[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Hörhilfesystems sowie ein
Hörhilfesystem mit wenigstens zwei Hörhilfegeräten, zwischen denen ein Signalpfad
vorgesehen ist, und mit wenigstens einer Signalverarbeitungseinheit, die zur Verarbeitung
von Audiosignalen vorgesehen ist.
[0002] In vielen Fällen betrifft eine Schwerhörigkeit beide Ohren, der Hörgeschädigte sollte
beidohrig (binaural) mit Hörgeräten versorgt werden. Moderne Hörgeräte verfügen dabei
über Signalverarbeitungsalgorithmen, die abhängig von der Hörsituation die Parameter
der Hörgeräte automatisch variieren. Bei der binauralen Versorgung wird dabei die
Hörsituation an beiden Ohren bewertet.
[0003] Lärm und Störgeräusche sind im täglichen Leben allgegenwärtig und erschweren die
Sprachkommunikation, insbesondere wenn eine Beeinträchtigung des natürlichen Hörvermögens
vorliegt. Daher sind Techniken wünschenswert, die zwar Lärm und Störgeräusche unterdrücken,
aber die erwünschten Geräusche und Töne, im Folgenden auch als Nutzsignale bezeichnet,
möglichst wenig verändern. Eine mögliche Art der Unterdrückung von unerwünschten Störgeräuschen
ist die räumliche Filterung. Wenn die Störgeräusche und die Nutzgeräusche aus unterschiedlichen
Richtungen auf den Träger eines Hörhilfesystems einfallen, ist es möglich, durch eine
unterschiedliche Empfindlichkeit des Hörhilfesystems in verschiedene Richtung in Relation
zu dem Hörhilfesystem und dessen Träger unerwünschte Geräusche zu unterdrücken. Bei
binauralen Hörhilfesystemen bietet es sich insbesondere an, die Signale der beiden
Hörhilfegeräte des Hörhilfesystems zu kombinieren, um eine Richtwirkung zu erzielen.
[0004] Ist jedoch keine Quelle eines Nutzsignals in einer bestimmten Vorzugsrichtung lokalisiert,
sondern sind diese, wie beispielsweise in einer Gesprächsrunde, um den Träger verteilt,
so kann die Richtwirkung auch unerwünschter Weise Nutzsignale unterdrücken.
[0005] In der Vergangenheit war es deshalb beispielsweise üblich, dass der Träger manuell
zwischen verschiedenen Betriebsmodi umschaltet, die entweder eine Richtcharakteristik
aufweisen oder eine omnidirektionale Empfindlichkeit.
[0006] Auch ist es bekannt, die Stärke der Richtcharakteristik anhand eines abgeschätzten
Störgeräuschpegels zu steuern, was zu einem höheren Rechenaufwand führt und nicht
unmittelbar mit dem Auftreten eines Nutzsignals in der Vorzugsrichtung korreliert.
Ungünstige Einstellungen können daher in bestimmten Situationen auftreten.
[0007] Die
US 2007/0160242 A1 nennt ein Verfahren in einem binauralen Hörgerätesystem, in welchem anhand der Leistungen
einzelner Mikrofonsignale eine Einfallsrichtung eines Schallsignals ermittelt wird,
und ein Ausgangssignal in Abhängigkeit dieser Einfallsrichtung erzeugt wird.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Betrieb eines
Hörgerätesystems sowie ein Hörgerätesystem zu schaffen, durch welche eine räumliche
Störgeräuschunterdrückung besser und effektiver erfolgt.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Der das Hörhilfesystem betreffende Teil der Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale
des Anspruchs 6.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Hörhilfesystems
mit mindestens zwei Hörhilfegeräten zur anwendungsgemäßen Anordnung an beiden Seiten
eines Kopfes eines Trägers. Die Hörhilfegeräte weisen einen Wandler zur Aufnahme eines
akustischen Signals und Wandlung in ein jeweils erstes Audiosignal auf. Weiterhin
weist das Hörhilfesystem eine Signalverarbeitungsvorrichtung zur Verarbeitung von
Audiosignalen sowie eine Signalverbindung zur Übertragung eines ersten Audiosignals
von jedem Hörhilfegerät zu der Signalverarbeitungseinrichtung auf. Die Signalverarbeitungsvorrichtung
bewertet einen Signalanteil aus einer Vorzugsrichtung in Bezug auf den Kopf in den
ersten Audiosignalen und erzeugt mit den ersten Audiosignalen ein erstes binaurales
direktionales Mikrofonsignal und stellt dessen Richtcharakteristik in Abhängigkeit
von der Bewertung ein.
[0011] Indem das Hörhilfesystem Signalanteile aus der Vorzugsrichtung bewertet, kann sicher
festgestellt werden, ob in der Vorzugsrichtung auch wirklich eine Signalquelle vorhanden
ist. Es wird dadurch auf vorteilhafte Weise vermieden, eine Richtcharakteristik zu
aktivieren, wenn keine Signalquelle in der Vorzugsrichtung vorhanden ist.
[0012] Erfindungsgemäß ermittelt die Signalverarbeitungseinrichtung ein Minimum des Pegels
der ersten Audiosignale oder ein Minimum des Pegels der ersten vorverarbeiteten Audiosignale.
Aus dem Minimum und einem zweiten Bezugssignal mit einer reduzierten Empfindlichkeit
in der Vorzugsrichtung bildet die Signalverarbeitungseinrichtung zur Bewertung des
Signalanteils dann einen Quotienten. Die Bestimmung des Minimums der Pegel und des
Quotienten erlaubt auf eine einfache Weise, ein Maß für Geräusche aus einer Richtung
ungleich der Vorzugsrichtung zu ermitteln und so in der Folge die Richtwirkung der
Hörsituation anzupassen. Das erfindungsgemäße Hörhilfesystem zur Ausführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens teilt dessen Vorzüge.
[0013] Vorteilhafte Weiterbildungen des Verfahrens und des Hörgerätesystems sind in den
Unteransprüchen angegeben.
[0014] So wird optional durch eine Vorverarbeitung der ersten Audiosignale die Vorzugsrichtung
in eine Symmetrieebene der beiden Hörhilfegeräte abgebildet. Für die nachfolgenden
Schritte ist durch diese Transformation die Vorzugsrichtung in Blickrichtung des Kopfes
des Trägers ausgerichtet.
[0015] Auf vorteilhafte Weise können deshalb die nachfolgenden Schritte auf die Vorzugsrichtung
in Blickrichtung ausgelegt werden und müssen nicht einer jeweils sich ändernden Vorzugsrichtung
angepasst werden. Insbesondere ist es so auch möglich, Symmetrieeigenschaften dieser
Vorzugsrichtung zu nutzen.
[0016] In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das zweite Bezugssignal
eine gewichtete Differenz der ersten Audiosignale beider Hörhilfegeräte.
[0017] Die Bildung einer gewichteten Differenz der ersten Audiosignale der beiden Hörhilfegeräte
ermöglicht mit geringem rechnerischem Aufwand die Bereitstellung eines Signals, dass
beispielsweise eine Richtcharakteristik mit einem Minimum an Empfindlichkeit in Blickrichtung
des Trägers der Hörhilfegeräte aufweist.
[0018] In einer möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das zweite
Bezugssignal ein Signal einer binauralen Acht, die ein Minimum in Richtung der Vorzugsrichtung
aufweist. Eine binaurale Acht ist ein Signal, das aus der Differenz der Signale zweier
beabstandeter omnidirektionaler oder monauraler Richtmikrofone erzeugt wird.
[0019] Das Signal einer binauralen Acht ist besonders leicht zu erzeugen und zeigt auf vorteilhafte
Weise ein ausgeprägtes Minimum der Empfindlichkeit in einer Ebene, die mittig zwischen
den Hörhilfegeräten und parallel zur Blickrichtung ausgerichtet ist. Dies ist besonders
von Vorteil, wenn die Vorzugsrichtung in dieser Ebene liegt.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens erhöht die Signalverarbeitungsvorrichtung
die Richtcharakteristik des binauralen direktionalen Mikrofons mit einem steigenden
Wert des Quotienten.
[0021] Ein steigender Wert des Quotienten zeigt an, dass in der Vorzugsrichtung ein Signal
vorliegt, das gegenüber den Umgebungsgeräuschen herausgehoben ist. Eine Erhöhung der
Richtcharakteristik betont dann auf vorteilhafte Weise dieses Signal gegenüber den
Umgebungsgeräuschen, die gleichzeitig durch die stärkere Richtcharakteristik gedämpft
werden.
[0022] In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es auch denkbar, dass
die Bewertung der Signalanteile aus der Vorzugsrichtung in den ersten Audiosignalen
für mindestens zwei verschiedene Frequenzbereiche einzeln erfolgt und die Richtcharakteristik
des ersten binauralen direktionalen Mikrofonsignals für jeden Frequenzbereich einzeln
in Abhängigkeit von der Bewertung eingestellt wird.
[0023] Eine unterschiedliche Bewertung und Richtcharakteristik für unterschiedliche Frequenzbereiche
ermöglicht es vorteilhafter Weise, unterschiedliche Ausbreitungsbedingungen für verschiedene
Frequenzen zu berücksichtigen oder auch unterschiedliche Signalquellen in verschiedenen
Frequenzbereichen unterschiedlich zu behandeln.
[0024] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang
mit den Zeichnungen näher erläutert werden.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Hörhilfesystems;
- Fig. 2
- eine Anordnung von Hörhilfesystem und Signalquellen;
- Fig. 3
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens und
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung von Funktionsblöcken einer Quotientenbildung in einem
nicht beanspruchten Beispiel des binauralen Hörhilfesystems.
[0026] Fig. 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines erfindungsgemäßen Hörhilfesystems 100.
Das Hörhilfesystem 100 weist zwei Hörhilfegeräte 110, 110' auf. In ein Hörgerätegehäuse
1, 1' zum Tragen hinter dem Ohr sind ein oder mehrere Mikrofone 2, 2' zur Aufnahme
des Schalls bzw. akustischer Signale aus der Umgebung eingebaut. Die Mikrofone 2,
2' sind Wandler 2, 2' zur Umwandlung des Schalls in erste Audiosignale. Die ersten
akustischen Signale sind beispielsweise analoge oder digitale elektrische Signale.
Eine Signalverarbeitungseinheit 3, 3', die ebenfalls in das Hörgerätegehäuse 1, 1'
integriert ist, verarbeitet die ersten Audiosignale. Das Ausgangssignal der Signalverarbeitungseinheit
3, 3' wird an einen Lautsprecher bzw. Hörer 4, 4' übertragen, der ein akustisches
Signal ausgibt. Der Schall wird gegebenenfalls über einen Schallschlauch, der mit
einer Otoplastik im Gehörgang fixiert ist, zum Trommelfell des Geräteträgers übertragen.
Die Energieversorgung des Hörgeräts und insbesondere die der Signalverarbeitungseinheit
3, 3' erfolgt durch eine ebenfalls ins Hörgerätegehäuse 1, 1' integrierte Batterie
5, 5'.
[0027] Weiterhin weist das Hörhilfesystem 100 eine Signalverbindung 6 auf, die ausgelegt
ist, ein erstes akustisches Signal von der Signalverarbeitungseinrichtung 3 zu der
Signalverarbeitungseinrichtung 3' zu übertragen. Dabei ist es vorgesehen, dass auch
Signalverarbeitungseinrichtung 3' ein erstes akustisches Signal zu der Signalverarbeitungseinrichtung
3 in Gegenrichtung überträgt. Weiterhin ist es denkbar, dass die Signale mehrerer
oder aller Mikrofone 2, 2' jeweils zu dem anderen Hörhilfegerät 110, 110' zu übertragen.
[0028] Als Signalverbindung 6 sind drahtgebundene, optische oder auch drahtlose Verbindungen
wie z.B. Bluetooth denkbar.
[0029] Neben den dargestellten HDO- (Hinter-dem-Ohr-) Hörhilfegeräten ist das erfindungsgemäße
Verfahren auch in anderen Hörhilfegeräten wie zum Beispiel einem IDO- (In-dem-Ohr-)
Hörhilfegerät anwendbar.
[0030] Fig. 2 zeigt eine schematische Anordnung von einem erfindungsgemäßen Hörhilfesystem,
seinem Träger und den Signalquellen in einer Aufsicht von oben an.
Der Träger 201 der Hörhilfegeräte 110, 110' ist in der Mitte eines Polarkoordinatensystems
200 angeordnet. Der Träger 201 trägt die Hörhilfegeräte 110, 110' anwendungsgemäß,
beispielsweise bei HDO-Hörhilfegeräte hinter dem jeweiligen Ohr oder bei IDO-Hörhilfegeräte
in dem jeweiligen Gehörgang. Die Blickrichtung des Trägers 201 ist nach vorne, was
im Polardiagramm in Richtung 0 Grad entspricht. In dem folgenden Beispiel ist die
Vorzugsrichtung parallel zur Blickrichtung angenommen. Es ist aber auch denkbar, dass
die Vorzugsrichtung in einem Winkel zur Blickrichtung angeordnet ist. Es wäre auch
denkbar, dass die Vorzugsrichtung durch ein adaptives Verfahren jeweils vorab ermittelt
wird und die ersten Audiosignale derart vorverarbeitet werden, dass die Vorzugsrichtung
auf die Richtung 0 Grad abgebildet bzw. transformiert wird. Eine Vorverarbeitung könnte
beispielsweise durch eine Anpassung der Amplitude und Phase der ersten Audiosignale
erfolgen. Nachfolgende Verarbeitungsschritte können dann die vorverarbeiteten ersten
Audiosignale so verarbeiten, als wäre deren Ursprung in der 0 Grad Richtung gelegen.
Dabei können beispielsweise Symmetrieeigenschaften oder Kopfabschattungen von Audiosignalen
mit diesem Ursprung genutzt werden.
[0031] In der Vorzugsrichtung befindet sich ein Sprecher 202, der im Folgenden als die Quelle
eines Nutzsignals in Vorzugsrichtung angenommen wird. In anderen Winkeln zu dem Träger
201 sind weitere Personen 203, 204, 205 und 206 angeordnet. Es ist weiterhin eine
binaurale Acht 210 eingezeichnet, die eine Richtcharakteristik eines Differenzsignals
der ersten Audiosignale der beiden Wandler der beiden Hörhilfegeräte des binauralen
Hörhilfesystems angibt. Weiterhin ist eine direktionale Richtcharakteristik 220 angegeben,
die sich beispielsweise durch eine gewichtete Summenbildung der ersten Audiosignale
der beiden Wandler der beiden Hörhilfegeräte des binauralen Hörhilfesystems ergibt.
Die Richtcharakteristik 220 weist ein Maximum der Empfindlichkeit in der Vorzugsrichtung
0 Grad auf.
[0032] Fig. 3 zeigt ein schematisches Ablaufdiagramm eines Verfahrens in der Signalverarbeitungseinrichtung
3, 3'.
[0033] In einem nicht beanspruchten Beispiel bildet in Schritt S10 die Signalverarbeitungseinrichtung
3 ein Summensignal der ersten Audiosignale der Wandler 2, 2'. Das Summensignal zeigt
ein Maximum der Empfindlichkeit in der Vorzugsrichtung, in der auch Sprecher 202 angeordnet
ist. Die Richtcharakteristik kann beispielsweise der Richtcharakteristik 220 in Fig.
2 gleichen. In der einfachsten Form werden die ersten Audiosignale unmittelbar addiert.
Es ist aber auch denkbar, dass die ersten Audiosignale zunächst in ihrer Amplitude
und Phase korrigiert werden, um beispielsweise eine andere Vorzugsrichtung zu wählen
oder Toleranzen zwischen den Wandlern 2, 2'auszugleichen. Es ist dabei möglich, dass
die Korrektur im Sinne eines adaptiven Filters erfolgt. Dies könnte beispielsweise
ein Wiener Filter sein. Die Koeffizienten können so gewählt werden, dass der Energiegehalt
des Summensignals minimal ist, sodass nicht aus der Vorzugsrichtung stammende akustische
Signale bereits gedämpft werden. Hiermit wäre es auch möglich, Kopfschatteneffekte
gezielt zu nutzen um ein Signal mit größtmöglichem Anteil aus der Vorzugsrichtung
zu erreichen.
[0034] Weiterhin ist es auch denkbar, dass nicht nur zwei, sondern die Signale mehrerer
Mikrofone kombiniert werden. So kann beispielsweise jedes Hörhilfegerät ein monaurales
direktionales Mikrofon aufweisen, dass aus je zwei omnidirektionalen Mikrofonen kombiniert
ist. Die Signalverarbeitungseinrichtung 3, 3' kann dann diese ersten Audiosignale
zu Audiosignalen mit Richtwirkung höherer Ordnung kombinieren.
[0035] In Schritt S20 bildet die Signalverarbeitungseinrichtung 3, 3' ein Differenzsignal
der ersten Audiosignale der Wandler 2, 2'. Eine mögliche Richtcharakteristik 210 des
Differenzsignals ist in Form einer binauralen Acht in Fig. 2 dargestellt. Das Differenzsignal
zeigt ein Minimum der Empfindlichkeit in der Vorzugsrichtung des Sprechers 202. Andererseits
weist die Richtcharakteristik 210 in Richtungen ungleich der Vorzugsrichtung eine
erhöhte Empfindlichkeit auf, sodass akustische Signale der Sprecher 203, 204 205 oder
206 relativ zu akustischen Signalen des Sprechers 202 zu stärkeren ersten akustischen
Signalen führen. Wie bereits zu S10 angegeben, kann das Differenzsignal auch aus einer
Mehrzahl von ersten Audiosignalen gebildet werden, um Richtcharakteristiken höherer
Ordnung zu realisieren.
[0036] In Schritt S30 bildet die Signalverarbeitungseinrichtung 3, 3' einen Quotienten aus
dem Summensignal und dem Differenzsignal. In der folgenden Diskussion wird der Einfachheit
halber davon ausgegangen, dass die Wandler 2, 2' erste Audiosignale mit Pegelwert
1 für den Sprecher 202 liefern und die Faktoren bei der Summation und der Differenzbildung
jeweils gleich 1 sind, d.h. die Signale normiert sind. Für andere Voraussetzungen
sind die diskutierten Werte entsprechend zu skalieren.
[0037] Für einen Sprecher 202 als Signalquelle nimmt der Quotient einen Wert wesentlich
größer als 1 an, denn wegen des Minimums der Richtcharakteristik 210 in der Vorzugsrichtung
ist das Differenzsignal klein und geht im theoretischen Extremfall sogar gegen Null.
Gleichzeitig ist das Summensignal maximal, für normierte Empfindlichkeit wäre dies
ein Wert 2. Der Quotient steigt entsprechend zu großen positiven Werten an.
[0038] Für einen Sprecher 203 als Signalquelle geht der Signalwert des Differenzsignals
gegen einen Wert, der dem des Summensignals gleicht, da sich die beiden Richtcharakteristiken
201, 220 in Richtung des Sprechers 203 schneiden. Der Quotient selbst geht gegen den
Wert 1.
[0039] Für einen Sprecher 204 als Signalquelle geht der Signalwert des Differenzsignals
gegen ein Maximum, während das Summensignal gegen einen Wert kleiner als 1 und größer
als 0 in Richtung 0 geht. Der Quotient selbst geht ebenfalls gegen einen Wert kleiner
als 1 und größer als 0 in Richtung 0. Vergleichbares gilt für Sprecher 206. Typische
Werte für den Quotienten liegen dann zwischen 0,5 und 0,25.
[0040] In einem Schritt S40 erhöht die Signalverarbeitungseinrichtung 3, 3' die Richtcharakteristik
des binauralen direktionalen Mikrofonsignals, wenn der Quotient steigt bzw. einen
vorbestimmten Wert überschreitet. Dieser Wert kann bezogen auf ein Normiertes Audiosignal
beispielsweise 0, 5 oder 1 sein. Für Signalquellen in der Vorzugsrichtung, in der
sich beispielsweise der Sprecher 202 befindet, weist das binaurale direktionale Mikrofonsignal
dann einen größeren Signalpegel auf, während beispielsweise für Signalquellen wie
Sprecher 203, 204, 205 oder 206 in anderen Richtungen in einem Winkel zur Vorzugsrichtung
das Signal einen geringeren Signalpegel aufweist. Eine Anhebung der Richtcharakteristik
kann in einer Ausführungsform erfolgen, indem das binaurale direktionale Mikrofonsignal
durch eine gewichtete Überlagerung des Summensignals und eines omnidirektionalen Mikrofonsignals
gewonnen wird, wobei zur Erhöhung der Richtcharakteristik das Summensignal gegenüber
dem omnidirektionalen Signal stärker gewichtet wird. Es sind aber auch andere Kombinationen
von binauralen direktionalen Mikrofonen höherer Ordnung mit einem omnidirektionalen
Mikrofonsignal denkbar.
[0041] Umgekehrt senkt die Signalverarbeitungseinrichtung 3, 3' in Schritt S40 die Richtcharakteristik
des binauralen direktionalen Mikrofonsignals, wenn der Quotient sinkt. Dies ist, wie
bereits dargestellt, beispielsweise für Sprecher 204 der Fall. Bei einem Senken der
Richtcharakteristik steigt die Empfindlichkeit des binauralen direktionalen Mikrofons
für Richtungen unter einem Winkel zur Vorzugsrichtung, während sie in der Vorzugsrichtung
abnimmt. Für die beispielsweise in Bezug auf Sprecher 204 zu Schritt S30 diskutierten
kleinen Werte des Quotienten hat das binaurale direktionale Mikrofon keine Richtcharakteristik
mehr, weist also eine omnidirektionale Richtcharakteristik auf. Damit ist für Signalquellen
in der Vorzugsrichtung, in der sich beispielsweise der Sprecher 202 befindet, der
Signalpegel des binauralen direktionalen Mikrofons gleich dem für Signalquellen wie
Sprecher 203, 204, 205 oder 206 in anderen Richtungen in einem Winkel zur Vorzugsrichtung.
[0042] Erfindungsgemäß wird in Schritt S10 anstelle der Summe das Minimum aus den ersten
Audiosignalen bzw. den ersten vorverarbeiteten Audiosignalen bestimmt. In Schritt
S30 wird dann entsprechend der Quotient aus dem bestimmten Minimum und der Differenz
der ersten Audiosignale bzw. der ersten vorverarbeiteten Audiosignale gebildet. Im
Übrigen entspricht das erfindungsgemäße Verfahren dem bereits dargestellten Verfahren.
[0043] Es ist in den erfindungsgemäßen Verfahren auch denkbar, dass die Vorzugsrichtung
nicht in der Symmetrieebene zwischen den Hörhilfegeräten liegt. So kann beispielsweise
durch unterschiedliche Wandler 2, 2' oder durch unterschiedliche Vorverarbeitung der
Signale ersten Audiosignale vor einer Summen- oder Differenzbildung die Vorzugsrichtung
in eine andere Richtung außerhalb der Symmetrieebene der beiden Hörhilfegeräte 110,
110' gerichtet werden. Die Vorverarbeitung der ersten Audiosignale kann permanent
oder auch adaptiv anhand eines Verfahrens erfolgen, dass eine Raumrichtung einer Schallquelle
ermittelt und geeignete Amplituden- und Phasenkorrekturen bestimmt, um die Raumrichtung
in die Symmetrieebene zwischen den Hörhilfegeräten in die Blickrichtung des Trägers
abzubilden. Entsprechend kann bei der Ausführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens
der Sprecher 202 in Fig. 2 auch in einer anderen als der angezeigten Vorzugsrichtung
0 Grad in Bezug zu dem Träger 201 angeordnet sein.
[0044] Fig. 4 zeigt schematisch die Funktionsblöcke zur Erzeugung eines Quotienten gemäß
einem nicht beanspruchten Verfahren.
[0045] Die Wandler 2, 2' liefern ein Signal, dass dem am linken und rechten Hörhilfegerät
110, 110' eintreffenden Schall entspricht. Die ersten akustischen Signale der Wandler
werden in Addierer 301 addiert bzw. in Addierer 302 subtrahiert, nachdem der Inverter
303 das erste akustische Signal des Wandlers 2 invertiert hat. Zur Bestimmung eines
Pegels werden die Summen- und Differenzsignale zunächst in Gleichrichter 305, 306
in Beträge umgewandelt bzw. gleichgerichtet und in den Tiefpässen 307, 308 gemittelt,
bevor in dem Dividierer 309 der Quotient gebildet wird.
[0046] Die in Fig. 4 dargestellten Funktionen lassen sich durch analoge Bausteine, digitale
diskrete oder integrierten Einheiten wie beispielsweise ASICS oder FPGA oder auch
als Software in einem Digitalen Signalprozessor Prozessor oder einem allgemeinen Prozessor
abbilden.
1. Verfahren zum Betrieb eines Hörhilfesystems (100) mit mindestens zwei Hörhilfegeräten
(110, 110') zur Anordnung an beiden Seiten eines Kopfes eines Trägers (201), wobei
die Hörhilfegeräte (110, 110') einen Wandler (2, 2') zur Aufnahme eines akustischen
Signals und Wandlung in ein jeweils erstes Audiosignal aufweisen, wobei das Hörhilfesystem
(100) eine Signalverarbeitungsvorrichtung (3, 3') zur Verarbeitung von Audiosignalen
und eine Signalverbindung zur Übertragung eines ersten Audiosignals von jedem Hörhilfegerät
zu der Signalverarbeitungseinrichtung (3, 3') aufweist, wobei in der Signalverarbeitungsvorrichtung
(3, 3') ein Signalanteil aus einer Vorzugsrichtung in Bezug auf den Kopf des Trägers
(201) in den ersten Audiosignalen bewertet wird, und mit den ersten Audiosignalen
ein erstes binaurales direktionales Mikrofonsignal erzeugt und dessen Richtcharakteristik
(220) in Abhängigkeit von der Bewertung eingestellt wird, dadurch gekennzeichnet, dass in der Signalverarbeitungseinrichtung (3, 3') zur Bewertung des Signalanteils ein
Quotient gebildet wird aus einerseits einem Minimum des Pegels der ersten Audiosignale
oder einem Minimum des Pegels der in eine Symmetrieebene der beiden Hörhilfegeräte
(110, 110') abgebildeten ersten Audiosignale, und andererseits einem zweiten Bezugssignal
mit einer reduzierten Empfindlichkeit in der Vorzugsrichtung.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das zweite Bezugssignal eine gewichtete Differenz
der ersten Audiosignale beider Hörhilfegeräte (110, 110') ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei das zweite Bezugssignal ein Signal einer binauralen
Acht (210) ist, welche aus der Differenz der ersten Audiosignale gebildet wird, wobei
die binaurale Acht (210) ein Minimum an Empfindlichkeit in Richtung der Vorzugsrichtung
aufweist.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei in der Signalverarbeitungsvorrichtung
die Empfindlichkeit der Richtcharakteristik (220) des binauralen direktionalen Mikrofons
in Vorzugsrichtung mit einem steigenden Wert des Quotienten erhöht wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Bewertung der Signalanteile
aus der Vorzugsrichtung in den ersten Audiosignalen für mindestens zwei verschiedene
Frequenzbereiche einzeln erfolgt und die Richtcharakteristik (220) des ersten binauralen
direktionalen Mikrofonsignals für jeden Frequenzbereich einzeln in Abhängigkeit von
der Bewertung eingestellt wird.
6. Hörhilfesystem mit mindestens zwei Hörhilfegeräten (110, 110') zur anwendungsgemäßen
Anordnung an beiden Seiten eines Kopfes eines Trägers (201), wobei die Hörhilfegeräte
(110, 110') einen Wandler (2, 2') zur Aufnahme eines akustischen Signals und Wandlung
in ein jeweils erstes Audiosignal aufweisen, wobei das Hörhilfesystem (100) eine Signalverarbeitungsvorrichtung
(3, 3') zur Verarbeitung von Audiosignalen und eine Signalverbindung zur Übertragung
eines ersten Audiosignals von jedem Hörhilfegerät (110, 110') zu der Signalverarbeitungseinrichtung
(3, 3') aufweist, wobei die Signalverarbeitungsvorrichtung (3, 3') ausgelegt ist,
einen Signalanteil aus einer Vorzugsrichtung in Bezug auf den Kopf in den ersten Audiosignalen
zu bewerten und die Signalverarbeitungsvorrichtung (3, 3') ausgelegt ist, mit den
ersten Audiosignalen ein erstes binaurales direktionales Mikrofonsignal zu erzeugen
und dessen Richtcharakteristik (220) in Abhängigkeit von der Bewertung einzustellen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Signalverarbeitungseinrichtung (3, 3') dazu ausgelegt ist, zur Bewertung des
Signalanteils einen Quotient zu bilden aus einerseits einem Minimum des Pegels der
ersten Audiosignale oder einem Minimum des Pegels der in eine Symmetrieebene der beiden
Hörhilfegeräte (110, 110') abgebildeten ersten Audiosignale, und andererseits einem
zweiten Bezugssignal mit einer reduzierten Empfindlichkeit in der Vorzugsrichtung.
7. Hörhilfesystem nach Anspruch 6, wobei das Hörhilfesystem (100) dazu ausgelegt ist,
das Verfahren nach den Ansprüchen 2 bis 5 auszuführen.
1. Method for operating a hearing aid system (100) having at least two hearing aids (110,
110') for arrangement on both sides of a head of a wearer (201), wherein the hearing
aids (110, 110') have a transducer (2, 2') for picking up an audible signal and converting
it into a respective first audio signal, wherein the hearing aid system (100) has
a signal processing apparatus (3, 3') for processing audio signals and a signal connection
for transmitting a first audio signal from each hearing aid to the signal processing
device (3, 3'),
wherein a signal component from a preferential direction in relation to the head of
the wearer (201) in the first audio signals is rated in the signal processing apparatus
(3, 3'), and the first audio signals are used to generate a first binaural directional
microphone signal, and the directional pattern (220) thereof is adjusted on the basis
of the rating,
characterized in that
to rate the signal component a quotient is formed in the signal processing device
(3, 3') from, firstly, a minimum of the level of the first audio signals or a minimum
of the level of the first audio signals mapped into a plane of symmetry for the two
hearing aids (110, 110'), and, secondly, a second reference signal having a reduced
sensitivity in the preferential direction.
2. Method according to Claim 1,
wherein the second reference signal is a weighted difference between the first audio
signals of the two hearing aids (110, 110').
3. Method according to Claim 2, wherein the second reference signal is a signal from
a binaural figure of eight (210) formed from the difference between the first audio
signals, the binaural figure of eight (210) having a minimum of sensitivity in the
direction of the preferential direction.
4. Method according to one of the preceding claims, wherein the sensitivity of the directional
pattern (220) of the binaural directional microphone in a preferential direction is
increased in the signal processing apparatus as the value of the quotient rises.
5. Method according to one of the preceding claims, wherein the signal components from
the preferential direction in the first audio signals are rated individually for at
least two different frequency ranges and the directional pattern (220) of the first
binaural directional microphone signal is adjusted individually for each frequency
range on the basis of the rating.
6. Hearing aid system having at least two hearing aids (110, 110') for arrangement on
both sides of a head of a wearer (201) according to the application, wherein the hearing
aids (110, 110') have a transducer (2, 2') for picking up an audible signal and converting
it into a respective first audio signal, wherein the hearing aid system (100) has
a signal processing apparatus (3, 3') for processing audio signals and a signal connection
for transmitting a first audio signal from each hearing aid (110, 110') to the signal
processing device (3, 3'),
wherein the signal processing apparatus (3, 3') is designed to rate a signal component
from a preferential direction in relation to the head in the first audio signals,
and the signal processing apparatus (3, 3') is designed to use the first audio signals
to generate a first binaural directional microphone signal and to adjust the directional
pattern (220) thereof on the basis of the rating,
characterized in that
the signal processing device (3, 3') is designed to rate the signal component by forming
a quotient from, firstly, a minimum of the level of the first audio signals or a minimum
of the level of the first audio signals mapped into a plane of symmetry for the two
hearing aids (110, 110'), and, secondly, a second reference signal having a reduced
sensitivity in the preferential direction.
7. Hearing aid system according to Claim 6, wherein the hearing aid system (100) is designed
to carry out the method according to Claims 2 to 5.
1. Procédé pour faire fonctionner un système d'aide auditive (100) comportant au moins
deux appareils d'aide auditive (110, 110') destinés à être disposés des deux côtés
de la tête d'un utilisateur (201), dans lequel les appareils d'aide auditive (110,
110') comportent un convertisseur (2, 2') destiné à recevoir un signal acoustique
et à le transformer en premier signal audio respectif, dans lequel le système d'aide
auditive (100) comporte un dispositif de traitement de signaux (3, 3') destiné à traiter
des signaux audio et une liaison de signaux destinée à transmettre un premier signal
audio de chaque appareil d'aide auditive au dispositif de traitement de signaux (3,
3'),
dans lequel une composante de signal provenant d'une direction préférentielle par
rapport à la tête de l'utilisateur (201) est évaluée dans les premiers signaux audio
dans le dispositif de traitement de signaux (3, 3') et un premier signal de microphone
binaural directionnel est généré au moyen des premiers signaux audio et sa caractéristique
directionnelle (220) est réglée en fonction de ladite évaluation, caractérisé en ce que, pour évaluer la composante de signal, un quotient est calculé dans le dispositif
de traitement de signaux (3, 3') à partir, d'une part, d'un minimum du niveau des
premiers signaux audio ou d'un minimum du niveau des premiers signaux audio projetés
dans un plan de symétrie des deux appareils d'aide auditive (110, 110') et d'autre
part, d'un deuxième signal de référence de sensibilité réduite dans la direction préférentielle.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel le deuxième signal de référence est
une différence pondérée entre les premiers signaux audio des deux appareils d'aide
auditive (110, 110').
3. Procédé selon la revendication 2, dans lequel le deuxième signal de référence est
un signal d'un huit binaural (210) déterminé à partir de la différence entre les premiers
signaux audio, dans lequel le huit binaural (210) présente un minimum de sensibilité
dans la direction préférentielle.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel la sensibilité de
la caractéristique directionnelle (220) du microphone binaural directionnel est augmentée
dans la direction préférentielle au moyen d'une valeur croissante du quotient dans
le dispositif de traitement du signal.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'évaluation des composantes
de signal provenant de la direction préférentielle dans les premiers signaux audio
est effectuée individuellement pour au moins deux plages de fréquences différentes
et la caractéristique directionnelle (220) du premier signal de microphone binaural
directionnel est réglée individuellement en fonction de ladite évaluation pour chaque
plage de fréquences.
6. Système d'aide auditive comportant au moins deux appareils d'aide auditive (110, 110')
destinés à être disposés, selon leur utilisation, des deux côtés de la tête d'un utilisateur
(201), dans lequel les appareils d'aide auditive (110, 110') comportent un convertisseur
(2, 2') destiné à recevoir un signal acoustique et à le convertir en un premier signal
audio respectif, dans lequel le système d'aide auditive (100) comporte un dispositif
de traitement de signaux (3, 3') destiné à traiter des signaux audio et une liaison
de signaux destinée à transmettre un premier signal audio de chaque appareil d'aide
auditive (110, 110') au dispositif de traitement de signaux (3, 3'),
dans lequel le dispositif de traitement de signaux (3, 3') est conçu pour évaluer
une composante de signal provenant d'une direction préférentielle par rapport à la
tête dans les premiers signaux audio et le dispositif de traitement de signaux (3,
3') est conçu pour générer un premier signal de microphone binaural directionnel au
moyen des premiers signaux audio et pour régler sa caractéristique directionnelle
(220) en fonction de ladite évaluation,
caractérisé en ce que, pour évaluer la composante de signal, le dispositif de traitement de signaux (3,
3') est conçu pour calculer un quotient à partir, d'une part, d'un minimum du niveau
des premiers signaux audio ou d'un minimum du niveau des premiers signaux audio projetés
dans un plan de symétrie des deux appareils d'aide auditive (110, 110') et d'autre
part, d'un deuxième signal de référence de sensibilité réduite dans la direction préférentielle.
7. Système d'aide auditive selon la revendication 6, dans lequel le système d'aide auditive
(100) est conçu pour la mise en oeuvre du procédé selon les revendications 2 à 5.