[0001] Die Erfindung betrifft eine Abfüllanlage für Behälter gemäß Oberbegriff des Anspruchs
1 und wie bekannt aus
EP 2 439 048 A1 sowie ein Verfahren zum Betreiben der Abfüllanlage.
[0002] Abfüllanlagen für Getränke oder dergleichen umfassen bekanntermaßen mehrere hintereinander
geschaltete Produktionseinheiten, wie beispielsweise Füllmaschinen, Etikettiermaschinen
und Verpackungsmaschinen. Diese können, wie beispielsweise in der
DE 10 2009 040 977 A1 beschrieben ist, zumindest teilweise als Rundläufermaschinen ausgebildet sein, die
mittels rotierender Übergabevorrichtungen aneinander gekoppelt sind. Alternativ können
die Produktionseinheiten auch als Geradläufer ausgebildet sein und/oder über lineare
Transporteinrichtungen, Verteileinrichtungen und Produktpuffer miteinander verbunden
sein. Entsprechende Anlagenkonzepte sind beispielsweise in der
DE 4 442 586 W4, der
DE 20 2004 012 848 U1 und der
EP 2 218 664 A2 beschrieben.
[0003] Bekannte Abfüllanlagen sind jedoch meistens hinsichtlich einer Maximierung der Anlagenleistung
für einen bestimmten Behältertyp optimiert. Formatwechsel auf andere Behältertypen
lassen sich dann, falls überhaupt, meist nur mit großem technischen und zeitlichen
Aufwand bewerkstelligen.
[0004] Um dem zunehmenden Bedarf für eine Diversifikation von Behältern und deren Ausstattungsvarianten
zu begegnen, schlägt beispielsweise die
EP 1 299 304 B1 vor, einen komplexen und variablen Anlagenbetrieb durch Zwischenspeichern, insbesondere
ein Palettieren, der Produkte zwischen dem Verschließen und dem Verpacken der Behälter
zu ermöglichen. Derartige Anlagenkonzepte sind zwar flexibel, verursachen jedoch einen
erhöhten Platzbedarf. Außerdem können Standardbehälter mit rundem Querschnitt in der
Regel trotzdem nicht in der gleichen Anlagenlinie gefahren werden wie Formflaschen
mit eckigen oder ovalen Querschnitten. Es sind daher zumindest Abschnitte der Abfüllanlage
für die diese Behältertypen getrennt auszulegen, was zusätzlichen Platzbedarf sowie
hohe Investitions- und Betriebskosten verursacht.
[0005] Es besteht somit der Bedarf für eine Abfüllanlage, die unterschiedliche Behältertypen
bei geringem Platzbedarf effizient verarbeiten kann. Ebenso sind Betriebsverfahren
erwünscht, die eine schnelle Umstellung bei Produktwechseln und geringe Ausfallzeiten
bei Betriebsstörungen ermöglichen.
[0006] Die gestellte Aufgabe wird mit einer Abfüllanlage gemäß Anspruch 1 gelöst. Diese
umfasst demnach eine Füllmaschine zum Befüllen der Behälter, wenigstens eine Verpackungsmaschine
zum Verpacken der befüllten Behälter sowie eine steuerbare Verteileinrichtung zum
Verteilen der befüllten Behälter auf wenigstens zwei getrennt steuerbare und in Richtung
der Verpackungsmaschine verlaufende Transportstrecken. Erfindungsgemäß sind die Transportstrecken
für den drucklosen Behältertransport ausgebildet und umfassen jeweils wenigstens einen
einspurigen Behälterpuffer.
[0007] Aufgrund der drucklosen Behälterführung lassen sich sowohl Standardbehälter mit rundem
Querschnitt als auch Behälter mit nicht rundem Querschnitt, wie beispielsweise Formflaschen
mit eckigen oder ovalen Querschnitten, in der Abfüllanlage transportieren und puffern.
Unter einer drucklosen Förderung und Pufferung der Behälter ist hierbei eine Führung
ohne schädlichen Staudruck zu verstehen, so dass die Behälter beim Transport und Puffern
nicht derart aufeinanderdrücken, dass sich eine vorgegebene Orientierung und/oder
Reihenfolge der Behälter entlang der Transportstrecke und des Puffers ändert. Insbesondere
ist damit gemeint, dass sich die Drehlage von Behältern mit nicht rundem Querschnitt
derart ändert, dass sich die Behälter gegenseitig oder an Führungselementen der Produktionseinheiten
verkeilen können.
[0008] Die zu befüllenden Behälter sind insbesondere Getränkeflaschen. Die Abfüllanlage
eignet sich jedoch ebenso zum Befüllen von Behältern mit Haushaltsmitteln, Medikamenten,
Hygieneartikeln oder dergleichen. Die befüllten Behälter werden vorzugsweise zu Behältergebinden
verpackt. Die Steuerung der Verteileinrichtung erfolgt in bekannter Weise über eine
zentrale Steuereinheit, insbesondere auf Grundlage von Statusmeldungen stromabwärts
von der Verteileinrichtung vorgesehener Produktionseinheiten.
[0009] Mit Hilfe der wenigstens in doppelter Ausführung vorgesehenen Transportstrecken lassen
sich stromabwärts vorgesehene Produktionseinheiten, wie beispielsweise Etikettiermaschinen,
Schrumpftunnel oder dergleichen trotz einer drucklosen und zumindest abschnittsweise
einspurigen Förderung der Behälter mit einer vergleichsweise hohen Maschinenleistung
und großer Ausfallsicherheit betreiben.
[0010] Vorzugsweise ist die Füllmaschine zum Befüllen von Behältern mit rundem Querschnitt,
nachfolgend der Einfachheit halber auch Standardbehälter genannt, und nicht rundem
Querschnitt, nachfolgend der Einfachheit halber auch Formbehälter genannt, ausgebildet.
Dies ermöglicht eine einfache Umstellung der Abfüllanlage beim Formatwechsel des Behältertyps.
Es könnten jedoch auch getrennte Füllmaschinen für Standardbehälter und Formbehälter
vorgesehen sein. Die unterschiedlichen Behältertypen können dann nichtsdestoweniger
der steuerbaren Verteileinrichtung zugeführt werden.
[0011] Vorzugsweise sind in den Transportstrecken stromabwärts der Behälterpuffer Etikettiermaschinen,
insbesondere Sleeve-Aggregate, vorgesehen. Etikettiermaschinen, insbesondere Sleeve-Aggregate,
haben in der Regel eine geringere Maschinenleistung als Füllmaschinen. Die Maschinenleistung
der Abfüllanlage insgesamt kann optimiert werden, indem die Etikettiermaschinen wenigstens
doppelt vorgesehen sind und parallel betrieben werden können. Die Transportstrecken
sind somit ab der Verteileinrichtung parallel geschaltet. Der Produktstrom wird hierbei
vorzugsweise gleichmäßig auf die Transportstrecken verteilt. Die Parallelschaltung
ermöglicht eine Platz sparende Anordnung, insbesondere mit Etikettiermaschinen nach
dem Geradläuferprinzip.
[0012] Vorzugsweise ist die Verteileinrichtung derart steuerbar, dass sie bei einer Reduzierung
der Maschinenleistung, insbesondere einer Produktionsunterbrechung, entlang einer
der Transportstrecken die Behälter in den zugehörigen Behälterpuffer leitet, insbesondere
nur so lange, bis dieser gefüllt ist, und/oder die Behälter in die wenigstens eine
weitere Transportstrecke leitet. Insbesondere erfolgt diese Betriebsweise bei einem
Stillstand einer der Etikettiermaschinen oder bei einem Stillstand einer am Ende der
Transportstrecke vorgesehenen Verpackungsmaschine.
[0013] Dadurch lässt sich der stromaufwärts der Verteileinrichtung angeordnete Teil der
Abfüllanlage trotz des partiellen Stillstands im Wesentlichen bei unverminderter Maschinenleistung
weiter betreiben, zumindest solange, bis der Behälterpuffer gefüllt ist. Produktionseinheiten,
die einen Betrieb bei im Wesentlichen unveränderter Maschinenleistung voraussetzen,
können dann zumindest bis zum vollständigen Befüllen des Behälterpuffers ordnungsgemäß
weiter betrieben werden. Dadurch können in diesen Anlagenteilen Produktionsunterbrechungen
vermieden oder zumindest reduziert werden, ebenso die zugehörigen Phasen des Herunterfahrens
und/oder Hochfahrens der jeweiligen Produktionseinheiten.
[0014] Ebenso wäre es möglich, die Abfüllanlage nach dem vollständigen Füllen des Behälterpuffers
mit reduzierter Maschinenleistung weiter zu betreiben, indem nur die Weiterverarbeitung
entlang der von dem Stillstand betroffenen Transportstrecke unterbrochen wird. Entlang
der wenigstens einen weiteren Transportstrecke könnten die Behälter dagegen weiterhin
ordnungsgemäß weiterverarbeitet werden. Eine derartige Betriebsweise ist insbesondere
dann von Vorteil, wenn die stromaufwärts der Verteileinrichtung vorgesehenen Produktionseinheiten,
wie beispielsweise die Füllmaschine und/oder eine Blasmaschine mit entsprechend reduzierter,
insbesondere halbierter Maschinenleistung betrieben werden können. Auch in diesem
Fall könnte ein vollständiges Herunterfahren der jeweiligen Produktionseinheiten vermieden
werden.
[0015] Vorzugsweise sind zwischen der Verteileinrichtung und den Etikettiermaschinen gelegene
erste Abschnitte der Transportstrecken einspurig. Dies vereinfacht zum einen die drucklose
Behälterführung entlang der Transportstrecken und in den Behälterpuffern. Zum anderen
vereinfacht eine derartige einspurige Behälterführung den Austausch von Führungselementen
bei einem Formatwechsel, insbesondere um einen jeweils verdrehsicheren Transport von
Formbehältern unterschiedlicher Größe zu ermöglichen. Insbesondere die Transportstrecken
unmittelbar vor und hinter dem Behälterpuffer lassen sich bei Produktwechsel dann
besonders schnell und wirtschaftlich umstellen.
[0016] Der Behälterpuffer ist vorzugsweise derart ausgelegt, dass eine Verstellung von Führungselementen,
wie beispielsweise Führungsgeländer, bei einem Formatwechsel entbehrlich ist. Dies
lässt sich beispielsweise durch eine entsprechende Kombination von Förderbändern bewerkstelligen.
Vorzugsweise sind zwischen den Etikettiermaschinen und der wenigstens einen Verpackungsmaschine
gelegene zweite Abschnitte der Transportstrecken mehrspurig in Form separater Gassen
ausgebildet. Dadurch können die Behälter gegen ein Verdrehen gesichert und in einem
vorgegebenen Abstand zueinander durch die einzelnen Gassen transportiert werden. Unter
den Gassen sind hierbei parallel geschaltete, einspurige Transportwege zu verstehen,
die so mechanisch voneinander abgeschirmt sind, dass sich die in benachbarten Gassen
transportierten Behälter gegenseitig nicht in ihrer Orientierung und in ihrer Stellung
bezüglich des Produktstroms beeinflussen. Derartige einspurige Gassen könnten beispielsweise
auf einfache Weise durch Führungsgeländer voneinander abgetrennt werden. Mit Hilfe
der separaten Gassen können die Behälter bereits ihrer späteren Anordnung in einem
herzustellenden Behältergebinde entsprechend in die Verpackungsmaschine geleitet werden.
[0017] Vorzugsweise sind zwischen den ersten und zweiten Abschnitten der Transportstrecken
Weichen vorgesehen, mit denen sich die Behälter gruppenweise auf die separaten Gassen
verteilen lassen, wobei sich die Behälter ein und derselben Gruppe, insbesondere unter
einem Abstand zueinander in die jeweils zugeordnete Gasse einleiten lassen. Die Behälter
können entsprechend ihrer Anordnung in einem herzustellenden Behältergebinde gruppenweise
auf die einzelnen Gassen verteilt werden. Dadurch, dass die Behälter unter einem Abstand
zueinander entlang der Gassen transportiert werden, wird ein Beibehalten einer vorgegebenen
Orientierung von Formbehältern bezüglich des Produktstroms während des Transports
insbesondere um Kurven erleichtert.
[0018] Vorzugsweise gehen die Gassen der zweiten Abschnitte in entsprechende Packspuren
der wenigstens einen Verpackungsmaschine über, wobei sich die Behälter ein und derselben
Gruppe insbesondere ohne Abstand zueinander in die Packspuren einleiten lassen. Dadurch
wird ein schonender Transport der Behälter in einer für die Gebindeherstellung geeigneten
Stellung in die Packmaschine erleichtert. Insbesondere werden die Behälter ohne Abstand
zueinander in einer dem herzustellenden Gebinde entsprechenden Gruppierung in die
Packmaschine eingeleitet. Dadurch lassen sich auch Formbehälter besonders zuverlässig
in einer vorgegebenen Drehlage in die Packmaschine einleiten.
[0019] Der Behältertransport entlang separater Gassen ist insbesondere bei Formbehältern
von Vorteil, da sich diese in den separaten Gassen nicht gegenseitig verkeilen können.
[0020] Vorzugsweise sind den Transportstrecken separate Verpackungsmaschinen zugeordnet.
Dadurch müssen die Behälter vor der Packmaschine nicht auf eine gemeinsame Förderstrecke
zusammengeführt werden. Dies ist insbesondere bei Formbehältern von Vorteil, um ein
Verkeilen der Behälter beim Zusammenführen zu vermeiden. Außerdem lässt sich der Wirkungsgrad
der Abfülleinlage insgesamt gegenüber einer für wenigstens zwei Transportstrecken
gemeinsamen Verpackungsmaschine erhöhen.
[0021] Es können auch unterschiedliche Verpackungsmaschinen vorgesehen sein, beispielsweise
eine Verpackungsmaschine für Kartonage und eine Verpackungsmaschine für Folie. Diese
können jeweils einer bestimmten Transportstrecke zugeordnet sein oder auch abwechselnd
einer oder mehrerer Transportstrecken zugeordnet werden.
[0022] Eine besonders günstige Ausführungsform der Abfüllanlage umfasst ferner eine ausgangsseitige
Sortiereinrichtung, insbesondere eine Weiche, zum Verteilen der in Form von Behältergebinden
verpackten Behälter auf mehrere Sortiergassen, insbesondere für ein nachfolgendes
Kommissionieren der Behältergebinde. Das Zusammenführen getrennter Produktströme und
das Sortieren für eine nachfolgende Kommissionierung lässt sich nach dem Zusammenfassen
der befüllten Behälter in Gebinden unabhängig davon, ob es sich um Standardbehälter
oder Formbehälter handelt, zuverlässiger durchführen als dies bei dem Zusammenführen
und Sortieren einzelner Behälter, insbesondere bei Formbehältern, der Fall wäre. Es
können hierzu aus dem Stand der Technik bekannte Vorrichtungen zum Zusammenführen
und/oder Sortieren verwendet werden. Es ist hierbei entscheidend, dass das Zusammenführen
und/oder Sortieren stromabwärts der Verpackungsmaschinen erfolgt.
[0023] Eine weitere besonders günstige Ausführungsform der Abfüllanlage umfasst ferner eine
Blasmaschine, deren Maschinenleistung insbesondere im laufenden Betrieb variabel einstellbar
ist. Dadurch können besonders kompakte und wirtschaftliche Abfüllanlagen realisiert
werden. Insbesondere bei bezüglich der Maschinenleistung einstellbaren Blasmaschinen
ergibt sich ferner der Vorteil, dass bei einer Reduzierung der Maschinenleistung stromabwärts
der Füllmaschine auch eine Reduzierung der Maschinenleistung stromaufwärts der Füllmaschine
realisierbar ist, um ein vollständiges Herunterfahren des Abfüllanlage bei partiellen
Produktionsunterbrechungen und/oder bei Produktumstellungen zu vermeiden. Anders gesagt
lässt sich mit einer einstellbaren Blasmaschine eine gegebenenfalls benötigte reduzierte
Maschinenleistung ohne ein Volllaufen der Behälterpuffer realisieren. Ebenso wäre
es denkbar, die Maschinenleistung stromaufwärts der Füllmaschine vorgesehener Blasmaschinen
erst nach einem vollständigen Befüllen wenigstens eines stromabwärts der Verteileinrichtung
vorgesehenen Behälterpuffers zu reduzieren. Dies ermöglicht einen besonders wirtschaftlichen
und flexiblen Betrieb der Abfüllanlage.
[0024] Ebenso können wenigstens zwei Blasmaschinen in der Abfüllanlage vorgesehen sein.
Besonders vorteilhaft ist beispielsweise eine Kombination einer ersten Blasmaschine
für Standardbehälter und einer zweiten Blasmaschine für Formbehälter. Ebenso sind
Abfüllanlagen denkbar, bei denen eine erste Blasmaschine, beispielsweise für Standardbehälter,
mittels einer eingangsseitigen Transportstrecke, wie beispielsweise einer Lufttransportstrecke,
mit der Füllmaschine verbunden ist, und bei der eine zweite Blasmaschine, beispielsweise
zum Herstellen von Formbehältern, mit der Füllmaschine als gemeinsamer Maschinenblock
ausgebildet ist. Die Füllmaschine kann dann eingangsseitig eine herkömmliche Weiche
umfassen, um gezielt die von der ersten Blasmaschine oder der zweiten Blasmaschine
hergestellten Behälter weiterzuverarbeiten.
[0025] Die gestellte Aufgabe wird ebenso mit einem Verfahren nach Anspruch 12 zum Betreiben
der erfindungsgemäßen Abfüllanlage gelöst. Demnach wird mit Hilfe der Verteileinrichtung
der Strom aus befüllten Behältern bei ordnungsgemäßem Anlagenbetrieb in Gruppen auf
die Transportstrecken verteilt, insbesondere zu gleichen Anteilen. Beispielsweise
werden die Behälter zu diesem Zweck in Gruppen von je 2 bis 12 Behältern abwechselnd
auf die Transportstrecken verteilt. Große Gruppen zu je 6 bis 12 Behältern, beispielsweise
zu je 8 bis 10 Behältern, sind besonders praktikabel und vorteilhaft, da sie die Anzahl
der benötigten Schaltvorgänge der Verteileinrichtung reduzieren.
[0026] Ein Verteilen zu gleichen Anteilen auf die Transportstrecken ermöglicht insbesondere
bei ordnungsgemäßem Betrieb der Abfüllanlage eine optimierte Maschinenleistung der
Anlage. Besonders vorteilhaft ist ein Verteilen der Behälter auf die Transportstrecke
derart, dass die Anzahl der beschickten Gassen einer Breite der herzustellenden Gebinde
entspricht. Darunter ist zu verstehen, dass die Behälter beispielsweise für Gebinde
aus 3 x 4 Behältern auf drei Gassen oder vier Gassen verteilt werden. Die Gruppenstärke
muss dabei nicht zwangsläufig der jeweiligen Länge der herzustellenden Gebinde entsprechen.
Beispielsweise könnten die Gruppen aus je 10 Behältern bestehen und die Gebinde eine
Länge von 4 Behältern aufweisen.
[0027] Vorzugsweise wird die Spurbreite der Transportstrecken zum verdrehsicheren Behältertransport
an wenigstens einen nicht runden Behälterquerschnitt angepasst. Darunter ist zu verstehen,
dass sich Formbehälter beispielsweise stets an gleichbleibenden umfänglichen Teilabschnitten
ihres Querschnitts seitlich führen lassen. Dadurch lässt sich ein Querstellen, Verkeilen
und/oder Blockieren der Behälter vermeiden und somit ein stellungsgerechter Transport
bis hin zur Verpackungsmaschine realisieren. Darunter ist zu verstehen, dass insbesondere
Formbehälter in einer bestimmten Drehlage bezüglich des Produktstroms zur Verpackungsmaschine
gefördert werden können, die vorzugsweise bereits ihrer Orientierung im herzustellenden
Behältergebinde entspricht.
[0028] Vorzugsweise wird die Abfüllanlage bei einer Produktionsunterbrechung entlang einer
der Transportstrecken weitergefahren, insbesondere bei unverminderter Füllleistung,
bis der Behälterpuffer in der von der Unterbrechung betroffenen Transportstrecke befüllt
ist. Dadurch wird ein stromaufwärts der Verteileinrichtung ordnungsgemäßer Betrieb
bei unverminderter Maschinenleistung zumindest bei vergleichsweise kurzen Produktionsunterbrechungen
oder Produktionsumstellungen ermöglicht. Insbesondere können Phasen des Herunterfahrens
und Anfahrens stromaufwärts vermieden oder zumindest verkürzt werden. Die Ausfallsicherheit
der Abfüllanlage insgesamt kann dadurch erhöht werden. Ebenso steigt die Maschinenleistung
insgesamt und somit de Wirtschaftlichkeit der Abfüllanlage.
[0029] Vorzugsweise werden die Behälter vor der Verpackungsmaschine auf mehrere einspurige
Gassen drucklos verteilt, und die Anzahl der derart beschickten Gassen entspricht
einer in der Verpackungsmaschine herzustellenden Gebindegröße. Durch den drucklosen
Transport lassen sich unterschiedliche Behältertypen, insbesondere sowohl Standardbehälter
als auch Formbehälter, gleichermaßen von der Füllmaschine bis zur Verpackungsmaschine
transportieren. Das Verteilen in Abhängigkeit einer Gebindegröße ist besonders wirtschaftlich,
da zusätzliche Sortier- und Ausrichteinheiten für die unterschiedlichen Behälter entbehrlich
sind.
[0030] Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Abfüllanlage ist in der Zeichnung
dargestellt.
[0031] Die einzige Figur zeigt eine bevorzugte Ausführungsform der Abfüllanlage 1 in einer
schematischen Draufsicht. Demnach umfasst die Abfüllanlage 1 zum Befüllen von Behältern
2, 3 mit einem flüssigen Produkt, wie beispielsweise einem Getränk oder dergleichen,
eine Füllmaschine 5 zum Befüllen und Verschließen der Behälter 2, 3 und eine stromabwärts
der Füllmaschine 5 vorgesehene Verteileinrichtung 6 zum Verteilen der Behälter 2,
3 auf zwei getrennt steuerbare Transportstrecken 7, 8, in denen jeweils wenigstens
ein Behälterpuffer 9, 10 vorgesehen ist. Den Behälterpuffern 9, 10 nachgeschaltet
sind Etikettiermaschinen 11, 12 sowie Verpackungsmaschinen 13, 14 zum Herstellen von
Behältergebinden 15. Diese werden einer Sammel- und Verteileinrichtung 16 zugeführt,
so dass die Behältergebinde 15 auf stromabwärts der Sammel- und Verteileinrichtung
16 vorgesehene Sortierspuren 17 verteilt werden und einer Kommissioniereinrichtung
18 zugeführt werden können.
[0032] Die Behälter 2, 3 sind beispielsweise Kunststoffbehälter unterschiedlicher Typen.
Angedeutet sind schematisch Behälter 2 mit rundem Querschnitt, sogenannte Standardbehälter,
und Behälter 3 mit polygonalem Querschnitt, sogenannte Formbehälter. Ein Vorteil der
Abfüllanlage 1 ist deren Eignung für unterschiedliche Behälterquerschnitte. Die beschriebenen
Behältertypen sind daher lediglich beispielhaft.
[0033] Die Transportstrecken 7, 8 umfassen jeweils erste eingangsseitige Abschnitte 7a,
8a, die einspurig und für den drucklosen Transport der Behälter 2, 3 ausgebildet sind.
Ferner umfassen die Transportstrecken 7, 8 ausgangsseitige zweite Abschnitte 7b, 8b,
die jeweils mehrspurig für den drucklosen Transport der Behälter 2, 3 ausgebildet
sind. Für die Verteilung der Behälter 2, 3 von dem einspurigen ersten Abschnitt 7a,
8a auf die einzelnen Spuren des zweiten Abschnitts 7b, 8b, die beispielsweise in Form
separater Gassen 7b1 bis 7b3, 8b1 bis 8b3 ausgebildet sind, sind Weichen 7c, 8c oder
entsprechende Verteileinrichtungen vorgesehen. In der Figur sind der Übersichtlichkeit
halber die den Gassen zugeordneten Transportwege dargestellt nicht die seitlichen
Begrenzungen der Gassen, wie beispielsweise Geländer.
[0034] Wie die Figur ferner schematisch andeutet, werden die Behälter 2, 3 von der Verteileinrichtung
6 gruppenweise auf die Transportstrecken 7, 8 verteilt. Im gezeigten Beispiel werden
die Behälter 2 in Gruppen 2' zu je 4 Behältern abwechselnd auf die beiden Transportstrecken
7, 8 verteilt. Dies entspricht einer bevorzugten Betriebsweise bei ordnungsgemäßer
Funktion der Abfüllanlage 1. Das heißt, die Behälter 2, 3 werden vorzugsweise zu gleichen
Anteilen von der Verteileinrichtung 6 auf die beiden Transportstrecken 7, 8 verteilt.
Somit werden die beiden den Transportstrecken 7, 8 zugeordneten Etikettiermaschinen
11, 12 in gleicher Weise ausgelastet.
[0035] Die Behälter 2, 3 durchlaufen zwischen der Verteileinrichtung 6 und den Etikettiermaschinen
11, 12 jeweils den zwischengeschalteten Behälterpuffer 9, 10. Dieser kann je nach
Betriebszustand der Abfüllanlage in bekannter Weise, beispielsweise wie in der
DE 20 2004 012 848 U1 beschrieben ist, auf unterschiedliche Pufferkapazitäten eingestellt werden. Dies
ist in der Figur mit verstellbaren Behälterführungen 9a, 10a angedeutet. Es lassen
sich damit Auslastungsschwankungen in den beiden Transportstrecken 7, 8 kompensieren,
ebenso zumindest zeitweise eine Kapazitätsreduzierung oder eine Produktionsunterbrechung
in einer der beiden Transportstrecken 7, 8.
[0036] Fällt zum Beispiel die eine Etikettiermaschine 11 aufgrund einer Betriebsstörung
oder eines Etikettenwechsels oder dergleichen zeitweise aus, so kann die Verteileinrichtung
6 den einlaufenden Behälterstrom zunächst weiter in Richtung beider Behälterpuffer
9, 10 verteilen, zumindest so lange, bis der Behälterpuffer 9 vor der nicht betriebsbereiten
Etikettiermaschine 11 vollständig gefüllt ist. Währenddessen wird die andere Etikettiermaschine
12 weiterhin ordnungsgemäß mit Behältern 2, 3 beschickt.
[0037] Bei geeigneter Förderkapazität der einzelnen Transportstrecken 7, 8 könnten nach
einer Befüllung des Behälterpuffers 9 alle Behälter 2, 3 in Richtung der funktionstüchtigen
Etikettiermaschine 12 geleitet werden. Bei unvermindertem Behälterzustrom aus der
Füllmaschine 5 in Richtung der Verteileinrichtung 6 laufen in den Behälterpuffer 10
dann pro Zeiteinheit doppelt so viele Behälter 2, 3 ein wie bei normalem, ordnungsgemäßem
Betrieb. Da der Abstrom aus dem Behälterpuffer 10 durch die Maschinenleistung der
Etikettiermaschine 12 begrenzt ist und normalerweise unterhalb der Maschinenleistung
der Füllmaschine 5 liegt, füllt sich dann auch der Behälterpuffer 10 auf Grund des
partiellen Stillstands in der Transportstrecke 7 kontinuierlich. Die Maschinenleistung
stromaufwärts der Verteileinrichtung 6 kann zumindest bis zum vollständigen Befüllen
eines der Behälterpuffer 9, 10 unverändert beibehalten werden, gegebenenfalls bis
beide Behälterpuffer 9, 10 gefüllt sind.
[0038] Somit ergibt sich je nach Kapazität der Behälterpuffer 9, 10 eine Pufferzeit, innerhalb
der der Ausfall einer Produktionseinheit innerhalb einer der Transportstrecken 7,
8 derart kompensiert werden kann, dass eine Reduzierung der Maschinenleistung oder
eine Produktionsunterbrechung stromaufwärts der Verteileinrichtung 6 verhindert werden
kann. Dies ist insbesondere deshalb von Vorteil, weil ein Herunterfahren und anschließendes
Hochfahren dieser Anlagenteile, beispielsweise von Blasmaschinen, innerhalb der Pufferzeit
entbehrlich wird. Gerade dadurch lassen sich vergleichsweise kostspielige Ausfallzeiten
der Abfüllanlage 1 vermeiden.
[0039] Wie in der Figur angedeutet ist, umfasst die Abfüllanlage vorzugsweise wenigstens
eine Blasmaschine 19, 20. Im gezeigten Beispiel sind getrennte Blasmaschinen 19, 20
zum Herstellen unterschiedlicher Behälter 2, 3 vorgesehen. Beispielsweise wird mit
einer ersten Blasmaschine 19 ein Behälter 2 mit Standardquerschnitt, insbesondere
mit einem runden Behälterquerschnitt, hergestellt. Vorzugsweise wird mit einer zweiten
Blasmaschine 20 ein Behälter 3 mit einem nicht runden Querschnitt hergestellt, beispielsweise
mit einem polygonalen, insbesondere rechteckigen, oder mit einem ovalen Querschnitt.
[0040] Wie die Figur ferner verdeutlicht, kann wenigstens eine der Blasmaschinen 19, 20
mit der Füllmaschine 5 als gemeinsamer Maschinenblock ausgebildet sein. Ebenso kann
wenigstens eine der Blasmaschinen 19, 20 über eine eingangsseitige Transportstrecke
21, wie beispielsweise eine Lufttransportstrecke bekannter Bauart, mit der Füllmaschine
5 verbunden sein. Die gezeigte Variante ist hierbei lediglich beispielhaft. Prinzipiell
lassen sich an die Füllmaschine 5 beliebige Blasmaschinen 19, 20 ankoppeln.
[0041] Ebenso wäre es denkbar, wenigstens einen Behältertyp außerhalb der Abfüllanlage 1
herzustellen. Lediglich schematisch ist in der Figur eine eingansseitige Weiche 5a
der Füllmaschine 5 dargestellt, mit der unterschiedliche einlaufende Behälterströme
der weiteren Verarbeitung zugeführt werden können.
[0042] Die beschriebene Abfüllanlage 1 eignet sich insbesondere zum Verarbeiten unterschiedlicher
Behältertypen, insbesondere zum Verarbeiten von Behältern 2 mit rundem Querschnitt
und von Behältern 3 mit nicht rundem Querschnitt. Geeignete Füllmaschinen 5 sind aus
dem Stand der Technik bekannt und müssen daher hier nicht weiter beschrieben werden.
Entscheidend ist hierbei, dass die Transportstrecken 7, 8 und die zugeordneten Behälterpuffer
9, 10 für den drucklosen Transport der Behälter 2, 3 ausgebildet sind. Nur dadurch
wird ein störungsfreier Betrieb beim Abfüllen von Behältern 3 mit nicht rundem Querschnitt
gewährleistet. Der drucklose Transport ermöglicht insbesondere ein störungsfreies
Puffern unterschiedlicher Behältertypen in den Behälterpuffern 9, 10. Diese sind einspurig
und arbeiten ebenfalls ohne Staudruck, wie beispielsweise in der
DE 20 2004 012 848 U1 beschrieben ist.
[0043] Für die Steuerung der Abfüllanlage 1 ist vorzugsweise eine zentrale Steuereinheit
22 vorgesehen, die insbesondere mit der Verteileinrichtung 6, den Behälterpuffern
9, 10, den Etikettiermaschinen 11, 12 und Produktionseinheiten stromaufwärts der Verteileinrichtung
6, wie beispielsweise der Füllmaschine 5 und den Blasmaschinen 19, 20 kommuniziert
(Kommunikationswege sind in der Figur der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt).
Entscheidend hierbei ist, dass die Verteileinrichtung 6 mit Hilfe der Steuereinheit
22 bei einer stromabwärts der Verteileinrichtung 6 festgestellten partiellen Produktionsunterbrechung
den Zustrom von Behältern 2, 3 in die von der Produktionsunterbrechung betroffene
Transportstrecke 7, 8 gezielt unterbinden kann und den Behälterstrom gezielt in einen
Behälterpuffer 9, 10 leiten kann, hinter dem der Produktionsbetrieb weiterhin ordnungsgemäß
erfolgt.
[0044] Die Kommunikation zwischen der Steuereinheit 22 und den Behälterpuffern 9, 10 ermöglicht
es zudem, den Befüllungsgrad oder die Restkapazität der Behälterpuffer 9, 10 festzustellen,
um den Behälterzustrom in den jeweiligen Behälterpuffer 9, 10 bei dessen vollständiger
Befüllung zu unterbrechen. In diesem Fall ermöglicht die Kommunikation mit dem stromaufwärts
der Verteileinrichtung 6 vorgesehen Produktionseinheiten, dass diese bei Bedarf heruntergefahren
werden können.
[0045] Die Etikettiermaschinen 11, 12 sind beispielsweise Sleeve-Aggregate, die in der Regel
eine deutlich geringere Maschinenleistung aufweisen als die Produktionseinheiten stromaufwärts
der Verteileinrichtung 6. Somit ermöglicht die Aufteilung des Behälterstroms an der
Verteileinrichtung 6 zum Einen eine Erhöhung der Maschinenleistung der Abfüllanlage
1 bei ordnungsgemäßem Betrieb, zum anderen eine Reduzierung von Ausfallzeiten der
Abfüllanlage 1 insgesamt. Zusätzlich ermöglichen die Behälterpuffer 9, 10 in doppelter
Ausführung eine ausreichende Pufferkapazität auch bei Behältern 3 mit nicht rundem
Querschnitt.
[0046] Der Vollständigkeit halber sind in der Figur zusätzliche Produktionseinheiten 23,
24 im Bereich der ersten Abschnitte 7a, 8a der Transportstrecken 7, 8 angedeutet.
Dies könnten beispielsweise Schrumpftunnel oder dergleichen sein.
[0047] Im zweiten Abschnitt 7b, 8b der Transportstrecken 7, 8 werden die Behälter 2, 3 gruppenweise
auf die Gassen 7b1 bis 7b3 und 8b1 bis 8b3 verteilt und so weiter transportiert, dass
sich die Behälter 2, 3 benachbarter Gassen gegenseitig nicht stören. Darunter ist
zu verstehen, dass die Behälter 2, 3 eine vorgegebene Drehlage und einen vorgegebenen
Abstand zueinander beibehalten. Hierbei ist es gegebenenfalls von Vorteil, die Behälter
2, 3 nach dem Verteilen auf die einzelnen Gassen in einem geringen Abstand zueinander
zu transportieren, um beispielsweise ein gegenseitiges Beeinflussen hintereinander
stehenden Behälter 2, 3 beim Transport um Kurven oder dergleichen zu vermeiden.
[0048] Allerdings werden die Behälter 2, 3 dann unmittelbar vor dem Einlaufen in die Verpackungsmaschine
13, 14 auf Kontakt miteinander gebracht, so dass sie in einer Stellung entsprechend
dem herzustellenden Behältergebinde 15 einlaufen. Dadurch lässt sich das Verpacken
der Behälter 2, 3 vereinfachen. Hierbei ist die gezeigte Anzahl der Gassen 7b1 bis
7b3 und 8b1 bis 8b3 lediglich beispielhaft. Vorzugsweise entspricht die Anzahl der
jeweils nebeneinander liegenden Gassen einer maximalen Gebindebreite, d. h. der Anzahl
der Behälter 2, 3, die nebeneinander in einem der Gebinde 15 zusammengefasst werden
sollen. Je nach der tatsächlich herzustellenden Gebindegröße werden dann nur die jeweils
benötigten Gassen 7b1 bis 7b3, 8b1 bis 8b3 mit Behältern 2, 3 beschickt.
[0049] Das gassenweise Zuführen der Behälter 2, 3 ist insbesondere bei Behältern 3 mit nicht
rundem Querschnitt von Vorteil. Es erübrigt sich dann ein Zusammenfassen dieser Behälter
von unterschiedlichen Transportstrecken 7, 8 kommend vor einer gemeinsamen Verpackungsmaschine.
Ein derartiges Zusammenführen von Behältern 3 ist insbesondere bei nicht runden Querschnitten
aufgrund eines möglichen Querstellens und/oder Verkeilens der Behälter 3 problematisch.
Anders gesagt, ist insbesondere eine Variante von Vorteil, bei der die Anzahl der
Verpackungsmaschinen 13, 14 der Anzahl der separaten Transportstrecken 7, 8 entspricht.
[0050] Um einen flexiblen und zuverlässigen Betrieb der Abfüllanlage 1 zu ermöglichen, sind
die Transportstrecken 7, 8 getrennt steuerbar. Das heißt, je nach benötigter Maschinenleistung
und/oder bei einem Teilausfall der Produktion in einer der Transportstrecken 7, 8
lässt sich der Behälterstrom mit Hilfe der Verteileinrichtung 6 flexibel und gezielt
auf die Transportstrecken 7, 8 hinsichtlich einer optimalen Anlagenauslastung verteilen.
[0051] Wie die Figur ferner andeutet, lässt sich die Abfüllanlage mit wenigstens zwei Transportstrecken
7, 8 besonders vorteilhaft mit als Geradläufer ausgebildeten Produktionseinheiten
stromabwärts der Verteileinrichtung 6 realisieren. Prinzipiell sind jedoch auch Rundläufermaschinen
an den entsprechenden Stellen denkbar. Dies betrifft auch die Verteileinrichtungen
und Weichen der Abfüllanlage 1. Geeignete Verteileinrichtungen vom Geradläufertyp
sind beispielsweise Linearverteilweichen oder Dachverteiler. Geeignete Verteileinrichtungen
vom Rundläufertyp sind beispielsweise Drehriegelsterne oder Klemmsterne. Die Funktionsweise
derartiger Verteileinrichtungen ist bekannt und muss daher an dieser Stelle nicht
erläutert werden.
[0052] Mit der beschriebenen Abfüllanlage 1 und dem beschriebenen Verfahren zum Betreiben
der Abfüllanlage 1, insbesondere den beschriebenen Puffern der Behälter 2, 3 bei einem
teilweisen Ausfall der Abfüllanlage stromabwärts der Verteileinrichtung 6 lassen sich
besonders flexible und zuverlässige Produktionsbedingungen herstellen.
1. Abfüllanlage (1) für Behälter (2, 3), insbesondere Getränkeflaschen oder dergleichen,
2 die sich zum Verarbeiten unterschiedlicher Behältertypen eignet, mit:
- einer Füllmaschine (5) zum Befüllen der Behälter;
- wenigstens einer Verpackungsmaschine (13, 14) zum Verpacken der befüllten Behälter,
insbesondere in Behältergebinden (15); und
- einer steuerbaren Verteileinrichtung (6) zum Verteilen der befüllten Behälter auf
wenigstens zwei getrennt steuerbare und in Richtung der Verpackungsmaschine verlaufende
Transportstrecken (7, 8),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Transportstrecken für einen drucklosen Behältertransport ausgebildet sind und
jeweils
wenigstens einen einspurigen Behälterpuffer (9, 10) umfassen, wobei der drucklose
Behältertransport eine Führung ohne schädlichen Staudruck darstellt, so dass die Behälter
beim Transport und Puffern nicht derart aufeinanderdrücken, dass sich eine vorgegebene
Orientierung und/oder Reihenfolge der Behälter entlang der Transportstrecke und des
Puffers ändert.
2. Abfüllanlage nach Anspruch 1, wobei die Füllmaschine (5) zum Befüllen von Behältern
(2, 3) mit rundem und nichtrundem Querschnitt ausgebildet ist.
3. Abfüllanlage nach Anspruch 1 oder 2, wobei in den Transportstrecken (7, 8) stromabwärts
der Behälterpuffer (9, 10) Etikettiermaschinen (11, 12), insbesondere Sleeve-Aggregate,
vorgesehen sind.
4. Abfüllanlage nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Verteileinrichtung
(6) derart steuerbar ist, dass sie bei einer Reduzierung der Maschinenleistung, insbesondere
einer Produktionsunterbrechung, entlang einer der Transportstrecken (7) die Behälter
(2, 3) in den zugehörigen Behälterpuffer (9) leitet, insbesondere nur so lange, bis
dieser gefüllt ist, und/oder die Behälter (2, 3) in die wenigstens eine weitere Transportstrecke
(8) leitet.
5. Abfüllanlage nach Anspruch 3 oder 4, wobei zwischen der Verteileinrichtung (6) und
den Etikettiermaschinen (11, 12) gelegene erste Abschnitte (7a, 8a) der Transportstrecken
(7, 8) einspurig sind.
6. Abfüllanlage nach Anspruch 4 oder 5, wobei zwischen den Etikettiermaschinen (11, 12)
und der wenigstens einen Verpackungsmaschine (13, 14) gelegene zweite Abschnitte (7b,
8b) der Transportstrecken (7, 8) mehrspurig in Form separater Gassen (7b1-7b3, 8b1-8b3)
ausgebildet sind.
7. Abfüllanlage nach Anspruch 5 und 6, wobei zwischen den ersten und zweiten Abschnitten
(7a, 7b, 8a, 8b) der Transportstrecken (7, 8) Weichen (7c, 8c) vorgesehen sind, mit
denen sich die Behälter (2, 3) gruppenweise auf die separaten Gassen (7b1-7b3, 8b1-8b3)
verteilen lassen, wobei sich die Behälter ein und derselben Gruppe (2') insbesondere
unter einem Abstand zueinander in die jeweils zugeordnete Gasse einleiten lassen.
8. Abfüllanlage nach Anspruch 7, wobei die Gassen (7b1-7b3, 8b1-8b3) der zweiten Abschnitte
(7b, 8b) in entsprechende Packspuren der wenigstens einen Verpackungsmaschine (13,
14) übergehen, wobei sich die Behälter (2, 3) ein und derselben Gruppe (2') insbesondere
ohne Abstand zueinander in die Packspuren einleiten lassen.
9. Abfüllanlage nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei den Transportstrecken
(7, 8) separate Verpackungsmaschinen (13, 14) zugeordnet sind.
10. Abfüllanlage nach Anspruch 9, ferner mit einer ausgangsseitigen Sortiereinrichtung
(16), insbesondere einer Weiche, zum Verteilen der in Form von Behältergebinden (15)
verpackten Behälter (2, 3) auf mehrere Sortiergassen (17), insbesondere für ein nachfolgendes
Kommissionieren der Behältergebinde.
11. Abfüllanlage nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, ferner mit einer Blasmaschine
(19, 20), deren Maschinenleistung insbesondere im laufenden Betrieb variabel ist.
12. Verfahren zum Betreiben der Abfüllanlage nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche,
wobei die Behälter (2, 3) bei ordnungsgemäßem Anlagenbetrieb in Gruppen (2') auf die
Transportstrecken (7, 8) verteilt werden, insbesondere zu gleichen Anteilen.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei die Spurbreite der Transportstrecken (7, 8) zum
verdrehsicheren Behältertransport an wenigstens einen nichtrunden Behälterquerschnitt
angepasst wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, wobei die Abfüllanlage (1) bei einer Produktionsunterbrechung
entlang einer der Transportstrecken (7) weitergefahren wird, insbesondere bei unverminderter
Füllleistung, bis der Behälterpuffer (9) der von der Unterbrechung betroffenen Transportstrecke
gefüllt ist.
15. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 12 bis 14, wobei die Behälter vor der
Verpackungsmaschine (13, 14) auf mehrere einspurige Gassen (7b1-7b3, 8b1-8b3) drucklos
verteilt werden, und die Anzahl der derart beschickten Gassen einer in der Verpackungsmaschine
herzustellenden Gebindegröße entspricht.
1. A filling plant (1) for containers (2, 3), in particular beverage bottles or the like,
which is suited for processing different types of containers, comprising:
- a filling machine (5) for filling the containers;
- at least one packaging machine (13, 14) for packaging the filled containers, in
particular in the form of container packages (15); and
- a controllable distribution device (6) for distributing the filled containers to
at least two separately controllable transport paths (7, 8) extending in the direction
of the packaging machine,
characterized in that
the transport paths are configured for a pressureless container transport and comprise
each at least one single-track container buffer (9, 10), wherein the pressureless
container transport means guidance without detrimental back pressure so that the containers,
when transported and buffered, do not press against one another such that a predetermined
orientation and/or sequence of the containers along the transport path and the buffer
changes.
2. The filling plant according to claim 1, wherein the filling machine (5) is configured
for filling containers (2, 3) with round and non-round cross-sections.
3. The filling plant according to claim 1 or 2, wherein labelers (11, 12), in particular
sleeve units, are provided in the transport paths (7, 8) downstream of the container
buffers (9, 10).
4. The filling plant according to at least one of the claims 1 to 3, wherein the distribution
device (6) is controllable such that, in the case of a reduction of the machine performance,
in particular a production interruption, it will conduct the containers (2, 3) into
the associated container buffer (9) along one of the transport paths (7), in particular
only until said container buffer (9) has been filled, and/or conduct the containers
(2, 3) into the at least one additional transport path (8).
5. The filling plant according to claim 3 or 4, wherein first sections (7a, 8a) of the
transport paths (7, 8) located between the distribution device (6) and the labelers
(11, 12) are single-track sections.
6. The filling plant according to claim 4 or 5, wherein second sections (7b, 8b) of the
transport paths (7, 8) located between the labelers (11, 12) and the at least one
packaging machine (13, 14) are configured as multi-track sections in the form of separate
alleys (7b1-7b3, 8b1-8b3).
7. The filling plant according to claims 5 and 6, wherein the first and second sections
(7a, 7b, 8a, 8b) of the transport paths (7, 8) have provided between them alterable
switches (7c, 8c) by means of which the containers (2, 3) can be distributed to the
separate alleys (7b1-7b3, 8b1-8b3) in groups, the containers of one and the same group
(2') being adapted to be conducted, in particular in spaced relationship with one
another, into the respective alley associated therewith.
8. The filling plant according to claim 7, wherein the alleys (7b1-7b3, 8b1-8b3) of the
second sections (7b, 8b) merge with respective packaging tracks of the at least one
packaging machine (13, 14), the containers (2, 3) of one and the same group (2') being
adapted to be conducted, in particular without any distance between them, into the
packaging tracks.
9. The filling plant according to at least one of the preceding claims, wherein the transport
paths (7, 8) have associated therewith separate packaging machines (13, 14).
10. The filling plant according to claim 9, further comprising an output-side sorting
device (16), in particular an alterable switch, for distributing the containers (2,
3) packaged in the form of container packages (15) to a plurality of sorting alleys
(17), in particular for subsequent commissioning of the container packages.
11. The filling plant according to at least one of the preceding claims, further comprising
a blow molding machine (19, 20) whose machine performance is variable, in particular
during ongoing operation.
12. A method for operating the filling plant according to at least one of the preceding
claims, wherein, during regular operation of the plant, the containers (2, 3) are
distributed to the transport paths (7, 8) in groups (2'), in particular in equal shares.
13. The method according to claim 12, wherein the track width of the transport paths (7,
8) is adapted to at least one non-round container cross-section so as to transport
the containers such that they are secured against rotation.
14. The method according to claim 12 or 13, wherein, if the production is interrupted
along one of the transport paths (7), the filling plant (1) is continued to be operated,
in particular with an undiminished filling performance, until the container buffer
(9) of the transport path affected by the interruption has been filled.
15. The method according to at least one of the claims 12 to 14, wherein the containers
are pressureless distributed to a plurality of single-track alleys (7b1-7b3, 8b1-8b3)
upstream of the packaging machine (13, 14), and the number of alleys charged in this
way corresponds to a package size to be produced in the packaging machine.
1. Installation de remplissage (1) pour contenants (2, 3), notamment des bouteilles de
boisson ou similaires, qui est adaptée à traiter différents types de contenants, et
comprenant :
- une machine de remplissage (5) pour remplir les contenants ;
- au moins une machine d'emballage (13, 14) pour emballer les contenants remplis,
notamment dans des packs de contenants (15) ; et
- un dispositif de distribution (6) pouvant être commandé et destiné à distribuer
les contenants remplis vers au moins deux parcours de transport (7, 8) pouvant être
commandés de manière séparée et s'étendant en direction de la machine d'emballage,
caractérisée
en ce que les parcours de transport sont conçus pour un transport des contenants exempt de
pression, et comportent respectivement au moins un accumulateur-tampon de contenants
(9, 10) à une voie, le transport des contenants exempt de pression représentant un
guidage sans pression dynamique nocive, de façon à ce que les contenants, lors du
transport et de l'accumulation, ne s'appuient pas les uns contre les autres d'une
manière à ce qu'il se produise une modification d'une orientation prescrite et/ou
d'un ordre prescrit des contenants, le long du parcours de transport et de l'accumulateur-tampon.
2. Installation de remplissage selon la revendication 1, dans laquelle la machine de
remplissage (5) est configurée pour remplir des contenants (2, 3) à section transversale
ronde et non ronde.
3. Installation de remplissage selon la revendication 1 ou la revendication 2, dans laquelle
sur les parcours de transport (7, 8), en aval des accumulateurs-tampon de contenants
(9, 10), sont prévues des machines d'étiquetage (11, 12), en particulier des groupes
de pose de manchons d'étiquette.
4. Installation de remplissage selon l'une au moins des revendications 1 à 3, dans laquelle
le dispositif de distribution (6) peut être commandé de manière telle, que, dans le
cas d'une diminution de la productivité de la machine, notamment lors d'une interruption
de la production, il dirige les contenants (2, 3), le long d'un des parcours de transport
(7), dans l'accumulateur-tampon (9) associé, notamment uniquement jusqu'à ce que celui-ci
soit rempli, et/ou dirige les contenants (2, 3) dans ledit au moins un autre parcours
de transport (8).
5. Installation de remplissage selon la revendication 3 ou la revendication 4, dans laquelle
des premiers tronçons (7a, 8a) des parcours de transport (7, 8), qui sont situés entre
le dispositif de distribution (6) et les machines d'étiquetage (11, 12), sont d'une
configuration à une seule voie.
6. Installation de remplissage selon la revendication 4 ou la revendication 5, dans laquelle
des deuxièmes tronçons (7b, 8b) des parcours de transport (7, 8), qui sont situés
entre les machines d'étiquetage (11, 12) et ladite au moins une machine d'emballage
(13, 14), sont d'une configuration à voies multiples sous la forme de plusieurs allées
séparées (7b1-7b3, 8b1-8b3).
7. Installation de remplissage selon les revendications 5 et 6, dans laquelle entre les
premiers et les deuxièmes tronçons (7a, 7b, 8a, 8b) des parcours de transport (7,
8), sont prévus des aiguillages (7c, 8c) à l'aide desquels les contenants (2, 3) peuvent
être distribués par groupes sur les allées séparées (7b1-7b3, 8b1-8b3), les contenants
d'un seul et même groupe (2') pouvant être dirigés, notamment en étant espacés mutuellement,
dans l'allée respectivement associée.
8. Installation de remplissage selon la revendication 7, dans laquelle les allées (7b1-7b3,
8b1-8b3) des deuxièmes tronçons (7b, 8b) se raccordent à des voies d'emballage correspondantes
de ladite au moins une machine d'emballage (13, 14), les contenants (2, 3) d'un seul
et même groupe (2') pouvant être dirigés, notamment sans espacement réciproque, dans
les voies d'emballage.
9. Installation de remplissage selon l'une au moins des revendications précédentes, dans
laquelle aux parcours de transport (7, 8) sont associées des machines d'emballage
(13, 14) séparées.
10. Installation de remplissage selon la revendication 9, comprenant par ailleurs un dispositif
de tri de sortie (16), notamment un aiguillage, pour distribuer les contenants (2,
3) emballés sous forme de packs de contenants (15), sur plusieurs allées de tri (17),
notamment en vue du groupage ultérieur des packs de contenants, pour la préparation
de commandes.
11. Installation de remplissage selon l'une au moins des revendications précédentes, comprenant
par ailleurs une machine de soufflage (19, 20) dont la productivité-machine est variable
notamment en fonctionnement continu,
12. Procédé pour assurer le fonctionnement de l'installation de remplissage selon l'une
au moins des revendications précédentes, d'après lequel, dans le cas d'un fonctionnement
correct de l'installation, les contenants (2, 3) sont distribués en groupes (2') sur
les parcours de transport (7, 8), notamment selon des parts égales.
13. Procédé selon la revendication 12, d'après lequel la largeur de voie des parcours
de transport (7, 8) est adaptée à au moins une section transversale de contenant non
ronde, pour assurer un transport bloqué en rotation des contenants.
14. Procédé selon la revendication 12 ou la revendication 13, d'après lequel on continue
de faire fonctionner l'installation de remplissage (1), dans le cas d'une interruption
de production le long de l'un des parcours de transport (7), notamment dans le cas
d'une capacité de remplissage non diminuée, jusqu'à ce que l'accumulateur-tampon (9)
du parcours de transport concerné par l'interruption, soit rempli.
15. Procédé selon l'une au moins des revendications 12 à 14, d'après lequel les contenants
sont distribués de manière exempte de pression, en amont de la machine d'emballage
(13, 14), dans plusieurs allées (7b1-7b3, 8b1-8b3) à voie unique, et le nombre des
allées ainsi alimentées correspond à une grandeur de pack à fabriquer dans la machine
d'emballage.