[0001] Die Erfindung betrifft eine Hallux-Valgus-Sandale zur Prävention sowie zur Behandlung
von Fehlstellungen im Mittel- und Vorderfußbereich, insbesondere der als Hallux Valgus
bezeichneten Fehlstellungen des Großzehens.
[0002] Fehlstellungen im Mittel- und Vorderfussbereich, insbesondere ein pathologischer
Schiefstand der großen Zehen, welcher als Hallux Valgus bezeichnet wird, weist vielfältige
Ursachen auf. Einerseits sind solche Fehlbildungen angeboren oder erblich bedingt;
andererseits werden solche Fehlstellungen durch das Tragen von falschem Schuhwerk
oder durch das Abflachen des Längs- und Quergewölbes aufgrund einer Instabilität im
Mittelfußbereich, insbesondere durch eine Instabilität des Bindegewebes, hervorgerufen.
Durch das Abflachen des Quergewölbes, was auch als Spreizfuß bezeichnet wird, werden
die einzelnen Mittelfuß- bzw. Zehenknochen strahlenförmig aufgefächert. Somit wird
der Mittelfußknochen des ersten Strahls, d. h. der innere bzw. medial angeordnete
Mittelfußknochen nach innen abgespreizt. Dadurch verlaufen die Sehnen der Großzehe,
welche im Gegensatz zu den übrigen Zehen einen eigenständigen Sehnenapparat aufweist,
nicht mehr zentral über das Großzehengrundgelenk, sondern auf Grund ihrer vordefinierten
Länge lateral d.h. außerhalb davon. Die Großzehe wird somit in eine schiefe, nach
außen gerichtete Position gezogen. Die Bildung eines Hallux Valgus wird zudem durch
das Absinken des Längsgewölbes verstärkt, da aufgrund dieses vorwiegend medialen Absinkens
anatomisch bedingt eine Rotation des Mittel- bzw. Vorfußes von oben gesehen nach außen
erfolgt.
[0003] Für die Angabe von Lage und Richtung wird in der Beschreibung, wie in der Anatomie
üblich, ein auf den Körpermittelpunkt zentriertes Bezugssystem verwendet. Dementsprechend
definiert innen bzw. innenliegend oder medial stets zur Körpermitte hin gelegen beziehungsweise
dem jeweils anderen Fuß zugewandt. In medialer Richtung bedeutet somit auch in Richtung
des jeweils anderen Fußes. Mit außenliegend oder lateral wird jeweils die von der
Körpermitte abgewandte Seite bezeichnet, so dass die laterale Richtung von der Körpermitte
und somit vom jeweils anderen Fuß wegzeigt.
[0004] Ein Mittelfußknochen und die dazugehörigen, davor angeordneten Zehenknochen werden
auch als Strahle bezeichnet. Als erster Strahl wird dabei der innenliegende Mittelfußknochen
und die davor angeordneten innenliegenden Zehenknochen angesehen. Die einzelnen Strahlen
werden in lateraler Richtung aufsteigend durchnummeriert, sodass der außenliegende
Mittelfußknochen und die davor angeordneten zugehörigen Zehenknochen den fünften Strahl
bilden.
[0005] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Sandalen zur Korrektur und/oder Vorbeugung
von Hallux Valgus-Erkrankungen bekannt. Insbesondere ist aus dem deutschen Gebrauchsmuster
DE 20 2008 008 106 eine Sandale bekannt, welche vorzugsweise als Flip-Flop-Sändale ausgebildet ist.
Die Flip-Flop-Sandale weist eine Schuhsohle sowie ein Großzehen-Aufnahmefach zur separaten
Aufnahme der Großzehe getrennt von den übrigen Zehen auf. Ferner umfasst die bekannte
Sandale eine Metatarsalbandage zur Stützung des Mittelfußes, die seitliche Fußsohlenstützabschnitte
aufweist, die von den Seitenflanken des Oberschuhs her zur Sohlenmitte hin nach innen
gezogen sind. Die Metatarsalbandage wird über eine Zentriervorrichtung an der Schuhsohle
zentriert. Dieser Stand der Technik ist im Oberbegriff des Anspruchs 1 berücksichtigt.
[0006] Durch die Metatarsalbandage der Flip-Flop-Sandale werden Korrekturkräfte in radialer
Richtung auf den Mittelfußbereich undefiniert über den gesamten Umfang der Bandage
abgegeben. Der Mittelfußbereich wird beim Tragen von allen Seiten im Wesentlichen
gleichmäßig mit Druck beaufschlagt, sodass auch die Mittelfußknochen undefiniert zusammengedrückt
werden. Darüber hinaus ist die Ausrichtung des Mittelfußbereichs in Relation zur Schuhsohle
und zur Großzehe, insbesondere beim Abheben der seitlichen Fußsohlenränder nicht eindeutig
definiert. Es kann im Bereich des Mittelfußes zu einer Verschiebung bzw. Verdrehung
der Längsachse des Fußes zu der Längsachse der Sandale kommen.
[0007] Aus
WO 2012/028921 ist eine Sandale zur Behandlung von anatomischen Fehlstellungen oder Fehlstellungen
während des Gehens bekannt. Die Sandale umfasst eine ringförmige Zunge zur Aufnahme
der Großzehe, welche mit einer Schuheinlegesohle verbunden ist. Ferner umfasst die
Sandale ein Oberschuh, welcher ein Teil des Fußes umschließt. Der Oberschuh weist
ein festes Element auf, welches an der Innenseite des Oberschuhs angebracht ist. Der
Oberschuh weist ferner ein Justierelement auf, mittels welchem eine Kraft auf das
als Hebel wirkende feste Element aufbringbar ist.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in Bezug auf diesen Stand der Technik
darin, eine Sandale bereitzustellen, bei der der Mittelfußbereich auch während der
Laufbewegung einwandfrei zum Zehenknochen des erste Strahls ausgerichtet ist und bleibt
und bei der eine definierte Korrekturkraft zur Prävention und/oder Behandlung von
Fehlstellungen schonend in den Fuß eingeleitet wird.
[0009] Diese Aufgabe wird durch eine erfindungsgemäße Hallux-Valgus-Sandale gemäß Anspruch
1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausbildungen der erfindungsgemäßen Sandale ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
[0010] Die erfindungsgemäße Hallux-Valgus-Sandale umfasst ein Sohlenelement mit einer Laufsohle
und einem Fußbett. Ferner umfasst die Hallux-Valgus-Sandale ein Großzehen=Widerlager
zur lateralen Abstützung der Großzehe. Ein Mittelfußgurt umschließt beim Tragen der
Sandale zusammen mit dem Fußsohlenelement die Fußmittelknochen des Trägers der Sandale
zirkulär. Der Mittelfußgurt ist in seiner Länge einstellbar. An der Innenseite der
Sandale ist im Bereich des Mittelfußes ein Druckkissen derart angeordnet, dass durch
Anlegen des Mittelfüßgurtes über das Druckkissen eine lateral gerichtete Kraft auf
den inneren Mittelfußknochen ausübbar ist. Das Druckkissen ist insbesondere an der
Innenseite des Mittelfußgurtes im medialen Bereich der Sandale angeordnet. Somit befindet
sich das Druckkissen beim Tragen der Sandale zwischen dem Mittelfußgurt und dem Mittelfußknochen
des ersten Strahls.
[0011] Die erfindungsgemäße Sandale ist in Längsrichtung im Wesentlichen in drei Bereiche
unterteilt. Die Einteilung in die Bereiche orientiert sich dabei am Fuß des Trägers
der Sandale. Zur näherungsweisen Angabe der Bereiche kann jedoch nur auf gemittelte
Werte für die jeweilige Länge des Bereichs anhand eines Normfußes für die jeweilige
Fußlänge bzw. Schuhgröße zurückgegriffen werden. Im hinteren Bereich befinden sich
die Fußwurzelknochen, welche den Fußwurzel- oder Rückfußbereich der Sandale bzw. des
Sohlenelements definieren. Der Fußwurzelbereich umfasst im Fersenbereich beginnend
das Fersenbein und seitlich etwas nach vorne gefolgt vom Sprungbein. In Richtung Zehen
davor angeordnet befinden sich das Würfelbein und das Kahnbein. Seitlich vom Würfelbein
und vor dem Kahnbein befinden sich weitere drei Keilbeine. An die Fußwurzelknochen
schließen sich in Längsrichtung davor die Mittelfußknochen an, welche auch als Ossa
Metatarsalia bezeichnet werden, und geben den Mittelfußbereich bzw. den Metatarsus
vor. Die medialen Mittelfußknochen sind dabei tendenziell etwas nach vorne zur Fußspitze
hin verschoben im Vergleich zu den lateralen Mittelfußknochen. Somit verschieben sich
die Grenzen des Mittelfußbereichs von der Fußinnenseite zur Fußaußenseite nach hinten
in Fußlängsrichtung. Vor dem Mittelfußbereich ist der Zehen- oder Vorfußbereich angeordnet,
welcher durch die zwei Zehenknochen des Großzehs und die jeweils drei Zehenknochens
des zweiten, dritten, vierten und des kleinen Zehs definiert wird. Diese drei Bereiche
entsprechen näherungsweise jeweils einem Drittel der gesamten Fußlänge.
[0012] Das Druckkissen weist erfindungsgemäß eine Wirkungslänge auf, welche im Wesentlichen
in Fußlängsrichtung ausgerichtet ist. Über diese Wirkungslänge wird im angelegten
Zustand eine Wirkoberfläche des Druckkissens mit dem Fuß in Anlage gebracht. Zum Anlegen
des Druckkissens wird vorzugsweise die Länge des Mittelfußgurtes verändert bzw. verkürzt.
Die Länge wird dabei in der Regel so lange verkürzt, bis der Schuh, insbesondere der
Mittelfußgurt und das Fußbett, im Wesentlichen am Mittelfuß anliegt, diesen umschließt
und die gewünschte Korrekturkraft erreicht ist. Beim Anlegen kann sich das Druckkissen
und/oder der Mittelfußgurt je nach Material insbesondere elastisch verformen. Die
Wirkungstänge des Druckkissens entspricht vorzugsweise dem Mittelfußbereich der Sandale,
sodass das Druckkissen über die gesamte Länge des Mittelfußknochens an diesem anliegt.
Somit wird auf den Mittelfußknochen in seiner gesamten Länge eine Korrekturkraft in
lateraler Richtung aufgebracht. Dabei ist in der Regel darauf zu achten, dass die
Korrekturkraft nicht direkt auf Knochen, insbesondere auf die Knochen des Großzehengrundgelenks
ausgeübt wird, sondern die Kraft indirekt über die Weichteile des ersten Mittelfußknochens
eingeleitet wird. Dies verhindert Druckbeschwerden und auch Schädigungen des Gewebes.
Somit greift die Korrekturkraft im vorderen Bereich des Druckkissens insbesondere
hinter dem Großzehengrundgelenk auf das Weichteilgewebe medial des Mittelfußknochens
an und erstreckt sich nach hinten über die gesamte Länge des Fußmittelknochens. Die
Breite des Mittelfußgurts an seiner Innenseite erstreckt sich vorzugsweise ebenfalls
über die Wirkungslänge des Druckkissens. Dadurch wird die Kraft, welche durch den
Mittelfußgurt in das Druckkissen eingeleitet wird, gleichmäßig eingeleitet.
[0013] Bei dem Druckkissen handelt es sich um ein dreidimensional ausgebildetes Element,
welches vorzugsweise zwischen dem Mittelfußgurt und dem Fuß des Trägers der Sandale
angeordnet ist. Die Dicke des Druckkissens, d.h. seine Erstreckung vom Mittelfußgurt
in Richtung des Fußes, kann dabei je nach Anwendung, Therapie oder dergleichen variieren.
Das Druckkissen kann an dem Mittelfußgurt- und/oder dem Sohlenelement befestigt sein
bzw. werden, sodass seine Lage und seine Ausrichtung eindeutig definiert ist. Durch
die Gestaltung der dreidimensionale Form des Druckkissens ist die Druckeinleitung
und Druckverteilung auf den medialen Mittelfußknochen einstellbar und veränderbar.
Das Druckkissen ist dabei vorzugsweise in fließenden Formen in den Mittelfußgurt integriert,
ohne dass dabei eine scharfe Kante entsteht. Vorzugsweise weist das Druckkissen im
vorderen Bereich eine größere Dicke als im hinteren Bereich auf. Dabei kann seine
Form keilförmig, konvex oder dergleichen sein. Das Druckkissen kann beispielsweise
konvex ausgebildet und so an das Fußgewölbe angepasst sein. Abrupte Formänderungen
und daraus abgeleitete Druckkraftsprünge sind zu vermeiden. Die verschiedenen Bereiche
des Druckkissens sollten dementsprechend eine Kontur mit fließenden Übergängen bilden,
sodass insbesondere an den Enden des Druckkissens die Druckkraftänderungen kontinuierlich
erfolgen. Durch das Zusammenwirken des Druckkissens mit der Längenveränderung des
Mittelfußgurtes ist die zu erzielende Korrekturkraft auf den ersten Mittelfußknochen
gezielt in ihrem Betrag und/oder ihrer Richtung einstellbar. Dadurch wird die Behandlung
von Hallux Valgus Erkrankungen verbessert.
[0014] Die Breite des Mittelfußgurtes ist vorzugsweise von innen nach außen hin abnehmend.
Somit weist der Mittelfußgurt im Bereich des Druckkissens seine maximale Breite auf.
Dies verbessert die Druckeinleitung in das Druckkissen. Nach außen hin wird der Mittelfußgurt
schmäler. Dieser kann auch in einen hochgezogenen Sohlenrand der Sandale übergehen.
Ein entsprechend hochgezogener Sohlenrand ist ebenfalls im Bereich des Druckkissens
an der innenliegenden Seite der Sandale ausbildbar. Zur Optimierung des Gewichts und
des Materialaufwands sowie zur guten Belüftung des Fußes weist die Sandale eine trapez-
oder dreiecksförmige Ausnehmung im Mittelfußgurt auf. Die Ausnehmung weist vorzugsweise
innen, anschließend an das Druckkissens, die größte Ausdehnung auf und wird nach außen
hin schmäler. Es sind bei dem Mittelfußgurt und der Ausnehmung scharfkantige Ecken
zu vermeiden, um Belastungsspitzen, welche durch Kräfte beim Anlegen des Mittelfußgurts
hervorgerufen werden, zu reduzieren.
[0015] Wie ausgeführt, verläuft der Mittelfußbereich - in Blickrichtung von oben gesehen
- von innen nach außen schräg nach hinten. Vorzugsweise verläuft die Mitte des Mittelfußgurts
im Wesentlichen parallel zu den Grenzen des Mittelfußbereichs. Dementsprechend verläuft
die Mitte ebenfalls von der Fußinnenseite zur Fußaußenseite nach hinten. Als Mitte
des Mittelfußgurts, auf welcher sich die mittleren Verbindungspunkte des Mittelfußgurtes
befinden, wird dabei das Mittel zwischen vorderem und hinterem Ende des Gurts angesehen,
sodass die Mitte näherungsweise der Schwerpunktslinie in Längsrichtung des Mittelfußgurts
entspricht. Durch den schrägen Verlauf der Mitte des Mittelfußgurts ist der mittlere
Verbindungspunkt an der Innenseite der Sandale weiter nach vorne versetzt als der
mittlere Verbindungspunkt an der Außenseite der Sandale.
[0016] Der Mittelfußgurt ist vorzugsweise durch einen Klettverschluss in seiner Länge veränderbar.
Durch die Verkürzung der Länge des Mittelfußgurts wird dieser gespannt, sodass in
dem Mittelfußgurt eine Zugkraft im angelegten Zustand der Sandale eingeleitet wird.
Diese Korrekturkraft wird über den Mittelfußgurt und das Druckkissen gezielt auf den
Metatarsalknochen des ersten Strahls eingebracht. Alternativ können Spannmittel wie
bspw. elastische Elemente oder Zuggurte mit einem entsprechenden Verschluss wie einer
Schnalle eingesetzt werden. Vorzugsweise ist der Klettverschluss an der Außenseite
der Sandale bzw. des Mittelfußgurts angeordnet. Bevorzugt wird ein erstes Ende eines
Klettbands in das Sohlenelement eingearbeitet. Ein weiteres Element des Klettverschlusses,
eine Aufnahme für das Klettband, ist an der Außenseite der Sandale, insbesondere an
einem hochgezogenen Sohlenrand angeordnet. Das freie, zweite Ende des Klettbands kann
in verschiedenen Positionen an der Aufnahme befestigt werden, sodass sich hierüber
eine Schlaufe mit variabler Länge ausbildet und somit ist die Länge des Mittelfußgurtes
veränderbar. Alternativ ist der Mittelfußgurt als ein mediales und ein laterales Mittelfußgurt-Element
ausgebildet, wobei die Längenänderung über die Größe der Überlappung verändert wird.
Die beiden Elemente sind mit variabler Überlappung in verschiedenen Positionen bspw.
über Druckknöpfe oder einen Klettverschluss miteinander verbindbar.
[0017] Vorzugsweise ist das Großzehen-Widerlager als Großzehenschlaufe ausgebildet. Dabei
umschließt die Großzehenschlaufe die Großzehe im angelegten Zustand der Sandale zumindest
teilweise zirkulär. Bevorzugt ist die Großzehenschlaufe U-förmig ausgebildet und mit
dem Sohlenelement an zwei Stellen verbunden. Das Großzehen-Widerlager kann vorzugsweise
eingestellt werden, insbesondere in Bezug auf seine Lage und/oder Länge. Dadurch wird
die Stützwirkung auf die Großzehe eingestellt. Die Länge ist bspw. über einen Klettverschluss
einstellbar. Verschiedene Ausbildungen sind analog zu der Verstelleinrichtung des
Mittelfußgurtes ausbildbar. Alternativ kann das Großzehen-Widerlager auch als Steg,
an welchem der Großzeh anliegt, ausgebildet sein.
[0018] Das Fußbett der Hallux-Valgus-Sandale ist vorzugsweise als orthopädisches Fußbett
ausgebildet. Ein orthopädisches Fußbett weist insbesondere ein Längs- und/ oder Quergewölbe
auf, sowie Aufnahmen bzw. Mulden für die Zehen. Das Fußbett kann auch eine oder mehrere
Pelotten umfassen. Bei einer Pelotte handelt es sich in der Regel um eine Erhebung
des Fußbetts zu medizinischen Zwecken. Weiter vorzugsweise ist die mindestens eine
Pelotte eine propriozeptive Pelotte und nach der Lehre von Golgi ausgebildet, sodass
die Pelotte einen solchen Druck auf den Fuß ausübt, welcher der Regelung der Muskelspannung
dient. Die Muskeln soll dabei derart beeinflusst werden, dass eine Behandlung des
Hallux Valgus unterstützt wird.
[0019] Weiter vorzugsweise weist das Sohlenelement an seiner Unterseite, d. h. im Bereich
der Laufsohle, Abrollschlitze quer zur Sohle auf. Die Abrollschlitze sind häufig derart
angeordnet, dass sie eine natürliche Abrollbewegung unterstützen. Dazu sind die Schlitze
unterhalb der natürlichen Abrollachse der Zehen angeordnet. Die Abrollschlitze verlaufen
dabei vorzugsweise parallel zu der natürlichen Abrollachse. Es ist mindestens ein
Abrollschlitz ausgebildet, wobei in der Regel jedoch mehrere in Längsrichtung voreinander
und parallel zueinander angeordnete Abrollschlitze in der Sohle ausgebildet sind.
[0020] Die erfindungsgemäße Hallux-Valgus-Sandale lässt sich aus verschiedenartigen bekannten
Werkstoffen herstellen, die im Stand der Technik bei der Herstellung von Sandalen
üblich sind, wie bspw. Kunststoff, Kork, Leder und dergleichen. Insbesondere das Sohlenelement
kann weitere Bestandteile wie bspw. dämpfungsabsorbierende Schichten bzw. Elemente
bspw. aus EVA oder dergleichen aufweisen. Vorzugsweise sind Laufsohle, Großzehen-Widerlager
und Teile des Mittelfußgurtes einstückig aus Kunststoff ausgebildet. Die einstückige
Ausführung kann bspw. durch Backen von Kunststoffgranulat oder Spritzgießen bzw. Schäumen
von Kunststoff hergestellt werden. Insbesondere ist ein Material ähnlich dem von Crocs-Sandalen
verwendbar. Ein solches Material weist eine gewisse, inhärente Elastizität auf. Vorzugsweise
sind dabei alle Teile des Mittelfußgurtes bis auf den Verstellmechanismus, bspw. dem
Klettverschluss, einstückig aus Kunststoff hergestellt. Der Verstellmechanismus kann
bei der Herstellung als Einlegteil ausgebildet sein und wird beim Herstellverfahren
fest mit dem Kunststoff verbunden. Bei einer solchen Ausführungsform können das Fußbett
und/oder das Druckkissen als gesonderte Teile ausgebildet sein und sind somit austauschbar.
Insbesondere ist das Fußbett getrennt ausgebildet. Das Fußbett wird dabei in eine
Vertiefung in der Laufsohle eingelegt und reibschlüssig in seiner Position gehalten.
Somit ist das Fußbett an den Träger anpassbar und ist darüber hinaus aus einem anderen
Material bzw. aus einem anderen Materialmix als die Laufsohle fertigbar. Vorzugsweise
ist die Sohle im Bereich zwischen dem ersten und zweiten Zehen vom vorderen Ende her
geschlitzt, sodass das Großzehenwiderlager bzw. die Großzehenschlaufe einstückig mit
der Laufsohle ausgebildet sein kann und durch das Fußbett führbar ist. Dies bietet
dahingehend Vorteile, dass die Elemente an die individuelle Form und an die Bedürfnisse
des Trägers der Sandale anpassbar sind. Somit ist bspw. die Größe der Korrekturkraft
durch die Größe und Form des Druckkissens an die Schwere der Hallux-Valgus-Fehlstellung
anpassbar. Weiter lassen sich individuelle Besonderheiten des Fußes über ein entsprechendes
Fußbett berücksichtigen.
[0021] Alternativ ist das Druckkissen und/oder das Fußbett einstückig mit der Laufsohle,
dem Großzehen-Widerlager und Teilen des Mittelfußgurtes ausgebildet. Auch bei einer
solchen Ausgestaltung können weitere Bauteile der Sandale beispielsweise als Einlegteile
beim Herstellungsprozess eingearbeitet werden. Dadurch ist eine wirkungsvolle, robuste
und kostengünstige Sandale zur Behandlung von Hallux-Valgus-Fehlstellungen herstellbar.
[0022] Durch die erfindungsgemäße Hallux-Valgus-Sandale wird die Vorbeugung und/oder Behandlung
von Hallux-Valgus-Fehlstellungen verbessert. Die Therapie erfolgt dabei nach dem Grundsatz
"von hinten nach vorne". Damit ist gemeint, dass eine Behandlung der Fehlstellung
nicht nur im Zehenbereich ansetzt, sondern bereits am Mittelfuß, also "hinten" ansetzt
und sich "nach vorne" in den Zehenbereich, fortsetzt. Durch das Druckkissen ist die
Korrekturkraft auf den Mittelfußknochen gezielt und schonend einstellbar. Durch den
Einsatz eines austauschbaren und/oder individuell anpassbaren Druckkissens kann das
Einbringen der Korrekturkraft in den jeweiligen Fuß weiter verbessert werden. Das
Einstellen der Korrekturkraft erfolgt insbesondere durch Verändern der Länge des Mittelfußgurtes.
Dadurch wird über den Mittelfußgurt eine Zugkraft aufgebaut, welche über das Druckkissen
gezielt, d. h. in Größe und Richtung definiert, auf den Mittelfußknochen übertragen
wird. Dieser Korrekturkraft wirkt das Großzehen-Widerfager entgegen und führt dazu,
dass der Großzeh nicht mit dem Mittelfußknochen in lateraler Richtung abdriftet, sondern
entlang der Achse des ersten Strahls begradigt wird. Durch diese Behandlung wird dem
Aufspreizen des Mittelfußknochens entgegengewirkt und über das Großzehen-Widerlager
eine mediale Widerlager-Kraft auf die Großzehe aufgebracht. Dies führt zu einer effektiven
Behandlung bzw. Vorsorge von Hallux-Valgus-Leiden.
[0023] Die Erfindung wird im Folgenden an Hand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels, welches
in den Figuren dargestellt ist, näher erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1:
- eine erfindungsgemäße Sandale in Draufsicht,
- Fig. 2:
- eine Draufsicht auf die Sandale in getragenem Zustand,
- Fig. 3:
- ein erfindungsgemäßes Druckkissen an einem Fußskelett,
- Fig. 4:
- Vorderansicht einer erfindungsgemäßen Sandale,
- Fig. 5:
- eine Ansicht von unten der erfindungsgemäßen Sandale, und
- Fig. 6:
- eine dreidimensionale Darstellung einer erfindungsgemäßen Sandale.
[0024] In
Fig. 1 ist eine Hallux-Valgus-Sandale 1 nach der Erfindung dargestellt. Die Sandale 1 umfasst
ein Sohlenelement 10 mit einer Laufsohle 12 (vgl.
Fig. 6) und einem Fußbett 14. Die Sandale 1 bzw. das Fußbett 14 sind im Wesentlichen in
drei Bereiche, nämlich ein Fußwurzelbereich 52, ein Mittelfußbereich 54 und ein Zehenbereich
56 unterteilt, welche den Bereichen des menschlichen Fußes entsprechen. Hierzu ist
in
Fig. 2 ein Fuß bzw. Fußskelett 50 dargestellt, wie es beim Tragen der Sandale 1 von dieser
aufgenommen wird. Im hinteren Bereich des Fußskelettes 50 sind die Fußwurzelknochen
52a angeordnet (vgl.
Fig. 3). In Längsrichtung davor sind die Mittelfußknochen 54a angeordnet, und davor wiederum
sind die Zehenknochen 56a angeordnet. Diese drei, durch die entsprechenden Knochen
definierten Bereiche 52, 54, 56 weist, analog zum Fuß, auch das Fußbett 14 bzw. die
Sandale 1 auf. Die Bereiche können näherungsweise mit jeweils einem Drittel der Länge
des gesamten Fußes angegeben werden, wobei sich die jeweilige absolute Länge auch
nach der Schuhgröße bzw. Länge des Fußes richtet. Abweichungen davon können sich dabei
jedoch durch die individuelle Ausgestaltung beim jeweiligen Fuße des Trägers ergeben.
[0025] Die Sandale 1 weist ferner einen Mittelfußgurt 20 auf. Der Mittelfußgurt 20 ist im
Wesentlichen im Mittelfußbereich 54 der Sandale 1 angeordnet. Der Mittelfußgurts 20
ist an der Sandaleinnenseite einstückig mit dem Sohlenelement 10 ausgebildet. Lateral
weist der Mittelfußgurt 20 ein Klettband 22 auf. Das Klettband 22 ist in das Sohlenelement
10 medial zur Sohlenaußenkannte eingebettet und führt aus diesem heraus. Die Klettbandbefestigung
am Solenelement 10 befindet sich bei angelegter Sandale 1 unterhalb des lateralen
Bereichs des Mittelfußes. Das Klettband wird durch eine Öffnung als Umlenkung 26 im
Mittelfußgurt 20 hindurchgeführt und ist über eine Klettband-Aufnahme 24 an der Außenseite
des Sohlenelements der Sandale 1 befestigbar. Somit wird durch das Klettband 22 eine
Schlaufe ausgebildet, über welche die Länge des Mittelfußgurtes 20 flexibel einstellbar
zu Verändern ist.
[0026] Der Mittelfußgurt 20 ist entsprechend seinem Namen im Mittelfußbereich der Sandale
1 angeordnet und umschlingt in Verbindung mit dem Sohlenelement 10 bzw. dem Fußbett
14 den Fuß in getragenem Zustand im Mittelfußbereich 54 zirkulär. Somit können die
Mittelfußknochen 54a durch Verringern der Länge des Mittelfußgurtes 20 zusammengespannt
werden.
[0027] Die Breite des Fußgurts 20 entspricht an der Innenseite der Sandale 1 in etwa der
Länge des Mittelfußbereichs 54 der Sandale 1. In lateraler Richtung nimmt die Breite
des Mittelfußgurts 20 ab. Zudem ist der Mittelfußgurt 20 an seinem lateralen Ende
in Fußlängsrichtung nach hinten versetzt in Bezug auf sein mediales Ende. Somit verläuft
der Fußmittelgurt 20 im Wesentlichen parallel zum Mittelfußbereich 54 des Fußes bzw.
der Sandale 1. Der Mittelfußgurt 20 ist dabei mit einer Ausnehmung 28 ausgebildet,
welche eine Trapezform aufweist. Dadurch wird die Krafteinwirkung bei minimalem Gewicht
bzw. bei minimalem Materialaufwand optimiert.
[0028] An der Innenseite der Sandale 1 ist im Bereich des Mittelfußgurts 20 ein Druckkissen
30 angeordnet. Das Druckkissen 30 ist integral mit der Innenseite des Mittelfußgurtes
20 und des Fußbetts 14 ausgebildet. Das Druckkissen 30 liegt dabei über die Wirkungslänge
L an der Innenseite des Fußes an. Das Druckkissen 30 ist, wie in der Draufsicht in
Fig. 3 gezeigt, dabei im Wesentlichen keilförmig ausgebildet, wobei es im vorderen
Bereich eine größere Dicke in lateraler Richtung aufweist als im hinteren Bereich.
Das Druckkissen 30 befindet sich beim Tragen der Sandale 1 zwischen dem Mittelfußgurt
20 und dem inneren Mittelfußknochen 54a d.h. dem Mittelfußknochen 54a des ersten Strahls.
Durch Spannen des Mittelfußgurts 20 mittels des Klettbands 22 wird über das Druckkissen
30 eine Korrekturkraft F
k auf den Mittelfußknochen 54a des ersten Strahls ausgeübt. Die Korrekturkraft F
k wirkt dabei im Wesentlichen in lateraler Richtung. Durch Aufbringen der Korrekturkraft
F
k wird der Abspreizung d.h. die Fehlstellung der Mittelfußknochen 54a, insbesondere
des Mittelfußknochens 54a des ersten Strahls, und somit auch dem Hallux Valgus, entgegengewirkt.
Aufgrund der keilförmigen Ausbildung des Druckkissens 30 ist die Korrekturraft F
k im vorderen Bereich des Mittelfußes 54 höher als im hinteren Bereich. Der vordere
Kraftangriffspunkt ist dabei im Bereich der Weichteile hinter dem GroßzehenGrundgelenk
platziert. Das Druckkissen 30 bzw. die Wirkungslänge L ist im Wesentlichen über die
gesamte Länge des Mittelfußbereichs 54 der Sandale 1 bzw. des Mittelfußknochens 54a
des ersten Stahls ausgebildet.
[0029] Der große Zeh ist lateral durch ein Großzeh-Widerlager 40 abgestützt, das als Großzehenschlaufe
42 ausgebildet ist. Die Schlaufe 42 ist im Wesentlichen halbkreisförmig ausgebildet,
wie in
Fig. 4 gezeigt, und umschlingt den Großzeh in Verbindung mit dem Fußbett 14 zirkulär. Somit
wirkt die Großzehenschlaufe 42 einer lateralen Verschiebung der Großzehe entgegen,
welche insbesondere auch durch Aufbringen einer lateralen Korrekturkraft F
k auf den Mittelfußknochen 54a des ersten Strahls über das Druckkissen 30 bedingt ist.
Somit kann die Korrekturkraft F
k auf den Mittelfußknochen 54a des ersten Strahls sowie eine entgegengesetzte Kraft
F
w auf die Zehenknochen 56a des ersten Strahls aufgebracht werden, um einer Hallux-Valgus-Fehlstellung
entgegenzuwirken und diese zu korrigieren. Die Korrekturkraft F
k kann über die Länge des Mittelfußgurtes 20 bzw. die Länge des Klettbandes 22 vom
Träger selbst eingestellt werden.
[0030] Das Fußbett 14 ist, wie in
Fig. 1 und
Fig. 6 gezeigt, anatomisch geformt und weist mehrere Pelotten 16, d. h. Erhebungen im Bereich
des Mittel- und Rückfußes, auf. Eine Retrokapital- und eine Halluxpelotte 16a, 16
b sind dabei nach der Lehre von Golgi angeordnet, um das Nervengeflecht zur Regelung
der Muskelspannung zu beeinflussen. Die Retrokapitalpelotte 16a ist im Mittelfußbereich
über die gesamte Breite angeordnet und übt einen Druck auf die unterhalb des Fußskeletts
verlaufenden Sehnen der Zehen aus. Der Druck auf die Sehnen führt zu einer Entspannung
der Zehenbeugermuskulatur. Diese entspannende Wirkung wird im medialen Bereich des
Mittelfußes durch eine Halluxpelotte 16b verstärkt. Diese ist über der Retrokapitalpelotte
16a angeordnet, so dass hier die Erhebung aus dem Fußbett weiter erhöht ist. Die Halluxpelotte
16b bewirkt beim Tragen einen zusätzlichen Druck auf die unterhalb des Skeletts liegende
Sehne der Großzehe. Ferner ist in Längsrichtung hinter der Halluxpelotte 16b eine
Valguspelotte 16c im medialen Bereich des Fußbetts 14 angeordnet. Diese wirkt durch
ihre Position im medialen Rückfußbereich aktivierend auf die Längsgewölbemuskulatur.
Dadurch wird das Längsgewölbe aufgerichtet.
[0031] Die Laufsohle 12 weist an Ihrer Unterseite, wie in
Fig. 5 gezeigt, Abrollschlitze 18 in Querrichtung auf. Die Abrollschlitze 18 sind dabei
parallel zu einer natürlichen Abrollachse des Fußes nach unten versetzt.
[0032] Die Sandale 1 ist im Wesentlichen einstückig aus Kunststoff hergestellt. Lediglich
das Klettband 22 ist als Einlegteil eingearbeitet, indem ein Ende des Klettbands 22
fest mit dem Sohlenelement 10 verbunden ist. Zudem weist die Sandale 1 an ihrer Außenseite
eine Aufnahme 24 für das Klettband 22 auf, welche ebenfalls als Einlegteil fest mit
der Sandale 1 verbunden ist. Die Klettband-Aufnahme 24 ist als Filzband mit Haken
und das Klettband 22 als Flauschband ausgebildet.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1
- Sandale
- 10
- Sohlenelement
- 12
- Laufsohle
- 14
- Fußbett
- 16
- Pelotte
- 16a
- Retrokapitalpelotte
- 16b
- Halluxpelotte
- 16c
- Valguspelotte
- 18
- Abrollschlitz
- 20
- Mittelfußgurt
- 22
- Klettband
- 24
- Klettbandaufnahme
- 26
- Umlenkung
- 28
- Ausnehmung
- 30
- Druckkissen
- 40
- Großzehen-Widerlager
- 42
- Großzehenschlaufe
- 50
- Fußskelett
- 52
- Fußwurzelbereich
- 52a
- Fußwurzelknochen
- 54
- Mittelfußbereich
- 54a
- Mittelfußknochen
- 56
- Zehenbereich
- 56a
- Zehenknochen
1. Hallux-Valgus-Sandale (1), aufweisend:
• ein Sohlenelement (10) mit einer Laufsohle (12) und einem Fußbett (14),
• ein Großzehen-Widerlager (40) zur lateralen Abstützung des Großzehens,
• einen Mittelfußgurt (20), welcher beim Tragen der Sandale (1) im Zusammenspiel mit
dem Sohlenelement (10) die Fußmittelknochen zirkulär umschließt und in seiner Länge
veränderbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
• ein Druckkissen (30) mit einer Wirkungslänge (L) an der Innenseite der Sandale (1)
im Bereich des Mittelfußes derart angeordnet ist, dass durch Anlegen des Mittelfußgurtes
(20) über das Druckkissen (30) eine lateral gerichtete Korrekturkraft auf den inneren
Mittelfußknochen ausübbar ist, welche durch eine Längenveränderung des Mittelfußgurtes
einstellbar ist, und der vordere Kraftangriffspunkt im Bereich der Weichteile hinter
dem Großzehengrundgelenk platziert ist.
2. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach Anspruch 1, wobei eine in Längsrichtung der Sandale
(1) verlaufende Wirkungslänge des Druckkissens (30) der Länge eines medialen Mittelfußbereichs
(54) der Sandale (1) entspricht.
3. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach Anspruch 2, wobei die Breite des Mittelfußgurts (20)
an der Innenseite der Sandale (1) im Wesentlichen mit der Wirkungslänge des Druckkissens
(30) übereinstimmt.
4. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach einem der vorigen Ansprüche, wobei der Mittelfußgurt
(20) in lateraler Richtung eine abnehmende Breite hat.
5. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach Anspruch 4, wobei der Mittelfußgurt eine trapez- oder
dreiecksförmige Ausnehmung (28) aufweist.
6. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach einem der vorigen Ansprüche, wobei ein mittlerer Verbindungspunkt
des Mittelfußgurtes (20) mit dem Sohlenelement (10) an der Innenseite der Sandale
(1) in Längsrichtung der Sandale (1) vor einem mittleren Verbindungspunkt an der Außenseite
der Sandale (1) angeordnet ist.
7. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach einem der vorigen Ansprüche, wobei das Großzehen-Widerlager
(40) als Größzehenschlaufe (42) ausgebildet ist, welche den Großzehen bei Tragen der
Sandale (1) zumindest teilweise umschlingt.
8. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach Anspruch 7, wobei die Länge der Großzehenschlaufe (42)
veränderbar ist.
9. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach einem der vorigen Ansprüche, wobei der Mittelfußgurt
(20) und/oder die Großzehenschlaufe (42) einen Klettverschluss (22, 24) zum Verändern
der Länge aufweisen, wobei insbesondere eine Aufnahme (24) für das Klettband (24)
des Mittelfußgurts (20) an der Außenseite der Sandale (1) angeordnet ist.
10. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach einem der vorigen Ansprüche, wobei das Fußbett (14)
ein orthopädisches Fußbett ist.
11. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach einem der vorigen Ansprüche, wobei das Fußbett (14)
mindestens eine Pelotte (16), insbesondere eine propriozeptive Pelotte (16a, 16b,
16c) aufweist.
12. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach einem der vorigen Ansprüche, wobei die Laufsohle (12)
mindestens einen in Querrichtung zur Sandale (1) angeordneten Abrollschlitz (18) aufweist.
13. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach einem der vorigen Ansprüche, wobei die Laufsohle (12),
das Großzehen-Widerlager (40) und Teile des Mittelfußgurtes (20) einstückig aus Kunststoff
ausgebildet sind.
14. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach Anspruch 13, wobei das Druckkissen (30) und/oder das
Fußbett (14) einstückig mit der Laufsohle (12), dem Großzehen-Widerlager (40) und
Teilen des Mittelfußgurtes (20) ausgebildet sind.
15. Hallux-Valgus-Sandale (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Fußbett (14)
und/oder das Druckkissen (30) als gesonderte Teile ausgebildet sind und auswechselbar
sind.
1. Hallux valgus sandal (1) having:
• a sole element (10) with an outsole (12) and with a foot bed (14),
• a big-toe support (40) for laterally supporting the big toe,
• a metatarsal strap (20) which, when the sandal (1) is being worn, circularly surrounds
the metatarsal bones in cooperation with the sole element (10) and is modifiable in
length,
characterized in that
• a pressure cushion (30) with an effective length (L) is arranged on the inner side
of the sandal (1) in the area of the metatarsus such that, by applying the metatarsal
strap (20) across the pressure cushion (30), a laterally directed corrective force
can be exerted on the inner metatarsal bone and can be adjusted by modifying the length
of the metatarsal strap, and the front application point of the force is positioned
in the area of the soft tissue parts behind the first metatarsophalangeal joint.
2. Hallux valgus sandal (1) according to Claim 1, wherein an effective length of the
pressure cushion (30) running in the longitudinal direction of the sandal (1) corresponds
to the length of a medial metatarsal area (54) of the sandal (1).
3. Hallux valgus sandal (1) according to Claim 2, wherein the width of the metatarsal
strap (20) on the inner side of the sandal (1) corresponds substantially to the effective
length of the pressure cushion (30).
4. Hallux valgus sandal (1) according to one of the preceding claims, wherein the metatarsal
strap (20) has a decreasing width in the lateral direction.
5. Hallux valgus sandal (1) according to Claim 4, wherein the metatarsal strap has a
trapezoidal or triangular recess (28).
6. Hallux valgus sandal (1) according to one of the preceding claims, wherein a central
point of connection of the metatarsal strap (20) to the sole element (10) on the inner
side of the sandal (1) is arranged, in the longitudinal direction of the sandal (1),
in front of a central point of connection on the outer side of the sandal (1).
7. Hallux valgus sandal (1) according to one of the preceding claims, wherein the big-toe
support (40) is designed as a big-toe loop (42), which at least partially surrounds
the big toe when the sandal (1) is being worn.
8. Hallux valgus sandal (1) according to Claim 7, wherein the length of the big-toe loop
(42) is modifiable.
9. Hallux valgus sandal (1) according to one of the preceding claims, wherein the metatarsal
strap (20) and/or the big-toe loop (42) has a hook-and-loop fastener (22, 24) for
modifying the length, wherein in particular a recess (24) for the hook-and-loop tape
(24) of the metatarsal strap (20) is arranged on the outer side of the sandal (1).
10. Hallux valgus sandal (1) according to one of the preceding claims, wherein the foot
bed (14) is an orthopaedic foot bed.
11. Hallux valgus sandal (1) according to one of the preceding claims, wherein the foot
bed (14) has at least one pad (16), in particular a proprioceptive pad (16a, 16b,
16c).
12. Hallux valgus sandal (1) according to one of the preceding claims, wherein the outsole
(12) has at least one rollover slit (18) arranged in the transverse direction with
respect to the sandal (1).
13. Hallux valgus sandal (1) according to one of the preceding claims, wherein the outsole
(12), the big-toe support (40) and parts of the metatarsal strap (20) are configured
in one piece from plastic.
14. Hallux valgus sandal (1) according to Claim 13, wherein the pressure cushion (30)
and/or the foot bed (14) are configured in one piece with the outsole (12), the big-toe
support (40) and parts of the metatarsal strap (20).
15. Hallux valgus sandal (1) according to one of the preceding claims, wherein the foot
bed (14) and/or the pressure cushion (30) are configured as separate parts and are
exchangeable.
1. Sandale Hallux-Valgus (1), présentant :
- un élément de semelle (10) avec une semelle extérieure (12) et une semelle intérieure
(14),
- une butée pour le gros orteil (40) pour le support latéral du gros orteil,
- une sangle pour le milieu du pied (20) qui, lors du port de la sandale (1), conjointement
avec l'élément de semelle (10), entoure de manière circulaire les os de la partie
centrale du pied et a une longueur variable,
caractérisée en ce que
- un coussin de pression (30) ayant une longueur d'action (L) est disposé au niveau
du côté intérieur de la sandale (1) dans la région du milieu du pied de telle sorte
que par application de la sangle pour le milieu du pied (20) par-dessus le coussin
de pression (30), une force de correction orientée latéralement puisse être exercée
sur les os à l'intérieur du milieu du pied, laquelle peut être ajustée par une variation
de longueur de la sangle pour le milieu du pied et le point d'application avant de
la force étant placé dans la région des parties molles derrière l'articulation du
gros orteil.
2. Sandale Hallux-Valgus (1) selon la revendication 1, dans laquelle une longueur d'action
du coussin de pression (30) s'étendant dans la direction longitudinale de la sandale
(1) correspond à la longueur d'une région médiale du milieu du pied (54) de la sandale
(1).
3. Sandale Hallux-Valgus (1) selon la revendication 2, dans laquelle la largeur de la
sangle pour le milieu du pied (20) au niveau du côté intérieur de la sandale (1) coïncide
essentiellement à la longueur d'action du coussin de pression (30).
4. Sandale Hallux-Valgus (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
laquelle la sangle pour le milieu du pied (20) présente une largeur diminuant dans
la direction latérale.
5. Sandale Hallux-Valgus (1) selon la revendication 4, dans laquelle la sangle pour le
milieu du pied présente un évidement en forme de trapèze ou de triangle (28).
6. Sandale Hallux-Valgus (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
laquelle un point de liaison central de la sangle pour le milieu du pied (20) à l'élément
de semelle (10) au niveau du côté interne de la sandale (1) dans la direction longitudinale
de la sandale (1) est disposé avant un point de liaison central au niveau du côté
externe de la sandale (1).
7. Sandale Hallux-Valgus (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
laquelle la butée pour le gros orteil (40) est réalisée sous forme de boucle pour
le gros orteil (42) qui entoure au moins en partie le gros orteil lors du port de
la sandale (1).
8. Sandale Hallux-Valgus (1) selon la revendication 7, dans laquelle la longueur de la
boucle pour le gros orteil (42) est variable.
9. Sandale Hallux-Valgus (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
laquelle la sangle pour le milieu du pied (20) et/ou la boucle pour le gros orteil
(42) présentent une fermeture de type Velcro (22, 24) pour modifier la longueur, un
logement (24) pour la bande Velcro (24) de la sangle pour le milieu du pied (20) étant
en particulier disposé au niveau du côté extérieur de la sandale (1).
10. Sandale Hallux-Valgus (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
laquelle la semelle intérieure (14) est une semelle intérieure orthopédique.
11. Sandale Hallux-Valgus (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
laquelle la semelle intérieure (14) présente au moins un insert (16), en particulier
un insert proprioceptif (16a, 16b, 16c).
12. Sandale Hallux-Valgus (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
laquelle la semelle extérieure (12) présente au moins une fente de déroulement (18)
disposée dans la direction transversale par rapport à la sandale (1).
13. Sandale Hallux-Valgus (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
laquelle la semelle extérieure (12), la butée pour le gros orteil (40) et des parties
de la sangle pour le milieu du pied (20) sont réalisées d'une seule pièce en matière
plastique.
14. Sandale Hallux-Valgus (1) selon la revendication 13, dans laquelle le coussin de pression
(30) et/ou la semelle intérieure (14) sont réalisés d'une seule pièce avec la semelle
extérieure (12), la butée pour le gros orteil (40) et des parties de la sangle pour
le milieu du pied (20).
15. Sandale Hallux-Valgus (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
laquelle la semelle intérieure (14) et/ou le coussin de pression (30) sont réalisés
sous forme de pièces séparées et sont remplaçables.