[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung eines Elektrobands oder -blechs
sowie ein durch Anwendung dieses Verfahrens hergestelltes nicht kornorientiertes Elektroband
oder -blech für elektrotechnische Anwendungen.
[0002] Nicht kornorientierte Elektrobänder oder -bleche, in der Fachsprache auch als "NO-Elektroband
oder -blech" oder im englischen Sprachgebrauch auch als "NGO-Electrical Steel" ("NGO"
= Non Grain Oriented) bezeichnet, werden zur Verstärkung des magnetischen Flusses
in Eisenkernen von rotierenden elektrischen Maschinen verwendet. Typische Verwendungen
solcher Bleche sind elektrische Motoren und Generatoren.
[0003] Um die Effizienz solcher Maschinen zu steigern, werden möglichst hohe Drehzahlen
oder große Durchmesser der im Betrieb jeweils rotierenden Bauteile angestrebt. In
Folge dieses Trends sind die elektrisch relevanten, aus Elektrobändern oder -blechen
der hier in Rede stehenden Art gefertigten Bauteile einer hohen mechanischen Belastung
ausgesetzt, die von den heute zur Verfügung stehenden NO-Elektrobandsorten oft nicht
erfüllt werden können.
[0004] Aus der
US 5,084,112 ist ein NO-Elektroband oder -blech bekannt, das eine Streckgrenze von mindestens
60 kg-f/mm
2 (ca. 589 MPa) besitzt und aus einem Stahl hergestellt ist, der neben Eisen und unvermeidbaren
Verunreinigungen (in Gew.-%) bis zu 0,04 % C, 2,0 - weniger als 4,0 % Si, bis zu 2,0
% Al, bis zu 0,2 % P und mindestens ein Element aus der Gruppe "Mn, Ni" enthält, wobei
die Summe der Gehalte an Mn und Ni mindestens 0,3 % und höchstens 10 % beträgt.
[0005] Um eine Festigkeitssteigerung durch die Bildung von Karbonitriden zu erreichen, enthält
der aus der
US 5,084,112 bekannte Stahl mindestens ein Element aus der Gruppe "Ti,V,Nb,Zr", wobei im Fall
der Anwesenheit von Ti oder V der Ti-Gehalt %Ti und der V-Gehalt %V in Bezug auf den
C-Gehalt %C und den jeweils unvermeidbaren N-Gehalt %N des Stahls die Bedingung [0,4x(%Ti+%V)]/[4x(%C+%N)]
< 4,0 erfüllen soll. Auch der Anwesenheit von Phosphor in dem Stahl wird dabei eine
festigkeitssteigernde Wirkung zugeschrieben. Jedoch wird vor der Anwesenheit höherer
Phosphorgehalte gewarnt, weil sie eine Korngrenzversprödung auslösen können. Um diesem
als gravierend angesehenen Problem entgegenzuwirken, wird ein zusätzlicher B-Gehalt
von 0,001 - 0,007 % vorgeschlagen.
[0006] Der derart zusammengesetzte Stahl wird gemäß der
US 5,084,112 zu Brammen vergossen, die anschließend zu einem Warmband warmgewalzt werden, welches
optional geglüht, dann gebeizt und daraufhin zu einem Kaltband mit einer bestimmten
Enddicke kaltgewalzt wird. Abschließend wird das erhaltene Kaltband einer rekristallisierenden
Glühung unterzogen, bei der es bei einer mindestens 650 °C, jedoch weniger als 900
°C betragenden Glühtemperatur geglüht wird.
[0007] Im Fall der gleichzeitigen Anwesenheit von wirksamen Gehalten an Ti und P sowie B,
N, C, Mn und Ni im Stahl erreichen die gemäß der
US 5,084,112 erzeugten NO-Elektrobänder oder -bleche zwar Streckgrenzen von mindestens 70,4 kg-f/mm
2 (688 MPa). Gleichzeitig betragen bei einer Blechdicke von 0,5 mm und bei einer Polarisation
von 1,5 Tesla und einer Frequenz von 50 Hz die Ummagnetisierungsverluste P
1,5 jedoch mindestens 6,94 W/kg. Derart hohe Ummagnetisierungsverluste sind für moderne
elektrotechnische Anwendungen nicht mehr akzeptierbar. Weiterhin sind bei vielen solchen
Anwendungen die Ummagnetisierungsverluste bei höheren Frequenzen von großer Bedeutung.
[0008] Ein anderes Verfahren, das die betriebssichere Herstellung von hochfestem nicht kornorientiertem
Elektroblech mit guten elektromagnetischen Eigenschaften ermöglichen soll, ist aus
der
JP 2005 264315 A bekannt. Das mit diesem Verfahren erzeugte Elektroblech weist ein überwiegend ferritisches
Gefüge mit bis zu 50 Vol.-% Martensit auf und enthält neben Eisen und unvermeidbaren
Verunreinigung (in Gew.-%) bis zu 0,0400 % C, 0,2 - 6,5 % Si, 0,05 - 10,0 % Mn, bis
zu 0,30 % P, bis zu 0,020 % S, bis zu 15 % Al, bis zu 0,0400 % N und des Weiteren
als Ausscheidungsbildner ein oder zwei oder mehr Elemente aus der Gruppe "Ni, Mo,
Ti, Nb, Co und W" in Gehalten von jeweils bis zu 10,0 Gew.-%. Zusätzlich können ebenfalls
als Ausscheidungsbildner in dem Stahl Zr, Cr, B, Cu, Zn, Mg und Sn in Gehalten von
jeweils bis zu 10 Gew.-% vorhanden sein. Die in dem Stahl aus den genannten Elementen
gebildeten Ausscheidungen sollen in Form einer intermetallischen Verbindung mit einer
Anzahldichte von mehr als 20/
µm
3 und einem Durchmesser von höchstens 0,050
µm vorliegen. Die Zusammensetzung des Stahls ist dabei jeweils so gewählt, dass die
Ausscheidungen von Fe, Zr und Si regelmäßig in binärer Form vorliegen.
[0009] Neben dem voranstehend erläuterten Stand der Technik ist aus der
JP H11-12701 A nicht-kornorientiertes Elektrostahlblech bekannt, dass einen geringen Eisenverlust
aufweisen soll. Zu diesem Zweck hat das bekannte Stahlblech eine Zusammensetzung,
die aus (in Gew.-%) bis zu 0,005 % C, bis zu 4 % Si, bis zu 0,05 % Mn, bis zu 0,2
% P, bis zu 0,005 % N, 0,005 - 0,1 % Zr, bis zu 0,001 % S und als Rest aus Fe besteht,
wobei die Gehalte an Sb und Sn die Bedingung erfüllen Sb + Sn/ 2 = 0,001 - 0,05 %,
insbesondere Sb + Sn / 2 = 0,001 - 0,005 %. Dabei soll im Fall, dass Sn nicht vorhanden
ist, der Sb-Gehalt bevorzugt 0,001 - 0,05 %, insbesondere 0,001-0,005 %, betragen,
wogegen im Fall, dass kein Sb vorhanden ist, der Sn-Gehalt 0,002 - 0,1 %, insbesondere
0,002 - 0,01 % betragen soll.
[0010] Die
JP 2010-121150 A offenbart schließlich ein nicht-kornorientiertes Elektrostahlblech, das ausgezeichnete
Bearbeitungseigenschaften in Kombination mit ausgezeichneten magnetischen Eigenschaften
aufweisen soll. Dieses insbesondere für eine rotierende Maschine bestimmte nicht orientierte
Elektrostahlblech hat eine Blechdicke von 0,15 - 0,50 mm und eine Stahlzusammensetzung,
die (in Masse) bis zu 0,02 % C, 1,0 - 4,0 % Si, 0,05 - 3,0 % Mn, bis zu 2,5 % Al,
bis zu 0,25 % P, bis zu 0,01 % S, bis zu 0,01 % N und ferner mindestens ein Element
aus der Gruppe "Nb, Zr, Ti, V", Rest Fe und unvermeidbare Verunreinigungen enthält,
wobei für die Gehalte an den dieser Gruppe angehörenden Elementen gilt: 0 < Nb/93
+ Zr/91 + Ti/48 + V/51 - (C/12 + N/14) < 5 x 10
-3.
[0011] Vor dem Hintergrund des voranstehend erläuterten Standes der Technik bestand die
Aufgabe der Erfindung darin, ein Verfahren zu schaffen, mit dem NO-Elektroband oder
-blech für elektrotechnische Anwendungen erzeugt werden kann, das erhöhte Festigkeiten,
insbesondere eine höhere Streckgrenze, besitzt und gleichzeitig gute magnetische Eigenschaften,
insbesondere einen niedrigen Ummagnetisierungsverlust bei hohen Frequenzen aufweist.
[0012] Darüber hinaus sollte ein entsprechend beschaffenes NO-Elektroband oder -blech angegeben
werden.
[0013] In Bezug auf das Verfahren ist diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst worden,
dass bei der Erzeugung eines NO-Elektrobands oder -blechs die in Anspruch 1 angegebenen
Arbeitsschritte durchlaufen werden.
[0014] Dementsprechend besteht die erfindungsgemäße Lösung der oben genannten Aufgabe in
Bezug auf ein nicht kornorientiertes Elektrostahlblech oder -band darin, dass dieses
durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellt ist.
[0015] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben
und werden nachfolgend wie der allgemeine Erfindungsgedanke im Einzelnen erläutert.
[0016] Ein erfindungsgemäß erzeugtes nicht kornorientiertes Elektroband oder -blech für
elektrotechnische Anwendungen ist somit aus einem Stahl hergestellt, der aus (in Gew.-%)
2,0 - 4,5 % Si, 0,03 - 0,3 % Zr, sowie optional zusätzlich bis zu 2,0 % Al, insbesondere
bis zu 1,5 % Al, bis zu 1,0 % Mn, bis zu 0,01 % C, insbesondere bis zu 0,006 %, besonders
vorteilhafter Weise bis zu 0,005 % C, bis zu 0,01 % N, insbesondere bis zu 0,006 %
N, bis zu 0,01 % S, insbesondere bis zu 0,006 % S, bis zu 0,015 % P, insbesondere
bis zu 0,006 % P und als Rest aus Eisen und unvermeidbaren Verunreinigungen besteht.
[0017] Entscheidend für die Erfindung ist dabei, dass im Gefüge des Elektrobands oder -blechs
ternäre Fe-Si-Zr-Ausscheidungen vorliegen. Diese steigern die Festigkeit des erfindungsgemäßen
Stahls durch Ausscheidungs- bzw. Teilchenhärtung.
[0018] Aus Eisen, Zirkonium und Silizium gebildete ternäre Ausscheidungen treten, wie in
Materials Science International Team, MSIT®, und
Du, Yong, Xiong, Wei, Zhang, Weiwei, Chen, Hailin, Sun, Weihua: Iron - Silicon - Zirconium.
Effenberg, Günter, Ilyenko, Svitlana (ed.). SpringerMaterials - The Landolt-Börnstein
Database. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2009. DOI: 10.1007/978-3-540-70890-2_29 Crystallographic and Thermodynamic Data, dargestellt, in sechs verschiedenen Phasen
auf.
[0019] Für eine weitere Steigerung der Festigkeit ist es vorteilhaft, die betreffenden Fe-Si-Zr-Ausscheidungen
bezüglich ihrer räumlichen Ausdehnung möglichst fein auszubilden. So liegt ihr durchschnittlicher
Durchmesser erfindungsgemäß bevorzugt deutlich unterhalb von 100 nm. Derart kleine
Fe-Si-Zr-Ausscheidungen steigern die Festigkeit von NO-Elektroband oder -blech der
erfindungsgemäßen Art deutlich, ohne dabei die magnetischen Eigenschaften bei den
für Anwendungen im Motorenbau und desgleichen wichtigen hohen Frequenzbereichen wesentlich
zu verschlechtern. So behindern die erfindungsgemäß zur Festigkeitssteigerung genutzten
Fe-Si-Zr-Ausscheidungen die Bewegung der Bloch-Wände aufgrund ihrer geringen Größe
nur geringfügig und bewirken dementsprechend gegenüber konventionellen, weniger festen
Elektrobändern und -blechen allenfalls eine geringe Erhöhung der Ummagnetisierungsverluste
P
1.0 und P
1.5. Bei der Blochwand handelt es sich um den Übergangsbereich zwischen magnetischen
Domänen mit unterschiedlicher Magnetisierung.
[0020] Ein erfindungsgemäßes nicht kornorientiertes Elektroblech weist Si und Zr in Gehalten
auf, die so eingestellt sind, dass es zur angestrebten Bildung der Fe-Si-Zr-Ausscheidungen
kommt. Hierzu sind einerseits mindestens 2,0 Gew.-% Si erforderlich, wobei sich die
Fe-Si-Zr-Ausscheidungen dann besonders betriebssicher in der gewünschten Häufigkeit
und Verteilung einstellen, wenn der Si-Gehalt mindestens 1,6 Gew.-%, insbesondere
mindestens 2,4 Gew.-%, beträgt. Um negative Einflüsse auf die Eigenschaften des erfindungsgemäßen
NO-Elektrobands oder -blechs zu vermeiden, ist der Si-Gehalt auf höchstens 4,5 Gew.-%
beschränkt, wobei optimaler Weise der Si-Gehalt die Obergrenze von 3,5 Gew.-%, insbesondere
3,4 Gew.-%, nicht überschreitet.
[0021] Gehalte von mindestens 0,03 Gew.-% sind erforderlich, damit sich die gewünschten
ternären Zr-Ausscheidungen bilden. Damit dieser Effekt besonders sicher eintritt,
können mindestens 0,07 Gew.-% Zr, insbesondere mindestens 0,08 Gew.-% Zr, dem erfindungsgemäßen
Stahl zugegeben werden. Bei Gehalten von mehr als 0,3 Gew.-% Zr können keine entscheidenden
Steigerungen der durch die Anwesenheit von ausreichenden Gehalten an Zr bewirkten
Eigenschaftsverbesserungen beobachtet werden. Eine optimale Wirkung von Zr in einem
erfindungsgemäßen Elektroband oder -blech lässt sich dabei dann erzielen, wenn der
Zr-Gehalt auf höchstens 0,25 Gew.-% beschränkt ist.
[0022] Der Stahl, aus dem erfindungsgemäß das Elektroband oder -blech besteht, kann Gehalte
an weiteren Legierungselementen enthalten, die in an sich bekannter Weise zur Einstellung
seiner Eigenschaften zugegeben werden. Zu den hierzu geeigneten Elementen zählen insbesondere
Al und Mn in den hier angegebenen Gehalten.
[0023] Da die Erfindung zur Festigkeitssteigerung nicht auf Carbide, Nitride oder Karbonitride
zurückgreifen muss, können die C- und N-Gehalte eines erfindungsgemäßen Elektroblechs
oder -bands minimiert werden. Auf diese Weise ist der Gefahr einer magnetischen Alterung
vorgebeugt, zu der es in Folge hoher C- oder N-Gehalte kommen kann.
[0024] In Folge ihrer erfindungsgemäßen Zusammensetzung weisen erfindungsgemäß zusammengesetzte
Elektrobänder oder -bleche bei einer Dicke von 0,5 mm, einer Polarisation von 1,0
Tesla und einer Frequenz von 400 Hz Ummagnetisierungsverluste P
1,0/400 von höchstens 65 W/kg auf. Bei einer Dicke von 0,35 mm, einer Polarisation von 1,0
Tesla und einer Frequenz von 400 Hz weisen die erfindungsgemäß zusammengesetzten Elektrobänder
dagegen Ummagnetisierungsverluste P
1,0/400 von höchstens 45 W/kg auf. Gleichzeitig erreichen die erfindungsgemäß zusammengesetzten
Elektrobänder oder -bleche gegenüber konventionell zusammengesetzten Elektrobändern
oder -blechen, bei denen keine Maßnahmen zur Festigkeitssteigerung ergriffen worden
sind, regelmäßig eine Steigerung der Streckgrenze um mindestens 20 MPa. Die Festigkeit
nimmt dabei mit der Feinheit der Ausscheidungen zu. Festigkeitsanstiege von 100 -
200 MPa sind bei weiter verfeinerten Ausscheidungen möglich.
[0025] Das erfindungsgemäße Verfahren ist so angelegt, dass es die betriebssichere Erzeugung
eines erfindungsgemäßen nicht kornorientierten Elektrobands oder -blechs ermöglicht.
[0026] Dazu wird zunächst ein in der voranstehend für das erfindungsgemäße nicht kornorientierte
Elektroblech oder -band erläuterten Weise zusammengesetztes Warmband zur Verfügung
gestellt, das anschließend kaltgewalzt und als kaltgewalztes Band einer Schlussglühung
unterzogen wird. Das nach dem Schlussglühen erhaltene schlussgeglühte Kaltband stellt
dann das erfindungsgemäß zusammengesetzte und beschaffene Elektroband oder -blech
dar, dessen Festigkeit durch die Anwesenheit von Fe-Si-Zr-Ausscheidungen in seinem
Gefüge gegenüber einem konventionellen NO-Elektroblech oder -band deutlich verbessert
ist und das daher besonders für die Herstellung von elektrischen Bauteilen und Aggregaten
geeignet ist, die im praktischen Einsatz hohen dynamischen Belastungen ausgesetzt
sind.
[0027] Die Herstellung des erfindungsgemäß bereitgestellten Warmbands kann weitestgehend
konventionell erfolgen. Dazu kann zunächst eine Stahlschmelze mit einer der erfindungsgemäßen
Vorgabe entsprechenden Zusammensetzung (Si: 2,0 - 4,5 Gew.-%, Zr: 0,03 - 0,3 Gew.-%,
Al: bis zu 2,0 Gew.-%, Mn: bis zu 1,0 Gew.-%, C: bis zu 0,01 Gew.-%, N: bis zu 0,01
Gew.-%, S: bis zu 0,01 Gew.-%, P: bis zu 0,015 Gew.-%, Rest Eisen und unvermeidbare
Verunreinigungen) erschmolzen und zu einem Vormaterial vergossen werden, bei dem es
sich bei konventioneller Fertigung um eine Bramme oder Dünnbramme handeln kann. Da
die erfindungsgemäßen Vorgänge der Ausscheidungsbildung erst nach der Erstarrung ablaufen,
ist es prinzipiell auch möglich, die Stahlschmelze zu einem gegossenen Band zu vergießen,
welches anschließend zu einem Warmband warmgewalzt wird.
[0028] Das so erzeugte Vormaterial kann anschließend auf eine 1020 - 1300 °C betragende
Vormaterialtemperatur gebracht werden. Dazu wird das Vormaterial erforderlichenfalls
wiedererwärmt oder unter Ausnutzung der Gießhitze auf der jeweiligen Zieltemperatur
gehalten.
[0029] Das so erwärmte Vormaterial kann dann zu einem Warmband mit einer Dicke warmgewalzt
werden, die typischerweise 1,5 - 4 mm, insbesondere 2 - 3 mm, beträgt. Das Warmwalzen
beginnt dabei in an sich bekannter Weise bei einer Warmwalzanfangstemperatur in der
Fertigstaffel von 1000 - 1150 °C und endet mit einer Warmwalzendtemperatur von 700
- 920 °C, insbesondere 780 - 850 °C.
[0030] Das erhaltene Warmband kann anschließend auf eine Haspeltemperatur abgekühlt und
zu einem Coil gehaspelt werden. Die Haspeltemperatur wird dabei idealerweise so gewählt,
dass eine Ausscheidung von festigkeitssteigernden Partikeln zu diesem Zeitpunkt noch
vermieden wird, um Probleme beim anschließend durchgeführten Kaltwalzen zu vermeiden.
In der Praxis beträgt die Haspeltemperatur hierzu beispielsweise höchstens 700 °C.
[0031] Optional kann das Warmband einer Warmbandglühung unterzogen werden.
[0032] Das bereitgestellte Warmband wird zu einem Kaltband mit einer Dicke kaltgewalzt,
die typischerweise im Bereich von 0,15 - 1,1 mm, insbesondere 0,2 - 0,65 mm, liegt.
[0033] Die abschließende Schlussglühung trägt entscheidend zur Bildung der erfindungsgemäß
zur Festigkeitssteigung genutzten Fe-Si-Zr-Partikel bei. Dabei ist es durch Variation
der Glühbedingungen der Schlussglühung möglich, die Werkstoffeigenschaften wahlweise
zu Gunsten einer höheren Festigkeit oder eines geringeren Ummagnetisierungsverlustes
zu optimieren.
[0034] Erfindungsgemäße nicht kornorientierte Elektrobleche oder -bänder mit Streckgrenzen,
die im Bereich von 350 - 500 MPa liegen, und Ummagnetisierungsverlusten P
1,0/400, die bei einer Banddicke von 0,3 mm kleiner 35 W/kg und bei einer Banddicke von 0,5
mm kleiner 45 W/kg betragen, lassen sich besonders betriebssicher dadurch erzielen,
dass das erfindungsgemäß zusammengesetzte Kaltband im Zuge der Schlussglühung einer
im Durchlauf absolvierten zweistufigen Glühung unterzogen wird.
[0035] In der ersten Stufe wird das Kaltband bei einer Glühtemperatur von 900 - 1150 °C
für 1 - 300 s geglüht. Anschließend wird das Kaltband in einer zweiten Glühstufe bei
einer Temperatur von 600 - 800 °C für 50 - 120 s gehalten. Dann wird das Kaltband
auf eine Temperatur unter 100 °C abgekühlt. Bei einem in der voranstehend erläuterten
Weise durchgeführten Schlussglühen werden in der ersten Glühstufe die möglicherweise
bereits vorhandenen Fe-Si-Zr-Ausscheidungen aufgelöst und eine vollständige Rekristallisation
des Gefüges erzielt. In den weiteren Glühstufen erfolgt dann die gezielte Ausscheidung
der Fe-Si-Zr-Teilchen.
[0036] Des Weiteren kann das erhaltene, nicht kornorientierte Elektroband oder -blechmaterial
abschließend einer konventionellen Entspannungsglühung unterzogen werden. Abhängig
von den Verarbeitungsabläufen beim Endverarbeiter kann diese Entspannungsglühung noch
beim Hersteller des erfindungsgemäßen NO-Elektrobands oder -blechs im Coil durchgeführt
werden, oder es können zunächst die beim Endverarbeiter verarbeiteten Zuschnitte von
dem in erfindungsgemäßer Weise erzeugten Elektroband oder -blech abgeteilt werden,
die dann der Entspannungsglühung unterzogen werden.
[0037] Nachfolgend wird die Erfindung von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0038] Fig. 1 zeigt ein Diagramm, in dem der Soll-Temperaturverlauf beim Schlussglühen der
in der nachfolgend erläuterten Weise erzeugten Elektrobänder und -bleche dargestellt
ist.
[0039] Die nachfolgend erläuterten Versuche wurden jeweils unter Laborbedingungen durchgeführt.
Dabei sind zunächst zwei erfindungsgemäß zusammengesetzte Stahlschmelze Zr1 und Zr2
sowie zwei Referenzschmelzen Ref1 und Ref2 erschmolzen und zu Blöcken vergossen worden.
Die Zusammensetzungen der Schmelzen Zr1, Zr2, Ref1, Ref2 sind in Tabelle 1 angegeben.
Mit Ausnahme des jeweils fehlenden wirksamen Gehalts an Zr stimmen die Legierungselemente
und, im Rahmen der üblichen Toleranzen auch deren Gehalte, der Referenzschmelze Ref1
mit der erfindungsgemäßen Schmelze Zr1 und der Referenzschmelze Ref2 mit der erfindungsgemäßen
Schmelze Ref2 überein.
[0040] Die Blöcke wurden auf eine 1250 °C betragende Temperatur gebracht und mit einer Warmwalzanfangstemperatur
von 1020 °C und einer Warmwalzendtemperatur von 840 °C zu einem 2 mm dicken Warmband
warmgewalzt. Das jeweilige Warmband ist auf eine Haspeltemperatur T
HasPel von 620 °C abgekühlt worden. Anschließend ist eine typische Abkühlung im Coil simuliert
worden.
[0041] Einige Proben den aus der erfindungsgemäßen Stahllegierungen Zr1,Zr2 bestehenden
Warmbänder und Proben aus den Referenzstählen Ref1,Ref2 sind anschließend über eine
Dauer von 2 h bei einer Temperatur von 740 °C einer Warmbandglühung unterzogen worden
und daraufhin jeweils zu Kaltbändern mit einer Enddicke von 0,5 mm oder 0,3 mm kaltgewalzt
worden.
[0042] Weitere Proben der aus den erfindungsgemäßen Stahllegierungen Zr1,Zr2 und aus den
Referenzstählen Ref1,Ref2 bestehenden Warmbänder sind dagegen jeweils ohne Warmbandglühung
zu 0,3 mm oder 0,5 mm dickem Kaltband kaltgewalzt worden.
[0043] Nach dem Kaltwalzen erfolgte jeweils eine Schlussglühung, bei der die jeweilige Kaltbandprobe
zunächst mit einer Aufheizrate von 10 K/s über eine Dauer von 105 Sekunden von der
Raumtemperatur auf eine Glühtemperatur von 1090 °C erwärmt worden ist. Anschließend
sind die Proben über eine Dauer von 15 Sekunden bei der Glühtemperatur gehalten worden
und daraufhin mit einer Abkühlrate von 20 K/s auf eine Zwischentemperatur, die 700
°C betrug, abgekühlt worden. Bei dieser Zwischentemperatur sind die Proben über 60
Sekunden gehalten worden. Anschließend erfolgte eine zweistufige Abkühlung, bei der
die Proben zunächst langsam mit 5 °C/s auf eine zweite Zwischentemperatur von 580
°C und nach Erreichen der zweiten Zwischentemperatur beschleunigt mit einer Abkühlrate
von 30 °C/s auf Raumtemperatur abgekühlt worden sind.
[0044] In Tabelle 2 sind die mechanischen und magnetischen Eigenschaften obere Streckgrenze
R
eH, untere Streckgrenze R
eL, Zugfestigkeit R
m, das Verhältnis Re/Rm der mittleren Streckgrenze Re zur Zugfestigkeit Rm, die Gleichmaßdehnung
A
g, der jeweils bei einer Frequenz von 50 Hz gemessene Ummagnetisierungsverlust P
1,0 (Ummagnetisierungsverlust bei einer Polarisation von 1,0 T) und P
1,5 (Ummagnetisierungsverlust bei einer Polarisation von 1,5 T) sowie die ebenfalls jeweils
bei 50 Hz gemessene jeweilige Polarisation J
2500 (Polarisation bei einer magnetischen Feldstärke von 2500 A/m) und J5000 (Polarisation
bei einer magnetischen Feldstärke von 5000 A/m), sowie die bei einer Frequenz von
400 Hz bzw. 1 kHz jeweils ermittelten Ummagnetisierungsverluste P
1,0 (Ummagnetisierungsverlust bei einer Polarisation von 1,0 T) für 0,5 mm dicke Proben,
die aus den erfindungsgemäßen Stählen Zr1 oder Zr2 sowie aus den Referenzstählen Ref1
oder Ref2 bestehen und einer Warmbandglühung unterzogen worden sind, angegeben.
[0045] In Tabelle 3 finden sich dieselben Angaben für 0,5 mm dicke Proben, die aus den erfindungsgemäßen
Stählen Zr1 oder Zr2 sowie aus den Referenzstählen Ref1 oder Ref2 bestehen und keiner
Warmbandglühung unterzogen worden sind.
[0046] In Tabelle 4 sind die entsprechenden Werte für 0,3 mm dicke Proben angegeben, die
aus dem erfindungsgemäßen Stahl Zr2 oder dem Referenzstahl Ref2 bestehen und einer
Warmbandglühung unterzogen worden sind, wogegen in Tabelle 5 die entsprechenden Werte
für 0,3 mm dicke Proben angegeben sind, die aus dem erfindungsgemäßen Stahl Zr2 oder
dem Referenzstahl Ref2 bestehen und keine Warmbandglühung durchlaufen haben.
[0047] Es zeigt sich, dass die untere Streckgrenze R
eL bei den erfindungsgemäß zusammengesetzten und verarbeiteten Proben im Vergleich zu
den aus den Referenzstählen Ref erzeugten Proben um jeweils 20 - 80 MPa höher ist.
Zwischen den mit und ohne Warmbandglühung erzeugten Proben besteht dagegen kein signifikanter
Unterschied.
[0048] Bei einer Frequenz von 50 Hz weisen die aus den erfindungsgemäßen Stählen erzeugten
Proben etwas höhere Ummagnetisierungsverluste auf als die aus den Referenzstählen
erzeugten Proben. Dagegen weichen bei den höheren Frequenzen von 400 Hz und 1 kHz,
die für die Anwendungen, für die die erfindungsgemäßen Stähle bestimmt sind, von besonderer
Bedeutung sind, die Ummagnetisierungsverluste der erfindungsgemäßen Proben und der
Referenzproben kaum voneinander ab.
[0049] Mit der Erfindung lassen sich somit für Anwendungen in elektrischen Maschinen bestimmte
Elektrobleche und -bänder zur Verfügung stellen, die bei deutlich erhöhten Festigkeiten
optimale magnetische Eigenschaften aufweisen, ohne dass dazu teure oder schwer zu
beschaffende Legierungselemente vorgesehen oder komplizierte Fertigungsabläufe durchlaufen
werden müssen.
Tabelle 1
| Variante |
Si |
Zr |
Al |
Mn |
C |
N |
S |
P |
| Ref1 |
3,1 |
- |
0,4 |
0,07 |
0,004 |
0,002 |
0,003 |
0,005 |
| Zr1 |
3,0 |
0,23 |
0,4 |
0,07 |
0,004 |
0,002 |
0,003 |
0,004 |
| Ref2 |
3,0 |
- |
0,006 |
0,64 |
0,006 |
0,002 |
0,001 |
0,004 |
| Zr2 |
3,1 |
0,09 |
0,008 |
0,62 |
0,004 |
0,002 |
<0,001 |
0,003 |
Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen,
Angaben in Gew.-% |
Tabelle 2 (Blechdicke 0,5 mm, mit Warmbandglühung)
| Richtung |
Stahl |
ReH |
ReL |
Rm |
Re/Rm |
Ag |
50 Hz |
400Hz |
1kHz |
| P1,0 |
P1,5 |
J2500 |
J5000 |
P1,0 |
P1.0 |
| |
|
[MPa] |
[MPa] |
[MPa] |
[%] |
[%] |
[W/kg] |
[W/kg] |
[T] |
[T] |
[W/kg] |
[W/kg] |
| Walzrichtung |
Ref1 |
- |
368 *) |
515 |
71 |
13 |
1,44 |
3,20 |
1,62 |
1,71 |
- |
177 |
| Zr1 |
413 |
391 |
567 |
69 |
14 |
2,30 |
4,93 |
1, 62 |
- |
44,1 |
191 |
| Ref2 |
329 |
321 |
472 |
68 |
17 |
1,72 |
3,78 |
1,61 |
1,70 |
43,9 |
205 |
| Zr2 |
413 |
395 |
569 |
69 |
18 |
2,28 |
5,04 |
1, 58 |
1, 67 |
43,1 |
184 |
| Querrichtung |
Ref1 |
- |
380 *) |
535 |
71 |
13 |
1,52 |
3,51 |
1, 58 |
1, 67 |
- |
178 |
| Zr1 |
443 |
413 |
587 |
70 |
18 |
2,69 |
5,82 |
1,59 |
1, 68 |
48,4 |
208 |
| Ref2 |
351 |
340 |
492 |
69 |
16 |
1,63 |
3,88 |
1,53 |
1, 63 |
43,4 |
206 |
| Zr2 |
410 |
405 |
577 |
70 |
16 |
2,28 |
5,14 |
1,56 |
1,65 |
43,9 |
190 |
Tabelle 3 (Blechdicke 0,5 mm, ohne Warmbandglühung)
| Richtung |
Stahl |
ReH |
ReL |
Rm |
Re/Rm |
Ag |
50 Hz |
400Hz |
1kHz |
| P1,0 |
P1,5 |
J2500 |
J5000 |
P1,0 |
P1,0 |
| |
|
[MPa] |
[MPa] |
[MPa] |
[%] |
[%] |
[W/kg] |
[W/kg] |
[T] |
[T] |
[W/kg] |
[W/kg] |
| Walzrichtung |
Ref1 |
- |
383 *) |
527 |
73 |
15 |
1,38 |
3,03 |
1, 63 |
- |
30,4 |
136 |
| Zr1 |
417 |
386 |
565 |
68 |
17 |
2,53 |
5,53 |
1,57 |
1,66 |
39,6 |
163 |
| Ref2 |
365 |
339 |
480 |
71 |
17 |
1,47 |
3,34 |
1, 63 |
1,71 |
38,0 |
173 |
| Zr2 |
398 |
387 |
558 |
69 |
16 |
2,22 |
4,80 |
1,59 |
1,68 |
40,7 |
177 |
| Querrichtung |
Ref1 |
- |
393 *) |
536 |
73 |
13 |
1,54 |
3,32 |
1,56 |
1,66 |
33,9 |
162 |
| Zr1 |
445 |
415 |
597 |
70 |
17 |
2,59 |
5,80 |
1,55 |
1,64 |
42,1 |
179 |
| Ref2 |
382 |
362 |
500 |
72 |
14 |
1,55 |
3,68 |
1,53 |
1, 63 |
40,4 |
191 |
| Zr2 |
415 |
406 |
582 |
70 |
17 |
2,27 |
4,95 |
1,59 |
1,68 |
43,5 |
194 |
Tabelle 4 (Blechdicke 0,3 mm, mit Warmbandglühung)
| Richtung |
Stahl |
ReH |
ReL |
Rm |
Re/Rm |
Ag |
50 Hz |
400Hz |
1kHz |
| P1,0 |
P1,5 |
J2500 |
J5000 |
P1,0 |
P1,0 |
| |
|
[MPa] |
[MPa] |
[MPa] |
[%] |
[%] |
[W/kg] |
[W/kg] |
[T] |
[T] |
[W/kg] |
[W/kg] |
| Walzrichtung |
Ref2 |
322 |
316 |
459 |
69 |
15 |
1,32 |
3,10 |
1,59 |
1,68 |
26,5 |
118 |
| Zr2 |
403 |
393 |
566 |
69 |
17 |
2,03 |
4,55 |
1,57 |
1,66 |
29,1 |
117 |
| Querrichtung |
Ref2 |
353 |
342 |
491 |
70 |
15 |
1,39 |
3,44 |
1,52 |
1,61 |
27,2 |
122 |
| Zr2 |
430 |
417 |
588 |
71 |
16 |
2,07 |
4,71 |
1,54 |
1,64 |
30,0 |
123 |
Tabelle 5 (Blechdicke 0,3 mm, ohne Warmbandglühung)
| Richtung |
Stahl |
ReH |
ReL |
Rm |
Re/Rm |
Ag |
50 Hz |
400Hz |
1kHz |
| P1,0 |
P1,5 |
J2500 |
J5000 |
P1,0 |
P1,0 |
| |
|
[MPa] |
[MPa] |
[MPa] |
[%] |
[%] |
[W/kg] |
[W/kg] |
[T] |
[T] |
[W/kg] |
[W/kg] |
| Walzrichtung |
Ref2 |
350 |
331 |
466 |
71 |
14 |
1,26 |
3,06 |
1,57 |
1,66 |
23,6 |
100 |
| Zr2 |
393 |
384 |
549 |
70 |
14 |
1,91 |
4,22 |
1,58 |
1,67 |
24,2 |
92 |
| Querrichtung |
Ref2 |
359 |
344 |
453 |
76 |
7 |
1,28 |
3,22 |
1,54 |
1,63 |
23,2 |
99 |
| Zr2 |
432 |
417 |
590 |
71 |
17 |
2,01 |
4,45 |
1,56 |
1,65 |
25,6 |
96 |
1. Verfahren zum Erzeugen eines nicht kornorientierten Elektrobands oder -blechs, das
ternäre Fe-Zr-Si-Ausscheidungen in seinem Gefüge aufweist, wobei das Verfahren folgende
Arbeitsschritte umfasst:
a) Bereitstellen eines Warmbands, das aus einem Stahl besteht, der neben Eisen und
unvermeidbaren Verunreinigungen (in Gew.-%)
Si: 2,0 - 4,5 %,
Zr: 0,03 - 0,3 %,
Al: bis zu 2,0 %,
Mn: bis zu 1,0 %,
C: bis zu 0,01 %,
N: bis zu 0,01 %,
S: bis zu 0,01 %,
P: bis zu 0,015 %,
enthält;
b) Kaltwalzen des Warmbands zu einem Kaltband und
c) Schlussglühen des Kaltbands, wobei
- das Schlussglühen des Kaltbands in zwei Stufen durchgeführt wird,
- das Kaltband in der ersten Stufe der Schlussglühung bei einer Glühtemperatur von
900 - 1100 °C für 1 - 300 s und in der zweiten Stufe der Schlussglühung bei einer
Temperatur von 600 - 800 °C für 50 - 120 s gehalten wird und
- das Kaltband nach der zweiten Stufe der Schlussglühung auf eine Temperatur von unter
100 °C abgekühlt wird.
2. Nicht kornorientiertes Elektroband oder -blech für elektrotechnische Anwendungen,
wobei im Gefüge des Elektrobands oder -blechs im kaltgewalzten und schlussgeglühten
Zustand ternäre Fe-Si-Zr-Ausscheidungen vorliegen, dadurch gekennzeichnet, dass es durch Anwendung des Verfahrens gemäß Anspruch 1 hergestellt ist.
3. Nicht kornorientiertes Elektroband oder -blech nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sein Si-Gehalt mindestens 2,5 Gew.-% beträgt.
4. Nicht kornorientiertes Elektroband oder -blech einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass sein Si-Gehalt höchstens 3,5 Gew.-% beträgt.
5. Nicht kornorientiertes Elektroband oder -blech nach einem der Ansprüche 2 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass sein Zr-Gehalt mindestens 0,08 Gew.-% beträgt.
6. Nicht kornorientiertes Elektroband oder -blech nach einem der Ansprüche 2 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass sein Zr-Gehalt höchstens 0,25 Gew.-% beträgt.
7. Nicht kornorientiertes Elektroband oder -blech nach einem der Ansprüche 2 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass sein C-Gehalt höchstens 0,006 Gew.-% beträgt.
8. Nicht kornorientiertes Elektroband oder -blech nach einem der Ansprüche 2 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass sein N-Gehalt höchstens 0,006 Gew.-% beträgt.
9. Nicht kornorientiertes Elektroband oder -blech nach einem der Ansprüche 2 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass sein S-Gehalt höchstens 0,006 Gew.-% beträgt.
10. Nicht kornorientiertes Elektroband oder -blech nach einem der Ansprüche 2 - 9, dadurch gekennzeichnet, dass sein Ummagnetisierungsverlust P1,0/400 bei einer Polarisation von 1,0 Tesla und einer Frequenz von 400 Hz bei einer Dicke
des Elektrobands oder - blechs von 0,5 mm höchstens 65 W/kg und bei einer Dicke von
0,3 mm höchstens 45 W/kg beträgt.
1. A method of producing a non-grain oriented electrical strip or sheet having ternary
Fe-Zr-Si precipitates in its microstructure, wherein the method comprises the following
working steps:
a) Providing a hot-rolled strip consisting of a steel which contains, in addition
to iron and unavoidable impurities (in % by weight)
Si: 2.0 - 4.5%,
Zr: 0.03 - 0.3%,
Al: up to 2.0%,
Mn: up to 1.0%,
C: up to 0.01%,
N: up to 0.01%,
S: up to 0.01%,
P: up to 0.015%;
b) Cold rolling of the hot strip into a cold strip; and
c) final annealing of the cold strip, whereby
- the final annealing of the cold strip is carried out in two stages;
- the cold strip is maintained at an annealing temperature of 900 - 1100°C for 1 -
300 s in the first stage of final annealing and at a temperature of 600 - 800°C for
50 - 120 s in the second stage of final annealing;
- and the cold strip is cooled to a temperature below 100°C after the second stage
of final annealing.
2. Non-grain-oriented electrical strip or sheet for electrical engineering applications,
wherein ternary Fe-Si-Zr precipitates are present in the microstructure of the electrical
steel strip or sheet in the cold-rolled and final annealed condition, characterised in that it is manufactured by applying the method according to Claim 1.
3. Non-grain-oriented electrical strip or sheet according to Claim 2, characterised in that its Si- content is at least 2.5% by weight.
4. Non-grain-oriented electrical strip or sheet according to any one of Claims 2 or 3,
characterised in that its Si- content is at most 3.5% by weight.
5. Non-grain-oriented electrical strip or sheet according to any one of Claims 2 to 4,
characterised in that its Zr- content is at least 0.08% by weight.
6. Non-grain-oriented electrical strip or sheet according to any one of Claims 2 to 5,
characterised in that its Zr- content is at most 0.25% by weight.
7. Non-grain-oriented electrical strip or sheet according to any one of Claims 2 to 6,
characterised in that its C- content is at most 0.006% by weight.
8. Non-grain-oriented electrical strip or sheet according to any one of Claims 2 to 7,
characterised in that its N- content is at most 0.006% by weight.
9. Non-grain-oriented electrical strip or sheet according to any one of Claims 2 to 8,
characterised in that its S- content is at most 0.006% by weight.
10. Non-grain-oriented electrical strip or sheet according to any one of Claims 2 to 9,
characterised in that its remagnetisation loss P1.0/400 is at most 65 W/kg at a polarisation of 1.0 Tesla and a frequency of 400 Hz at a
thickness of the electrical strip or sheet of 0.5 mm and at most 45 W/kg at a thickness
of 0.3 mm.
1. Procédé pour générer une bande ou une tôle magnétique sans grains orientés, qui possède
dans sa structure des précipitations de Fe-Zr-Si ternaires, le procédé comprenant
les étapes de travail suivantes :
a) mise à disposition d'un feuillard laminé à chaud, lequel se compose d'un acier
qui, outre du fer et des impuretés inévitables, contient (en % massiques)
Si: 2.0 - 4.5%,
Zr: 0.03 - 0.3%,
Al: jusqu'à 2.0%,
Mn: jusqu'à 1.0%,
C: jusqu'à 0.01%,
N: jusqu'à 0.01%,
S: jusqu'à 0.01%,
P: jusqu'à 0.015%;
b) laminage à froid du feuillard laminé à chaud en un feuillard laminé à froid et
c) recuit final du feuillard laminé à froid,
- le recuit final du feuillard laminé à froid étant réalisé en deux phases,
- le feuillard laminé à froid étant maintenu, dans la première phase du recuit final,
à une température de recuit de 900 à 1100 °C pendant 1 à 300 s et, dans la deuxième
phase du recuit final, à une température de recuit de 600 à 800 °C pendant 50 à 120
s et
- le feuillard laminé à froid étant refroidi, après la deuxième phase du recuit final,
à une température inférieure à 100 °C.
2. Bande ou tôle magnétique sans grains orientés pour applications électrotechniques,
des précipitations de Fe-Zr-Si ternaires étant présentes dans la structure de la bande
ou tôle magnétique à l'état laminé à froid et après recuit final, caractérisée en ce qu'elle est fabriquée en appliquant le procédé selon la revendication 1.
3. Bande ou tôle magnétique sans grains orientés selon la revendication 2, caractérisée en ce que sa teneur en Si est au minimum égale à 2,5 % massiques.
4. Bande ou tôle magnétique sans grains orientés selon l'une des revendications 2 ou
3, caractérisée en ce que sa teneur en Si est au maximum égale à 3,5 % massiques.
5. Bande ou tôle magnétique sans grains orientés selon l'une des revendications 2 à 4,
caractérisée en ce que sa teneur en Zr est au minimum égale à 0,08 % massique.
6. Bande ou tôle magnétique sans grains orientés selon l'une des revendications 2 à 5,
caractérisée en ce que sa teneur en Zr est au maximum égale à 0,25 % massique.
7. Bande ou tôle magnétique sans grains orientés selon l'une des revendications 2 à 6,
caractérisée en ce que sa teneur en C est au maximum égale à 0,006 % massique.
8. Bande ou tôle magnétique sans grains orientés selon l'une des revendications 2 à 7,
caractérisée en ce que sa teneur en N est au maximum égale à 0,006 % massique.
9. Bande ou tôle magnétique sans grains orientés selon l'une des revendications 2 à 8,
caractérisée en ce que sa teneur en S est au maximum égale à 0,006 % massique.
10. Bande ou tôle magnétique sans grains orientés selon l'une des revendications 2 à 9,
caractérisée en ce que sa perte par inversion magnétique P1,0/400 à une polarisation de 1,0 Tesla et une fréquence de 400 Hz est au maximum de 65 W/kg
pour une épaisseur de la bande ou de la tôle magnétique de 0,5 mm et au maximum de
45 W/kg pour une épaisseur de 0,3 mm.