert sein, um auf einer Baustelle (Lagerhalle) vor Ort
montiert und eingestellt zu werden. Das Stützrad 86-1 ist so montiert, dass es in
einem Ruhezustand des RBG 12 (d.h. das RBG 12 fährt nicht und es findet auch kein
Lagerguttransfer statt) von außen fest am Stützschenkel 92 anliegt, weil es zumindest
teilweise das Eigengewicht der Dämpfungseinheit 50 am Regalbau 18 abstützt. Das zweite
Stützrad 86-2 ist innerhalb des U-förmigen Bereichs der mittleren Führungsschiene
58 angeordnet, um durch die Schenkel 92 und/oder 94 horizontal geführt zu werden.
Das Rad 86-2 wird vorzugsweise so montiert, dass es im Ruhezustand des RBG 12 leicht
von innen am Schenkel 92 anliegt. Vorzugsweise übertragen die Räder 84 und 86 im Normalzustand
(Fahrt des RBG 12 durrch die Gasse 14) keine Kräfte vom Mast 36 an die mittlere Führungsschiene
58. Zwischen den Rädern 84 und 86 und der mittleren Führungsschiene 58 ist im Normalzustand
kein Spiel (Abstand) vorgesehen, so dass das RBG 12 während einer Fahrt in der Längsrichtung
X durch die mittlere Führungsschiene 58 zwangsgeführt ist. Die Arme 70 und 80 können
über das Dämpfungsglied 52 Abstandstoleranzen zwischen dem Mast 36 und dem Regal 16
ausgleichen. Dies hat den Vorteil, dass Herstellungs- und Montagetoleranzen der mittleren
Führungsschiene 58 unbeachtlich sind, aber dennoch Kräfte, insbesondere Schwingungen
während eines Lagerguttransfers gedämpft werden können.
[0042] Man kann die Räder 84 auch weglassen, insbesondere wenn der Ausleger 54 starr, also
nicht schwenkbar, am Mast 36 befestigt ist. Eine derartige Ausführung kommt dann zur
Anwendung, wenn das Regal nur geringe vertikale Verformungen aufweist und die unvermeidlichen
vertikalen Verformungen durch entsprechend üppig ausgebildete Laufflächen 92 und 94
aufgenommen werden können.
[0043] Fig. 4 zeigt zwei Funktionsprinzipien für die Dämpfungseinheit 50 bzw. 50'.
[0044] Bei der ersten Variante der Dämpfungseinheit 50 der Fig. 4 ist die Kammer 64 des
Zylinders 60 in sich geschlossen (dicht) und mit einem nicht näher bezeichneten Fluid
(vorzugsweise einer Flüssigkeit, wie z.B. einem wärmeleitenden Hydrauliköl) gefüllt.
Der Kolben 66 ist axial innerhalb der Kammer 64 hin und her beweglich, wie es durch
ein Doppelpfeil angedeutet ist. Der Kolben 66 kann einen Kolbenboden 67 aufweisen,
der wiederum nicht näher bezeichnete Durchgangsöffnungen aufweisen kann. Die Kammer
64 wird durch den Kolbenboden 67 in eine erste (linke) Hälfte 64-1 und eine zweite
(rechte) Hälfte 64-2 variabel geteilt, die über die Durchgangsöffnungen strömungstechnisch
in Verbindung stehen.
[0045] Wenn eine Kraft auf den ersten Arm 70 oder den zweiten Arm 80 in Richtung des gegenüberliegenden
Arms 80 bzw. 70, also in der Querrichtung Z, ausgeübt wird, bewegt sich der Kolben
66 in der Fig. 4 nach rechts bzw. nach links. Erfolgt die Bewegung des Kolbens 66
langsam, so strömt das Fluid durch die Durchgangsöffnungen und es baut sich nahezu
kein Widerstand (Druck) in der entsprechenden Kammerhälfte 64-2 bzw. 64-1 auf. Der
Zylinder 60 dämpft dann nahezu nicht. Diese Situation tritt im Wesentlichen bei Fahrten
des RBG 12 in der Längsrichtung X auf.
[0046] Wenn die Kraft auf den Arm 70 bzw. 80 größer wird, vermag das viskose Fluid nicht
mehr ausreichend schnell durch die Durchgangsöffnungen zu treten, so dass sich ein
Druck in der entsprechenden Kammerhälfte 64-2 bzw. 64-1 aufbaut, der wiederum als
Gegenkraft zur einwirkenden Kraft in Erscheinung tritt. Es baut sich eine Gegenkraft
auf. Die eingeleitete Kraft wird gedämpft. Diese Situation ergibt sich insbesondere
dann, während Lagergüter 26 mittels dem LAM 30 ein- oder ausgelagert werden. Während
des Ein- und Auslagerns von Lagergütern 26 treten hohe Beschleunigungen und Geschwindigkeiten
des LAM 30 in der Querrichtung Z auf. Besonders signifikant sind der Anfang und das
Ende von Bewegungen des LAM 30 bzw. der Kombination aus LAM 30 und Lagergut 26.
[0047] Bei einer abgewandelten, zweiten Variante wird eine aktiv geregelte Dämpfungseinheit
50' eingesetzt. Der Zylinder 60 bzw. dessen Kammerhälften 64-1 und 64-2 sind dann
an Fluidleitungen 106 angekoppelt, die wiederum an ein (nicht näher gezeigtes) Fluidreservoir
angeschlossen sind. Des Weiteren ist dann eine Steuerung 10 vorgesehen, die Steuerungssignale
an eine Pumpe P sendet. Die Pumpe P ist innerhalb des Verlaufs einer der Leitungen
106 vorgesehen, um das Fluid in eine der Kammerhälften 64-1 oder 64-2 hineinzupumpen
oder aus dieser herauszupumpen. Die Steuerung 100 ist ferner über eine Signalleitung
104 mit einem Sensor 102 verbunden. Es versteht sich, dass die Signalleitung 104 auch
drahtlos implementiert sein kann. Der Sensor 102 erfasst einen Wert, der einem Abstand
des Masts 36 in der Querrichtung Z relativ zu einem der Regale 16 äquivalent ist.
In der Fig. 4 bestimmt der Sensor 102 einen Abstand A zu einer Stirnseite des zweiten
Arms 80, wobei der Sensor 102 fest mit dem ersten Arm 170 verbunden ist und im Wesentlichen
in einer Längsrichtung der Arme 70 und 80 misst. Der Sensor 102 kann z.B. im Inneren
des ersten Arms 70 angeordnet sein. Aus dem Abstand A bzw. einer Änderungsrate des
Abstands A lassen sich die Geschwindigkeit/Beschleunigung des Masts 36 gegenüber dem
Regal 16 in der Querrichtung Z bestimmen. Die Steuerung 100 verfügt über entsprechende
Steuerungsalgorithmen, um die Signale vom Sensor 102 auswerten zu können und in entsprechende
Steuersignale für die Pumpe P umwandeln zu können. Die Steuerung erfolgt derart, dass
gedämpft wird, d.h. gegen die eingeleitete Kraft gesteuert wird. Schnelle Bewegungen
des RBG 12 (z.B. während eines Lagerguttransfers) in der Querrichtung Z werden aktiv
gedämpft, wohingegen langsame Bewegungen (z.B. Fahrt des RBG 12 in der Gasse 14) nicht
aktiv gedämpft werden.
[0048] Bezug nehmend auf Fig. 5 ist eine weitere Abwandlung einer Dämpfungseinheit 50" gezeigt.
Das Dämpfungsglied 52 der Dämpfungseinheit 50" ist in Form einer Bremse 110 realisiert.
Ein Zylinder 60 ist hier nicht vorgesehen. Der erste Arm 70 und der zweite Arm 80
sind wiederum in horizontaler Richtung geführt gegeneinander gelagert, wie es durch
einen Doppelpfeil angedeutet ist. Der zweite Arm 70 ist über nicht näher bezeichnete
Bremsbacken der Bremse 110 mit dem ersten Arm 70 verbunden. Die Bremsbacken greifen
von außen an den ersten Arm 70 an. Im desaktivierten Zustand der Bremse 110, d.h.
bei Fahrten des RBG 12 in Längsrichtung X durch die Gasse 14, können der erste Arm
70 und er zweite Arm 80 frei horizontal gegeneinander bewegt werden, und zwar ohne
Reibungsverluste. Im betätigten Zustand der Bremse 110, also während eines Lagerguttransfers,
können der erste Arm 70 und der zweite Arm 80 nur noch erschwert horizontal gegeneinander
bewegt werden. Die Bremswirkung der Bremse 110 ist in Form von vier Pfeilen angedeutet.
Es versteht sich, dass die Dämpfungseinheit 50" ebenfalls aktiv geregelt wird, so
dass wiederum ein Sensor 102 (nicht dargestellt) sowie eine Steuerung 100 (ebenfalls
nicht dargestellt) eingesetzt wird. Die Bremse 110 kann unterschiedlich stark betätigt
werden, um in Echtzeit auf unterschiedliche Kräfte zu reagieren.
[0049] In der vorhergehenden Beschreibung der Erfindung wurden gleiche Teile und Merkmale
mit gleichen Bezugszeichen versehen, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen
Offenbarungen sinngemäß auf gleiche Teile und Merkmale mit gleichen Bezugszeichen
übertragen werden können. Lagenangaben, wie z.B. "oben", "unten", "links", "rechts",
etc. sind auf die unmittelbar beschriebene Figur bezogen und bei einer Lageänderung
sinngemäß auf die neue Figur zu übertragen.
[0050] Fig. 6 zeigt ein Diagramm, bei dem ein Kraft [N] über einem Weg [mm] für eine einstellbare
Dämpfungseinheit 50 der ersten Variante der Fig. 3. Fig. 6 zeigt den Dämpfkraftverlauf.
Der Zylinder 60 wurde in eine Schwingprüfmaschine eingespannt, die mit einem Sinus
von 0,25 Hz bei einem Hub von +/- 25 mm zum Schwingen angeregt wurde, so dass daraus
eine Geschwindigkeit von 0,04 m/s resultierte. Unter Zug wurden Kräfte von 100 bis
1750 N gemessen. Unter Druckbelastung wurde Kräfte von 230 bis 1500 N gemessen. Der
Unterschied der Zug- und Druckkräfte ergibt sich aus einer Volumenkompression im Zylindergehäuse
66.
Bezugszeichen:
[0051]
- 10
- Regalanordnung
- 12
- RBG
- 14
- Regalgasse
- 16
- Regal
- 18
- Regalbau
- 20
- Regalsteher
- 22
- Regalboden
- 24
- Fach/Platz
- 26
- Lagergut
- 28
- Traverse
- 30
- LAM
- 32
- höhenverstellbar
- 34
- ein/ausfahrbar
- 36
- Mast
- 38
- unteres Fahrwerk
- 40
- oberes Fahrwerk
- 42
- untere Führungsschiene
- 44
- obere Führungsschiene
- 46
- Führungsrad/räder
- 50
- Dämpfungseinheit
- 52
- Dämpfungsglied
- 54
- Ausleger
- 56
- mittleres Fahrwerk
- 58
- mittlere Führungsschiene
- 60
- Zylinder
- 62
- Gehäuse
- 64
- Kammer
- 66
- Kolben
- 67
- Kolbenboden
- 68
- Lager
- 70
- 1. Arm
- 72
- Montageplatte
- 74
- Schraubverbindung
- 76
- Drehachse
- 78
- Schwenkbewegung
- 80
- 2. Arm
- 82
- beweglich
- 84
- Laufräder
- 86
- Stützräder
- 88
- Gestell
- 90
- Laufschenkel
- 92
- Stützschenkel
- 100
- Steuerung
- 102
- Sensor
- A
- Abstand
- 104
- Signalleitung
- 106
- Pneumatikleitung
- 110
- Bremse
1. Regalbediengerät (12) zum Einsatz in einer Regalgasse (14), die zwischen zwei sich
in einer Querrichtung (Z) gegenüberstehenden Regalen (16-1, 16-2) definiert ist, mit:
einem oberen Fahrwerk (40), das an eine obere Führungsschiene (44) koppelbar ist;
einem unteren Fahrwerk (38), das an eine untere Führungsschiene (42) koppelbar ist,
wobei sich die Führungsschienen (42, 44) in einer Längsrichtung (X) entlang der Regalgasse
(14) erstrecken;
mindestens einem Mast (36), der das untere Fahrwerk (38) und das obere Fahrwerk (40)
in einer Höhenrichtung (Y) miteinander verbindet;
einem Lastaufnahmemittel (30), um mindestens ein Lagergut (26) in der Querrichtung
(Z) in eines der Regale (16) einzulagern oder aus einem der Regale (16) auszulagern,
wobei das Lastaufnahmemittel (30) entlang des mindestens einen Mastes (36) höhenverstellbar
(32) beweglich ist; gekennzeichnet durch
einer Dämpfungseinheit (50), die aufweist:
ein Dämpfungsglied (52),
einen Ausleger (54) und
ein mittleres Fahrwerk (56);
wobei der Ausleger (54) an dem mindestens einen Mast (36) starr befestigt ist und
über das Dämpfungsglied (52) in der Querrichtung (Z) gedämpft beweglich mit dem mittleren
Fahrwerk (56) verbunden ist, das an eine mittlere Führungsschiene (58) koppelbar ist,
die an einem der Regale (16-2) starr befestigt ist und die sich im Wesentlichen in
der Längsrichtung (X) entlang der Regalgasse (14) erstreckt.
2. Regalbediengerät nach Anspruch 1, wobei das Dämpfungsglied (54) ein passiver, ungeregelter
Dämpfer ist.
3. Regalbediengerät nach Anspruch 2, wobei der passive Dämpfer ein Zylinder (60) ist,
der eine geschlossene, mit einem Fluid gefüllte Kammer (64) und einen Kolben (66)
mit einem Kolbenboden (67) aufweist, wobei der Kolben (66) hin und her beweglich in
der Kammer (64) gelagert ist und ein oder mehrere Durchgangsöffnungen für das Fluid
aufweist, wobei eine Anzahl und Größe der Durchgangsöffnungen so gewählt ist, dass
das Fluid zähflüssig wirkt.
4. Regalbediengerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das mittlere Fahrwerk (56)
derart lose an die mittlere Führungsschiene (58) koppelt, dass das mittlere Fahrwerk
(56) während einer Fahrt des Regalbediengeräts (12) in der Längsrichtung (X) durch
die Regalgasse (14) nicht permanent in Kraftschluss mit der mittleren Führungsschiene
(58) ist.
5. Regalbediengerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das mittlere Fahrwerk (56)
ein oder mehrere Laufräder (84) sowie ein oder mehrere Stützräder (86) aufweist.
6. Regalbediengerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Ausleger (54) einen ersten
Arm (70) und einen zweiten Arm (80) aufweist, wobei die Arme (70, 80) über das Dämpfungsglied
(52) gegeneinander beweglich (82) aneinander gekoppelt sind und wobei einer der Arme
(70, 80) entlang des anderen Arms (80, 70) geführt gelagert ist.
7. Regalbediengerät nach Anspruch 1, das ferner eine Steuerung (100) und einen Sensor
(102) aufweist, wobei der Sensor (102) einen Wert bestimmt und an die Steuerung (102)
als Signal liefert, der einem momentanen Abstand (A) des zumindest einen Masts (36)
in der Querrichtung (Z) relativ zu einem der Regale (16) entspricht, wobei das Dämpfungsglied
(52) ein aktiv geregelter Aktuator ist, der von der Steuerung (100) auf Basis des
Werts des Sensors (102) derart betätigt wird, dass der Aktuator einer Schwingung des
zumindest einen Masts (36) in der Querrichtung (36) entgegen wirkt.
8. Regalbediengerät nach Anspruch 7, wobei das Dämpfungsglied (52) eine Bremse (110)
aufweist.
9. Regalbediengerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der Ausleger (54) im Wesentlichen
horizontal orientiert ist.
10. Regalanordnung (10) mit mindestens einer Regalgasse (14), die zwischen jeweils zwei
Regalen (16-1, 16-2) definiert ist und in der ein Regalbediengerät nach einem der
Ansprüche 1 bis 9 vorgesehen ist.
1. A storage and retrieval device (12) which is to be used in a rack aisle (14) which
is defined between two racks (16-1-16-2) arranged oppositely in a transversal direction
(Z), comprising:
an upper chassis (40) which is coupled to an upper guiding rail (44);
a lower chassis (38) which is coupled to a lower guiding rail (42), wherein the guiding
rails (42, 44) extend along the rack aisle (14) in a longitudinal direction (X);
at least one mast (36) connecting the lower chassis (38) and the upper chassis (40)
to each other in a height direction (Y);
a load-handling device (30) for storing into one of the racks (16) or retrieving from
one of the racks (16) at least one storage good (26) in the transversal direction
(Z), wherein the load-handling device (30) is movable along the at least one mast
(36) in a height-adjustable manner (32); characterized by
an attenuation unit (50) comprising:
an attenuation member (52),
a boom (54), and
a central chassis (56);
wherein the boom (54) is mounted rigidly to the at least one mast (36) and is connected
movably to the central chassis (56) in the transversal direction (Z) in an attenuated
manner, wherein the central chassis (56) is coupled to a central guiding rail (58)
which is rigidly mounted to one of the racks (16-2) and extends substantially in the
longitudinal direction X along the rack aisle (14).
2. The storage and retrieval device of claim 1, wherein the attenuation member (54) is
a passively uncontrolled attenuator.
3. The storage and retrieval device of claim 2, wherein the passive attenuator is a cylinder
comprising a closed chamber (64) filled with a fluid and a piston (66) having a piston
bottom (67), wherein the piston (66) is supported movably back and forth in the chamber
(64) and comprises one or more passage openings for the fluid, wherein a number and
size of the passage openings is selected such that the fluid acts viscose.
4. The storage and retrieval device of one of claims 1 to 3, wherein the central chassis
(56) is coupled loosely to the central guiding rail (58) such that the central chassis
(56) is not permanently in frictional connection to the central guiding rail (58)
during travel of the storage and retrieval device (12) in the longitudinal direction
(X) through the rack aisle (14).
5. The storage and retrieval device of one of claims 1 to 4, wherein the central chassis
(56) comprises one or more travelling wheels (84) as well as one or more supporting
wheels (86).
6. The storage and retrieval device of one of claims 1 to 5, wherein the boom (54) comprises
a first arm (70) and a second arm (80), wherein the arms (70, 80) are coupled to each
other mutually movable via the attenuation member (52), and wherein one of the arms
(70, 80) is supported in a guided manner along the other one of the arms (80, 70).
7. The storage and retrieval device of claim 1, further comprising a control (100) and
a sensor (102), wherein the sensor (102) determines and delivers to the control (102)
a value as a signal, which value corresponds to a current distance (A) of the at least
one mast (36) in the transversal direction (Z) relative to one of the racks (16),
wherein the attenuation member (52) is an actively controlled actuator which is actuated
by the control (100) on the basis of the value of the sensor (102) such that the actuator
acts against an oscillation of the at least one mast (36) in the transversal direction
(36).
8. The storage and retrieval device of claim 7, wherein the attenuation member (52) comprises
a brake (110).
9. The storage and retrieval device of one of claims 1 to 8, wherein the boom (54) is
substantially oriented horizontally.
10. A rack arrangement (10) having at least one rack aisle (14) which is defined between
respectively two racks (16-1, 16-2) and in which a storage and retrieval device according
to one of claims 1 to 9 is provided.
1. Transtockeur (12) destiné à être utilisé dans une allée (14) qui est définie entre
deux rayonnages (16-1, 16-2) opposés l'un à l'autre dans une direction transversale
(Z), comprenant :
un châssis supérieur (40) qui peut être accouplé à un rail de guidage supérieur (44)
;
un châssis inférieur (38) qui peut être accouplé à un rail de guidage inférieur (42),
dans lequel les rails de guidage (42, 44) s'étendent dans une direction longitudinale
(X) le long de l'allée (14) ;
au moins un mât (36) qui relie l'un à l'autre le châssis inférieur (38) et le châssis
supérieur (40) dans une direction verticale (Y) ;
un moyen de réception de charges (30) servant, dans la direction transversale (Z),
au stockage d'un produit (26) dans l'un des rayonnages (16) ou à son déstockage hors
de l'un des rayonnages (16), dans lequel le moyen de réception de charges (30) est
mobile et réglable en hauteur (32) le long de l'au moins un mât (36) ; caractérisé par une unité d'amortissement (50) qui comprend :
un élément d'amortissement (52),
une flèche (54) et
un châssis central (56) ;
dans lequel la flèche (54) est fixée de manière rigide à l'au moins un mât (36) et
est reliée de manière amortie dans la direction transversale (Z) par l'intermédiaire
de l'élément d'amortissement (52) au châssis central (56), lequel peut être accouplé
à un rail de guidage central (58) qui est fixé de manière rigide à l'un des rayonnages
(16-2) et qui s'étend sensiblement dans la direction longitudinale (X) le long de
l'allée (14).
2. Transtockeur selon la revendication 1, dans lequel l'élément d'amortissement (54)
est un amortisseur passif non régulé.
3. Transtockeur selon la revendication 2, dans lequel l'amortisseur passif est un cylindre
(60) qui comporte une chambre (64) fermée remplie de fluide et un piston (66) ayant
une tête de piston (67), dans lequel le piston (66) est monté de façon à effectuer
un mouvement de va-et-vient dans la chambre (64) et comporte une ou plusieurs ouvertures
de passage destinées au fluide, dans lequel le nombre et la taille des ouvertures
de passage sont sélectionnés de manière à ce que le fluide agisse de manière visqueuse.
4. Transtockeur selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans lequel le châssis
central (56) est accouplé de manière lâche au rail de guidage central (58) afin que
le châssis central (56) soit relié par complémentarité de force de manière non permanente
au rail de guidage central (58) à travers l'allée (14) pendant un déplacement du transtockeur
(12) dans la direction longitudinale (X).
5. Transtockeur selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, dans lequel le châssis
central (56) comporte une ou plusieurs roues de roulement (84) ainsi qu'une ou plusieurs
roues d'appui (86).
6. Transtockeur selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, dans lequel la flèche
(54) comporte un premier bras (70) et un second bras (80), dans lequel les bras (70,
80) sont accouplés l'un à l'autre de manière mobile (82) l'un par rapport à l'autre
par l'intermédiaire de l'élément d'amortissement (52) et dans lequel l'un des bras
(70, 80) est supporté de manière guidée le long de l'autre bras (80, 70).
7. Transtockeur selon la revendication 1, comportant en outre une unité de commande (100)
et un capteur (102), dans lequel le capteur (102) détermine une valeur et la délivre
à l'unité de commande (102) en tant que signal qui correspond à un espace instantané
(A) de l'au moins un mât (36) dans la direction transversale (Z) par rapport à l'un
des rayonnages (16), dans lequel l'élément d'amortissement (52) est un actionneur
actif régulé qui est actionné par l'unité de commande (100) sur la base de la valeur
du capteur (102) de manière à ce que l'actionneur s'oppose à une vibration de l'au
moins un mât (36) dans la direction transversale (36).
8. Transtockeur selon la revendication 7, dans lequel l'élément d'amortissement (52)
comporte un frein (110).
9. Transtockeur selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, dans lequel la flèche
(54) est orientée sensiblement horizontalement.
10. Système de rayonnage (10) comportant au moins une allée (14) qui est définie entre
deux rayonnages respectifs (16-1, 16-2) et dans lequel il est prévu un transtockeur
selon l'une quelconque des revendications 1 à 9.